Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Verzahnung für eine
Welle nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie einen Türantrieb, dessen
Verzahnung nach diesem Verfahren hergestellt wird.
Aus der DE 33 45 004 A1 ist ein Türschließer mit einer von einer Federanordnung
im Schließsinn betätigbaren Welle bekannt, mit einem mit dieser wirkverbundenen
Dämpfungskolben sowie mit einem mit der Welle einerends gekuppelten,
schwenkbaren Kraftübertragungselement als Betätigungsarm, welches über ein
andernends angeordnetes Gleitstück in eine Führungsschiene fasst. Dabei weist
die Welle an den Wellenenden einen Mitnehmer auf mit einem daran ausgebildeten
Vierkant zur drehfesten Verbindung mit dem schwenkbaren Kraftübertragungselement.
Nachteilig bei einem derartigen, spanabhebend hergestellten Mitnehmer mit Vierkant
am Ende der Welle ist der erhöhte Fertigungs- und Kostenaufwand. Deshalb
wird aus Kostengründen der Mitnehmer nur als Vierkant angefertigt, wodurch ein
versetztes Anbringen des Kraftübertragungselements auf dem Mitnehmer nur in
90 ° - Schritten möglich ist.
Bekannt sind auch Wellen, welche an den Enden am Mitnehmer ausgebildete
spanabhebend gefertigte Verzahnungen aufweisen. Dadurch ist es möglich, das
Kraftübertragungselement in feineren Abstufungen an der Welle festzulegen.
Nachteilig hierbei ist der hohe Fertigungsaufwand, da die Zähne der Verzahnung
einzeln hergestellt werden. Um eine hohe Qualität sicherzustellen, ist eine große
Genauigkeit und ein erhöhter Prüfaufwand erforderlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein kostengünstiges Verfahren mit geringen
Fertigungszeiten zur Ausbildung eines Mitnehmers oder einer Verzahnung
hoher Güte zur kraftschlüssigen Verbindung mit einem Kraftübertragungselement
zu entwickeln, und einen Türantrieb mit einer Welle mit einem Mitnehmer oder
einer Verzahnung nach diesem Verfahren auszubilden.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 9
gelöst.
Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausgestaltungsmöglichkeiten der Erfindung.
Türantriebe werden zum automatischen Betätigen von Türen verwendet. Dies
können elektrisch betriebene und über Sensoren gesteuerte motorische Antriebe
zum öffnen und Schließen sein, oder mechanische Antriebe, bei welchen durch
manuelles Öffnen ein Energiespeicher aufgeladen wird, der bewirkt, dass die Tür
nach dem Begehen wieder in ihre Geschlossenlage geführt wird. Bei Drehtüren
werden dazu Türantriebe eingesetzt, welche über ein gelenkig verbundenes Gestänge
oder über einen in einer Gleitschiene durch einen Gleitstein geführten Hebel
die Krafteinleitung auf die Tür bewirken. Dabei kann der Türantrieb an der
Zarge oder auch auf dem Türblatt festgelegt sein. Der Hebel oder das Gestänge
als Kraftübertragungselement stützen sich dabei, entsprechend der Anordnung,
entweder am Türblatt oder an der Zarge ab. Weiterhin werden Bodentürschließer
verwendet, wobei der Türantrieb im Fußbodenbereich in einem sogenannten Zementkasten
angeordnet ist und über einen Hebel als Kraftübertragungselement
auf den Türflügel einwirkt. Zur Kraftübertragung weisen die Türantriebe eine Welle
auf, an welcher das Kraftübertragungselement über einen Mitnehmer kraftschlüssig
festgelegt ist. Es werden auch Achsverlängerungen zur Anpassung an die
Einbaugegebenheiten angewandt.
Der Mitnehmer wird spanabhebend hergestellt und es ist üblicherweise ein Vierkant
oder Sechskant daran ausgebildet, um die Kosten durch die aufwendige und
langwierige Anfertigung, beispielsweise durch Fräsen, nicht zu hoch werden zu
lassen, da die Flächen einzeln bearbeitet werden müssen. Fehler beim Umspannen
der Welle oder auch bei der Bearbeitung von nur einer der zu fertigenden
Flächen führt zu einem fehlerhaften Teil und erhöhten Ausschussraten.
Um eine feinere Abstufung zur Festlegung des Kraftübertragungselements im Bezug
zur Welle zu erzielen werden Verzahnungen verwendet. Dadurch können Toleranzen
im Türantrieb ausgeglichen werden, und es kann eine Vorspannung des
Kraftübertragungselements eingestellt werden, um die Tür mit einem Andruck gegen
die Zarge in der Geschlossenstellung zu halten. Die spanabhebende Herstellung
ist aufwendig und langwierig. Sie erfordert eine sehr präzise Bearbeitung, da
jeder Zahn der Verzahnung einzeln gefertigt werden muss. Dadurch bedingt entsteht
eine hohe Fehlermöglichkeit mit den entsprechenden hohen Ausschussraten.
Bei der Herstellung eines Mitnehmers oder einer Verzahnung durch ein Umformverfahren
ist besonders vorteilhaft, dass diese unter Verwendung nur eines
Werkzeugs umgeformt werden. Die im Werkzeug ausgebildete Form wird direkt
auf die Welle übertragen. Somit können Fehler vermieden werden, wie sie beim
spanabhebenden Herstellen einzelner Zähne einer Verzahnung, dem Mitnehmer
oder durch das erforderliche Umspannen der Welle entstehen können. Insbesondere
wird eine Reduzierung der Fertigungszeit erzielt, da der Mitnehmer und die
Verzahnung im Ganzen umgeformt werden kann und nicht in mehreren spanabhebenden
Fertigungsgängen hergestellt werden muss.
Durch die Anwendung eines Umformverfahrens ist die Herstellung von Mitnehmern
und Verzahnungen in hoher Güte möglich. Der Rohling kann durch Warmschlagen
vorgeformt sein. Durch anschließendes Kaltschlagen erhält die Welle
dann ihre endgültige Gestalt, wobei der Werkstoff über seine Streckgrenze hinaus
beansprucht wird, was eine Erhöhung der Festigkeit zur Folge hat und enge Fertigungstoleranzen
ergibt. Durch die Veränderungen im Materialgefüge, wie die
Materialverdichtung, und eine Verfeinerung des Korns, wird der Werkstoff verbessert
und eine erhöhte Verschleißfestigkeit erreicht. Durch Fließpressen kann eine
verfestigte, besonders saubere Oberfläche erzielt werden.
Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel in der Zeichnung anhand der Figuren
näher erläutert.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- in einer Seitenansicht einen Türschließer;
- Fig. 2
- einen derartigen Türschließer in geschnittener Darstellung mit einem
als Vierkant ausgebildeten Wellenende (Stand der Technik);
- Fig. 3
- eine Welle eines Türschließers mit einem Mitnehmer (Stand der
Technik);
- Fig. 4a
- einen Mitnehmer nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellt,
in der Seitenansicht;
- Fig. 4b
- einen Mitnehmer nach Fig. 4a in der Draufsicht,
- Fig. 5a
- einen weiteren Mitnehmer nach dem Verfahren nach Anspruch 1
hergestellt, in der Seitenansicht;
- Fig. 5b
- einen Mitnehmer nach Fig. 5a in der Draufsicht.
Fig. 1 zeigt einen Türschließer 1 mit einer Welle 2 und einem mit der Welle 2 verbundenen
Kraftübertragungselement 6. Derartige Türschließer können auf dem
Türblatt einer hier nicht weiter dargestellten Tür festgelegt sein, wobei das Kraftübertragungselement
6 als Gleitarm ausgeführt und über einen Gleitstein in einer
an der Zarge festgelegten Gleitschiene geführt sein kann. Üblich sind auch Türschließer
1, bei denen das Kraftübertragungselement 6 zweiteilig über ein Gelenk
verbunden ist und an der Zarge festgelegt ist. Möglich ist jeweils auch die umgekehrte
Montage, wobei der Türschließer 1 auf der Zarge festgelegt ist. Die Welle 4
kann so ausgeführt sein, dass die Montage des Kraftübertragungselements 6 an
beiden Wellenenden möglich ist, wodurch der Türschließer sowohl auf der linken
als auch auf der rechten Seite der Tür montiert werden kann.
In der Fig. 2 ist ein herkömmlicher Türschließer 1 dargestellt, mit einer Federanordnung
2 und einem Dämpferkolben 3, welcher mit der Welle 4 zusammenwirkt,
wobei die Welle 4 mit einer Verzahnung 8 versehen ist.
Wird der Türöffner 1 gemäß Fig. 1 und Fig. 2 betätigt, so wird die Welle 4 durch
das am Mitnehmer 5 drehfest verbundene Kraftübertragungselement 6 betätigt,
wodurch sich der Dämpferkolben 3 gegen die Federanordnung 2 bewegt und die
Federanordnung 2 gespannt wird.
Fig.3 zeigt eine Welle 4 mit einem Ritzel 7, welches einstückig mit der Welle 4
ausgebildet sein kann und mit dem Dämpfungskolben 3 zusammenwirkt. An den
Enden der Welle 4 sind Mitnehmer 5 mit Vierkant ausgebildet, welche in herkömmlicher
Weise spanabhebend, beispielsweise durch Fräsen oder Stoßen, hergestellt
sind. Der Mitnehmer 5 kann auch nur einseitig ausgebildet sein.
In den Figuren 4a und 4b ist ein nach dem Verfahren nach Anspruch 1
hergestellte Verzahnung 8 dargestellt, wobei die Verzahnung 8 stirnseitig am
Ende der Welle 4 am Mitnehmer 5 ausgebildet ist. Die Verzahnung 8 ist dabei
teilweise an der Stirnfläche und an der Mantelfläche der Welle 4 ausgebildet.
Ebenfalls denkbar ist auch eine Ausbildung einer Verzahnung 8, welche nur an
der Mantelfläche der Welle 4 ausgebildet wird.
Die Figuren 5a und 5b zeigen eine weitere Ausbildung einer Verzahnung 8', welche
nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellt ist. Die Verzahnung 8' ist
dabei an der Stirnseite der Welle 4 ausgebildet.
Es kann der Mitnehmer 5 oder die Verzahnung 8, 8' oder beides durch Umformung
hergestellt sein. Die Herstellung durch Umformung des Mitnehmers 5 oder
der am Mitnehmer 5 festgelegten Verzahnung 8, 8' kann durch Ziehen, Pressen
oder Prägen erfolgen oder auch aus einem Rohling durch Kalt- oder Warmschlagen.
Es kann auch eine Folge dieser Methoden angewendet werden. Beim Kaltoder
Warmschlagen kann der Rohling auch zuerst durch Warmschlagen vorgeformt
sein und dann durch Kaltschlagen seine entgültige Gestalt erhalten. Damit
kann der Werkstoff über seine Streckgrenze hinaus beansprucht werden, was
eine Erhöhung der Festigkeit zur Folge hat und somit enge Fertigungstolleranzen
erlaubt. Bei diesen Schmiede- und Pressverfahren wird im Materialgefüge das
Korn verfeinert und das Material verdichtet und somit der Werkstoff verbessert, so
dass eine hohe Verschleißfestigkeit entsteht. Durch Fließpressen kann eine verfestigte,
besonders saubere Oberfläche erzielt werden. Möglich sind auch weitere
Umformmethoden wie Explosiv- oder Magnetumformverfahren, da durch die Umformgeschwindigkeit
die Materialeigenschaft weiter verbessert werden kann.
Mit einer durch ein Umformungsverfahren hergestellten Verzahnung 8, 8' können
neben geraden Verzahnungen 8, 8' auch weitere Verzahnungsarten, beispielsweise
mit variierten Flankenwinkeln oder Schrägverzahnungen realisiert werden.
Für große Türen mit hohen erforderlichen Schließkräften ist darüber hinaus eine
Ausbildung der Verzahnung 8, 8' mit anderen Flankenwinkeln ebenso möglich wie
auch mit veränderter Anzahl der Zähne, um eine mehr oder weniger feine Abstufung
für die Positionierung des Kraftübertragungselements 6 zu erzielen. Zur Übertragung
großer Kräfte kann durch das Verfahren neben der mechanischen
Festigkeit eine hohe Abnutzungsbeständigkeit erreicht werden.
Liste der Referenzzeichen
- 1
- Türschließer
- 2
- Federanordnung
- 3
- Dämpfungskolben
- 4
- Welle
- 5
- Mitnehmer
- 6
- Kraftübertragungselement
- 7
- Ritzel
- 8, 8'
- Verzahnung