Gehäuseteil für eine Sanitärarmatur mit einer Korrosionsschutzschicht und Verfahren zur Herstellung eines solchen Gehäuseteils Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gehäuseteils für eine Sanitärarmatur. Mit derartigen Sanitärarmaturen ist insbesondere eine Flüssigkeit an einem Waschbecken, Dusche und/oder Badewanne abgebbar. Zudem betrifft die Erfindung ein ent sprechendes Gehäuseteil für eine Sanitärarmatur. Sanitärarmaturen können insbesondere dem Mischen von Kaltwasser und Warmwasser zu ei nem Mischwasser mit einer gewünschten Mischwassertemperatur sowie der Dosierung des gemischten Mischwassers dienen. Bei bekannten Sanitärarmaturen wird das Mischwasser von einer Mischkartusche über Fluidkanäle in einem Gehäuseteil der Sanitärarmatur zu einer Aus lauföffnung eines Auslaufs des Gehäuseteils geleitet. Da das Wasser dabei mit dem Gehäuseteil in Kontakt steht, müssen Gehäuseteile aus einem für Trinkwasser geeigneten und nicht korrosionsanfälligen Material, wie zum Beispiel Messing, bestehen. Um kostengünstigere Mate rialien für Gehäuseteile verwenden zu können, sind bereits Sanitärarmaturen bekannt, bei de nen die Fluidkanäle in dem Gehäuseteil durch Kunststoffeinsätze ausgebildet sind. Die Kunst stoffeinsätze verhindern einen Kontakt des Mischwassers mit dem Gehäuseteil. Die Herstellung und Montage der Kunststoffeinsätze führen jedoch zu hohen Kosten.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen und insbesondere ein Verfahren zur Herstellung eines Gehäuseteils für eine Sanitärarmatur anzugeben, durch das die Verwendung von Kunststoffein- Sätzen in zumindest einem Bereich des Gehäuseteils vermeidbar ist. Zudem soll auch ein Ge häuseteil für eine Sanitärarmatur angegeben werden, bei dem die Verwendung von Kunststoff einsätzen in zumindest einem Bereich des Gehäuseteils vermeidbar ist.
Diese Aufgaben werden gelöst mit einem Verfahren und einem Gehäuseteil gemäß den Merk malen der unabhängigen Patentansprüche. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängig formulierten Patentansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den abhängig formulierten Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere be vorzugte Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt werden. Hierzu trägt ein Verfahren zur Herstellung eines Gehäuseteils für eine Sanitärarmatur bei, das zumindest die folgenden Schritte aufweist: a) Bereitstellen des Gehäuseteils, wobei das Gehäuseteil zumindest teilweise aus einer Zinkle gierung besteht und zumindest einen Bereich zur Führung einer Flüssigkeit aufweist; und b) Beschichten des zumindest einen Bereichs mit einer Korrosionsschutzschicht, wobei die Kor- rosionsschutzschicht zumindest teilweise aus einem Polymerwerkstoff besteht.
In einem Schritt a) wird zunächst das Gehäuseteil bereitgestellt. Das Gehäuseteil ist insbeson dere für eine Sanitärarmatur verwendbar, die dem Mischen eines Kaltwassers und Warmwas sers zu einem Mischwasser mit einer gewünschten Mischwassertemperatur und/oder der Do- sierung des gemischten Mischwassers dient. Solche Sanitärarmaturen werden regelmäßig für Spülbecken, Waschbecken, Duschen und/oder Badewannen verwendet. Das Gehäuseteil kann insbesondere nach Art eines Armaturengehäuses, einer Komponente zur Ausbildung des Arma turengehäuses (wie zum Beispiel einer Gehäusehalbschale) oder einer Komponente für ein Ar maturengehäuse ausgebildet sein. Weiterhin kann das Gehäuseteil einen (hervorstehenden bzw. abzweigenden) Auslauf aufweisen, der starr oder bewegbar mit dem Gehäuseteil verbun den ist. Das Gehäuseteil und/oder der Auslauf können zumindest teilweise rohrförmig ausge bildet sein. Das Gehäuseteil kann insbesondere an einem Träger, beispielsweise einer Arbeits platte, dem Spülbecken, dem Waschbecken, der Dusche, der Badewanne oder einer Wand,
befestigbar sein. Weiterhin kann das Armaturengehäuse eine dekorative äußere Oberfläche aufweisen. Zudem kann das Gehäuseteil und/oder der Auslauf eine Auslauföffnung aufweisen, über die eine Flüssigkeit, insbesondere (Misch-)Wasser, abgebbar ist. Das Gehäuseteil besteht zumindest teilweise oder vollständig aus einer Zinklegierung. Bei der Zinklegierung handelt es sich insbesondere um eine Metalllegierung, deren Hauptbestandteil bzw. Basismetall Zink (Zn) ist. Dies kann insbesondere bedeuten, dass Zink im Vergleich zu den übrigen Legierungsbestandteilen der Zinklegierung den größten Massenanteil aufweist. Die Zinklegierung bzw. das Zink weist im Vergleich zu Kupfer oder einer Kupferlegierung, wie zum Beispiel Messing, eine unterschiedliche Kristallstruktur auf, nämlich hexagonal statt kubisch flächenzentriert. Bei der Zinklegierung kann es sich insbesondere um eine sogenannte Zamak- Legierung handeln. Als weitere Legierungsbestandteile kann die Zinklegierung beispielsweise zumindest Aluminium (AI), Magnesium (Mg) und/oder Kupfer (Cu) umfassen. Insbesondere kann die Zinklegierung folgende Massenanteile von Legierungsbestandteilen umfassen: a) 3,8 - 4,2 % AI, 0,035 - 0,06 % Mg, Rest (insbesondere) Zn (Zamak-Legierung ZL0400), b) 3,8 - 4,2 % AI, 0,7 - 1,1 % Cu, 0,035 - 0,06 % Mg, Rest (insbesondere) Zn (Zamak-Legierung ZL0410) oder c) 3,8 - 4,2 % AI, 2,7 - 3,3 % Cu, 0,035 - 0,06 % Mg, Rest (insbesondere) Zn (Zamak-Legierung ZL0430).
Weiterhin weist das Gehäuseteil zumindest einen Bereich zur Führung einer Flüssigkeit auf. Bei dem zumindest einen Bereich kann es sich insbesondere um eine Innenfläche des Gehäuseteils, einen Flüssigkeitskanal, einen Abschnitt eines Flüssigkeitskanals und/oder einen Bereich eines Flüssigkeitskanals handeln. Insbesondere kann der zumindest eine Bereich einen Flüssigkeits kanal des Gehäuseteils zumindest teilweise begrenzen. Der zumindest eine Bereich steht bei der Verwendung der Sanitärarmatur insbesondere mit der Flüssigkeit in Kontakt. Bei der Flüs-
sigkeit kann es sich insbesondere um Wasser, Kaltwasser, Warmwasser und/oder Mischwasser handeln.
Nach Schritt a) wird in einem Schritt b) der zumindest eine Bereich zur Zuführung der Flüssig- keit mit einer Korrosionsschutzschicht beschichtet. Die Beschichtung muss dabei nicht auf den Bereich zur Führung der Flüssigkeit beschränkt sein, sondern kann auch in weiteren Bereichen des Gehäuseteils erfolgen. Beispielsweise kann eine gesamte Innenfläche des Gehäuseteils und/oder des Auslaufs mit der Korrosionsschutzschicht beschichtet werden. Die Korrosions schutzschicht haftet, ggf. nach einer Aushärtung und/oder Verfestigung der Korrosionsschutz- Schicht, feste an dem Gehäuseteil bzw. dem zumindest einen Bereich zur Führung der Flüssig keit. Die Korrosionsschutzschicht besteht zumindest teilweise aus einem Polymerwerkstoff. Bei dem Polymerwerkstoff handelt es sich insbesondere zumindest teilweise um Kunststoff oder Kunstharz, wie zum Beispiel Epoxidharz. Das Kunstharz ist insbesondere mittels eines Härters härtbar bzw. verfestigbar. Die Korrosionsschutzschicht verhindert insbesondere einen (direk- ten) Kontakt der Flüssigkeit mit der Zinklegierung des Gehäuseteils und damit eine Korrosion des Gehäuseteils. Eine Verwendung von Kunststoffeinsätzen kann somit zumindest in den mit der Korrosionsschutzschicht beschichteten Bereichen des Gehäuseteils vermieden werden.
Die Zinklegierung kann Zink mit einem Massenanteil von mehr als 80 % aufweisen. Insbesonde- re kann die Zinklegierung Zink mit einem Massenanteil von mehr als 90 % oder 95 % aufweisen.
Vor Schritt a) kann das Gehäuseteil durch ein Zinkdruckgussverfahren hergestellt werden. Bei dem Zinkdruckgussverfahren wird insbesondere eine flüssige Schmelze der Zinklegierung unter Druck in eine Druckgussform gedrückt. Nach einem Erstarren der Schmelze kann das Gehäuse- teil entformt und ggf. mechanisch bearbeitet werden. Bei dem Gehäuseteil handelt es sich da her insbesondere um ein Zinkdruckgussteil.
In Schritt b) kann das Beschichten des zumindest einen Bereichs ohne eine vorhergehende Be handlung des zumindest einen Bereichs erfolgen. Bei der Behandlung kann es sich insbesondere um eine mechanische und/oder chemische Behandlung der Oberfläche des zumindest einen Bereichs handeln.
In Schritt b) kann das Beschichten durch Lackieren, Eintauchen oder Schleudern erfolgen. Das Lackieren kann beispielsweise durch Aufträgen der Korrosionsschutzschicht mittels einer Spraydüse erfolgen. Beim Eintauchen kann das Gehäuseteil insbesondere zumindest teilweise in ein Bad aus einem flüssigen Beschichtungsmittel getaucht werden. Beim Schleudern kann das Beschichtungsmittel in das Gehäuseteil eingebracht und anschließend mittels Zentrifugalkraft in dem Gehäuseteil verteilt werden.
In Schritt b) kann die Korrosionsschutzschicht mit einer Schichtdicke von 50 pm (Mikrometer) bis 2 mm (Millimeter) ausgebildet werden. Bei einer geringeren Schichtdicke ist Korrosion, ins- besondere in Form von Filiformkorrosion, nicht sicher verhinderbar. Eine größere Schichtdicke kann zu einer unerwünschten Verengung des Bereichs zur Führung der Flüssigkeit bzw. eines Strömungsquerschnitts des Flüssigkeitskanals und/oder zu einem unnötig hohem Materialein satz zur Ausbildung der Korrosionsschutzschicht führen. Nach Schritt b) kann in einem Schritt c) die Korrosionsschutzschicht bei einer Raumtemperatur verfestigt werden. Die Raumtemperatur kann beispielsweise 10 °C bis 30 °C, bevorzugt 15 °C bis 25 °C betragen.
Nach Schritt b) kann in einem Schritt c) die Korrosionsschutzschicht mithilfe von Wärme verfes- tigt werden. Durch die Wärme kann insbesondere die Verfestigung der Korrosionsschutzschicht beschleunigt werden. Hierzu kann die Korrosionsschutzschicht beispielsweise auf eine Tempe ratur von 20 °C bis 60 °C, bevorzugt 20 °C bis 40 °C erwärmt werden.
Bei dem Polymerwerkstoff kann es sich zumindest teilweise um Polytetrafluorethylen, Polypro pylen oder Polystyrol handeln. Dies kann mit anderen Worten bedeuten, dass die Korrosions schutzschicht zumindest teilweise aus Polytetrafluorethylen, Polypropylen und/oder Polystyrol besteht.
Einem weiteren Aspekt folgend wird auch ein Gehäuseteil für eine Sanitärarmatur vorgeschla gen, wobei das Gehäuseteil zumindest teilweise aus einer Zinklegierung besteht und zumindest einen Bereich zur Führung einer Flüssigkeit aufweist und wobei der zumindest eine Bereich mit einer Korrosionsschutzschicht beschichtet ist, die zumindest teilweise aus einem Polymerwerk- Stoff besteht.
Das Gehäuseteil ist insbesondere nach dem hier vorgeschlagenen Verfahren hergestellt.
Für weitere Einzelheiten des Gehäuseteils kann vollumfänglich auf die Erläuterungen des Ge- häuseteils im Rahmen der Verfahrensbeschreibung Bezug genommen werden.
Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren näher er läutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren eine besonders bevorzugte Ausführungsva riante der Erfindung zeigen, diese jedoch nicht darauf beschränkt ist. Dabei sind gleiche Bautei- le in den Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen. Es zeigen schematisch:
Fig. 1: eine Sanitärarmatur in einer Seitenansicht; und
Fig. 2: ein Gehäuseteil der Sanitärarmatur in einer perspektivischen Darstellung.
Die Fig. 1 zeigt eine Sanitärarmatur 2 in einer Seitenansicht. Die Sanitärarmatur 2 weist ein Ge häuseteil 1 mit einem eine Auslauföffnung 5 aufweisenden Auslauf 6 auf. Das Gehäuseteil 1 ist an einem Träger 9 befestigt, bei dem es sich hier um ein Waschbecken handeln kann. In dem
Gehäuseteil 1 ist eine Mischkartusche 7 angeordnet, der über Zuleitungen 8 Kaltwasser und Warmwasser getrennt zuführbar sind. Mittels der Mischkartusche 7 ist das Kaltwasser und Warmwasser anteilig zu einem Mischwasser mit einer gewünschten Mischwassertemperatur mischbar. Die Mischkartusche 7 ist fluidleitend mit der Auslauföffnung 5 verbunden, sodass das Mischwasser über die Auslauföffnung 5 abgebbar ist. Dabei kontaktiert das Mischwasser einen in der Fig. 2 gezeigten Bereich 3 des Gehäuseteils 1. Weiterhin ist die Mischkartusche 7 durch einen Hebel 10 betätigbar, durch den die Mischwassertemperatur und eine Abgabemenge des Mischwassers über die Auslauföffnung 5 einstellbar sind. Die Fig. 2 zeigt das Gehäuseteil 1 der in der Fig. 1 gezeigten Sanitärarmatur 2 in einer perspekti vischen Darstellung. In der Fig. 1 kann durch die Auslauföffnung 5 des Auslaufs 6 auf einen Be reich 3 des Gehäuseteils 1 geblickt werden, der der Führung des Mischwassers dient. Bei dem Bereich 3 des Gehäuseteils 1 handelt es sich hier um eine Innenfläche des Auslaufs 6. Bei der Herstellung des Gehäuseteils 1 wurde in einem Schritt a) das Gehäuseteil 1 zunächst bereitgestellt und anschließend in einem Schritt b) der Bereich 3 mit einer Korrosionsschutz schicht 4 beschichtet. Die Korrosionsschutzschicht 4 verhindert, dass der Bereich 3 durch Kon takt mit dem Mischwasser korrodiert. Durch die vorliegende Erfindung kann eine Verwendung von Kunststoffeinsätzen zur Verhinde rung eines Kontakts des Mischwassers mit dem Gehäuseteil zumindest reduzierbar sein.
Bezugszeichenliste
1 Gehäuseteil
2 Sanitärarmatur S Bereich
4 Korrosionsschutzschicht
5 Auslauföffnung
6 Auslaufs
7 Mischkartusche 8 Zuleitung
9 Träger
10 Hebel