Blends aus TPU und Polyamid
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung enthaltend mindestens ein thermoplastisches Polyurethan (TPU-1) und ein Copolyamid (PA-1 ), hergestellt durch
Polymerisation mindestens eines Lactams, und eines Monomergemischs (M), das als
Komponente (B1) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und als Komponente (B2) mindestens ein C4-C12-Diamin enthält. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung derartiger Zusammensetzungen sowie die Verwendung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung zur Herstellung von Formkörpern.
Thermoplastische Polyurethane sind weithin bekannt und werden als Werkstoffe in vielen Bereichen eingesetzt. Die Eigenschaften lassen sich in weiten Bereichen einstellen.
Üblicherweise lassen sich thermoplastische Polyurethane innerhalb eines bestimmten
Temperaturbereiches verarbeiten. Problematisch ist bei der Verarbeitung die Rückspaltung der Urethanbindung, die bei der Verarbeitung zum Abbau der thermoplastischen Polyurethane und zu sehr geringen Schmelzefestigkeiten und damit zu Problem bei der Extrusion führen kann.
Besonders harte TPU ab etwa 40D lassen sich schwer verarbeiten. Für die Verarbeitung müssen die teilkristallinen Materialien zum einen bei hohen Temperaturen aufgeschmolzen werden, zum anderen zersetzen sich die Materialien bei diesen hohen Temperaturen. In der Folge können die Materialien nur innerhalb eines sehr kleinen Temperaturbereiches verarbeitet werden. Das ist insbesondere dann ein Problem, wenn bei Extrusionsprozessen von großen Formteilen an der Düse unterschiedliche Temperaturen auftreten. Dann kann es Vorkommen, dass das Material in den kälteren Zonen der Düse noch nicht vollkommen aufgeschmolzen ist, sich aber an den heißeren Zonen der Düse schon zersetzt.
Polyamide hingegen weisen in der Regel eine hohe Schmelzefestigkeit und sehr breite
Verarbeitungsbereiche auf. Polyamide sind industriell von besonderer Bedeutung, da sie sich durch sehr gute mechanische Eigenschaften auszeichnen, insbesondere besitzen sie eine hohe Festigkeit und Zähigkeit, eine gute Chemikalienbeständigkeit sowie eine hohe Abriebfestigkeit. Sie werden beispielsweise zur Herstellung von Angelschnüren, Kletterseilen und Teppichböden verwendet. Darüber hinaus finden Polyamide Anwendung zur Herstellung von
Verpackungsfilmen und Verpackungshüllen.
Für Verpackungsfilme und Verpackungshüllen werden häufig auch Copolyamide, die positive Eigenschaften von verschiedenen Polyamiden in sich vereinen, eingesetzt. Im Stand der Technik sind verschiedene Copolyamide beschrieben.
Die EP 0 352 562 beschreibt Folien aus Copolyamiden, wobei die Copolyamide hergestellt sind aus e-Caprolactam und vorzugsweise 1 bis 10 Gewichtsteilen einer Dimersäure und einem Diamin. Die DE 28 46 596 beschreibt Formkörper aus einem Copolyamid aus Caprolactam,
Fettsäuredimeren und Hexamethylendiamin. Technisch besonders interessant sind Polyamid 6 und 6,6, wegen ihrer ausgezeichneten Eigenschaften in vielen Bereichen eingesetzt werden können. Polyamid 6 und 6,6 haben jedoch sehr hohe Schmelztemperaturen.
In der WO 2018/050487 A1 werden Copolyamide beschrieben, wobei das Copolyamid hergestellt ist durch Polymerisation mindestens eines Lactams (A) und eines
Monomergemischs (M) ist. Weiterhin wird die Herstellung eines Polymerfilms (P) enthaltend derartige Coplolyamide beschrieben.
Ausgehend vom Stand der Technik bestand eine Aufgabe darin, Materialien bereitzustellen, die eine verbesserte Schmelzefestigkeit und damit einen breiten Verarbeitungsbereich aufweisen, besonders im Härtebereich von 40 bis 90D. Eine weitere Aufgabe bestand darin, Materialien bereitzustellen, die eine verbesserte Schmelzefestigkeit und damit einen breiten
Verarbeitungsbereich aufweisen und darüber hinaus transparent sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Zusammensetzung (Z-1 ) enthaltend mindestens
(I) ein thermoplastisches Polyurethan (TPU-1 ) und
(II) ein Copolyamid (PA-1), hergestellt durch Polymerisation
(A) mindestens eines Lactams, und
(B) eines Monomergemischs (M), das die Komponenten
(B1) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und
(B2) mindestens ein C4-C12-Diamin
enthält.
Überraschend wurde gefunden, dass sich das Copolyamid (PA-1 ) mit verschiedenen thermoplastischen Polyurethanen blenden lässt. Diese Blends haben ausgezeichnete mechanische Eigenschaften, eine hohe Zähigkeit und eine hohe Schmelzefestigkeit. Es wurde weiterhin gefunden, dass sich viele Flammschutzmittel, auch Flammschutzmittel mit relativ niedriger Zersetzungstemperatur, in einen entsprechenden Blend oder auch in das Copolyamid (PA-1 ) direkt einarbeiten lassen. Die erhaltenen Materialien weisen ausgezeichnete
mechanische Eigenschaften, eine hohe Zähigkeit sowie ein gutes Flammverhalten auf.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung (Z-1 ) enthält mindestens ein thermoplastisches Polyurethan (TPU-1) und ein Copolyamid (PA-1).
Thermoplastische Polyurethane sind grundsätzlich bekannt. Die Herstellung erfolgt
üblicherweise durch Umsetzung von Isocyanaten und gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindungen und Kettenverlängerungsmittel gegebenenfalls in Gegenwart von mindestens einem Katalysator und/oder üblichen Hilfsstoffen und/oder Zusatzstoffen. Isocyanate, gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen und Kettenverlängerungsmittel werden einzeln oder zusammen auch als Aufbaukomponenten angesprochen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind prinzipiell die üblicherweise eingesetzten
Isocyanaten und gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen geeignet.
Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen können prinzipiell alle geeigneten dem Fachmann bekannten Verbindungen eingesetzt werden. Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindung wird erfindungsgemäß vorzugsweise mindestens ein Diol eingesetzt. Dabei können im Rahmen der vorliegenden Erfindung alle geeigneten Diole eingesetzt werden, beispielsweise Polyetherdiole oder Polyesterdiole oder Mischungen aus zwei oder mehr davon.
Erfindungsgemäß wird zur Herstellung des thermoplastischen Polyurethans (TPU-1) vorzugsweise eine Polyolzusammensetzung eingesetzt, die üblicherweise mindestens ein Polyol (P1 ) als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindung enthält. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können prinzipiell alle an sich geeigneten Polyole eingesetzt werden, beispielsweise Polyesteroie, Polyetheroie und/oder Polycarbonatdiole. Beispielsweise kann das eingesetzte Polyol ein Molekulargewicht (Mn) im Bereich von 500 g/mol bis 8000 g/mol, aufweisen, und bevorzugt einer mittleren Funktionalität gegenüber Isocyanaten von 1 ,8 bis 2,3, bevorzugt 1 ,9 bis 2,2, insbesondere 2. Das zahlenmittlere Molekulargewicht wird nach DIN 55672-1 bestimmt soweit nicht anders angegeben.
Bevorzugt weist das eingesetzte Polyol (P1) ein Molekulargewicht im Bereich von 600 bis 2000 Dalton auf, weiter bevorzugt ein Molekulargewicht im Bereich von 750 bis 1500 Dalton, insbesondere ein Molekulargewicht von etwa 1000 Dalton.
Als Polyesteroie können Polyester auf Basis von Disäuren und Diolen eingesetzt werden. Als Diole werden vorzugsweise Diole mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, beispielsweise Ethandiol, Butandiol oder Hexandiol, insbesondere 1 ,4 Butandiol oder Mischungen daraus eingesetzt. Als Disäuren können alle bekannten Disäuren eingesetzt werden, beispielsweise lineare oder verzweigtkettige Disäuren mit vier bis 12 Kohlenstoffatomen oder Mischungen daraus.
Weiter können im Rahmen der vorliegenden Erfindung Polyetherpolyole eingesetzt werden, beispielsweise solche auf der Basis von allgemein bekannten Startersubstanzen und üblichen Alkylenoxiden, bevorzugt Ethylenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid, weiter bevorzugt Polyetheroie basierend auf Propylenoxid-1 ,2 und Ethylenoxid und insbesondere
Polyoxytetramethylenglykole. Der Vorteil der Polyetherpolyole liegt u. a. in der höheren
Hydrolysestabilität.
Geeignet sind auch niedrig ungesättigte Polyetheroie. Unter niedrig ungesättigten Polyolen werden im Rahmen dieser Erfindung insbesondere Polyetheralkohole mit einem Gehalt an ungesättigten Verbindungen von kleiner als 0,02 meq/g, bevorzugt kleiner als 0,01 meq/g, verstanden. Derartige Polyetheralkohole werden zumeist durch Anlagerung von Alkylenoxiden, insbesondere Ethylenoxid, Propylenoxid und Mischungen daraus, an die oben beschriebenen Diole oder Triole in Gegenwart von hochaktiven Katalysatoren hergestellt.
Derartige hochaktive Katalysatoren sind bevorzugt Cäsiumhydroxid und
Multimetallcyanidkatalysatoren, auch als DMC-Katalysatoren bezeichnet. Ein häufig und bevorzugt eingesetzter DMC-Katalysator ist das Zinkhexacyanocobaltat. Der DMC-Katalysator kann nach der Umsetzung im Polyetheralkohol belassen werden, üblicherweise wird er entfernt, beispielsweise durch Sedimentation oder Filtration.
Weiterhin können im Rahmen der vorliegenden Erfindung Polytetrahydrofurane eingesetzt werde, beispielsweise mit einem mittleren Molekulargewicht Mn im Bereich von 400 bis 1800 g/mol, vorzugsweise aus Polytetrahydrofuranen mit einem mittleren Molekulargewicht Mn im Bereich von 600 bis 1500 g/mol, weiter bevorzugt aus Polytetrahydrofuranen mit einem mittleren Molekulargewicht Mn im Bereich von 750 bis 1250 g/mol, beispielsweise im Bereich von 900 bis 1100 g/mol.
Es wurde gefunden, dass insbesondere bei der Verwendung von Polyolen mit einem mittleren Molekulargewicht im Bereich von 900 bis 1100 g/mol Zusammensetzungen erhalten werden, die ein besonders vorteilhaftes Eigenschaftsprofil aufweisen. So weisen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zum einen einen niedrigen Schmelzpunkt auf, zum anderen gute
Tieftemperatureigenschaften.
Geeignete Polycarbonatdiole sind beispielsweise Polycarbonatdiole, die auf Alkandiolen basieren. Geeignete Polycarbonatdiole sind streng difunktionelle OH-funktionelle
Polycarbonatdiole, bevorzugt streng difunktionelle OH-funktionelle aliphatische
Polycarbonatdiole. Geeignete Polycarbonatdiole basieren beispielsweise auf 1 ,4-Butandiol, 1 ,5- Pentandiol oder 1 ,6-Hexandiol, insbesondere 1 ,4-Butandiol, 1 ,5-Pentandiol, 1 ,6-Hexandiol, 3- Methylpentan-(1 ,5)-diol oder Mischungen davon, besonders bevorzugt 1 ,4-Butandiol, 1 ,5- Pentandiol, 1 ,6-Hexandiol oder Mischungen davon. Bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Polycarbonatdiole basierend auf 1 ,4-Butandiol und 1 ,6-Hexandiol, Polycarbonatdiole basierend auf 1 ,5-Pentandiol und 1 ,6-Hexandiol, Polycarbonatdiole basierend auf 1 ,6-Hexandiol, und Mischungen aus zwei oder mehr dieser Polycarbonatdiole eingesetzt. Geeignete Polycarbonatdiole weisen beispielsweise ein mittleres Molekulargewicht Mn im Bereich von 800 bis 1200 g/mol auf.
Es wurde gefunden, dass bei der Verwendung von Polycarbonatdiolen Zusammensetzungen erhalten werden, die für solche Anwendungen geeignet sind, die eine gute
Hydrolysebeständingkeit und gute Alterungsbeständigkeit aufweisen. So weisen die
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, wenn Polycarbonatdiole als Polyole eingesetzt werden, neben den guten Tieftemperatureigenschaften auch eine hohe Hydrolysebeständigkeit und gute Alterungsbeständigkeit auf.
Die Polyolzusammensetzung kann jedoch im Rahmen der vorliegenden Erfindung neben dem Polyol (P1) einen oder mehrere Kettenverlängerer (KV1 ) und gegebenenfalls (KV2) sowie weitere gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen enthalten. Beispielsweise kann die
Polyolzusammensetzung weitere Polyole mit einem mittleren Molekulargewicht Mn im Bereich von 800 bis 1200 g/mol enthalten.
Erfindungsgemäß können auch Mischungen verschiedener Kettenverlängerer eingesetzt werden. Als Kettenverlängerungsmittel (KV1 ) und (KV2) können allgemein bekannte
aliphatische, araliphatische, aromatische und/oder cycloaliphatische Verbindungen mit einem Molekulargewicht, bevorzugt mittleren Molekulargewicht von 50 g/mol bis 499 g/mol, bevorzugt 2-funktionelle Verbindungen, eingesetzt werden. Bevorzugt sind beispielsweise Alkandiole mit 2 bis 10 C-Atomen im Alkylenrest, bevorzugt Butandiol-1 ,4, Hexandiol-1 ,6 und/oder Di-, Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta-, Okta-, Nona- und/oder Dekaalkylenglykole mit 3 bis
8 Kohlenstoffatomen, weiter bevorzugt unverzweigte Alkandiole, insbesondere Propan-1 ,3-diol, Butan-1 ,4-diol und Hexan-1 ,6-diol.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Kettenverlängerer (KV1) und/oder der Kettenverlängerer (KV2) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus 1 ,2-Ethandiol, 1 ,3- Propandiol, 1 ,4-Butandiol und 1 ,6-Hexandiol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, Hydrochnon-bis- 2-hydroxyethylether und bis-2(Hydroxy ethyl)terephthalat.
Der Kettenverlängerer (KV1 ) ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung weiter bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 1 ,2-Ethandiol, 1 ,3-Propandiol, 1 ,4-Butandiol und 1 ,6-Hexandiol. Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Kettenverlängerer (KV1) 1 ,4-Butandiol ist.
Erfindungsgemäß können auch weitere Kettenverlängerer in der Polyolzusammensetzung eingesetzt werden.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich, dass ein mehrwertiger Alkohol, beispielsweise
Propandiol und/oder ein weiteres Diol, eingesetzt wird, der zumindest teilweise aus
nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde. Dabei ist es möglich, dass der mehrwertige Alkohol teilweise oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde.
Erfindungsgemäß kann mindestens einer der eingesetzten mehrwertigen Alkohole zumindest teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden.
Sogenanntes Bio-1 ,3-Propandiol kann beispielsweise aus Mais und/oder Zucker gewonnen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Umwandlung von Glycerinabfällen aus der Biodiesel- Produktion. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der mehrwertige Alkohol 1 ,3-Propandiol, welcher zumindest teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan zu mindestens 30 % auf nachwachsenden Rohstoffen basiert. Eine geeignete
Bestimmungsmethode ist beispielsweise die C14 Methode.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind prinzipiell die üblicherweise eingesetzten organischen Isocyanate geeignet. Als organische Isocyanate können aliphatische,
cycloaliphatische, araliphatische und/oder aromatische Isocyanate eingesetzt werden, weiter bevorzugt Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta- und/oder Oktamethylendiisocyanat, 2-Methyl- pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, 2-Ethyl-butylen-diisocyanat-1 ,4, Pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, Butylen-diisocyanat-1 ,4, 1 -lsocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan
(Isophoron-diisocyanat, IPDI), 1 ,4- und/oder 1 ,3-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan (HXDI), 1 ,4- Cyclohexan-diisocyanat, 1-Methyl-2,4- und/oder -2, 6-cyclohexan-diisocyanat und/oder 4,4’-, 2,4 ’- und 2,2’-Dicyclohexylmethan-diisocyanat, 2,2‘-, 2,4‘- und/oder 4, 4‘- Diphenylmethandiisocyanat (MDI), 1 ,5-Naphthylendiisocyanat (NDI), 2,4- und/oder 2,6- Toluylendiisocyanat (TDI), 3,3‘-Dimethyl-diphenyl-diisocyanat, 1 ,2-Diphenylethandiisocyanat und/oder Phenylendiisocyanat. Besonders bevorzugt wird nur 4,4‘-MDI eingesetzt.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1 ) auf einem aromatischen Diisocyanat basiert.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1) auf einem aliphatischen Diisocyanat basiert.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan auf 4,4‘- Diphenylmethandiisocyanat basiert.
Weitere geeignete aliphatische Isocyanate sind beispielsweise Hexamethylendiisocyanat (HDI), oder 1-lsocyanato-4-[(4-isocyanatocyclohexyl) methyl]cyclohexan (H12MDI).
Besonders bevorzugte Isocyanate sind erfindungsgemäß Hexamethylendiisocyanat (HDI), 2,2‘-, 2,4‘- und/oder 4,4‘-Diphenylmethandiisocyanat (MDI) und 2,4- und/oder 2,6-Toluylendiisocyanat (TDI), oder 1-lsocyanato-4-[(4-isocyanatocyclohexyl) methyl]cyclohexan (H12MDI), wobei 2,2‘-, 2,4‘- und/oder 4, 4‘-Diphenylmethandiisocyanat (MDI) besonders bevorzugt ist, insbesondere 4,4‘-Diphenylmethandiisocyanat.
Neben der Isocyanatzusammensetzung und der Polyolzusammensetzung können zur
Herstellung des thermoplastischen Polyurethans (TPU1) weitere Komponenten eingesetzt werden, beispielsweise geeignete Katalysatoren oder Hilfsmittel.
Katalysatoren, die insbesondere die Reaktion zwischen den NCO-Gruppen der Diisocyanate und den Hydroxylgruppen der gegenüber Isocyanaten reaktiven Verbindung und dem
Kettenverlängerungsmittel beschleunigen, sind in einer bevorzugten Ausführungsform tertiäre Amine, insbesondere Triethylamin, Dimethylcyclohexylamin, N-Methylmorpholin, N,N ’-Dimethylpiperazin, 2-(Dimethylaminoethoxy)-ethanol, Diazabicyclo-(2,2,2)-octan, in einer anderen bevorzugten Ausführungsform sind dies organische Metallverbindungen, wie
Titansäureester, Eisenverbindungen, bevorzugt Eisen-(lll)-acetylacetonat, Zinnverbindungen, bevorzugt Zinndiacetat, Zinndioctoat, Zinndilaurat oder die Zinndialkylsalze aliphatischer Carbonsäuren, bevorzugt Dibutylzinndiacetat, Dibutylzinndilaurat oder Bismutsalzen, in denen Bismut bevorzugt in den Oxidationsstufen 2 oder 3 vorliegt, insbesondere 3. Bevorzugt sind Salze von Carbonsäuren. Als Carbonsäuren werden bevorzugt Carbonsäuren mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen verwendet. Beispiele für geeignete Bismutsalze sind Bismut(lll)-neodecanoat, Bismut-2-ethylhexanoat und Bismut- octanoat.
Die Katalysatoren werden bevorzugt in Mengen von 0,0001 bis 0,1 Gew.-Teilen pro 100 Gew.- Teile der mit Isocyanaten reaktiven Verbindung eingesetzt. Bevorzugt werden
Zinnkatalysatoren eingesetzt, insbesondere Zinndioktoat.
Neben Katalysatoren können auch übliche Hilfsstoffe hinzugefügt werden. Genannt seien beispielsweise oberflächenaktive Substanzen, Füllstoffe, weitere Flammschutzmittel,
Keimbildungsmittel, Oxidationsstabilisatoren, Gleit- und Entformungshilfen, Farbstoffe und Pigmente, gegebenenfalls Stabilisatoren, z.B. gegen Hydrolyse, Licht, Hitze oder Verfärbung, anorganische und/oder organische Füllstoffe, Verstärkungsmittel und Weichmacher. Geeignete Hilfs- und Zusatzstoffe können beispielsweise dem Kunststoffhandbuch, Band VII,
herausgegeben von Vieweg und Höchtlen, Carl Hanser Verlag, München 1966 (S. 103-113) entnommen werden.
Geeignete Herstellungsverfahren für thermoplastische Polyurethane werden beispielsweise offenbart in EP 0 922 552 A1 , DE 101 03 424 A1 oder WO 2006/072461 A1. Die Herstellung erfolgt üblicherweise auf einer Bandanlage oder einem Reaktionsextruder, kann aber auch im Labormaßstab, beispielsweise im Handgussverfahren, erfolgen. In Abhängigkeit der stofflichen Eigenschaften der Komponenten werden diese alle unmittelbar miteinander vermischt oder es werden einzelne Komponenten vorvermischt und/oder vorreagiert, z.B. zu Präpolymeren, und dann erst zur Polyaddition gebracht. In einer weiteren Ausführungsform wird zunächst ein thermoplastisches Polyurethan aus den Aufbaukomponenten, ggf. mit Katalysator hergestellt, in das ggf. noch Hilfsstoffe eingearbeitet sein können. In dieses Material wird dann wenigstens ein Füllstoff eingebracht und homogen verteilt. Das homogene Verteilen erfolgt vorzugsweise in einem Extruder, bevorzugt in einem Zweiwellenextruder. Erfindungsgemäß ist es bevorzugt,
den Füllstoff portionsweise zuzusetzen, beispielsweise einen Teil am Einzug des Extruders und einen weiteren Teil an einer zweiten Dosierstelle, beispielsweise einem Seitenstopfer. Zur Einstellung von Härte der TPU können die eingesetzten Mengen der Aufbaukomponenten in relativ breiten molaren Verhältnissen variiert werden, wobei die Härte üblicherweise mit zunehmendem Gehalt an Kettenverlängerungsmittel ansteigt.
Erfindungsgemäß kann das Mischungsverhältnis der zur Herstellung des thermoplastischen Polyurethans eingesetzten Komponenten in weiten Bereichen variieren. Beispielsweise können die Kettenverlängerer und das eingesetzte Polyol in einem molaren Mischungsverhältnis im Bereich von 20:1 bis 1 :1 eingesetzt werden, bevorzugt im Bereich von 18:1 bis 2:1 , weiter bevorzugt im Bereich von 17:1 bis 3:1 , besonders bevorzugt im Bereich von 15:1 bis 4:1.
Sofern Mischungen verschiedener Kettenverlängerer eingesetzt werden, kann das
Mischungsverhältnis der eingesetzten Kettenverlängerer in weiten Bereichen variieren.
Beispielsweise können die Kettenverlängerer in einem molaren Mischungsverhältnis KV1 :KV2 im Bereich von 20:1 bis 3:1 eingesetzt werden, bevorzugt im Bereich von 15:1 bis 4:1 , weiter bevorzugt im Bereich von 17:1 bis 3:1 , besonders bevorzugt im Bereich von 15:1 bis 4:1.
Das erfindungsgemäß eingesetzte thermoplastische Polyurethan hat vorzugsweise eine Härte im Bereich von 70A bis 90D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 (Shore- Härteprüfung A (3s)) auf, bevorzugt im Bereich von 80A bis 95A, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 , weiter bevorzugt im Bereich von 80A bis 90A, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 , besonders bevorzugt im Bereich von 85A bis 90A, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1 ) eine Shore Härte im Bereich von 70A bis 90D, bestimmt gemäß DIN 53505, aufweist.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen thermoplastischen Polyurethane werden die
Aufbaukomponenten bevorzugt in Gegenwart von Katalysatoren und gegebenenfalls
Hilfsmitteln und/oder Zusatzstoffen in solchen Mengen zur Reaktion gebracht, dass das Äquivalenzverhältnis von NCO-Gruppen der Diisocyanate zur Summe der Hydroxylgruppen der weiteren Aufbaukomponenten 0,9 bis 1 ,1 : 1 , vorzugsweise 0,95 bis 1 ,05 : 1 und insbesondere ungefähr 0,95 bis 1 ,00 : 1 beträgt.
Vorzugsweise werden erfindungsgemäß thermoplastische Polyurethane eingesetzt, bei denen das thermoplastische Polyurethan ein mittleres Molekulargewicht (Mw) im Bereich von 50000 bis 500000 Da aufweist. Die Obergrenze für das mittlere Molekulargewicht (Mw) der thermoplastischen Polyurethane wird in aller Regel durch die Verarbeitbarkeit, wie auch das gewünschte Eigenschaftsspektrum bestimmt. Weiter bevorzugt weist das thermoplastische Polyurethan ein mittleres Molekulargewicht (M ) im Bereich von 50000 bis 250000 Da auf, insbesondere bevorzugt im Bereich von 50000 bis 150000 Da.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich, dass die Zusammensetzung zwei oder mehr thermoplastische Polyurethane enthält, die sich beispielsweise in ihrem mittleren
Molekulargewicht oder in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden. Beispielsweise kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung ein erstes thermoplastisches Polyurethan TPU- 1 , und ein zweites thermoplastisches Polyurethan TPU-2 enthalten, beispielsweise ein thermoplastisches Polyurethan TPU-1 , das auf einem aliphatischen Diisocyanat basiert, und ein weiteres TPU-2, das auf einem aromatischen Diisocyanat basiert.
Dabei wird zur Herstellung des TPU-1 ein aliphatisches Isocyanat, zur Herstellung von TPU-2 ein aromatisches Isocyanat eingesetzt.
Als organische Isocyanate für die Herstellung des TPU-1 werden bevorzugt aliphatische oder cycloaliphatische Isocyanate eingesetzt, weiter bevorzugt Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta- und/oder Oktamethylendiisocyanat, 2-Methyl-pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, 2-Ethyl-butylen- diisocyanat-1 ,4, Pentamethylen-diisocyanat-1 ,5, Butylen-diisocyanat-1 ,4, 1-lsocyanato-3,3,5- trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan (Isophoron-diisocyanat, IPDI), 1 ,4- und/oder 1 ,3- Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan (HXDI), 1 ,4-Cyclohexan-diisocyanat, 1-Methyl-2,4- und/oder -2,6-cyclohexan-diisocyanat und/oder 4,4’-, 2,4’- und 2,2’-Dicyclohexylmethan-diisocyanat.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-1 auf mindestens einem aliphatischen Diisocyanat ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Hexamethylendiisocyanat und Di(isocyanatocyclohexyl)methan basiert.
Als organische Isocyanate (a) für die Herstellung des TPU-2 werden bevorzugt araliphatische und/oder aromatische Isocyanate eingesetzt, weiter bevorzugt 2,2‘-, 2,4‘- und/oder 4, 4‘- Diphenylmethandiisocyanat (MDI), 1 ,5-Naphthylendiisocyanat (NDI), 2,4- und/oder 2,6- Toluylendiisocyanat (TDI), 3,3‘-Dimethyl-diphenyl-diisocyanat, 1 ,2-Diphenylethandiisocyanat und/oder Phenylendiisocyanat. Besonders bevorzugt wird 4,4'-MDI eingesetzt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-2 auf Diphenylmethandiisocyanat (MDI) basiert.
Als gegenüber Isocyanaten reaktive Verbindungen wird bevorzugt für TPU-1 und TPU-2 ein Polycarbonatdiol oder ein Polytetrahydrofuranpolyol eingesetzt. Geeignete
Polytetrahydrofuranpolyole weisen beispielsweise ein Molekulargewicht im Bereich von 500 bis 5000, bevorzugt 500 bis 2000, besonders bevorzugt 800 bis 1200 auf.
Erfindungsgemäß wird zur Herstellung des TPU-1 und des TPU-2 bevorzugt mindestens ein Polycarbonatdiol eingesetzt, bevorzugt ein aliphatisches Polycarbonatdiol. Geeignete
Polycarbonatdiole sind beispielsweise Polycarbonatdiole, die auf Alkandiolen basieren.
Geeignete Polycarbonatdiole sind streng difunktionelle OH-funktionelle Polycarbonatdiole, bevorzugt streng difunktionelle OH-funktionelle aliphatische Polycarbonatdiole. Geeignete Polycarbonatdiole basieren beispielsweise auf Butandiol, Pentandiol oder Hexandiol, insbesondere 1 ,4-Butandiol, 1 ,5-Pentandiol, 1 ,6-Hexandiol, 3-Methylpentan-(1 ,5)-diol oder Mischungen davon, besonders bevorzugt 1 ,4-Butandiol, 1 ,5-Pentandiol, 1 ,6-Hexandiol oder Mischungen davon. Bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung
Polycarbonatdiole basierend auf Butandiol und Hexandiol, Polycarbonatdiole basierend auf Pentandiol und Hexandiol, Polycarbonatdiole basierend auf Hexandiol, und Mischungen aus zwei oder mehr dieser Polycarbonatdiole eingesetzt.
Vorzugsweise weisen die zur Herstellung des TPU-1 und des TPU-2 eingesetzten
Polycarbonatdiole ein zahlenmittleres Molekulargewicht Mn im Bereich von 500 bis 4000, bestimmt über GPC, bevorzugt im Bereich von 650 bis 3500, bestimmt über GPC, besonders bevorzugt im Bereich von 800 bis 3000, bestimmt über GPC auf.
Als Kettenverlängerungsmittel können zur Herstellung des TPU-1 und des TPU-2 bevorzugt aliphatische, araliphatische, aromatische und/oder cycloaliphatische Verbindungen mit einem Molekulargewicht von 0,05 kg/mol bis 0,499 kg/mol, bevorzugt 2-funktionelle Verbindungen, eingesetzt werden, beispielsweise Diamine und/oder Alkandiole mit 2 bis 10 C-Atomen im Alkylenrest, Di-, Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa-, Hepta-, Okta-, Nona- und/oder Dekaalkylenglykole mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen insbesondere 1 ,2-Ethylenglykol, 1 ,3-Propandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,6-Hexandiol, bevorzugt entsprechende Oligo- und/oder Polypropylenglykole, wobei auch Mischungen der Kettenverlängerer eingesetzt werden können. Bevorzugt haben die
Verbindungen (c) nur primäre Hydroxylgruppen, ganz besonders bevorzugt werden Mischungen von 1 ,4-Butandiol mit einem weiteren Kettenverlängerer ausgewählt aus den zuvor genannten Verbindungen eingesetzt, beispielsweise Mischungen enthaltend 1 ,4-Butandiol und einen zweiten Kettenverlängerer in einem molaren Verhältnis im Bereich von 100:1 bis 1 :1 , bevorzugt in einem Bereich von 95:1 bis 5:1 , besonders bevorzugt in einem Bereich von 90:1 bis 10:1.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei zur Herstellung des thermoplastischen Polyurethans als Kettenverlängerer eine Mischung von 1 ,4-Butandiol und einem weiteren Kettenverlängerer eingesetzt wird.
Erfindungsgemäß weist das TPU-1 vorzugsweise eine Härte im Bereich von 85A bis 70D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 auf, bevorzugt im Bereich von 95A bis 70D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 , weiter bevorzugt im Bereich von 55D bis 65D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619- 1 .
Erfindungsgemäß weist das TPU-2 vorzugsweise eine Härte im Bereich von 70A bis 70D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 auf, weiter bevorzugt im Bereich von 80A bis 60D, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1 , besonders bevorzugt im Bereich von 80A bis 90A, bestimmt gemäß DIN ISO 7619-1.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-1 eine Shore Härte im Bereich von 85A bis 65D, bestimmt gemäße DIN ISO 7619-1 , aufweist. Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-2 eine Shore Härte im Bereich von 70A bis 65D, bestimmt gemäße DIN ISO 7619-1 , aufweist.
Vorzugsweise weist das TPU-1 ein Molekulargewicht von größer als 100.000 Da auf, das TPU- 2 vorzugsweise ein Molekulargewicht im Bereich von 150.000 bis 300.000 Da. Die Obergrenze für das zahlenmittlere Molekulargewicht der thermoplastischen Polyurethane wird in aller Regel durch die Verarbeitbarkeit wie auch das gewünschte Eigenschaftsspektrum bestimmt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-1 ein Molekulargewicht im Bereich von 100.000 Da bis 400.000 Da aufweist. Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung daher eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das thermoplastische Polyurethan TPU-2 ein Molekulargewicht im Bereich von 150.000 bis 300.000 Da aufweist.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält beispielsweise das mindestens eine thermoplastische Polyurethan TPU-1 und das mindestens eine thermoplastische Polyurethan TPU-2 in Summe in einer Menge im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, insbesondere im Bereich von 20 Gew.-% bis 80 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, bevorzugt im Bereich von 25 Gew.-% bis 75 Gew.-%, weiter bevorzugt im Bereich von 30 Gew.-% bis 70 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II).
Die Herstellung des thermoplastischen Polyurethans kann nach den bekannten Verfahren diskontinuierlich oder kontinuierlich, beispielsweise mit Reaktionsextrudern oder dem
Bandverfahren nach one-shot oder dem Prepolymerverfahren, bevorzugt nach dem one-shot- Verfahren erfolgen. Bei diesen Verfahren können die zur Reaktion kommenden Komponenten nacheinander oder gleichzeitig miteinander vermischt werden, wobei die Reaktion unmittelbar einsetzt. Beim Extruderverfahren werden die Aufbaukomponenten einzeln oder als Gemisch in den Extruder eingeführt, z. B. bevorzugt bei Temperaturen von 100 °C bis 280 °C, weiter bevorzugt bei 140 °C bis 250 °C zur Reaktion gebracht, das erhaltene Polyurethan wird dann extrudiert, abgekühlt und granuliert.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält das mindestens eine thermoplastische Polyurethan (TPU1 ) in einer Menge im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, insbesondere im Bereich von 20 Gew.-% 80 Gew.-%, bezogen
auf die gesamte Zusammensetzung, bevorzugt im Bereich von 25 Gew.-% bis 75 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II).
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Anteil des thermoplastischen
Polyurethans (TPU-1) in der Zusammensetzung im Bereich von 5 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II), liegt.
Dabei ergibt die Summe der Komponenten (I) und (II) jeweils 100 Gew.-%.
Weiterhin enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung (Z-1 ) mindestens ein Copolyamoid (PA-1 ). Der Anteil des Copolyamids (PA-1) in der Zusammensetzung kann in weiten Bereichen variieren und liegt beispielsweise im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, insbesondere im Bereich von 20 Gew.-% 80 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, bevorzugt im Bereich von 25 Gew.-% bis 75 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II).
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Anteil des Copolyamids (PA-1 ) in der Zusammensetzung im Bereich von 5 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die Summe der
Komponenten (I) und (II), liegt.
Unter„mindestens ein Copolyamid" wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl genau ein Copolyamid als auch eine Mischung aus zwei oder mehreren Copolyamiden verstanden.
Das Copolyamid (PA-1 ) ist erfindungsgemäß erhältlich durch Polymerisation der Komponenten (A) mindestens eines Lactams, und (B) eines Monomergemischs (M), das die Komponenten (B1 ) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und (B2) mindestens ein C4-C12-Diamin enthält.
Das Verhältnis der eingesetzten Komponenten (A) und (B) kann erfindungsgemäß in weiten Bereichen variieren. Geeignete Copolyamide werden beispielsweise beschrieben in der WO 2018/050487 A1. Vorzugsweise ist das Copolyamid (PA-1) erhältlich durch Polymerisation der Komponenten
(A) 15 bis 84 Gew.-% mindestens eines Lactams,
(B) 16 bis 85 Gew.-% eines Monomergemischs (M), das die Komponenten
(B1 ) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und
(B2) mindestens ein C4-C12-Diamin
enthält, wobei die Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B) jeweils bezogen sind auf die Summe der Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B).
Die Begriffe„Komponente (A)" und„mindestens ein Lactam" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung synonym gebraucht und besitzen daher die gleiche Bedeutung.
Entsprechendes gilt für die Begriffe„Komponente (B)" und„ein Monomergemisch (M)". Diese Begriffe werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls synonym gebraucht und besitzen daher die gleiche Bedeutung.
„Mindestens ein Lactam" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl genau ein Lactam als auch eine Mischung aus zwei oder mehreren Lactamen. Bevorzugt ist genau ein Lactam.
Erfindungsgemäß wird das mindestens eine Copolyamid vorzugsweise hergestellt durch Polymerisation von 15 bis 84 Gew.-% der Komponente (A) und 16 bis 85 Gew.-% der
Komponente (B), bevorzugt wird das Copolyamid hergestellt durch Polymerisation von 40 bis 83 Gew.-% der Komponente (A) und von 17 bis 60 Gew.-% der Komponente (B), insbesondere bevorzugt ist das mindestens eine Copolyamid hergestellt durch Polymerisation von 60 bis 80 Gew.-% der Komponente (A) und 20 bis 40 Gew.-% der Komponente (B), wobei die
Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B) jeweils bezogen sind auf die Summe der Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B).
Bevorzugt ergibt die Summe der Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B) 100 Gew.-%.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung beziehen sich die Gewichtsprozente der Komponenten
(A) und (B) auf die Gewichtsprozente der Komponenten (A) und (B) vor der Polymerisation, also wenn die Komponenten (A) und (B) noch nicht miteinander reagiert haben. Während der Polymerisation kann sich das Gewichtsverhältnis der Komponenten (A) und (B) gegebenenfalls ändern.
Erfindungsgemäß wird das Copolyamid hergestellt durch Polymerisation der Komponenten (A) und (B). Die Polymerisation der Komponenten (A) und (B) ist dem Fachmann an sich bekannt. Üblicherweise ist die Polymerisation der Komponenten (A) mit (B) eine Kondensationsreaktion. Während der Kondensationsreaktion reagiert die Komponente (A) mit den in der Komponente
(B) enthaltenen Komponenten (B1) und (B2) sowie gegebenenfalls der weiter unten
beschriebenen Komponente (B3), die ebenfalls in der Komponente (B) enthalten sein kann. Dabei bilden sich Amidbindungen zwischen den einzelnen Komponenten aus. Üblicherweise liegt die Komponente (A) während der Polymerisation zumindest teilweise offenkettig, also als Aminosäure vor.
Die Polymerisation der Komponenten (A) und (B) kann in Gegenwart eines Katalysators stattfinden. Als Katalysator eignen sich alle dem Fachmann bekannten Katalysatoren, die die Polymerisation der Komponenten (A) und (B) katalysieren. Derartige Katalysatoren sind dem Fachmann bekannt. Bevorzugte Katalysatoren sind Phosphorverbindungen wie beispielsweise Natriumhypophosphit, phosphorige Säure, Triphenylphosphin oder Triphenylphosphit.
Bei der Polymersiation der Komponenten (A) und (B) bildet sich das Copolyamid, das daher Baueinheiten erhält, die von der Komponente (A) abgeleitet sind, und Baueinheiten, die von der Komponente (B) abgeleitet sind. Baueinheiten, die von der Komponente (B) abgeleitet sind, enthalten Baueinheiten, die von den Komponenten (B1 ) und (B2) sowie gegebenenfalls von der Komponente (B3) abgeleitet sind.
Bei der Polymerisation der Komponenten (A) und (B) bildet sich das Copolyamid als
Copolymer. Das Copolymer kann ein statistisches Copolymer sein, ebenso ist es möglich, dass es sich um ein Blockcopolymer handelt.
In einem Blockcopolymer bilden sich Blöcke von Einheiten, die von der Komponente (B) abgeleitet sind und Blöcke von Einheiten, die von der Komponente (A) abgeleitet sind. Diese wechseln sich ab. Bei einem statistischen Copolymer wechseln sich Baueinheiten, die von der Komponente (A) abgeleitet sind, mit Baueinheiten, die von der Komponente (B) abgeleitet sind, ab. Diese Abwechslung erfolgt statistisch, beispielsweise kann auf zwei von der Komponente (B) abgeleitete Baueinheiten, eine Baueinheit, die von der Komponente (A) abgeleitet ist, folgen, auf die wiederum eine von der Komponente (B) abgeleitete Baueinheit folgt, auf die dann eine Baueinheit folgt, die drei von der Komponente (A) abgeleitete Baueinheiten enthält.
Bevorzugt ist das mindestens eine Copolyamid (PA-1 ) ein statistisches Copolymer.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher auch ein Polymerfilm, bei dem das mindestens eine Copolyamid ein statistisches Copolymer ist.
Die Fierstellung des mindestens einen Copolyamids umfasst bevorzugt die folgenden Schritte: a) Polymerisation der Komponenten (A) und (B) unter Erhalt mindestens eines ersten
Copolyamids, b) Granulieren des in Schritt a) erhaltenen mindestens einen ersten Copolyamids unter Erhalt mindestens eines granulierten Copolyamids, c) Extraktion des in Schritt b) erhaltenen mindestens einen granulierten Copolyamids mit Wasser unter Erhalt mindestens eines extrahierten Copolyamids, d) Trocknen des in Schritt c) erhaltenen mindestens einen extrahierten Copolyamids bei einer Temperatur (Tr) unter Erhalt des mindestens einen Copolyamids.
Geeignete Reaktionsbedingungen sind beispielsweise beschrieben in WO 2018/050487 A1.
Die Polymerisation in Schritt a) kann in allen dem Fachmann bekannten Reaktoren stattfinden. Bevorzugt sind Rührkesselreaktoren. Es können zusätzlich dem Fachmann bekannte Hilfsmittel zur Verbesserung der Reaktionsführung wie beispielsweise Entschäumer wie
Polydimethylsiloxan (PDMS) eingesetzt werden.
In Schritt b) kann das in Schritt a) erhaltene mindestens eine erste Copolyamid nach allen dem Fachmann bekannten Methoden granuliert werden, beispielsweise mittels Stranggranulierung oder Unterwassergranulierung.
Die Extraktion in Schritt c) kann nach allen dem Fachmann bekannten Methoden erfolgen.
Während der Extraktion in Schritt c) werden üblicherweise während der Polymerisation der Komponenten (A) und (B) in Schritt a) gebildete Nebenprodukte aus dem mindestens einen granulierten Copolyamid extrahiert.
In Schritt d) wird das in Schritt c) erhaltene mindestens eine extrahierte Copolyamid getrocknet. Verfahren zum Trocknen sind dem Fachmann bekannt. Erfindungsgemäß wird das mindestens eine extrahierte Copolyamid bei einer Temperatur (Tr) getrocknet. Die Temperatur (Tr) liegt vorzugsweise oberhalb der Glasübergangstemperatur (TGc)) des mindestens einen
Copolyamids und unterhalb der Schmelztemperatur (TMc)) des mindestens einen Copolyamids.
Die Trocknung in Schritt d) erfolgt üblicherweise für einen Zeitraum im Bereich von 1 bis 100 Stunden, bevorzugt im Bereich von 2 bis 50 Stunden und insbesondere bevorzugt im Bereich von 3 bis 40 Stunden.
Das mindestens eine Copolyamid weist üblicherweise eine Glasübergangstemperatur (TGc)) auf. Die Glasübergangstemperatur (TGc) liegt beispielsweise im Bereich von 20 bis 50 °C, bevorzugt im Bereich von 23 bis 47 °C und insbesondere bevorzugt im Bereich von 25 bis 45°C, bestimmt gemäß ISO 1 1357-2: 2014.
Die Komponente (A) ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung mindestens ein Lactam.
Lactame sind dem Fachmann als solche bekannt. Erfindungsgemäß bevorzugt sind Lactame mit 4 bis 12 Kohlenstoffatomen.
Unter Lactamen werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung zyklische Amide verstanden, die im Ring vorzugsweise 4 bis 12, besonders bevorzugt 5 bis 8 Kohlenstoffatome aufweisen. Geeignete Lactame sind beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 3- Aminopropansäurelactam (Propio-3-lactam; ß-Lactam; ß-Propiolactam), 4-
Aminobutansäurelactam (Butyro-4-lactam; g-Lactam; y-Butyrolactam), 5- Aminopentansäurelactam (2-Piperidinon; d-Lactam; d-Valerolactam), 6- Aminohexansäurelactam (Hexano-6-lactam: e-Lactam; e-Caprolactam), 7- Aminoheptansäurelactam (Heptano-7-lactam; z-Lactam; z-Heptanolactam), 8- Aminooktansäurelactam (Oktano-8-lactam; h-Lactam; h-Oktanolactam), 9- Aminononansäurelactam (Nonano-9-lactam; Q-Lactam; Q-Nonanolactam), 10- Aminodekansäurelactam (Dekano-10-lactam; w-Dekanolactam), 11-Aminoundekansäurelactam (Undekano-1 1 -lactam; w-Undekanolactam) und 12-Aminododekansäurelactam (Dodekano-12- lactam; w-Dodekanolactam).
Die Lactame können erfindungsgemäß unsubstituiert oder zumindest monosubstituiert sein. Für den Fall, dass zumindest monosubstituierte Lactame eingesetzt werden, können diese am Stickstoffatom und/oder an den Kohlen Stoffatomen des Rings einen, zwei oder mehrere Substituenten tragen, die unabhängig voneinander ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus C5- bis C10-Alkyl, C5- bis C6-Cycloalkyl und C5- bis C10-Aryl.
Als C5 bis C10-Alkylsubstituenten sind beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sec.-Butyl und tert.-Butyl geeignet. Ein geeigneter C5- bis C6-Cycloalkylsubstituent ist beispielsweise Cyclohexyl. Bevorzugte C5- bis C10-Arylsubstituenten sind Phenyl und
Anthranyl.
Bevorzugt werden unsubstituierte Lactame eingesetzt, wobei g-Lactam (g-Butyrolactam), d- Lactam (d-Valerolactam) und e-Lactam (e-Caprolactam) bevorzugt sind. Besonders bevorzugt sind d-Lactam (d-Valerolactam) und e-Lactam (e-Caprolactam), wobei e-Caprolactam
insbesondere bevorzugt ist.
Erfindungsgemäß ist die Komponente (B) ein Monomergemisch (M). Das Monomergemisch (M) enthält die Komponenten (B1 ), mindestens eine C32-C40-Dimersäure und (B2) mindestens ein C4-C12-Diamin.
Unter einem Monomergemisch (M) wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine Mischung aus zwei oder mehreren Monomeren verstanden, wobei zumindest die Komponenten (B1 ) und (B2) in dem Monomergemisch (M) enthalten sind.
Die Begriffe„Komponente (B1 )" und„mindestens eine C32-C40-Dimersäure" werden im
Rahmen der vorliegenden Erfindung synonym gebraucht und besitzen daher die gleiche Bedeutung. Entsprechendes gilt für die Begriffe„Komponente (B2)" und„mindestens ein C4- C12-Diamin".
Diese Begriffe werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung ebenfalls synonym gebraucht und besitzen daher die gleiche Bedeutung.
Das Monomergemisch (M) enthält beispielsweise im Bereich von 45 bis 55 mol-% der
Komponente (B1 ) und im Bereich von 45 bis 55 mol-% der Komponente (B2) jeweils bezogen auf die Summe der Molprozente der Komponenten (B1 ) und (B2), bevorzugt bezogen auf die Gesamtstoffmenge der Komponente (B).
Bevorzugt enthält die Komponente (B) im Bereich von 47 bis 53 mol-% der Komponente (B1) und im Bereich von 47 bis 53 mol-% der Komponente (B2) jeweils bezogen auf die Summe der Molprozente der Komponenten (B1 ) und (B2), bevorzugt bezogen auf die Gesamtstoffmenge der Komponente (B).
Besonders bevorzugt enthält die Komponente (B) im Bereich von 49 bis 51 mol-% der
Komponente (B1 ) und im Bereich von 49 bis 51 mol-% der Komponente (B2), jeweils bezogen auf die Summe der Molprozente der Komponenten (B1 ) und (B2), bevorzugt bezogen auf die Gesamtstoffmenge der Komponente (B).
Die Summe der Molprozente der in der Komponente (B) enthaltenen Komponenten (B1) und (B2) ergibt üblicherweise 100 mol-%.
Die Komponente (B) kann außerdem zusätzlich eine Komponente (B3), mindestens eine C4- C20-Disäure, enthalten. Die Begriffe„Komponente (B3)" und„mindestens eine C4-C20- Disäure" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung synonym gebraucht und besitzen daher die gleiche Bedeutung.
Wenn die Komponente (B) zusätzlich die Komponente (B3) enthält, so ist es bevorzugt, dass die Komponente (B) im Bereich von 25 bis 54,9 mol-% der Komponente (B1), im Bereich von 45 bis 55 mol-% der Komponente (B2) und im Bereich von 0,1 bis 25 mol-% der Komponente (B3) enthält, jeweils bezogen auf die Gesamtstoffmenge der Komponente (B).
Besonders bevorzugt enthält die Komponente (B) dann im Bereich von 13 bis 52,9 mol-% der Komponente (B1 ), im Bereich von 47 bis 53 mol-% der Komponente (B2) und im Bereich von 0,1 bis 13 mol-% der Komponente (B3), jeweils bezogen auf die Gesamtstoffmenge der Komponente (B).
Weiter bevorzugt enthält die Komponente (B) dann im Bereich von 7 bis 50,9 mol-% der Komponente (B1 ), im Bereich von 49 bis 51 mol-% der Komponente (B2) und im Bereich von 0,1 bis 7 mol-% der Komponente (B3), jeweils bezogen auf die Gesamtstoffmenge der
Komponente (B).
Wenn die Komponente (B) zusätzlich die Komponente (B3) enthält, addieren sich die
Molprozente der Komponenten (B1 ), (B2) und (B3) üblicherweise zu 100 Molprozent.
Das Monomergemisch (M) kann darüber hinaus Wasser enthalten.
Die Komponenten (B1 ) und (B2) sowie gegebenenfalls (B3) der Komponente (B) können miteinander reagieren unter Erhalt von Amiden. Diese Reaktion ist dem Fachmann als solche bekannt. Daher kann die Komponente (B) die Komponenten (B1) und (B2) sowie
gegebenenfalls (B3) in vollständig reagierter Form, in teilweise reagierter Form oder in nicht reagierter Form enthalten. Bevorzugt enthält die Komponente (B) die Komponenten (B1) und (B2) sowie gegebenenfalls (B3) in nicht reagierter Form.
„In nicht reagierter Form" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung, also dass die Komponente (B1 ) als die mindestens eine C32-C40-Dimersäure vorliegt und die Komponente (B2) als das mindestens eine C4-C12-Diamin sowie gegebenenfalls die Komponente (B3) als die mindestens eine C4-C20-Disäure.
Flaben die Komponenten (B1) und (B2) sowie gegebenenfalls (B3) zumindest teilweise miteinander reagiert, so liegen die Komponenten (B1) und (B2) sowie gegebenenfalls (B3) zumindest teilweise als Amid vor.
Die Komponente (B1) ist erfindungsgemäß mindestens eine C32-C40-Dimersäure.„Mindestens eine C32-C40-Dimersäure" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl genau eine C32-C40-Dimersäure als auch eine Mischung aus zwei oder mehreren C32-C40-Dimersäuren.
Dimersäuren werden auch als Dimerfettsäuren bezeichnet. C32-C40-Dimersäuren sind dem Fachmann als solche bekannt und werden üblicherweise hergestellt durch Dimerisierung ungesättigter Fettsäuren. Diese Dimerisierung kann beispielsweise durch Tonerden katalysiert werden. Geeignete ungesättigte Fettsäuren zur Fierstellung der mindestens einen C32-C40- Dimersäure sind dem Fachmann bekannt und beispielsweise ungesättigte C16-Fettsäuren, ungesättigte C16-Fettsäuren und ungesättigte C20-Fettsäuren.
Bevorzugt wird die Komponente (B1) daher hergestellt, ausgehend von ungesättigten
Fettsäuren, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus ungesättigten C16-Fettsäuren, ungesättigten C18-Fettsäuren und ungesättigten C20- Fettsäuren, wobei die ungesättigten C18- Fettsäuren besonders bevorzugt sind. Eine geeignete ungesättigte C16-Fettsäure ist beispielsweise Palmitoleinsäure ((9Z)-Flexadeca-9-ensäure).
Geeignete ungesättigte C18-Fettsäuren sind beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Petroselinsäure ((6Z)-Octadeca-6-ensäure), Ölsäure ((9Z)-Octadeca-9- ensäure), Elaidinsäure ((9E)-Octadeca-9-ensäure), Vaccensäure ((1 1 E)-Octadeca-1 1 - ensäure), Linolsäure ((9Z,12Z)-Octadeca-9,12-diensäure), Alpha-Linolensäure ((9Z, 12Z, 15Z)- Octadeca-9, 12,15-triensäure), Gamma-Linolensäure ((6Z,9Z, 12Z)-Octadeca-6,9,12- triensäure), Calendulasäure ((8E,10E,12Z)-Octadeca-8,10,12-triensäure), Punicinsäure ((9Z, 1 1 E, 13Z)-Octadeca-9, 1 1 , 13-triensäure),
Alpha-Elaeostearinsäure ((9Z,1 1 E,13E)-Octadeca-9,1 1 ,13-triensäure) und Beta- Elaeostearinsäure ((9E,1 1 E,13E)-Octadeca-9, 1 1 ,13-triensäure). Besonders bevorzugt sind ungesättigte Cis-Fettsäuren ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Petroselinsäure ((6Z)- Octadeca-6-ensäure), Ölsäure ((9Z)-Octadeca-9-ensäure), Elaidinsäure ((9E)-Octadeca-9- ensäure), Vaccensäure ((1 1 E)-Octadeca-1 1 -ensäure), Linolsäure ((9Z,12Z)-Octadeca-9, 12- diensäure).
Geeignete ungesättigte C20-Fettsäuren sind beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Gadoleinsäure ((9Z)- Eicosa-9-ensäure), Icosensäure ((1 1 Z)-Eicosa-1 1 - ensäure), Arachidonsäure ((5Z,8Z,1 1Z,14Z)-Eicosa-5,8,1 1 ,14-tetraensäure) und
Timnodonsäure ((5Z,8Z,1 1Z,14Z,17Z)-Eicosa-5,8,1 1 ,14,17-pentaensäure).
Die Komponente (B1) ist insbesondere bevorzugt mindestens eine C36-Dimersäure.
Die mindestens eine C36-Dimersäure wird bevorzugt hergestellt ausgehend von ungesättigten Cis-Fettsäuren. Besonders bevorzugt wird die C36-Dimersäure hergestellt ausgehend von Cis- Fettsäuren, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Petroselinsäure ((6Z)-Octadeca-6- ensäure), Ölsäure ((9Z)-Octadeca-9-ensäure), Elaidinsäure ((9E)-Octadeca-9-ensäure),
Vaccensäure ((1 1 E)-Octadeca-1 1 -ensäure) und Linolsäure ((9Z,12Z)-Octadeca-9,12- diensäure).
Bei der Herstellung der Komponente (B1 ) aus ungesättigten Fettsäuren können sich zudem Trimersäuren bilden, außerdem können Reste an nicht reagierter ungesättigter Fettsäure übrig bleiben.
Die Bildung von Trimersäuren ist dem Fachmann bekannt.
Erfindungsgemäß bevorzugt enthält die Komponente (B1 ) höchstens 0,5 Gew.-% nicht reagierter ungesättigter Fettsäure und höchstens 0,5 Gew.-% Trimersäure, besonders bevorzugt höchstens 0,2 Gew.-% nicht reagierter ungesättigter Fettsäure und höchstens 0,2 Gew.-% Trimersäure, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente (B1).
Als Dimersäuren (auch bekannt als dimerisierte Fettsäuren oder Dimerfettsäuren) werden allgemein und insbesondere im Rahmen der vorliegenden Erfindung also Gemische bezeichnet, die durch Oligomerisierung von ungesättigten Fettsäuren hergestellt werden. Sie sind beispielsweise herstellbar durch katalytische Dimerisierung von pflanzlichen, ungesättigten Fettsäuren, wobei als Ausgangsstoffe insbesondere ungesättigte C16- bis C20-Fettsäuren eingesetzt werden. Die Verknüpfung verläuft vornehmlich nach dem Diels-Alder-Typ und es resultieren, je nach Zahl und Lage der Doppelbindungen der zur Herstellung der Dimersäuren eingesetzten Fettsäuren, Gemische aus vornehmlich dimeren Produkten, die zwischen den Carboxylgruppen cycloaliphatische, linear-aliphatische, verzweigt aliphatische und auch C6- aromatische Kohlenwasserstoffgruppen aufweisen. Je nach Mechanismus und/oder
gegebenenfalls nachträglicher Hydrierung können die aliphatischen Reste gesättigt oder ungesättigt sein und auch der Anteil von aromatischen Gruppen kann variieren. Die Reste zwischen den Carbonsäuregruppen enthalten dann beispielsweise 32 bis 40 Kohlenstoffatome. Bevorzugt werden zur Herstellung Fettsäuren mit 18 Kohlenstoffatomen eingesetzt, sodass das dimere Produkt also 36 Kohlenstoffatome aufweist. Vorzugsweise weisen die Reste, welche die Carboxylgruppen der Dimerfettsäuren verbinden, keine ungesättigten Bindungen und keine aromatischen Kohlenwasserstoffreste auf.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung werden bei der Herstellung also bevorzugt Cie- Fettsäuren eingesetzt. Besonders bevorzugt werden Linolen-, Linol- und/oder Ölsäure eingesetzt.
In Abhängigkeit von der Reaktionsführung entstehen bei der oben bezeichneten
Oligomerisierung Gemische, die hauptsächlich dimere, aber auch trimere Moleküle sowie monomere Moleküle und sonstige Nebenprodukte enthalten. Üblicherweise wird destillativ gereinigt. Handelsübliche Dimersäuren enthalten im Allgemeinen mindestens 80 Gew.-% dimere Moleküle, bis zu 19 Gew.-% trimere Moleküle und maximal 1 Gew.-% monomerer Moleküle und sonstiger Nebenprodukte.
Es ist bevorzugt, Dimersäuren einzusetzen, die zu mindestens 90 Gew.-%, bevorzugt zu mindestens 95 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu mindestens 98 Gew.-% aus dimeren Fettsäuremolekülen bestehen.
Die Bestimmung der Anteile von monomeren, dimeren und trimeren Molekülen sowie sonstigen Nebenprodukten in den Dimersäuren kann beispielsweise mittels Gaschromatografie (GC) erfolgen. Dabei werden die Dimersäuren vor der GC- Analyse über die Bortrifluorid-Methode zu den entsprechenden Methylestern umgesetzt (vergleiche DIN EN ISO 5509) und dann mittels GC analysiert.
Als grundlegendes Kennzeichen für„Dimersäuren" gilt im Rahmen der vorliegenden Erfindung also, dass deren Herstellung die Oligomerisierung von ungesättigten Fettsäuren umfasst. Bei dieser Oligomerisierung entstehen vornehmlich, das heißt bevorzugt zu mindestens 80 Gew.-%, besonders bevorzugt zu mindestens 90 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt zu mindestens 95 Gew.-% und insbesondere zu mindestens 98 Gew.-% dimere Produkte. Die Tatsache, dass bei der Oligomerisierung also überwiegend dimere Produkte entstehen, die genau zwei
Fettsäuremoleküle enthalten, rechtfertigt diese ohnehin gängige Benennung. Ein alternativer Ausdruck für den einschlägigen Begriff„Dimersäuren" ist also„Gemisch enthaltend dimerisierte Fettsäuren".
Die einzusetzenden Dimersäuren sind als Handelsprodukte zu erhalten. Zu nennen sind beispielsweise Radiacid 0970, Radiacid 0971 , Radiacid 0972, Radiacid 0975, Radiacid 0976 und Radiacid 0977 der Firma Oleon, Pripol 1006, Pripol 1009, Pripol 1012, und Pripol 1013 der Firma Croda, Empol 1008, Empol 1012, Empol 1061 und Empol 1062 der Firma BASF SE sowie Unidyme 10 und Unidyme TI der Firma Arizona Chemical.
Die Komponente (B1 ) weist beispielsweise eine Säurezahl im Bereich von 190 bis 200 mg KOFI/g auf.
Die Komponente (B2) ist erfindungsgemäß mindestens ein C4-C12-Diamin.„Mindestens ein C4-C12-Diamin" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl genau ein C4-C12- Diamin als auch eine Mischung aus zwei oder mehreren C4-C12-Diaminen. Unter„C4-C12- Diamin" werden im Rahmen der vorliegenden Verbindung aliphatische und/oder aromatische Verbindungen mit vier bis zwölf Kohlenstoffatomen und zwei Aminogruppen (-NH2-Gruppen) verstanden. Die aliphatischen und/oder aromatischen Verbindungen können unsubstituiert oder zusätzlich zumindest monosubstituiert sein. För den Fall, dass die aliphatischen und/oder aromatischen Verbindungen zusätzlich zumindest monosubstituiert sind, können sie ein, zwei oder mehrere Substituenten tragen, die an der Polymerisation der Komponenten (A) und (B) nicht teilnehmen. Derartige Substituenten sind beispielsweise Alkyl oder
Cycloalkylsubstituenten. Diese sind dem Fachmann als solche bekannt. Bevorzugt ist das mindestens eine C4-C12-Diamin unsubstituiert.
Geeignete Komponenten (B2) sind beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus 1 ,4-Diaminobutan (Butan-1 ,4-Diamin; Tetramethylendiamin; Putrescin), 1 ,5-Diaminopentan (Pentamethylendiamin; Pentan-1 ,5-diamin; Cadaverin), 1 ,6-Diaminohexan
(Flexamethylendiamin; Flexan-1 ,6-Diamin), 1 ,7-Diaminoheptan, 1 ,8-Diaminoctan, 1 ,9- Diaminononan, 1 ,10-Diaminodekan (Dekamethylendiamin), 1 ,1 1 Diaminoundekan
(Undekamethylendiamin) und 1 ,12-Diaminododekan (Dodekamethylendiamin).
Bevorzugt ist die Komponente (B2) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Tetramethylendiamin, Pentamethylendiamin, Flexamethylendiamin, Dekamethylendiamin und Dodekamethylendiamin.
Die gegebenenfalls in der Komponente (B) enthaltene Komponente (B3) ist erfindungsgemäß mindestens eine C4-C20-Disäure.„Mindestens eine C4-C20-Disäure" bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung sowohl genau eine C4-C20-Disäure als auch eine Mischung aus zwei oder mehreren C4-C20-Disäuren.
Unter„C4-C20-Disäure" werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung aliphatische und/oder aromatische Verbindungen mit zwei bis achtzehn Kohlenstoffatomen und zwei Carboxygruppen (-COOFI-Gruppen) verstanden. Die aliphatischen und/oder aromatischen Verbindungen können unsubstituiert oder zusätzlich zumindest monosubstituiert sein. Für den Fall, dass die aliphatischen und/oder aromatischen Verbindungen zusätzlich zumindest monosubstituiert sind, können sie ein, zwei oder mehrere Substituenten tragen, die an der Polymerisation der
Komponenten (A) und (B) nicht teilnehmen. Derartige Substituenten sind beispielsweise Alkyl-
oder Cycloalkylsubstituenten. Diese sind dem Fachmann bekannt. Bevorzugt ist die mindestens eine C4-C20-Disäure unsubstituiert.
Geeignete Komponenten (B3) sind beispielsweise ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Butandisäure (Bernsteinsäure), Pentandisäure (Glutarsäure), Hexandisäure (Adipinsäure), Heptandisäure (Pimelinsäure), Octandisäure (Korksäure, Suberinsäure), Nonandisäure
(Azelainsäure), Decandisäure (Sebacinsäure), Undecandisäure, Dodecandisäure,
Tridecandisäure, Tetradecandisäure und Hexadecandisäure.
Bevozugt ist die Komponente (B3) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Pentandisaure (Glutarsäure), Hexandisäure (Adipinsäure), Decandisäure (Sebacinsäure) und Dodecandisäure.
Erfindungsgemäß kann die Zusammensetzung (Z1) beispielsweise durch Mischen der einzelnen Komponenten, beispielsweise des thermoplastischen Polyurethans (TPU1) und des Polyamids (PA1 ) hergestellt werden, beispielsweise in einer geeigneten Vorrichtung wie einem Extruder oder einem Kneter. Dabei kann die Herstellung der Zusammensetzung (Z1) unter an sich bekannten Bedingungen erfolgen.
Erfindungsgemäß können auch weitere Zusatzstoffe wie beispielsweise Flammschutzmittel oder Füllstoffe eingesetzt werden. Geeignete Füllstoffe, Weichmacher oder Flammschutzmittel sind dem Fachmann an sich bekannt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß eine Zusammensetzung (Z1 ) wie zuvor beschrieben, wobei die Zusammensetzung mindestens ein Flammschutzmittel enthält.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung auch eine
Zusammensetzung (Z1) wie zuvor beschrieben, wobei die Zusammensetzung mindestens einen Füllstoff enthält.
Bevorzugt können im Rahmen der vorliegenden Erfindung Flammschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Metallhydroxiden, stickstoffhaltigen Flammschutzmittel und phosphorhaltigen Flammschutzmittel eingesetzt werden. Bevorzugt sind erfindungsgemäß Flammschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melamincyanuraten,
Magnesiumhydroxid und phosphorhaltigen Flammschutzmitteln.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung auch eine
Zusammensetzung (Z1) wie zuvor beschrieben, wobei das Flammschutzmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Metallhydroxiden, stickstoffhaltigen Flammschutzmitteln und phosphorhaltigen Flammschutzmitteln.
Weiter betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei die Zusammensetzung mindestens ein Flammschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melamincyanuraten,
Magnesiumhydroxid und phosphorhaltigen Flammschutzmitteln enthält.
Geeignet sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise auch Mischungen verschiedener Flammschutzmittel, beispielsweise Mischungen enthaltend eine oder mehrere phosphorhaltige Flammschutzmittel.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei die Zusammensetzung mindestens ein erstes phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F1 ) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphorsäure und Derivaten der Phosphonsäure und mindestens ein weiteres
phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F2) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphinsäure.
Geeignete Flammschutzmittel sind beispielsweise auch Metallhydroxide. Im Brandfall setzten Metallhydroxide ausschließlich Wasser frei und bilden daher keine toxischen oder korrosiven Rauchgasprodukte. Darüber hinaus sind diese Flydroxide in der Lage, die Rauchgasdichte im Brandfall zu reduzieren. Nachteil dieser Substanzen ist jedoch, dass sie gegebenenfalls die Hydrolyse von thermoplastischen Polyurethanen fördern und auch die oxidative Alterung der Polyurethane beeinflussen.
Geeignet sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise Hydroxide des
Magnesiums, Calciums, Zinks und/oder Aluminiums oder Mischungen dieser. Besonders bevorzugt ist das Metallhydroxid ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
Aluminiumhydroxiden, Aluminiumoxidhydroxiden, Magnesiumhydroxid und einer Mischung aus zwei oder mehr dieser Hydroxide.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können auch ein phosphorhaltiges
Flammschutzmittel enthalten. Erfindungsgemäß können prinzipiell alle bekannten
phosphorhaltigen Flammschutzmittel für thermoplastische Polyurethane eingesetzt werden.
Bevorzugt werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung Derivate der Phosphorsäure, Derivate der Phosphonsäure oder Derivate der Phosphinsäure oder Mischungen aus zwei oder mehreren dieser Derivate eingesetzt. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das phosphorhaltige Flammschutzmittel bei 21 °C flüssig.
Bevorzugt handelt es sich bei den Derivaten der Phosphorsäure, Phosphonsäure oder
Phosphinsäure um Salze mit organischem oder anorganischem Kation oder um organische Ester. Organische Ester sind Derivate der Phosphor-haltigen Säuren, bei denen zumindest ein direkt an den Phosphor gebundenes Sauerstoffatom mit einem organischen Rest verestert ist.
ln einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem organischen Ester um einen Alkylester, in einer anderen bevorzugten Ausführungsform um einen Arylester. Besonders bevorzugt sind alle Hydroxygruppen der entsprechenden Phosphor-haltigen Säure verestert.
Geeignete organische Phosphatester sind beispielsweise die Triester, der Phosphorsäure, wie Trialkylphosphate und insbesondere Triarylphosphate, wie zum Beispiel Resorcinol bis
(diphenyl phosphate).
Erfindungsgemäß geeignet sind insbesondere Salze der jeweiligen Derivate der
Phosphorsäure, Phosphonsäure oder Phosphinsäure, weiter bevorzugt Phosphinatsalze. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung geeignet sind beispielsweise Melaminpolyphosphat oder Diethylaluminiumphosphinat.
Weiterhin können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch stickstoffhaltige
Flammschutzmittel eingesetzt werden. Erfindungsgemäß können prinzipiell alle bekannten stickstoffhaltigen Flammschutzmittel für thermoplastische Polyurethane eingesetzt werden.
Geeignete Flammschutzmittel sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise auch Melaminderivate wie insbesondere Melaminpolyphosphat oder Melamincyanurat.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es auch möglich, dass die Zusammensetzung neben dem thermoplastischen Polyurethan Mischungen verschiedener Flammschutzmittel enthält, beispielsweise ein Melaminderivat und ein Derivat der Phosphorsäure, oder ein Melaminderivat und ein Derivat der Phosphinsäure oder ein Melaminderivat, ein Derivat der Phosphorsäure und ein Derivat der Phosphinsäure.
Bei dem Melaminderivat kann es sich vorzugsweise um ein Melamincyanurat handeln.
Demgemäß kann die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren ausführungsform auch eine Zusammensetzung betreffen, die neben dem thermoplastischen Polyurethan beispielsweise ein Melamincyanurat und ein Derivat der Phosphorsäure, oder ein Melamincyanurat und ein Derivat der Phosphinsäure oder ein Melamincyanurat, ein Derivat der Phosphorsäure und ein Derivat der Phosphinsäure enthält. Beispielsweise enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung mindestens ein thermoplastisches Polyurethan, mindestens Melamincyanurat, mindestens ein erstes phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F1) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphorsäure und Derivaten der Phosphonsäure und mindestens ein weiteres phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F2) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphinsäure.
Bevorzugt enthält die Zusammensetzung neben dem Melamincyanurat, dem mindestens einen phosphorhaltigen Flammschutzmittel (F1 ) und dem mindestens einen phosphorhaltigen
Flammschutzmittel (F2) keine weiteren Flammschutzmittel. Weiter bevorzugt enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung Melamincyanurat genau ein phosphorhaltiges
Flammschutzmittel (F1 ) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der
Phosphorsäure und Derivaten der Phosphonsäure und genau ein phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F2) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der
Phosphinsäure.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das phosphorhaltige Flammschutzmittel (F1) ein Phosphinat ist.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das Phosphinat ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Aluminiumphosphinaten oder Zinkphosphinaten.
Zudem betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einer weiteren Ausführungsform auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das phosphorhaltige Flammschutzmittel (F2) ein Phosphorsäureester ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung auch eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das Flammschutzmittel (F1 ) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Resorcinol bis-diphenylphosphat (RDP), Bisphenol-A bis- (diphenylphosphat) (BDP), und Diphenylkresylphosphat (DPK).
Der Anteil des Flammschutzmittels (F) in der Zusammensetzung liegt beispielsweise im Bereich von 2,5 bis 40 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, vorzugsweise im Bereich von 5 bis 30 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, weiter bevorzugt im Bereich von 10 bis 20 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei das Flammschutzmittel (F) in einer Menge im Bereich von 2,5 bis 40 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung enthalten ist.
In einer Ausführungsform werden zur Fierstellung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen thermoplastisches Polyurethan und Flammschutzmittel in einem
Arbeitsschritt verarbeitet. In anderen bevorzugten Ausführungsformen wird zur Fierstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zunächst mit einem Reaktionsextruder, einer Bandanlage oder sonstigen geeigneten Vorrichtungen ein thermoplastisches Polyurethan hergestellt, bevorzugt als Granulat, in das dann in mindestens einem weiteren Arbeitsschritt, oder auch mehreren Arbeitsschritten, mindestens ein weiteres Flammschutzmittel eingebracht wird.
Das Vermischen des thermoplastischen Polyurethans mit dem mindestens einen
Flammschutzmittel, erfolgt beispielsweise in einer Mischeinrichtung, die bevorzugt ein Innen- Kneter oder ein Extruder, bevorzugt ein Zweiwellenextruder, ist. In einer anderen bevorzugten
Ausführungsform unter Verwendung eines Extruders ist das eingebrachte Flammschutzmittel bei der Temperatur flüssig, die in Fließrichtung stromabwärts nach dessen Zugabe in den Extruder herrscht.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann weiterhin einen Füllstoff (FS1) enthalten. Erfindungsgemäß kann die chemische Natur und die Form des Füllstoffs (FS1) in weiten Bereichen variieren, solange eine ausreichende Verträglichkeit mit der Zusammensetzung (Z1 ) gegeben ist. Dabei sollte der Füllstoff (FS1) so gewählt werden, dass die Form und
Partikelgröße des Füllstoffs eine ausreichende Mischbarkeit und gleichmäßige Verteilung in der Zusammensetzung ermöglichen.
Geeignete Füllstoffe sind beispielsweise Glasfasern, Glaskugeln, Kohlenstoffasern, Aramid- Fasern, Kaliumtitanat-Fasern, Fasern aus flüssig-kristallinen Polymeren, organische
faserförmige Füllstoffe oder anorganische Verstärkungsmaterialien. Organische faserförmige Füllstoffe sind zum Beispiel Cellulosefasern, Flanffasern, Sisal oder Kenaf. Anorganische Verstärkungsmaterialien sind beispielsweise Keramikfüllstoffe, wie Aluminium- und Bornitrid, oder mineralische Füllstoffe, wie Asbest, Talkum, Wollastonit, Microvit, Silikate, Kreide, calcinierte Kaoline, Glimmer und Quarzmehl. Erfindungsgemäß bevorzugt ist der Füllstoff (FS1) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Glasfasern, Kohlenstoffasern, Aramid- Fasern, Kaliumtitanat-Fasern, Fasern aus flüssig-kristallinen Polymeren, Metallfasern, Polyesterfasern, Polyamidfasern, organischen faserförmigen Füllstoffen und anorganischen faserförmigen Füllstoffen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Füllstoff (FS1 ) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Glasfasern, Kohlenstoffasern, Aramid- Fasern, Kaliumtitanat-Fasern, Fasern aus flüssig-kristallinen Polymeren, Metallfasern, Polyesterfasern, Polyamidfasern, organischen faserförmigen Füllstoffen und anorganischen faserförmigen Füllstoffen.
Bevorzugt sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung faserförmige Füllstoffe. Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine
Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Füllstoff (FS1 ) faserförmig ist.
Die Dimension der eingesetzten Füllstoffe kann in üblichen Bereichen variieren. Vorzugsweise weist der eingesetzte Füllstoff eine Länge im Bereich von 3 mm bis 4 mm und einen
Durchmesser im Bereich von 1 pm bis 20 gm aufweist, jeweils bestimmt gemäß ASTM D578- 98. Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Füllstoff (FS1) eine Länge im Bereich von 3 mm bis 4 mm und einen Durchmesser im Bereich von 1 pm bis 20 pm aufweist, jeweils bestimmt gemäß ASTM D578-98.
Die Füllstoffe, beispielsweise die faserförmigen Füllstoffe, können zur besseren Verträglichkeit mit dem thermoplastischen Kunststoff vorbehandelt sein, beispielsweise mit einer
Silanverbindung.
Bevorzugt werden anorganische faserförmige Füllstoffe verwendet. Bei Verwendung von anorganischen faserförmigen Füllstoffen wird ein größerer Verstärkungseffekt sowie eine höhere Wärmestandfestigkeit gefunden.
Erfindungsgemäß kann die Zusammensetzung auch zwei oder mehr Füllstoffe enthalten.
Der Anteil des Füllstoffs (FS1) in der Zusammensetzung liegt beispielsweise im Bereich von 40 bis 60 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, vorzugsweise im Bereich von 45 bis 55 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung, weiter bevorzugt im Bereich von 48 bis 52 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß auch eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben, wobei der Füllstoff (FS1 ) in einer Menge im Bereich von 40 bis 60 Gew.-% bezogen auf die gesamte Zusammensetzung enthalten ist.
Erfindungsgemäß kann die Zusammensetzung weitere Komponenten enthalten, beispielsweise Entformungshilfsmittel, UV Schutz, Antioxidant oder Farbpigmente.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren zur Fierstellung einer Zusammensetzung (Z-1). Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fierstellung einer Zusammensetzung (Z-1 ) umfassend die Schritte
(a) Bereitstellen
(I) eines thermoplastischen Polyurethans (TPU-1) und
(II) eines Copolyamids (PA-1 ), hergestellt durch Polymerisation mindestens eines Lactams, und eines Monomergemischs (M), das die Komponenten (B1) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und (B2) mindestens ein C4- C12-Diamin enthält, und
(b) Mischen der Komponenten (I) und (II).
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst dabei mindestens die Schritte (a) und (b). Das Verfahren kann weitere Schritte umfassen, beispielsweise Trocknungsschritte oder
Temperaturanpassungen. Erfindungsgemäß können auch weitere Komponenten zugesetzt werden, beispielsweise die zuvor genannten FHilfs- und Zusatzstoffe.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung demgemäß ein Verfahren wie zuvor beschrieben, wobei die eingesetzten Komponenten getrocknet werden, beispielsweise
bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 100°C. Beispielsweise kann die Trocknung bei einer T emperatur im Bereich von 80 bis 100°C für eine Dauer von 2 bis 4 Stunden erfolgen.
Erfindungsgemäß werden gemäß Schritt (b) das Copolyamid (PA-1) und das thermoplastische Polyurethan (TPU-1) gemischt. Dies kann in dem Fachmann an sich bekannten Vorrichtungen erfolgen, beispielsweise in einem Extruder. Geeignete Extruder und Verfahrensbedingungen sind dem Fachmann an sich bekannt. Beispielsweise kann das Mischen in einem Extruder bei einer Temperatur im Bereich von 180 bis 240°C erfolgen, bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 190°C bis 230°C, weiter bevorzugt bei einer Temperatur im Bereich von 200°C bis 225°C.
Geeignete Verweilzeiten im Extruder liegen beispielsweise im Bereich von 5 bis 20 Minuten, bevorzugt 10 bis 15 Minuten.
Bezüglich der bevorzugten Ausführungsformen wird auf die obigen Ausführungen zu den bevorzugt eingesetzten Komponenten Bezug genommen.
Geeignete Verfahren zur Fierstellung der Zusammensetzung sind dem Fachmann an sich bekannt. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden für das Kompoundieren üblicherweise an sich bekannte Verfahren eingesetzt.
Beispielsweise kann die Zusammensetzung in an sich bekannter Weise in einem Extruder hergestellt werden, beispielsweise in einem Zweiwellenextruder. Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, den Füllstoff portionsweise zuzusetzen, beispielsweise einen Teil am Einzug des Extruders und einen weiteren Teil an einer zweiten Dosierstelle, beispielsweise einem
Seitenstopfer. Dabei liegt die Temperatur vorzugsweise im Bereich von 160 bis 230°C. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann der Extruder beispielsweise bei einer Drehzahl im Bereich von 150 bis 300 Umdrehungen pro Minute betrieben werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Zusammensetzung erhalten oder erhältlich nach einem erfindungsgemäßen Verfahren.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung (Z1 ) oder einer Zusammensetzung erhalten oder erhältlich nach einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Fierstellung eines Formkörpers.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung gemäß einem weiteren Aspekt auch Formkörper, enthaltend eine erfindungsgemäße Zusammensetzung gemäß oder eine Zusammensetzung erhalten oder erhältlich nach einem erfindungsgemäßen Verfahren.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung enthaltend mindestens ein flammgeschütztes thermoplastisches
Polyurethane wie zuvor beschrieben, zur Herstellung von Beschichtung, Dämpfungselemente, Faltenbälge, Folien oder Fasern, Formkörpern, Fußböden für Gebäude und Transport, Wirrvliese, bevorzugt Dichtungen, Rollen, Schuhsohlen, Schläuche, Kabel, Kabelstecker, Kabelummantelungen, Kissen, Laminate, Profile, Riemen, Sättel, Schäumen,
Steckverbindungen, Schleppkabel, Solarmodule, Verkleidungen in Automobilen. Bevorzugt ist die Verwendung zur Herstellung von Kabelummantelungen. Die Herstellung erfolgt, bevorzugt aus Granulaten, durch Spritzguss, Kalandrieren, Pulversintern, oder Extrusion und/oder durch zusätzliches Schäumen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung.
Aufgrund der guten mechanischen Eigenschaften und des guten Temperaturverhaltens sind die erfindungsgemäßen thermoplastischen Polyurethane sowie die erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen insbesondere zur Herstellung von Folien, Formteile, Rollen, Fasern, Verkleidungen in Automobilen, Schläuche, Kabelstecker, Faltenbälge, Schleppkabel,
Kabelummantelungen, Dichtungen, Riemen oder Dämpfungselementen geeignet.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung auch Folien, Formteile, Rollen, Fasern,
Verkleidungen in Automobilen, Schläuche, Kabelstecker, Faltenbälge, Schleppkabel,
Kabelummantelungen, Dichtungen, Riemen oder Dämpfungselemente enthaltend ein thermoplastisches Polyurethan wie zuvor beschrieben oder eine Zusammensetzung wie zuvor beschrieben.
Weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind den Ansprüchen und den
Beispielen zu entnehmen. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die
nachstehend erläuterten Merkmale des erfindungsgemäßen Gegenstandes/Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Verwendungen nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. So ist z. B. auch die Kombination von einem bevorzugten Merkmal mit einem besonders bevorzugten Merkmal, oder eines nicht weiter charakterisierten Merkmals mit einem besonders bevorzugten Merkmal etc. implizit umfasst, auch wenn diese Kombination nicht ausdrücklich erwähnt wird.
Im Folgenden sind beispielhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung aufgeführt, wobei diese die vorliegende Erfindung nicht einschränken. Insbesondere umfasst die vorliegende Erfindung auch solche Ausführungsformen, die sich aus den im Folgenden angegebenen Rückbezügen und damit Kombinationen ergeben.
1. Zusammensetzung enthaltend mindestens
(I) ein thermoplastisches Polyurethan (TPU-1 ) und
(II) ein Copolyamid (PA-1), hergestellt durch Polymerisation
(A) mindestens eines Lactams, und
(B) eines Monomergemischs (M), das die Komponenten
(B1) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und
(B2) mindestens ein C4-C12-Diamin
enthält.
2. Zusammensetzung gemäß Ausführungsform 1 , wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1) auf einem aromatischen Diisocyanat basiert.
3. Zusammensetzung gemäß Ausführungsform 2, wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1) eine Shore Härte im Bereich von 70A bis 85D, bestimmt gemäß DIN 53505, aufweist.
4. Zusammensetzung gemäß Ausführungsform 1 , wobei das thermoplastische Polyurethan (TPU-1) auf einem aliphatischen Diisocyanat basiert.
5. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 4, wobei der Anteil des thermoplastischen Polyurethans (TPU-1) in der Zusammensetzung im Bereich von 5 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II), liegt.
6. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 5, wobei der Anteil des Copolyamids (PA-1) in der Zusammensetzung im Bereich von 5 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Komponenten (I) und (II), liegt.
7. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 6, wobei die
Zusammensetzung mindestens ein Flammschutzmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Melamincyanuraten, Magnesiumhydroxid und phosphorhaltigen
Flammschutzmitteln enthält.
8. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 7, wobei die
Zusammensetzung mindestens ein erstes phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F1) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphorsäure und Derivaten der Phosphonsäure und mindestens ein weiteres phosphorhaltiges Flammschutzmittel (F2) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Derivaten der Phosphinsäure.
9. Zusammensetzung gemäß Ausführungsform 8, wobei das phosphorhaltige
Flammschutzmittel (F1) ein Phosphinat ist.
10. Zusammensetzung gemäß Ausführungsform 9, wobei das Phosphinat ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Aluminiumphosphinaten oder Zinkphosphinaten.
1 1. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 8 bis 10, wobei das
phosphorhaltige Flammschutzmittel (F2) ein Phosphorsäureester ist.
12. Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 8 bis 1 1 , wobei das Flammschutzmittel (F1) ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Resorcinol bis- diphenylphosphat (RDP), Bisphenol-A bis-(diphenylphosphat) (BDP), und
Diphenylkresylphosphat (DPK).
13. Verfahren zur Fierstellung einer Zusammensetzung (Z-1 ) umfassend die Schritte
(a) Bereitstellen
(I) eines thermoplastischen Polyurethans (TPU-1) und
(II) eines Copolyamids (PA-1 ), hergestellt durch Polymerisation mindestens eines Lactams, und eines Monomergemischs (M), das die Komponenten (B1) mindestens eine C32-C40-Dimersäure und (B2) mindestens ein C4- C12-Diamin enthält , und
(b) Mischen der Komponenten (I) und (II).
14. Verwendung einer Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 12 zur Fierstellung von Formkörpern.
15. Formkörper, enthaltend eine Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 1 bis 12.
16. Formkörper, enthaltend eine Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 14 bis 20.
17. Formkörper, enthaltend eine Zusammensetzung gemäß einer der Ausführungsformen 22 bis 23.
Die nachfolgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung der Erfindung, sind aber in keiner Weise einschränkend hinsichtlich des Gegenstands der vorliegenden Erfindung.
Beispiele:
1. Einsatzstoffe
Ultramid F X2298®: Copolymer aus Polyamid 6 und Polyamid 6.36 (PA 6/6.36) der Firma BASF SE® vertrieben unter dem Markennamen Ultramid FtX 2298® mit einer
Viskositätszahl nach DIN 53727 (0,005 g/ml FI2SO4) von 28 ml/g, einem MVR
(230°C/10kg) vom 1 15 cm3/10 min, einer Schmelztemperatur von 201 °C und einer Dichte von 1 ,054 g/cm3.
Elastollan 1 180A10: TPU der Shore Härte 80A der BASF Polyurethanes GmbH,
Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polytetrahydrofuranpolyol (PTHF) mit einem Molekulargewicht von 1000 g/mol, 1 ,4-Butandiol, Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat.
Elastollan 1 160D12: TPU der Shore Härte 60D der BASF Polyurethanes GmbH,
Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polytetrahydrofuranpolyol (PTHF) mit einem Molekulargewicht von 1000, 1 ,4-Butandiol, MDI.
Elastollan 1278D1 1 U: TPU der Shore Härte 78D der BASF Polyurethanes GmbH, Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polytetrahydrofuranpolyol (PTHF) mit einem Molekulargewicht von 1000, 1 ,4-Butandiol, MDI.
Elastollan 1283D1 1 U: TPU der Shore Härte 83D der BASF Polyurethanes GmbH, Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polytetrahydrofuranpolyol (PTHF) mit einem Molekulargewicht von 1000, 1 ,4-Butandiol, MDI.
Elastollan 685A10: TPU der Shore Härte 85A der BASF Polyurethanes GmbH,
Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Butandioladipatester, 1 ,4-Butandiol, MDI.
Elastollan B60D1 1 : TPU der Shore Härte 85A der BASF Polyurethanes GmbH,
Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Butandioladipatester, 1 ,4-Butandiol, MDI.
Elastollan AC85A12: TPU der Shore Härte 60A der BASF Polyurethanes GmbH,
Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polyesterpolyol (Adipinsäure, 1 ,4- Butandiol und 1 ,6-Hexandiol) mit einem Molekulargewicht von 2000, 1 ,4-Butandiol, Hexamethylendiisocyanat.
Elastollan L 1 160D10N: TPU der Shore Härte 60D der BASF Polyurethanes GmbH, Elastogranstrasse 60, 49448 Lemförde, basiert auf Polytetrahydrofuranpolyol (PTHF) mit einem Molekulargewicht von 1000 g/mol, 1 ,4-Butandiol, 4,4’- Diisocyanatodicyclohexylmethan.
Exolit OP 1230: Aluminiumdiethylphosphinat, CAS#: 225789-38-8, Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, Chemiepark Knapsack, 50351 Hürth, Wassergehalt % (w/w) < 0,2, Durchschnittliche Partikelgröße (D50) 20-40 pm.
Fyrolflex RDP: Resorcinol bis (diphenyl phosphat), CAS #: 125997-21-9, Supresta Netherlands B.V., Office Park De Hoef, Hoefseweg 1 , 3821 AE Amersfoort, The
Netherlands, Viskosität bei 25 °C = 700 mPas, Säurezahl < 0,1 mg KOH/g, Wassergehalt % (w/w) < 0,1.
Melapur MC 15 ED: Melamincyanurat (1 ,3,5-Triazin-2,4,6(1 H,3H,5H)-trion, Verbindung mit 1 ,3,5-Triazin-2,4,6-triamin (1 : 1)), CAS #: 37640-57-6, BASF SE, 67056
Ludwigshafen, GERMANY, Partikelgröße D99% </= 50 gm, D50%<= 4,5 gm, Wasser gehalt % (w/w) < 0,2.
Melapur MC 200/70: Melaminpolyphosphat (nitrogen content 42-44wt%, phosphorous content 12-14wt%)), CAS #: 218768-84-4, BASF SE, 67056 Ludwigshafen, GERMANY, Partikelgröße D99% </= 70 gm, mittlerer Teilchendurchmesser D50%<= 10 gm, Wassergehalt % (w/w) < 0,3.
Chopvantage HP3550 EC10-3,8: Glasfaser von PPG Industries Fiber Glass, Energieweg 3, 9608 PC Westerbroek, The Netherlands. E-Glas, Filamentdurchmesser 10gm, Länge 3,8mm.
Herstellbeispiele
In den nachfolgenden Tabellen werden Zusammensetzungen aufgeführt, in denen die einzelnen Einsatzstoffe in Gewichtsanteilen (GT) angegeben sind. Die Mischungen wur den jeweils mit einem Doppelwellenextruder Typ ZE 40 A der Fa. Berstorff mit einer Ver fahrensteillänge von 35 D unterteilt in 10 Gehäuse hergestellt. Die Granulierung erfolgte mittels einer üblichen Unterwassergranulierung der Firma Gala (UWG).
Dichte, Shore Härte, Zugfestigkeit, Weiterreißfestigkeit, Abrieb und Reißdehnung wurden an Folien mit einer Dicke von 1 ,6 mm bestimmt. Die Folien wurden mit einem
Einwellenextruder Typ Arenz mit einer Dreizonenschnecke mit Mischteil
(Schneckenverhältnis 1 :3) extrudiert. Die Folien wurden entsprechend ihrem
Erscheinungsbild beurteilt.
UL 94V und HB Flammtests wurden entweder an 1 ,6mm Folien oder 2mm Spritzplatten durchgeführt.
E-Module, Schlagzähigkeiten und Kerbschlagzähigkeiten wurden an spritzgegossenen Prüfkörpern bestimmt. Dazu wurden an einer Arburg 520S mit einem
Schneckendurchmesser von 30 mm Prüfkörper hergestellt.
Berstdrücke wurden an Schläuchen mit einem Aussendurchmesser von 8,0 mm und einem Innenduchmesser von 5,5 mm bestimmt. Die Schläuche wurden mit einem Einwellenextruder Typ Kühne mit einer Dreizonenschnecke mit Mischteil
(Schneckenverhältnis 1 :3) extrudiert.
Die Ergebnisse sind in den nachfolgenden Tabellen zusammengefasst.
.1 Beispiel 1
Blends hergestellt aus Elastollan 1180A10 und Ulramid RX2298.
.2 Beispiel 2
Blends hergestellt aus Elastollan 1160D10 und Ulramid RX2298.
2.3 Beispiel 3
Blends hergestellt aus Elastollan 1178D11U und Ulramid RX2298.
-36- .4 Beispiel 4
Blends hergestellt aus Elastollan 1183D11U und Ulramid RX2298. Es konnte nur für eine Mischung eine Folie erhalten werden. Die Shore Härte wurde in diesem Fall an Spritzkörpern bestimmt.
.5 Beispiel 5
Blends hergestellt aus Elastollan 685A10 und Ulramid RX2298.
.6 Beispiel 6
Blends hergestellt aus Elastollan B60D11 und Ulramid RX 2298.
.7 Beispiel 7
Blends hergestellt aus Elastollan AC 85A12 und Ulramid RX 2298.
2.8 Beispiel 8
Blends hergestellt aus Elastollan L1160D12 und Ulramid RX 2298.
2.9 Beispiel 9
Mischungen hergestellt aus Ulramid RX 2298, Exolit OP 1230 und Melamincyanurat 15ED.
.10 Beispiel 10
Verschiedene beispielhafte Mischungen hergestellt aus Ulramid RX 2298, AC 85A12, 1160D10, Exolit OP 1230, Fyrolflex RDP, Melaminpolyphosphat MC 200/70 und Melamincyanurat MC 15ED.
2.11 Beispiel 1 1
Verschiedene beispielhafte Mischungen hergestellt aus Ulramid RX 2298, AC 85A12, 1160D10, Exolit OP 1230, Fyrolflex RDP, Melaminpolyphosphat MC 200/70 und
Melamincyanurat MC 15ED.
Zitierte Literatur
EP 0 352 562 A1 DE 28 46 596 A1 WO 2018/050487 A1 EP 0 922 552 A1 DE 101 03 424 A1 WO 2006/072461 A1