Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Beschichtungsanlage zum
Auftragen eines Beschichtungsmaterials auf Bahnen aus Papier o.ä.
Gewöhnlich wird beschichtetes Papier für Kataloge, Thermoblätter,
automatisch kontrollierte Tickets usw. so produziert, daß Messer-Auftragwerke
(blade coater) ein Beschichtungsmaterial auf die
Rohpapierbahn auftragen.
Maschinen, die ein solches Auftragen von Beschichtungsmaterial
ausführen, werden allgemein als Beschichter bezeichnet und sind mit
Strecken (lines) versehen, die den Prozeß des Auftragens des
Beschichtungsmaterials unter Verwendung eines Blade-Coaters und den
des Trocknens des beschichteten Materials beinhalten.
Der Beschichtungsprozeß mittels Blade-Coater hat folgenden Ablauf:
Wie in Figur 3, dem schematischen Frontalschnitt eines Blade-Coaters,
dargestellt, läuft die von einem (hier nicht gezeigten) Rollapparat (winder)
abgegebene Bahn 102 um eine rotierende Stützwalze 103 und wird in
Pfeilrichtung s transportiert.
Das Beschichtungsmaterial wird aus dem Speiser 104 (head) in Richtung
der Auftragfläche 102n der Bahn 102 ausgebracht und aufgetragen. Das
aufwärts angeordnete Messer 105 streift das aufgetragene
Beschichtungsmaterial t dann im vorgeschriebenen Umfang ab (die Pfeile
ty in Figur 3).
Nun wird die einseitig mit dem Beschichtungsmaterial t versehene Bahn
102 zu einem (hier nicht gezeigten) Trockner transportiert und die
Trocknung des aufgetragenen Beschichtungsmaterials t vollzogen.
Im Anschluß wird die entgegengesetzten Seite der mit dem
Beschichtungsmaterial t versehenen Seite der Bahn 102 als neue
Auftragfläche in gleicher Weise mit dem Beschichtungsmaterial t
beschichtet und getrocknet.
Dann wird der genannte Prozeß wiederholt, und die beiden mit dem
Beschichtungsmaterial t versehenen Seiten der Bahn 102 werden mit
einem anderen Beschichtungsmaterial mehrfachbeschichtet.
Der besagte Blade-Coater ist für eine breite Palette von
Beschichtungsmaterialien geeignet. Er hat eine lange und erfolgreiche
Anwendungsgeschichte und besitzt ausgezeichnete Stabilität bei hoher
Geschwindigkeit.
Andererseits kommen in letzter Zeit allmählich auch Vorhang-Auftragwerke
(curtain coater) zum Einsatz, bei denen das Beschichtungsmaterial von
oberhalb der Auftragfläche der Bahn wie ein Vorhang ausgebracht und
dann aufgetragen wird.
Als veröffentlichte Erfindung im Zusammenhang mit der vorliegenden
Anmeldung existiert folgendes Patentdokument:
JP 6-64765 (1994)
Allerdings ist der o.g. Blade-Coater so aufgebaut, daß das
Beschichtungsmaterial t aus dem Speiser 104 nach oben auf die
Auftragfläche 102n der Bahn 102 gespritzt und das aufgespritzte
Beschichtungsmaterial t vom Messer 105 abgestreift wird, weshalb das
Auftragen des Beschichtungsmaterials t gegen die Schwerkraft erfolgt und
die Menge des eingesetzten Beschichtungsmaterials t viel größer ist als die
des tatsächlich aufgetragenen Materials, d.h. es ist das 10- bis 15fache
dieser Menge erforderlich.
Weil das Beschichtungsmaterial t aus dem Speiser 104 nach oben
geblasen wird, bleibt es außerdem z.B. an der Düse 104n (nozzle) des
Speisers 104 haften und verschmutzt diese Teile. Es werden Reinigungen
erforderlich, was die Wartung problematisch macht.
Da das Beschichtungsmaterial beim Vorhang-Auftragwerk demgegenüber
nach unten ausgebracht wird, hat dieses u.a. den Vorzug eines extrem
einfachen Aufbaus. Gleichwohl gibt es Bereiche, die abhängig von den
Auftragbedingungen, wie Transportgeschwindigkeit der Bahn,
Auftragmenge, Qualität des Beschichtungsmaterials usw. ungleichmäßig
beschichtet sind.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Beschichtungsanlage mit
großer Anwendungsbreite und hoher Präzision bereitzustellen, die
außerdem kaum verschmutzt.
Die Aufgabe der Erfindung wird wie folgt gelöst:
Die sich auf Anspruch 1 der vorliegenden Erfindung beziehende
Beschichtungsanlage, welche das o.a. Ziel erreichen soll, trägt
Beschichtungsmaterial auf eine Bahn auf, während letztere transportiert
wird, und ist dadurch gekennzeichnet, daß sie ausgestattet ist mit einer
Bahn, die sich in einem bestimmten Neigungswinkel nach unten bewegt
und auf die das Beschichtungsmaterial aufgetragen wird, mit einem
Auftraggerät, welches das Beschichtungsmaterial von oben auf die Bahn
gerichtet abgibt, einen Beschichtungsmaterialvorhang bildet, das
Beschichtungsmaterial auf die Bahn aufträgt und eine Auftragschicht formt,
sowie mit einem Beschichtungsmaterialabstreifgerät, das am Transportweg
der Bahn unterhalb des Auftraggeräts angeordnet ist, ein Abstreifelement
von unten in Richtung der Auftragschicht der um eine Stützwalze laufenden
Bahn drückt und das überschüssige Beschichtungsmaterial von der
Auftragschicht der Bahn abstreift.
Die sich auf Anspruch 2 der vorliegenden Erfindung beziehende
Beschichtungsanlage ist eine Beschichtungsanlage nach Anspruch 1 und
dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreifelement des
Beschichtungsmaterialabstreifgeräts ein frei rotierender Rundstab ist,
dessen Peripherie auf die Auftragschicht der Bahn gedrückt wird und der
während der Rotation das überschüssige Beschichtungsmaterial von der
Auftragschicht der Bahn abstreift.
Die sich auf Anspruch 3 der vorliegenden Erfindung beziehende
Beschichtungsanlage ist eine Beschichtungsanlage nach den Ansprüchen
1 oder 2 und dadurch gekennzeichnet, daß sie ausgestattet ist mit einer
Luftabscheidvorrichtung, die am Transportweg der Bahn oberhalb des
Beschichtungsmaterialvorhangs angeordnet ist und einen
Hochgeschwindigkeitsluftstrom entgegen der Transportrichtung der Bahn
auf die vorgesehene Auftragfläche der transportierten Bahn bläst, und an
der vorgesehenen Auftragfläche der transportierten Bahn haftende Luft
durch den Hochgeschwindigkeitsluftstrom der Luftabscheidvorrichtung
weggeblasen und damit Störungen des Beschichtungsmaterialvorhangs
vorgebeugt wird.
Weil bei der sich auf Anspruch 1 der vorliegenden Erfindung beziehenden
Beschichtungsanlage das Beschichtungsmaterial aus dem Auftraggerät
nach unten abgegeben wird, kommt es nicht zur Anhaftung von
Beschichtungsmaterial am Auftraggerät, was Verschmutzungen verhindert.
Weil das Beschichtungsmaterial aus dem Auftraggerät nach unten
ausgebracht wird, nimmt ferner die Gravitationsbeschleunigung zu, was zu
einem ebenmäßigen Auftrag führt und eine Verminderung der Menge des
eingesetzten Beschichtungsmaterials ermöglicht.
Weil sich die Bahn in einem bestimmten Neigungswinkel nach unten
bewegt und das Beschichtungsmaterial dabei aufgetragen wird, ist es
weiterhin möglich, das Beschichtungsmaterial in Übereinstimmung mit
seiner Viskosität, Durchflußmenge u.a. Bedingungen einheitlich auf die
Bahn aufzutragen.
Weil das Abstreifelement des Beschichtungsmaterialabstreifgeräts das
überschüssige Beschichtungsmaterial von der Auftragschicht der Bahn
abstreift, kann man auf Rohpapier, das für eine Beschichtung schlechter
geeignet ist, auf verschiedene Rohpapiere für diverse
Beschichtungsmaterialien sowie auf Kombinationen von
Beschichtungsmaterialien flexibel reagieren. Die Anwendungsbreite ist
sehr groß, und die Glätte des Beschichtungsfilms sowie das Haftvermögen
des Beschichtungsmaterials an der Bahn werden verbessert.
Weil bei der sich auf Anspruch 2 der vorliegenden Erfindung beziehenden
Beschichtungsanlage der Rundstab des
Beschichtungsmaterialabstreifgeräts rotiert und dabei das überschüssige
Beschichtungsmaterial von der Auftragschicht der Bahn abstreift, bleibt das
Beschichtungsmaterial nicht zwischen der Peripherie des Rundstabs und
der Auftragschicht der Bahn stecken, was einen sauberen Gebrauch des
Beschichtungsmaterialabstreifgeräts ermöglicht, Streifen auf der
Oberfläche der Auftragschicht der Bahn verhindert und so die festgelegte
Qualität gewährleistet.
Weil bei der sich auf Anspruch 3 der vorliegenden Erfindung beziehenden
Beschichtungsanlage die Luftabscheidvorrichtung an der vorgesehenen
Auftragfläche der Bahn haftende Luft durch einen
Hochgeschwindigkeitsluftstrom wegbläst, wird Störungen des
Beschichtungsmaterialvorhangs vorgebeugt und das
Beschichtungsmaterial vorschriftsmäßig auf der Bahn aufgebracht, was
einen höchst zuverlässigen Auftragprozeß ermöglicht.
Ausführungsbeispiele
Es zeigen:
- Fig. 1:
- Schematischer Aufriß einer Beschichtungsanlage
- Fig. 2 und 3:
- schematische Darstellungen des Frontalschnitts bzw.
der rechten Seitenansicht der Umgebung des
Vorhangspeisers der Beschichtungsanlage
- Fig. 4:
- Schematischer Frontalschnitt einer herkömmlichen
Messerzumessung
Die Beschichtungsanlage 1, die ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung darstellt, trägt, wie in dem schematischen Aufriß von Figur 1
gezeigt, das Beschichtungsmaterial t auf eine Seite der Rohpapierbahn 2
auf, während letztere über die Transportrollen r (r1-r8) in Pfeilrichtung A
transportiert wird.
Die Beschichtungsanlage 1 ist ausgestattet mit einem in einer Einhausung
6 (casing) angeordneten Vorhangspeiser 3 (curtain head), welcher das
Beschichtungsmaterial t von oberhalb der transportierten Bahn 2 abgibt,
einen Beschichtungsmaterialvorhang tc bildet und das
Beschichtungsmaterial t aufträgt, mit einer sich in Pfeilrichtung drehenden
Stützwalze 4, die am Transportweg der Bahn unterhalb des
Vorhangspeisers 3 angeordnet ist, sowie mit einer Zumeßvorrichtung 5
(metering device) (Abstreifgerät), die ein Messer 5b (blade)
(Abstreifelement) besitzt, welches auf die (unten beschriebene)
Auftragschicht t1 aus dem Beschichtungsmaterial t auf der um die besagte
Stützwalze 4 laufenden Bahn 2 drückt und das überschüssige
Beschichtungsmaterial t abstreift.
Wie in dem vergrößerten Frontalschnitt von Figur 2 und der rechten
Seitenansicht von Figur 3 dargestellt, funktioniert der besagte
Vorhangspeiser 3 so, daß das Beschichtungsmaterial t durch eine (hier
nicht gezeigte) Pumpe unter einen bestimmten Druck gesetzt und in den
Sammeltank 3h (header) eingespeist wird und das Beschichtungsmaterial t
vom Sammeltank 3h dann über eine Düse 3n als
Beschichtungsmaterialvorhang tc in Form eines einheitlichen
Flüssigkeitsfilms mit einer Filmdicke a von beispielsweise 0,3-0,5 mm von
oben auf die Bahn 2 ausgebracht wird und dort die Auftragschicht t1 aus
dem Beschichtungsmaterial t bildet.
Aus den Figuren 1 und 2 ist ersichtlich, daß die Bahn 2 zwischen den
Transportrollen r5 und r6, wo der Auftrag mittels des
Beschichtungsmaterialvorhangs tc erfolgt, in Transportrichtung in einem
geneigten Winkel ° nach unten bewegt wird.
Die Breite der besagten Düse 3n beträgt 0,3-0,5 mm, und die
Durchflußmenge des Vorhangspeisers 3 beläuft sich auf 5-100 l/min bei
einer Bahnbreite von 1 m. Je nach Beschichtungsbedingungen sind sie
jedoch nicht auf diese Werte beschränkt.
Damit das Beschichtungsmaterial t ohne Fehlstellen auf die Bahn 2
aufgetragen wird, hat der Beschichtungsmaterialvorhang tc, wie in Figur 3
gezeigt, eine größere Breite als die Bahn 2. Das nicht aufgetragene,
überschüssige Beschichtungsmaterial t wird in einer Farbwanne 7 (color
pan) aufgefangen und zurückgewonnen.
Wie in Figur 2 dargestellt, kann am Transportweg der Bahn oberhalb des
Beschichtungsmaterialvorhangs tc eine Luftabscheidvorrichtung 8 installiert
sein.
Wenn die Bahn 2 mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 m/min oder
mehr transportiert wird, kommt es aufgrund ihrer Viskosität zur Anhaftung
von Luft (air) an der Oberfläche der Bahn 2. Die Luftabscheidvorrichtung 8
soll mit ihrem Wind verhindern, daß der Beschichtungsmaterialvorhang tc
gestört wird und eine fehlerhafte Beschichtung entsteht.
Diese Luftabscheidvorrichtung 8 liefert mittels eines (hier nicht gezeigten)
Gebläses (fan) und über eine (hier nicht gezeigte, Rohrleitung (duct) einen
Hochgeschwindigkeitsluftstrom k mit einer Geschwindigkeit von 60-100
m/s. Sie bläst den Hochgeschwindigkeitsluftstrom k mit einer
Geschwindigkeit von 60-100 m/s in die Gegenrichtung (Pfeil B in Figur 2)
der Transportrichtung der Bahn 2 (Pfeil A in Figur 2) auf die vorgesehene
Auftragfläche 2n der Bahn 2 und entfernt dort haftende Luft.
Der Abstand l 1 zwischen der Spitze 8s der Luftabscheidvorrichtung 8 und
der Austrittsöffnung des Hochgeschwindigkeitsluftstroms k ist auf 50-150
mm festgelegt.
Bei zu geringem Abstand l 4 bringt der Hochgeschwindigkeitsluftstrom a
den 1. Beschichtungsmaterialvorhang tc1 zum Schwingen. Ist der Abstand
l 4 demgegenüber zu groß, ergibt sich zwar eine gute Sperrwirkung
(sealing), aber die Bahn 2 wird an die Austrittsöffnung des
Hochgeschwindigkeitsluftstroms 6 gesaugt. Wird sie in diesem Zustand
transportiert, bekommt ihre Oberfläche Kratzer.
Verwendet man einen schnelleren Hochgeschwindigkeitsluftstrom a,
beispielsweise einen von 80-100 m/s, ist ein Abstand I 4 von 110-120 mm
erforderlich. Es hat sich gezeigt, daß der geeignetste Wert für den Abstand
I 4110-120 mm beträgt.
Der in Figur 1 dargestellte Abstand c zwischen den Peripherien der
Transportrollen r5 und r6 vor und hinter dem Vorhangspeiser 3 sollte so
gering wie möglich gehalten werden, aber da z.B. eine
Luftabscheidvorrichtung 8 und eine Farbwanne 7 montiert sind, ist er auf
500-1000 mm festgelegt worden.
Die besagte Zumeßvorrichtung 5 besitzt, wie in Figur 1 dargestellt, ein
flaches Messer 5b. Dieses Messer 5b wird auf den Beschichtungsfilm t1
von Bahn 2 gedrückt und streicht das überschüssige
Beschichtungsmaterial t des Beschichtungsfilms t1 auf der Bahn 2 dort ab,
wo zu viel aufgetragen wurde, und entfernt es.
Die Zumeßvorrichtung 5 drückt das Messer 5b auf den Beschichtungsfilm
t1 der um die Stützwalze 4 laufenden Bahn 2. Durch Veränderung der
Druckkraft wird die Abstreifmenge des Beschichtungsmaterials t variiert
und die festgelegte Dicke des Beschichtungsfilms t1 erzielt.
Aus diesem Grund besitzt die Zumeßvorrichtung 5 eine Reguliermechanik
5b1, um das Messer 5b in Dickerichtung der Bahn 2 auf der Peripherie der
Stützwalze 4 vor und zurück zu stellen.
Als Messer 5b findet z.B. eine Platte aus rostfreiem Stahl (SUS) mit einer
Dicke von 0,1-0,7 mm Verwendung, dessen Abstand zur Bahn 2 mittels der
Reguliermechanik 5b1 eingestellt wird.
Die Reguliermechanik 5b1 ist so aufgebaut, daß sich der Druck auf das
Messer 5b durch Drehen von Stellschrauben verändern und regulieren
läßt. Über die Breite des Messers 5b (senkrecht zur Papierfläche von Figur
1) sind sie in Abständen von etwa 50 mm angebracht.
Bei Verwendung eines Messers 5b in fixiertem Zustand als
Zumeßvorrichtung 5 kann zwischen dem Messer 5b und der Bahn 2, auf
die das Messer 5b gedrückt wird, gelegentlich Beschichtungsmaterial t
hängenbleiben und auf der Oberfläche des Beschichtungsfilms t1 auf Bahn
2 Streifen bilden.
Deshalb kann es so einrichtet werden, daß man das in fixiertem Zustand
verwendete Messer 5b ersetzt und dafür einen Rundstab (Rundstabkörper)
mit einem Durchmesser von etwa 10 mm frei drehbar lagert, die Peripherie
des besagten Stabs auf den Beschichtungsfilm t1 von Bahn 2 drückt und
das überschüssige Beschichtungsmaterial t des Beschichtungsfilms t1
während der Rotation des Stabs abgestreift und entfernt wird.
Bei Verwendung eines frei drehbar gelagerten Rundstabs statt eines
fixierten Messers 5b hat man also den Vorteil, daß das
Beschichtungsmaterial t nicht zwischen der Peripherie des Rundstabs und
dem Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 stecken bleibt, was einen sauberen
Gebrauch ermöglicht.
Die Notwendigkeit für ein Auftragen der 3- bis 5fachen Menge des
Beschichtungsmaterials t auf Bahn 2 durch den Vorhangspeiser 3 und für
das Abstreifen des überschüssigen Beschichtungsmaterials t unter
Verwendung der Zumeßvorrichtung 5 entsteht u.a. bei einer für die
Beschichtung schlecht geeigneten Bahn 2, einem für die Beschichtung
schlecht geeigneten Beschichtungsmaterial oder einer für die Beschichtung
schlecht geeigneten Kombination von Bahn und Beschichtungsmaterial.
Auf diese Weise läßt sich durch den Abstreifprozeß mittels der
Zumeßvorrichtung 5 eine qualitativ gute Beschichtungsleistung erzielen.
Bei einer guten Bahn, einem Beschichtungsmaterial mit günstigen
Eigenschaften usw. kommt man mit dem Auftrag von
Beschichtungsmaterial in 1- bis 2facher Dosierung auf die Bahn 2 durch
den Vorhangspeiser 3 aus, und es ist nicht erforderlich, einen
Abstreifprozeß mittels Zumeßvorrichtung 5 durchzuführen.
Im übrigen wird die Bahn 2, wie oben erwähnt, zwischen den
Transportrollen r5 und r6 in Transportrichtung in einem geneigten Winkel
° nach unten bewegt, was in den Figuren 1 und 2 dargestellt ist.
Dieser Neigungswinkel ° wird u.a. als Parameter der Durchflußmenge des
Beschichtungsmaterials oder der Viskosität des Beschichtungsmaterials
festgelegt, und die Erfinder haben folgende qualitativen und quantitativen
Charakteristika ermittelt.
Was den Zusammenhang zwischen der Viskosität des
Beschichtungsmaterials und dem Bahnneigungswinkel ° betrifft, so wurde
die Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials auf 25 l/min bei einer
Bahnbreite von 1 m festgelegt, die Viskosität des Beschichtungsmaterials
variiert und geprüft, ob das Beschichtungsmaterial t einheitlich auf die
Bahn 2 aufgetragen werden kann. Dabei wurden die Bedingungen für das
Erreichen der notwendigen Beschichtungsleistung ermittelt.
Folgendes Ergebnis wurde erzielt: Bei einem Bahnneigungswinkel ° von
2° kann mit einer Viskosität des Beschichtungsmaterials t von 350 mPa
(wohl "mPa·s", d. Übers.) oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt
werden. Weiterhin kann bei einem Bahnneigungswinkel ° von 10° mit
einer Viskosität von 200 mPa oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt
werden. Bei einem Bahnneigungswinkel ° von 20° kann mit einer
Viskosität von 150 mPa oder mehr ein einheitlicher Auftrag erzielt werden.
Das heißt, bei einem Beschichtungsmaterial t mit niedriger Viskosität ist
ohne großen Bahnneigungswinkel ° kein einheitlicher Auftrag möglich.
Das liegt daran, daß das Beschichtungsmaterial t bei einem kleinen
Bahnneigungswinkel ° gegen die Transportrichtung der Bahn 2 ausfließt
und damit nicht einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen wird.
Was andererseits den Zusammenhang zwischen der Durchflußmenge des
Beschichtungsmaterials und dem Bahnneigungswinkel ° betrifft, so wurde
die Viskosität des Beschichtungsmaterials auf 250 mPa festgelegt, die
Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials variiert und geprüft, ob das
Beschichtungsmaterial t einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen werden
kann. Dabei wurden die Bedingungen für das Erreichen der notwendigen
Beschichtungsleistung ermittelt.
Folgendes Ergebnis wurde erzielt: Bei einem Bahnneigungswinkel ° von
2° kann mit einer Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials t von 25
(l/min bei einer Bahnbreite von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag
erzielt werden. Weiterhin kann bei einem Bahnneigungswinkel ° von 10°
mit einer Durchflußmenge von 30 (l/min bei einer Bahnbreite von 1 m) oder
weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden. Bei einem
Bahnneigungswinkel ° von 20° kann mit einer Durchflußmenge von 35
(l/min bei einer Bahnbreite von 1 m) oder weniger ein einheitlicher Auftrag
erzielt werden. Und bei einem Bahnneigungswinkel ° von 40° kann mit
einer Durchflußmenge von 45 (l/min bei einer Bahnbreite von 1 m) oder
weniger ein einheitlicher Auftrag erzielt werden.
Das heißt, bei einer großen Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials t
ist ohne großen Bahnneigungswinkel ° kein einheitlicher Auftrag möglich.
Das liegt daran, daß das Beschichtungsmaterial t bei einem kleinen
Bahnneigungswinkel ° gegen die Transportrichtung der Bahn 2 ausfließt
und damit nicht einheitlich auf die Bahn 2 aufgetragen wird.
Es folgt einer Erläuterung des Auftragprozesses des
Beschichtungsmaterials t auf die Bahn 2 durch die Beschichtungsanlage 1
anhand der Figuren 1 und 2.
Wie Figur 1 zeigt, wird die auf einem (hier nicht gezeigten) Rollapparat
aufgerollte Bahn 2 vom Bahneingang In her eingeführt und bis um
Vorhangspeiser 3 transportiert. Das Beschichtungsmaterial t wird, wie in
Figur 2 dargestellt, mittels des aus dem Vorhangspeiser 3 ausgebrachten
Beschichtungsmaterialvorhangs tc auf die vorgesehene Auftragfläche 2n
der Bahn 2 aufgetragen, wo der Beschichtungsfilm t1 gebildet wird.
Der Neigungswinkel ° der mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs tc
beschichteten Bahn ist auf der Grundlage der o.g. Untersuchungen
entsprechend der Durchflußmenge des Beschichtungsmaterials, seiner
Viskosität u.a. Beschichtungsbedingungen in geeigneter Weise festgelegt.
Bei schlecht geeignetem Beschichtungsmaterial oder schlecht geeignetem
Rohpapier, z.B. mit einer unzulänglichen Auftragfläche 2n1 der Bahn 2,
wird viel Beschichtungsmaterial t erforderlich, etwa das 3- bis 5fache der
tatsächlich aufgetragenen Menge.
Liegt dagegen Rohpapier mit guter Bahn 2, gutes Beschichtungsmaterial
usw. vor, kommt etwa eine 1- bis 2fache Dosierung des
Beschichtungsmaterials t zum Einsatz.
Wenn die Bahn 2 mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 m/min oder
mehr transportiert wird, kommt es zur Anhaftung von Luft an der
Oberfläche der Bahn 2 und dadurch zu Störungen des
Beschichtungsmaterialvorhangs tc, was eine vorschriftsmäßige
Beschichtung verhindert.
In diesem Fall bläst, wie in Figur 2 dargestellt, die am Transportweg der
Bahn oberhalb des Beschichtungsmaterialvorhangs tc installierte
Luftabscheidvorrichtung 8 einen Hochgeschwindigkeitsluftstrom k mit einer
Geschwindigkeit von 60-100 m/s in die Gegenrichtung (Pfeil B in Figur 2)
der Transportrichtung der Bahn 2 auf die vorgesehene Auftragfläche 2n der
Bahn 2. Dadurch wird an der vorgesehenen Auftragfläche 2n der
transportierten Bahn 2 haftende Luft weggeblasen und Störungen des
Beschichtungsmaterialvorhangs tc vorgebeugt.
Dann wird die mit dem Beschichtungsmaterial t versehene Bahn 2 über die
Transportrollen r6 und r7 transportiert und läuft um die Stützwalze 4. Bei
schlecht geeignetem Rohpapier, schlecht geeignetem
Beschichtungsmaterial usw. wird das Messer 5b (oder der Rundstab) der
Zumeßvorrichtung 5 mittels der Reguliermechanik 5b1 eingestellt und
maßvoll auf den Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 gedrückt, wodurch das
überschüssige Beschichtungsmaterial t des Beschichtungsfilms t1
abgestreift und die festgelegte Filmdicke erreicht wird.
Bei schlecht geeignetem Rohpapier, schlecht geeignetem
Beschichtungsmaterial usw. wird zunächst viel Beschichtungsmaterial t
aufgetragen, der überschüssige Teil danach unter Verwendung der
Zumeßvorrichtung 5 abgestreift und so die festgelegte Qualität des
Beschichtungsfilms t1 gewährleistet.
Bei Rohpapier mit guter Bahn und bei gut geeignetem
Beschichtungsmaterial t ist es dagegen nicht erforderlich, überschüssiges
Beschichtungsmaterial t unter Verwendung der Zumeßvorrichtung 5
abzustreifen.
Deshalb wird die Zumeßvorrichtung 5 mittels der Reguliermechanik 5b1 so
eingestellt, daß das Messer 5b vom Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2
getrennt bleibt und kein Abstreifen von Beschichtungsmaterial t erfolgt.
So wird bei schlecht geeignetem Rohpapier, Beschichtungsmaterial usw.
viel Beschichtungsmaterial t auf die Bahn 2 aufgetragen und
Beschichtungsmaterial t mittels des Messers 5b der Zumeßvorrichtung 5
abgestreift. Bei gutem Rohpapier, gutem Beschichtungsmaterial usw. wird
dagegen nur eine geeignete Menge Beschichtungsmaterial t auf die Bahn
2 aufgetragen, und die Zumeßvorrichtung 5 wird so eingestellt, daß das
Messer 5b vom Beschichtungsfilm t1 der Bahn 2 getrennt bleibt und kein
Abstreifen von Beschichtungsmaterial t erfolgt.
Aus diesem Grund ist die Beschichtungsanlage 1 auch für verschiedene
Kombinationen von Rohpapieren und Beschichtungsmaterialien geeignet.
Um das aufgetragene Beschichtungsmaterial t zu trocknen, wird die Bahn
2 mit dem Beschichtungsfilm t1 in der festgelegten Dicke, wie in Figur 1
dargestellt, zum Bahnausgang Ot in Richtung einer mit einem (hier nicht
gezeigten) Trockner versehenen Strecke transportiert.
Nach dem besagten Aufbau wird bei Rohpapier mit qualitativ guter Bahn 2,
bei qualitativ gutem Beschichtungsmaterial usw. nur das
Beschichtungsmaterial t mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs tc des
Vorhangspeisers 3 aufgetragen.
Bei Rohpapier mit schlecht geeigneter Bahn 2, mit schlecht geeignetem
Beschichtungsmaterial t usw. wird dagegen nach dem Auftragen von viel
Beschichtungsmaterial t mittels des Beschichtungsmaterialvorhangs tc des
Vorhangspeisers 3 der überschüssige Teil des auf die Bahn 2
aufgetragenen Beschichtungsmaterials t mittels des Messers 5b der
Zumeßvorrichtung 5 abgestreift und die festgelegte Dicke sowie Qualität
des Beschichtungsfilms t1 erreicht.
Aus diesem Grund werden die Oberflächenglätte des Beschichtungsfilms
t1 der Bahn 2 und das Haftvermögen des Beschichtungsmaterials t an der
Bahn 2 bei diversen Kombinationen von Rohpapieren und
Beschichtungsmaterialien t verbessert.
Folglich ist die Beschichtungsanlage für verschiedene Kombinationen von
Rohpapieren und Beschichtungsmaterialien t geeignet und hat eine große
Anwendungsbreite.
Da entsprechend den Beschichtungsbedingungen nur der Prozeß des
Auftragens des Beschichtungsmaterials t gewählt wird oder aber der
Prozeß des Auftragens des Beschichtungsmaterials t und der Prozeß des
Abstreifens des überschüssigen Beschichtungsmaterials, kann man auf die
Beschichtungsbedingungen flexibel reagieren und erreicht eine hohe
Präzision der Beschichtung.
Weil der Vorhangspeiser 3, der das Beschichtungsmaterial t auf die Bahn 2
aufträgt, das Beschichtungsmaterial t nach unten ausbringt, wird
verhindert, daß sich Beschichtungsmaterial t u.a. an der Düse 3n des
Vorhangspeisers 3 oder in der Umgebung des Austrags festsetzt, was die
Verschmutzung erschwert und die Reinigung der Geräte einfach macht.
Weil das Beschichtungsmaterial t aus dem Vorhangspeiser 3 nach unten
ausgebracht wird und die Gravitationsbeschleunigung zunimmt, kann die
Gesamtmenge des für die Bahn 2 eingesetzten Beschichtungsmaterials t
auf das 1- bis 3fache der Auftragsmenge reduziert werden.
Weil sich die Bahn 2 entsprechend der Viskosität des
Beschichtungsmaterials t, seiner Durchflußmenge u.a. Bedingungen in
einem festgelegten Neigungswinkel nach unten bewegt und das
Beschichtungsmaterial dabei aufgetragen wird, ist es weiterhin möglich,
das Beschichtungsmaterial t einheitlich aufzutragen.
Obwohl Blade-Coater und Curtain-Coater jeweils ihre Stärken haben, kann
man folglich eine noch bessere Beschichtungsanlage 1 realisieren.
Als Nutzungsbeispiele der vorliegenden Erfindung lassen sich
Beschichtungsanlagen zum Auftragen von Beschichtungsmaterial auf
Kalender, Kataloge, Thermoblätter, druckempfindliches (kohlenstofffreies)
Papier usw. anführen, weiterhin Beschichtungsanlagen zum Auftragen
magnetischen Materials auf eine Seite von automatisch kontrollierten
Tickets u.a.
Bezugszeichenliste
- 1
- Beschichtungsanlage
- 2
- Bahn (web)
- 2n
- vorgesehene Auftragfläche
- 3
- Vorhang-Auftragsgerät
- 4
- Stützwalze (backing roll)
- 5
- Beschichtungsmaterial-Abstreifgerät
- 5b
- Abstreifelement
- 8
- Luftabscheidvorrichtung (air cut device)
- t
- Beschichtungsmaterial
- t1
- Auftragschicht
- tc
- Beschichtungsmaterialvorhang
-
- Neigungswinkel