EP1512905A1 - Durchlaufdampferzeuger sowie Verfahren zum Betreiben des Durchlaufdampferzeugers - Google Patents
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Abstract
Ein Durchlaufdampferzeuger (1), bei dem in einem in einer annähernd
vertikalen Heizgasrichtung (y) durchströmbaren Gaszug
(6) eine Verdampferdurchlaufheizfläche (8) angeordnet ist,
die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums
(W) parallel geschalteten Dampferzeugerrohren (12) umfasst,
soll auch bei einer Bespeisung mit vergleichsweise hoher Massenstromdichte
des Strömungsmediums (W) eine besonders hohe
betriebliche Stabilität und Sicherheit aufweisen. Dazu umfasst
die Verdampferdurchlaufheizfläche (8) erfindungsgemäß
ein vom Strömungsmedium (W) im Gegenstrom zum Gaszug (6)
durchströmbares Heizflächensegment (20), dessen strömungsmediumseitiger
Austritt (16) in Heizgasrichtung (y) gesehen
derart positioniert ist, dass die sich im Betriebsfall druckabhängig
in der Verdampferdurchlaufheizfläche (8) einstellende
Sattdampftemperatur um weniger als eine vorgegebene Maximalabweichung
von der im Betriebsfall an der Position des
Austritts (16) des Heizflächensegments (20) herrschenden
Heizgastemperatur abweicht.
Description
Die Erfindung betrifft einen Durchlaufdampferzeuger, bei dem
in einem in einer annähernd vertikalen Heizgasrichtung durchströmbaren
Gaszug eine Verdampferdurchlaufheizfläche angeordnet
ist, die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums
parallel geschalteten Dampferzeugerrohren umfasst.
Bei einer Gas- und Dampfturbinenanlage wird die im entspannten
Arbeitsmittel oder Heizgas aus der Gasturbine enthaltene
Wärme zur Erzeugung von Dampf für die Dampfturbine genutzt.
Die Wärmeübertragung erfolgt in einem der Gasturbine nachgeschalteten
Abhitzedampferzeuger, in dem üblicherweise eine
Anzahl von Heizflächen zur Wasservorwärmung, zur Dampferzeugung
und zur Dampfüberhitzung angeordnet sind. Die Heizflächen
sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf der Dampfturbine geschaltet.
Der Wasser-Dampf-Kreislauf umfasst üblicherweise
mehrere, z. B. drei, Druckstufen, wobei jede Druckstufe eine
Verdampferheizfläche aufweisen kann.
Für den der Gasturbine als Abhitzedampferzeuger heizgasseitig
nachgeschalteten Dampferzeuger kommen mehrere alternative
Auslegungskonzepte, nämlich die Auslegung als Durchlaufdampferzeuger
oder die Auslegung als Umlaufdampferzeuger, in Betracht.
Bei einem Durchlaufdampferzeuger führt die Beheizung
von als Verdampferrohren vorgesehenen Dampferzeugerrohren zu
einer Verdampfung des Strömungsmediums in den Dampferzeugerrohren
in einem einmaligen Durchlauf. Im Gegensatz dazu wird
bei einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger das im Umlauf
geführte Wasser bei einem Durchlauf durch die Verdampferrohre
nur teilweise verdampft. Das dabei nicht verdampfte Wasser
wird nach einer Abtrennung des erzeugten Dampfes für eine
weitere Verdampfung den selben Verdampferrohren erneut zugeführt.
Ein Durchlaufdampferzeuger unterliegt im Gegensatz zu einem
Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger keiner Druckbegrenzung,
so dass Frischdampfdrücke weit über dem kritischen Druck von
Wasser (PKri ≈ 221 bar) - wo es nur noch geringe Dichteunterschiede
gibt zwischen flüssigkeitsähnlichem und dampfähnlichem
Medium - möglich sind. Ein hoher Frischdampfdruck begünstigt
einen hohen thermischen Wirkungsgrad und somit niedrige
CO2-Emissionen eines fossilbeheizten Kraftwerks. Zudem weist
ein Durchlaufdampferzeuger im Vergleich zu einem Umlaufdampferzeuger
eine einfache Bauweise auf und ist somit mit besonders
geringem Aufwand herstellbar. Die Verwendung eines nach
dem Durchlaufprinzip ausgelegten Dampferzeugers als Abhitzedampferzeuger
einer Gas- und Dampfturbinenanlage ist daher
zur Erzielung eines hohen Gesamtwirkungsgrades der Gas- und
Dampfturbinenanlage bei einfacher Bauweise besonders günstig.
Ein solcher Abhitzedampferzeuger kann technisch besonders
einfach ausgeführt werden, indem das dem Dampferzeuger von
der Gasturbine zugeführte Heizgas den Gaszug in vertikaler
Richtung, insbesondere von unten nach oben, durchströmt. Dabei
kommen für die strömungsmedium- und heizgasseitige Verschaltung
der die Verdampferdurchlaufheizfläche bildenden
Dampferzeugerrohre grundsätzlich zwei mögliche Konzepte in
Betracht: Entweder werden die innerhalb des Gaszuges verlegten
Dampferzeugerrohre im so genannten Kreuz- oder Gegenstrom
vom Strömungsmedium durchströmt, das heißt, das Strömungsmedium
durchströmt jedes Heizflächenrohr in aufeinander folgenden
Durchgängen durch den Gaskanal quer zur Gasströmung, deshalb
die Bezeichnung Kreuzstromschaltung. Die von einer Seite
des Gaskanals zur anderen Seite führenden horizontalen Rohrstücke
sind über Umlenkstücke derart miteinander verbunden,
dass sie in vertikaler Richtung aufeinanderfolgend entgegen
der Strömungsrichtung des Gases durchströmt werden, deshalb
die Bezeichnung Gegenstromschaltung. Insgesamt handelt es
sich also um eine Mischform von Kreuz- und Gegenstromschaltung.
Der Kreuzstromcharakter ist für die folgenden Erörterungen
unwesentlich. Diese Schaltung wird deshalb im folgenden
nur als Gegenstromschaltung bezeichnet. Es ist allgemein
bekannt, dass eine Verdampferheizfläche in Gegenstromschaltung
problematisch hinsichtlich der Stabilität der Strömung
ist. Insbesondere eine gleichmäßige Verteilung der Strömung
auf alle parallelen Rohre der Verdampferheizfläche erfordert
technischen Aufwand.
Eine Alternative zur Gegenstromschaltung stellt die so genannte
Gleichstromschaltung dar, bei der die Dampferzeugerrohre
im Kreuz-/Gleichstrom durchströmt werden. Bei dieser
Schaltung sind die horizontal geführten Rohrstücke wie in der
vorangehend beschriebenen Kreuzstromschaltung über Umlenkstücke
miteinander verbunden, nur dass sie nun in vertikaler
Richtung aufeinanderfolgend in Strömungsrichtung des Gases
durchströmt werden, deshalb die Bezeichnung Gleichstromschaltung.
Insgesamt handelt es sich also um eine Mischform von
Kreuz- und Gleichstromschaltung. Der Kreuzstromcharakter ist
für die folgenden Erörterungen unwesentlich. Diese Schaltung
wird deshalb im folgenden nur als Gleichstromschaltung bezeichnet.
Eine Gleichstromschaltung erfordert den Einsatz
verhältnismäßig großer Heizflächen, deren Herstellung und
Montage mit erheblichem Aufwand verbunden sind.
Aus der EP 0 425 717 A ist ein Dampferzeuger bekannt, der die
genannten Vorteile eines Durchlaufdampferzeugers aufweist.
Seine Verdampferdurchlaufheizfläche ist als Kombination von
Gegenstrom- und Gleichstromschaltung ausgelegt, indem eine
Anzahl von Rohrabschnitten in Gegenstromrichtung geschaltet
ist, während eine Anzahl von weiteren Rohrabschnitten in
Gleichstromrichtung geschaltet ist. Durch diese Art der Verschaltung
kann ein höheres Maß an Strömungsstabilität erreicht
werden als bei einer reinen Gegenstromschaltung. Zudem
kann der bei Verwendung einer reinen Gleichstromschaltung
notwendige hohe technische und apperative Aufwand verringert
werden.
Grundsätzlich problematisch bei Dampferzeugern in derartiger
Bauweise können so genannte Temperaturschieflagen sein, also
Temperaturdifferenzen an den Austritten benachbarter, strömungsmediumseitig
parallel geschalteter Dampferzeugerrohre,
die zu Rohrreißern oder anderen Beschädigungen führen können.
Zur Vermeidung derartiger Temperaturschieflagen können Durchlaufdampferzeuger
für besonders geringe Massenstromdichten
des Strömungsmediums ausgelegt sein, was jedoch die Flexibilität
bei der Wahl der Auslegungsparameter für den Dampferzeuger
begrenzt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Durchlaufdampferzeuger
der oben genannten Art anzugeben, der auch
bei einer Beaufschlagung mit vergleichsweise großen Massenstromdichten
des Strömungsmediums auch bei unterschiedlicher
Beheizung der Dampferzeugerrohre eine besonders hohe Stabilität
insbesondere gegenüber Temperaturschieflagen aufweist.
Des Weiteren soll ein zum Betreiben dieses Dampferzeugers besonders
geeignetes Verfahren der oben genannten Art angegeben
werden.
Bezüglich des Durchlaufdampferzeugers wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
gelöst, indem die Verdampferdurchlaufheizfläche
ein vom Strömungsmedium im Gegenstrom zum Gaszug durchströmbares
Heizflächensegment umfasst, dessen strömungsmediumseitiger
Austritt in Heizgasrichtung gesehen derart positioniert
ist, dass die sich im Betriebsfall in der Verdampferdurchlaufheizfläche
einstellende Sattdampftemperatur um weniger
als eine vorgegebene Maximalabweichung von der im Betriebsfall
an der Position des Austritts des Heizflächensegments
herrschenden Heizgastemperatur abweicht.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass bei der
Bespeisung der Verdampferdurchlaufheizfläche mit vergleichsweise
großen Massenstromdichten eine lokal unterschiedliche
Beheizung einzelner Rohre die Strömungsverhältnisse derart
beeinflussen könnte, dass mehrbeheizte Rohre von weniger und
weniger beheizte Rohre von mehr Strömungsmedium durchströmt
werden. Mehrbeheizte Rohre würden in diesem Fall schlechter
gekühlt als minderbeheizte Rohre, so dass die auftretenden
Temperaturdifferenzen selbsttätig verstärkt würden. Um diesem
Fall auch ohne aktive Beeinflussung der Strömungsverhältnisse
wirksam begegnen zu können, sollte das System für eine grundsätzliche
und globale Begrenzung möglicher Temperaturunterschiede
geeignet ausgelegt sein. Dazu ist die Erkenntnis
nutzbar, dass am Austritt aus der Verdampferdurchlaufheizfläche
das Strömungsmedium zumindest die im Wesentlichen durch
den Druck im Dampferzeugerrohr gegebene Sattdampftemperatur
aufweisen muss. Andererseits kann das Strömungsmedium aber
maximal die Temperatur aufweisen, die das Heizgas an der Austrittsstelle
des Strömungsmediums aus der Verdampferdurchlaufheizfläche
hat. Durch eine geeignete Abstimmung dieser
beiden das mögliche Temperaturintervall überhaupt eingrenzenden
Grenztemperaturen aufeinander können somit auch die maximal
möglichen Temperaturschieflagen geeignet begrenzt werden.
Durch die Aufteilung der Verdampfer-Durchlaufheizfläche in
ein austrittsseitiges Gegenstromsegment und ein diesem heizgas-
und medienseitig vorgeschaltetes weiteres Segment ist
der Austritt in Heizgasrichtung frei positionierbar, so dass
ein zusätzlicher Auslegungsparameter verfügbar ist. Ein besonders
geeignetes Mittel zur Abstimmung der beiden Grenztemperaturen
aufeinander ist dabei die gezielte Positionierung
des Austritts der Verdampferdurchlaufheizfläche in Strömungsrichtung
des Heizgases gesehen.
Vorteilhafterweise ist die Positionierung des Austritts der
Verdampferdurchlaufheizfläche in Relation zum Temperaturprofil
des Heizgases im Gaszug derart gewählt, dass eine Maximalabweichung
von etwa 50 °C eingehalten ist, so dass im Hinblick
auf verfügbare Materialien und weitere Auslegungsparameter
eine besonders hohe betriebliche Sicherheit gewährleistet
ist.
Ein weiteres Problem bei einem Dampferzeuger der genannten
Bauweise könnte die Gefährdung der Strömungsstabilität durch
so genannte Strömungsoszillationen sein. Strömungsoszillationen
treten auf, wenn sich bei Mehrbeheizung eines Dampferzeugerrohres
das Gebiet innerhalb des Dampferzeugerrohres, in
dem Verdampfung stattfindet, deutlich innerhalb des Rohres
verschiebt. Die Verlagerung des Verdampfungsgebietes innerhalb
eines Dampferzeugerrohres beeinflusst den Druckverlust
der Strömung innerhalb der Verdampferdurchlaufheizfläche auf
unerwünschte Art und Weise. Daher könnten bei einem Dampferzeuger,
der derart empfindlich auf eine abweichende Beheizung
der Dampferzeugerrohre reagiert, Drosseln am Eintritt aller
Dampferzeugerrohre vorgesehen sein, die es erlauben, den
Druckverlust der Strömung innerhalb der Verdampferdurchlaufheizfläche
über einen verhältnismäßig großen Bereich hinweg
zu steuern. Um auch hierfür geeignete Auslegungsparameter bereitzustellen,
umfasst die Verdampferdurchlaufheizfläche vorteilhafterweise
ein weiteres, dem genannten Heizflächensegment
strömungsmediumseitig vorgeschaltetes Heizflächensegment,
das heizgasseitig zweckmäßigerweise vor dem genannten
Heizflächensegment angeordnet ist.
Das dem Heizflächensegment strömungsmediumseitig vorgeschaltete
weitere Heizflächensegment ist vorteilhafterweise ebenfalls
in der Art einer Gegenstromsektion ausgebildet oder alternativ
im Gleichstrom zur Heizgasrichtung geschaltet.
Durch eine derartige Anordnung der Segmente im Heizgaskanal
wird weitgehend der Vorteil einer reinen Gegenstromschaltung
erhalten, die Wärme des Abgases effektiv auf das Strömungsmedium
zu übertragen, und gleichzeitig eine hohe inhärente Sicherheit
gegen schädliche Temperaturdifferenzen am strömungsmediumsseitigen
Austritt erzielt.
Zweckmäßigerweise wird der Dampferzeuger als Abhitzedampferzeuger
einer Gas- und Dampfturbinenanlage verwendet. Dabei
ist der Dampferzeuger vorteilhafterweise heizgasseitig einer
Gasturbine nachgeschaltet. Bei dieser Schaltung kann zweckmäßigerweise
hinter der Gasturbine eine Zusatzfeuerung zur Erhöhung
der Heizgastemperatur angeordnet sein.
Bezüglich des Verfahrens wird die genannte Aufgabe gelöst,
indem das Strömungsmedium in Heizgasrichtung gesehen an einer
Position aus der Verdampferdurchlaufheizfläche abgeführt
wird, an der die im Betriebsfall herrschende Heizgastemperatur
um weniger als eine vorgegebene Maximalabweichung von der
sich im Betriebsfall infolge des Druckverlusts in der Verdampferdurchlaufheizfläche
einstellenden Sattdampftemperatur
abweicht.
Vorteilhafterweise wird das Strömungsmedium vor seinem Austritt
aus der Verdampferdurchlaufheizfläche im Gegenstrom zur
Heizgasrichtung geführt. In dem entsprechenden Heizflächensegment
werden die Dampferzeugerrohre dabei vom Strömungsmedium
entgegen der Heizgasrichtung, also von oben nach unten,
durchströmt. Bei einer derartigen Bespeisung der Verdampferdurchlaufheizfläche
ist die Positionierung des Austritts vergleichsweise
einfach variierbar und an das Temperaturprofil
des Heizgases im Gaszug anpassbar. Vorteilhafterweise wird
eine Maximalabweichung von etwa 50 °C vorgegeben.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere
darin, dass durch die nunmehr vorgesehene, an das Temperaturprofil
des Heizgases im Gaszug angepasste Positionierung
des strömungsmediumseitigen Austritts der Verdampferdurchlaufheizfläche
das insgesamt bei der Verdampfung des Strömungsmediums
erreichbare Temperaturintervall zwischen Sattdampftemperatur
des Strömungsmediums und Heizgastemperatur an
der Austrittsstelle vergleichsweise eng eingegrenzt wird, so
dass unabhängig von den Strömungsverhältnissen nur geringe
austrittsseitige Temperaturdifferenzen möglich sind. Dadurch
kann eine ausreichende Angleichung der Temperaturen des Strömungsmediums
in jedem Betriebszustand sichergestellt werden.
Zudem ist die Durchlaufverdampferheizfläche durch die geeignete
Positionierung des strömungsmediumseitigen Eintritts der
Verdampferdurchlaufheizfläche am gasseitigen Eintritt der
Verdampferdurchlaufheizfläche strömungsmäßig stabiler als eine
reine Gegenstromschaltung. Somit ist eine besonders hohe
Strömungsstabilität und eine besonders hohe betriebliche Sicherheit
für den Dampferzeuger gewährleistet. Darüber hinaus
ist aber auch sichergestellt, dass die möglichen Austrittstemperaturen
in ihrer absoluten Höhe begrenzt sind, so dass
die durch die Materialeigenschaften vorgegebenen zulässigen
Grenztemperaturen sicher unterschritten bleiben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- in vereinfachter Darstellung ausschnittsweise im Längsschnitt einen Durchlaufdampferzeuger, und
- FIG 2
- die Verdampfungssektion des Durchlaufdampferzeugers nach FIG 1 in einer alternativen Ausführung.
Gleiche Teile sind in beiden Figuren mit denselben Bezugszeichen
versehen.
Der Durchlaufdampferzeuger 1 gemäß FIG 1 ist in der Art eines
Abhitzedampferzeugers einer nicht näher dargestellten Gasturbine
abgasseitig nachgeschaltet. Der Durchlaufdampferzeuger 1
weist eine Umfassungswand 2 auf, die einen in einer annähernd
vertikalen, durch die Pfeile 4 angedeuteten Heizgasrichtung y
durchströmbaren Gaszug 6 für das Abgas aus der Gasturbine
bildet. Im Gaszug 6 ist eine Anzahl von nach dem Durchlaufprinzip
ausgelegten Heizflächen, insbesondere eine Verdampferdurchlaufheizfläche
8, angeordnet. Im Ausführungsbeispiel
gemäß FIG 1 ist lediglich die Verdampferdurchlaufheizfläche 8
gezeigt, es kann aber auch eine größere Anzahl von Durchlaufheizflächen
vorgesehen sein.
Das aus der Verdampferdurchlaufheizfläche 8 gebildete Verdampfersystem
ist mit Strömungsmedium W beaufschlagbar, das
bei einmaligem Durchlauf durch die Verdampferdurchlaufheizfläche
8 verdampft und nach dem Austritt aus der Verdampferdurchlaufheizfläche
8 als Dampf D abgeführt und üblicherweise
zur weiteren Überhitzung Überhitzerheizflächen zugeführt
wird. Das aus der Verdampferdurchlaufheizfläche 8 gebildete
Verdampfersystem ist in den nicht näher dargestellten Wasser-Dampf-Kreislauf
einer Dampfturbine geschaltet. Zusätzlich zu
dem Verdampfersystem sind in den Wasser-Dampf-Kreislauf der
Dampfturbine eine Anzahl weiterer, in FIG 1 nicht dargestellter
Heizflächen geschaltet. Bei den Heizflächen kann es sich
beispielsweise um Überhitzer, Mitteldruckverdampfer, Niederdruckverdampfer
und/oder um Vorwärmer handeln.
Die Verdampferdurchlaufheizfläche 8 des Durchlaufdampferzeugers
1 nach FIG 1 umfasst in der Art eines Rohrbündels eine
Mehrzahl von zur Durchströmung des Strömungsmediums W parallel
geschalteten Dampferzeugerrohren 12. Dabei ist jeweils
eine Mehrzahl von Dampferzeugerrohren 12 in Heizgasrichtung y
gesehen nebeneinander angeordnet. Dabei ist jeweils lediglich
eines der so nebeneinander angeordneten Dampferzeugerrohre 12
sichtbar. Die Dampferzeugerrohre 12 umfassen jeweils eine Anzahl
von waagerecht durchströmten Rohrstücken, von denen jeweils
zwei durch ein senkrecht durchströmtes Rohrstück verbunden
sind. Mit anderen Worten: Die Dampferzeugerrohre sind
jeweils mäanderartig innerhalb des Gaszuges 6 verlegt. Den so
nebeneinander angeordneten Dampferzeugerrohren 12 ist dabei
strömungsmediumseitig an ihrem Eintritt 13 in die Verdampferdurchlaufheizfläche
8 jeweils ein gemeinsamer Eintrittssammler
14 vor- und an ihrem Austritt 16 aus der Verdampferdurchlaufheizfläche
8 ein gemeinsamer Austrittssammler 18 nachgeschaltet.
Der Durchlaufdampferzeuger 1 ist für eine besonders hohe betriebliche
Sicherheit und zur konsequenten Unterdrückung von
auch als Temperaturschieflage bezeichneten signifikanten Temperaturunterschieden
am Austritt 16 zwischen benachbarten
Dampferzeugerrohren 12 selbst bei einer Bespeisung mit vergleichsweise
hohen Massenstromdichten ausgelegt. Dazu umfasst
die Verdampferdurchlaufheizfläche 8 in ihrem strömungsmediumseitig
gesehen hinteren Bereich ein Heizflächensegment 20,
das im Gegenstrom zur Heizgasrichtung y geschaltet ist. Weiterhin
umfasst die Verdampferdurchlaufheizfläche 8 zusätzlich
zum Heizflächensegment 20 ein diesem strömungsmediumseitig
vorgeschaltetes weiteres Heizflächensegment 22. Durch diese
Schaltung ist die Positionierung des Austritts 16 in Heizgasrichtung
y gesehen wählbar. Diese Positionierung ist beim
Durchlaufdampferzeuger 1 derart gewählt, dass die sich im Betriebsfall
druckabhängig in der Verdampferdurchlaufheizfläche
8 einstellende Sattdampftemperatur des Strömungsmediums W um
weniger als eine vorgegebene Maximalabweichung von etwa 50 °C
von der im Betriebsfall an der Position oder auf der Höhe des
Austritts 16 des Heizflächensegments 20 herrschenden Heizgastemperatur
abweicht. Da die Temperatur des Strömungsmediums W
am Austritt 16 immer mindestens gleich der Sattdampftemperatur
sein muss, andererseits aber nicht höher als die an dieser
Stelle herrschende Heizgastemperatur sein kann, sind die
möglichen Temperaturdifferenzen zwischen unterschiedlich beheizten
Rohren auch ohne weitere Gegenmaßnahmen auf die vorgegebene
Maximalabweichung von etwa 50 °C begrenzt.
Eine besonders hohe Strömungsstabilität bei gleichzeitig begrenztem
technischen Aufwand lässt sich zudem durch die Verwendung
einer Kombination aus Gegenstromschaltung und Gleichstromschaltung
der Dampferzeugerrohre erzielen. Das erste
Heizflächensegment 20 ist dabei mit dem zweiten Heizflächensegment
22 durch ein Verbindungsstück 24 verbunden. Die Verdampferdurchlaufheizfläche
8 umfasst das weitere Heizflächensegment
22, das diesem strömungsmediumseitig nachgeschaltete
Verbindungsstück 24 sowie das dem Verbindungsstück 24 strömungsmediumseitig
nachgeschaltete Heizflächensegment 20. Im
Ausführungsbeispiel nach FIG 1 ist das weitere Heizflächensegment
22 ebenfalls im Gegenstrom zur Heizgasrichtung 4 geschaltet.
Wie sich herausgestellt hat, weist sowohl die in FIG 1 dargestellte
als auch die in FIG 2 dargestellte alternative Schaltung
der Verdampferdurchlaufheizfläche 8 eine besonders große
Strömungsstabilität auf. Insbesondere wird auch das Auftreten
von Strömungsoszillationen sicher verhindert. Diese treten
auf, wenn eine abweichende Beheizung einzelner Dampferzeugerrohre
12 das Verdampfungsgebiet innerhalb des betreffenden
Dampferzeugerrohres 12 stark entlang der Strömungsrichtung
des Strömungsmediums W verschiebt. Strömungsoszillationen
können in einem solchen Fall vermieden werden, indem der beim
Durchströmen der Verdampferdurchlaufheizfläche 8 auftretende
Druckverlust im Strömungsmedium W durch Drosseln am Eintritt
der Rohre künstlich erhöht wird. Bei den in FIG 1 und 2 dargestellten
Schaltungen tritt das Problem der Strömungsoszillationen
jedoch nicht auf. Es hat sich gezeigt, dass sich das
Verdampfungsgebiet bei einer abweichenden Beheizung nur vergleichsweise
wenig innerhalb des jeweiligen Dampferzeugerrohres
12 verschiebt. Zur Stabilisierung der Strömung ist daher
lediglich eine geringe künstliche Erhöhung des Druckverlustes
erforderlich.
Claims (11)
- Durchlaufdampferzeuger (1), bei dem in einem in einer annähernd vertikalen Heizgasrichtung (y) durchströmbaren Gaszug (6) eine Verdampferdurchlaufheizfläche (8) angeordnet ist, die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums (W) parallel geschalteten Dampferzeugerrohren (12) umfasst, und die ein vom Strömungsmedium (W) im Gegenstrom zum Gaszug (6) durchströmbares Heizflächensegment (20) umfasst, dessen strömungsmediumseitiger Austritt (16) in Heizgasrichtung (y) gesehen derart positioniert ist, dass die sich im Betriebsfall in der Verdampferdurchlaufheizfläche (8) einstellende Sattdampftemperatur um weniger als eine vorgegebene Maximalabweichung von der im Betriebsfall an der Position des Austritts (16) des Heizflächensegments (20) herrschenden Heizgastemperatur abweicht.
- Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 1, bei dem eine Maximalabweichung von höchstens 70°C vorgegeben ist.
- Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 1 oder 2, dessen Verdampferdurchlaufheizfläche (8) ein weiteres, dem Heizflächensegment (20) strömungsmediumseitig vorgeschaltetes Heizflächensegment (22) umfasst.
- Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 3, bei dem das weitere Heizflächensegment (22) im Gegenstrom zur Heizgasrichtung (y) geschaltet ist.
- Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 3, bei dem das weitere Heizflächensegment (22) im Gleichstrom zur Heizgasrichtung (y) geschaltet ist.
- Durchlaufdampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dem heizgasseitig eine Gasturbine vorgeschaltet ist.
- Verfahren zum Betreiben eines Durchlaufdampferzeugers (1) mit einer in einem in einer annähernd vertikalen Heizgasrichtung (y) durchströmbaren Gaszug (6) mit einer Verdampferdurchlaufheizfläche (8), die eine Anzahl von zur Durchströmung eines Strömungsmediums (W) parallel geschalteten Dampferzeugerrohren (12) umfasst, wobei das Strömungsmedium (W) in Heizgasrichtung (y) gesehen an einer Position aus der Verdampferdurchlaufheizfläche (8) abgeführt wird, an der die im Betriebsfall herrschende Heizgastemperatur um weniger als eine vorgegebene Maximalabweichung von der sich im Betriebsfall infolge des Druckverlusts in der Verdampferdurchlaufheizfläche (8) einstellenden Sattdampftemperatur abweicht.
- Verfahren nach Anspruch 7, bei dem das Strömungsmedium (W) unmittelbar vor seinem Austritt aus der Verdampferdurchlaufheizfläche (8) im Gegenstrom zum Heizgas geführt wird.
- Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei dem eine Maximalabweichung von höchstens 70°C vorgegeben wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei dem das Strömungsmedium (W) unmittelbar nach seinem Eintritt in die Verdampferdurchlaufheizfläche (8) im Gegenstrom zum Heizgas geführt wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei dem das Strömungsmedium (W) unmittelbar nach seinem Eintritt in die Verdampferdurchlaufheizfläche (8) im Gleichstrom zum Heizgas geführt wird.
Priority Applications (13)
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