Probeimplantat
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Probeimplantat, beispielsweise für die Wirbelsäulenchirurgie, für Knie- oder Hüft-Totalendoprothesen oder Schulterprothesen.
Aus der Praxis ist bekannt, dass bei degenerativen lumbalen und lumbosakralen Erkrankungen, wie z.B. degenerativen Bandscheibenerkrankungen, Wirbelsäuleninstabilitäten, oder einer Spondylolisthese (Wirbelgleiten), Wirbelsäulensegmente operativ versteift werden, indem in dem betroffenen Segment die Bandscheibe entfernt wird und daraufhin in den entstandenen Zwischenwirbelraum ein Implantat, auch Cage genannt, eingesetzt wird. Für das Einsetzen des Cages ist es erforderlich, dass zunächst die individuellen Abmaße des Patienten zwischen den zwei betroffenen Wirbelkörpern bestimmt werden, da aus Gründen der Stabilität vorzugsweise der größtmögliche Cage zur Fusion der beiden Wirbelkörper zu implantieren ist. Für die Bestimmung der erforderlichen Implantatabmaße werden Probeimplantate genutzt, welche während der Operation in den Zwischenwirbelraum eingebracht werden. Mittels verschiedener Probeimplantate können also sukzessive die bestmögliche Abmaße des einzusetzenden Cages ermittelt werden. Die Probeimplantate selbst müssen hierfür eine gewisse Festigkeit und Form aufweisen, durch die sichergestellt ist, dass beim Einbringen in den Zwischenwirbelraum, Ausrichten im Zwischenwirbelraum und abschließendem Entfernen aus dem Zwischenwirbelraum, die beiden betroffenen, angrenzenden Wirbelkörper nicht (weiter) beeinträchtigt werden. Für eine sichere Handhabung des Probeimplantats während der Ermittlung der Zwischenwirbelraummaße ist am Probeimplantat in der Regel ein länglicher Handhabungsabschnitt oder Schaft vorgesehen, wobei dieser Schaft eine ausreichende Dehn-, Schub-, Biege-, und Torsionssteifigkeit ausweisen muss. Das gesamte Probeimplantat, d.h. inklusive des Schaftes, wird in der Regel als Einheit mittels eines abtragenden Fertigungsverfahren hergestellt. Die abtragende Fertigung eines Probeimplantats aus Vollmaterial ist bekanntermaßen aufwendig in Bezug auf Fertigungszeit und Fertigungsschritte und zudem wenig ressourcenschonend.
Derartige Probeimplantate sind beispielsweise aus der DE 11 2021 001 452 T5 oder der EP 1 648 351 B1 bekannt.
Ein modulares Probeimplantatsystem ist weiter aus der DE 102008 030260 A1 bekannt. Danach wird ein Probeimplantatsystem modular ausgebildet, wobei das mindestens eine Probeimplantat mindestens einen ersten und mindestens einen zweiten
Probeimplantatteil umfasst, wobei die mindestens einen ersten und zweiten Probeimplantatteile in unterschiedlichen Verbindungsstellungen relativ zueinander miteinander verbindbar sind.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Probeimplantat der eingangs genannten Art in vorteilhafterweise weiterzubilden, insbesondere dahingehend, dass die Probeimplantate schneller und einfacher individualisierbar sind und kostengünstiger herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Probeimplantat mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Danach ist vorgesehen, dass ein Probeimplantat, insbesondere für die Wirbelsäulenchirurgie, für Knie- oder Hüft-Totalendoprothesen oder Schulterprothesen, bereitgestellt wird, mit wenigstens einem Kopf, mit wenigstens einem Verstärkungskern und mit wenigstens einem Schaft, wobei der Kopf mittels 3D-Druck hergestellt ist, und wobei der Kopf und der Schaft aus Kunststoff hergestellt sind.
Die Erfindung basiert auf dem Grundgedanken, dass ein lediglich aus den Elementen Kopf, Schaft und Verstärkungskern bestehendes, einfach zu fertigendes Probeimplantat bereitgestellt wird, wobei zumindest der Kopf des Probeimplantats, der zur Ermittlung des geeigneten Cages in den Zwischenwirbelraum eingebracht wird, mittels 3D-Druck hergestellt wird. Der3D-Druck des Kopfes ermöglicht eine kostengünstige und schnelle Herstellung eines individuellen Probeimplantats, wobei individuelle anatomische Gegebenheiten der betroffenen Wirbelkörper einfach berücksichtigbar sind. Der Kopf kann hierdurch mittels 3D-Druck individualisiert werden. Dies bedeutet, dass der Kopf an die patientienindividuellen Gegebenheiten hinsichtlich seiner Abmessungen angepasst werden kann. Das Probeimplantat kann in standardisierten Größen, wie beispielsweise „small“ (S), „medium“ (M), oder „large“ (L), vorgehalten werden oder mittels Rapid Prototyping auf Grundlage der Auswertungen bildgebender Voruntersuchungsverfahren direkt erstellt werden. Der Verstärkungskern des Probeimplantats ist vollständig innerhalb des Verbundes aus Kopf und Schaft angeordnet und gewährleistet zumindest eine ausreichende Biege- und Torsionssteifigkeit des Probeimplantats. Der Kopf weist vorzugsweise einen länglichen, abgesetzten Abschnitt zur Verbindung mit dem Schaft und zur Aufnahme des Verstärkungskerns auf. Durch die Mehrteiligkeit können ferner Schaft und Verstärkungskern mit unterschiedlichen Köpfen kombiniert werden. Der Schaft kann ebenfalls mittels 3D-Druck hergestellt werden oder aber auch mittels konventioneller Verfahren wie Drehen, Spritzguss oder dergleichen. Das Material für den Kopf und den Schaft kann im Falle einer Einmalnutzung
eines Probeimplantats Polypropylen (PP) und im Falle einer gewünschten Mehrfachnutzung des Probeimplantats Polyphenylsulfon (PPSU) sein, wobei bei letzterer Nutzung auch Polyetheretherketon (PEEK), Polyetherketonketon (PEKK) oder ein anderer Polyetherketon vorstellbar sind.
In einem möglichen Ausführungsbeispiel besteht der Verstärkungskern aus einem verstärkten Werkstoff und/oder einem Composite-Werkstoff. Dadurch kann bereits durch die Materialwahl des Werkstoffs für die Verstärkungskerns eine vorteilhafte Steifigkeit für den Verstärkungskern erzielt werden. Die Verstärkung durch z.B. Fasern im Werkstoff kann auch eine Orientierung wie eine Längsorientierung aufweisen, so dass die Verstärkung in eine bestimmte Richtung wie die Längsrichtung mehr ausgeprägt ist als in eine andere Richtung des Verstärkungskerns.
Mögliche Werkstoffe für den Verstärkungskern können einerseits metallische Werkstoffe wie Titanlegierungen oder Edelstähle sein, andrerseits können auch carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK), wie z.B. carbonfaserverstärktes Polyetheretherketon (CF/PEEK), verwendet werden. Auch ein Composite-Werkstoff, wie z.B. ein Metallmatrix- Verbundwerkstoff, ist vorstellbar.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel besteht der Werkstoff des Verstärkungskerns zumindest teilweise aus CFK und/oder zumindest teilweise aus Metall. Dies ermöglicht auch bei geringem Werkstoffeinsatz und geringem Bauraum eine gute bis sehr gute Steifigkeit, die insbesondere dem Einsatz als Wirbelsäulenimplantat angemessen und angepasst ist.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel sind sowohl der Kopf als auch der Schaft mit einer Ausnehmung versehen, so dass der Verstärkungskern im montierten Zustand des Probeimplantats vollständig sowohl durch Kopf als auch Schaft aufgenommen ist. Dadurch wird beispielsweise verhindert, dass der Verstärkungskern in direkten Kontakt mit Patientengewebe kommen kann. Sowohl Kopf und Schaft können dann z.B. ohne Faserverstärkung und zumindest mit ihrer (vollständigen) Außenseite bzw. den Oberflächen, mit denen sie mit Gewebe in Kontakt kommen mit einem biokompatiblen Werkstoff versehen sein bzw. aus einem biokompatiblen Werkstoff bestehen.
Durch die Ausnehmungen können der Kopf und der Schaft auf den Verstärkungskern aufgeschoben werden. Die Ausnehmung des Kopfes ist vorzugsweise in dessen abgesetztem Abschnitt vorgesehen. Die gesamte Längsausdehnung der Ausnehmungen in Kopf und Schaft entspricht der Längserstreckung des Verstärkungskerns, so dass dieser im montierten Zustand des Probeimplantats, d.h. bei Verbindung von Kopf und Schaft, spielfrei in diesen
aufgenommen ist.
Sowohl die Ausnehmung im Kopf als auch im Schaft können zumindest eine bezogen auf die Längsausdehnung kurze Querschnittsverjüngung aufweisen, so dass der Kopf und der Schaft unabhängig von deren eigentlicher Verbindung gegen ein Abgleiten vom Verstärkungskern gesichert sind.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel nehmen Kopf und Schaft im montierten Zustand den Verstärkungskern vollständig auf und überdecken diesen vollständig, so dass der Verstärkungskern komplett verdeckt ist.
Im montierten Zustand ist der Verstärkungskern vollständig innenliegend im Verbund von Kopf und Schaft angeordnet, sodass der Verstärkungskern nicht mit dem Gewebe des Patienten in Berührung kommt.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel sind Kopf und Schaft mittels eines Klebeverfahrens und/oder Fügeverfahrens miteinander verbunden.
Neben der Möglichkeit den Kopf und den Schaft nach Einsetzen des Verstärkungskerns bzw. nach dem Aufschieben auf den Verstärkungskern miteinander an deren Kontaktflächen zu verkleben, ist es auch vorstellbar, beide Bestandteile mittels Kunststoff-Schweißen zu fügen. Ferner ist auch denkbar, dass entweder der Kopf oder der Schaft eine abgesetzte Hülse, d.h. eine Hülse mit einem geringeren Außenumfang als der abgesetzte Abschnitt des Kopfes bzw. Schaftes, im Verbindungsbereich aufweist, die so bemessen ist, dass sie beim Zusammenschieben des Kopfes und des Schaftes entlang des Verstärkungskerns in die gegenüberliegende Ausnehmung zwischen Verstärkungskern und Kopf bzw. Schaft eingepresst wird.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist der Verstärkungskern eine Geometrie auf, die gegen Verdrehung relativ gegen den Kopf und/oder den Schaft sichert.
Durch eine Mehreckform bezogen auf den Umfang des Verstärkungskerns bzw. den Umfang der Ausnehmung in Kopf und Schaft, wie beispielsweise eine Dreieckform oder eine Vierkantform, sind der Kopf und der Schaft nach dem Aufschieben auf den Verstärkungskern gegen ein Verdrehen relativ zueinander gesichert, wodurch das Probeimplantat störungsfrei im Zwischenwirbelraum ausgerichtet werden kann.
Denkbar ist auch, eine oder mehrere Noppen oder Rippen oder dergleichen vorzusehen.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel ist in wenigstens einem der Elemente Kopf
und/oder Verstärkungskern und/oder Schaft ein Kontrastmittel enthalten. Durch das Kontrastmittel kann das bzw. die entsprechenden Elemente in einem bildgebenden Verfahren, wie z.B. der Röntgendiagnostik, der Magnetresonanztomographie oder der Sonographie, besser dargestellt werden, wodurch es dem behandelnden Chirurgen ermöglicht wird, das Probeimplantat optimal im betroffenen Zwischenwirbelraum auszurichten und die erforderlichen Abmessungen des einzusetzenden Cages zu bestimmen. Auch für die Anwendung in weiteren chirurgischen Bereichen, etwa bei einer Nutzung des Probeimplantats für eine Knie- oder Hüft-Totalendoprothese oder für eine Schulterprothese, kann das mit einem Kontrastmittel versehene Element besser dargestellt werden. Das Kontrastmittel ist im entsprechenden Element gebunden.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel besteht das Kontrastmittel zumindest teilweise aus Bariumsulfat. Bariumsulfat als Bestandteil des Kontrastmittels ist eine nicht toxische Bariumverbindung, die aufgrund ihrer Undurchlässigkeit für Röntgenstrahlung vorzugsweise als röntgenpositives Kontrastmittel in der Röntgendiagnostik verwendet.
In einem weiteren möglichen Ausführungsbeispiel weist das Probeimplantat einen Farbcode auf. Durch den Farbcode des Probeimplantats können auch während der Operation schnell visuell die Abmessungen oder andere Charakteristika des Probeimplantats, wie z.B. das Material des Probeimplantats oder die Steifigkeit des Probeimplantats, erfasst werden.
Vorstellbar ist ferner, dass Kopf und Schaft unterschiedliche Farbcodierungen aufweisen. Dementsprechend kann die Farbcodierung des Kopfes auf dessen Höhe hinweisen, wobei hier als Höhe des Kopfes dessen Erstreckung von Wirbelkörper zu Wrbelkörper zu verstehen ist, während die Farbcodierung des Schaftes dessen Länge indizieren kann. Analog dazu kann die Farbcodierung auch verschiedenen Dimensionen und/oder Geometrien des Kopfes zugeordnet sein, etwa für eine Knie- oder Hüft-Totalendoprothese oder für eine Schulterprothese.
Ausführungsformen der Erfindung werden nun nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. Diese sollen die Ausführungsformen nicht notwendigerweise maßstäblich darstellen, vielmehr sind die Zeichnungen, wenn dies zur Erläuterung dienlich ist, in schematisierter und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus den Zeichnungen unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen und Änderungen betreffend die Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können, ohne von der allgemeinen Idee der Erfindung
abzuweichen. Die in der Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Weiterbildung der Erfindung wesentlich sein. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest zwei der in der Beschreibung, den Zeichnungen und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale. Die allgemeine Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form oder das Detail der im Folgenden gezeigten und beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen oder beschränkt auf einen Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in den Ansprüchen beanspruchten Gegenstand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sollen auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetzbar und beanspruchbar sein. Der Einfachheit halber sind nachfolgend für identische oder ähnliche Teile oder Teile mit identischer oder ähnlicher Funktion gleiche Bezugszeichen verwendet.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nach folgenden Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnungen; diese zeigen in:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Probeimplantats in einem vormonierten Zustand;
Fig. 2 das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 eines erfindungsgemäßen Probeimplantats im montierten Zustand;
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Probeimplantats in einem vormonierten Zustand;
Fig. 4 das Ausführungsbeispiel aus Fig. 3 in einem weiteren vormontierten Zustand; und
Fig. 5 das Ausführungsbeispiel aus Fig. 3 im montierten Zustand.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Probeimplantats 10 für die Wirbelsäulenchirurgie in einem vormonierten Zustand.
Das Probeimplantat 10 umfasst wenigstens einen Kopf 12, wenigstens einen Verstärkungskern 16 und wenigstens einen Schaft 18.
Der Kopf 12 umfasst einen abgesetzten Abschnitt 14 sowie eine erste Ausnehmung 20a.
Der abgesetzte Abschnitt 14 des Kopfes 12 und der Schaft 18 weisen einen runden Querschnitt (d.h der Querschnitt senkrecht zur Längsachse des Implantats) auf.
Der Kopf 12 ist an seinen Außenkanten abgerundet.
Der Schaft 18 umfasst eine zweite Ausnehmung 20b und Anschlussabschnitt 22.
Die Ausnehmungen 20a, 20b sind in Fig. 1 nur eingangsseitig angedeutet, da diese vollständig innerhalb des Kopfes 12 bzw. des Schaftes 18 angeordnet sind.
Der Verstärkungskern 16 weist eine Vierkantform auf. Insbesondere ist der Querschnitt senkrecht zur Längsachse des Verstärkungskerns 16 viereckig.
Die Umfangsform der Ausnehmungen 20a, 20b entspricht der Umfangsform des Verstärkungskerns 16.
Die gemeinsame Länge der Ausnehmungen20a, 20b in Kopf 12 und Schaft 18 entspricht der Längserstreckung des Verstärkungskerns 16.
Folglich ist der Verstärkungskern 16 im montierten Zustand vollständig vom Kopf 12 und Schaft 18 aufgenommen und von diesen überdeckt, wie in Fig. 2 dargestellt.
Durch die Vierkantform des Verstärkungskerns 16 sind der Kopf 12 und der Schaft 18 gegen ein Verdrehen um die Längsachse und somit auch relativ zueinander gesichert.
Zumindest der Kopf 12 wurde mittels 3D-Druck individualisiert, d.h. an die Gegebenheiten des betroffenen Zwischenwirbelraums des zu behandelnden Patienten angepasst.
Auch der Schaft 18 kann mittels 3D-Druck hergestellt werden; vorstellbar ist aber auch, dass dieser aus Vollmaterial in einem spanenden Fertigungsverfahren, wie dem Drehen, hergestellt wurde.
Der Kopf 12 und auch der Schaft 18 bestehen aus Kunststoff.
Die Rundform des abgesetzten Abschnitts 14 des Kopfes 12 und des Schaftes 18 sowie
die abgerundeten Kanten des Kopfes 12 stellen sicher, dass beim Einsetzen und Herausnehmen des Probeimplantats 10 kein Gewebe und/oder die Wirbelkörper beeinträchtigt oder verletzt werden.
Mittels des Kopfes 12 wird der Zwischenwirbelraum des Patienten vermessen, um die Abmaße des einzusetzenden Cages zu ermitteln. Der Schaft 18 ermöglicht dabei das Einführen, die Positionierung und das Herausnehmen.
Am Anschlussabschnitt 22 des Schaftes 18 können weitere Instrumente zur Aufnahme und/oder Führung des Probeimplantats 10 angeordnet oder befestigt werden.
Der Kopf 12 und Schaft 18 können aus dem gleichem oder aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein. Das Material für den Kopf 12 und den Schaft 18 kann im Falle einer Einmalnutzung des Probeimplantats 10 Polypropylen (PP) und im Falle einer Mehrfachnutzung des Probeimplantats 10 Polyphenylsulfon (PPSU) sein, wobei bei letzterer Nutzung verschiedene Polyetherketone vorstellbar sind.
Für den Verstärkungskern 16 kommen sowohl metallische Werkstoffe wie Titanlegierungen oder Edelstähle als auch carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) in Frage; auch die Verwendung eines Composite-Werkstoffs, wie z.B. ein Metallmatrix-Verbundwerkstoff, ist möglich.
In Fig. 2 sind im montierten Zustand des Probeimplantats der abgesetzte Abschnitt 14 des Kopfes 12 und der Schaft 18 miteinander verbunden.
Die Kontaktflächen des abgesetzten Abschnitts 14 und des Schaftes 18 können verklebt sein. Es ist aber möglich, dass der abgesetzte Abschnitt 14 und der Schaft 18 mittels Kunststoff-Schweißen miteinander verbunden werden.
Sowohl Kopf 12 und/oder Schaft 18 enthalten ein Kontrastmittel, hier Bariumsulfat. Durch das Kontrastmittel kann das bzw. die entsprechenden Elemente in einem bildgebenden Verfahren, wie z.B. der Röntgendiagnostik, der Magnetresonanztomographie oder der Sonographie, besser dargestellt werden, wodurch es dem behandelnden Chirurgen ermöglicht wird, das Probeimplantat optimal im betroffenen Zwischenwirbelraum auszurichten und die erforderlichen Abmessungen des einzusetzenden Cages zu bestimmen. Das Kontrastmittel ist entsprechend in den jeweiligen Werkstoff des Kopfes 12 und des Schafts 18 untergemischt bei der Herstellung. Dies kann insbesondere deshalb einfach erfolgen, weil der Kopf 12, aber ggf. auch der Schaft 18 mittels 3D-Druck gefertigt werden.
Das Probeimplantat weist weiter einen Farbcode auf, hier weiße Farbe für den Kopf auf mit
der Ausführung „groß“. Andere Größe können durch weitere Farben wie rot für mittlere Größe und blau für kleine Größe visualisiert werden. Grundsätzlich ist es möglich, den Farbcode und die zugehörigen Größen beliebig zu definieren. Durch den Farbcode des Probeimplantats können auch während der Operation schnell visuell die Abmessungen oder andere Charakteristika des Probeimplantats, wie z.B. das Material des Probeimplantats oder die Steifigkeit des Probeimplantats, erfasst werden.
Vorstellbar ist ferner, dass Kopf und Schaft unterschiedliche Farbcodierungen aufweisen. Dementsprechend kann die Farbcodierung des Kopfes auf dessen Höhe hinweisen, wobei hier als Höhe des Kopfes dessen Erstreckung von Wirbelkörper zu Wrbelkörper zu verstehen ist, während die Farbcodierung des Schaftes dessen Länge indizieren kann.
Fig. 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Probeimplantats 10 für eine Knie-Totalendoprothese in einem vormonierten Zustand.
Das Probeimplantat 10 ist im Wesentlichen analog zu dem oben mit Bezug zu Fig. 1 und 2 erläuterten Ausführungsbeispiel aufgebaut. Nachfolgend werden daher nur die Unterschiede näher erläutert.
Im Vergleich zu dem oben mit Bezug zu Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Form des Kopfes 12 an die Anwendung für die Anwendung für eine Knie-Totalendoprothese angepasst.
Auch bei diesem Ausführungsbeispiel umfasst das Probeimplantat 10 wenigstens einen Kopf 12, wenigstens einen Verstärkungskern 16 und wenigstens einen Schaft 18.
Der Kopf 12 weist einen abgesetzten Abschnitt 14 auf.
Auch in Fig. 3 sind die Ausnehmungen 20a, 20b des Kopfes 12 beziehungsweise des Schafts 18 nur eingangsseitig angedeutet, da diese vollständig innerhalb des Kopfes 12 bzw. des Schaftes 18 angeordnet sind.
Bei dem in Fig. 4 gezeigten vormontierten Zustand ist der Verstärkungskern 16 noch nicht vollständig vom Kopf 12 und Schaft 18 aufgenommen. Vielmehr ist ein Spalt zwischen dem Kopf 12 und dem Schaft 18 erkennbar.
Bei dem in Fig. 5 gezeigten montierten Zustand hingegen ist der Verstärkungskern 16 vollständig vom Kopf 12 und Schaft 18 aufgenommen und der Schaft 18 liegt direkt am Kopf 12 an.
Auch bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 bis 5 wurde zumindest der Kopf 12 mittels
3D-Druck individualisiert, d.h. an die Gegebenheiten des betroffenen Körperteils des zu behandelnden Patienten angepasst.
Auch der Schaft 18 kann mittels 3D-Druck hergestellt werden; vorstellbar ist aber auch, dass dieser aus Vollmaterial in einem spanenden Fertigungsverfahren, wie dem Drehen, hergestellt wurde.
Der Kopf 12 und auch der Schaft 18 bestehen aus Kunststoff.
Mittels des Kopfes 12 wird insbesondere ein Zwischenraum in der Anatomie des Patienten vermessen, um die Abmaße des einzusetzenden Implantats zu ermitteln. Der Schaft 18 ermöglicht dabei das Einführen, die Positionierung und das Herausnehmen. Für den Verstärkungskern 16 kommen sowohl metallische Werkstoffe wie Titan, Titanlegierungen oder Edelstahle als auch carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) in Frage; auch die Verwendung eines Composite- Werkstoffs, wie z.B. ein Metallmatrix- Verbundwerkstoff, ist möglich.
Bezuqszeichen:
10 Probeimplantat für die Wirbelsäulenchirurgie
12 Kopf 14 abgesetzter Abschnitt des Kopfes
16 Verstärkungskern 18 Schaft
20a, 20b Ausnehmung 22 Anschlussabschnitt