1 ,2-Dithiol-3-thione als Kettenüberträger bei radikalischen Polymerisationen
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrollierte radikalische Polymerisation von radikalisch polymerisierbaren Monomeren in Gegenwart von 1 ,2-Dithiol-3-thionen als Kettenüberträger.
Die radikalische Polymerisation stellt eines der wichtigsten Verfahren zur großtechnischen Herstellung zahlreicher wichtiger chemischer Produkte, insbesondere von Kunststoffen, dar. Die Bedeutung der radikalischen Polymerisation beruht vor allem auf der Vielfalt der einsetzbaren Monomeren, der Unempfindlichkeit des Verfahrens gegen Verunreinigungen und der vergleichsweise einfachen Durchführbarkeit der Polymerisation. So lassen sich Massenpolymere, wie Polystyrol, Polymethylmethacrylat, Polyethy- len und dergleichen preisgünstig herstellen. Die Grenzen dieses Verfahrens finden sich in der begrenzten Kontrollierbarkeit der Molmassen und der Beschränkung auf relativ einfache Polymerarchitekturen. Einige dieser Nachteile werden durch sogenannte „lebende" Verfahren, wie die kationische oder anionische lebende Polymerisation, kompensiert. Der Begriff „lebend" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass bei den lebenden Polymerisationen Abbruchreaktionen der reaktiven, d. h. der wachsenden Kettenenden im Wesentlichen unterdrückt werden. Bei einem gleichzeitigen Start der Polymerisation wachsen daher alle Makroradikale mit in etwa derselben Geschwindigkeit und alle Ketten haben im Wesentlichen immer dieselbe Kettenlänge. Dadurch zeichnen sich die entstehenden Polymere durch eine relativ enge Molekulargewichtsverteilung aus, die sich in einem niedrigen Polydispersitätsindex (PDI = Mw/Mn; Mw = gewichtsmittleres Molekulargewicht; Mn = zahlenmittleres Molekulargewicht) ausdrückt. Die ionischen lebenden Verfahren erlauben daher, die Molmassen der Produkte gezielt einzustellen. Außerdem ist es mit ihnen möglich, komplexere Strukturen, wie beispielsweise Blockcopolymere herzustellen. Ein Nachteil der lebenden ionischen Verfahren ist jedoch, dass sie hohe Anforderungen an die Reinheit der eingesetzten Reaktanden stellen und häufig auch Tieftemperaturtechniken erfordern, so dass sie ökonomisch nicht so attraktiv sind.
In den letzten Jahren ist es jedoch gelungen, auch bei radikalischen Polymerisationen kontrollierte (= lebende) Verfahren zur entwickeln. Kontrollierte radikalische Polymerisationen ermöglichen die exakte Kontrolle der Kettenlänge, der Endgruppen und der Mikroarchitektur der entstehenden Polymerketten. So gelingt es mittlerweile, auch mit radikalischen Polymerisationen Blockcopolymere, Gradientencopolymere, Sternpolymere sowie dendrimere, verzweigte und endgruppenfunktionalisierte Polymere herzu-
stellen. Gleichzeitig ist diese neue lebende radikalische Polymerisationstechnik den herkömmlichen lebenden ionischen Polymerisationsverfahren in einigen wichtigen Punkten überlegen: So können wesentlich mehr Monomerklassen polymerisiert werden; auch der experimentelle Aufwand ist um Vieles geringer, da die Anforderungen an die Reinheit der Reaktanden deutlich geringer sind als bei ionischen Polymerisationen und auch Tieftemperaturtechniken in der Regel nicht erforderlich sind. Außerdem bleiben aktive Zentren im Polymer enthalten, die für weitere Reaktionen verwendet werden können.
Das Grundprinzip aller lebenden Polymerisationen ist die Unterdrückung der Abbruchreaktion der reaktiven, d. h. wachsenden Kettenenden. Während bei der ionischen Polymerisation der Abbruch zwischen zwei reaktiven Enden (zwei Anionen oder zwei Kationen) prinzipiell unmöglich ist, können bei der radikalischen Polymerisation die Kettenenden (zwei Radikale) durch Rekombination oder Disproportionierung miteinander reagieren oder durch Übertragungsreaktionen ihre Radikalfunktion verlieren und dadurch zu einem Kettenabbruch führen. Diese Abbruchreaktionen werden bei der kontrollierten oder lebenden radikalischen Polymerisation durch ein dynamisches Gleichgewicht zwischen einer relativ geringen Anzahl an aktiven, d.h. wachsenden freien Radikalen und einer relativ großen Anzahl an sogenannten „schlafenden" Radikalen minimiert. Die schlafenden radikalischen Zentren sind geschützt und können nicht miteinander rekombinieren, d. h. die Konzentration an reaktiven Kettenenden ist drastisch gesenkt, wodurch Nebenreaktionen zurückgedrängt werden. Nach einer Aktivierungsreaktion können die schlafenden Zentren dann weiter polymerisieren. Die Überführung der reaktiven Kettenenden in schlafende Spezies kann durch Ausbildung von C-S-, C- O-N- oder C-Halogen-Bindungen erfolgen. Je nach Reagens, mit welchem die Überführung in schlafende Spezies durchgeführt wird, unterscheidet man folgende Techniken
- Atom Transfer Radical Polymerization (ATRP), bei der freie Radikale mit den entsprechenden Alkylhalogeniden (schlafende Spezies) über einen Redoxprozess im Gleichgewicht stehen,
- Nitroxide Mediated Radical Polymerization (NMRP), bei der stabile Radikale auf Basis von Nitroxiden, wie TEMPO, mit den wachsenden Kettenenden reversibel zu Alkoxya- minen reagieren, und
- Reversible Addition Fragmentation Polymerization (RAFT).
Bei der RAFT-Polymerisation wird in bisher bekannten Verfahren eine Dithioverbin- dung, meist spezielle Dithioester oder Xanthogenate, als Kettenüberträger verwendet. Der Mechanismus der Umwandlung der Radikalzentren in schlafende Radikale mit Hilfe der Dithioverbindung und ihre erneute Freisetzung ist in folgendem Schema bei-
spielhaft dargestellt. Zur Veranschaulichung wurde als Initiator ein homolytisch spaltbarer Radikalstarter und als Dithioverbindung ein Dithioester gewählt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Mechanismus auch bei Wahl anderer Initiatoren und/oder anderer Dithioverbindungen als Kettenüberträger analog oder zumindest ähnlich ver- läuft.
Initiator 2 I* I* + Monomer Pn *
SR SR
Pn-S pn* + P — S-C- . + R*
\
Z Z Z
R* + Monomer — ». P *
Monomer Monomer
Im ersten Schritt findet die Bildung der Startradikale durch den Zerfall eines herkömm- liehen Initiators b, wie er auch bei der freien radikalischen Polymerisation verwendet wird, in zwei Startradikale I* statt. Im zweiten Schritt reagiert dieses Startradikal I* mit einem Monomer. Dies ist als Kettenstart zu betrachten und führt zu einem Pn *-Radikal. Das Pn *-Radikal reagiert im dritten Schritt mit der Dithio-Komponente, die als Ketten- transferreagens wirkt, und führt zur Ausbildung eines mehr oder weniger stabilen Zwi- schenradikals. Dieses hat zwei Möglichkeiten weiterzu reagieren: Einerseits kann es zurückreagieren und das Pn *-Radikal wieder freisetzten. Zum anderen kann es auch den Rest R als ein R*-Radikal freisetzen. Durch geeignete Wahl der Gruppe Z und des Rests R wird der zweite Weg der Radikalfreisetzung aus dem Übergangsradikal bevorzugt. Das freigesetzte Radikal R* ist seinerseits in der Lage, eine neue Polymerkette zu starten, indem es mit dem Monomer zu der Spezies Pm * reagiert. Die Spezies Pm * und Pn * weisen die gleiche Reaktivität im Hinblick auf die Umsetzung mit weiteren Monomeren, aber auch mit der Dithio-Komponente auf. Dadurch entsteht ein Gleichgewicht zwischen der Übergangsradikalspezies und den beiden Radikalen Pn * und Pm *. Die Einstellung dieses Gleichgewichts ist für die Kontrolle der Polymerisation verant- wortlich.
Die Wirksamkeit der Dithio-Komponente als Kettentransferagens wird im Wesentlichen durch zwei Aspekte beeinflusst. So ist der Rest Z für die Stabilisierung des Dithio- Übergangsradikals zuständig. Je besser diese Zwischenverbindung stabilisiert ist, umso stärker wird die Bildung der Übergangsspezies gefördert. Die zweite Komponente, die einen großen Einfluss auf die Reaktivität des Kettentransferreagenzes hat, ist der Rest R, der einerseits eine gute Abgangsgruppe darstellen muss, aber gleichzeitig in der Lage sein muss, mit dem Monomer zu reagieren, um eine neue Polymerkette zu starten.
Als Kettentransferreagenzien bei der RAFT-Polymerisation werden im Stand der Technik vor allem Dithiocarbonsäureester oder -salze sowie Xanthogenate, d. h. die Salze oder Ester der Dithiokohlensäure, eingesetzt.
So beschreibt die WO 2004/014967 die radikalische kontrollierte Polymerisation von Acrylsäure(salzen) zu Homo- oder Copolymeren in Gegenwart der Natriumsalze von α-su bstituierten ß-carboxylierten Xanthogenaten, die durch die Umsetzung eines KaIi- umxanthogenats mit dem Natriumsalz von 2-Brompropionsäure erhalten wird, als Kettenüberträger.
Die WO 99/31144 beschreibt die kontrollierte radikalische Polymerisation einer Vielzahl von Monomeren unter Verwendung verschiedener, teilweise recht komplexer Dithi- oester, Dithiocarbamate und Xanthogenate als Kettentransferreagenzien.
Die US-A-2003/0195310 beschreibt die radikalische kontrollierte Polymerisation zur Herstellung von linearen, polymeren, ABA-Copolymeren und Stern-Polymeren in Gegenwart verschiedener Dithioester und Trithiokohlensäureester als Kettenüberträger.
Die E P-A- 1205492 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Homo- und Co- Polymeren durch RAFT-Miniemulsionspolymerisation in Gegenwart verschiedener Dithioester.
Die WO 2004/056880 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Multiblock- Copolymeren in Gegenwart verschiedener Dithioester als Kettenüberträger.
Ein Nachteil all dieser im Stand der Technik beschriebenen Dithio-Verbindungen ist, dass sie nur über aufwendige Synthesen zugänglich sind und/oder ihre Synthese von relativ teuren Edukten ausgeht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein einfacher herzustellendes Ket- tentransferreagens für die radikalische kontrollierte Polymerisation bereitzustellen.
Die Aufgabe wurde gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrollierte radikalische Polymerisation, bei dem man wenigstens ein radikalisch po- lymerisierbares Monomer in Gegenwart wenigstens eines Radikalstarters und wenigstens eines Kettenüberträgers der Formel I
worin
Ra und Rb unabhängig voneinander für H, Halogen, OH, SH, CN, Nitro, Amino, Formyl, Carboxyl, Thiocarboxyl (-C(S)OH), Dithiocarboxyl (CSSH), Aryl, d-Cso-Alkyl,
C2-C8o-Alkenyl, C2-C8O-AI kinyl, Ci-Cio-Alkyloxy, C2-Cio-Alkenyloxy, C2-Ci0- Alkinyloxy, Ci-Cio-Alkylthio, C2-Ci0-Alkenylthio, C2-Ci0-Alkinylthio, C1-C10- Alkylcarbonyl, Ci-Cio-Alkylthiocarbonyl, Ci-Cio-Alkylcarbonyloxy, C1-C10- Alkylthiocarbonyloxy, Ci-Cio-Alkyloxycarbonyl, Ci-Cio-Alkyloxythiocarbonyl, Ci-Cio-Alkyloxycarbonyloxy, Ci-Cio-Alkyloxythiocarbonyloxy, Ci-Cio-Alkylamino oder Di-(Ci-Cio-alkyl)-amino stehen, wobei Alkyl, Alkenyl und Alkinyl in den 19 vorgenannten Resten unsubstituiert sein können, teilweise oder vollständig halo- geniert sein können und/oder 1 , 2, 3 oder 4 gleiche oder verschiedene Substi- tuenten tragen können, die ausgewählt sind unter OH, Ci-Cio-Alkoxy, SH, C1-C10- Alkylthio, CN, Nitro, Amino, Ci-Cio-Alkylamino, Di-(Ci-Cio-alkyl)-amino, Formyl,
Ci-Cio-Alkylcarbonyl, Ci-Cio-Alkylthiocarbonyl, Carboxyl, Thiocarboxyl, C1-C10- Alkoxycarbonyl, Ci-Cio-Alkoxythiocarbonyl, Ci-Cio-Alkylcarbonyloxy, C1-C10- Alkylthiocarbonyloxy, Ci-Cio-Alkoxycarbonyloxy, Ci-Cio-Alkoxythiocarbonyloxy und Aryl,
oder Ra und Rb bilden gemeinsam mit den Kohlenstoffatomen, an die sie gebunden sind, einen 5- oder 6-gliedrigen gesättigten oder ungesättigten Ring, der 1 , 2 oder 3 Heteroatome, die ausgewählt sind unter O, S und N, und/oder 1 oder 2 Carbonylgruppen als Ringglieder enthalten kann, wobei der Ring 1 , 2 oder 3
Substituenten tragen kann, die ausgewählt sind unter Halogen, OH, Ci-C4-Alkyl, Ci-C4-Halogenalkyl, CrC4-AIkOXy und Ci-C4-Halogenalkoxy,
und gegebenenfalls wenigstens eines Lösungsmittels polymerisiert.
Die Begriffe „Kettenüberträger" und „Kettentransferagens" oder „Kettentransferrea- gens" werden im Rahmen der folgenden Erfindung synonym verwendet.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung steht Ci-C4-Alkyl für einen linearen oder ver- zweigten Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sec-Butyl, Isobutyl und tert-Butyl.
Ci-Cβ-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, sec-Butyl, Iso- butyl, tert-Butyl, Pentyl, Isopentyl, Neopentyl, Hexyl, Isohexyl und Stellungsisomere davon.
Ci-Cio-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei Ci-Cβ-Alkyl genannten Bei- spielen Heptyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, Nonyl und Decyl sowie Stellungsisomere davon.
Ci-C2o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei Ci-Cio-Alkyl genannten Beispielen Undecyl, Dodecyl, Tridecyl, Tetradecyl, Pentadecyl, Hexadecyl, Heptadecyl, Octadecyl, Nonadecyl und Eicosyl sowie Stellungsisomere davon.
Ci-C3o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei Ci-C2o-Alkyl genannten Beispielen Henicosyl, Docosyl, Tricosyl, Tetracosyl, Pentacosyl, Hexacosyl, Heptacosyl, Octacosyl, Nonacosyl und Squalyl sowie Stellungsisomere davon.
Ci-C4o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 40 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei Ci-C3o-Alkyl genannten Beispielen die höhere Homologen mit 31 bis 40 Kohlenstoffatomen und deren Stellungsi- somere.
Ci-Cso-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 80 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei Ci-C4o-Alkyl genannten Bei-
spielen die höhere Homologen mit 41 bis 80 Kohlenstoffatomen und deren Stellungsisomere.
C4-Ci2-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 4 bis 12 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind n-Butyl, sec-Butyl, Isobutyl, tert-Butyl, Pentyl, Iso- pentyl, Neopentyl, Hexyl, Isohexyl, Heptyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, Nonyl, Decyl, Undecyl und Dodecyl sowie Stellungsisomere davon.
C4-C2o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 4 bis 20 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei C4-Ci2-Alkyl genannten Beispielen Tridecyl, Tetradecyl, Pentadecyl, Hexadecyl, Heptadecyl, Octadecyl, Nonade- cyl und Eicosyl sowie Stellungsisomere davon.
C4-C3o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 4 bis 30 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei C4-C2o-Alkyl genannten Beispielen Henicosyl, Docosyl, Tricosyl, Tetracosyl, Pentacosyl, Hexacosyl, Heptacosyl, Octacosyl, Nonacosyl und Squalyl sowie Stellungsisomere davon.
C4-C4o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 4 bis 40 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei C4-C3o-Alkyl genannten Beispielen die höhere Homologen mit 31 bis 40 Kohlenstoffatomen und deren Stellungsisomere.
C4-C8o-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 4 bis 80 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den bereits bei C4-C4o-Alkyl genannten Beispielen die höhere Homologen mit 41 bis 80 Kohlenstoffatomen und deren Stellungsisomere.
Höhere Alkylreste, v. a. solche mit mehr als 6 Kohlenstoffatomen, z. B. mit 8 bis 10, 8 bis 20, 8 bis 30, 8 bis 40 oder 8 bis 80 Kohlenstoffatomen, leiten sich vorzugsweise von Oligomeren oder Polymeren von niederen Alkenen, vor allem von C2-C6-Alkenen, wie Ethylen, Propen, 1- und 2-Buten, Isobuten, 1- und 2-Penten oder 1-, 2- und 3-Hexen, ab.
C2-C4-Hydroxyalkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, in denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch eine Hydroxygrup- pe ersetzt sind, wobei jedes Kohlenstoffatom in der Regel höchstens eine Hydro- xygruppe trägt. Beispiele hierfür sind 2-Hydroxyethyl, 2- und 3-Hydroxypropyl, 2,3-Dihydroxypropyl, 4-Hydroxybutyl und dergleichen.
C2-C6-Hydroxyalkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, in denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch eine Hydroxygrup- pe ersetzt sind, wobei jedes Kohlenstoffatom in der Regel höchstens eine Hydro- xygruppe trägt. Beispiele hierfür sind neben den bei C2-C4-Hydroxyalkyl genannten Beispielen Pentaerythrit und Sorbit.
C2-Cio-Hydroxyalkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen ein oder mehrere Wasserstoffatome durch eine Hydro- xygruppe ersetzt sind, wobei jedes Kohlenstoffatom in der Regel höchstens eine
Hydroxygruppe trägt. Beispiele hierfür sind 2-Hydroxyethyl, 2- und 3-Hydroxypropyl, 2,3-Dihydroxypropyl, 4-Hydroxybutyl, Pentaerythrit, Sorbit und dergleichen.
Ci-C6-Haloalkyl steht für einen Ci-Cδ-Alkylrest, in dem wenigstens ein Wasserstoffatom durch ein Halogenatom, z. B. durch F, Cl oder Br ersetzt ist. Ci-C4-Haloalkyl steht für einen Ci-C4-Alkylrest, in dem wenigstens ein Wasserstoffatom durch ein Halogenatom, z. B. durch F, Cl oder Br ersetzt ist. Beispiele hierfür sind Chlormethyl, Dichlormethyl, Trichlormethyl, Fluormethyl, Difluormethyl, Trifluormethyl, 1 ,1-Difluorethyl, 2,2,2-Trifluorethyl, Pentafluorethyl, 3,3,3-Trifluorpropyl, 1 ,1-Dichlorethyl, 2,2,2-Trichlorethyl, Pentachlorethyl, 3,3,3-Trichlorpropyl und dergleichen.
Silyl-substituiertes Ci-Cio-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen wenigstens ein Wasserstoffatom durch eine Si- lylgruppe SiR'R"R'" substituiert ist, wobei R', R" und R'" unabhängig voneinander für Ci-Cβ-Alkyl oder Ci-Cδ-Alkoxy stehen. Beispiele hierfür sind Trimethoxysilylpropyl, Triethoxysilylpropyl, Tripropoxysilylpropyl.Tributoxysilylpropyl, Dimethoxymethylsi- lylpropyl, Diethoxymethylsilylpropyl, Dipropoxymethylsilylpropyl, Diisopropoxymethylsi- lylpropyl, Dibutoxymethylsilylpropyl, Trimethoxysilylethyl, Triethoxysilylethyl, Tripropo- xysilylethyl.Tributoxysilylethyl, Dimethoxymethylsilylethyl, Diethoxymethylsilylethyl, Dipropoxymethylsilylethyl, Diisopropoxymethylsilylethyl, Dibutoxymethylsilylethyl, Tri- methoxysilylmethyl, Triethoxysilylmethyl, Tripropoxysilylmethyl.Tributoxysilylmethyl, Dimethoxymethylsilylmethyl, Diethoxymethylsilylmethyl, Dipropoxymethylsilylmethyl, Diisopropoxymethylsilylmethyl, Dibutoxymethylsilylmethyl und dergleichen.
Amin- oder Ammonium-substituiertes Ci-Cio-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen wenigstens ein Wasserstoffatom, z. B. 1 , 2 oder 3 Wasserstoffatome, vorzugsweise ein Wasserstoffatom, durch eine Aminogruppe NR'R" bzw. eine Ammoniumgruppe NR'R"R'" substituiert ist, wobei R', R" und R'" unabhängig voneinander für H, d-Cβ-Alky! oder C-i-Cβ-
Hydroxyalkyl stehen. Beispiele hierfür sind 2-Aminoethyl, 2-(Methylamino)ethyl, 2-(Methylammonium)ethyl, 2-(Dimethylamino)ethyl, 2-(Dimethylammonium)ethyl, 2-(Tπmethylammonium)ethyl, 2-(Ethylamino)ethyl, 2-(Ethylammonium)ethyl, 2-(Diethylamino)ethyl, 2-(Diethylammonium)ethyl, 2-(Triethylammonium)ethyl, 2-(Propylamino)ethyl, 2-(Propylammonium)ethyl, 2-(Dipropylamino)ethyl, 2-(Dipropylammonium)ethyl, 2-(Tripropylammonium)ethyl, 3-Aminopropyl, 3-(Methylamino)propyl, 3-(Methylammonium)propyl, 3-(Dimethylamino)propyl, 3-(Dimethylammonium)propyl, 3-(Trimethylammonium)propyl, 3-(Ethylamino)propyl, 3-(Ethylammonium)propyl, 3-(Diethylamino)propyl, 3-(Diethylammonium)propyl, 3-(Triethylammonium)propyl, 3-(Propylamino)propyl, 3-(Propylammonium)propyl,
3-(Dipropylamino)propyl, 3-(Dipropylammonium)propyl, 3-(Tripropylammonium)propyl und dergleichen. Es versteht sich von selbst, dass bei Ammonium-substituiertem Alkyl ein Gegenanion, z. B. Chlorid, Bromid oder Sulfat, anwesend ist.
Sulfonsäure- oder Sulfonat-substituiertes Ci-Cio-Alkyl steht für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen wenigstens ein Wasserstoffatom, z. B. 1 , 2 oder 3 Wasserstoffatome, vorzugsweise ein Wasserstoffatom, durch eine Sulfonsäuregruppe (-SO3H) oder eine Sulfonatgruppe substituiert ist. Der Begriff „Sulfonatgruppe" bezieht sich dabei sowohl auf Sulfonsäuresalze -Sθ3"(Mx+)i/x als auch auf Sulfonsäureester -SO3R. (Mx+)i/x steht für ein Metallkationäquivalent oder ein Ammoniumion (NRαRßRγRδ)+. Vorzugsweise steht M für ein Alkalimetall, wie Lithium, Natrium oder Kalium, ein Erdalkalimetall, wie Calcium oder Magnesium, ein Metall der dritten Hauptgruppe, wie Aluminium, oder ein Übergangsmetall, wie Eisen oder Nickel. Vorzugsweise steht M für ein Alkalimetall, insbesondere für Natrium oder KaIi- um. Rα, Rß, Rγ und Rδ stehen unabhängig voneinander für H, Ci-Cio-Alkyl oder C2-C10- Hydroxyalkyl. R steht für Ci-Cio-Alkyl oder C2-Cio-Hydroxyalkyl. Vorzugsweise steht Sulfonat-substituiertes Ci-Cio-Alkyl für einen linearen oder verzweigten Alkylrest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen ein Wasserstoffatom durch eine Sulfonsäure- salzgruppe Sθ3"(Mx+)i/x substituiert ist.
Ci-C4-Alkyloxy (oder -Alkoxy) steht für einen Ci-C4-Alkylrest, der über ein Sauerstoffatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy, n-Butoxy, 2-Butoxy, Isobutoxy und tert-Butoxy.
Ci-Cδ-Alkyloxy (oder -Alkoxy) steht für einen Ci-Cδ-Alkylrest, der über ein Sauerstoffatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind neben den für Ci-C4-Alk(yl)oxy genannten Beispielen Pentoxy und Hexoxy sowie Stellungsisomere davon.
Ci-Cio-Alkyloxy (oder -Alkoxy) steht für einen Ci-Cio-Alkylrest, der über ein Sauerstoffatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind neben den für Ci-C6-Alk(yl)oxy genannten Beispielen Heptyloxy, Octyloxy, 2-Ethylhexyloxy, Nonyloxy, Decyloxy sowie Stellungsisomere davon.
Ci-C4-Alkylthio steht für einen Ci-C4-Alkylrest, der über ein Schwefelatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind Methylthio, Ethylthio, Propylthio, Isopropylthio, Butylthio, sec-Butylthio, Isobutylthio und tert-Butylthio.
d-Cδ-Alkylthio steht für einen Ci-Cδ-Alkylrest, der über ein Schwefelatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind neben den für Ci-C4-Alkylthio genannten Beispielen Pentyl- thio, Hexylthio sowie Stellungsisomere davon.
Ci-Cio-Alkylthio steht für einen Ci-Cio-Alkylrest, der über ein Schwefelatom gebunden ist. Beispiele hierfür sind neben den für Ci-Cβ-Alkylthio genannten Beispielen Heptyl- thio, Octylthio, 2-Ethylhexylthio, Nonylthio, Decylthio sowie Stellungsisomere davon.
Ci-Cio-Alkylcarbonyl steht für eine Gruppe der Formel R-CO-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkylgruppe steht. Beispiele sind Acetyl, Propionyl und der- gleichen.
Ci-Cio-Alkylthiocarbonyl steht für eine Gruppe der Formel R-CS-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkylgruppe steht. Beispiele sind Thioacetyl, Thiopropionyl und dergleichen.
Ci-Cio-Alkylcarbonyloxy steht für eine Gruppe der Formel R-CO-O-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkylgruppe steht. Beispiele sind Acetyloxy, Propiony- loxy und dergleichen.
C-i-C-io-Alkylthiocarbonyloxy steht für eine Gruppe der Formel R-CS-O-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkylgruppe steht. Beispiele sind Thioacetyloxy, Thiopropionyloxy und dergleichen.
Ci-Cio-Alk(yl)oxycarbonyl steht für eine Gruppe der Formel R-CO-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkoxygruppe steht. Beispiele sind Methoxycarbonyl, Ethoxycarbonyl und dergleichen.
Ci-Cio-Alk(yl)oxythiocarbonyl steht für eine Gruppe der Formel R-CS-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkoxygruppe steht. Beispiele sind Methoxythiocarbo- nyl, Ethoxythiocarbonyl und dergleichen.
Ci-Cio-Alk(yl)oxycarbonyloxy steht für eine Gruppe der Formel R-CO-O-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkoxygruppe steht. Beispiele sind Methoxycar- bonyloxy, Ethoxycarbonyloxy und dergleichen.
Ci-Cio-Alk(yl)oxythiocarbonyloxy steht für eine Gruppe der Formel R-CS-O-, worin R für eine wie vorstehend definierte Ci-Cio-Alkoxygruppe steht. Beispiele sind Methoxy- thiocarbonyloxy, Ethoxythiocarbonyloxy und dergleichen.
C2-C4-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind Ethenyl, 1-Propenyl, 2-Propenyl, 1-Methylethenyl, 1-Butenyl, 2-Butenyl, 3-Butenyl, 1-Methyl-1-propenyl, 2-Methyl-1-propenyl, 1 -Methyl-2-propenyl und 2-Methyl-2-propenyl.
C2-C6-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C4-Alkenyl genannten 1-Pentenyl, 2-Pentenyl, 3-Pentenyl, 4-Pentenyl, 1-Methyl-1-butenyl, 2-Methyl-1-butenyl, 3-Methyl-1-butenyl, 1-Methyl-2-butenyl, 2-Methyl-2-butenyl, 3-Methyl-2-butenyl, 1-Methyl-3-butenyl, 2-Methyl-3-butenyl, 3-Methyl-3-butenyl, 1 , 1 -Dimethyl-2-propenyl, 1 ,2-Dimethyl-1 -propenyl, 1 ,2-Dimethyl-2-propenyl, 1-Ethyl-1 propenyl, 1-Ethyl-2-propenyl, 1-Hexenyl, 2-Hexenyl, 3-Hexenyl, 4-Hexenyl, 5-Hexenyl, 1-Methyl-1-pentenyl, 2-Methyl-1-pentenyl, 3-Methyl-1-pentenyl,
4-Methyl-1-pentenyl, 1-Methyl-2-pentenyl, 2-Methyl-2-pentenyl, 3-Methyl-2-pentenyl, 4-Methyl-2-pentenyl, 1-Methyl-3-pentenyl, 2-Methyl-3pentenyl, 3-Methyl-3-pentenyl, 4-Methyl-3-pentenyl, 1-Methyl-4-pentenyl, 2-Methyl-4-pentenyl, 3-Methyl-4-pentenyl, 4-Methyl-4-pentenyl, 1 ,1-Dimethyl-2-butenyl, 1 ,1-Dimethyl-3-butenyl, 1 ,2-Dimethyl-1-butenyl, 1 ,2-Dimethyl-2-butenyl, 1 ,2-Dimethyl-3-butenyl, 1 ,3-Dimethyl-1 -butenyl, 1 ,3-Dimethyl-2-butenyl, 1 ,3-Dimethyl-3-butenyl, 2,2-Dimethyl-3-butenyl, 2,3-Dimethyl-1 -butenyl, 2,3-Dimethyl-2-butenyl, 2,3-Dimethyl-3-butenyl, 3,3-Dimethyl-1 -butenyl, 3,3-Dimethyl-2-butenyl, 1 -Ethyl-1 -butenyl, 1-Ethyl-2-butenyl, 1-Ethyl-3-butenyl, 2-Ethyl-1 -butenyl, 2-Ethyl-2-butenyl, 2-Ethyl-3-butenyl, 1 ,1 ,2-Trimethyl-2-propenyl,
1 -Ethyl-1 -methyl-2-propenyl, 1 -Ethyl-2-methyl-1 -propenyl, 1 -Ethyl-2-methyl-2-propenyl und dergleichen.
C2-Cio-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C6-Alkenyl genannten 1-, 2- und 3-Heptenyl, 1-, 2-, 3- und 4-Octenyl, 1-, 2-, 3- und 4-Nonenyl und 1-, 2-, 3-, 4- und 5-Decenyl sowie Stellungsisomere davon.
C2-C2o-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-Cio-Alkenyl genannten die höheren Homologen mit 1 1 bis 20 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C3o-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 30 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C2o-Alkenyl genannten die höheren Homologen mit 21 bis 30 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C4o-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 40 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C3o-Alkenyl genannten die höheren Homologen mit 31 bis 40 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-Cso-Alkenyl steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 80 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C4o-Alkenyl genannten die höheren Homologen mit 41 bis 80 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
Höhere Alkenylreste, v. a. solche mit mehr als 6 Kohlenstoffatomen, z. B. mit 8 bis 10, 8 bis 20, 8 bis 30, 8 bis 40 oder 8 bis 80 Kohlenstoffatomen, leiten sich vorzugsweise von Oligomeren oder Polymeren von niederen Alkenen, vor allem von C2-C6-Alkenen, wie Ethylen, Propen, 1- und 2-Buten, Isobuten, 1- und 2-Penten oder 1-, 2- und 3-Hexen, ab.
C2-C4-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind Ethinyl, 1-Propinyl, 2-Propinyl, 1-Butinyl, 2-Butinyl, 3-Butinyl, 1-Methyl-2-propinyl, und dergleichen.
C2-C6-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C4-Alkinyl genannten 1-Pentinyl, 2-Pentinyl,
3-Pentinyl, 4-Pentinyl, 1-Methyl-2-butinyl, 1 -Methyl-3-butinyl, 2-Methyl-3-butinyl, 3-Methyl-1 -butinyl, 1 ,1-Dimethyl-2-propinyl, 1 -Ethyl-2-propinyl, 1-Hexinyl, 2-Hexinyl, 3-Hexinyl, 4-Hexinyl, 5-Hexinyl, 1-Methyl-2-pentinyl, 1-Methyl-3-pentinyl, 1 -Methyl-4- pentinyl, 2-Methyl-3-pentinyl, 2-Methyl-4-pentinyl, 3-Methyl-1-pentinyl, 3-Methyl-4- pentinyl, 4-Methyl-1-pentinyl, 4-Methyl-2-pentinyl, 1 ,1-Dimethyl-2-butinyl, 1 ,1-Dimethyl- 3-butinyl, 1 ,2-Dimethyl-3-butinyl, 2,2-Dimethyl-3-butinyl, 3,3-Dimethyl-1 -butinyl, 1-Ethyl- 2-butinyl, 1 -Ethyl-3-butinyl, 2-Ethyl-3-butinyl, 1-Ethyl-1-methyl-2-propinyl und dergleichen.
C2-Cio-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C6-Alkinyl genannten die höheren Homologen mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C2o-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-Cio-Alkinyl genannten die höheren Homologen mit 1 1 bis 20 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C3o-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 30 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C2o-Alkinyl genannten die höheren Homologen mit 21 bis 30 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C4o-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 40 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C3o-Alkinyl genannten die höheren Homologen mit 31 bis 40 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-C8o-Alkinyl steht für einen linearen oder verzweigten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 80 Kohlenstoffatomen und einer Dreifachbindung in beliebiger Position. Beispiele hierfür sind neben den für C2-C4o-Alkinyl genannten die höheren Homologen mit 41 bis 80 Kohlenstoffatomen sowie Stellungsisomere davon.
C2-Cio-Alkenyloxy steht für eine über ein Sauerstoffatom gebundene C2-Cio-Alkenyl- gruppe, vorzugsweise C3-Cio-Alkenylgruppe. Beispiele hierfür sind 1-Propenyloxy, 2-Propenyloxy, 1 -Methylethenyloxy, 1-Butenyloxy, 2-Butenyloxy, 3-Butenyloxy, 1-Methyl-1-propenyloxy, 2-Methyl-1-propenyloxy, 1 -Methyl-2-propenyloxy, 2-Methyl-2- propenyloxy, 1-Pentenyloxy, 2-Pentenyloxy, 3-Pentenyloxy, 4-Pentenyloxy, 1-Methyl-1-
butenyloxy, 2-Methyl-1-butenyloxy, 3-Methyl-1-butenyloxy, 1 -Methyl-2-butenyloxy, 2-Methyl-2-butenyloxy, 3-Methyl-2-butenyloxy, 1 -Methyl-3-butenyloxy, 2-Methyl-3-butenyloxy, 3-Methyl-3-butenyl, 1 ,1-Dimethyl-2-propenyloxy, 1 ,2-Dimethyl-1 -propenyloxy, 1 ,2-Dimethyl-2-propenyloxy, 1 -Ethyl-1 -propenyloxy, 1-Ethyl-2-propenyloxy, 1-Hexenyloxy, 2-Hexenyloxy, 3-Hexenyloxy, 4-Hexenyloxy, 5-Hexenyloxy, 1-Methyl-1-pentenyloxy, 2-Methyl-1-pentenyloxy, 3-Methyl-1 -pentenyloxy, 4-Methyl-1 -pentenyloxy, 1 -Methyl-2-pentenyloxy, 2-Methyl-2-pentenyloxy, 3-Methyl-2-pentenyloxy, 4-Methyl-2-pentenyloxy, 1 -Methyl-3-pentenyloxy, 2-Methyl-3pentenyloxy, 3-Methyl-3-pentenyloxy, 4-Methyl-3-pentenyloxy, 1 -Methyl-4-pentenyloxy, 2-Methyl-4-pentenyloxy, 3-Methyl-4-pentenyloxy, 4-Methyl-4-pentenyloxy, 1 ,1-Dimethyl-2-butenyloxy, 1 , 1 -Dimethyl-3-butenyloxy, 1 ,2-Dimethyl-1 -butenyloxy, 1 ,2-Dimethyl-2-butenyloxy, 1 ,2-Dimethyl-3-butenyloxy, 1 ,3-Dimethyl-1 -butenyloxy, 1 ,3-Dimethyl-2-butenyloxy, 1 ,3-Dimethyl-3-butenyloxy, 2,2-Dimethyl-3-butenyloxy, 2, 3-Dimethyl-1 -butenyloxy, 2,3-Dimethyl-2-butenyloxy, 2,3-Dimethyl-3-butenyloxy, 3,3-Dimethyl-1 -butenyloxy, 3,3-Dimethyl-2-butenyloxy, 1 -Ethyl-1 -butenyloxy, 1 -Ethyl-2-butenyloxy, 1-Ethyl-3-butenyloxy, 2-Ethyl-1 -butenyloxy, 2-Ethyl-2-butenyloxy, 2-Ethyl-3-butenyloxy, 1 ,1 ,2-Trimethyl-2-propenyloxy, 1 -Ethyl-1 -methyl-2-propenyloxy, 1-Ethyl-2-methyl-1 -propenyloxy und 1-Ethyl-2-methyl-2-propenyloxy und dergleichen.
C2-Cio-Alkenylthio steht für eine über ein Schwefelatom gebundene C2-Cio-Alkenyl- gruppe, vorzugsweise C3-Cio-Alkenylgruppe. Beispiele hierfür sind 1-Propenylthio, 2-Propenylthio, 1-Methylethenylthio, 1-Butenylthio, 2-Butenylthio, 3-Butenylthio, 1-Methyl-1-propenylthio, 2-Methyl-1-propenylthio, 1-Methyl-2-propenylthio, 2-Methyl-2- propenylthio, 1-Pentenylthio, 2-Pentenylthio, 3-Pentenylthio, 4-Pentenylthio, 1-Methyl- 1-butenylthio, 2-Methyl-1-butenylthio, 3-Methyl-1-butenylthio, 1-Methyl-2-butenylthio, 2-Methyl-2-butenylthio, 3-Methyl-2-butenylthio, 1 -Methyl-3-butenylthio, 2-Methyl-3-butenylthio, 3-Methyl-3-butenyl, 1 ,1-Dimethyl-2-propenylthio, 1 ,2-Dimethyl-1 -propenylthio, 1 ,2-Dimethyl-2-propenylthio, 1 -Ethyl-1 -propenylthio, 1-Ethyl-2-propenylthio, 1-Hexenylthio, 2-Hexenylthio, 3-Hexenylthio, 4-Hexenylthio, 5-Hexenylthio, 1 -Methyl-1 -pentenylthio, 2-Methyl-1 -pentenylthio, 3-Methyl-1 -pentenylthio, 4-Methyl-1 -pentenylthio, 1 -Methyl-2-pentenylthio, 2-Methyl-2-pentenylthio, 3-Methyl-2-pentenylthio, 4-Methyl-2-pentenylthio, 1 -Methyl-3-pentenylthio, 2-Methyl-3pentenylthio, 3-Methyl-3-pentenylthio, 4-Methyl-3-pentenylthio, 1-Methyl-4-pentenylthio, 2-Methyl-4-pentenylthio, 3-Methyl-4-pentenylthio, 4-Methyl-4-pentenylthio, 1 , 1 -Dimethyl-2-butenylthio, 1 , 1 -Dimethyl-3-butenylthio, 1 ,2-Dimethyl-1 -butenylthio, 1 ,2-Dimethyl-2-butenylthio, 1 ,2-Dimethyl-3-butenylthio, 1 ,3-Dimethyl-1 -butenylthio, 1 ,3-Dimethyl-2-butenylthio, 1 ,3-Dimethyl-3-butenylthio, 2,2-Dimethyl-3-butenylthio, 2, 3-Dimethyl-1 -butenylthio,
2,3-Dimethyl-2-butenylthio, 2,3-Dimethyl-3-butenylthio, 3,3-Dimethyl-1 -butenylthio, 3,3-Dimethyl-2-butenylthio, 1 -Ethyl-1 -butenylthio, 1 -Ethyl-2-butenylthio, 1 -Ethyl-3-butenylthio, 2-Ethyl-1 -butenylthio, 2-Ethyl-2-butenylthio, 2-Ethyl-3-butenylthio, 1 ,1 ,2-Trimethyl-2-propenylthio, 1 -Ethyl-1 -methyl-2-propenylthio, 1-Ethyl-2-methyl-1-propenylthio und 1-Ethyl-2-methyl-2-propenylthio und dergleichen.
C2-Cio-Alkinyloxy steht für eine über ein Sauerstoffatom gebundene C2-Cio-Alkinyl- gruppe, vorzugsweise C3-Cio-Alkinylgruppe. Beispiele hierfür sind 2-Propinyloxy, 2-Butinyloxy, 3-Butinyloxy, 1-Methyl-2-propinyloxy, 2-Pentinyloxy, 3-Pentinyloxy, 4-Pentinyloxy, 1-Methyl-2-butinyloxy, 1-Methyl-3-butinyloxy, 2-Methyl-3-butinyloxy, 1-Ethyl-2-propinyloxy, 2-Hexinyloxy, 3-Hexinyloxy, 4-Hexinyloxy, 5-Hexinyloxy, 1-Methyl-2-pentinyloxy, 1-Methyl-3-pentinyloxy und dergleichen.
C2-Cio-Alkinylthio steht für eine über ein Sauerstoffatom gebundene C2-Cio-Alkinyl- gruppe, vorzugsweise C3-Cio-Alkinylgruppe. Beispiele hierfür sind 2-Propinylthio, 2-Butinylthio, 3-Butinylthio, 1-Methyl-2-propinylthio, 2-Pentinylthio, 3-Pentinylthio, 4-Pentinylthio, 1 -Methyl-2-butinylthio, 1 -Methyl-3-butinylthio, 2-Methyl-3-butinylthio,
1 -Ethyl-2-propinylthio, 2-Hexinylthio, 3-Hexinylthio, 4-Hexinylthio, 5-Hexinylthio, 1-Methyl-2-pentinylthio, 1-Methyl-3-pentinylthio und dergleichen.
C2-Cio-Alken steht für einen einfach ungesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoff mit
2 bis 10 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind Ethen, Propen, 1 -Buten, 2-Buten (eis und trans), Isobuten, 1- und 2-Penten, 1-, 2- und 3-Hexen, 1-, 2- und 3-Hepten, 1-, 2-, 3- und 4-Octen, 1-, 2-, 3- und 4-Nonen und 1-, 2-, 3-, 4- und 5-Decen sowie Stellungs- isomere davon.
Unter halogenierten C2-Cio-Alkenen versteht man einfach ungesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe, in denen wenigstens ein Wasserstoffatom durch ein Halogenatom, wie Chlor, Brom oder Fluor, insbesondere Chlor, substituiert ist. Beispiele hierfür sind Vinylfluorid, Vinylchlorid, Vinylbromid, Allylchlorid, Allylbromid und dergleichen.
C4-Cio-Alkadiene sind zweifach ungesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen, wobei die beiden Doppelbindungen konjugiert oder isoliert zueinander stehen. Beispiele hierfür sind 1 ,3-Butadien, 1 ,3- und 1 ,4-Pentadien, Isopren, 1 ,3-, 1 ,4-, 1 ,5- und 2,4-Hexadien, 1 ,3-, 1 ,4-, 1 ,5-, 1 ,6-, 2,4- und 2,5-Heptadien, Octa- dien, Nonadien, Decadien und Stellungsisomere davon.
Halogenierte C4-Cio-Alkadiene sind zweifach ungesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe mit 4 bis 10 Kohlenstoffatomen, in denen wenigstens ein Wasserstoffatom durch
ein Halogenatom, wie Chlor, Fluor oder Brom und insbesondere Chlor, ersetzt ist. Ein Beispiel hierfür ist Chloropren.
C3-Cio-Cycloalkyl steht für eine gegebenenfalls substituierte mono- oder polycyclische Cycloalkylgruppe mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen als Ringgliedern. Beispiele für mono- cyclische Gruppen sind Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl, Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl, Cyclononyl und Cyclodecyl. Beispiele für polycyclische Gruppen sind Nor- bornyl, Decalinyl, Adamantyl und dergleichen. Geeignete Substituenten sind beispielsweise Ci-Cδ-Alkyl, Ci-Cδ-Alkoxy und Halogen.
C3-Cio-Cycloalkyl-Ci-C4-alkyl steht für einen Ci-C4-Alkylrest, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, n-Butyl, 2-Butyl, Isobutyl und tert-Butyl, der durch einen C3-Cio-Cycloalkyl- rest substituiert ist. Beispiele hierfür sind Cyclopropylmethyl, Cyclopropyl-1- oder -2- ethyl, Cyclopropyl-1-, -2- oder -3-propyl, Cyclopentylmethyl, Cyclohexylmethyl und der- gleichen.
Aryl steht im Rahmen der vorliegenden Erfindung für einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen, wie Phenyl, Naphthyl, Anthracenyl oder Phenanthrenyl. Der Arylrest kann unsubstituiert sein oder 1 bis 4 Substituenten tragen. Geeignete Substituenten sind beispielsweise Ci-Cδ-Alkyl, Ci-Cβ-Haloalkyl, Ci-Cβ-
Alkoxy, d-Ce-Thioalkyl, Halogen, Nitro, CN, COORd, CORe, SO2ORf, SO2Rs, SRh und NR1R, wobei Rd, Re, Rf, Rs und Rh unabhängig voneinander für H oder Ci -C6-Al kyl stehen und wobei R1 und R für H, Ci-Cβ-Alkyl oder C2-C6-Hydroxyalkyl stehen. Beispiele hierfür sind Phenyl, Naphthyl, Fluorphenyl, Chlorphenyl, Bromphenyl, Methylphenyl, Ethylphenyl, Propylphenyl, Isopropylphenyl, Butylphenyl, Isobutylphenyl, tert-
Butylphenyl, Hydroxyphenyl, Methoxyphenyl, Ethoxyphenyl, Propoxyphenyl, Isopropo- xyphenyl, Butoxyphenyl, sec-Butoxyphenyl, Isobutoxyphenyl, tert-Butoxyphenyl, Nitrophenyl, Carboxyphenyl, Formylphenyl, Acetylphenyl, Sulfonylphenyl, Methylsulfo- nylphenyl, Sulfonylnaphthyl, Methylsulfonylnaphthyl, Carboxynaphthyl und dergleichen.
Aryl-Ci-C4-alkyl steht für einen Ci-C4-Alkylrest, der durch eine wie oben definierte Aryl- gruppe substituiert ist. Beispiele hierfür sind Benzyl sowie 1- und 2-Phenylethyl.
C2-C4-Alkylen steht für eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 2 bis 4 Kohlen- stoffatomen. Beispiele hierfür sind 1 ,1-Ethylen, 1 ,2-Ethylen, 1 ,2-Propylen, 1 ,3-Propylen, 1 ,2-Butylen, 1 ,4-Butylen und dergleichen.
Hetaryl steht im Rahmen der vorliegenden Erfindung für einen 5- oder 6-gliedrigen He- teroaromaten mit 1 bis 4 Heteroatomen oder Heteroatom-haltigen Gruppen, die aus-
gewählt sind unter O, S, N und NRk, wobei Rk für H oder Ci-Cε-Alkyl steht. Beispiele hierfür sind Pyrrolyl, Pyrazolyl, Imidazolyl, Triazolyl, Tetrazolyl, Furanyl, Oxazolyl, Iso- xazolyl, Thienyl, Thiazolyl, Thiadiazolyl, Pyridinyl, Pyrimidinyl, Pyridazinyl und Pyrazi- nyl. Der Hetarylrest kann unsubstituiert sein oder 1 bis 4 Substituenten tragen. Geeig- nete Substituenten sind beispielsweise Ci-Cδ-Alkyl, Ci-Cβ-Haloalkyl, Ci-Cδ-Alkoxy, Halogen, Nitro, CN, COORd, CORe, SO2ORf, SO2Rs, SRh und NRR, wobei Rd, Re, Rf, Rs und Rh unabhängig voneinander für H oder Ci-Cβ-Alkyl stehen und wobei R1 und R für H, Ci-Cβ-Alkyl oder C2-C6-Hydroxyalkyl stehen.
Heterocyclyl steht im Rahmen der vorliegenden Erfindung für einen gesättigten oder ungesättigten nicht aromatischen Heterocyclus mit 3 bis 10 Ringgliedern und 1 bis 4 Heteroatomen oder Heteroatom-haltigen Gruppen, die ausgewählt sind unter O, S, N und NR1, wobei R1 für H oder Ci-Cβ-Alkyl steht, wobei der Heterocyclus auch 1 oder 2 Carbonylgruppen als Ringglieder enthalten kann. Beispiele hierfür sind Oxiranyl, Thii- ranyl, Aziridinyl, Oxetanyl, Azetidinyl, Dihydrofuranyl, Tetrahydrofuranyl, Dihydrothienyl, Tetrahydrothienyl, Pyrrolinyl, Pyrrolidinyl, Pyrrolidinonyl, Pyrrolidindionyl, Pyrazolinyl, Pyrazolidinyl, Pyrazolidinonyl, Imidazolinyl, Imidazolidinyl, Imidazolidinonyl, Oxazolinyl, Oxazolidinyl, Oxazolidinonyl, Isoxazolinyl, Isoxazolidinyl, Isoxazolidinonyl, Thiazolinyl, Thiazolidinyl, Thiadiazolinyl, Thiadiazolidinyl, Pyranyl, Dihydropyranyl, Tetrahydropyra- nyl, Piperidinyl, Piperazinyl, Morpholinyl, Thiomorpholinyl, Caprolactamyl und dergleichen. Geeignete Substituenten entsprechen den zuvor bei Hetaryl genannten.
Heterocyclyl-Ci-C4-alkyl steht für einen Ci-C4-Alkylrest, der durch einen Heterocyclyl- rest substituiert ist. Beispiele hierfür sind Oxiranylmethyl (Glycidyl), Thiiranylmethyl, Aziridinylmethyl, Oxetanylmethyl, Azetidinylmethyl, Dihydrofuranylmethyl, Tetrahydro- furanylmethyl, Dihydrothienylmethyl, Tetrahydrothienylmethyl, Pyrrolinylmethyl, Pyrroli- dinylmethyl, Pyrrolidinonylmethyl, Pyrazolinylmethyl, Pyrazolidinylmethyl, Pyrazolidino- nylmethyl, Imidazolinylmethyl, Imidazolidinylmethyl, Imidazolidinonylmethyl, Oxazoli- nylmethyl, Oxazolidinylmethyl, Oxazolidinonylmethyl, Isoxazolinylmethyl, Isoxazolidi- nylmethyl, Isoxazolidinonylmethyl, Thiazolinylmethyl, Thiazolidinylmethyl, Thiadiazoli- nylmethyl, Thiadiazolidinylmethyl, Pyranylmethyl, Dihydropyranylmethyl, Tetrahydropy- ranylmethyl, Piperidinylmethyl, Piperazinylmethyl, Morpholinylmethyl, Thiomorpholi- nylmethyl und dergleichen.
Halogen steht im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise für Fluor, Chlor oder Brom.
Die nachfolgenden Ausführungen zu bevorzugten Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, z.B. zu bevorzugten Verbindungen I, zu bevorzugten radikalisch
polymerisierbaren Monomeren, zu bevorzugten Verfahrensmaßnahmen etc., gelten sowohl allein für sich genommen als auch insbesondere in Kombination miteinander.
In Verbindungen I stehen Ra und Rb unabhängig voneinander vorzugsweise für H, Formyl, Carboxyl, Thiocarboxyl, Aryl, Ci-Cso-Alkyl, Ca-Cso-Alkenyl, Ci-Cio-Alkylcarbo- nyl, Ci-Cio-Alkylthiocarbonyl, Ci-Cio-Alkyloxycarbonyl oder Ci-Cio-Alkyloxythiocarbo- nyl, wobei Alkyl und Alkenyl in den 6 vorgenannten Resten unsubstituiert sein können, teilweise oder vollständig halogeniert sein können und/oder 1 , 2, 3 oder 4 gleiche oder verschiedene Substituenten tragen können, die ausgewählt sind unter OH, C1-C10- Alkoxy, SH, Ci-Cio-Alkylthio, CN, Nitro, Amino, Ci-Cio-Alkylamino, Di-(Ci-Cio-alkyl)- amino, Formyl, Ci-Cio-Alkylcarbonyl, Ci-Cio-Alkylthiocarbonyl, Carboxyl, Thiocarboxyl, Ci-Cio-Alkoxycarbonyl, Ci-Cio-Alkoxythiocarbonyl, Ci-Cio-Alkylcarbonyloxy, C1-C10- Alkylthiocarbonyloxy, Ci-Cio-Alkoxycarbonyloxy, Ci-Cio-Alkoxythiocarbonyloxy und Aryl.
Stärker bevorzugt stehen Ra und Rb unabhängig voneinander für H, C4-C8o-Alkyl, vorzugsweise C4-C4O-AIkVl, besonders bevorzugt C4-C2o-Alkyl und insbesondere C4-Ci2- Alkyl, Ci-C4-Alkyl, das durch 1 oder 2 Ci-C4-Alkoxycarbonylgruppen oder Aryl substituiert sein kann, oder Aryl.
Aryl steht dabei vorzugsweise für Phenyl, das unsubstituiert ist oder 1 oder 2 Substituenten trägt, die ausgewählt sind unter Halogen, Ci-C4-Alkyl, Ci-C4-Halogenalkyl, Ci-C4-Alkoxy und Ci-C4-Halogenalkoxy.
Bevorzugt handelt es sich bei den C4-CsO-, C4-C4O-, C4-C20- und C4-Ci2-Alkylresten um von (Poly)lsobutylreste.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen Ra und Rb unabhängig voneinander für H, Methyl oder einen Rest der Formel La
-ECH2MC(CHa)2-CH2Jb-H (La),
worin a für 0 oder 1 steht und b für eine Zahl von 1 bis 20 steht, wobei wenigstens einer der Reste Ra und Rb für einen Rest der Formel La steht.
Speziell setzt man in das erfindungsgemäße Verfahren als Kettenüberträger I Verbindungen der Formel l.a.1 oder l.a.2
(l.a.1 ) (l.a.2) worin
R für H oder eine Gruppe steht,
c für eine Zahl von 0 bis 19 steht; und d für eine Zahl von 1 bis 19 steht,
oder Gemische davon ein.
c steht vorzugsweise für eine Zahl von 0 bis 10, besonders bevorzugt für 0, 1 , 2, 3 oder 4 und insbesondere für 0, 1 oder 2.
d steht vorzugsweise für eine Zahl von 1 bis 10, besonders bevorzugt für 1 , 2, 3 oder 4 und insbesondere für 1 oder 2.
R steht vorzugsweise für H.
Die Verbindungen I sind zum Großteil bekannt und können nach bekannten Verfahren des Standes der Technik hergestellt werden. Die meisten Herstellungsmethoden umfassen die Umsetzung geeigneter Kohlenwasserstoffe, die einen Rest Ra und/oder Rb oder eine Vorstufe davon aufweisen, mit Schwefel und/oder Phosphorpentasulfid (P2S5) bei erhöhter Temperatur, z.B. bei 150 bis 250 °C. Geeignete Verfahren sind beispielsweise in US 2,658,900, US 2,995,569, FR-A-2119511 , Arch. Pharm. 324, 131- 132 (1991 ), Chem. Rev. 1965, 65(2), 237, Sulfur Letters 1989, 10(1 +2), 31-36, Synthe- sis 2000, 12, 1749-1755 und Tetrahedron 35, 1339 (1979) sowie in der darin zitierten Literatur beschrieben, worauf hiermit in vollem Umfang Bezug genommen wird.
So sind Verbindungen der Formel l.a beispielsweise dadurch erhältlich, dass man Iso- buten-Oligomere mit Schwefel bei einer Temperatur von 180 bis 250 °C gegebenenfalls unter Einblasen von Inertgas und gegebenenfalls unter erhöhtem Reaktionsdruck umsetzt. Günstigerweise wird der bei der Reaktion ebenfalls entstehende Schwefelwasserstoff zumindest teilweise entfernt.
Die Herstellung von Verbindungen l.a.1 und l.a.2, in denen c jeweils für 0 steht und R für H oder tert-Butyl (d = 1 ) steht, aus Diisobuten oder Triisobuten und Schwefel ist grundsätzlich bekannt und beispielsweise in der US 2,658,900, US 2,995,569 und FR-A-21 1951 1 sowie in der darin zitierten Literatur beschrieben, worauf hiermit in vol- lern Umfang Bezug genommen wird.
Verbindungen l.a.1 und l.a.2, worin c für eine Zahl > 0 steht, lassen sich analog zu den in der US 2,658,900, US 2,995,569 und FR-A-21 1951 1 beschriebenen Verfahren herstellen.
Verbindungen I, in denen einer der Reste Ra oder Rb für COOH oder Alkoxycarbonyl steht und der andere Rest für H steht, lassen sich beispielsweise dadurch herstellen, dass man einen Oxalessigsäurediester mit Schwefel und/oder Phosphorpentasulfid bei erhöhter Temperatur umsetzt. Auch die Umsetzung von Formiaten mit Schwefel führt zu solchen Verbindungen.
Verbindungen I, in denen beide Reste Ra und Rb für H stehen, lassen sich beispielsweise dadurch herstellen, dass man Propen mit Schwefel und/oder Phosphorpentasulfid bei erhöhter Temperatur umsetzt. Auch die Umsetzung von Formiaten mit Schwefel führt zu solchen Verbindungen. Analog verläuft auch die Umsetzung von anderen Ole- finen, die auch geeignet substituiert sein können, zu Verbindungen I, in denen Ra und/oder Rb für gegebenenfalls substituiertes Alkyl oder auch Alkenyl stehen.
Analog lassen sich Arylvinylverbindungen, z. B. Styrole, zu Verbindungen I umsetzen, in denen Ra oder Rb für gegebenenfalls substituiertes Phenyl stehen. Solche Verbindungen lassen sich auch durch die Umsetzung von Isopropyl-substituierten Arylverbin- dungen mit Schwefel herstellen.
Verbindungen I, in denen einer der Reste Ra oder Rb für SH oder Alkylthio steht, lassen sich beispielsweise durch Umsetzung von gegebenenfalls substituierten Malonsäure- estern mit Schwefel und/oder Phosphorpentasulfid gewinnen.
Andere Verbindungen I lassen sich analog zu Verfahren des Standes der Technik herstellen.
Die in das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzten radikalisch polymerisierbaren Monomere sind vorzugsweise ausgewählt unter C2-Cio-Alkenen, halogenierten C2-C10- Alkenen, C4-Cio-Alkadienen, halogenierten C4-Cio-Alkadienen, Verbindungen der Formel Il
worin
R1 und R2 für H, Ci-Cβ-Alkyl oder COR5 stehen, wobei höchstens einer der Reste R1 oder R2 für COR5 steht;
R3 für H, d-Cβ-Alkyl oder CH2COR5 steht, wobei R3 nicht für CH2COR5 steht, wenn einer der Reste R1 oder R2 für COR5 steht;
R4 für COR5 oder CN steht, wobei R4 nicht für CN steht, wenn einer der Reste R1 oder R2 für COR5 steht oder wenn R3 für CH2COR5 steht; oder
R2 und R4 gemeinsam eine Gruppe -CO-O-CO- oder -CO-N RX-CO- bilden, worin Rx für H oder Ci-Cio-Alkyl steht;
jedes R5 unabhängig für OR6, O-(My+)i/y oder NR7R8 steht;
R6 für H, Ci-C20-Alkyl, C2-Cio-Hydroxyalkyl, Silyl-substituiertes Ci-Cio-Alkyl, Amin- oder Ammonium-substituiertes Ci-Cio-Alkyl, Sulfonsäure- oder Sulfonat- substituiertes Ci-Cio-Alkyl, C3-Cio-Cycloalkyl, C3-Cio-Cycloalkyl-Ci-C4-alkyl, Aryl, Aryl-Ci-C4-alkyl, Heterocyclyl,
oder eine Gruppe der Formel -A-[X-AJm-R9 steht, worin A für C2-C4-Alkylen steht:
X für O oder NR10 steht; R9 für OR11 oder NR12R13 steht;
R10, R12 und R13 unabhängig voneinander für H, Ci-Cio-Alkyl oder C2-Ci0- Hydroxyalkyl stehen; R11 für H oder Ci-Cio-Alkyl steht; und m für eine Zahl von O bis 10 steht;
(My+)i/y für ein Metalläquivalent oder ein Ammoniumion steht, wobei y für 1 , 2 oder 3 steht;
R7 und R8 unabhängig voneinander für H, Ci-Cio-Alkyl, C2-Cio-Hydroxyalkyl oder eine Gruppe der Formel -B-fY-B}0-R14 stehen, worin B für C2-C4-Alkylen steht; Y für O oder NR15 steht; R14 für NR16R17 oder OR18 steht;
R16 und R17unabhängig voneinander für H, Ci-Cio-Alkyl oder C2-Cio-Hydroxyalkyl stehen;
R15 und R18 unabhängig voneinander für H oder Ci-Cio-Alkyl stehen; und o für eine Zahl von O bis 10 steht
und Verbindungen der Formel IM
worin
R18, R19 und R20 unabhängig voneinander für H oder Ci-Cβ-Alkyl stehen; und
R21 für OR22, 0-(CO)-R23, N(R25)-(CO)-R24, Aryl, Hetaryl oder Heterocyclyl stehen, worin
R22 für Ci-C20-Alkyl steht;
R23 und R24 unabhängig voneinander für H oder Ci-C2o-Alkyl stehen; und
R25 für H oder Ci-Cio-Alkyl steht;
und Gemischen davon.
Teilweise lassen sich Alkene, die an einem Kohlenstoffatom der Doppelbindung eine Verzweigung aufweisen (sogenannte Isoalkene), nicht ohne weiteres radikalisch poly- merisieren. Dementsprechend sind C2-Cio-Alkene, die als radikalisch polymerisierbare Monomere in das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden, vorzugsweise unter Alkenen ausgewählt, die an den Kohlenstoffatomen der Doppelbindung keine Verzwei- gung aufweisen, wie lineare Alkene und Alkene mit einer Verzweigung an Kohlenstoff-
atomen, die nicht zur Doppelbindung gehören. Bevorzugte C2-Cio-Alkene sind dementsprechend Ethen, Propen, n-Butene (1- und 2-Buten), n-Pentene (1- und 2-Penten), n-Hexene (1-, 2- und 3-Hexen), n-Heptene (1-, 2- und 3-Hepten), n-Octene (1-, 2-, 3- und 4-Octen), n-Nonene (1-, 2-, 3- und 4-Nonen) und n-Decene (1-, 2-, 3-, 4- und 5-Decen). Besonders bevorzugte C2-Cio-Alkene sind Ethen und Propen.
Bevorzugte halogenierte C2-Cio-Alkene, die als radikalisch polymerisierbare Monomere in das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden können, sind Vinylchlorid und Vinylbromid und insbesondere Vinylchlorid.
Bevorzugte C4-Cio-Alkadiene, die als radikalisch polymerisierbare Monomere in das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden können, sind Butadien und Isopren.
Bevorzugtes halogeniertes C4-Cio-Alkadien, das als radikalisch polymerisierbares Mo- nomer in das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt werden können, ist Chloropren.
Bei Verbindungen der Formel II, in denen R1, R2 und R3 für Wasserstoff oder Ci-Cβ- Alkyl stehen und R4 für COR5 steht, handelt es sich für den Fall, dass R5 für OR6 steht, um α,ß-ungesättigten Carbonsäuren (R6 = H) oder um deren Ester (R6 * H). Für den Fall, dass R5 für O"(My+)i/y steht, handelt es sich bei den Verbindungen Il um die Carbonsäuresalze von α,ß-ungesättigten Carbonsäuren. Steht R5 für NR7R8, so handelt es sich bei der Verbindung Il um das Amid einer α,ß-ungesättigten Carbonsäure. Wenn R1, R2 und R3 gleichzeitig für H stehen und R4 für COR5 steht, so steht die Verbindung Il für Acrylsäure oder ein Acrylsäurederivat (Salz, Ester oder Amid). Wenn der Rest R3 für Methyl steht, die Reste R1 und R2 für H stehen und R4 für COR5 steht, so handelt es sich bei der Verbindung Il um Methacrylsäure oder ein Methacrylsäurederivat (Salz, Ester oder Amid).
Wenn R4 für CN steht, so steht keiner der Reste R1 und R2 für COR5 und R3 steht nicht für CH2COR5. Die Verbindung Il steht in diesem Fall für Acrylnitril oder ein substituiertes Acrylnitril, wie Methacrylnitril.
Wenn einer der Reste R1 oder R2 für COR5 steht, so steht die Verbindung Il für eine α,ß-ungesättigte α,ß-Dicarbonsäure oder ein Derivat davon. Für den Fall, dass R1 für COR5 steht, handelt es sich bei der Verbindung Il um gegebenenfalls substituierte Fu- marsäure oder ein gegebenenfalls substituiertes Fumarsäurederivat (Salz, Ester oder Amid). Für den Fall, dass R2 für COR5 steht, handelt es sich bei der Verbindung Il um gegebenenfalls substituierte Maleinsäure oder ein gegebenenfalls substituiertes Maleinsäurederivat (Salz, Ester oder Amid).
Wenn R2 und R4 gemeinsam eine Gruppe -CO-O-CO- bilden, so steht die Verbindung Il für gegebenenfalls substituiertes Maleinsäureanhydrid. Bilden R2 und R4 gemeinsam eine Gruppe -CO-NRX-CO-, so steht die Verbindung Il für ein gegebenenfalls substitu- iertes Maleinsäureimid.
Wenn sowohl R1 oder R2 als auch R4 für eine Gruppe COR5 stehen, so kann der Rest R5 in den Resten R1 oder R2 und R4 die gleichen oder verschiedene Bedeutungen haben.
Wenn die Reste R1 und R2 für H oder Ci -C6-Al kyl stehen und R3 für CH2COR5 steht, so handelt es sich bei der Verbindung Il um gegebenenfalls substituierte Itaconsäure oder ein gegebenenfalls substituiertes Itaconsäurederivat (Salz, Ester oder Amid). Wenn R3 für CH2COR5 steht und R4 für eine Gruppe COR5 steht, so kann der Rest R5 in den Resten R3 und R4 die gleichen oder verschiedene Bedeutungen haben.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen in Verbindungen der Formel Il alle drei Reste R1, R2 und R3 für H oder zwei der Reste R1, R2 und R3 stehen für H und der dritte Rest steht für Methyl, und R4 steht für COR5, wobei R5 die vorstehen- den allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen hat. Das heißt, die Verbindung Il steht in dieser bevorzugten Ausführungsform für Acrylsäure oder ein Acrylsäurederivat (Salz, Ester oder Amid) (R1, R2 und R3 = H), Methacrylsäure oder ein Methacrylsäurederivat (Salz, Ester oder Amid) (R1, R2 = H, R3 = Methyl), Crotonsäure oder ein Crotonsäurederivat (Salz, Ester oder Amid) (R1, R3 = H, R2 = Methyl), oder Isocrotonsäure oder ein Isocrotonsäurederivat (Salz, Ester oder Amid) (R2, R3 = H, R1 = Methyl).
In einer zweiten, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen alle drei Reste R1, R2 und R3 für H oder zwei der Reste R1, R2 und R3 stehen für H und der dritte Rest steht für Methyl, und R4 steht für CN; d. h. die Verbindung Il steht in diesem Fall für ein gegebenenfalls substituiertes Acrylnitril.
In einer dritten, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen die Reste R1 und R3 beide für H oder einer der Reste R1 und R3 steht für Methyl und der andere steht für H, und R2 und R4 stehen jeweils für einen Rest COR5, wobei R5 in den Resten R2 und R4 die gleiche oder verschiedene Bedeutungen haben kann und R5 die vorstehend allgemeinen oder die nachstehend genannten bevorzugten Bedeutungen hat. In diesem Fall stehen Verbindungen Il für Maleinsäure oder Maleinsäurederivate (Salz, Ester oder
Amid) (R1, R3 = H) oder für Citraconsäure oder Citraconsäurederivate (Salz, Ester oder Amid) (R1 = H, R3 = Methyl).
In einer vierten, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen die Reste R1 und R3 beide für H oder einer der Reste steht für Methyl und der andere steht für H, und R2 und R4 bilden gemeinsam eine Gruppe -CO-O-CO-; d. h. bei den Verbindungen Il handelt es sich in diesem Fall um Maleinsäureanhydrid (R1, R3 = H) oder Citraconsäurean- hydrid (R1 = H, R3 = Methyl).
In einer fünften, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen beide Reste R1 und R3 für H oder einer der Reste steht für Methyl und der andere steht für H, und die Reste R2 und R4 bilden gemeinsam eine Gruppe -CO-NRX-CO-, wobei Rx die vorgenannten allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzt. In diesem Fall stehen die Verbindungen Il für ein Maleinsäureimid (R1, R3 = H) oder für ein Citracon- säureimid (R1 = H, R3 = Methyl).
In einer sechsten, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen die Reste R2 und R3 beide für H oder einer der Reste steht für Methyl und der andere steht für H, und R1 und R4 stehen für einen Rest COR5, wobei R5 in den beiden Resten R1 und R4 die glei- che oder verschiedene Bedeutungen haben kann und wobei R5 die vorstehenden allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzt. Dementsprechend stehen Verbindungen Il in diesem Fall für gegebenenfalls Methyl-substituierte Fumarsäure oder ein gegebenenfalls Methyl-substituiertes Fumarsäurederivat (Salz, Ester oder Amid).
In einer siebten, alternativ bevorzugten Ausführungsform stehen die Reste R1 und R2 beide für H oder einer der Reste steht für Methyl und der andere steht für H, R3 steht für einen Rest CH2COR5 und R4 steht für einen Rest COR5, wobei R5 in den beiden Resten R3 und R4 die gleiche oder verschiedene Bedeutungen haben kann und wobei R5 die vorstehenden allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzt. Dementsprechend stehen Verbindungen Il in diesem Fall für gegebenenfalls Methyl-substituierte Itaconsäure oder ein gegebenenfalls Methyl-substituiertes Itacon- säurederivat (Salz, Ester oder Amid).
Im Rest R6 steht in der Gruppe der Formel -A-[X-A-Jm-R9 A vorzugsweise für Ethylen oder 1 ,2-Propylen und insbesondere für Ethylen (-CH2-CH2-).
Vorzugsweise steht in der Gruppe der Formel -A-[X-A-Jm-R9 X für O und R9 steht gleichzeitig für OR11, wobei R11 die vorstehenden allgemeinen Bedeutungen oder die
nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzt, m steht in diesem Fall vorzugsweise für eine Zahl von 1 bis 10, besonders bevorzugt von 1 bis 5.
In diesem Fall steht der Rest COR5 (worin R5 für OR6 und R6 für
steht) für einen Carboxylesterrest, der sich in der Alkoholkomponente von Poly(etherpoly)olen, wie Ethylenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, oder einfach veretherten PoIy- (etherpoly)olen, wie Ethylenglykolmonomethylether, Ethylenglykolmonoethylether, Diethylenglykolmonomethylether, Diethylenglykolmonoethylether, Triethylenglykolmo- nomethylether und Triethylenglykolmonoethylether, ableitet.
Alternativ steht in der Gruppe der Formel -A-fX-A-}m-R9 X vorzugsweise für NR10 und R9 steht gleichzeitig für NR12R13, wobei R10, R12 und R13 die vorstehend allgemeinen oder nachstehend bevorzugten Bedeutungen besitzen, m steht dabei für eine Zahl von 0 bis 10, bevorzugt von 0 bis 6.
In diesem Fall steht die Gruppe COR5 für eine Estergruppe, der sich von einem Alka- nolamin, Dialkanolamin, Trialkanolamin oder von einem mono- oder polyalkoxylierten Polyamin, d.h. von einem Polyamin, in welchem wenigstens ein Aminstickstoffatom wenigstens eine Hydroxyalkylgruppe trägt, ableitet. Beispielsweise leitet sich die Ester- gruppe in der Alkoholkomponente von Ethanolamin, N,N-Dimethylethanolamin,
N,N-Diethylethanolamin, Diethanolamin, Diethanolmethylamin, Diethanolethylamin, Triethanolamin, N-(2-Hydroxyethyl)-ethylendiamin, N,N'-(2-Hydroxyethyl)-ethylen- diamin, N-(2-Hydroxyethyl)-N',N'-dimethylethylendiamin, N,N'-(2-Hydroxyethyl)- ethylendiamin, N-(2-Hydroxyethyl)-N',N'-diethylethylendiamin, N-(2-Hydroxyethyl)- diethylentriamin, N,N'-(2-Hydroxyethyl)-diethylentriamin, N-(2-Hydroxyethyl)-N',N'- dimethyldiethylentriamin, N-(2-Hydroxyethyl)-N',N'-diethyldiethylentriamin und dergleichen ab.
Besonders bevorzugt steht in der Gruppe -A-[X-A-Jm-R9 X für O und R9 für OR11, wobei A, R9 und R11 die vorstehenden allgemeinen oder bevorzugten oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen haben.
R11 steht vorzugsweise für H oder Ci-C4-AIkVl, besonders bevorzugt für H, Methyl oder Ethyl und insbesondere für H.
R10, R12 und R13 stehen unabhängig voneinander vorzugsweise für H, CrC4-AIkVl oder C2-C4-Hydroxyalkyl, besonders bevorzugt für H, Methyl oder Ethyl und insbesondere für H.
Wenn R6 für Aryl steht, so ist der Arylrest vorzugsweise ausgewählt unter Phenyl, das gegebenenfalls durch 1 bis 4 Reste substituiert ist, die ausgewählt sind unter Ci-Cβ- Alkyl, d-Ce-Haloalkyl, Ci-C6-Alkoxy, Halogen, Nitro, CN, COORd, CORe, SO2ORf, SO2R9, SRh und NR1R, wobei Rd, Re, Rf, Rs und Rh unabhängig voneinander für H oder Ci-Cβ-Alkyl stehen und wobei R1 und R unabhängig voneinander für H, Ci-Cβ-Alkyl oder C2-C6-Hydroxyalkyl stehen. Besonders bevorzugt steht Aryl für Phenyl oder ToIyI und insbesondere für Phenyl.
Wenn R6 für Aryl-Ci-C4-alkyl steht, so ist dieser Rest vorzugsweise ausgewählt unter Benzyl und 2-Phenylethyl. Insbesondere steht er für Benzyl.
Wenn R6 für Heterocyclyl-Ci-C4-alkyl steht, so steht dieser Rest vorzugsweise für GIy- cidyl (Oxiranylmethyl).
R6 steht besonders bevorzugt für H, Ci-C2o-Alkyl, vor allem Ci-Cio-Alkyl und insbesondere Ci-C4-Alkyl, C2-Cio-Hydroxyalkyl, vor allem C2-C4-Hydroxyalkyl, Heterocyclyl-Ci- C4-alkyl, vor allem Glycidyl, Aryl, vor allem Phenyl, Aryl-Ci-C4-alkyl, vor allem Benzyl, für eine Gruppe der Formel -A-fO-A}m-OH, worin A vorzugsweise für Ethylen steht und m für eine Zahl von 1 bis 4 steht, oder für eine Gruppe der Formel -A-£NR10-A}m-NR12R13, worin A vorzugsweise für Ethylen steht, R10 vorzugsweise für H steht, R12 und R13 vorzugsweise für H, Methyl oder Ethyl stehen und m vorzugsweise für eine Zahl von O bis 4 und insbesondere für O steht.
Insbesondere steht R6 für H oder Ci-Cio-Alkyl und speziell für H oder Ci-C4-Alkyl.
(My+)i/y steht für ein Metalläquivalent oder für ein Ammoniumion, y steht dabei für eine Zahl von 1 bis 3 und gibt die Ladungszahl des Metallkations wieder. Bevorzugte Ammoniumionen sind solche der Formel NHR'R'R", worin R', R" und R" unabhängig voneinander für H, Ci-Cio-Alkyl oder C2-Cio-Hydroxylalkyl stehen. Geeignete Metalläquiva- lente sind die einfach oder mehrfach positiv geladenen Kationen von Alkalimetallen, wie Natrium, Kalium oder Lithium, Erdalkalimetallen, wie Calcium und Magnesium, Metallen der dritten Hauptgruppe, wie Aluminium, und Übergangsmetallen, wie Eisen oder Kupfer. Bevorzugte Metalle sind Alkali- und Erdalkalimetalle und insbesondere Alkalimetalle. Geeignete Ammoniumionen sind beispielsweise das Ammoniumion selbst (NH4+) sowie die folgenden Amine in protonierter Form: Methylamin, Dimethyl- amin, Trimethylamin, Ethylamin, Diethylamin, Triethylamin, Propylamin, Dipropylamin, Tripropylamin, Isopropylamin, Diisopropylamin, Ethyldiisopropylamin, Butylamin, Dibu- tylamin, Tributylamin, Ethanolamin, Diethanolamin und Triethanolamin, Propanolamin, Dipropanolamin und Tripropanolamin und dergleichen.
Bevorzugt steht (My+)i/y für ein Alkalimetallkation, wie Na+ oder K+.
In den Resten R7 und R8 steht in der Gruppe der Formel -B-[Y-B-J0-R14 B vorzugsweise für Ethylen oder 1 ,2-Propylen und insbesondere für Ethylen.
Y steht vorzugsweise für NR15, wobei R15 die vorstehend genannten allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzt.
R15 steht vorzugsweise für H oder Ci-C4-AIkVl, besonders bevorzugt für H, Methyl oder Ethyl und insbesondere für H.
R14 steht vorzugsweise für NR16R17 wobei R16 und R17 unabhängig voneinander die vorstehend genannten allgemeinen oder die nachstehenden bevorzugten Bedeutungen besitzen.
R16 und R17 stehen unabhängig voneinander vorzugsweise für H oder Ci-C4-AIkVl, besonders bevorzugt für H, Methyl oder Ethyl und insbesondere für H.
o steht vorzugsweise für eine Zahl von 0 bis 6 und insbesondere für eine Zahl von 0 bis 4.
Wenn Y für NR15 steht und/oder R14 für NR16R17 steht, so steht vorzugsweise höchstens R8 für eine Gruppe der Formel -B-[Y-BJ0-R14, während R7 für H, Ci-Cio-Alkyl oder C2-Cio-Hydroxyalkyl steht.
Wenn R8 für eine Gruppe der Formel -B-[Y-BJ0-R14 steht, worin Y für NR15 steht und gleichzeitig o für eine Zahl von 1 bis 10 steht und/oder R14 für NR16R17 steht, so steht der Rest COR5 (R5 = NR7R8; R7 = H, d-Cio-Alkyl oder C2-Cio-Hydroxyalkyl und R8 = die oben genannte Gruppe) für einen Carboxamidrest, der sich von einem Di- oder
Polyamin, wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpenta- min usw., ableitet.
Vorzugsweise stehen R7 und R8 unabhängig voneinander für H oder Ci-Cio-Alkyl, vor allem Ci -C4-Al kyl, oder R7 steht für H oder Ci-Cio-Alkyl, vor allem Ci -C4-Al kyl, und R8 steht für eine Gruppe der Formel -B-[Y-BJ0-R14, worin die Variablen B, Y, R14 und o die oben genannten allgemeinen oder bevorzugten Bedeutungen besitzen. Besonders bevorzugt stehen R7 und R8 beiden für H, beide für Methyl oder beide für Ethyl.
Beispiele für geeignete Verbindungen der Formel Il sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, die Salze dieser Säuren, insbesondere mit Natrium, Kalium oder Ammonium als Gegenionen, Sulfopropylacrylat (Acrylsäure-3- sulfonsäurepropylester), Kaliumsulfopropylacrylat (Acrylsäure-3-kaliumsulfonatpropyl- ester), Methylacrylat, Ethylacrylat, Propylacrylat, Isopropylacrylat, n-Butylacrylat,
2-Butylacrylat, Isobutylacrylat, tert-Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Laurylacrylat, Iso- bornylacrylat, Phenylacrylat, Benzylacrylat, Glycidylacrylat, 2-Hydroxyethylacrylat, 2- und 3-Hydroxypropylacrylat, 2-, 3- und 4-Hydroxybutylacrylat, N,N-Dimethylaminoethyl- acrylat, N,N-Diethylaminoethylacrylat, Ethylenglykolacrylat, Ethylenglykolmonomethyl- etheracrylat, Diethylenglykolacrylat, Diethylenglykolmonomethyletheracrylat, Triethy- lenglykolacrylat, Triethylenglykolmonomethyletheracrylat, Polyethylenglykolacrylat, Polyethylenglykolmonomethyletheracrylat, 2-Acryloyloxyethyltrimethylammoniumchlo- rid, Acrylamid, N-Methylacrylamid, N,N-Dimethylacrylamid, N-Ethylacrylamid, N,N-Diethylacrylamid, N-tert-Butylacrylamid, N-n-Butylacrylamid, N-Methylolacrylamid, N-Ethylolacrylamid, Trimethoxysilylpropylacrylat, Triethoxysilylpropylacrylat, Tributoxy- silylpropylacrylat, Dimethoxymethylsilylpropylacrylat, Diethoxymethylsilylpropylacrylat, Dibutoxymethylsilylpropylacrylat, Diisopropoxymethylsilylpropylacrylat, Dimethoxysi- lylpropylacrylat, Diethoxysilylpropylacrylat, Dibutoxysilylpropylacrylat, Diisopropoxysi- lylpropylacrylat, (2-Oxo-1-pyrrolidinyl)-ethylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylmethacry- lat, Propylmethacrylat, Isopropylmethacrylat, n-Butylmethacrylat, 2-Butylmethacrylat, Isobutylmethacrylat, tert-Butylmethacrylat, 2-Ethylhexylmethacrylat, Laurylmethacrylat, Isobornylmethacrylat, Phenylmethacrylat, Benzylmethacrylat, Glycidylmethacrylat, 2-Hydroxyethylmethacrylat, 2- und 3-Hydroxypropylmethacrylat, 2-, 3- und 4-Hydroxy- butylmethacrylat, N,N-Dimethylaminoethylmethacrylat, N,N-Diethylaminoethylmeth- acrylat, Ethylenglykolmethacrylat, Ethylenglykolmonomethylethermethacrylat, Diethy- lenglykolmethacrylat, Diethylenglykolmonomethylethermethacrylat, Triethylenglykol- methacrylat, Triethylenglykolmonomethylethermethacrylat, Polyethylenglykolmethacry- lat, Polyethylenglykolmonomethylethermethacrylat, 2-Methacryloyloxyethyltrimethyl- ammoniumchlorid, Methacrylamid, N-Methylmethacrylamid, N,N-Dimethylmethacryl- amid, N-Ethylmethacrylamid, N,N-Diethylmethacrylamid, N-tert-Butylmethacrylamid,
N-n-Butylmethacrylamid, N-Methylolmethacrylamid, N-Ethylolmethacrylamid, Trimetho- xysilylpropylmethacrylat, Triethoxysilylpropylmethacrylat, Tributoxysilylpropylmethacry- lat, Dimethoxymethylsilylpropylmethacrylat, Diethoxymethylsilylpropylmethacrylat, Di- butoxymethylsilylpropylmethacrylat, Diisopropoxymethylsilylpropylmethacrylat, Di- methoxysilylpropylmethacrylat, Diethoxysilylpropylmethacrylat, Dibutoxysilylpropyl- methacrylat, Diisopropoxysilylpropylmethacrylat, (2-Oxo-1 -pyrrolidinyl)-ethylmeth- acrylat, Itaconsäureanhydrid, Maleinsäureanhydrid, N-Methylmaleinsäureimid, N-Ethylmaleinsäureimid, N-Propylmaleinsäureimid, N-Butylmaleinsäureimid, N-Phenylmaleinsäureimid, Acrylnitril und Methacrylnitril.
Bevorzugte Verbindungen der Formel Il sind solche, in denen R1 und R2 für H stehen und R3 für H oder Methyl steht, d. h. besonders bevorzugten Verbindungen der Formel Il sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäuresalze, Methacrylsäuresalze, Acrylsäure- ester, Methacrylsäureester, Acrylsäureamide, Methacrylsäureamide, Acrylnitril und Methacrylnitril.
Stärker bevorzugte Verbindungen der Formel Il sind solche, in denen R1 und R2 für H stehen, R3 für H oder Methyl steht und R4 für COR5 steht; d. h. stärker bevorzugte Ver- bindungen Il sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäuresalze, Methacrylsäuresalze, Acrylsäureester, Methacrylsäureester, Acrylsäureamide und Methacrylsäureamide.
Besonders bevorzugt steht R5 dabei für OR6 oder O"(My+)-ι/y; d. h. noch stärker bevorzugte Verbindungen Il sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäureester, Methacrylsäu- reester, Acrylsäuresalze und Methacrylsäuresalze.
Speziell handelt es sich bei der Verbindung Il um Acrylsäure oder um einen Acrylsäureester von Ci-C2o-Alkoholen, wie Methylacrylat, Ethylacrylat, Propylacrylat, Isopropyl- acrylat, n-Butylacrylat, sec-Butylacrylat, Isobutylacrylat, tert-Butylacrylat, Laurylacrylat und dergleichen.
In Verbindungen III stehen R18, R19 und R20 vorzugsweise für H oder einer der Reste R18, R19 und R20 steht für Methyl und die anderen beiden Reste stehen für H. Besonders bevorzugt stehen alle drei Reste für H.
Bei Verbindungen III, worin R21 für OR22 steht, handelt es sich um Alkenylalkylether. Vorzugsweise handelt es sich um Ci-C2o-Alkylvinylether (R18, R19 und R20 = H) oder um d-do-Alkylpropenylether (einer der Reste R18, R19 und R20 steht für Methyl und die anderen beiden Reste stehen für H). Insbesondere handelt es sich um C1-C10- Alkylvinylether. Beispiele hierfür sind Ethylvinylether, Propylvinylether, Isopropylviny- lether, n-Butylvinylether, 2-Butylvinylether, Isobutylvinylether, tert-Butylvinylether, Pen- tylvinylether, Hexylvinylether, Heptylvinylether, Octylvinylether, 2-Ethylhexylvinylether, Nonylvinylether, Decylvinylether, Undecylvinylether, Dodecylvinylether, Tridecylviny- lether, Tetradecylvinylether, Pentadecylvinylether, Hexadecylvinylether, Heptadecylvi- nylether, Octadecylvinylether, Nonadecylvinylether, Docosylvinylether sowie Stellungsisomere davon.
Bei Verbindungen der Formel IM, worin R21 für 0-(CO)-R23 steht, handelt es sich um die Alkenylester von gesättigten aliphatischen Ci-C2i-Carbonsäuren. Bevorzugt handelt es
sich um die entsprechenden Vinyl- oder Propenylester und insbesondere um die Vinyl- ester. Beispiele hierfür sind Vinylformiat, Vinylacetat, Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vi- nylpentanoat, Vinylhexanoat, Vinylheptanoat, Vinyloctanoat, Vinyl-2-ethylhexanoat, Vinylnonanoat, Vinyldecanoat, Vinyllaurat, Vinylpalmitat, Vinylstearat und dergleichen. Ein bevorzugter Vinylester ist Vinylacetat.
Bei Verbindungen der Formel III, worin R21 für N(R25)-(CO)-R24 steht, handelt es sich um die N-Alkenylamide von gesättigten aliphatischen Ci-C2i-Carbonsäuren. Bevorzugt handelt es sich um die entsprechenden N-Vinyl- oder N-Propenylamide und insbeson- dere um die N-Vinylamide. Beispiele hierfür sind N-Vinylformamid, N-Methyl-N-vinyl- formamid, N-Vinylacetamid, N-Methyl-N-vinylacetamid, N-Vinylpropionamid, N-Methyl- N-vinylpropionamid, N-Vinylbutyramid, N-Methyl-N-vinylbutyramid und dergleichen. Ein bevorzugtes Vinylamid ist N-Vinylformamid.
Im Rest R21 steht Aryl vorzugsweise für Phenyl, das unsubstituiert ist oder 1 bis 4 Sub- stituenten trägt. Geeignete Substituenten sind beispielsweise Ci-C4-AIkVl, Halogen, Carboxy, Cyano und Nitro. Beispiele für Verbindungen IM, worin R21 für Aryl steht, sind Styrol, α-Methylstyrol, 2-, 3- und 4-Methylstyrol, 2,6-Dimethylstyrol, 2-Chlorstyrol, 2-, 3- und 4-Vinylbenzoesäure, α-Methylvinylbenzoesäure, Diethylamino-α-methylstyrol, Diethylaminostyrol, p-Vinylbenzolsulfonsäure und dergleichen. Bevorzugten Verbindungen IM, worin R21 für Aryl steht, sind Styrol, α-Methylstyrol sowie 2-, 3- und 4-Methylstyrol.
Im Rest R21 steht Hetaryl vorzugsweise für einen 5- oder 6-gliedrigen Heteroaromaten mit 1 bis 3 Heteroatomen oder Heteroatom-haltigen Gruppen, die ausgewählt sind unter O, S, N und NRm, wobei Rm für H oder CrC4-AIkVl steht. Vorzugsweise enthält die Heteroarylgruppe wenigstens ein Stickstoffatom. Besonders bevorzugte enthält sie kein O und kein S. Die Hetarylgruppe kann sowohl über ein Ringkohlenstoffatom als auch über ein Ringstickstoffatom an die Alkenylgruppe gebunden sein. Beispiele für geeignete Verbindungen Ml, worin R21 für Hetaryl steht, sind N-Vinylimidazol,
2-Vinylimidazol, N-Vinyl-[1 ,2,4]-1 H-triazol, 3-Vinyl-[1 ,2,4]-1 H-triazol, N-Vinyl-[1 ,3,4]-1 H- triazol, 2-Vinyl-[1 ,3,4]-1 H-triazol, Vinylpyridin, insbesondere p-Vinylpyridin und Vinylpy- ridin-N-oxid, insbesondere p-Vinylpyridin-N-oxid.
In Rest R21 steht Heterocyclyl für einen 3- bis 10-gliedrigen gesättigten oder ungesättigten nicht aromatischen heterocyclischen Rest mit 1 , 2, 3 oder 4 Heteroatomen, die ausgewählt sind unter O, S und N, und gegebenenfalls 1 oder 2 Carbonylgruppen als Ringglieder. Beispiele für Verbindungen IM, worin R21 für Heterocyclyl steht, sind N-Vinylpyrrolidon und N-Vinylcaprolactam.
Bevorzugte Verbindungen der Formel III sind solche, in denen alle drei Reste R18, R19 und R20 für H stehen oder einer der Reste für Methyl steht und die anderen zwei für H stehen, und R21 für OR22, OCOR23, N(R25)-CO-R24, Aryl oder Heterocyclyl steht. Aryl steht dabei vorzugsweise für gegebenenfalls wie oben beschrieben substituiertes Phe- nyl, insbesondere für Phenyl oder 2-, 3- oder 4-Methylphenyl. R23 steht bevorzugt für Methyl. Beispiele für bevorzugte Verbindungen der Formel IM sind Ci-C2o-Alkylvinyl- ether, vor allem Ci-Cio-Alkylvinylether, die Vinylester von gesättigten aliphatischen Ci-C2i-Carbonsäuren, vor allem von gesättigten aliphatischen Ci-Cn-Carbonsäuren, insbesondere Vinylacetat, die N-Vinylamide von gesättigten aliphatischen C1-C21- Carbonsäuren, vor allem von gesättigten aliphatischen Ci-Cn-Carbonsäuren, insbesondere N-Vinylformamid, N-Vinyl-substituierte Heterocyclen, vor allem N-Vinylpyrrolidon und N-Vinylcaprolactam, Styrol, α-Methylstyrol, 2-, 3- und 4-Methylstyrol.
Besonders bevorzugt sind die radikalisch polymerisierbaren Monomere ausgewählt unter C2-Cio-Alkenen, Verbindungen der Formel Il und Verbindungen der Formel IM. Diese können auch in Kombination miteinander eingesetzt werden. Auf die obigen Ausführungen zu geeigneten und bevorzugten C2-Cio-Alkenen, Verbindungen der Formel Il und Verbindungen der Formel IM wird hiermit verwiesen. Die besonders bevorzugten Monomere können auch in Kombination mit anderen radikalisch polymerisierbaren Monomeren, vorzugsweise mit den oben genannten bevorzugten Monomeren, nämlich mit halogenierten C2-Cio-Alkenen, C4-Cio-Alkadienen und/oder halogenierten C4-Ci 0- Alkadienen, eingesetzt werden.
Stärker bevorzugt wird in das erfindungsgemäße Verfahren als radikalisch polymeri- sierbares Monomer wenigstens eine Verbindung der Formel II, gegebenenfalls in Kombination mit wenigstens einem weiteren radikalisch polymerisierbaren Monomer, eingesetzt. Letzteres ist vorzugsweise unter den oben genannten bevorzugten Mono- meren, d. h. unter C2-Cio-Alkenen, halogenierten C2-Cio-Alkenen, C4-Cio-Alkadienen, halogenierten C4-Cio-Alkadienen, anderen Verbindungen der Formel Il und Verbindungen der Formel IM, ausgewählt. Bezüglich geeigneter und bevorzugter Verbindungen der Formel Il und auch der Formel Ml wird auf die vorstehenden Ausführungen verwiesen. Besonders bevorzugte Monomere, die in Kombination mit der wenigstens einen Verbindung Il polymerisiert werden können, sind ausgewählt unter C2-Cio-Alkenen, wobei hierunter Ethen und Propen bevorzugt sind, und Verbindungen der Formel IM, wobei hierunter solche bevorzugt sind, in denen alle drei Reste R18, R19 und R20 für H stehen oder einer der Reste für Methyl steht und die anderen zwei für H stehen, und R21 für OR22, OCOR23 oder Aryl steht. Aryl steht dabei vorzugsweise für gegebenenfalls
wie oben beschrieben substituiertes Phenyl, insbesondere für Phenyl oder 2-, 3- oder 4-Methylphenyl.
Insbesondere dient das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Homo- oder Copolymeren von Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäurederivaten oder Methacrylsäu- rederivaten und insbesondere von Acrylsäure oder Acrylsäurederivaten. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Copolymeren von Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäurederivaten oder Methacrylsäurederivaten dient, so sind bevorzugte Comonomere ausgewählt unter Verbindungen II, die von den als erstes Mono- mer eingesetzten Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylsäurederivaten oder Methacrylsäurederivaten verschieden sind, C2-Cio-Alkenen, vor allem Ethylen und Propylen, und Verbindungen der Formel IM, vor allem Ci-Cio-Alkylvinylethern, Styrol, α-Methylstyrol, 2-, 3- und 4-Methylstyrol und den Vinylestern von gesättigten aliphatischen Ci-Cn- Carbonsäuren, wie Vinylacetat.
Speziell dient das erfindungsgemäße Verfahren zur Homo- oder Copolymerisation von Acrylsäure, insbesondere mit einer anderen Verbindung der Formel II.
Als Radikalstarter, die auch als Initiatoren bezeichnet werden, sind alle in der klassi- sehen radikalischen Polymerisation eingesetzten Initiatorsysteme geeignet. Hierzu gehören Verbindungen, die bei thermischer Anregung homolytisch zerfallen, wie Peroxide, Peroxyester oder Azoverbindungen, Redoxinitiatorsysteme, photochemische Initiatorsysteme und hochenergetische Strahlung, wie Elektronen-, Röntgen- oder γ-Strahlung. Das Initiatorsystem wird vorteilhafterweise so gewählt, dass es unter den gegebenen Reaktionsbedingungen zu keinen negativen Wechselwirkungen mit dem Kettenüberträger kommt. Außerdem sollte der Initiator günstigerweise im gewählten Reaktionsmedium oder im Monomerengemisch löslich sein.
Beispiel für geeignete Azoverbindungen sind 2,2'-Azobis(isobutyronitril), 2,2'-Azobis(2- cyano-2-butan), Dimethyl-2,2'-azobis(isobutyrat), 4,4'-Azobis(4-cyanopentansäure), 4,4'-Azobis(cyanopentan-1-ol), 1 ,1 '-Azobis(cyclohexancarbonitril), 2,2'-Azobis(2,4- dimethylvaleronitril), 2,2'-Azobis(4-methoxy-2,4-dimethylvaleronitril), 2-(Carbamoylazo)-isobutyronitril, 2,2'-Azobis(2-methylbutyronitril), 2-(t-Butylazo)-2- cyanopropan, 2,2'-Azobis[2-methyl-N-(1 ,1 )-bis(hydroxymethyl)-2-hydroxyethyl]- propionamid, 2,2'-Azobis[2-methyl-N-hydroxyethyl)]-propionamid, 2,2'-Azobis(N,N'- dimethylenisobutyramidin)dihydrochlorid, 2,2'-Azobis(2-amidinopropan)dihydrochlorid, 2,2'-Azobis(N,N'-dimethylenisobutyramidin), 2,2'-Azobis(2-methyl-N-[1 ,1-bis (hydroxy- methyl)-2-hydroxyethyl]propionamid), 2,2'-Azobis(2-methyl-N-[1 ,1-bis(hydroxymethyl)- ethyl]propionamid), 2,2'-Azobis[2-methyl-N-(2-hydroxyethyl)propionamid], 2,2'-Azobis-
(isobutyτamid)dihydrat, 2,2'-Azobis(2,2,4-trimethylpentan), 2,2'-Azobis(2-methylpro- pan).
Beispiele für geeignete Peroxyverbindungen sind t-Butylperoxyacetat, t-Butylperoxy- benzoat, t-Butylperoxyoctoat, t-Butylperoxyneodecanoat, t-Butylperoxyisobutyrat, t-Amylperoxypivalat, t-Butylperoxypivalat, Di-Isopropylperoxydicarbonat, Dicyclohexyl- peroxydicarbonat, Dicumylperoxid, Dibenzolperoxid, Dilauroylperoxid, Natriumperoxy- disulfat, Kaliumperoxydisulfat und Ammoniumperoxydisulfat.
Zu den photochemischen Initiatorsystemen gehören Benzoinderivate, Benzophenon, Arylphosphinoxide und Photo-Redoxsysteme.
Redoxinitiatorsysteme bestehen in der Regel aus einer Kombination aus wenigstens einem Oxidationsmittel mit wenigstens einem Reduktionsmittel. Geeignete Oxidati- onsmittel sind beispielsweise Kaliumperoxydisulfat, Wasserstoffperoxid und tert-Butylhydroperoxid. Geeignete Reduktionsmittel sind beispielsweise Eisen(ll)salze, Titan(lll)salze, Kaliumthiosulfit und Kaliumbisulfit.
Bevorzugt verwendet man als Radikalstarter homolytisch spaltbare Verbindungen, wo- bei hierunter Azoverbindungen besonders bevorzugt sind. Insbesondere verwendet man eine der oben genannten Azoverbindungen.
Die Menge an einzusetzendem Radikalstarter hängt unter anderem vom gewünschten Molekulargewicht, der gewünschten Polydispersität und Polymerstruktur des zu erhal- tenen Polymers ab. Jedoch wird es in der Regel in einer Menge von höchstens
10 Gew.-%, bevorzugt in einer Menge von 0,001 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der zu polymerisierenden Monomere, eingesetzt.
Um die Konzentration an freien Radikalen in der Reaktionszone möglichst gering zu halten und dadurch eine kontrollierte radikalische Polymerisation zu ermöglichen, muss der Kettenüberträger im Vergleich zum Initiator (Radikalstarter) im Überschuss vorhanden sein. Wird als Radikalstarter eine Verbindung gewählt, die durch Homolyse in zwei Radikale zerfällt, so muss das Verhältnis von Kettenübertragungsreagens zu Initiator wenigstens 2:1 betragen. Je nach zu polymerisierenden Monomeren sind jedoch auch deutlich größere Molverhältnisse von Kettenüberträger zu Radikalstarter erforderlich. Das jeweils günstigste Verhältnis für eine kontrollierte radikalische Polymerisation des jeweils zu polymerisierenden Monomers oder Monomerengemischs kann im Einzelfall vom Fachmann durch einfache Vorversuche ermittelt werden.
Vorzugsweise beträgt das Molverhältnis von Kettenüberträger zu Radikalstarter wenigstens 2:1 , z. B. 2:1 bis 100:1 oder 2:1 bis 10:1 , besonders bevorzugt wenigstens 3:1 , z. B. 3:1 bis 100:1 oder 3:1 bis 10:1 , beispielsweise etwa 4:1 oder etwa 5:1.
Das erfindungsgemäße Polymerisationsverfahren kann zur Herstellung von Homopo- lymeren, statistischen Copolymeren, aber insbesondere auch von Blockcopolymeren, Gradientencopolymeren und anderen komplexeren Polymerarchitekturen eingesetzt werden.
Während man zur Herstellung von statistischen Copolymeren in der Regel so vorgeht, dass man die zu polymerisierenden Comonomere, die allerdings ähnlich reaktiv sein müssen, im Wesentlichen gleichzeitig zugibt, gibt man zur Herstellung von Blockcopolymeren die einzelnen Comonomere in der gewünschten Reihenfolge nacheinander zu. Die Zugabe des jeweils nächsten Comonomers erfolgt vorteilhafterweise erst dann, wenn das vorher zugesetzte Comonomer im Wesentlichen vollständig verbraucht ist, so dass „saubere", d. h. im Wesentlichen aus einem einzigen Comonomer aufgebaute Blöcke entstehen. Im erfindungsgemäßen Verfahren ist es sogar möglich, Comono- merblöcke zu isolieren und zu lagern und erst später mit weiteren Comonomeren umzusetzen. Wenn die Polymerisation nämlich nicht durch klassische Abbruchreaktionen beendet wird, kann man die lebenden Polymerketten, die an ihren Enden jeweils durch die Dithiolthione I terminiert sind (und „schlafen"), isolieren, beispielsweise, indem man noch vorhandenes Monomer und gegebenenfalls vorhandenes Lösungsmittel entfernt, wobei die „schlafenden" Polymerketten zurückbleiben. Diese kann man dann, sobald es erwünscht ist, wieder reaktivieren, z. B. thermisch, und beispielsweise mit weiteren Comonomeren oder mit einer gewünschten Endgruppe umsetzen. Diese Vorgehensweise kann man selbstverständlich auch bei Homopolymeren oder statistischen Copolymeren zur Einführung einer bestimmten Endgruppe anwenden.
Zur Herstellung von Gradientencopolymere gibt man zu polymerisierende Comonome- re, die eine unterschiedliche Reaktivität (Polymerisationsgeschwindingkeit) unter den gegebenen Reaktionsbedingungen aufweisen, gleichzeitig der Polymerisationsreaktion zu.
Bezüglich der Herstellung von Sternpolymeren wird auf das in J. Pol. Sei. Polym. Chem. 2003, 41 , 365 beschriebene Verfahren und die darin zitierte Literatur verwiesen.
Das erfindungsgemäße Polymerisationsverfahren kann als Massenpolymerisation, Lösungspolymerisation, Emulsionspolymerisation oder Suspensionspolymerisation in Batch-, Semibatch-, kontinuierliche oder Feed-Fahrweise durchgeführt werden.
Die Emulsions- und Suspensionspolymerisationen werden in der Regel in einem wäss- rigen Medium durchgeführt, das übliche Hilfsstoffe, wie Stabilisatoren, Dispergatoren oder anderen Additive enthalten kann.
Bei der Lösungspolymerisation hängt die Wahl des Lösungsmittels insbesondere vom zu polymerisierenden Monomeren ab. Ganz allgemein sind für unpolare Monomere eher unpolare Lösungsmittel, wie aliphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Pentan, Hexan, Heptan, Octan und Cyclohexan, oder aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Ben- zol, Toluol, Chlorbenzol und die XyIoIe geeignet. Für polarere Monomere sind entsprechend auch polarere Lösungsmittel, wie Ketone, z. B. Aceton, Methylethylketon, Me- thylisobutylketon oder Methylamylketon, Ester, wie Ethylacetat und Propylacetat, GIy- kolether, wie Diethylenglykol und Triethylenglykol, offenkettige Ether, wie Diethylether, Methyl-tert-butylether und Diisopropylether, und cyclische Ether, wie Tetra hydrofu ran und Dioxan, geeignet. Für die Copolymerisation von polareren und unpolaren Como- nomeren verwendet man bevorzugt die genannten polareren Lösungsmittel. Für stark polare Monomere ist auch Wasser geeignet. Für die im erfindungsgemäßen Verfahren besonders bevorzugt eingesetzten Monomere der Formel Il bzw. die sie enthaltenden Monomerengemische sind Wasser und die oben genannten polareren Lösungsmittel und insbesondere Wasser und die cyclischen Ether besonders geeignet.
Bei der Durchführung der Reaktion geht man vorzugsweise so vor, dass man den Kettenüberträger zugibt, bevor die Polymerisation gestartet wird; d. h. der Kettenüberträger wird vorzugsweise vor dem Radikalstarter zugesetzt. Hierdurch soll eine möglichst effektive Kontrolle über den Polymerisationsverlauf ermöglicht werden.
Die Durchführung des erfindungsgemäßen Polymerisationsverfahrens kann nach bekannten Verfahren des Standes der Technik zur kontrollierten radikalischen Polymerisation erfolgen, wie sie beispielsweise in der WO 2004/014967, US-A-2003/0195310 , EP-A-1205492, WO 2004/056880 und insbesondere in der WO 99/31 144 sowie in den in diesen Dokumenten zitierten Literaturstellen beschrieben sind, worauf hiermit in vollem Umfang Bezug genommen wird. Grundsätzlich kann die Durchführung auch analog zu bekannten radikalischen Polymerisationstechniken erfolgen, wobei der wesentliche Unterschied in der Verwendung des Kettenüberträgers besteht.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung einer Verbindung der Formel I oder eines Gemischs davon als Kettenüberträger in kontrollierten radikalischen Polymerisationsreaktionen. Insbesondere handelt es sich bei diesen kontrollierten radikalischen Polymerisationsreaktionen um so genannte RAFT-
Polymerisationen. Bezüglich bevorzugter Verbindungen I und geeigneter oder bevorzugter Monomere und Reaktionsbedingungen wird auf die obigen Ausführungen verwiesen.
Schließlich ist Gegenstand der Erfindung ein Polymer, das durch das erfindungsgemäße Verfahren erhältlich ist und das durch eine Gruppe, die sich von der Verbindung I ableitet, terminiert ist. „Terminiert" bedeutet, dass das Polymer am Kettenende, das demjenigen Kettenende, von dem aus das Kettenwachstum gestartet wurde, entgegengesetzt ist, eine Gruppe gebunden trägt, die sich von einer Verbindung I ableitet und die durch die Umsetzung eines lebenden Kettenendes mit dieser Verbindung entsteht. Die erfindungsgemäßen Polymere zeichnen sich durch eine enge Molekulargewichtsverteilung aus. So beträgt der PDI vorzugsweise höchstens 2,0, besonders bevorzugt höchstens 1 ,5 und insbesondere höchstens 1 ,3. Außerdem zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie jederzeit reaktiviert werden können, beispielsweise durch ther- mische Anregung und Zugabe eines Radikalstarters, und sie dann weiter umgesetzt werden können, z. B. mit weiteren Monomeren oder Comonomeren.
Die Angaben zu zahlenmittleren und gewichtsmittleren Molekulargewichten Mn und Mw und dem Polydispersitätsindex (PDI = Mw/Mn) beziehen sich auf mit Gelpermeations- Chromatographie (GPC) gemessene Werte. Als Standards werden dabei die für die jeweiligen (Co)Polymere üblichen Standards verwendet, z. B. Wasser bei Polyacryl- säure oder Polystyrol bei nicht wasserlöslichen (Co)Polymeren.
Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Polymere zeichnen sich durch eine enge Molekulargewichtsverteilung aus. So beträgt der PDI vorzugsweise höchstens 2,0, besonders bevorzugt höchstens 1 ,5 und insbesondere höchstens 1 ,3. Außerdem zeichnen sie sich durch eine genau definierte und prädeterminierbare Polymerarchitektur aus, z. B. durch gut voneinander abgegrenzte Comonomerenblöcke in Block- copolymeren oder durch eine definierte Zunahme bzw. Abnahme der Konzentration der einzelnen Comonomere in Gradientencopolymeren.
Die Verbindungen I und ihre Gemische wirken als effektive Kettenüberträger bei der radikalischen Polymerisation und stehen in ihrer Wirksamkeit den Kettenüberträgern des Standes der Technik in nichts nach. Da die Verbindungen der Formel I aber gleichzeitig leicht und kostengünstig herzustellen sind, erlauben sie die deutlich wirtschaftlichere Durchführung von kontrollierten radikalischen Polymerisationen als die Verfahren des Standes der Technik, die auf teure und schwierig herzustellende Dithio- Verbindungen als Kettenüberträger zurückgreifen. Gleichzeitig bleiben die Vorteile der klassischen radikalischen Polymerisation, nämlich unter anderem die große Bandbreite
an polymerisierbaren Monomeren, die geringen Ansprüche an die Reinheit der Reak- tanden und die Einfachheit der Verfahrensgestaltung, erhalten.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung veranschaulichen, ohne sie jedoch einzu- schränken.
Beispiele
Beispiel 1 : Polymerisation von Acrylsäure
72 g (1 Mol) Acrylsäure und 10,22 g (0,05 Mol) eines Gemischs aus 4-Neopentyl-1 ,2- dithiol-4-cyclopenten-3-thion (Verbindung der Formel l.a.1 , worin R für H und c für 0 steht) und 4-Methyl-5-tert-butyl-1 ,2-dithiol-4-cyclopenten-3-thion wurden in einem 11-Kolben mit Rückflusskühler und Gaseinleitungsrohr in 200 ml Dioxan gelöst, wobei Stickstoff kontinuierlich durch die Lösung geblasen wurde. Das Gemisch wurde auf 100 °C erwärmt und mit 1 ,222 g (5 mmol) 1 ,1 '-Azobis(cyclohexancarbonitril) versetzt und anschließend 3 h gerührt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurden die flüchtigen Bestandteile (Lösungsmittel und nicht umgesetzte Acrylsäure) bei 1 mbar und 100 °C verdampft. Man erhielt 30 g (80 %) eines gelb-braunen wasserlöslichen Pulvers, welches Mittels 1H-NMR in D2O untersucht wurde. Das Produkt wies sechs Acrylsäureeinheiten pro Kettenüberträgermolekül auf. Das zahlenmittlere Molekulargewicht Mn betrug 2600 und der Polydispersitätsindex (PDI = Mw/Mn) 1 ,3.
Beispiel 2: Beleg für die Wirkung der Verbindungen I als Kettenüberträger
In einem 11-Kolben mit Rückflusskühler und Gaseinleitungsrohr wurden 72 g (1 Mol) Acrylsäure und 10,22 g (0,05 Mol) eines Gemischs aus 4-Neopentyl-1 ,2-dithiol-4- cyclopenten-3-thion und 4-Methyl-5-tert-butyl-1 ,2-dithiol-4-cyclopenten-3-thion in 500 ml Dioxan gelöst, wobei Stickstoff kontinuierlich durch die Reaktionslösung gebla- sen wurde. Das Gemisch wurde auf 70 °C erwärmt und mit 1 ,242 g (5 mmol)
2,2'-Azobis(2,4-dimethylvaleronitril) versetzt und anschließend 3 h gerührt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurden die flüchtigen Bestandteile (Lösungsmittel und nicht umgesetzte Acrylsäure) bei 1 mbar und 100 °C verdampft. Man erhielt 16 g eines braunen, nicht wasserlöslichen Pulvers, welches mittels 1H-NMR in CDCb untersucht wurde. Es wurden keine Acrylsäureeinheiten gefunden. Dies bedeutet, dass die Polymerisation nicht stattfand, obwohl Initiator zugesetzt worden war. Das zeigt, dass das gebildete Radikal sofort mit der Thioestergruppe des Kettenüberträgers reagiert und dass höhere Temperaturen erforderlich sind, um dieses Addukt erneut zu spalten, so
dass die Polymerisation von Acrylsäure fortschreiten kann. Dadurch wird belegt, dass die eingesetzten Thioverbindungen als Kettenüberträger wirken.
Beispiel 3: Herstellung eines Acrylsäure-Butylacrylat-Blockcopolymers
In einem 11-Kolben mit Rückflusskühler und Gaseinleitungsrohr wurden 10 g (ca. 15 mmol) des „schlafenden" Acrylsäurepolymers aus Beispiel 1 und 38,4 g (0,3 mol) Butylacrylat in 50 ml Dioxan gelöst, wobei Stickstoff kontinuierlich durch die Reaktionslösung geblasen wurde. Das Gemisch wurde auf 80 °C erwärmt und mit 0,288 g (1 ,5 mmol) 2,2'-Azobis(2-methylbutyronitril) versetzt und anschließend 3 h gerührt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wurden die flüchtigen Bestandteile (Lösungsmittel und nicht umgesetztes Butylacrylat) bei 1 mbar und 100 °C verdampft. Man erhielt 12,7 g (28 % der Theorie) eines rotbraunen, hartwachsartigen Pulvers, welches mittels 1H-NMR in CD3OD untersucht wurde. Das Produkt wies sechs Acrylsäureein- heiten und 5 Butylacrylateinheiten pro Kettenüberträgermolekül auf.