Beschreibung
Verfahren und System zur Überwachung des Transports von Trans portgütern
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Sys tem zur Überwachung des Transports von Transportgütern, insbe sondere Gepäckstücken.
In einigen Reise- bzw. Transportmitteln ist es möglich oder sogar vorgesehen, Gepäckstücke getrennt von den reisenden Be sitzern zu transportieren. Insbesondere kann es gewünscht oder sogar vorgeschrieben sein, dass Gepäckstücke in separaten Ab schnitten des Transportmittels für die Dauer des Transports abgestellt oder abgegeben und von den Reisenden erst am Ende der Reise wieder aufgenommen bzw. ausgehändigt werden. In Flugzeugen werden Gepäckstücke beispielsweise in einem Fracht raum bzw. in Gepäckabteilen transportiert, während in Zügen Fahrräder beispielsweise in bestimmten Fahrradabteilen oder Abstellbereichen abzustellen sind.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Überwa chung des Transports von Transportgütern zu verbessern, insbe sondere Information zu Transportbedingungen und/oder Trans portzuständen schneller und einfacher zu ermitteln.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren und ein System zur Überwachung des Transports von Transportgütern, insbeson dere Gepäckstücken, gemäß den unabhängigen Ansprüchen.
Bei einem Verfahren zur Überwachung des Transports von Trans portgütern, insbesondere Gepäckstücken, gemäß einem ersten As-
pekt der Erfindung wird ein Transportgut mit einem RFID- Transponder markiert und das Transportgut anhand des RFID- Transponders beim Verladen und/oder beim Transport des Trans portguts erfasst. Auf Grundlage der Erfassung des Transport guts wird eine Transportinformation, welche den Transport des Transportguts charakterisiert, ermittelt und die ermittelte Transportinformation ausgegeben.
Ein RFID-Transponder im Sinne der Erfindung ist insbesondere eine Kommunikationskomponente eines RFID-Systems, die einge hende Funksignale aufnimmt und automatisch beantwortet bzw. weiterleitet. Vorzugsweise handelt es sich hierbei um einen passiven RFID-Transponder, welcher dazu eingerichtet ist, die zur Beantwortung bzw. Weiterleitung der eingehenden Funksigna le benötigte Energie den eingehenden Funksignalen zu entneh men.
Eine Transportinformation im Sinne der Erfindung ist insbeson dere eine Information, welche wenigstens eine Transportbedin gung und/oder wenigstens einen Transportzustand angibt. Eine Transportinformation kann beispielsweise Auskunft über die An zahl und/oder den Typ von, insbesondere gemeinsam mit dem durch den RFID-Transponder markierten Transportgut, transpor tierten Transportgütern geben. Alternativ oder zusätzlich kann die Transportinformation auch Angaben zum Ort und/oder zum Zeitpunkt der Erfassung des Transportguts enthalten. Es ist auch denkbar, dass die Transportinformation ein gegenwärtiges Transportmittel spezifiziert. Zudem kann die Transportinforma tion auch Angaben darüber enthalten, ob das Transportgut mit einer gültigen, z. B. durch Entrichtung einer Transportgebühr erlangten Transportberechtigung transportiert wird oder nicht.
Ein Ausgeben einer Information im Sinne der Erfindung ist ins besondere ein Wiedergeben der Information, z. B. durch Anzei-
gen, Darstellen, Abspielen und/oder dergleichen. Eine entspre chende Schnittstelle, über welche die Information ausgebbar ist, kann in diesem Fall beispielsweise als Benutzerschnitt stelle ausgebildet sein, z. B. als Ausgabevorrichtung wie etwa ein Display, Lautsprecher, Drucker und/oder dergleichen. Es ist aber auch denkbar, ein Ausgeben der Information als ein Bereitstellen von Daten zu verstehen, z. B. durch Übermitteln, Versenden, Transferieren und/oder dergleichen. In diesem Fall kann die Schnittstelle beispielsweise als Kommunikations schnittstelle ausgebildet sein, insbesondere als Hardware schnittstelle oder Softwareschnittstelle, z. B. als Luft schnittstelle, Systembus und/oder dergleichen.
Ein Aspekt der Erfindung basiert auf dem Ansatz, Transportgü ter, insbesondere Gepäckstücke wie zum Beispiel Fahrräder oder Koffer, mit einem RFID-Transponder zu versehen, um diese drahtlos detektieren und aus einer daraus resultierenden In formation, insbesondere unmittelbar, Transportbedingungen und/oder Transportzustände ableiten zu können. Die durch die Detektion gewonnene Information kann, insbesondere automatisch und/oder in Echtzeit, ausgegeben werden, z. B. um einen Benut zer zu informieren oder um die Information weiterverarbeiten, z. B. aufbereiten, zu können.
Eine solche Transportbedingung kann beispielsweise die Anzahl der gemeinsam, z. B. in einem Transportmittel wie einem Zug bzw. in einem Abschnitt des Transportmittels wie einem Fahr radabteil, transportierten Transportgüter betreffen. Ein Transportzustand kann beispielsweise eine Transportberechti gung der Transportgüter betreffen.
Die Verwendung eines RFID-Transponders ist dabei besonders vorteilhaft, da dieser eine automatische, schnelle und unkom plizierte Erfassung des markierten Transportguts zum Beispiel
beim Verladen und/oder während dem Transport erlaubt. Bei spielsweise kann ein Zugbegleiter eine Erfassungsvorrichtung in Form eines RFID-Lesegeräts mit sich führen, welche dazu eingerichtet ist, Transportgüter wie zum Beispiel Fahrräder, Koffer, Rollstühle, Skisäcke, Golftaschen, Kinderwägen oder andere sperrige Gepäckstücke, die Reisende nicht in unmittel barer Umgebung ihrer Sitze abstellen können oder dürfen und/oder für die eine separate Transportgebühr zu entrichten ist, mithilfe daran befestigter RFID-Transponder zu erfassen. Beim Kontrollieren der Fahrscheine von Fahrgästen durchschrei tet der Zugbegleiter den Zug und passiert dabei die markierten Transportgüter. Dadurch kann vollautomatisch ein Inventar der im Zug transportierten Transportgüter erstellt bzw. bereitge stellt und/oder Transportberechtigungen überprüft werden.
Alternativ oder zusätzlich ermöglicht es die Verwendung eines RFID-Transponders auch, das markierte Transportgut entlang ei ner Reiseroute zu lokalisieren. Es ist zum Beispiel denkbar, dass die Transportinformation eine Angabe zum Ort und/oder zur Zeit, an dem bzw. zu der das Transportgut erfasst wurde, ent hält. Dadurch hat der Besitzer des Transportguts die Möglich keit, zum Beispiel über ein entsprechendes Softwaremodul auf seinem mobilen Endgerät, die Reise seines Transportguts zu verfolgen .
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung und deren Weiterbildungen beschrieben, die jeweils, soweit dies nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird, beliebig mitei nander sowie mit den im Weiteren beschriebenen Aspekten der Erfindung kombiniert werden können.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird bei der Erfassung des Transportguts eine Transportgutinformation ausgelesen. Vorzugsweise wird die Transportgutinformation dabei aus dem
RFID-Transponder ausgelesen. Beispielsweise kann eine Trans portgutnummer ausgelesen werden, anhand der das Transportgut identifizierbar, insbesondere einem Besitzer bzw. Reisenden zuordenbar, ist. Alternativ oder zusätzlich kann eine Be schreibung des Transportguts, welche das Transportgut bzw. seine Eigenschaften charakterisiert, ausgelesen werden. Vor zugsweise wird die Transportinformation dabei auf Grundlage der ausgelesenen Transportgutinformation ermittelt. Dadurch ist es möglich, besonders differenzierte Information zu Trans portbedingungen abzuleiten.
Die Transportgutinformation kann beispielsweise Angaben zu Ab messungen und/oder Gewicht des Transportguts enthalten. Daraus kann abgeleitet werden, wie viel Platz ein Transportgut zum Beispiel in einem Gepäckabteil einnimmt. Entsprechend kann auch ermittelt werden, wie viel Kapazität für weitere Trans portgüter bereitsteht.
Alternativ oder zusätzlich kann die Transportgutinformation eine Transportberechtigung abbilden, sodass beim Auslesen der Transportgutinformation schnell und einfach geprüft werden kann, ob das markierte Transportgut zum Transport freigegeben ist. Mit anderen Worten kann die Transportgutinformation einem Fahrschein für das Transportgut entsprechen oder zumindest fahrscheinähnliche Information, z. B. Fahrscheindaten, enthal ten. Die Kontrolle solcher Fahrscheindaten, zum Beispiel ob eine Transportgebühr entrichtet wurde, kann besonders zuver lässig, schnell und automatisch beispielsweise im Vorbeilaufen eines Zugbegleiters oder sogar schon beim Verladen des Trans portguts durchgeführt werden, etwa indem eine entsprechende Erfassungsvorrichtung an einer Ladeluke oder Tür des Trans portmittels angebracht ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Trans portgutinformation mit dem RFID-Transponder verknüpft. Dadurch kann die Transportgutinformation dem entsprechenden Transport gut eindeutig zugeordnet werden. Insbesondere ist es so mög lich, anhand der Transportgutinformation das mit dem RFID- Transponder markierte Transportgut zu identifizieren, zum Bei spiel wenn dieses Transportgut etwa zu Verladezwecken oder aufgrund von Sicherheitsbedenken sortiert bzw. gesucht wird.
Vorzugsweise wird die Verknüpfung dabei hergestellt, bevor das Transportgut markiert wird. Mit anderen Worten werden die Transportgutinformation sowie der RFID-Transponder zunächst bereitgestellt und miteinander verknüpft. Das Transportgut wird erst anschließend markiert. Beispielsweise kann die Transportgutinformation, etwa die Beschreibung des Transport guts, beim Kauf eines Fahrscheins bereitgestellt und einem RFID-Transponder zugeordnet werden. Der RFID-Transponder ist danach einfach am Transportgut anzubringen. Dadurch, dass die Verknüpfung vor der Markierung ausgeführt wird, kann auf ein fache Weise das Risiko verringert werden, dass die Transport gutinformation mit einem falschen RFID-Transponder verknüpft wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Trans portgutinformation beim Verknüpfen auf dem RFID-Transponder gespeichert. Zu diesem Zweck kann der RFID-Transponder einen entsprechenden Speicher aufweisen. Das Speichern der Trans portgutinformation auf dem RFID-Transponder erlaubt eine be sonders zuverlässige Verknüpfung.
Alternativ kann eine Kennung auf dem RFID-Transponder gespei chert werden. Die Transportgutinformation wird mit dem RFID- Transponder dann vorzugsweise über die Kennung verknüpft. Bei der Kennung kann es sich beispielsweise um eine Seriennummer
des RFID-Transponders handeln, die beim Erfassen des Trans portguts ausgelesen, d. h. vom RFID-Transponder ausgesendet und mit einer entsprechenden Erfassungsvorrichtung zum Bei spiel in Form eines RFID-Lesegeräts empfangen, wird. Die Transportgutinformation ist dabei vorzugsweise in einer Daten bank zusammen mit der entsprechenden Kennung gespeichert. Dies erlaubt eine besonders komfortable Verwaltung der Transport gutinformation. Zum Beispiel ist es dadurch leicht möglich, einem RFID-Transponder eine andere Transportgutinformation zu zuweisen, insbesondere ohne dass der betreffende RFID- Transponder ausgelesen und/oder beschrieben werden muss.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Transportgutinformation eine Zielortinformation, insbesondere Adressdaten. Die Zielortinformation charakterisiert hierbei in bevorzugter Weise den Bestimmungsort des Transportguts.
Dadurch kann zum Beispiel beim Verladen des Transportguts durch Auslesen der Transportgutinformation zuverlässig über prüft werden, ob sich das Transportgut noch auf der korrekten Reiseroute befindet. Gegebenenfalls kann anhand der Adressda ten beim Verladen auch eine Sortierung des Transportguts vor genommen werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Transportgutinformation die Reisedaten eines Besitzers des Transportguts. Dadurch kann zum Beispiel im Falle des Verlusts des Transportguts durch seinen Besitzer auf einer Reise eine sichere Zustellung an den Besitzer ermöglicht werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform charakterisiert die Transportinformation eine Transportkapazität. Vorzugsweise wird die Transportinformation dabei auf Grundlage einer Erfas sung von mehreren mit entsprechenden RFID-Transpondern mar kierten Transportgütern ermittelt. Zum Beispiel können die
derart erfassten Transportgüter gezählt und die sich ergebende Anzahl mit einer Maximalzahl von, gegebenenfalls in einem vor gegebenen Transportabschnitt eines Transportmittels, transpor tieren Transportgütern verglichen werden. Dies kann die Trans portlogistik erheblich vereinfachen.
Beispielsweise kann die Anzahl von in einem Fahrradabteil ei nes Zugs abgestellten Fahrrädern automatisch im Vorbeigehen des Zugführers mithilfe von an den Fahrrädern befestigten RFID-Transpondern erfasst werden. Daraus lässt sich in einfa cher Weise ableiten, wie viele weitere Fahrräder vom Zug noch transportiert werden können. Diese Transportinformation kann zum Beispiel über ein Buchungsportal oder an einem Fahrschein automat beim Verkauf weiterer (Fahrrad-)Fahrscheine ausgegeben bzw. berücksichtigt werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird auf Grund lage der Transportinformation eine Transportkapazität prädi- ziert. Mit anderen Worten wird auf Grundlage der Transportin formation vorzugsweise vorhergesagt, in welchem Maße Trans portkapazität, insbesondere ab welchem Zeitpunkt und/oder an welchem Ort, vorhanden ist. Dabei wird in bevorzugter Weise Transportgutinformation, insbesondere Fahrscheindaten, berück sichtigt, die zum Beispiel beim Erfassen des Transportguts ausgelesen werden kann. Dies ermöglicht eine genaue Analyse der Auslastung eines Transportmittels und erlaubt eine beson ders effiziente Nutzung.
Beim Erfassen mehrerer mit RFID-Transpondern markierter Fahr räder in einem Fahrradabteil eines Zugs kann so beispielsweise ermittelt werden, wie viele Fahrräder an einer der nächsten Haltestellen entladen werden. Dabei wird die Anzahl der Fahr räder vorzugsweise durch das Erfassen der Fahrräder und die Information zum Bestimmungsort der entsprechenden Fahrräder
vorzugsweise durch das dabei vorgenommene Auslesen der Trans portgutinformation ermittelt. Dadurch ist es nicht mehr not wendig, bei der Buchung einer Fahrradkarte für ein Fahrrad ei nen der Plätze im Fahrradabteil für die gesamte Reiseroute des Zugs zu reservieren. Stattdessen ist es möglich, denselben Platz gegebenenfalls mehrfach (hintereinander) zu nutzen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der RFID- Transponder beim Markieren selbsthaltend, insbesondere selbst haftend, vorzugsweise selbstklebend, am Transportgut befes tigt. Zu diesem Zweck kann der RFID-Transponder ein Haltemit tel aufweisen. Das Haltemittel kann beispielsweise als Klemme ausgebildet sein, mit der er am Transportgut anklemmbar ist. Alternativ kann das Haltemittel auch als Magnethaltemittel ausgebildet sein, mit dem der RFID-Transponder am Transportgut (magnetisch) angeheftet werden kann. In einer weiteren Alter native kann das Haltemittel aber auch als Klebemittel ausge bildet sein, mit dem der RFID-Transponder am Transportgut an- klebbar ist. Dies ermöglicht eine unkomplizierte und schnelle Markierung des RFID-Transponders.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der RFID- Transponder Bestandteil eines Fahrscheins. Insbesondere kann der RFID-Transponder gemeinsam mit dem Fahrschein erzeugt bzw. ausgestellt werden. Dabei ist ein auf den Fahrschein aufge druckter oder in den Fahrschein integrierter RFID-Transponder denkbar. Insbesondere kann der RFID-Transponder auf ein Fahr scheinpapier gedruckt bzw. in das Fahrscheinpapier integriert sein oder werden. Der Fahrschein bzw. das Fahrscheinpapier kann wiederum selbsthaltend, insbesondere selbsthaftend, vor zugsweise selbstklebend, ausgebildet sein. Der RFID- Transponder als Bestandteil des Fahrscheins ermöglicht ein kostengünstiges und zuverlässiges Ausführen des Verfahrens.
Insbesondere kann so Transportgutinformation besonders zuver lässig und einfach mit dem RFID-Transponder verknüpft werden.
Alternativ kann der RFID-Transponder auch Bestandteil des Transportguts sein, insbesondere eines Koffers oder einer Ta sche, zum Beispiel einer Satteltasche oder einer sonstigen Fahrradtasche oder -box. Es ist zum Beispiel denkbar, dass der RFID-Transponder in das Transportgut eingenäht ist. Beim Mar kieren des Transportguts wird der derart in das Transportgut integrierte Transpondern dann beispielsweise mit der Transpor tinformation und/oder der Transportgutinformation beschrieben oder die Kennung des Transponders mit der Transportgutinforma tion und/oder mit der Transportgutinformation verknüpft. Der RFID-Transponder ist in dieser Ausführungsform besonders gut geschützt und kann beim Transport des Transportguts nicht oder nur schwer verloren gehen.
Ein System zur Überwachung des Transports von Transportgütern, insbesondere Gepäckstücken, gemäß einem zweiten Aspekt der Er findung weist einen RFID-Transponder, der zur Befestigung an einem Transportgut eingerichtet ist, und eine Erfassungsvor richtung zum Erfassen des Transportguts anhand des am Trans portgut befestigten RFID-Transponders beim Verladen und/oder Transport des Transportguts auf. Zudem weist das System eine Verarbeitungsvorrichtung zum Ermitteln von Transportinformati on, welche den Transport des Transportguts charakterisiert, auf Grundlage der Erfassung des Transportguts sowie eine Schnittstelle zur Ausgabe der ermittelten Transportinformation auf.
Die bisher gegebene Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung enthält zahlreiche Merkmale, die in den einzel nen abhängigen Ansprüchen teilweise zu mehreren zusammenge fasst wiedergegeben sind. Diese Merkmale können jedoch auch
einzeln betrachtet und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammengefasst werden. Insbesondere sind diese Merkmale je weils einzeln und in beliebiger geeigneter Kombination mit dem Leitsystem gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung und dem Ver fahren gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung kombinierbar.
Die voranstehend beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese er reicht werden, werden im Zusammenhang mit der folgenden Be schreibung von in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Figuren werden durchgängig dieselben Bezugszeichen für dieselben oder einander entsprechende Ele mente der Erfindung verwendet. Die Ausführungsbeispiele dienen der Erläuterung der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin angegebenen Kombinationen von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Außerdem können dazu geeignete Merkmale der Ausführungsbeispiele auch explizit isoliert betrachtet und mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert werden.
Es zeigen, zumindest teilweise schematisch:
FIG 1 ein Beispiel eines Systems zur Überwachung des Trans ports von Transportgütern; und
FIG 2 ein Beispiel eines Verfahrens zur Überwachung des
Transports von Transportgütern.
FIG 1 zeigt ein Beispiel eines Systems 1 zu Überwachung des Transports von Transportgütern 2, insbesondere Gepäckstücken, welches mehrere an Transportgütern 2 befestigbare RFID- Transponder 6, eine Erfassungsvorrichtung 3 zum Erfassen der Transportgüter 2, eine Verarbeitungseinrichtung 4 zum Ermit-
teln von Transportinformation, welche den Transport der Trans portgüter charakterisiert, auf Grundlage der Erfassung der Transportgüter 2 sowie Schnittstellen 5a, 5b zur Ausgabe der Transportinformation aufweist. Die Transportgüter 2 sind im vorliegenden Beispiel Fahrräder, die in einem Fahrradabteil eines Zugs, insbesondere in einem Transportbereich 8, trans portiert werden. Die Fahrräder sind mittels Aufhängungen 7 an einer Wand des Transportbereichs 8 aufgehängt.
Die RFID-Transponder 6 sind vorzugsweise selbsthaltend ausge bildet, sodass sie zum Beispiel klemmend, haftend oder klebend an den Fahrrädern befestigbar sind. Die RFID-Transponder 6 können beispielsweise durch einen Fahrscheinautomat 11 auf ei nen (Fahrrad-)Fahrschein gedruckt werden, der dann an den Fahrrädern befestigt wird. Alternativ ist es aber natürlich auch möglich, dass wiederverwendbare RFID-Transponder 6 zur Markierung der Transportgüter 2 verwendet werden.
Die Erfassungsvorrichtung 3 ist vorzugsweise zum Erfassen der Fahrräder mithilfe der RFID-Transponder 6 eingerichtet. Zu diesem Zweck kann die Erfassungsvorrichtung 3 zum Beispiel als tragbares RFID-Lesegerät ausgebildet sein, welches Funksigna le 12a gemäß dem RFID-Standard aussendet. Die RFID- Transponder 6 sind dazu eingerichtet, die Funksignale 12a zu empfangen und als Antwort entsprechende Antwortsignale 12b auszusenden, die wiederum von der Erfassungsvorrichtung 3 emp fangen werden können.
Dies ermöglicht es einem Zugbegleiter 9, die Fahrräder automa tisch im Vorbeigehen oder sogar bereits beim Betreten des Fahrradabteils bzw. des Transportbereichs 8 zu erfassen. Die dabei erzeugte Information kann der Verarbeitungsvorrichtung 4 zur Ermittlung von Transportbedingungen und/oder Transportzu ständen zur Verfügung gestellt werden.
Die Verarbeitungsvorrichtung 4 ist im gezeigten Beispiel zu sammen mit der Erfassungsvorrichtung 3 in einem tragbaren Ge rät integriert, das z. B. vom Zugbegleiter 9 mitgeführt werden kann. Die Verarbeitungseinrichtung 4 kann insbesondere eine Komponente eines RFID-Lesegeräts sein und z. B. einen Prozes sor umfassen. Es ist insbesondere denkbar, dass die Verarbei tungsvorrichtung 4 und die Erfassungsvorrichtung 3 durch ein mobiles Endgerät, auf welchem entsprechende Softwaremodule bzw. Applikationen ausgeführt werden, gebildet werden.
Vorzugsweise wird beim Erfassen der Transportgüter 2 eine mit den RFID-Transpondern 6 verknüpfte Transportgutinformation ausgelesen. Im vorliegenden Beispiel kann diese Transportgut information z. B. Fahrscheindaten enthalten, anhand deren eine Transportberechtigung, die zum Beispiel durch das Entrichten einer Transportgebühr erlangt wird, überprüfbar ist. Die auf Grundlage der Erfassung der Fahrräder ermittelte Transportin formation kann somit beispielsweise Angaben darüber enthalten, ob die Fahrräder zum Transport berechtigt sind bzw. ob ent sprechende Transportberechtigungen gültig sind.
Das tragbare Gerät, welches die Erfassungsvorrichtung 3 und Verarbeitungsvorrichtung 4 aufweist, umfasst in bevorzugter Weise auch eine Schnittstelle 5a, zum Beispiel in Form eines Displays. Die Transportinformation, zum Beispiel das Ergebnis der Überprüfung, ob eine Transportberechtigung vorliegt, kann dann direkt an den Zugbegleiter 9 ausgegeben werden.
Alternativ oder zusätzlich kann die Verarbeitungsvorrichtung 4 auch dazu eingerichtet sein, eine gegenwärtige bzw. verblei bende Transportkapazität des Zugs für Fahrräder zu ermitteln. Zu diesem Zweck kann die Verarbeitungsvorrichtung 4 die Anzahl der erfassten Fahrräder mit einer Maximalzahl von transpor-
tierbaren Fahrrädern vergleichen. Unabhängig von möglichen Re servierungen, die gegebenenfalls gar nicht wahrgenommen wur den, kann so zuverlässig ermittelt werden, ob noch weitere Fahrräder transportiert werden können oder nicht. Zu diesem Zweck ist es gegebenenfalls nicht einmal notwendig, dass die Transportgutinformation ausgelesen wird.
Eine solche, die Transportkapazität betreffende Transportin formation kann an den Zugbegleiter 9 ebenfalls über die Schnittstelle 5a gegeben werden. Alternativ oder zusätzlich kann diese Transportinformation aber auch durch eine andere Schnittstelle 5b ausgegeben werden. Zum Beispiel kann die er mittelte Transportinformation an eine zentrale Verwaltungsvor richtung wie etwa ein Rechenzentrum und/oder, gegebenenfalls in aufbereiteter Form, an einen Fahrscheinautomat 11 übermit telt werden. Die Schnittstelle 5b ist zu diesem Zweck vorzugs weise als Luftschnittstelle, zum Beispiel als WLAN- oder In ternet- bzw. Mobilfunkverbindung, ausbildet, sodass die ermit telte Transportinformation drahtlos an die zentrale Verwal tungsvorrichtung und/oder weiter an den Fahrscheinautomat 11 ausgebbar ist.
Durch die Übermittlung der Transportinformation an den Fahr scheinautomat 11 wie im vorliegenden Beispiel ist die Trans portinformation Reisenden, die einen (Fahrrad-)Fahrschein lö sen wollen, zugänglich. Ein Reisender kann so beispielsweise zuverlässig darüber informiert werden, ob auf einer gewünsch ten Verbindung bereits alle Plätze im Fahrradabteil belegt sind oder nicht.
Es ist dabei ein besonderer Vorteil des Systems 1, dass die Transportinformation automatisch und im Wesentlichen in Echt zeit, nämlich bei der Erfassung der Transportgüter 2, ermit telt und/oder ausgegeben werden kann, insbesondere während des
Transports der Transportgüter 2. Alternativ oder zusätzlich kann eine besonders zuverlässige Erfassung der Transportgü ter 2 aber auch beim Verladen der Transportgüter 2 erfolgen, z. B. wenn die Transportgüter 2 in das oder aus dem Transport mittel, etwa über eine Ladeluke, verfrachtet werden.
Im in FIG 1 gezeigten Beispiel ist zu diesem Zweck eine weite re Erfassungsvorrichtung 10 an einer Tür des Zugs angeordnet, um die Fahrräder mithilfe der an ihnen befestigten RFID- Transponder 6 beim Ein- und/oder Ausladen zu erfassen. Dadurch kann auf unkomplizierte und zuverlässige Weise ein Inventar der gegenwärtig transportierten Fahrräder erzeugt werden.
Anders als im in FIG 1 gezeigten Beispiel ist es auch denkbar, eine Verarbeitungsvorrichtung 4 vorzusehen, die als zentrale Verarbeitungsvorrichtung, zum Beispiel als Server, ausgebildet ist. Die Erfassung der Transportgüter 2, insbesondere in Ver bindung mit der vorzugsweise dabei ausgelesenen Transportgut information, kann so zentral ausgewertet und die dabei ermit telte Transportinformation besonders leicht verteilt werden.
In diesem Fall ist die Erfassungsvorrichtung 3 dazu eingerich tet, die durch die Erfassung der Transportgüter 2 erzeugte In formation über eine Luftschnittstelle an die Verarbeitungsvor richtung 4 zu übermitteln.
FIG 2 zeigt ein Beispiel eines Verfahrens 100 zur Überwachung des Transports von Transportgütern, insbesondere Gepäckstü cken.
In einem Verfahrensschritt S1 wird Transportgutinformation, welche ein Transportgut charakterisiert, mit einem RFID- Transponder verknüpft, beispielsweise durch Speicherung der Transportgutinformation zusammen mit einer Kennung, etwa einer Seriennummer des RFID-Transponders, in einer Datenbank oder
direkt durch Speicherung der Transportgutinformation in einem Speicher des RFID-Transponders. Die Transportgutinformation kann beispielsweise eine Gepäcksstücknummer, Reisedaten eines Besitzers, Adressdaten, Fahrscheindaten und/oder dergleichen enthalten. Die Transportgutinformation kann beispielsweise durch die Eingabe in einen Fahrscheinautomat oder ein Buchung sportal bereitgestellt werden.
Es ist dabei denkbar, dass der RFID-Transponder in Verfahrens schritt S1 beim Verknüpfen mit der Transportgutinformation er zeugt, insbesondere gedruckt, wird. Beispielsweise kann der RFID-Transponder zusammen mit Fahrscheindaten auf einen Fahr schein gedruckt werden.
In einem weiteren Verfahrensschritt S2 wird das durch die Transportgutinformation charakterisierte Transportgut mit dem RFID-Transponder markiert, zum Beispiel durch Befestigen oder Anbringen des RFID-Transponders am Transportgut. Zu diesem Zweck kann der RFID-Transponder beispielsweise selbsthaltend ausgebildet sein, etwa indem er ein entsprechendes Haltemittel aufweist. Es ist dabei insbesondere denkbar, dass ein Fahr schein, auf den der RFID-Transponder gedruckt ist, an das Transportgut klebbar oder anderweitig befestigbar ausgebildet ist.
Durch die Markierung mit dem RFID-Transponder kann das Trans portgut in einem weiteren Verfahrensschritt S3 auf einfache Weise mithilfe einer Erfassungsvorrichtung, zum Beispiel einem RFID-Lesegerät, erfasst werden. Dabei ist es ein besonderer Vorteil, dass die Erfassung kontaktlos, d. h. zum Beispiel im Vorbeigehen, und automatisch, d. h. ohne manuelles Auslösen, durchgeführt werden kann.
In bevorzugter Weise wird beim Erfassen die mit dem RFID- Transponder verknüpfte Transportgutinformation ausgelesen, zum Beispiel aus der Datenbank oder dem Speicher des Transponders abgerufen. Die ausgelesene Transportgutinformation kann in ei nem weiteren Verfahrensschritt S4 dann einer Ermittlung von Transportinformation, welche den Transport des Transportguts charakterisiert, zugrunde gelegt werden.
Dabei werden in bevorzugter Weise Transportbedingungen und/oder ein Transportzustand, unter denen bzw. in dem das Transportgut transportiert wird, ermittelt. Beispielsweise kann die Transportinformation Angaben zum gegenwärtigen Trans portmittel, Verladeorten und/oder Verladezeitpunkten, Menge bzw. Anzahl gemeinsam transportierter Transportgüter und/oder dergleichen enthalten. Insbesondere kann auch ermittelt wer den, wie viele weitere Transportgüter zusätzlich zu bereits transportierten Transportgütern noch transportierbar sind, d. h. wie hoch die verbleibende Transportkapazität ist. Unter Einbeziehung von in der Transportgutinformation enthaltenen Fahrscheindaten und/oder Reisedaten des Besitzers kann die Transportkapazität auch prädiziert werden, wobei zum Beispiel zukünftig freiwerdende Transportplätze für Transportgüter be rücksichtigt werden. Alternativ oder zusätzlich ist es auf Grundlage der Fahrscheindaten z. B. auch möglich zu ermitteln, ob dem erfassten Transportgut eine Transportberechtigung zuge teilt ist, d. h. ob Transportgebühren entrichtet wurden.
In einem weiteren Verfahrensschritt S5 wird die ermittelte Transportinformation über eine Schnittstelle ausgegeben. Die Transportinformation kann beispielsweise über eine als Ausga beeinrichtung, zum Beispiel als Display, ausgebildete Schnitt stelle zur Information eines Benutzers angezeigt werden. Al ternativ oder zusätzlich kann die Transportinformation aber auch über eine als Kommunikationsschnittstelle, zum Beispiel
als Systembus, ausgebildete Schnittstelle oder Auswertung bzw. Weiterverarbeitung übermittelt werden.