Beschreibung
Titel
Filter zur Entfernung von Partikeln aus einem Gasstrom sowie Verfahren zu seiner
Herstellung
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einem Filter zur Entfernung von Partikeln aus einem Gasstrom, insbesondere von Rußpartikeln aus einem Abgasstrom einer Verbrennungskraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Derartige Filter werden zum Beispiel bei der Abgasnachbehandlung selbstzündender Verbrennungskraftmaschinen, insbesondere in dieselbetriebenen Kraftfahrzeugen, eingesetzt. Üblicherweise sind solche Filter zur Entfernung von Partikeln, so genannte Partikelfilter, aus den keramischen Materialien Siliziumcarbonat, Aluminiumtitanat und/oder Cor- dierit gefertigt. Die Partikelfilter sind im Allgemeinen in Form einer wabenförmigen Keramik mit wechselseitig verschlossenen Kanälen ausgebildet. Derartige Partikelfilter besitzen einen Filtrationswirkungsgrad von mehr als 80 % bis regelmäßig größer als 90 %. Die Schwierigkeit besteht jedoch nicht allein in der Filtration der Rußpartikel sondern auch in der Regeneration des Filters. Hierzu werden Kraftstoff oder seine Zersetzungsprodukte in einer Abgasnachbehandlungsanordnung, die den Partikelfilter umfasst, katalytisch oxidiert, um die zur Zündung des Rußes notwendigen Temperaturen zu erzeugen. Während der heißeren Regenerationsphasen werden höchste Anforderungen an die thermische Stabilität des Filters gestellt.
Thermochemische Reaktionen des Filtermaterials mit Abgaskomponenten und sich während des Betriebs über die Lebensdauer des Kraftfahrzeugs auf dem Filter ansammelnde Aschen, zum Beispiel aus Öl, Kraftstoff, Kraftstoffadditiven oder Motorenabrieb, vermindern die mechanische und thermochemische Festigkeit keramischer Filter. Durch thermochemische Reaktion gealterte Filter, insbesondere wenn diese aus den Werkstoffen Cor- dierit und Aluminiumtitanat gefertigt sind, weisen eine höhere Ausfallwahrscheinlichkeit auf als nicht gealterte Filter. Mit hoher thermischer Belastung nimmt die Ausfallwahrscheinlichkeit zu.
Üblicherweise werden derzeit Partikelfilter eingesetzt, deren keramisches Filtersubstrat unbeschichtet ist oder nur mit einer katalytisch aktiven Beschichtung versehen ist. Durch die katalytisch aktive Beschichtung werden Schadgase gespeichert und umgesetzt. Hier- bei wird Reaktionswärme freigesetzt. Diese Reaktionswärme trägt zur Erreichung der zur Regeneration des Filters notwendigen Abgastemperatur bei. Im Allgemeinen hängt der Grad einer Regeneration, d.h. seine Vollständigkeit, unter anderem von der Regenerationstemperatur und der Wärmeverteilung innerhalb des Partikelfilters ab. Eine möglichst vollständige Regeneration ist gefordert, da verbleibender Ruß den Abgasgegendruck er- höht und durch die Akkumulation über die Betriebsdauer und nachfolgende Zündung zur Zerstörung des Partikelfilters führen kann. Eine ausschließlich katalytisch aktive Beschichtung hat jedoch den Nachteil, dass durch diese die thermische bzw. hydrothermale Stabilität des Partikelfilters nicht erhöht wird.
Offenbarung der Erfindung
Vorteile der Erfindung
Ein erfindungsgemäß ausgebildeter Filter zur Entfernung von Partikeln aus einem Gas- ström, insbesondere von Rußpartikeln aus einem Abgasstrom einer Verbrennungskraftmaschine, umfasst einen Filterkörper aus einem keramischen Filtersubstrat, wobei das Filtersubstrat mit einer porösen Deckschicht beschichtet ist und die poröse Deckschicht mindestens einen der folgenden Stoffe enthält:
a) mindestens ein Aluminiumoxid, ausgewählt aus alpha-, gamma-, delta- und the- ta-Aluminiumoxid, b) Aluminiumoxidhydrat, welches dotiert ist mit Siliziumdioxid, mindestens einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide, c) Alumosilikat, Magnesium-Aluminium-Silikat oder Aluminiumtitanat, d) Siliziumdioxid, Siliziumcarbid oder Silizium-reiches Zeolith, e) Titandioxid, welches mit mindestens einem Oxid eines Metalls der dritten bis sechsten Nebengruppe oder einem Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan dotiert ist, f) eine Mischung aus Zirkondioxid mit mindestens einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden
einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide oder g) ein gegebenenfalls dotiertes Ceroxid.
Die poröse Deckschicht enthält erfindungsgemäß zusätzlich mindestens einen katalytisch wirksamen Stoff.
Durch die Beschichtung wird zunächst eine möglichst geschlossene Oberflächendeckschicht erzeugt, durch welche das keramische Filtermaterial, insbesondere Aluminiumtita- nat oder Cordierit, vor dem thermochemischen Angriff von Abgaskomponenten, insbesondere Aschen, geschützt wird. Dies ist dadurch möglich, dass die erfindungsgemäße keramische Deckschicht den hydrothermalen Bedingungen im Fahrbetrieb und während der Regeneration dauerhaft, d.h. über eine Fahrzeuglebensdauer, widersteht. Die erfindungsgemäße Beschichtung und der erfindungsgemäße Beschichtungsprozess sind geeignet, die Gesamtoberfläche des Filters, einschließlich der inneren Porenstruktur möglichst vollständig zu beschichten.
Eine weitere Erhöhung der thermischen und hydrothermalen Stabilität von alpha-, gamma- , delta- und theta-Aluminiumoxid bzw. Alumosilikat, Magnesium-Aluminium-Silikat, Alumi- niumtitanat und SiC wird zum Beispiel durch Dotierung mit mindestens einem Oxid eines Metalls der 3. bis 5. Nebengruppe oder mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden, einschließlich des Lanthan oder einer Mischung mehrerer dieser Oxide erzielt. Ebenso wird die hydrothermale und thermische Stabilität von Aluminiumoxidhydrat durch Dotierung mindestens eines dieser Oxide erhöht, so dass sich ein derart dotiertes Aluminiumoxid- hydrat ebenfalls als Beschichtung eignet. Der Anteil des Oxids eines Metalls der 3. bis 5. Nebengruppe, des Oxids eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide im Aluminiumoxid bzw. im Aluminiumoxidhydrat liegt vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 15 Gew.-% je Oxid.
Die zur Bildung der Beschichtung geeigneten Aluminiumoxide weisen vorzugsweise in Pulverform eine BET-Oberfläche von mehr als 1 m2/g auf. Die BET-Oberfläche wird bestimmt durch Gasadsorption nach Brunauer, Emmet und Teller gemäß DIN 66131 und ISO 9277. Die Schüttdichte des Aluminiumoxids ist vorzugsweise größer als 0,3 g/cm3 und das Porenvolumen liegt im Bereich von 0,2 bis 1,3 ml/g. Auch die dotierten Aluminiumoxi- de oder Mischungen mehrerer Aluminiumoxide weisen entsprechende BET-Oberflächen, Schüttdichte und Porenvolumen auf.
Auch durch eine Dotierung mit Siliziumdioxid lässt sich die thermische und hydrothermale Stabilität von alpha-, gamma-, delta- und theta-Aluminiumoxid, bzw. Aluminiumoxidhydrat erhöhen. Die Dotierung von Siliziumdioxid kann z.B. in Form einer Lösung, wie Wasserglas, oder eines SoIs auf die Aluminiumoxid- oder Aluminiumoxidhydratoberfläche aufge- bracht werden. Der Anteil an Siliziumdioxid liegt vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 30 Gew.-%.
Weiterhin eignet sich für die Beschichtung eine Mischung aus Zirkondioxid mit einem oder mehreren Oxiden eines Metalls der 3. bis 5. Nebengruppe, mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden, einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide. Der Anteil des beigemischten Oxids liegt vorzugsweise im Bereich von 1 bis 60 Gew.-% je Oxid. Die zur Bildung der Beschichtung geeigneten Mischoxide des Zirkondi- oxids weisen vorzugsweise in Pulverform eine BET-Oberfläche von mehr als 5 m2/g auf, wobei die BET-Oberfläche wie bereits oben dargelegt bestimmt wird.
Ferner ist auch Siliziumdioxid zur Beschichtung des Filtersubstrates geeignet, um die thermische und hydrothermale Stabilität zu erhöhen. Eine weitere Erhöhung der thermischen und hydrothermalen Stabilität wird dadurch erzielt, dass dem Siliziumoxid mindestens ein Oxid eines Metalls der 3. bis 5. Nebengruppe oder mindestens ein Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung mehrerer dieser Oxide beigemischt sind. Der Anteil für jedes Oxid der Metalle der 3. bis 5. Nebengruppe oder der Lanthanoiden, einschließlich des Lanthan im Siliziumdioxid liegt vorzugsweise im Bereich von 1 bis 30 Gew.-%.
Neben amorphem Siliziumdioxid in Partikelform sind für die Beschichtung auch siliziumreiche Zeolithe, insbesondere mit einem S/A-Verhältnis größer als 50, insbesondere vom Typ Y, ß, ZSM, oder Mischungen von diesen bzw. mit diesen zum Aufbau der Beschichtung geeignet. Die Zeolithe liegen dabei vorzugsweise in Wasserstoff- Form vor oder mit eingetauschten Übergangsmetallen, insbesondere mit Elementen der 6. bis 12. Neben- gruppe oder Mischungen aus diesen.
Neben den genannten Oxiden eignet sich auch Titandioxid zur Beschichtung des keramischen Filtersubstrates. Eine ausreichende thermische und hydrothermale Stabilität wird dadurch erreicht, dass dem Titandioxid mindestens ein Oxid eines Metalls der 3. bis 6. Nebengruppe oder ein Oxid eines Lanthanoiden, einschließlich des Lanthan, beigemischt werden. Der Anteil des mindestens einen Oxids eines Metalls der 3. bis 6. Nebengruppe, eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer
dieser Oxide, beträgt vorzugsweise 1 bis 60 Gew.-% je Oxid. Besonders geeignet zur Beimischung zum Titandioxid sind Wolframoxide und Vanadiumoxide. So eignet sich beispielsweise Titandioxid, welches mit 4 bis 8 Gew.-% Wolframoxid und 1 bis 5 Gew.-% Vanadiumoxid dotiert ist zur Beschichtung des Substrates.
Wenn die Beschichtung ein Ceroxid enthält, ist dieses vorzugsweise mit einem oder mehreren Oxiden der Elemente der 3. bis 6. Nebengruppe oder der Lanthanoiden einschließlich des Lanthan dotiert bzw. gemischt. Der Anteil der beigemischten Oxide liegt vorzugsweise im Bereich von 40 bis 95 Gew.-%. Die zur Bildung der Beschichtung geeigneten Ceroxide und Cer- Mischoxide weisen vorzugsweise in Pulverform eine BET-Oberfläche von mehr als 5 m2/g auf.
Das gegebenenfalls dotierte Aluminiumoxid, das dotierte Aluminiumoxidhydrat, das Siliziumdioxid oder siliziumreiche Zeolith, das Titandioxid, das Zirkondioxid und das Ceroxid können in jeder beliebigen Mischung zur Beschichtung des keramischen Filtersubstrats eingesetzt werden.
Weiterhin enthält die poröse Deckschicht erfindungsgemäß zusätzlich mindestens einen katalytisch wirksamen Stoff. Geeignete katalytisch aktive Stoffe sind z.B. Edelmetalle aus der Gruppe der Platinmetalle, z.B. Platin, Rhodium oder Palladium. Diese können sowohl einzeln als auch in Mischung eingesetzt werden.
Erfindungsgemäß kann der mindestens eine katalytisch aktive Stoff in der keramischen Beschichtung zur Erhöhung der thermischen und hydrothermalen Stabilität enthalten sein oder der katalytisch aktive Stoff ist in einer zweiten Schicht auf das Filtersubstrat aufgebracht. Dabei kann die katalytisch aktive Schicht sowohl als erstes auf das Filtersubstrat aufgebracht werden und danach die Beschichtung zur thermischen bzw. hydrothermalen Stabilisierung oder es wird zuerst die Beschichtung zur thermischen bzw. hydrothermalen Stabilisierung und anschließend die katalytisch aktive Schicht aufgetragen. Auch ist es möglich, alternierend mehrere Schichten aufzutragen, wobei sich jeweils eine katalytisch aktive Schicht und eine Schicht zur Verbesserung der thermischen und hydrothermalen Stabilität abwechseln.
Wenn die Beschichtung nur aus einer einzelnen Schicht besteht, so ist das katalytisch aktive Material in dieser Schicht enthalten. Zusätzlich können in der Beschichtung noch
Alkali- und/oder Erdalkalimetalloxide sowie Mischoxide aus diesen oder Kombinationen und Mischoxide der Alkali- und/oder Erdalkalimetalloxide mit den vorstehend beschriebe-
nen Oxiden mit einem Massengehalt von bis zum 50 Gew.-% enthalten sein. Zusätzlich können auch weitere keramische oder mineralische Stoffe wir beispielsweise Alumosilika- te, Magnesium-Alumosilikate, z.B. Cordierit, Siliziumcarbid oder Aluminiumtitanat enthalten sein.
Damit die Schadgase, z.B. unverbrauchter Kraftstoff und seine Zersetzungsprodukte, z.B. CO sowie Stickoxide, Schwefeloxide und Rußpartikel gespeichert und thermisch- katalytisch umgesetzt werden können, ist es notwendig, dass die Beschichtung porös ist, damit die Schadgase bzw. Rußpartikel zu dem in der Beschichtung enthaltenen katalytisch aktiven Material gelangen können.
Zur Erzeugung einer katalytisch aktiven Schicht wird auch das katalytisch aktive Material während der Herstellung des Beschichtungsmaterials zugesetzt. Hierzu eignen sich z.B. Fällungs-, SoI-GeI- und Pyrolyseverfahren gleichermaßen. Es können Mischungen der beschriebenen katalytisch aktiven Materialien sowohl auf dem gleichen als auch auf unterschiedlichen Trägermaterialien verwendet werden. Es können sowohl Mischungen als auch Legierungen dieser Metalle vorliegen. Die Menge des katalytisch aktiven Materials wird auf das Filtervolumen bezogen und variiert je nach Applikation. So werden z.B. bei Verwendung eines der vorstehend genannten Oxide oder keramischen Materialien als Trägermaterial der Beschichtung z.B. bis zu 4,9 g/l Palladium zugegeben. Weiterhin ist es z.B. geeignet, bis zu 2,8 g/l Platin gegebenenfalls mit bis zu 2,8 g/l Palladium oder 0,35 g/l Palladium gegebenenfalls mit bis zu 3,2 g/l Platin und/oder Palladium als katalytisch aktive Substanz zu verwenden.
Auch die Beschichtung wird zum Beispiel in Form von Partikeln als Schlicker oder als SoI durch Besprühen, Tauchen, Tränken oder ähnliche Beschichtungsprozesse auf das keramische Filtersubstrat aufgebracht. Weiterhin sind auch auf Vakuum basierende Beschichtungsprozesse geeignet.
Die mittlere Partikelgröße (D 50) der zur Ausbildung der Beschichtung geeigneten Materialien variiert in einem weiten Bereich. Insbesondere geeignet sind Partikel einer Größe von 2 nm bis zu 20 μm. Die Partikel können z.B. kugelförmig, nadeiförmig, plättchenförmig vorliegen. Auch können diese agglomerierte, poröse, verästelte oder anders dreidimensional strukturierte Teilchen oder Mischungen aus diesen Formen sein. Die Partikel können zum Beispiel durch Fällungsprozesse oder pyrolytische Prozesse gewonnen werden. Auch Mahlprozesse eignen sich zur Einstellung der Partikelgröße und der Partikelgrößenverteilung. Wenn die Partikel durch einen Fällungsprozess erzeugt werden, können zum Bei-
spiel Aluminium- und/oder Zirkonsalzlösungen sowie gegebenenfalls als Zuschlag die Salzlösungen der Dotierungsstoffe als Präkursoren eingesetzt werden.
Geeignete Deckschichten werden zum Beispiel durch Kombination von Nanopartikeln, d.h. Partikeln mit einem mittleren Durchmesser kleiner 1 μm, und Mikropartikeln, d.h. Partikeln mit einem mittleren Durchmesser größer 1 μm, mitunter mit bi- oder polymodaler Partikelgrößenverteilung, erzielt. Im Allgemeinen ist der Anteil der Partikel, die einen mittleren Durchmesser von mehr als 20 μm aufweisen kleiner als 20 Gew.-%. Die Nanopartikel und Mikropartikel können sowohl in einer Schicht als auch in zwei oder mehreren aufeinander folgenden Schichten miteinander kombiniert werden.
Durch die Partikelgrößenverteilung der Partikel, mit denen das Filtersubstrat beschichtet wird, und die reologischen Eigenschaften der Beschichtungsmasse eignet sich diese zur Bedeckung der gesamten, auch inneren Filtersubstratoberfläche. Vorzugsweise werden so genannte Mikrorisse, d. h. Risse innerhalb der einzelnen Körner des Filtersubstrates nicht beschichtet.
Die Fixierung der keramischen Deckschicht auf dem Filtersubstrat erfolgt zum Beispiel durch Trocknen, Kalzinieren und Sintern. Durch Variation der Menge der zur Bildung der Deckschicht aufzubringenden keramischen Materialien lässt sich die Dicke der Deckschicht variieren. Die Beladung des Filters mit den keramischen Materialien zur Beschich- tung wird auf das Filtervolumen bezogen und beträgt vorzugsweise zwischen 0, 61 g/l und 61 g/l, bezogen auf das Gesamtfiltervolumen.
Wenn das katalytisch aktive Material in einer zusätzlichen Schicht enthalten ist, so ist diese Schicht vorzugsweise ebenfalls aus gegebenenfalls dotiertem Aluminiumoxid, dotiertem Aluminiumoxidhydrat, Alumosilikat, Magnesium-Aluminium-Silikat, Aluminiumtitanat, Silizi- umcarbid, Siliziumdioxid oder siliziumreichem Zeolith, Titandioxid oder Zirkondioxid gefertigt Diese Stoffe können, wie bereits vorstehend für die Beschichtung zur Erhöhung der thermischen und hydrothermalen Stabilität beschrieben, dotiert sein.. Eine geeignete Partikelgröße zur Bildung der katalytisch aktiven Schicht der vorgenannten Oxide liegt im Bereich von 1 nm bis zum 15 μm. Optional kann die Partikelgröße der zur Ausbildung der katalytisch aktiven Schicht geeigneten keramischen oder oxidischen Materialien 1 nm bis 50 nm betragen. Für die katalytisch aktive Schicht sind auch Mischungen von Mikroparti- kein und Nanopartikeln in jedem beliebigen Mischungsverhältnis geeignet. Geeignete Schutzschichten werden auch durch Kombination unterschiedlicher Partikel in einem polymorphen Gemisch, mitunter in bi- oder polymodaler Partikelgrößenverteilung gebildet.
Bei Einsatz von gegebenenfalls dotiertem Aluminiumoxid oder dotiertem Aluminiumoxidhydrat für die Schutzschicht weisen diese vorzugsweise in Pulverform eine BET- Oberfläche von mehr als 20 m2/g auf.
Bei einer Beschichtung, die aus einer Beschichtung zur Erhöhung der thermischen oder hydrothermalen Stabilität und mindestens einer katalytisch aktiven Schicht besteht, ist die Schicht zur Erhöhung der thermischen bzw. hydrothermalen Stabilität vorzugsweise aus Nanopartikeln, d.h. aus Partikeln mit einem mittleren Partikeldurchmesser < 1 μm gebildet und die katalytisch aktive Schicht vorzugsweise aus Mikropartikeln, d.h. Partikeln mit ei- nem mittleren Partikeldurchmesser von mehr als 1 μm gebildet. Die Partikelgrößen der Schichten und des Filtersubstrats werden vorzugsweise so ausgewählt, dass der Filtrationswirkungsgrad bei einem optimierten Gasgegendruck gesteigert wird.
Neben der Beschichtung des Filtersubstrats mit einer katalytisch aktiven Beschichtung, die nur ein katalytisch aktives Material oder eine homogene Mischung mehrerer katalytisch aktiver Materialien enthält, ist es auch möglich, dass einzelne Bereiche des Filtersubstrats mit einer katalytisch aktiven Schicht mit unterschiedlichem katalytisch aktivem Material oder Mischungen oder Legierungen von diesen beschichtet sind.
Weiterhin ist es auch möglich, dass einzelne Bereiche des Filtersubstrats mit unterschiedlichen Schichten, Mengen oder Schichtfolgen beschichtet sind.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtung wird das Beschichtungsmaterial zum Beispiel auf das gesinterte keramische Filtersubstrat in Form von Partikeln als Schli- cker oder als SoI aufgebracht und anschließend durch Trocknen, Kalzinieren oder Sintern fixiert. Wenn das Beschichtungsmaterial dotiert ist oder Beimischungen enthält, kann die Dotierung zum Beispiel in Form von Lösungen während der Herstellung des Schlickers oder direkt vor dem Beschichten der Filtersubstrate zum Schlicker zugegeben werden. Weiterhin ist es auch möglich, dass die Dotierung als präformierte Deckschicht erfolgt. Hierzu werden die präformierten Deckschichten mit den Lösungen der Dotierungsstoffe imprägniert. Dies erfolgt zum Beispiel durch Besprühen, Tauchen, Tränken oder ähnlichen, dem Fachmann bekannten Prozessen, durch die eine veränderte Verteilung der Dotierungen auf der Oberfläche erzielt wird.
Die beizumischenden Stoffe können zum Beispiel in Form von Feststoffen als Oxid, Hydroxid oder Salz, vorzugsweise Carbonat, Nitrat oder Acetat zum zu dotierenden Beschichtungsmaterial zugemischt werden oder als SoI zugesetzt werden.
Wenn abwechselnd Schichten zur Erhöhung der thermischen oder hydrothermalen Stabilität und katalytisch aktive Schichten aufgebracht werden, so wird jeweils zunächst eine Schicht aufgebracht und anschließend getrocknet und gegebenenfalls kalziniert bzw. ge- sintert. Diese Methoden sind aus der keramischen Industrie, der Katalysatorenherstellung und der Partikelfilterherstellung bekannt. Die einzelnen Schichten werden erfindungsgemäß aufeinander folgend aufgebracht. Hierbei wird jede Schicht separat getrocknet. Nach dem Aufbringen und Trocknen der Schichten werden diese durch mindestens eine thermische Behandlung kalziniert bzw. gesintert. Die Temperatur hierbei beträgt 300 bis 800°C. Die Dauer der thermischen Behandlung ist abhängig von der Größe des zu beschichtenden Partikelfilters und beträgt im Allgemeinen 0,5 bis 16 Stunden.
Die erfindungsgemäße Beschichtung eignet sich für alle keramischen Filtersubstrate, insbesondere solche mit einer Porosität von 31 bis 76 %. Die spezifische Oberfläche der erfindungsgemäßen Beschichtung ist vorzugsweise größer als 5 m2/g, besonders bevorzugt größer als 20 m2/g.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung einer Verbrennungskraftmaschine mit einer erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungseinrichtung,
Figur 2 ein erfindungsgemäßes Filterelement im Längsschnitt,
Figur 3 eine schematische Darstellung des beschichteten Filtersubstrats mit einer Schicht,
Figur 4 exemplarisch ein Korn des Filtersubstrats mit einer Beschichtung in mehreren Schichten.
Ausführungsformen der Erfindung
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Verbrennungskraftmaschine mit einer erfindungsgemäßen Abgasnachbehandlungseinrichtung. Die Abgasnachbehandlungseinrichtung ist hier ein Filter, in welchem Rußpartikel aus dem Abgasstrom entfernt werden.
Eine Verbrennungskraftmaschine 10 ist über ein Abgasrohr 12 verbunden, in dem eine Filtereinrichtung 14 angeordnet ist. Mit der Filtereinrichtung 14 werden Rußpartikel aus dem im Abgasrohr 12 strömenden Abgas herausgefiltert. Dies ist insbesondere bei Dieselkraftmaschinen erforderlich, um gesetzliche Bestimmungen einzuhalten.
Die Filtereinrichtung 14 umfasst ein zylindrisches Gehäuse 16, in dem ein im vorliegenden Ausführungsbeispiel rotationssymmetrisches, insgesamt ebenfalls zylindrisches Filterelement 18 angeordnet ist.
Figur 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Filterelement im Längsschnitt.
Das Filterelement 18 ist zum Beispiel als extrudierter Formkörper aus einem keramischen Material, zum Beispiel Magnesium-Aluminium-Silikat, bevorzugt Cordierit, hergestellt. Das Filterelement 18 wird in Richtung der Pfeile 20 von Abgas durchströmt. Das Abgas tritt über eine Eintrittsfläche 22 in das Filterelement 18 ein und verlässt dieses über eine Aus- trittsfläche 24.
Parallel zu einer Längsachse 26 des Filterelementes 18 verlaufen mehrere Eintrittskanäle 28 im Wechsel mit Austrittskanälen 30. Die Eintrittskanäle 28 sind an der Austrittsfläche 24 verschlossen. In der hier dargestellten Ausführungsform sind hierzu Verschlussstopfen 36 vorgesehen. Anstelle der Verschlussstopfen 36 ist es jedoch auch möglich, dass die Eintrittskanäle 28 sich zur Austrittsfläche 24 hin verjüngen, bis sich die Wandung des Eintrittskanals 28 berühren und der Eintrittskanal 28 so verschlossen wird. In diesem Fall weist der Eintrittskanal 28 in Richtung parallel zur Längsachse 26 einen dreieckförmigen Querschnitt auf.
Entsprechend sind die Austrittskanäle 30 an der Austrittsfläche 24 offen und im Bereich der Eintrittsfläche 22 verschlossen.
Der Strömungsweg des ungereinigten Abgases führt somit in einen der Eintrittskanäle 28 und von dort durch eine Filterwand 38 in einen der Austrittskanäle 30. Exemplarisch ist dies durch die Pfeile 32 dargestellt.
In Figur 3 ist eine schematische Darstellung des beschichteten Filtersubstrats mit einer Schicht dargestellt. Eine Filterwand 38 ist aus einem keramischen Filtersubstrat gefertigt. Das keramische Filtersubstrat besteht aus einzelnen Körnern 40, die im Allgemeinen durch Sintern miteinander verbunden sind. Das keramische Filtersubstrat ist vorzugsweise Siliziumcarbonat, Aluminiumtitanat oder Cordierit. Auch sind Mischungen dieser Materialien möglich. Zwischen den einzelnen Körnern 40 des keramischen Filtersubstrats befinden sich Poren 42, welche von dem zu reinigenden Gasstrom durchströmt werden. Partikel, die im Gasstrom enthalten sind, werden vom keramischen Filtersubstrat der Filterwand 38 zurückgehalten. Die Partikel, die aus dem Gasstrom entfernt werden, setzen sich auch in den Poren 42 ab. Hierdurch verringert sich der freie Querschnitt der Filterwand 38 und der Druckverlust über die Filterwand 38 steigt an. Aus diesem Grund ist es erforderlich, in regelmäßigen Abständen die Partikel aus den Poren zu entfernen. Dies geschieht im Allgemeinen durch thermische Regeneration, in dem der Filter auf eine Temperatur von mehr als 600°C aufgeheizt wird. Bei dieser Temperatur verbrennen die in der Regel orga- nischen Partikel zu Kohlendioxid und Wasser und werden gasförmig aus dem Partikelfilter ausgetragen.
Da das Filtersubstrat aus Siliziumcarbonat, Aluminiumtitanat und/oder Cordierit im Allgemeinen nicht dauerhaft gegen diese hohen Temperaturen stabil ist, sind die einzelnen Körner 40 erfindungsgemäß mit einer Beschichtung 44 versehen. Die Beschichtung 44 ist vorzugsweise eine keramische Beschichtung, die gegen die hohen Temperaturen, die bei der Regeneration des Partikelfilters auftreten, stabil ist. Geeignete Beschichtungsmateria- lien sind z.B. - wie bereits vorstehend beschrieben - gegebenenfalls mit einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, eines Lanthanoiden einschließlich des Lan- than oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide dotiertes Aluminiumoxid, A- luminiumoxidhydrat, welches mit Siliziumdioxid, mindestens einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide dotiert ist, gegebenenfalls mit einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, eines Lan- thanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung mehrerer dieser Oxide gemischtes Siliziumdioxid oder ein siliziumreicher Zeolith, mit einem Oxid eines Metalls der dritten bis sechsten Nebengruppe oder einem Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan dotiertes Titandioxid, eine Mischung aus Zirkondioxid und mit mindestens einem Oxid eines Metalls der dritten bis fünften Nebengruppe, mindestens einem Oxid eines Lanthanoiden einschließlich des Lanthan oder einer Mischung eines oder mehrerer dieser Oxide, Ceroxid oder eine Mischung mehrerer der vorstehend genannten keramischen Materialien.
Erfindungsgemäß enthält die keramische Beschichtung weiterhin mindestens ein kataly- tisch aktives Material. Als katalytisch aktives Material eignen sich insbesondere Edelmetalle aus der Gruppe der Platinmetalle, z.B. Platin. Rhodium oder Palladium. Durch das in der Beschichtung enthaltene katalytisch aktive Material werden auch Schadgase und Rußpartikel gespeichert und thermisch-katalytisch umgesetzt. Die Umsetzung der Schadgase ist im Allgemeinen exotherm, wodurch Reaktionswärme freigesetzt wird. Diese Reaktionswärme trägt zur Erreichung der zur Regeneration des Filters notwendigen Abgastemperatur bei.
Dadurch dass das Beschichtungsmaterial auf das gesinterte keramische Filtersubstrat im Allgemeinen in Form von Partikeln als Schlicker oder als SoI aufgebracht und anschließend durch Trocknen, Kalzinieren oder Sintern fixiert wird, werden die Oberflächen der Körner 40 des Filtersubstrates der Filterwand 38 einschließlich der Wandungen der Poren 42 beschichtet. Vorzugsweise dringt das Beschichtungsmaterial nicht in gegebenenfalls in den Körnern 40 enthaltene Mikrorisse 46 ein. Durch eine Beschichtung der Mikrorisse kann die Beständigkeit des Filters herabgesetzt werden.
Figur 4 zeigt ein Korn 40 des Filtersubstrats mit einer Beschichtung aus zwei Schichten. Im Korn 40 ist eine Mikroriss 46 ausgebildet.
Das Korn 40 umfasst eine erste Schicht 48, die aus einem keramischen Material, wie o- ben beschrieben, besteht. Durch die erste Schicht 40 wird die thermische und hydrothermale Stabilität des Korns 40 erhöht. Auf der ersten Schicht 48 ist eine zweite Schicht 50 aufgebracht, die ein katalytisch aktives Material enthält. Die zweite Schicht 50 besteht dabei ebenfalls im Wesentlichen aus einem keramischen oder mineralischen Oxid, in welchem das katalytisch aktive Material aufgenommen ist.
Neben der in Figur 4 dargestellten Ausführungsform ist es auch möglich, dass die erste Schicht, die die thermische und hydrothermale Stabilität erhöht, und die zweite Schicht 50, die katalytisch aktiv ist, vertauscht sind, so dass auf dem Korn 40 zuerst die katalytisch aktive Schicht und darauf die Schicht zur Erhöhung der thermischen oder hydrothermalen Stabilität aufgebracht ist. Weiterhin ist es auch möglich, dass auf der katalytisch aktiven Schicht 50 erneut eine Schicht zur Erhöhung der thermischen und hydrothermalen Stabili- tat aufgebracht ist. Die Anzahl der abwechselnd auf dem Korn 40 aufgebrachten Schichten ist dabei frei wählbar und nur durch die nach dem Beschichten noch vorhandene gewünschte Porengröße begrenzt.