Direktoxidationsbrennstoffzelle für den konvektions- freien Transport des Brennstoffs und Verfahren zum Betreiben der Brennstoffzelle
Die Erfindung betrifft eine Direktoxidationsbrenn- stoffzelle für den konvektionsfreien Transport mindestens eines Brennstoffs sowie ein Verfahren zum Betreiben der Direktoxidationsbrennstoffzelle . Das erfindungsgemäße Prinzip basiert hierbei auf einem Transport des fluidischen Brennstoffs vom Brennstoffreservoir zu einer Membran-Elektroden-Einheit, wobei der Transport durch eine Kapillarstruktur unter Ausnutzung von Kapillarkräften und eines Evaporationsso- ges erfolgt.
Heutige Energiespeicher für portable Elektronik sind für zahlreiche Anwendungen nur mit Einschränkungen geeignet, da die erzielbaren Laufzeiten nicht zufrieden stellen. Brennstoffzellen bieten erhebliches Ver- besserungspotenzial, da die chemischen Speicher, im
wesentlichen: Methanol und Wasserstoff, sehr hohe E- nergiedichten aufweisen.
Bei portablen Anwendungen liegt das Hauptproblem in der Wasserstoffspeicherung, welche sowohl gravimet- risch als auch volumetrisch keine hohen Speicherdichten aufweist. Zusätzlich ist die Handhabung gasförmiger Brennstoffe im Vergleich zu flüssigen Brennstoffen erschwert. Flüssige Brennstoffe, z.B. Methanol, haben andererseits jedoch das Problem einer aufwendigen Systemtechnik, um die Funktionalitäten in der Anwendung zu erfüllen, d.i. Zufuhr des Brennstoffs, Einstellung der Konzentration, etc.
Stand der Technik ist eine kontinuierliche Versorgung der Brennstoffzelle mit einem flüssigen Brennstoff-/Wassergemisch, welches im Regelfall mit Hilfe einer Pumpe zugeführt wird. Die Kathode wird im Regelfall mit Luft oder Sauerstoff zwangsdurchströmt, wenngleich auch selbstatmende Konzepte bekannt sind
(Chen, C. et al . , Journal of Power Sources 123 (2003) 37-42) .
Zum Konzept der Zufuhr des Methanols in der Dampfpha- se gibt es lediglich sehr vereinzelte Berichte in der Literatur (J. Kallo et al . , Journal of Power Sources 127 (2004), 181-186; Kallo et al . , Journal of the Electrochemical Society, 150 (6) A7765-A769 (2003) ; A. K. Shukla et al . , Journal of Power Sources 55 (1995) 87-91; M. Hogarth et al . , Journal of Power
Sources 69 (1997) 125-136) . Die Autoren gehen dabei detailliert auf die beschriebenen Vorteile des Dampfbetriebs ein. Es finden generell aktiv beheizte Verdampfer Verwendung. Ein Direktoxidationsbrennstoff- zellensystem, das anstelle eines flüssigen Brennstoffs bzw. Brennstoff/Wasser-Gemischs eine anöden-
seitige Zuführung der Reaktanden aus der Gasphase verwendet, weist eine Reihe prinzipieller Vorteile auf :
• Die Kinetik des Antransports der Reaktanden zu den aktiven Oberflächen der Elektrode wird erheblich verbessert, da die Diffusionskoeffizienten der Spezies in Gasphasen sehr viel größer sind als in Flüssigkeiten . • Der Abtransport des Reaktionsprodukts Kohlendioxid ist beim Betrieb einer konventionellen, aus einer flüssigen Phase versorgten DMFC problematisch, da die Gasblasen in einem entsprechenden Zweiphasen- System keine befriedigende Mobilität aufweisen. In einer dampfversorgten Direktmethanolbrennstoffzel-
Ie (DMFC) , in der Reaktions-Edukte und Produkte anodenseitig in der gleichen Phase vorliegen, gestaltet sich der CO2-Abtransport erheblich effektiver (J. Kallo et al . , Cell Voltage Transient of a Gas-fed Direct Methanol Fuel Cell, Journal of Power Sources 127 (2004) , 181-186) .
• Neben Einbußen, die durch eine vergleichsweise geringe Aktivität des Anodenkatalysators verursacht werden, treten in der DMFC zusätzlich Verluste durch den Durchtritt von Methanol zur Kathode auf
(„Crossover") . Dies hat neben BrennstoffVerlusten zusätzlich eine Senkung des Kathodenpotentials zur Folge. Für eine dampfbetriebene Zelle wurde berichtet (Kallo et al . , Conductance and Methanol Crossover Investigation of Nafion Membranes in a
Vapor-fed DMFC, Journal of the Electrochemical Society, 150 (6) (2003) , A765-A769) , dass gegenüber einer flüssigphasenversorgten Zelle der Crossover um bis zu 50% verringert werden kann, was signifi- kante Vorteile für die Leistungsdaten des BrennstoffZeilensystems aufweist.
• Hierauf aufbauend kann die Konzentration des Methanols im Gemisch signifikant erhöht werden, was zu besseren Leistungsdaten und einer einfacheren Systemtechnik führt. • Die Temperatur auf der Anode steigt, da nicht ständig mit einem flüssigen Methanolstrom gekühlt wird. Höhere Temperaturen bringen eine stark verbesserte Methanol-Oxidationskinetik mit sich.
Bisherige Berichte zu dampfbetriebenen DMFC sind in der Regel fokussiert auf Systeme, die einen aktiv geheizten Verdampfer verwenden. Die Vorteile aus dem Dampfbetrieb werden bei diesem Ansatz durch den Nachteil einer aufwendigeren Systemperipherie weitgehend zunichte gemacht, so dass sich das Dampfkonzept bislang noch nicht durchsetzen konnte.
Eine Übertragung des Dampfkonzepts auf passive, also nicht aktiv geheizte Verdampfer in Verbindung mit planaren Brennstoffzellen ist aus dem Stand der Technik bislang nicht bekannt.
Ausgehend von diesen Nachteilen des Standes der Technik war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine vollständige passive Versorgung des Anodenraums von Brennstoffzellen mit einem fluidischen Brennstoff zu ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch die Direktoxi- dationsbrennstoffzelle mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und das Verfahren zum Betreiben einer Di- rektoxidationsbrennstoffzelle mit den Merkmalen des Anspruchs 26 gelöst. Die weiteren abhängigen Ansprüche zeigen vorteilhafte Weiterbildungen auf.
Erfindungsgemäß wird eine Direktoxidationsbrennstoff- zelle für den konvektionsfreien Transport mindestens eines fluidischen Brennstoffs bereitgestellt, die ei-
ne Membran-Elektroden-Einheit mit Anode und Kathode, mindestens eine Fluidverteilungsstruktur sowie mindestens ein Brennstoffreservoir aufweist. Erfindungswesentlich ist eine Kapillarstruktur, die die Memb- ran-Elektroden-Einheit mit dem mindestens einem
Brennstoffreservoir verbindet. Die erfindungsgemäße Kapillarstruktur ist dabei für den Transport des Brennstoffs vorgesehen, wobei der Transport durch Kapillarkräfte sowie einen Evaporationssog bedingt ist.
Die Kapillarkräfte stellen eine physikalische Eigenschaft dar, die den Transport von Flüssigkeiten und darin enthaltenen Stoffen innerhalb feinster Haarröhrchen, Poren oder Spalten in alle Richtungen, also auh entgegengesetzt zur Schwerkraft ermöglicht . Im Unterschied zu Leitungen mit größerem Querschnitt kann der Transport von benetzenden Flüssigkeiten ohne Pumpen und damit ohne zusätzliche Energie erfolgen. Die Förderhöhe und Fördermenge sind dabei von ver- schiedenen Faktoren abhängig. Hierzu zählen die Adhäsionskraft der Stoffe, die Größe, Zahl und Länge der Kapillaren, die Benetzungsfähigkeit der Flüssigkeit, die Wirkung der Schwerkraft sowie die Saug- und Druckwirkung, wie z.B. beim Evaporationssog.
Das Prinzip des erfindungsgemäßen passiven Transports des Brennstoffs soll anhand des folgenden Beispiels verdeutlicht werden. So wird eine Kapillarstruktur mit einer Vielzahl feinster Glasfasern auf der einen Seite mit Brennstoff benetzt. Nach Austrag der Luft aus der Kapillarstruktur kann der Brennstoff vom Reservoir zur Anode gelangen. Die hier zugrunde liegende Triebkraft für den Transport in der Kapillarstruktur ist neben der Kapillarkraft ein sog. Evaporati- onssog. Im Anodenraum wird der Brennstoff verbraucht, so dass das Partialdruckgefalle vom Reservoir zum
Anodenraum für ein Nachverdampfen des Brennstoffs im Anodenraum sorgt. Die Spitze der Kapillarstruktur verarmt so an Brennstoff, mit der Folge, dass neuer Brennstoff aus dem Reservoir nachgeliefert wird. Der Evaporationssog an der Spitze der Kapillarstruktur wird zusätzlich durch höhere Temperaturen im Anodenraum begünstigt.
Je nach Anforderung des Verbrauchers an die Brenn- stoffzelle werden unterschiedliche Ströme und somit auch unterschiedliche Mengen an Brennstoff benötigt. Bei der erfindungsgemäßen Kapillarstruktur kann der Brennstofffluss über Anzahl, Länge und Größe der Kapillaren entsprechend den Anforderungen des Verbrau- chers angepasst werden.
Vorzugsweise weist die Kapillarstruktur mehrere Kapillaren auf, die im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. In einer bevorzugten Ausführungsform werden hohle Glasfasern als Kapillaren eingesetzt.
Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass mehrere Kapillarstrukturen in paralleler Ausrichtung zueinander in Form eines Geleges verwoben sind. Ein derartiges Gelege oder Matte hat den Vorteil, dass durch die gerichteten Fasern eine größere Kapillarität in Faserrichtung im Vergleich zu chaotisch vernetzten Fasern erreicht werden kann.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass das Brennstoffreser- voir zumindest teilweise mit einem derartigen Gelege ausgekleidet ist. Hierbei ist insbesondere die Wand des Brennstoffreservoirs mit derartigen Gelegen ausgekleidet . Dies ermöglicht einen lageunabhängigen und nahezu füllstandsunabhängigen Betrieb des Reservoirs.
Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass die mindestens eine Kapillarstruktur eine gasdichte Um- mantelung aufweist. Mit dieser können Brennstoffver- luste zwischen Reservoir und Spitze der Kapillar- Struktur verkleinert oder ganz unterbunden werden. Vorzugsweise besteht die gasdichte Ummantelung aus einem Material ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Polyethylen, Polypropylen, Polymethylpenten, Po- lyoximethylen und Ethylenpropylendien-Copolymer .
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass sich die einzelnen Kapillaren der mindestens einen Kapillarstruktur in der anodenseitigen Fluidver- teilungsstruktur in einzelne Glasfasern auffächern und auf die Fläche verteilen. Dabei ist die anoden- seitige Gasdiffusionsschicht bevorzugt hydrophob ausgerüstet, um eine Benetzung der Elektrode mit flüssigem Brennstoff zu verhindern. In der genannten Ausführungsform liegt somit eine Einheit aus Kapillar- struktur und Gasdiffusionsschicht vor.
Durch die Thermodynamik des Verdampfungsprozesses kann unter Einbeziehung einer geeigneten, ebenfalls passiven Nutzung des Produktwassers erreicht werden, dass sich ein selbstregelndes System ergibt: Das
Bestreben des genannten Systems, im Gasraum der Anode den Sättigungspartialdruck für den Brennstoff herzustellen, bietet hierzu die thermodynamische Grundlage. Wird viel Brennstoff umgesetzt, herrscht ein durch Brennstoffzellenverluste bedingte hohe Temperatur, die einen Evaporationssog bewirkt. Dadurch wird mehr Brennstoff nachgeliefert. Wird kein Brennstoff umgesetzt, sinkt die Temperatur und es stellt sich der Sättigungspartialdruck ein. Schließlich kommt der Evaporationssog im thermodynamischen Gleichgewicht zu erliegen.
Auf der Anodenseite der Brennstoffzelle wird der Brennstoff meist unter Zuhilfenahme von Wasser zu Protonen und Elektronen oxidiert . Auf der Kathoden- seite der Brennstoffzelle werden die Protonen mit Hilfe von Luftsauerstoff zu Wasser reduziert. Bei vielen Brennstoffen wird hierbei an der Kathode mehr Wasser erzeugt als an der Anode verbraucht wird. Benutzt man im Gegensatz zum Stand der Technik für flüssige Brennstoffe dünne Ionomere (< 100 μm) für die Membran-Elektroden-Einheiten (MEA) kann bei geeigneter geometrischer Auslegung auch die Rückdiffusion des Wassers von der Kathode ausgenutzt und hoch konzentrierter Brennstoff an die Anode herangeführt werden. Zusätzlich beinhaltet dies den Vorteil, dass bei selbstatmenden Zellen weniger Wasser an die Umgebungsluft abgegeben werden muss . Dadurch wird der Temperaturbereich erweitert, in dem die Brennstoffzelle arbeiten kann.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass die Kapillarstruktur in dem Teilbereich, der an den Anodenraum der Brennstoffzelle grenzt, metallisiert wird. Hierbei wird eine Metallisierung aus Kup- fer mit anschließender Passivierung mit Nickel/Gold oder ähnlichen Metallen bevorzugt. Das nach außen liegende Metall sollte hierbei einen niedrigen Kontaktwiderstand gewährleisten. Bei einem ausreichend niedrigen spezifischen Widerstands des Verbundes, vorzugsweise < 50 mΩ-m, kann auf eine klassische FIu- idverteilerstruktur auf der Anode gänzlich verzichtet und der Strom direkt abgeleitet werden. Vorzugsweise ist der Kapillartransport des Brennstoffs derart gestaltet, dass eine Benetzung der Elektrode mit flüssi- gern Brennstoff nicht stattfindet, z.B. durch sehr geringe Transportmengen.
Es ist weiterhin bevorzugt, dass die metallisierte Kapillarstruktur unter Verzicht auf eine anodenseiti- ge Gasdiffusionsschicht in die Anode integriert ist. Somit lassen sich die Schichtdicken (Elektrode ungefähr 10 μm, Gasdiffusionsschicht ungefähr 200 μm und Faser ungefähr 200 μm) nochmals deutlich verkleinern, vorzugsweise auf etwa 100 μm, so dass die Brennstoffzelle dünner wird und die volumetrischen und auch gravimetrischen Leistungsdichten deutlich zunehmen bzw. eine einfache Gehäuseapplikation möglich wird. Da die Kinetik im Dampfbetrieb deutlich schneller ist, kann auch die Edelmetallbeladung des Anodenbzw, sogar des Kathodenkatalysators erniedrigt wer- den, was zu einer weiteren Reduktion der Schichtdicke wie der Kosten führt. Während die Edelmetallbeladung gemäß dem Stand der Technik bei etwa 2 mg/cm2 liegt, ermöglicht das erfindungsgemäße System Beladungen von weniger als 0,5 mg/cm2.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Brennstoffzelle zusätzlich eine Vorrichtung zum Entfernen von gasförmigen Reaktionsprodukte des flüssigen Brennstoffs aufweist. Hierzu zählt beispielsweise die Entsorgung des entstehenden CO2 auf der Anodenseite. Das CO2 kann in einer bevorzugten Variante durch eine Öffnung in die Umgebungsluft austreten. Dabei kann das Problem des kontinuierlichen diffusiven Verlustes des Brennstoffs auftreten. Daher sollte die Öffnung vor- zugsweise an einem Ende eines Kanals eingebaut sein, sodass sich der hochkonzentrierte Brennstoff weitgehend am Katalysator der Membran-Elektroden-Einheit abgereichert hat.
Eine weitere Lösung für dieses Problem besteht darin, dass ein Druckventil eingebaut wird. Vorzugsweise ist
dieses am Ende des zuvor genannten Kanals angeordnet. Bei einem bestimmten Überdruck im System öffnet das Druckventil kurz, sorgt für einen Druckausgleich mit der Umgebung und verarmt den Kanal wieder an CO2.
Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass der Brennstoff über den Katalysator auf der Anodenseite möglichst weit abgereichert wird und über eine weitere Oxidationsstrecke, z.B. ein Rohr mit einem Kataly- sator, der gegenüber der Umgebungsluft offen ist, geführt wird. Die durch den Katalysator bewirkte Oxida- tion führt dazu, dass kein Brennstoff in die Umgebungsluft austreten kann. Weiterhin kann die Verbrennungsenergie dazu genutzt werden, um den Anodenraum aufzuheizen und folglich die Kinetik der Oxidations- reaktion bzw. auch die Verdampfungsrate des Brennstoffs zu erhöhen. Eine weitere bevorzugte Variante sieht vor, dass die Zuführung des Brennstoffs über die Kapillaren unterbrochen werden kann. Hier sind mechanische Varianten, wie das Herausziehen der Kapillarstruktur, ein Abklemmen der Kapillarstruktur oder auch eine Unterbrechung der Kapillarstruktur durch ein Verschieben von sich ansonsten berührenden Kapillarstrukturen denkbar.
Erfindungsgemäß wird ebenso ein Verfahren zum Betreiben einer Direktoxidationsbrennstoffzelle bereitgestellt, bei dem mindestens ein fluidischer Brennstoff aus mindestens einem Brennstoffreservoir zu einer Membran-Elektroden-Einheit transportiert wird. Der Transport des mindestens einen fluidischen Brennstoffs erfolgt dabei durch mindestens eine Kapillarstruktur unter Ausnutzung von Kapillarkräften und eines Evaporationssogs . Der Transport ist somit konvek- tionsfrei.
Anhand der nachfolgenden Figur soll der erfindungsgemäße Gegenstand näher erläutert werden, ohne diesen auf die hier gezeigte spezielle Ausführungsform einschränken zu wollen.
Die Figur zeigt eine erfindungsgemäße Variante der hier beschriebenen Direktoxidationsbrennstoffzelle dargestellt, die einen konvektionsfreien Transport des Brennstoffs ermöglicht.
Die Figur zeigt eine erste erfindungsgemäße Direktmethanol-Brennstoffzelle 1 im Querschnitt. Die DMFC hat die Form eines Rechtecks mit einer Kantenlänge von 8cm x 4cm und einer Höhe von 1,5cm. Die DMFC 1 ist in der z-Achse schichtenförmig aufgebaut. Sie unterteilt sich in eine Kathodeneinheit und eine Anodeneinheit, die durch eine protonenleitende Membran 2 getrennt sind.
Die Anodeneinheit selbst unterteilt sich in einen Reservoirraum 3 und einem Anodenraum.
Der Anodenraum besteht aus einem Flowfield 6 und einer Gasdiffusionsschicht 7. Das Flowfield 6 grenzt an den Reservoirraum 3, die Gasdiffusionsschicht 7 grenzt anodenseitig an die protonenleitende Membran 2.
Das Flowfield 6 ist als parallele Kanalstruktur aus vergoldetem Edelstahl ausgeführt. Die Kanäle verlaufen in z-Richtung vom Reservoirraum 3 zur Gasdiffusionsschicht 7. Durch das Flowfield 6 wird das Gas homogen verteilt und zur Gasdiffusionsschicht 7 geleitet.
Über das Flowfield 6 wird die an im Betrieb der DMFC anliegende Spannung abgegriffen. Deswegen ist das Flowfield 6 in zwei Bereiche unterteilt: In einen Flowfieldzwischenraum 6a und einen Stromkollektor- Bereich 6b. Der Stromkollektor 6b kontaktiert elektrisch die Gasdiffusionsschicht.
Die Gasdiffusionsschicht 7 besteht aus Kohlenfaservlies. Sie ist hochporös, wodurch ein effektiver An- und Abtransport der Reaktanden erreicht wird. Zudem ist die Gasdiffusionsschicht 7 elektrisch leitfähig. Durch die Vielzahl an feinen Kohlefasern kann die Gasdiffusionsschicht 7 die Anode an eng beieinander liegenden Kontaktstellen homogen kontaktieren.
Die Kathodeneinheit der DMFC 1 besitzt einen analogen Schichtaufbau zu der Anodeneinheit : An die protonenleitende Membran 2 grenzt kathodenseitig eine Gasdiffusionsschicht 10. Die nächste Schicht ist ein Flow- field 11. Gasdiffusionsschicht 10 und Flowfield 11 bilden die Kathodeneinheit.
Die DMFC 1 wird auf der Anodenseite durch eine Endplatte 12 abgeschlossen. Auch auf der Kathodenseite befindet sich eine Endplatte 13, die die DMFC 1 auf dieser Seite abschließt. Die kathodenseitige Endplatte 13 ist teilweise perforiert. Dies gewährleistet die Zufuhr von Sauerstoff während des Betriebs der Zelle.
Der Außenrand der quaderförmigen DMFC 1 wird von einem Zellgehäuse 14 abgeschlossen.
Am Zellgehäuse 14 kann im Bereich des Flowfields 6 ein hier nicht eingezeichnetes Überdruckventil angebracht sein. Das Überdruckventil öffnet bei einem
Druck von 2bar, um im Anodenraum entstandenes Kohlendioxid an die Umgebung abzugeben.
Des Weiteren enthält die DMFC einen Tank 15. Der Tank 15 dient zur Aufnahme des Methanols bzw. des Methanol-Wasser-Gemischs . Der Tank 15 ist mit dem Reservoirraum 3 über eine Kapillarstruktur für den Transport des Brennstoffs 16 verbunden.
Die protonenleitende Membran 2 besteht aus sulfonier- ten Polymeren. Des Weiteren ist die Membran 2 anoden- seitig mit einem Katalysator 8 aus Platin-Ruthenium (Atomverhältnis 50-50) beschichtet, und kathodensei- tig mit einem Katalysator 9 aus Platin. Katalysator 8 und Katalysator 9 sind porös, um über eine möglichst große Oberfläche zu verfügen.
Der Reservoirraum 3 wird von einer saugfähigen Struktur 5 ausgefüllt. Eine erfindungsgemäße Variante be- ruht darauf, dass sich die einzelnen Kapillaren der Kapillarstruktur 16 in den Reservoirraum 3 auffächern.
Die erfindungsgemäße DMFC 1 kann mit reinem Methanol oder einem Methanol-Wasser-Gemisch betrieben werden.
Für den Betrieb wird beispielsweise das Methanol- Wasser-Gemisch in den Tank 15 gefüllt. Aufgrund der Saugwirkung der Zuleitung 6 und der saugfähigen Struktur 5 wird das Gemisch vom Tank 15 über die Zuleitung 16 in den Reservoirraum 3 angesaugt und in diesem verteilt.
Das vom Methanolgemisch abdampfende Gas gelangt in das Flowfield 6. Durch Flowfield 6 wird das Gas homogen über die Gasdiffusionsschicht 7 verteilt.
Schließlich gelangt das Gas an die Anode, d.h., an die anodenseitige Katalysatorschicht 8 der Membran 2.
Kathodenseitig gelangt Sauerstoff aus der Umgebung der DMFC 1 durch die kathodenseitige perforierte Endplatte 13 an die kathodenseitige Katalysatorschicht 9 der Membran.
Bei den folgenden Reaktionen entsteht anodenseitig Kohlendioxid und kathodenseitig Wasser. Das Kohlendioxid, das bei einem zu hohen Anteil den Betrieb der Zelle hemmen würde, wird durch das Überdruckventil an die Umgebung abgegeben. Das Wasser wird von der Umgebungsluft aufgenommen.
Der beschriebene Vorgang läuft so lange, wie Methanolgemisch in den Reservoirraum 3 gesogen werden kann. Es ist somit ein dauerhafter Betrieb der DMFC 1 möglich.
Insbesondere verläuft der Vorgang völlig selbsttätig: Es sind keine äußeren, aktiven Mittel, wie beispielsweise Pumpen, die das Methanolgemisch fördern, notwendig, um den Betrieb der Zelle aufrechtzuerhalten. Eine solche Zelle kann klein und kompakt gestaltet werden, so dass diese sich insbesondere als Batterieersatz anbietet.
Als Alternative kann Flowfield 6 und 11, und Gasdif- fusionsschicht 7 und 10 durch mikrostrukturierte
Flowfields ersetzt werden. Diese Mikrostrukturen vereinigen die Eigenschaften der Gasdiffusionsschicht und des Flowfields.
In einer weiteren alternativen Ausführungsform ist die Anodeneinheit mit einem Heizelement versehen. Mit
diesem Heizelement lässt sich die Abdampfrate des Methanols oder des Methanol-Wasser-Gemischs regulieren. Dadurch kann die Ausgangsleistung der DMFC gesteuert, insbesondere stabilisiert werden.
Der gasförmige Methanolfluss aus dem Reservoirraum 3 in den Anodenraum und somit an die Reaktionsoberfläche der Anode kann generell durch geeignete geometrische Strukturen variiert und für die jeweilige Anwen- düng angepasst werden. Beispielsweise kann dies durch die Anordnung der Stromkollektoren des Flowfields 6b (Höhe bzw. Breite der Stege, Größe der Zwischenräume) , die Dicke der Gasdiffusionsschicht 7 oder die Geometrie des mikrostrukturierten Flowfields (Öff- nungsverhältnis etc.) realisiert werden. Durch geeignete konstruktive Maßnahmen kann der Methanolfluss so eingestellt werden, dass das Methanol weitgehend vollständig an der Anode oxidiert wird. Idealerweise wird damit nur soviel Methanol an die Anode geliefert wie tatsächlich durch die elektrochemische Oxidati- onsreaktion verbraucht wird. Somit wird Methanol- Crossover und die damit verbundenen Verluste im Wesentlichen vermieden. Das insbesondere bei einem Betrieb mit nahezu reinem Methanol an der Anode benö- tigte Wasser gelangt von der Kathode durch Diffusion durch die Membran 2 zur Anode. Insofern ist ein Betrieb mit hochkonzentriertem Methanol möglich, der Vorteil der hohen Energiedichte des Methanols kann ausgenutzt werden.