EP1913068A1 - Verwendung von entfarbtem biodiesel als weichmacher - Google Patents

Verwendung von entfarbtem biodiesel als weichmacher

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EP1913068A1
EP1913068A1 EP06762467A EP06762467A EP1913068A1 EP 1913068 A1 EP1913068 A1 EP 1913068A1 EP 06762467 A EP06762467 A EP 06762467A EP 06762467 A EP06762467 A EP 06762467A EP 1913068 A1 EP1913068 A1 EP 1913068A1
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Andreas Brey
Michael Duetsch
Helmut Mack
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Evonik Degussa GmbH
Construction Research and Technology GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C08K5/0016Plasticisers

Definitions

  • an ideal softener should be odorless, solid or liquid, colorless, resistant to light, temperature and water, not harmful to health, hardly combustible, as volatile as possible and inexpensive.
  • plasticizers are trimellitates, aliphatic dicarboxylic acid esters, polyether polyols, polyester polyols, phosphoric acid esters, fatty acid esters, hydroxycarboxylic acid esters, alkylated benzenes, aromatic and aliphatic hydrocarbons, silicone oils, alkylsulfonic acid esters, sulfoxides / sulfones, etc.
  • decolourised biodiesel is particularly suitable as a plasticizer on an industrial scale.

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Abstract

Es wird die Verwendung von entfärbtem Biodiesel mit ein Farbzahl von APHA < 300 (nach ISO 6271 ) als Weichmacher für Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel beschrieben. Es hat sich hierbei überraschenderweise gezeigt, dass entfärbter Biodiesel ausgezeichnete Eigenschaften als Weichmacher besitzt und hervorragend in Produkten insbesondere auf Basis von PVC, Epoxiden, Polyurethanen, Polyacrylaten, Polymethacrylaten, Polysulfiden sowie Silikonen, synthetischen und natürlichen Kautschuken, silanmodifizierten Polyurethanen, silanmodifizierten Polyethern, silanmodifizierten Acrylaten, silanmodifizierten Methacrylaten und/oder silanmodifizierten Polysulfiden eingesetzt werden kann. Auf Grund seiner besonderen ökologischen und ökonomischen Vorteile ist entfärbter Biodiesel in besonderem Maße als Weichmacher in großtechnischem Umfang geeignet.

Description

Verwendung von entfärbtem Biodiesel als Weichmacher
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von entfärbtem Biodiesel als Weichmacher für Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel.
Kunststoffe, Kleb- und Dichtstoffe, Beschichtungen, Farben und Lacke, Fußböden, Sportböden, Vergussmassen, usw. enthalten Polymere, Bindemittel und/oder Harze, welche für die Haupteigenschaften der erwähnten Produkte verantwortlich sind. Wichtig sind aber auch die Additive trotz ihrer z. T. kleinen Zusatzmenge, da sie die erwarteten Eigenschaften der entsprechenden Produkte sehr stark beeinflussen. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei der Weichmacher als Additiv.
Als Weichmacher werden Stoffe bezeichnet, die einem Polymer, Bindemittel und/oder Harz zugegeben werden, um dessen Dehnbarkeit, Weichheit und Biegsamkeit für Verarbeitung und Gebrauch zu verbessern. Dabei gehen Weichmacher aber keine chemische Reaktion mit dem Polymer, Bindemittel und/oder Harz ein, sondern verändern es nur physikalisch.
Neben seiner weich machenden Wirkung sollte ein idealer Weichmacher geruchlos, fest oder flüssig, farblos, licht-, temperatur- und wasserbeständig, nicht gesundheitsschädlich, schwer brennbar, möglichst wenig flüchtig und kostengünstig sein.
In großem Umfang werden Weichmacher bei bestimmten Kunststoffen (z. B. Polyvinylchlorid = PVC) verwendet; andere Kunststoffe enthalten hingegen keine Weichmacher (z. B. Polyethylen, Polypropylen). Die PVC-Produktion stellt den größten Verbraucher (fast 90%) von Weichmacher dar. Diese können bis zu 55 Gew.-% im PVC enthalten sein. Am häufigsten werden neben Phthalsäureestem (Jayflex®, usw.) unter anderem Sulfonsäureester (Mesamoll®, usw.) und Dicarbonsäureester (Plastomoll®, usw.) verwendet. Di(2-ethylhexyl)phthalat (= DEHP), der am häufigsten verwendete Phthalsäureester, wurde in den USA als krebserzeugend eingestuft. Weichmacher gelangen über Kunststoffverpackungen in Lebensmittel (z. B. Milch) und stellen somit eine Gesundheitsgefährdung dar. Aus PVC-Böden entweichen ebenfalls Weichmacher, insbesondere bei hohen Temperaturen und neu produzierten Böden und stellen somit, besonders für Kleinkinder, die am Boden spielen, ein Problem dar. Phthalsäureester sind biologisch nur schwer abbaubar und reichern sich daher in der Umwelt an. Durch die hohe Einsatzmenge der Weichmacher sind Phthalsäureester heute in Böden und Gewässersedimenten weit verbreitet und in erhöhten Konzentrationen nachweisbar. Als Weichmacher werden z. B. auch die ökologisch ebenfalls bedenklichen Chlorparaffine verwendet. Alternative und ökologisch unbedenkliche Weichmacher werden deshalb verstärkt nachgefragt.
Weitere Stoffgruppen, aus denen Verbindungen als Weichmacher Verwendung finden, sind Trimellitate, aliphatische Dicarbonsäureester, Polyetherpolyole, Polyesterpolyole, Phosphorsäureester, Fettsäureester, Hydroxycarbonsäureester, alkylierte Benzole, aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe, Silikonöle, Alkylsulfonsäureester, Sulfoxide/Sulfone, usw.
Eine Klasse von umweltfreundlicheren Weichmachern wird aus natürlichen ölen hergestellt. Der am häufigsten verwendete natürliche Weichmacher ist epoxidiertes Sojaöl (epoxidized soybean oil = ESO). ESO (Vikoflexreg®, usw.) wird als Weichmacher in flexiblem PVC eingesetzt. Andere epoxidierte öle, die in flexiblem PVC verwendet werden, sind Rizinusöl und epoxidiertes Tallöl.
Eine andere Klasse von Weichmachern sind natürliche Ester. Bekannt sind Stearinsäure- und ölsäureester. Sie werden als Weichmacher für z. B. Polystyrol, Celluloid, Ethylcellulose, usw. verwendet. Sebacinsäure, eine Komponente des Castoröls, wird in Form des Esters als Weichmacher für PVC verwendet.
Nachteilig bei diesen Weichmachern auf Basis von natürlichen Ölen und Estern ist die Tatsache, dass die Herstellung beziehungsweise Aufreinigung dieser Verbindungen relativ aufwendig und kostenintensiv ist.
Der vorliegenden Erfindung lag daher die Aufgabe zu Grunde, einen neuen Weichmacher bereitzustellen, der die genannten Nachteile entsprechend dem Stand der Technik nicht aufweist, sondern umweltfreundliche Eigenschaften aufweist und gleichzeitig kostengünstig hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wurde erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass man als Weichmacher entfärbten Biodiesel mit einer Farbzahl von APHA < 300 (nach ISO 6271) einsetzt. Es hat sich nämlich überraschenderweise gezeigt, dass entfärbter Biodiesel ausgezeichnete Eigenschaften als Weichmacher besitzt und hervorragend zum Beispiel in pigmentierten oder transparenten Produkten eingesetzt werden kann.
Biodiesel ist die Bezeichnung für ein aus Pflanzenölen hergestelltes Fettsäuremethylestergemisch. Pflanzenöl ist ein Oberbegriff für „fettes" Öl, welches aus Pflanzen gewonnen wird, im Gegensatz zu den ätherischen Ölen, welche auch als „trocknende öle" bezeichnet werden. In den Pflanzensamen kommt das Öl in Form von Lipiden vor, die Zellmembran- Bausteine und Energiereserven darstellen. Umfassend spricht man von Ölen und Fetten, denn der Unterschied ergibt sich nur aus der jeweiligen Konsistenz bei unterschiedlichen Temperaturen.
Chemisch gesehen bestehen Öle aus Triglyceriden. Man unterscheidet nach der Herkunftspflanze Argan-, Algen-, Avocado-, Distel-, Lein-, Haselnuss-, Hanf-, Jojoba-, Kokos-, Kürbiskern-, Mais-, Mandel-, Marillenkern-, Mohn-, Nachtkerzen-, Oliven-, Palm-, Raps-, Rizinus-, Sanddornkern-, Schwarzkümmel-, Sesam-, Soja-, Sonnenblumen-, Walnuss-, Traubenkern- und Weizenkeim-Öl, usw.
Pflanzenöle werden normalerweise als Nahrungsmittel verwendet (z. B. Olivenöl, usw.) und als Margarine (auch gehärtetes Fett), als Kosmetika und als Grundstoff in der chemischen Industrie eingesetzt. In jüngster Zeit gewinnen Pflanzenöle als Ausgangsmaterial für Kraftstoff für Dieselmotoren zunehmend an Bedeutung.
Um als Kraftstoff für Dieselmotoren Verwendung zu finden, ist die Umesterung zum so genannten Biodiesel notwendig. Der Fachbegriff für Biodiesel lautet PME (Pflanzen Methyl Ester) beziehungsweise FAME (Fatty Acid Methylene Ester). Ein großer Vorteil der Verwendung von Pflanzenölen als Treibstoff ist die weitgehende CO2-Neutralität. Bei der Verbrennung wird im Wesentlichen die Menge CO2 freigesetzt, die die Pflanzen vorher durch Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen haben. Zur Herstellung wird das Pflanzenöl mit ca. 10 Gew.-% Methanol und verschiedenen Katalysatoren wie z. B. Alkoholaten, usw. versetzt. Bei Normaldruck und Temperaturen um 600C werden die Esterbindungen der Triglyzeride des Pflanzenöls getrennt und die Fettsäuren dann mit dem Methanol verestert. Das dabei entstehende Glycerin muss dann vom Biodiesel getrennt werden. Durch diese Umesterung hat das Endprodukt eine deutlich geringere Viskosität als das Pflanzenöl, weist aber nach wie vor eine relativ hohe Eigenfärbung (Farbzahl) auf. Die hohe Eigenfärbung ist von Nachteil für die Verwendung als Weichmacher in z. B. unpigmentierten Beschichtungen oder Dichtstoffen. Erfindungsgemäß wird deshalb entfärbter Biodiesel eingesetzt, der eine Farbzahl von APHA (nach Iso 6271 ) < 300, stärker bevorzugt ≤ 280, nochmals stärker bevorzugt ≤ 250 und am stärksten bevorzugt ≤ 200 besitzt. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird als entfärbter Biodiesel ein pflanzlicher Methylester (PME) nach DIN E 51 606, Rapsöl-Methylester (RME) nach DIN E 51 606, Soja-Methylester (SME) oder Sonnenblumen- Methylester, Altfett-Methylester (AME) und Fett-Methylester (FME) aus sonstigen Pflanzen- und Tierstoffen nach DIN V 51 606 verwendet. Die Menge des eingesetzten Biodiesels ist in weiten Grenzen variierbar, doch hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, diesen in einer Menge von 1 bis 80 Gew.-%, insbesondere 5 bis 50 Gew.-% und besonders bevorzugt 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel, einzusetzen.
Der erfindungsgemäß vorgeschlagene Weichmacher eignet sich für alle üblichen Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel insbesondere auf Basis von PVC, Epoxiden, Polyurethanen, Polyacrylaten, Polymethacrylaten, Polysulfiden sowie Silikonen, synthetischen oder natürlichen Kautschuken, silanmodifizierten Polyurethanen, silanmodifizierten Polyethern (z. B. MS Polymer), silanmodifizierten Acrylaten, silanmodifizierten Methacrylaten und/oder silanmodifizierten Polysulfiden.
Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften als Weichmacher kann der entfärbte Biodiesel für alle möglichen Produkte, insbesondere in Kunststoffen, Kleb- und Dichtstoffen, Beschichtungen, Farben und Lacken, Fußböden, Sportböden, Vergussmassen usw., eingesetzt werden.
Die Herstellung des entfärbten Biodiesels kann auf verschiedenem Wege erfolgen. Überraschenderweise wurde gefunden, dass der Biodiesel schonend und kostengünstig durch Kontaktieren mit geeigneten Adsorbentien, z. B. aktivierter Aktivkohle (z. B. Norit®), entfärbt werden kann. Das Entfärbungsverfahren kann diskontinuierlich durch Kontaktieren des Biodiesels mit pulverförmiger oder geformter Aktivkohle in einem Rührreaktor oder kontinuierlich durchgeführt werden. Als Adsorbentien eignen sich z. B. neben den aktivierten Aktivkohlen auch Kieselsäuren (Fällungskieselsäure, Flammkieselsäure, usw.), Silikate aller Art (z. B. Kaoline, usw.), Magnesiumphosphate, Metallhydroxide, Metalloxide (z. B. Aluminiumoxide, usw.), Metallcarbonate, Tonerden (z. B. Bentonite, usw.), usw.. Die Adsorbentien können einzeln oder auch in Kombination eingesetzt werden.
Die Entfärbung des Biodiesels wird bevorzugt in kontinuierlicher Weise durchgeführt. Hierbei wird der zu entfärbende Biodiesel über ein aktiviertes Aktivkohlebett, das in einem Reaktor angeordnet ist, in Rieselbett- oder in Blasenfahrweise geleitet und dabei mit der aktivierten Aktivkohle kontaktiert. Bei geeigneter Auswahl der aktivierten Aktivkohle sowie ausreichender Kontaktzeit wird auch ein stark gefärbter Biodiesel (Farbzahl APHA > 1000) nahezu vollständig entfärbt. Üblicherweise wird entfärbter Biodiesel mit einer Farbzahl APHA < 300, stärker bevorzugt ≤ 280, nochmals stärker bevorzugt ≤ 250 und am stärksten bevorzugt ≤ 200 erhalten.
Der Flächeninhalt der erfindungsgemäß eingesetzten aktivierten Aktivkohle beträgt insbesondere 20 bis 2500 m2/g, bevorzugt 100 bis 2000 m2/g und besonders bevorzugt 200 bis 1500 m2/g. Die eingesetzte Menge der Aktivkohle liegt insbesondere zwischen 0,01 und 20 Gew.-%, bevorzugt zwischen 0,1 und 5 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 0,2 und 3 Gew.-%. Gut geeignet für die Entfärbung von Biodiesel sind z. B. aktivierte Aktivkohlen mit guter Adsorptionskapazität für hochmolekulare Verbindungen (um z. B. Reste von Seifen im Biodiesel zu entfernen). Gute Filtrationseigenschaften der aktivierten Aktivkohle sind ebenfalls wichtig. Die erfindungsgemäß eingesetzten aktivierten Aktivkohlen sind üblicherweise chemisch aktiviert, z. B. mittels Phophorsäure.
Die Entfärbungskapazität einer aktivierten Aktivkohle hängt in starkem Umfang von den physikalisch-chemischen Eigenschaften der aktivierten Aktivkohle ab. Mit zunehmender Beladung der aktivierten Aktivkohle mit den farbgebenden Bestandteilen des Biodiesels (z. B. Seifenreste, usw.) nimmt die Aktivität oder Adsorptionskapazität der aktivierten Aktivkohle ab und gleichzeitig nimmt die Farbzahl des behandelten Biodiesels zu. Sobald eine zunächst festgelegte Zielfarbzahl des behandelten Biodiesels überschritten wird, wird vorzugsweise die aktivierte Aktivkohle ersetzt oder regeneriert und nach der Regenerierung erneut zur Entfärbung verwendet. Diese Regenerierung kann z. B. wie in DE 101 222 66 A1 beschrieben durchgeführt werden.
Die Vorteile des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Biodiesels lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
Biodiesel gehört zu der Gruppe „Nachwachsende Rohstoffe", enthält kein Benzol oder andere Aromaten, ist biologisch leicht abbaubar, gefährdet bei Unfällen nicht Boden oder Grundwasser, ist kein Gefahrgut (sein Flammpunkt liegt bei mindestens 12O0C) und ist schwefelfrei (<0,001 Gew.- %)•
Außerdem ist Biodiesel weltweit verfügbar und besonders kostengünstig herstellbar. Darüberhinaus ist Biodiesel flüssig, fast geruchlos, licht-, temperatur- und wasserbeständig, nicht gesundheitsschädlich, schwer brennbar, niederviskos und wenig flüchtig.
Aufgrund dieser besonderen ökologischen und ökonomischen Vorteile ist entfärbter Biodiesel in besonderem Maße als Weichmacher im großtechnischen Umfang geeignet.
Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen. Beispiele
Entfärbung von Biodiesel
Beispiel 1
Diskontinuierliche Entfärbung von Biodiesel
a) 1 I verfärbter Biodiesel (Hersteller ADM-Ölmühle Hamburg AG) wird in einem Rührbehälter mit 10 g aktivierter Aktivkohle (Norit® CA 1 , chemisch mit Phosphorsäure aktiviert) versetzt; nach einer Stunde wird abgefiltert und die Farbe des Biodiesels bestimmt. Die Farbzahl beträgt nach der Behandlung APHA 250.
b) Der Versuch a) wird wiederholt, jedoch wird vorher die aktivierte Aktivkohle gemörsert und auf eine Fraktion von > 125 μm abgesiebt. Mit 1 Gew.-% dieser gemörserten aktivierten Aktivkohle wird eine Farbzahl von APHA 200 erreicht.
Beispiel 2
Diskontinuierliche Entfärbung von Biodiesel
1 I verfärbter Biodiesel (Hersteller ADM-Ölmühle Hamburg AG) wird in einem Rührbehälter mit 10 g aktivierter Aktivkohle (Norit® SA Super, aktiviert mittels Wasserdampf) versetzt; nach einer Stunde wird abgefiltert und die Farbe des Biodiesels bestimmt. Die Farbzahl beträgt nach der Behandlung APHA 265. Beispiel 3
Diskontinuierliche Entfärbung von Biodiesel
1 I verfärbter Biodiesel (Hersteller Biodiesel Kärnten GmbH) wird in einem Rührbehälter mit 10 g aktivierter Aktivkohle (Norit® CA 1 , chemisch mit Phosphorsäure aktiviert) versetzt; nach einer Stunde wird abgefiltert und die Farbe des Biodiesels bestimmt. Die Farbzahl beträgt nach der Behandlung APHA 185.
Beispiel 4
Diskontinuierliche Entfärbung von Biodiesel
1 I verfärbter Biodiesel (Hersteller Biodiesel Kärnten GmbH) wird in einem Rührbehälter mit 10 g aktivierter Aktivkohle (Norit® SA Super, aktiviert mittels Wasserdampf) versetzt; nach einer Stunde wird abgefiltert und die Farbe des Biodiesels bestimmt. Die Farbzahl beträgt nach der Behandlung APHA 245.
Beispiel 5
Kontinuierliche Entfärbung von Biodiesel
Verfärbter Biodiesel (Hersteller Novance aus Frankreich) wird über eine mit aktivierter Aktivkohle (Norit® SA Super, aktiviert mittels Wasserdampf) gefüllte Säule (Höhe 40 cm, Durchmesser 2 cm), ein aktiviertes Aktivkohlebett, geleitet. Die Bettdichte beträgt ca. 400 g/l. Die Kontaktierung erfolgt mit einer Dosierleistung von ca. 50 ml/h, entsprechend einer ca. zweistündigen Kontaktzeit. Über einen Zeitraum von ca. 48 Stunden wird eine Entfärbung des Biodiesels auf eine Farbzahl APHA < 200 erreicht. Pro 1000 I Biodiesel beträgt der Einsatz der aktivierten Aktivkohle bei einer Farbzahl von APHA < 200 ohne Regenerierung ca. 10 kg.
Beispiel 6
Verwendung von entfärbtem Biodiesel als Weichmacher in einem silylierten Polyurethandichtstoff
In das Arbeitsgefäß (1 I Dose) eines Laborplanetenmischers (Typ Labmax®, Hersteller Molteni) werden 150 g entfärbter Biodiesel (Hersteller Biodiesel Kärnten GmbH) gemäß Beispiel 3 als Weichmacher und 300 g gefällte Kreide (Hersteller Solvay) als Füllstoff eingewogen. Nach der Zugabe von 11 ,5 g Vinylsilan (Hersteller Degussa) wird zehn Minuten bei 200 Umdrehungen/Minute vermischt. Anschließend werden 225 g silanterminiertes Polyurethanpolymer (Hersteller Hanse-Chemie), weitere 5,75 g Vinylsilan (Hersteller Degussa), 22,5 g hydrophobierte Flammkieselsäure (Hersteller Degussa), 3,4 g Stabilisator (Hersteller Ciba) und 20 g Weißpigment Titandioxid (Hersteller Kerr Mc-Gee) zugegeben und im Verlauf von ca. zwei Stunden in die Mischung eingearbeitet. Nach vollständiger Einarbeitung wird der Druck im Arbeitsraum des Mischers auf 100 mbar gesenkt. Dadurch werden innerhalb von zehn Minuten flüchtige Bestandteile aus der Masse entfernt. Dann werden 0,75 g Zinnkatalysator (Hersteller Acima) und 11 g primäres Aminosilan (Hersteller Degussa AG) zugegeben und unter Rühren der Druck erneut auf 100 mbar erniedrigt. Nach einer Behandlungsdauer von ca. fünf Minuten wird die Dose mit der Masse dem Mischer entnommen. Die fertige Dichtmasse wird aus der Ansatzdose in Kartuschen umgefüllt.
Die Prüfung der erfindungsgemäß hergestellten Dichtmasse nach einschlägig bekannten Prüfvorschriften ergibt Härtung nach 7 Tagen: 6 mm
Haftung auf Glas: sehr gut
Haftung auf PVC: sehr gut
Haftung auf Aluminium: sehr gut
Zugfestigkeit: 1 ,5 MPa
Bruchdehnung: 300%
Spannungswert bei 100%: 0,65 MPa
Löschblattest („Fettrand"): bestanden
Die DTC-Analyse der Dichtmasse mit Biodiesel (Fettsäuremethylestergemisch) zeigt keine ausgeprägte Glasübergangstemperatur. Glasübergangstemperaturen zeigen nur definierte chemische Verbindungen wie z. B. Phthalate, Adipate, Stearinsäuremethylester, usw.).

Claims

Patentansprüche
1. Verwendung von entfärbtem Biodiesel mit einer Farbzahl von APHA
< 300 (nach ISO 6271 ) als Weichmacher für Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel.
2. Verwendung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass man als Biodiesel einen pflanzlichen Methylester (PME) nach DIN E 51 606, Rapsöl-Methylester (RME) nach DIN E 51 606, Soja-Methylester (SME) oder Sonnenblumen-Methylester, Altfett-Methylester (AME) und Fett- Methylester (FME) aus sonstigen Pflanzen- und Tierstoffen nach DIN V 51 606 einsetzt.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den entfärbten Biodiesel in einer Menge von 1 bis 80 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 50 Gew.-% und besonders bevorzugt 10 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel, einsetzt.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel aus PVC, Epoxiden, Polyurethanen, Polyacrylaten, Polymethacrylaten, Polysulfiden sowie Silikonen, synthetischen oder natürlichen Kautschuken, silanmodifizierten Polyurethanen, silanmodifizierten Polyethern (z. B. MS Polymer), silanmodifizierten Acrylaten, silanmodifizierten Methacrylaten, und/oder silanmodifizierten Polysulfiden bestehen.
5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymere und/oder Harze und/oder Bindemittel in Kunststoffen, Kleb- und Dichtstoffen, Beschichtungen, Farben und Lacken, Fußböden, Sportböden, Vergussmassen und so weiter, eingesetzt werden.
6. Verwendung des entfärbten Biodiesels nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Biodiesel durch Behandlung mit einer aktivierten Aktivkohle, mit einer spezifischen Oberfläche von 20 bis 2500 m2/g, vorzugsweise 100 bis 2000 m2/g und besonders bevorzugt 200 bis 1500 m2/g, hergestellt wurde.
7. Verwendung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die eingesetzte Menge der aktivierten Aktivkohle zwischen 0,01 und 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 und 5 Gew.-% und besonders bevorzugt zwischen 0,2 und 3 Gew.-%, bezogen auf die Menge des zu entfärbenden Biodiesels betrug.
8. Verwendung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Biodiesel kontinuierlich über ein aktiviertes Aktivkohlebett geleitet wurde.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man die aktivierte Aktivkohle nach Überschreiten einer festgelegten Farbzahl des behandelnden und zumindest teilweise entfärbten Biodiesels regeneriert und anschließend wieder zur Entfärbung einsetzte.
10. Verwendung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Phosphorsäure-aktivierte Aktivkohle verwendet wurde.
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