Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bandpassfilter
für ein Hochfrequenzsignal, insbesondere in
Mikrostreifentechnik, und ein Verfahren zum Abstimmen
des Durchgangsbandes eines solchen Filters.
Derartige Filter sind aus einer Vielzahl von
Schriften bekannt, unter denen hier nur US-5 825
263 und US-5 786 303 als Beispiele genannt seien.
Herkömmliche Filter dieser Art, wie bereits in US-5
825 263 als Stand der Technik beschrieben, sind
aufgebaut aus einer Mehrzahl von auf einem Substrat
strukturierten Leitersegmenten mit einer Länge λ/4
oder λ/2, die gestaffelt nebeneinander angeordnet
sind, wobei benachbarte Segmente miteinander auf
einer Länge λ/4 überlappen, wobei λ diejenige Wellenlänge
ist, die der Mittenfrequenz des Durchgangsbandes
des Filters entspricht.
Fig. 1 zeigt ein solches Filter mit Eingangssegment
1 und Ausgangssegment 3 der Länge λ/4, die jeweils
mit Signalleitungen verbunden sind, und dazwischen
liegenden Resonatorsegmenten 2 der Länge λ/2.
Das Funktionsprinzip dieses Filters beruht darauf,
dass die Resonatorsegmente 2 der Reihe nach durch
ein am Eingangssegment 1 auftretendes Hochfrequenzsignal
zu Schwingungen in ihrer Grundmode angeregt
werden, deren Wellenlänge λ das Zweifache der Länge
der Resonatorsegmente 2 beträgt. Diese Schwingungen
wiederum induzieren im Ausgangssegment 3 das gefilterte
Signal.
Die in den Segmenten fließenden elektrischen Ströme
induzieren elektromagnetische Felder rings um die
Segmente. Während die Felder in der Substratebene
benötigt werden, um jeweils benachbarte Segmente
anzuregen, geht die in Feldern außerhalb der Substratebene
enthaltene Energie verloren. Dies führt
zu starken Verlusten des Filters, sofern nicht eine
Abschirmung vorgesehen wird, die die außerhalb der
Substratebene abgestrahlten Felder auf die Segmente
zurück reflektiert.
Die Abschirmung stellt jedoch keine vollauf befriedigende
Lösung des Verlustproblems dar. Der Abstand
zwischen Segmenten und Abschirmung kann nicht
gleich Null gemacht werden. Es besteht somit notwendigerweise
eine Phasenverschiebung zwischen den
in den Segmenten fließenden Strömen und den von der
Abschirmung auf die Segmente zurückreflektierten
Feldern. Dies führt zu einer Verschiebung der
Durchgangsfrequenz des Filters, die von dem Abstand
der Segmente zur Abschirmung und von der Dielektrizitätskonstanten
des dazwischenliegenden Materials
abhängt. Dies macht es schwierig, Hochfrequenzfilter
vom in Fig. 1 gezeigten Typ gezielt mit einer
gewünschten, genau vorgegebenen Durchgangsfrequenz
herzustellen. Wenn ein Filter mit einer genau spezifizierten
Durchgangsfrequenz benötigt wird, so
ist es praktisch nur möglich, aus einer großen
Stückzahl von fertigen Filtern, die durch Fertigungsstreuung
bedingt unterschiedliche Mittenfrequenzen
aufweisen, diejenigen auszuwählen, die exakt
den gewünschten Wert haben.
Um das Problem der übermäßigen Abstrahlung außerhalb
der Substratebene zu lösen, wird in US-A-5 825
263 eine Filteranordnung vorgeschlagen, die im
Prinzip aus zwei Paaren von Filtern besteht, von
denen jeder einzelne ähnlich wie in Fig. 1 gezeigt
aus gestaffelten Resonatorsegmenten aufgebaut ist,
wobei ein Filter das Spiegelbild des anderen darstellt.
Die zwei Eingänge dieses Filterpaars werden
mit einem Gegentakt-Eingangssignal versorgt, so
dass in zwei einander entsprechenden Segmenten der
Filter zu jedem Zeitpunkt Ströme in entgegengesetzten
Richtungen fließen. Die von diesen Strömen ausgestrahlten
Felder heben einander auf der Symmetrieebene
zwischen den beiden Filtern auf und reduzieren
so die Abstrahlung senkrecht zur Substratebene.
Um eine solche Filteranordnung mit einem unsymmetrischen
Signal zu betreiben, ist es notwendig, den
einzelnen Filtern jeweils einen Balun vor- und
nachzuschalten, der das unsymmetrische Signal in
ein symmetrisches Gegentaktsignal bzw. das gefilterte
Gegentaktsignal zurück in ein unsymmetrisches
Signal umwandelt. Diese bekannte Filteranordnung
ist daher aufwendig in der Herstellung und erfordert
eine große Substratfläche.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Filter
für Hochfrequenzsignale anzugeben, das eine geringe
Abstrahlung aufweist und gleichzeitig eine einfache,
platzsparende Struktur hat.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Bandpassfilter
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 oder 2.
Indem der Resonator eine zweizählige (Rotations-
oder Spiegel-)symmetrie aufweist und durch das zu
filternde Signal zu einer Schwingung mit gleicher
Symmetrie anregbar ist, wird erreicht, dass ein in
dem Resonator angeregter Strom sich von einem Fixpunkt
der Symmetrieoperation aus in dem Resonator
symmetrisch ausbreitet. Somit existieren zu jeder
Zeit innerhalb des Resonators entgegengesetzt gleiche
Ströme beiderseits und in gleichen Abständen
vom Symmetriezentrum - der Symmetrieebene, wenn die
zweizählige Symmetrieoperation eine Spiegelung ist,
oder der Symmetrieachse, wenn die Symmetrieoperation
eine 180°-Drehung ist -, deren Strahlungsfelder
einander auf der Symmetrieebene oder -achse aufheben.
Diese Wirkung wird erreicht, ohne dass es vorher
erforderlich ist, ein unsymmetrisches Signal
mit einem Balun in ein Gegentaktsignal umzuwandeln.
Gemäß einer ersten bevorzugten Ausgestaltung umfasst
das Bandpassfilter wenigstens zwei Resonatoren,
von denen einer galvanisch an den Zuleitungsabschnitt
gekoppelt ist und der andere galvanisch
an den Ableitungsabschnitt gekoppelt ist. Zwischen
den besagten zwei Resonatoren können weitere Resonatoren
angeordnet sein. Vorzugsweise sind alle
diese Resonatoren bezüglich der gleichen Spiegelebene
symmetrisch.
Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausgestaltung weisen
der Zuleitungsabschnitt und der Ableitungsabschnitt
jeweils eine Senderelektrode zum Anregen
eines Resonators und einen mit der Senderelektrode
verbundenen Eingangsleiter bzw. eine Empfängerelektrode,
die durch die Schwingung des Resonators
anregbar ist, und einen mit der Empfängerelektrode
verbundenen Ausgangsleiter auf.
Elektroden und Resonatoren sind vorzugsweise galvanisch
getrennt, so dass die Kopplung zwischen beiden
nur kapazitiv oder magnetisch möglich ist.
Die besagten zwei Ausgestaltungen sind dahingehend
kombinierbar, dass die Elektroden gleichzeitig auch
Resonatoren sein können.
Eingangs- und/oder Ausgangsleiter erstrecken sich
vorzugsweise jeweils rechtwinklig zur Eingangs-
bzw. Ausgangselektrode. Durch diese Anordnung der
Eingangs- und Ausgangsleiter ist eine Beeinflussung
der Stromverteilung in der jeweils zugeordneten Elektrode
durch von dem Leiter erzeugte Felder ausgeschlossen.
Vorzugsweise haben alle Resonatoren die gleiche
Ausdehnung quer zur Symmetrieebene. Diese Ausdehnung
entspricht der ganzen Wellenlänge λ der Resonanzfrequenz
der Resonatoren.
Dieses Merkmal und insbesondere eine vollständige
Kongruenz der Resonatoren erleichtert die Abstimmung
des erfindungsgemäßen Bandpassfilters auf eine
gewünschte Resonanzfrequenz, wie später noch deutlich
werden wird.
Vorzugsweise sind die Resonatoren quer zur Symmetrieebene
langgestreckt. Eine solche Form ermöglicht
eine sehr verlustarme Kopplung. Aus Platzgründen
kann man auch eine gewinkelte oder gekrümmte Form
der Elektroden und des Resonators in Betracht ziehen,
dann muss im Falle von Spiegelsymmetrie jedoch
in Kauf genommen werden, dass die abgestrahlten
Felder einander in der Symmetrieebene nicht mehr
vollständig aufheben.
Bei einer einfach herzustellenden und verlustarmen
Ausgestaltung des Bandpassfilters weist jeder Resonator
jeweils eine quer zur Symmetrieebene gleichbleibende
Querschnittsfläche auf.
Alternativ kann jeder Resonator jeweils in einem
Abschnitt zwischen der Symmetrieebene und jedem
seiner Längsenden eine Verengung aufweisen. Dies
hat den Vorteil, dass die Ausdehnung des Resonators
quer zur Symmetrieebene sich bei gleichbleibender
Resonanzfrequenz im Vergleich zur zuvor betrachteten
Alternative verkürzt, so dass der Flächenbedarf
des Bandpassfilters reduziert werden kann.
Aufgrund der geringen Abstrahlung ist das erfindungsgemäße
Bandpassfilter auch ohne eine den Resonator
umschließende Abschirmung arbeitsfähig bzw.
in seinem Durchlassverhalten wenig von einer solchen
Abschirmung und der Dielektrizitätskonstante
des zwischen dem Filter und der Abschirmung liegenden
Materials abhängig. Dadurch wird es möglich,
ein solches Filter nach dem Strukturieren jedes Resonators
noch nachträglich auf ein vorher festgelegtes,
gewünschtes Durchgangsfrequenzband abzustimmen,
indem bei Bedarf Material von dem Resonator
unter Aufrechterhaltung seiner Symmetrie abgetragen
wird. Eine solche Abtragung kann zweckmäßigerweise
durch Laserablation vorgenommen werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen
mit Bezug auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
- Fig. 1,
- bereits diskutiert, eine schematische
Darstellung eines herkömmlichen Bandpassfilters;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Bandpassfilters
gemäß einer ersten Ausgestaltung
der Erfindung;
- Fig. 3
- schematisch die im Resonator des Filters
von Fig. 2 induzierte Stromverteilung;
- Figs. 4A, 4B, 5 und 6
- jeweils Draufsichten auf ein
Filter gemäß einer zweiten bis fünften
Ausgestaltung der Erfindung;
- Fig. 7
- eine Abwandlung der fünften Ausgestaltung
in einer perspektivischen Ansicht;
- Fig. 8A, 8B, 8C
- jeweils eine Draufsicht auf eine
sechste bis achte Ausgestaltung;
- Fig. 9
- ein Diagramm, das für unterschiedliche
Signalfrequenzen die Strahlungseffizienzen
eines herkömmlichen Filters gemäß
Fig. 1 und des erfindungsgemäßen Filters
gemäß Fig. 2 zeigt;
- Figs. 10A und 10B
- die Reflexionscharakteristik des
Filters aus Fig. 2;
- Figs. 11A, 11B
- die Transmissionscharakteristik des
Filters aus Fig. 2; und
- Figs. 12, 13
- je eine Ansicht eines Filters beim Abstimmen
nach einer ersten und einer zweiten
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemäßes Filter in einer
perspektivischen Ansicht. Auf einem Keramiksubstrat
10 aus Aluminiumoxyd (Al2O3) mit einer Dicke von
254 µm sind Leiterflächen aus Gold in Microstrip-Technik
aufgebracht. Die Dicke der Goldschicht beträgt
3 µm. An der Unterseite des Keramiksubstrats
10 ist eine durchgehende Metallisierung 11 abgeschieden.
Die strukturierte Leiterschicht an der Oberseite
des Substrats 10 umfasst einen Eingangsleiter 12
für das zu filternde Hochfrequenzsignal, der unter
einem rechten Winkel auf eine geradlinig langgestreckte
Senderelektrode 13 trifft. Der Verbindungspunkt
14 des Eingangsleiters 12 mit der Senderelektrode
13 liegt exakt in der Mitte der letzteren,
auf einer in der Fig. durch gestrichelte Linien
S angedeuteten Spiegelsymmetrieebene der Senderelektrode
13.
Das in die Senderelektrode 13 eingespeiste Hochfrequenzsignal
breitet sich vom Verbindungspunkt 14 in
Längsrichtung der Senderelektrode 13 symmetrisch in
beide Richtungen aus. Die durch die so beiderseits
der Symmetrieebene fließenden, entgegengesetzt
gleichen Ströme induzierten elektromagnetischen
Felder heben sich auf der Symmetrieebene auf und
sind in der Umgebung der Symmetrieebene gering, wodurch
eine erheblich reduzierte Abstrahlung in
Richtung senkrecht zur Senderelektrode im Vergleich
zum Filter der Fig. 1 resultiert.
Angeregt durch das eingespeiste Hochfrequenzsignal
ist die Senderelektrode 13 mit einer Frequenz
schwingfähig, deren Wellenlänge der Längsausdehnung
der Elektrode 13 entspricht. Die Elektrode 13 hat
zwar auch eine Resonanz bei der Hälfte dieser Frequenz;
deren Ströme wechseln jedoch bei der Spiegelung
an der Symmetrieebene ihr Vorzeichen. Sie hat
eine geringere Symmetrie und die von ihr induzierten
Felder kompensieren einander auf der Symmetrieebene
S nicht. Sie ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung unerwünscht und wird infolge der symmetrischen
Signalzuführung zur Senderelektrode 13
nicht angeregt.
Ein wie die Senderelektrode 13 als Resonator fungierendes
Leiterelement, als unverbundener Resonator
15 bezeichnet, ebenfalls von langgestreckt geradliniger
Form, ist parallel zur Senderelektrode
13 auf dem Keramiksubstrat 10 angeordnet. Der Resonator
15 ist von der Senderelektrode 13 galvanisch
getrennt, mit ihr kongruent und spiegelsymmetrisch
bezüglich der gleichen Symmetrieebene S. Er ist
durch die von der Senderelektrode 13 in der Ebene
des Substrats 10 abgestrahlten Felder kapazitiv und
magnetisch zu der gleichen elektrischen Schwingung
wie die Senderelektrode 13 anregbar. Der unverbundene
Resonator 15 ist zwar wie die Senderelektrode
13 mit einer Wellenlänge gleich dem Doppelten seiner
Länge schwingfähig, doch wird eine solche
Schwingung aufgrund der symmetrischen Stromverteilung
in der Senderelektrode 13 nicht angeregt.
Auf der von der Senderelektrode 13 abgewandten Seite
des unverbundenen Resonators 15 ist eine Empfängerelektrode
16 angeordnet, die an einem mittigen
Verbindungspunkt 17 mit einem Ausgangsleiter 18
verbunden ist. Die Gestalt der Empfängerelektrode
16 und des Ausgangsleiters 18 ist spiegelbildlich
zu der von Senderelektrode 13 und Eingangsleiter
12. Von den im unverbundenen Resonator 15 fließenden
Strömen in der Empfängerelektrode 16 kapazitiv
und magnetisch erregte Ströme bilden das Ausgangssignal
des Filters.
Fig. 3 zeigt schematisch die im Resonator 15 induzierte
Stromverteilung. An den äußeren Enden des
Resonators und auf der Symmetrieebene S verschwindet
die Stromstärke; Zonen 19 maximaler Stromstärke
befinden sich jeweils an den den Elektroden 13 bzw.
16 zugewandten Längsseiten des Resonators mittig
zwischen dessen äußeren Enden und der Symmetrieebene
S. Die Ströme sind zu jedem Zeitpunkt auf verschiedenen
Seiten der Symmetrieebene S in entgegengesetzte
Richtungen orientiert, wie durch Pfeile P
angedeutet.
Fig. 4A zeigt in einer Draufsicht unter Weglassung
des Substrats eine zweite Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Filters, bei der zwei Resonatoren 15
nacheinander zwischen Sender- und Empfängerelektrode
13 bzw. 16 angeordnet sind. Dieses Filter ist
schmalbandiger als das der Fig. 2; ansonsten ist
das Funktionsprinzip das gleiche. Die Zahl der Resonatoren
15 kann auch größer als zwei gewählt werden.
Die Zahl der unverbundenen Resonatoren kann auch
Null sein, in diesem in Fig. 4B gezeigten Fall beruht
die Wirkung des Filters allein auf den Resonanzen
von Sender- und Empfängerelektrode 13, 16.
Das in Fig. 5 gezeigte Filter unterscheidet sich
von dem der Fig. 2 dadurch, dass der Eingangsleiter
12 nicht rechtwinklig auf die Senderelektrode 13
trifft. Eine derartige oder andere asymmetrische
Anordnung des Eingangs- oder Ausgangsleiters kann
aus Platzgründen notwendig werden. In diesem Fall
ist beim Filter der Fig. 2 nicht ausgeschlossen,
dass durch eine geringfügige Brechung der Symmetrie
der Stromverteilung in der Senderelektrode 13 der
Resonator 15 zu Schwingungen mit einer Wellenlänge
gleich der zweifachen Resonatorlänge angeregt wird
und somit eine gewisse Durchlässigkeit des Filters
in einem Frequenzbereich bei der Hälfte der gewünschten
Durchgangsfrequenz resultiert. Um eine
solche Schwingung des Resonators 15 zu unterbinden,
ist dieser bei der Ausgestaltung der Fig. 5 auf der
Symmetrieebene S unterbrochen. Das Transmissionsverhalten
des Filters im gewünschten Durchgangsband
ist hiervon nicht betroffen, da, wie Fig. 3 zeigt,
bei symmetrischer Anregung des Resonators kein
Stromfluss über die Symmetrieebene auftritt.
Während bei den bisher gezeigten Ausführungsbeispielen
die Querschnittsflächen der Elektroden 13,
16 und des Resonators 15 in deren Längsrichtung
konstant sind, ist in Fig. 6 eine Ausgestaltung gezeigt,
bei der die Breite der Elektroden 13, 16 und
des Resonators 15 in deren Längsrichtung variiert.
Genauer gesagt weisen die Elektroden 13, 16 und der
Resonator 15 jeweils auf der Symmetrieebene und an
ihren Enden verbreiterte Abschnitte 20 und dazwischen
verjüngte Abschnitte 21 auf. Durch die Verjüngung
der Elektroden und des Resonators jeweils
im Bereich hoher Stromstärken kann bei gleichbleibender
Durchgangsfrequenz die Wellenlänge der im
Resonator angeregten Schwingung verringert und damit
der Platzbedarf des Filters reduziert werden.
Das gleiche Ergebnis läßt sich mit der in Fig. 7
gezeigten Abwandlung erzielen, wo Abschnitte 21
verminderten Querschnitts jeweils durch Reduzieren
der Schichtdicke der Leitersegmente der Elektroden
13, 16 und des Resonators 15 erzeugt sind. Diese
Abschnitte 21 können z.B. erzeugt werden, indem
ausgehend von Leitersegmenten konstanter Dicke die
Abschnitte 21 durch kurzzeitiges Ätzen oder Laserablation
teilweise abgetragen werden.
Wie Fig. 8A zeigt, ist die Erfindung nicht auf geradlinige
Elektroden und Resonatoren beschränkt. Es
ist auch z.B. eine Sinus- oder, wie hier gezeigt,
Zickzackform der Elektroden und des Resonators möglich.
Entscheidend für die durch die Erfindung angestrebte
Strahlungsreduzierung ist, dass die Elektroden
und Resonatoren jeweils eine 180°-Rotationssymmetrie
oder - im vorliegenden Fall-Inversionssymmetrie
aufweisen.
Fig. 8B zeigt eine weitere Abwandlung von Fig. 2,
bei der die Elektroden 13, 16 kompakte Leiterflächen
mit geringer Ausdehnung quer zur Signalausbreitungsrichtung,
d.h. der Symmetrieebene S,sind.
Bei dieser Ausgestaltung beruht die Filterwirkung
allein auf der Resonanz des unverbundenen Resonators
15, eine Resonanz der Elektroden 13,16 wird
nicht angereg
Wie Fig. 8C zeigt, können die Elektroden 13, 16
auch völlig fortfallen, und Eingangsleiter 12 und
Ausgangsleiter 18 stehen am Resonator 15', der Eigenschaften
der Komponenten 13, 15, 16 des Filters
aus Fig.2 in sich vereint, in galvanischer Verbindung.
Allerdings weist dieses Filter neben dem
Durchlassband bei der Resonanzfrequenz des Resonators
15' noch einen Durchlassbereich bei niedrigen
Frequenzen auf.
Das Ausmaß der Strahlungsreduzierung, das mit Filtern
der in Fig. 2 gezeigten Bauart im Vergleich zu
herkömmlichen Filtern gemäß Fig. 1 erreichbar ist,
ist in Fig. 9 quantitativ dargestellt. An der Ordinate
des Diagramms von Fig. 9 sind Filter-Durchgangsfrequenzen
aufgetragen, und an der Abszisse
die zugehörigen Strahlungseffizienzen in Prozent.
Die Strahlungseffizienz ist das Verhältnis zwischen
der von der Senderelektrode abgestrahlten Leistung
und der tatsächlich in den Resonator eingespeisten
Leistung. Je höher sie ist, um so größer ist der
Anteil des Signals, der vom Filter nutzlos abgestrahlt
wird, sie sollte daher so niedrig wie möglich
sein. Diese Strahlungseffizienz liegt beim erfindungsgemäßen
Filter bei ca. 15% und ist damit
weniger als halb so hoch wie beim herkömmlichen
Filter, dessen Strahlungseffizienz zwischen 35 und
40 % liegt.
Die Figs. 10A, 10B zeigen die Reflektivität eines
Filters gemäß Fig. 2 mit Durchgangsband bei ca.
26,5 bis 27,5 GHz für unterschiedliche Frequenzskalen;
die Transmissionscharakteristik des gleichen
Filters ist in Figs. 11A, 11B gezeigt.
Da die Abstrahlung des erfindungsgemäßen Filters
gering ist, ist eine Abschirmung für die Funktionsfähigkeit
des Filters nicht mehr erforderlich, und
das Filter ist relativ unempfindlich gegen die dielektrischen
Eigenschaften seiner Umgebung. Dies
verbessert die Zuverlässigkeit des Filters und reduziert
dessen Kosten.
Ein weiterer Vorteil, der hieraus resultiert, ist
die leichte Abstimmbarkeit der Mittenfrequenz des
Filters. Bei in Serie gefertigten Filtern streut
diese Mittenfrequenz in einem erheblichen Umfang.
Wenn die Filter für eine Anwendung verwendet werden,
bei der die Durchgangsfrequenz mit engen Toleranzen
vorgegeben ist, so kann dies dazu führen,
dass nicht alle Filter einer Serie ohne weiteres
verwendet werden können. Da das erfindungsgemäße
Filter nicht abgeschirmt werden muss, ist es ohne
weiteres möglich, bei Filtern, deren Mittenfrequenz
einer Spezifikation nicht entspricht, eine Nachbearbeitung
vorzunehmen.
Wenn die an einem Filter gemessene Durchgangsfrequenz
unterhalb einer Spezifikation liegt, so besteht
diese nach Bearbeitung aus einem Abtragen von
Material an den Spitzen der Elektroden 13, 16 und
Resonatoren 15. Fig. 12 zeigt eine solche Nachbearbeitung
durch Ablation mittels eines Laserstrahls
23, der entlang zweier symmetrisch zur Symmetrieebene
S des Filters verlaufender Spuren T1, T2 geführt
wird und so alle Elektroden und Resonatoren
auf die gleiche Länge beschneidet.
Falls die an einem fertigen Filter gemessene Mittenfrequenz
oberhalb der Spezifikation liegt, so
kann dies, wie in Fig. 13 gezeigt, durch Materialabtrag
in Bereichen der Elektroden und Resonatoren
zwischen deren Enden und der Symmetrieebene S erfolgen,
so dass das in Fig. 7 gezeigte Filter resultiert.
Da die Mittenfrequenz des erfindungsgemäßen Filters
nur wenig von den elektrischen Eigenschaften seiner
unmittelbaren Umgebung abhängt, ist es auch möglich,
eine Nachbearbeitung wie in Fig. 12 und 13
gezeigt an Filtern vorzunehmen, die nachträglich
noch eine Abschirmung erhalten.