Kältegerät mit Siphon
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kältegerät mit einem von einem wärmeisolierenden Gehäuse umgebenen Innenraum, bei dem eine durch das Gehäuse hindurchgeführte Kondenswasserleitung einen Siphon aufweist.
Ein Kältegerät dieser Art ist zum Beispiel in US 5 499 514 beschrieben. Bei diesem bekannten Kältegerät geht die Kondenswasserleitung vom Boden einer Verdampferkammer im Inneren des Gerätes aus und erstreckt sich geradewegs in einen Maschinenraum im Sockel des Gerätes, wo sie in eine Verdunstungsschale mündet. Innerhalb des Maschinenraumes hat die Kondenswasserleitung einen S-förmig gekrümmten Verlauf, so dass sich in einer tiefliegenden Krümmung der Leitung Wasser sammeln kann, ohne in die Verdunstungsschale abzufließen. Dieses Wasser verhindert einen freien Luftaustausch zwischen dem Innenraum des Gerätes und der Umgebung durch die Kondenswasserleitung, lässt aber das kurzzeitige Rückströmen von Luft in den Innenraum zu, zum Beispiel wenn warme Luft, die bei offener Tür in den Innenraum eingedrungen ist, sich nach dem Schließen der Tür darin abkühlt und einen Unterdruck hervorruft.
Im Maschinenraum eines Kältegerätes können im Betrieb hohe Temperaturen auftreten, insbesondere sind Gehäusetemperaturen des darin untergebrachten Verdichters von 70 bis 80° im Betrieb keine Seltenheit. Die bei dem Kältegerät aus US 5 499 514 in enger Nachbarschaft zu dem Verdichter verlaufende Kondenswasserleitung ist daher hohen Temperaturen ausgesetzt, die das Wachstum von Keimen und die Entwicklung unangenehmer Gerüche fördert. Diese können sich störend bemerkbar machen, wenn bei einem Druckausgleich Luft durch das verkeimte Wasser in den Innenraum des Gerätes gesogen wird, oder wenn bei einem Abtauvorgang das verkeimte Wasser in die Verdunstungsschale verdrängt wird. Nachteilig ist auch der große Platzbedarf der Kondenswasserleitung im Maschinenraum.
Aus EP 1 128 141 B1 ist ein Siphon für ein Kältegerät bekannt, bei dem sich ein Rohrstutzen durch eine horizontale Isolationsschicht des Gehäuses hindurch erstreckt und an einer Unterseite der Isolationsschicht in einen aufgesteckten Becher mündet, in
dem sich Wasser sammeln kann, so dass es den Auslass des Rohrstutzens verschließt. Dieser Aufbau ist zwar kompakter als der aus US 5 499 514 bekannte, doch ist auch hier in dem Becher stehendes Wasser hohen Temperaturen und der Gefahr einer Verkeimung ausgesetzt.
Aus EP 0 848 217 B1 ist eine Druckausgleichvorrichtung für ein Gefriergerät bekannt, die ein sich vertikal durch eine Isolationsschicht erstreckendes Rohr und einen auf einer Schulter des Rohres aufsitzenden Schwimmer umfasst. Durch von oben, aus einem Innenraum des Gefriergerätes, zufließendes Tauwasser soll der Schwimmer von seinem Sitz abgehoben werden, so dass das Tauwasser an dem Schwimmer vorbei abfließen kann. Auch im Falle eines Unterdrucks im Innenraum kann der Schwimmer von seinem Sitz abgehoben werden und Luft in den Innenraum strömen. Dieser Aufbau ist zwar kompakt, und da er kein stehendes Wasser enthält, ist die Gefahr einer Verkeimung gering. Allerdings besteht die Gefahr des Versagens, wenn der Schwimmer an seinem Sitz festfriert oder durch im abfließenden Tauwasser enthaltene Verunreinigungen am Sitz festklebt oder daran gehindert wird, dicht zu schließen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Kältegerät zu schaffen, das einen problemlosen Druckausgleich zwischen dem Innenraum und der Umgebung durch einen einfachen und kompakten Aufbau gewährleistet und die Gefahr der Verkeimung und Geruchsentwicklung beseitigt.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Kältegerät mit den Merkmalen des Anspruches 1. Indem der Siphon dieses Kältegerätes in die Isolationsschicht des Gehäuses eingebettet ist, ist darin enthaltenes Wasser vor übermäßiger Wärme geschützt, so dass das Wachstum von Keimen gering gehalten werden kann. Außerdem ist durch die Einbettung in die Isolationsschicht der Siphon vor Lichteinfall geschützt, der ebenfalls das Wachstum von Keimen begünstigt. Auch die Gefahr eines Trockenfallens und des damit einhergehenden Unwirksamwerdens des Siphons ist durch die kühlere Platzierung beseitigt.
Der Siphon könnte durch ineinandergreifende Becher und Rohre gebildet sein, aufgrund der Einfachheit und der geringen Bautiefe, die sich gut in eine Gehäusewand des
Kältegerätes einfügt, ist jedoch ein Siphon in Form einer S-förmig gekrümmten Rohrleitung bevorzugt.
Die Platzierung des Siphons in mehr oder weniger enger Nachbarschaft zu einer warmen Außenseite oder einer kalten Innenseite der Isolationsschicht kann je nach vorgesehener Betriebstemperatur des Innenraumes festgelegt werden. Um ein Gefrieren von Flüssigkeit im Siphon mit Sicherheit auszuschließen, ist allgemein eine Anbringung des Siphons benachbart zu einer Außenseite der Isolationsschicht bevorzugt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Teilansicht eines Kältegerätegehäuses gemäß einer ersten
Ausgestaltung der Erfindung; und
Fig. 2 einen vertikalen Teilschnitt durch ein Kältegerätegehäuse gemäß einer abgewandelten Ausgestaltung.
Fig. 1 zeigt in einer schematisierten perspektivischen Ansicht die untere Hälfte des Korpus 1 eines Kältegerätes. Eine Tür des Gerätes ist in der Figur weggelassen. Wände 2, 3, 4 des Korpus sind jeweils gebildet durch eine in der Figur transparent dargestellte feste Außenhaut 5, die aus Blech- oder Kunststoffelementen zusammengefügt ist, eine einteilige, allen Wänden gemeinsame Innenhaut 6 und eine in den Zwischenraum zwischen Innen- und Außenhaut 6, 5 eingefüllte Isolationsschicht aus einem Schaumstoff. Am Fuß der Rückwand 3 ist eine Nische 7 ausgespart, die vorgesehen ist, um einen Verdichter, eine Verdunstungsschale sowie eventuell einen Verflüssiger aufzunehmen. Ein Verdampfer ist in dem nicht dargestellten oberen Bereich des Korpus 1 untergebracht. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Coldwall-Verdampfer handeln, der in einem oberen Bereich der Rückwand 3 an der Innenhaut 6 platziert ist, oder um einen No-frost- Verdampfer, der zum Beispiel in einer unter der Decke des Korpus angebrachten Kammer oder in einer horizontalen Trennwand zwischen zwei Kühlräumen des Korpus untergebracht sein kann.
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Von diesem Verdampfer geht eine Kondenswasserleitung 8 aus, die sich in der Isolationsschicht der Rückwand 3 nach unten erstreckt und in der Figur teilweise dargestellt ist. Zwischen zwei vertikal abwärts verlaufenden Abschnitten der Leitung 8 sind zwei gegenläufig gekrümmte Abschnitte 9, 10 eingefügt, die einen Siphon bilden. Die gesamte Leitung 8 kann einteilig aus einem Metall- oder Kunststoff röhr gebogen sein; es können auch die geradlinigen Abschnitte und die Bögen 9, 10 jeweils einzeln gefertigt und ineinander gesteckt sein. Alle Abschnitte der Kondenswasserleitung 8 liegen in einer gleichen, zur Außen- und Innenhaut der Rückwand 3 parallelen Ebene, um die Bautiefe des Siphons möglichst gering und die aus dem Vorhandensein der Kondenswasserleitung 8 resultierende Abschwächung der Isolationswirkung der Rückwand möglichst gering zu halten.
Die Kondenswasserleitung 8 mündet in die Nische 7, wo eine in Fig. 1 nicht gezeigte Schale zum Auffangen und Verdunsten des Kondenswassers vorgesehen ist.
Wie an dem horizontalen Schnitt durch die Wände 2, 3, 4 in Fig. 1 zu erkennen ist, verläuft die Kondenswasserleitung 8 eng benachbart zur Außenhaut 5, so dass sie gegenüber dem Innenraum des Korpus 1 deutlich stärker isoliert ist als gegenüber der Umgebung. So ist sichergestellt, dass in dem Bogen 9 der Kondenswasserleitung 8 stehendes Wasser nicht gefriert, auch wenn der Innenraum auf einer Temperatur deutlich unter 0°C gehalten ist. Im Falle eines Kühlgerätes, bei dem der Innenraum keine Temperaturen unter 0°C erreicht, könnte die Kondenswasserleitung 8 auch in unmittelbarer Nähe der Innenhaut 6 platziert sein, um so eine möglichst niedrige, Verdunstung und Keimwachstum hemmende Temperatur des Wassers in dem Bogen 9 zu erreichen.
Fig. 2 zeigt einen schematischen Schnitt durch die Nische 7 und deren Umgebung gemäß einer geringfügig abgewandelten Ausgestaltung der Erfindung. Auch hier verläuft die Kondenswasserleitung 8 im Wesentlichen in enger Nachbarschaft zur Außenhaut 5 der Rückwand 3. Lediglich in der Nähe ihres unteren Endes reicht die Leitung 8 von ihrem Verlauf in einer zur Außenhaut 5 parallelen Ebene ab und erstreckt sich zur Vorderseite des Korpus 1 hin in einen horizontalen Wandabschnitt 11 oberhalb der Nische 7 hinein, um anschließend zentral über einer Verdunstungsschale 12 in die Nische 7 zu münden.
Die Verdunstungsschale 12 ist in engem thermischen Kontakt auf einem Verdichter 13 montiert.
Anstatt in der Rückwand 3 könnte die Kondenswasserleitung 8 auch in einer der Seitenwände 2, 4 geführt sein. Dies kann insbesondere von Vorteil sein bei einem Kältegerät, bei dem Verdichter und Verdunstungsschale in einem Sockelbereich unterhalb des Korpus untergebracht sind, und die Verdunstungsschale nicht weit von der Vorderseite des Gerätes entfernt ist.