Verwendung des Hydrochlorids der Wirkstoffbase 1-[N2-[355-Dibrom-/V-[[4-(3,4-dihydro-2(1H)-oxochinazolin-3-yl)-1-piperidinyl]- carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyridinyl)-piperazin in Kombination mit Sumatriptan zur Behandlung von Migräne
Hintergrund der Erfindung
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Störungen und umfasst periodisch auftretende Anfälle von Kopfschmerzen und Übelkeit sowie eine Vielzahl weiterer Symptome. Obwohl in der Vergangenheit erhebliche Fortschritte gemacht wurden, wird die Pathophysiologie von Migräne weiterhin nicht verstanden. Mehrere Beobachtungen deuten auf eine Beteiligung des "calcitonin gene related peptid" (CGRP) hin. Migränekopfschmerzen beinhalten die Aktivierung des trigeminalen Systems und die Erweiterung von kranialen Gefäßen. CGRP ist in Neuronen in trigeminalen Ganglia lokalisiert, und die CGRP-Spiegel sind während eines Migräneanfalls erhöht. Diese erhöhten CGRP-Spiegel verursachen eine Vasodilatation und sind damit vermutlich für die Kopfschmerzen verantwortlich. Dementsprechend ist denkbar, dass die Inhibition der von CGRP hervorgerufenen Erweiterung der kranialen Gefäße möglicherweise eine neue Behandlung von Migränekopfschmerzen erlaubt.
Gegen Migräne eine breite Verwendung findende Arzneistoffe sind die sogenannten "Triptane", z.B. Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan. Diese Verbindungen rufen ihre Wirkungen gegen Migräne aufgrund ihrer vasokonstriktiven Eigenschaften und vermutlich ihrer Hemmung der Freisetzung des Neuropeptids "calcitonin gene related peptid" (CGRP) hervor (Ferrari, M. D., Saxena, P. R. (1995), 5-HTι receptors in migraine pathophysiology and treatment, Eur. J. Neurology, 2, 5-21; Johnson, K. W., Phebus, L A., Cohen, M. L. (1998), Serotonin in migraine: Theiroes, animal modeis and emerging therapies, Progress in Drug Research, Bd. 51 , 220-244), wobei man annimmt, dass dessen Spiegel während eines Migräneanfalls erhöht sind (Edvinsson, L, Goadsby, P. J. (1994), Neuropeptides in migraine and cluster headache, Cephalgia, 14(5), 320-327). Ein völlig neuer Ansatz zur Behandlung von Migräne ist die Verwendung von CGRP- Antagonisten (Doods, H., Hallermayer, G., Wu, D., Entzeroth, M., Rudolf, K., Engel,
W., Eberlein, W. (2000), Pharmacological profile of BIBN4096BS, the first selective small molecule CGRP antagonist, Br. J. Pharmacol., 129, 420-423; Doods, H. (2001), Development of CGRP antagonists for the treatment of migraine, Curr. Opinion Investig. Drugs 2(9), 1261-1268). _
Hintergrund der Erfindung
Die internationale Patentanmeldung PCT/EP9704862 (veröffentlicht als WO 98/11128) offenbart modifizierte Aminosäuren mit CGRP-antagonistischen Eigenschaften, deren Verwendung und Verfahren zu deren Herstellung sowie deren Verwendung für die Herstellung und Reinigung von Antikörpern und als markierte Verbindungen in RIA- und ELISA-Assays sowie als diagnostische oder analytische
Hilfsmittel in der Neurotransmitterforschung. Angesichts ihrer pharmakologischen Eigenschaften sind die modifizierten Aminosäuren demnach zur akuten und prophylaktischen Behandlung von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne und Cluster headache, geeignet.
Weiterhin offenbart die internationale Patentanmeldung PCT/EP 0208993 (veröffentlicht als WO 03/015787) allgemein die Verwendung des CGRP-Antagonisten 1 -[N2-[3,5-Dibrom-Λ/-[[4-(3,4-dihydro-2(1 H)-oxochinazolin-3-yl)-1 -piperidinyl]-carbo- nyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyridinyl)-piperazin in Kombination mit anderen Anti- migräne-iWiitteln zur Behandlung von Migräne.
Zusammenfassung der Erfindung
Überraschenderweise wurde festgestellt, dass in einem Modell, von dem angenommen wird, dass es die Antimigränewirkungen von Arzneimitteln vorhersagt, die Kombination von zwei Arzneimitteln mit völlig verschiedener Wirkungsweise, nämlich einem 5-HTιB/iD-Agonisten und dem Hydrochlorid des in der WO 98/11128 A1 offenbarten CGRP-Antagonisten 1-[N2-[3,5-Dibrom-Λ/-[[4-(3,4-dihydro-2(1 rτ)-oxochin- azolin-3-yl)-1-piperidinyl]-carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyridinyl)-piperazin (A),
zu einer signifikant besseren Wirkung im Vergleich zur Wirkung nur eines Arzneimittels führt.
Ausführliche Darstellung der Erfindung
Gemäß einem ersten Aspekt stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Behandlung oder Prävention von Indikationen bereit, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus Kopfschmerzen, Migräne und Cluster headache besteht, wobei das Verfahren die gleichzeitige oder zeitlich abgestufte Verabreichung einer therapeutisch wirksamen Menge des Hydrochlorids der Wirkstoff base 1-[N2-[3,5-Dibrom-/V- [[4-(3,4-dihydro-2(1H)-oxochinazolin-3-yl)-1-piperidinyl]-carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]- 4-(4-pyridinyl)-piperazin (A) und einer therapeutisch wirksamen Menge des 5-HTiB/iD-Agonisten Sumatriptan oder eines dessen physiologisch verträglichen Salze an eine Person, die einer derartigen Behandlung bedarf, umfasst.
Die Dosierung für den kombinierten Migränewirkstoff Sumatriptan oder eines dessen physiologisch verträglichen Salze ist ungefähr 1/10 der niedrigsten normalerweise empfohlenen Dosis bis zu 1/1 der normalerweise empfohlenen Dosis, vorzugsweise 1/3 bis 1/1, und zwar auf oralem, nasalem, inhalativem, subkutanem, rektalem oder intravenösem Weg. Als die normalerweise empfohlene Dosis für den kombinierten Migränewirkstoff Sumatriptan ist die Dosis zu verstehen, die in der Roten Liste 2003, Editio Cantor Verlag Aulendorf, beschrieben ist.
Erfindungsgemäß kann das Hydrochlorid der Wirkstoffbase (A) auf intravenösem oder subkutanem Weg in einer Dosierung von 0.0001 bis 3 mg/kg Körpergewicht oder auf oralem, nasalem, rektalem oder inhalativem Weg in einer Dosierung von 0.1
bis 10 mg/kg Körpergewicht einmal, zweimal oder dreimal täglich verabreicht wird, und zwar in Kombination mit Sumatriptan oder einem physiologisch verträglichen Salz davon, das
auf oralem Weg in einer Dosierung von 0.14 bis 1.5 mg/kg Körpergewicht einmal, zweimal oder dreimal täglich oder
auf intravenösem oder subkutanem Weg in einer Dosierung von 0.009 bis 0.1 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich oder
auf rektalem Weg in einer Dosierung von 0.04 bis 0.36 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich oder
auf inhalativem Weg in einer Dosierung von 0.057 bis 0.57 mg/kg kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich oder
auf nasalem Weg in einer Dosierung von 0.03 bis 0.29 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich verabreicht werden kann.
In einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform kann das Hydrochlorid der Wirkstoffbase (A) auf intravenösem oder subkutanem Weg in einer Dosierung von 0.0001 bis 3 mg/kg Körpergewicht oder auf oralem, nasalem, rektalem oder inhalativem Weg in einer Dosierung von 0.1 bis 10 mg/kg Körpergewicht einmal, zweimal oder dreimal täglich verabreicht werden, und zwar in Kombination mit Sumatriptan oder einem physiologisch verträglichen Salz davon, das
auf oralem Weg in einer Dosierung von 0.48 bis 1.5 mg/kg Körpergewicht einmal, zweimal oder dreimal täglich oder
auf intravenösem oder subkutanem Weg in einer Dosierung von 0.03 bis 0.1 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich oder
auf rektalem Weg in einer Dosierung von 0.12 bis 0.36 mg/kg Körpergewicht einmal
oder zweimal täglich oder
auf inhalativem Weg in einer Dosierung von 0.19 bis 0.57 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich oder
auf nasalem Weg in einer Dosierung von 0.1 bis 0.29 mg/kg Körpergewicht einmal oder zweimal täglich verabreicht werden kann.
Die vorliegende Erfindung beansprucht gemäß einem zweiten Aspekt eine pharma- zeutische Zusammensetzung zur Behandlung oder Prävention von Kopfschmerzen, Migräne oder Cluster headache, die eine therapeutisch wirksame Menge des Hydrochlorids der Wirkstoff base 1-[N2-[3,5-Dibrom-Λ/-[[4-(3,4-dihydro-2(1H)-oxo- chinazolin-3-yl)-1-piperidinyl]-carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyridinyl)-piperazin (A) und den Migränewirkstoff Sumatriptan oder eines dessen physiologisch verträglichen Salze besteht, als kombinierte Zubereitung für die gleichzeitige oder zeitlich abgestufte Verabreichung.
Eine erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung kann eine einzelne Dosierungseinheit von 0.1 bis 10 mg des Hydrochlorids der Wirkstoffbase (A) und eine einzelne Dosierungseinheit von 1 bis 100 mg Sumatriptan enthalten.
Alle Dosen oder Dosierungseinheiten eines physiologisch verträglichen Salzes der voranstehend genannten Migräne-Wirkstoffe sind als Dosis oder Dosierung der aktiven Verbindung selbst zu verstehen.
Ferner kann eine erfindungsgemäße pharmazeutische Zusammensetzung ein Kit von Teilen für die Behandlung oder Prävention von Kopfschmerzen, Migräne oder Cluster headache sein, wobei das Kit umfasst:
(a) eine erste Umschließung enthaltend eine pharmazeutische Zusammensetzung umfassend eine therapeutisch wirksame Menge des Hydrochlorids der Wirkstoffbase 1-[N2-[3,5-Dibrom-/V-[[4-(3,4-dihydro-2(1H)- oxochinazolin-3-yl)-1-piperidinyl]-carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyri-
dinyl)-piperazin (A) und ein oder mehrere pharmazeutisch verträgliche Verdünnungsmittel und/oder Träger; und
(b) eine zweite Umschließung enthaltend eine pharmazeutische Zusam- mensetzung umfassend Sumatriptan oder ein physiologisch verträgliches Salz davon und einen oder mehrere pharmazeutisch verträgliche Verdünnungsmittel und/oder Träger.
Ein dritter Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung des Hydrochlorids der Wirkstoff base 1-[N2-[3,5-Dibrom-Λ/-[[4-(3,4-dihydro-2(1 r)-oxochinazolin-3-yl)-1- piperidinyl]-carbonyl]-D-tyrosyl]-L-lysyl]-4-(4-pyridinyl)-piperazin (A) in Kombination mit dem Migräne-Wirkstoff Sumatriptan oder eines pharmazeutisch verträglichen Salzes davon zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung oder eines Kits von Teilen zur gleichzeitigen oder zeitlich abgestuften Behandlung oder Prävention von Kopfschmerzen, Migräne oder Cluster headache.
Erfindungsgemäß bevorzugte Ausführungsformen davon sowie pharmazeutische Zusammensetzungen sind vorstehend unter dem ersten und zweiten Aspekt der Erfindung genannt.
Der vorstehend genannte Migräne-Wirkstoff Sumatriptan befindet sich bereits auf dem Markt und wird unter dem Handelsnamen Imigran® vertrieben.
Das Hydrochlorid der Wirkstoffbase (A) kann z. B. unter Verwendung der in der WO 98/11128 offenbarten pharmazeutischen Formulierungen oder unter Verwendung einer der folgenden pharmazeutischen Formulierungen verabreicht werden:
Kapseln für die Pulverinhalation enthaltend 1 mg bis 50 mg aktive Substanz;
inhalierbare Lösung für Zerstäuber enthaltend 1 mg bis 50 mg aktive Substanz;
treibgasgetriebenes Dosieraerosol enthaltend 1 mg bis 50 mg aktive Substanz;
Nasenspray enthaltend 1 mg bis 50 mg aktive Substanz;
Tabletten enthaltend 20 mg bis 1000 mg aktive Substanz;
Kapseln enthaltend 20 mg bis 1000 mg aktive Substanz;
wässrige Lösung für die nasale Anwendung enthaltend 5 mg bis 50 mg aktive Substanz; oder
Suspension für die nasale Anwendung enthaltend 20 mg bis 50 mg aktive Substanz.
Experimenteller Teil
Beispiel 1
Um die pharmakologische Aktivität der erfindungsgemäßen Kombination zu untersuchen, wurden die folgenden Experimente durchgeführt:
Messung der Gesichtshautdurchblutunq
Die Gesichtshautdurchblutung wurde nach einem modifizierten Verfahren gemäß der Beschreibung von Escott et al. (Escott, K. J., Beattie, D. T., Connor, H. E., Brain, S. D. (1995), Trigeminal ganglion Stimulation increases facial skin blood flow in the rat: a major role for calcitonin gene-related peptide, Brain Research, 669(1), 93-99) gemessen. Nüchterne männliche Wistar-Ratten (Stamm CHbb:THOM, 280-320 g) wurden mit Natriumpentobarbiton (zunächst mit 60 mg/kg i.p und aufrecht erhalten wäh- rend des Experiments mit einer intraperitonealen Infusion von 30 mg/kg/h durch eine 23 G-Nadel unter Verwendung einer Lösung von 10 mg/ml) anästhesiert. Beide Seiten des bukkalen Bereiches der Gesichtshaut wurden rasiert und mit einer im Handel erhältlichen Enthaarungscreme (Pilca, Schwarzkopf & Henkel, 40551 Düsseldorf, Deutschland) enthaart. Die Trachea wurde mit einer Kanüle versehen, und die Tiere wurden künstlich beatmet (80 Schläge/Minute) mit Raumluft, angereichert mit Sauerstoff. Die Körpertemperatur wurde durch ein automatisches Heizkissen bei 37 °C gehalten. Die linke femorale Arterie und die linke femorale Vene wurden für die kontinuierliche Messung des arteriellen Blutdrucks bzw. die intravenöse Verabreichung von Testverbindungen mit Kanülen versehen. Eine neuromuskuläre Blockade wurde durch intravenöse Verabreichung von Pancuroniumbromid (1 mg/kg/0,5 ml, 5 Minuten vor jeder elektrischen Stimulierung) erzielt. Die Herzrate wurde aus dem Blutdrucksignal abgeleitet. Blutdruck und Herzrate wurden kontinuierlich während des Verlaufs des Experiments aufgezeichnet, um das Niveau der Anästhesie zu bewerten und die kardiovaskulären Wirkungen der in dieser Studie verwendeten Arznei- Stoffe zu überwachen.
Die Tiere wurden in einem stereotaktischen Rahmen angeordnet, und es wurde ein Längsschnitt in der Kopfhaut vorgenommen. Ein kleines Loch wurde in den Schädel
(links oder rechts) gebohrt, und eine bipolare Elektrode (Rhodes SNEX-100, bezogen von David Kopf Instruments, Tujunga, 91042 Kalifornien, USA) wurde mit einem Mikromanipulator in das trigeminale Ganglion (0.32 cm dorsal vom Bregma, ± 0.30 cm lateral von der Mittellinie und 0.95 cm unterhalb der duralen Oberfläche) abge- senkt. Die Position der Elektroden in den trigeminalen Ganglien wurde visuell am Ende jedes Experiments nach der Entfernung des Hirns überprüft. Das trigeminale Ganglion wurde bei 10 Hz, 1 mA, 1 msec für 30 Sekunden unter Verwendung eines Stimulators, der von Hugo Sachs Elektronik (79232 March-Hugstetten, Deutschland) bezogen wurde, stimuliert. Mikrovaskuläre Durchblutungsänderungen in der Ge- sichtshaut wurden durch Laser-Doppler-Durchflussmessung mit einem Periflux-La- ser-Doppler-System (PeriFLUX 4001, Wellenlänge: 780 nm; Zeitkonstante: 3 s; Perimed AB, Järfälla, S-17526, Schweden) gemessen. Standard-Laser-Doppler- Sonden (PROBE 408) wurden auf jeder Seite des Gesichts ungefähr 0.5 cm unterhalb des Zentrums des Auges in einem Bereich, der vom maxillären Zweig (V2) des trigeminalen Nervs innerviert ist, angeordnet. Durchblutungsänderungen wurden als Ducrhfluss in willkürlichen Einheiten gemessen und als Fläche unter der Durchflusskurve (mm2) gemäß Escott et al. (1995) ausgedrückt.
Experimentelles Protokoll Nach 30 Minuten Äquilibrierung wurden die Tiere drei Perioden der elektrischen Stimulierung, die durch ein Intervall von 30 Minuten getrennt waren, unterzogen. Die erste Stimulierung wurde als Kontrolle für die anschließenden Stimulierungen herangezogen. Kochsalzlösung, Einzelverbindung und die Kombination wurden intravenös 5 Minuten vor der zweiten Stimulierung verabreicht.
Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tabelle 1 angegeben. Sie zeigen, dass die verbesserte Wirksamkeit der Kombination des 5-HT-ιB/iD-Agonisten Sumatriptan mit dem Hydrochlorid des CGRP-Antagonisten (A) eine höhere Wirksamkeit und eine geringere Dosierung erlauben sollte, was zu einer ähnlichen Wirksamkeit bei gerin- geren Nebenwirkungen führen sollte, und dass die Addition von zwei Mechanismen möglicherweise in einem geringeren Wiederauftreten von Kopfschmerzen resultiert.
Tabelle 1 : Wirkung des Hydrochlorids der Wirkstoffbase (A) in Kombination mit dem Migräne-Wirkstoff Sumatriptan gegen Migräne auf die Gesichts- hautvasodilatation, die durch elektrische Ganglionstimulation in der Ratte induziert wird.
a signifikant, p < 0,001 , verglichen mit Sumatriptan
Die folgenden Beispiele beschreiben pharmazeutische Zubereitungen, die als aktive Substanz - wenn nichts anderes angegeben ist - die freie Wirkstoffbase (A) enthalten.
Beispiel 2
Kapseln für die Pulverinhalation mit 1 mg aktiver Substanz
Zusammensetzung:
1 Kapsel für die Pulverinhalation enthält: aktive Substanz 1.0 mg
Lactose 20.0 mg
Hartgelatinekapseln 50.0 mg 71.0 mg
Herstellungsverfahren:
Die aktive Substanz wird zu einer Teilchengröße, die für die Inhalation, erforderlich ist, gemahlen. Die gemahlene aktive Substanz wird homogen mit der Lactose ge- mischt und das Gemisch in Hartgelatinekapseln gepackt.
Beispiel 3
Inhalierbare Lösung für Respimat® mit 1 mg aktiver Substanz
Zusammensetzung: 1 Sprühstrahl enthält: aktive Substanz 1.0 mg
Benzalkoniumchlorid 0.002 mg Dinatriumedeteat 0.0075 mg gereinigtes Wasser ad 15.0 μ\
Herstellungsverfahren:
Die aktive Substanz und Benzalkoniumchlorid werden in Wasser gelöst und in Respimat®-Patronen gefüllt.
Beispiel 4
Inhalierbare Lösung für Zerstäuber mit 1 mg aktiver Substanz
Zusammensetzung:
1 Fläschchen enthält: aktive Substanz 0.1 g
Natriumchlorid 0.18 g
Benzalkoniumchlorid 0.002 g gereinigtes Wasser ad 20.0 ml
Herstellungsverfahren:
Aktive Substanz, Natriumchlorid und Benzalkoniumchlorid werden in Wasser gelöst.
Beispiel 5
Treibgasgetriebenes Dosieraerosol mit 1 mg aktiver Substanz
Zusammensetzung: 1 Sprühstrahl enthält: aktive Substanz 1.0 mg Lecithin 0.1 %
Treibgas ad 50.0 l
Herstellungsverfahren:
Die mikronisierte aktive Substanz wird homogen in dem Gemisch aus Lecithin und Treibgas suspendiert. Die Suspension wird in einen unter Druck stehenden Behälter mit einem Dosierventil übertragen.
Beispiel 6
Nasensprav mit 1 mg aktiver Substanz
Zusammensetzung:
1 Sprühstrahl enthält: aktive Substanz 1.0 mg
Mannitol 5.0 mg
Dinatriumedeteat 0.05 mg
Ascorbinsäure 1.0 mg gereinigtes Wasser ad 0.1 ml
Herstellungsverfahren:
Die aktive Substanz und die Zusatzstoffe werden in Wasser gelöst und in einen geeigneten Behälter übertragen.
Beispiel 7
Iniizierbare Lösung mit 5 mg aktiver Substanz pro 5 ml
Zusammensetzung: aktive Substanz in Form des 5 mg Hydrochlorids
Glucose 250 mg Humanserumalbumin 10 mg
Glycofuroi 250 mg
Wasser für Injektionen ad 5 ml
Herstellung: Glycofuroi und Glucose werden in Wasser für Injektionen (Wfl) gelöst. Humanserumalbumin wird zugegeben und die aktive Substanz unter Erwärmen gelöst. Das angegebene Volumen wird mit Wfl aufgefüllt und in Ampullen unter Stickstoffgasatmosphäre übertragen.
Beispiel 8
Iniizierbare Lösung für die subkutane Verabreichung enthaltend 5 mg aktive Substanz pro 1 ml
Zusammensetzung: aktive Substanz 5 mg
Glucose 50 mg
Polysorbat 80 = Tween 80 2 mg
Wasser für Injektionen ad 1 ml
Herstellung: Glucose und Polysorbat werden in Wasser für Injektionen gelöst. Die aktive Substanz wird unter Erwärmen oder unter Verwendung von Ultraschallgelöst. Es wird auf das angegebene Volumen mit Wfl auf aufgefüllt und in Ampullen unter Inertgas übertragen.
Beispiel 9
Iniizierbare Lösung enthaltend 100 mg aktive Substanz pro 10 ml
Zusammensetzung: aktive Substanz 100 mg
Monokaliumdihydrogenphosphat = KH2PO4 12 mg
Dinatriumhydrogenphosphat =
Na2HPθ4-2H2θ 2 mg Natriumchlorid 180 mg
Humanserumalbumin 50 mg
Polysorbat 80 20 mg
Wasser für Injektionen ad 10 ml
Herstellung:
Polysorbat 80, Natriumchlorid, Monokaliumdihydrogenphosphat und Dinatriumhydrogenphosphat werden in Wasser für Injektionen (Wfl) gelöst. Humanserumalbumin wird zugegeben. Die aktive Substanz wird unter Erwärmen gelöst. Es wird auf das angegebene Volumen mit Wfl aufgefüllt und in Ampullen übertragen.
Beispiel 10
Lyophilisat enthaltend 10 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz in Form des 10 mg
Hydrochlorids Mannitol 300 mg
Wasser für Injektionen ad 2 ml
Herstellung:
Mannitol wird in Wasser für Injektionen (Wfl) gelöst und die aktive Substanz unter Erwärmen zugegeben. Es wird auf das angegebene Volumen mit Wfl aufgefüllt, in Fläschchen übertragen und gefriertrocknet.
Lösungsmittel für Lvophilisate:
Polysorbat 80 = Tween 80 20 mg
Mannitol 200 mg
Wasser für Injektionen ad 10 ml
Herstellung: Polysorbat 80 und Mannitol werden in Wasser für Injektionen (Wfl)gelöst und in Ampullen übertragen.
Beispiel 11
Lvophilisat enthaltend 5 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 5 mg polares oder unpolares Lösungsmittel (das durch Gefriertrocknen entfernt werden kann) ad 1 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in einem geeignetem Lösungsmittel gelöst, in Fläschchen
übertragen und gefriertrocknet.
Lösungsmittel für Lvophilisate:
Polysorbat 80 = Tween 80 5 mg Mannitol 100 mg
Wasser für Injektionen ad 2 ml
Herstellung:
Polysorbat 80 und Mannitol werden in Wasser für Injektionen (Wfl) gelöst und in Ampullen übertragen.
Beispiel 12
Tabletten enthaltend 20 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 20 mg
Lactose 120 mg
Maisstärke 40 mg Magnesiumstearat 2 mg
Povidone K25 18 mg
Herstellung:
Die aktive Substanz, Lactose und Maisstärke werden homogen gemischt, und mit einer wässrigen Lösung von Povidone granuliert, mit Magnesiumstearat gemischt und in einer Tablettenpresse gepresst. Gewicht der Tablette: 200 mg.
Beispiel 13
Kapseln enthaltend 20 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 20 mg
Maisstärke 80 mg hochdisperses Siliciumdioxid 5 mg
Magnesiumstearat 2.5 mg
Herstellung:
Die aktive Substanz, Maisstärke und Siliciumdioxid werden homogen gemischt und mit Magnesiumstearat gemischt. Das Gemisch wird in 8 Gelatinekapseln der Größe 3 in einer Kapselfüllmaschine übertragen.
Beispiel 14
Suppositorien enthaltend 50 mg
Zusammensetzung: aktive Substanz 50 mg
Hartfett (Adeps solidus) q.s. ad 1700 mg
Herstellung: Das Hartfett wird bei etwa 38 °C geschmolzen. Die gemahlene aktive Substanz wird in dem geschmolzenen Hartfett homogen dispergiert und nach Abkühlen auf etwa 35 °C in gekühlte Formen gegossen.
Beispiel 15
Wässrige Lösung für die nasale Verabreichung enthaltend 10 mg aktive Substanz l
Zusammensetzung: aktive Substanz in Form des 10.0 mg Hydrochlorids
Methylparahydroxybenzoat (PHB) 0.01 mg
Propylparahydroxybenzoat (PHB) 0.005 mg gereinigtes Wasser ad 1.0 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in gereinigtem Wasser gelöst und Methyl- und Propyl-PHB zugegeben. Die Lösung wird auf das angegebene Volumen mit gereinigtem Wasser aufgefüllt, steril filtriert und in einen geeigneten Behälter übertragen.
Beispiel 16
Wässrige Lösung für die nasale Verabreichung enthaltend 5 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 5 mg
1,2-Propandiol 300 mg
Hydroxyethylcellulose 5 mg Sorbinsäure 1 mg gereinigtes Wasser ad 1 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in 1,2-Propandiol gelöst. Eine Hydroxyethylcellulose- Lösung in gereinigtem Wasser, die Sorbinsäure enthält, wird hergestellt und zu der Lösung der aktiven Substanz gegeben. Die Lösung wird steril filtriert und in einen geeigneten Behälter übertragen.
Beispiel 17
Wässrige Lösung für die intravenöse Verabreichung enthaltend 5 mg aktive Sub- stanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 5 mg
1,2-Propandiol 300 mg
Mannitol 50 mg
Wasser für Injektion (Wfl) ad 1 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in 1 ,2-Propandiol gelöst und die Lösung auf ungefähr das angegebene Volumen mit Wfl aufgefüllt. Das Mannitol wird zugegeben, und es wird auf ungefähr das angegebene Volumen mit Wfl aufgefüllt. Die Lösung wird steril filtriert, in einzelne Behälter übertragen und autoklaviert.
Beispiel 18
Liposomale Formulierung für die intravenöse Injektion enthaltend 7.5 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 7.5 mg
Eilecithin, z. B. Lipoid E 80 100.0 mg
Cholesterol 50,0 mg
Glycerol 50.0 mg
Wasser für Injektionen ad 1.0 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in einem Gemisch aus Lecithin und Cholesterol gelöst. Die Lösung wird zu einem Gemisch aus Glycerol und Wfl gegeben und durch Hochdruckhomogenisierung oder durch die Microfluidizer-Technik homogenisiert. Die erhaltene liposomale Formulierung wird in einen geeigneten Behälter unter asepti- sehen Bedingungen übertragen.
Beispiel 19
Suspension für die nasale Verabreichung enthaltend 20 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 20.0 mg
Carboxymethylcellulose (CMC) 20.0 mg
Natriummonohydrogenphosphat/ Natriumdihydrogenphosphat-Puffer pH-Wert 6.8 q.s.
Natriumchlorid 8.0 mg Methylparahydroxybenzoat 0.01 mg .
Propylparahydroxybenzoat 0.003 mg gereinigtes Wasser ad 1.0 ml
Herstellung: Die aktive Substanz wird in einer wässrigen CMC-Lösung suspendiert; die weiteren Inhaltsstoffe werden nacheinander zu der Suspension gegeben, und die Suspension wird mit dem angegebenen Volumen an gereinigtem Wasser aufgefüllt.
Beispiel 20
Wässrige Lösung für die subkutane Verabreichung mit 10 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 10.0 mg
Natriummonohydrogenphosphat/
Natriumdihydrogenphosphat-Puffer q.s. ad pH-Wert 7.0
Natriumchlorid 4.0 mg
Wasser für Injektionen ad 0.5 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in der Phosphatpufferlösung gelöst, und nach Zugabe des Kochsalzes wird die Lösung auf das angegebene Volumen mit Wasser aufgefüllt. Die Lösung wird steril filtriert, in einen geeigneten Behälter übertragen und autoklaviert.
Beispiel 21
Wässrige Lösung für die subkutane Verabreichung enthaltend 5 mg aktive Substanz
Zusammensetzung: aktive Substanz 5.0 mg
Polysorbat 80 0.5 mg
Wasser für Injektionen 0.5 ml
Herstellung:
Die aktive Substanz wird in der Polysorbat 80-Lösung suspendiert und zu einer Teilchengröße von etwa 1 μ unter Anwendung einer geeigneten Dispergiertechnik (z.B. Nassmahlen, Hochdruckhomogenisierung, Mikrofluidisierung und dergleichen) zerkleinert. Die Suspension wird in einen entsprechenden Behälter unter aseptischen Bedingungen übertragen.