Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gewehr, umfassend einen Hinterschaft
und einen vom Hinterschaft abnehmbaren Lauf, wobei der Hinterschaft ein
Schaftgehäuse aufweist, wobei der Schaft eine schalenförmige, längliche
Aufnahme für den Lauf zeigt, wobei der Lauf mindestens einen Stift und
korrespondierend hierzu die schalenförmige Aufnahme eine Öffnung zur
Aufnahme des Stiftes besitzt.
Ein Gewehr, bei dem der Lauf vom Hinterschaft lösbar ist, ist in Fachkreisen
unter der Bezeichnung "Take-Down" Gewehr" bekannt. Derartige Gewehre, bei
denen der Lauf vom Hinterschaft zu trennen ist, kommen insbesondere dann
zum Einsatz, wenn ein solches Gewehr transportiert werden muss, bzw. wenn
der Lauf auswechselbar sein soll.
Ein Gewehr der eingangs genannten Art ist von der Firma Blaser unter der
Bezeichnung R 93 bekannt. Hierbei weist der Schaft, und zwar insbesondere im
Bereich des Hinterschaftes ein Schaftgehäuse mit Kammer auf, wobei das
Gehäuse eine längliche, schalenförmige Aufnahme für den Lauf aufweist. Im
Bereich dieser länglichen, schalenförmigen Aufnahme sind zwei Bohrungen
vorgesehen. Der Lauf besitzt korrespondierend zu diesen Bohrungen zwei
Stifte, die durch die entsprechenden Bohrungen in der länglichen,
schalenförmigen Aufnahme aufgenommen werden. Die Stifte weisen ein
Außengewinde auf, wobei sich die Bohrungen in der länglichen,
schalenförmigen Aufnahme durch den Schaft durchgehend fortsetzen. Zur
Fixierung des Laufes am Schaft, und hier insbesondere an der länglichen,
schalenförmigen Aufnahme des Schaftgehäuses, sind nunmehr Muttern
vorgesehen, die auf das Gewinde der Stifte mittels geeigneter Werkzeuge
eindrehbar sind, um hierdurch den Lauf am Schaftgehäuse, und mithin am
Schaft zu fixieren.
Nachteilig an diesem bekannten Gewehr ist, dass zum Laufwechsel immer
Werkzeug benötigt wird. Zumeist ist dies ein Schraubendreher oder ein
Inbusschlüssel, der im Wald schnell verloren gehen kann, bzw.
Verschmutzungen und Beschädigungen können das Gewinde unbrauchbar
machen, so dass die Waffe in einem solchen Fall nicht gebrauchsfähig ist.
Der Erfindung liegt daher der Aufgabe zu Grunde, ein Gewehr der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, dass der Lauf ohne Werkzeug montierbar
bzw. demontierbar ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der mindestens eine
Stift an seinem freien Ende eine vorzugsweise umlaufende Nut aufweist, wobei
eine Verriegelungseinrichtung vorgesehen ist, die mit der Nut zusammen wirkt.
Durch Betätigung der Verriegelungseinrichtung kann der Lauf am Schaft fixiert
werden.
Vorteilhafte Merkmale und Ausführungsformen sind den Unteransprüchen zu
entnehmen.
So ist insbesondere besonders vorteilhaft vorgesehen, dass der mindestens
eine Stift in seiner über den Lauf vorstehenden Länge veränderbar ist, was
vorteilhaft dadurch erfolgen kann, dass der Stift durch ein Gewinde mit dem
Lauf in Verbindung steht. Durch eine Veränderung der überstehenden Länge
des Stiftes, und mithin des Abstandes der Nut vom Lauf, besteht immer die
Möglichkeit, den Lauf im Wesentlichen spielfrei mit dem Schaft bzw. der
länglichen, schalenförmigen Aufnahme zu verbinden.
Im Einzelnen ist des Weiteren vorgesehen, dass die Verriegelungseinrichtung
ein Bestandteil,des Hinterschaftes bzw. insbesondere ein Bestandteil des
Schaftgehäuses ist, wobei auch die schalenförmig, längliche Aufnahme Teil des
Schaftgehäuses sein kann. Insbesondere dann, wenn die
Verriegelungseinrichtung ein Bestandteil des Schaftgehäuses ist, wird erreicht,
dass es bei der Montage des Laufes mit dem Schaft zu keinerlei
Spannungsaufbau zwischen den Bauteilen kommt.
Die Verriegelungseinrichtung umfasst im Einzelnen eine Schieberplatte, wobei
die Schieberplatte vorteilhaft zur Verriegelung mit dem mindestens einen Stift
parallel zur Längsachse des Laufes in dem Schaftgehäuse verschieblich
gelagert ist. Die Verriegelung erfolgt demzufolge mit Hilfe der Schieberplatte,
wobei sich herausgestellt hat, dass eine solche Art der Verriegelung zwischen
Stift und Schieberplatte durchaus robust ist.
Im Einzelnen besitzt die Schieberplatte mindestens eine längliche Öffnung,
wobei der Querschnitt der Öffnung zur formschlüssigen Erfassung der Nut des
Stiftes in einem ersten Bereich in etwa dem Restquerschnitt des Stiftes im
Bereich der Nut entspricht, und in einem zweiten Bereich in etwa dem
Querschnitt des Stiftes, so dass der Lauf bei einer ersten Stellung der
Schieberplatte verriegelt ist, und in einer zweiten Stellung der Schieberplatte
der Lauf vom Schaft abnehmbar ist.
Zur Betätigung der Schieberplatte ist ein am Schaftgehäuse verschwenkbar
angeordneter Hebel vorgesehen, wobei der Hebel jeweils vorteilhaft in Offenund
Geschlossenstellung fixierbar ist. Zur Fixierung des Hebels ist dieser von
zumindest einer Seite durch ein Druckstück belegt. Das Druckstück ist als eine
in einer Hülse gelagerte Kugel ausgebildet, welche federbelastet ist, wobei die
Hülse ein Gewinde zur Aufnahme durch das Schaftgehäuse besitzt. Durch
Verstellung der Lage der Hülse im Schaft kann somit die Andruckkraft der Kugel
auf den Hebel variabel gestaltet werden.
Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher
erläutert.
- Figur 1
- zeigt das Gewehr im zusammengebauten Zustand;
- Figur 2
- zeigt das Gewehr mit gelöstem Lauf und gelöstem Vorderschaft;
- Figur 3a
- zeigt die Einzelheit "X" gemäß Figur 2 in vergrößerter Darstellung
im Schnitt;
- Figur 3b
- zeigt die Einzelheit "X" gemäß Figur 1 ebenfalls in vergrößerter
Darstellung im Schnitt;
- Figur 4
- zeigt perspektivisch eine Ansicht von unten auf das
Schaftgehäuse;
- Figur 5
- zeigt eine Ansicht gemäß der Linie V - V aus Figur 3a.
Gemäß den Figuren 1 und 2 zeigt das insgesamt mit 1 bezeichnete Gewehr
einen Vorderschaft 2, einen Hinterschaft 3 und einen Lauf 4. Im vorliegenden
Fall stellen der Lauf, der Hinterschaft und der Vorderschaft drei miteinander
verbindbare Teile dar, wobei jedoch auch eine Ausführungsform denkbar ist, bei
der der Vorderschaft 2 und der Hinterschaft 3 einteilig ausgebildet sind.
Gegenstand der Erfindung ist nunmehr die Fixierung des Laufes 4 am
Hinterschaft 3. Der insgesamt mit 3 bezeichnete Hinterschaft weist an seinem
vorderen Ende das insgesamt mit 10 bezeichnete Schaftgehäuse auf. An dem
mit 10 bezeichneten Schaftgehäuses anschließend befindet sich auf dem
Hinterschaft die längliche, schalenförmige Aufnahme 11 für den Lauf 4. Im
Bereich der schalenförmigen Aufnahme 11 für den Lauf 4 sind zwei Öffnungen
12 vorgesehen, die schlussendlich der Aufnahme der beiden Stifte 5 des Laufes
4 dienen. Die Stifte 5, die durch ein Gewinde 6 in ihrer Höhe einstellbar in den
Lauf 4 eindrehbar sind, besitzen im Bereich des vorderen Endes jeweils eine
umlaufende Nut 7.
Das Schaftgehäuse 10 weist darüber hinaus die mit 20 bezeichnete
Verriegelungseinrichtung auf. Die mit 20 bezeichnete Verriegelungseinrichtung
umfasst im Einzelnen einen Hebel 21 und eine durch den Hebel 21 parallel zur
Längsachse des Laufes verschiebliche Schieberplatte 22. Die Schieberplatte 22
besitzt zwei hintereinander angeordnete längliche Öffnungen 23. Die Öffnungen
23 zeigen zwei Bereiche 23a, 23b unterschiedlichen Durchmessers. Der
Bereich 23a entspricht in seiner Öffnungsweite dem Durchmesser des Stiftes im
Bereich seiner Nut 7, wohingegen der Bereich 23b dem Stiftdurchmesser
entspricht. Der Abstand der Nut 7 vom Außendurchmesser des Laufes
entspricht in etwa dem Abstand der Schieberplatte 22 von der Oberseite der
schalenförmigen Aufnahme 11, so dass die Schieberplatte 22 mit ihrem Bereich
23a zur Verriegelung in den Bereich der Nut 7 des Stiftes gebracht werden
kann. Hieraus wird deutlich, dass nach Einsetzen des Laufes in die
schalenförmige Aufnahme 11, wenn die Stifte 5 die Öffnung 12 der
schalenförmigen Aufnahme 11 und die Öffnungsbereiche 23b der
Schieberplatte 22 durchragen, durch Verschwenkung des Hebels 21 in
Richtung des Pfeiles 25, die Schieberplatte in Richtung des Pfeiles 27 bewegt
werden kann, wodurch dann der Öffnungsbereich 23a in den Bereich der Nut 7
der Stifte 5 gelangt, und somit der Lauf am Hinterschaft fixiert ist, wie sich dies
aus Figur 3b ergibt.
Wie insbesondere der Figur 2 und der Figur 3a entnehmbar, ist ein Lösen des
Laufes 4 vom Schaft 3 nur bei geöffnetem Verschluss 40 möglich. In dieser
Position sind auch die beiden parallelen Führungsschienen 41 zurückgezogen.
Nach Verbindung des Laufes 4 mit dem Hinterschaft 3 kann der Verschluss 40
geschlossen werden, was bedeutet, dass die Führungsschienen 41 in den
entsprechenden Ausnehmungen am Lauf entlang gleiten. Diese
Führungsschienen 41 des Verschlusses 40 haben nicht die Aufgabe der
Fixierung des Laufes, sondern dienen lediglich der Führung des Laufes.
Um zu verhindern, dass sich der Hebel 21 aus der verriegelten Position gemäß
Figur 3a selbstständig löst, sind im Bereich des Hebels seitlich am Hebel
angreifende Druckstücke 30 vorgesehen, wobei ein solches Druckstück 30 aus
einer Hülse 31 besteht, die eine federbelastete Kugel 32 aufweist. Durch diese
federbelastete Kugel 32 wird der Hebel, der in seiner Schließposition und in
seiner offenen Position jeweils eine Ausnehmung für die federbelastete Kugel
32 aufweist, fixiert.