Elektrochrome Kontrastplatte
Die vorliegende Erfindung betrifft eine elektrochrome (EC-) Kontrastplatte für Bildschirme, deren Transmission im optisch sichtbaren Bereich durch Anlegen einer Spannung gesteuert werden kann. Die Erfindung betrifft weiterhin eine EC- Kontrastplatte mit integriertem Touch-Screen. Die Erfindung betrifft außerdem elektrochrome Seitenkettenoligo- oder -polymere, die als elektrochrome Medien verwendet werden können.
Bei Bildschirmen, die insbesondere bei Tageslicht betrieben werden, geht häufig der Bildkontrast verloren durch Reflektion von Umgebungslicht auf dem Bildschirm. Das Bild ist im Extremfall kaum noch zu erkennen. Dies gilt insbesondere für solche Bildschirme, die auf einer Kathodenstrahlröhre (CRT) oder auf einer Flüssigkristall- anzeige (LCD) basieren.
In US 5,847,858 (WO 97/22906) wird vorgeschlagen einen zusätzlichen, farbneutralen Filter vor dem Bildschirm anzuordnen. Dieser farbneutrale Filter ist eine elektrochrome Vorrichtung, die auf der Basis von zwei verschiedenen Typen von Metalloxiden funktioniert. Auf die erste Elektrode wird eine Mischung von einem oder mehreren Metalloxiden aus der 1. Gruppe, bestehend aus WO,, MoO3, Nb2O5, MnO2 und ZrO2 und der 2. Gruppe, bestehend aus V2O5, TiO2 und ZnO gegeben. Die Gegenelektrode trägt nicht zur Änderung der Transmission der EC- Vorrichtung bei. Wird dieser farbneutrale Filter vor einem Bildschirm, wie zum Beispiel einer Kathodenstrahlröhre (CRT) angeordnet, so reduziert sie die Intensität des reflektierten Umgebungslichts und sie reduziert auch die Intensität der internen Lichtquelle, wie z.B. der Phosphore der CRT. Das einfallende Umgebungslicht tritt durch den farbneutralen Filter und wird an der Bildschirmoberfläche reflektiert. Das reflektierte Licht durchläuft vor dem Austritt nochmals den absorbierenden tärb- neutralen Filter. Dies ergibt bei einer Transmission des farbneutralen Filters von T eine Abschwächung um den Faktor T . Licht, das aus einer internen Lichtquelle
stammt, wie das Licht der Phosphore, muß den farbneutralen Filter nur einmal passieren und wird damit nur um einen Fakor T geschwächt. Dadurch wird der Kontrast um einen Faktor T1 verstärkt. Die Herstellung dieses farbneutralen Filters geschieht über den sehr aufwendigen, teuren Sputteφrozeß. Weiterhin sind solche elektrochromen Farbfilter nicht besonders beständig und erlauben keine hohe Zahl von Schaltzyklen. Farbfilter auf Basis Wolframoxid/Palladiumhydrid zeigen Lichtstreuung und somit eine Verfälschung des Bilds und eine Abnahme des Kontrasts.
Bildschirme werden immer häufiger in aggressiven Umgebungen eingesetzt wie z.B. in Produktionsbetrieben zu Prozeßsteuerung. Als Eingabegeräte für Computer und elektronische Meß- und Regelungsgeräte, insbesondere in Produktionsbetrieben und ähnlichen Umgebungen, in denen herkömmliche Computer-Eingabegeräte wie eine Maus oder eine Tastatur wegen der starken Staub- und Schmutzbelastung sehr schnell verschleißen, dienen überwiegend Touch-Screens. Das auf den Touch- Screens dargestellte Bild besteht meistens aus einigen Erläuterungstexten und einer
Reihe von Feldern, deren Berührung einer bestimmten Daten- oder Befehlseingabe entspricht.
Bekannte Touch-Screens sind z.B. aufgebaut aus Flüssigkristallanzeigen oder Kathodenstrahlröhren, und einer zusätzlichen berührungssensitiven Vorrichtung.
Der Nachteil der bekannten Touch-Screens ist einerseits, daß sie schnell verschmutzen (Systeme mit Lichtschranken) oder schnell altern (System mit berührungssensitiven Folien).
Die erfindungsgemäße Aufgabe besteht darin, eine Vorrichtung zur Verbesserung des Kontrasts von Bildschirmen unter Wahrung der Farbneutralität bereitzustellen, die weniger aufwendig in der Herstellung ist als der aus dem Stand der Technik bekannte farbneutrale Filter. Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll einen hohen elektrochromen Hub aufweisen, alterungsbeständig sein und eine sehr große Zahl von Schaltzvklen erlauben. Weiterhin ist es eine Aufgabe der Erfindun-, mit der Vor-
richtung zur Verbesserung des Kontrastes gleichzeitig eine robuste, leicht zu reinigende Touch-Screen bereitzustellen.
Die Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe besteht in einer EC-Kontrastplatte. Die EC-Kontrastplatte besteht aus einer an sich bekannten elektrochromen Vorrichtung, enthaltend ein Paar Glas- oder Kunststoffscheiben, die jeweils auf einer Seite mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung z.B. Indium-Zinn-Oxid (ITO) versehen sind. Beide Scheiben sind transparent. Aus diesen Scheiben wird eine Zelle aufgebaut, indem sie mit ihren einander zugewandten elektrisch leitfähig beschichteten Seiten mit einem ringförmigen oder rechteckigen Dichtungsring verbunden, vorzugsweise verklebt werden. Der Dichtungsring stellt einen gleichmäßigen Abstand zwischen den Scheiben her, von beispielsweise 0,01 bis 0,5 mm. Diese Zelle ist mit einem elektrochromen Medium befüllt. Über die elektrisch leitfähigen Schichten lassen sich die beiden Scheiben getrennt kontaktieren.
Diese EC-Kontrastplatte wird erfindungsgemäß entweder als diskrete Einheit vor dem Bildschirm angeordnet oder durch eine gemeinsame Scheibe mit der äußeren Oberfläche des Bildschirms als ein Substrat verbunden.
Die erfindungsgemäße EC-Kontrastplatte enthält ein EC-Medium, das eine Lösung oder ein Gel oder ein Polymer ist. Ein solches Medium läßt sich leicht in eine elektrochrome Zelle einfüllen.
Das EC-Medium enthält eine Mischung aus elektrochromen Verbindungen, die beim Anlegen einer Spannung eine möglichst gleichmäßige, neutrale Graufärbung hervorruft oder eine beliebige andere Färbung wie zum Beispiel eine Rotfärbung des Bildes bewirkt. Die Transmission der elektrochromen Schicht im sichtbaren Bereich kann durch die Variation der Stärke einer angelegten Spannung variiert werden.
Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung ist durch die Farbkoordinaten (x.y) der
Farbstoffe im EC-Medium bestimmt, die nach C.l.E. Norm (zur C.l.E. Norm siehe
z.B. Colour Physics in Industry, Roderick McDonald, ed., Society of Dyers and Colourists, 1987) im Farbdreieck zwischen 0,3 und 0,37 oder bevorzugt zwischen 0,31 und 0,35 liegen.
Bei einer weiteren ebenfalls bevorzugten Ausführung der Erfindung liegen die Farbkoordinaten des EC-Mediums im geschalteten Zustand in einem grundsätzlich beliebigen Bereich des Farbraums, wobei dieser Bereich durch die besonderen Anforderungen der Anwendung, zum Beispiel der Ausschluß von bestimmten Wellenlängenbereichen beim Einsatz in photographischen Entwicklungslabors, vorgegeben wird.
Liegt keine Spannung zwischen den beiden elektrisch leitfähigen Schichten an, so ist die EC-Kontrastplatte transparent und weist bevorzugt eine Transmission auf, die größer als 70 % ist. Die minimale Transmission bei Einfärbung ist kleiner als 25 % ist. Die Transmission bleibt über die ganze Fläche, auch bei gekrümmten Oberflächen, konstant und schwankt zeitlich und räumlich weniger als 5 %.
Die Schaltzeiten, in denen nach Anlegen einer Spannung bzw. Abschalten der Spannung Färbung bzw. Entfärbung auftritt, sind kleiner als 5 Minuten, bevorzugt unter einer Minute.
Als elektrochromes Medium sind aus DE 196 05 451 und DE 196 05 448 elektrochrome Systeme bekannt, die üblicherweise Paare von Redoxsubstanzen enthalten, die in einem inerten Lösungsmittel gelöst sind. Zusätzlich können Leitsalze. Licht- Stabilisatoren (UV-Stabilisatoren) und Substanzen, die die Viskosität beeinflussen, enthalten sein. Als Paar von Redoxsubstanzen wird je eine reduzierbare und eine oxidierbare Substanz verwendet. Beide Substanzen sind im Grundzustand farblos oder nur schwach gefärbt. Unter Einfluß einer elektrischen Spannung wird die eine Substanz reduziert, die andere oxidicrt. wobei mindestens eine farbig wird. Nach Abschalten der Spannung bildet sich bei beiden Substanzen der Grundzustand wieder zurück, wobei Entfärbunt- bzw. Farbaut clluim auftritt.
(farblos) (farbig)
(Niederenergiepaar) (Hochenergiepaar)
Aus US-A 4 902 108 ist bekannt, daß solche Paare von Redoxsubstanzen geeignet sind, bei denen die reduzierbare Substanz wenigstens zwei chemisch reversible
Reduktionswellen im Cyclischen Voltammogramm und die oxidierbare Substanz entsprechend wenigstens zwei chemisch reversible Oxidationswellen besitzt.
Die elektrochromen Systeme aus DE 196 05 448 und DE 196 05 451 enthalten mindestens eine oxidierbare Substanz RED,, die durch Elektronenabgabe an einer
Anode und mindestens eine reduzierbare Substanz OX2, die durch Elektronenaufnahme an der Kathode, jeweils unter Zunahme der Extinktion im sichtbaren Bereich des Spektrums von einer schwach gefärbten oder farblosen Form in eine gefärbte Form OX, bzw. RED2 übergeht, wobei nach Ladungsausgleich jeweils die schwach gefärbte bzw. farblose Form zurückgebildet wird und bei mindestens einer der enthaltenen Substanzen RED, oder OX2 die wechselseitige Umwandlung von oxidierter und reduzierter Form durch Bruch bzw. Bildung einer σ-Bindung erfolgt (DE 196 05 448) oder mindestens eine der enthaltenen Substanzen RED, und OX2 über eine Brücke kovalent miteinander verknüpft sind.
Die erfindungsgemäße Zelle enthält bevorzugt elektrochrome Medien, in denen
a) die reduzierbare Substanz mindestens eine, vorzugsweise wenigstens zwei chemisch reversible Reduktionswellen im cyclischen Voltammogramm und die oxidierbare Substanz entsprechend mindestens eine, vorzugsweise wenigstens zwei chemisch reversible Oxidationswellen besitzen, oder
b) die reduzierbare Substanz und die oxidierbare Substanz über eine Brücke B kovalent aneinander --ebunden sind, oder
c) als reduzierbare und/oder oxidierbare Substanz solche ausgewählt sind, bei denen der reversible Übergang zwischen der oxidierbaren Form und der reduzierbaren Form oder umgekehrt mit dem Bruch bzw. dem Aufbau einer σ-Bindung verbunden ist, oder
d) die reduzierbare Substanz und/oder die oxidierbare Substanz Metallsalze oder Metallkomplexe sind von solchen Metallen, die in mindestens zwei Oxida- tionsstufen existieren, oder
e) die reduzierbare und/oder oxidierbare Substanz Oligo- und Polymere sind, die mindestens eines der genannten Redoxsysteme, aber auch Paare solcher Redoxsysteme, wie sie unter a) bis d) definiert sind, enthalten, oder
f) als reduzierbare und/oder oxidierbare Substanz Mischungen der in a) bis e) beschriebenen Substanzen eingesetzt werden, vorausgesetzt diese Mischungen enthalten mindestens ein reduzierbares und mindestens ein oxidierbares Redoxsystem.
Durch Auswahl der elektrochromen Verbindungen RED, und OX2 und/oder
Mischungen davon lassen sich beliebige Farbtöne einstellen. Die bevorzugten Grautöne lassen sich in bekannter Weise durch geeignete Mischung von Trichromie- farben einstellen (Colour Physics for Industry, Roderick McDonald, ed., Society of Dyers and Colourists, 1987 und WO 98/44384).
Im Sinne der Erfindung geeignete OX und RED, sind solche Substanzen, die bei ihrer Reduktion bzw. Oxidation an der Kathode bzw. Anode in dem genannten Lösungsmittel Produkte RED-, und OX, liefern, die keine chemische Folgereaktion eingehen, sondern komplett wieder zu OX und RED, oxidiert bzw. reduziert werden können.
Geeignete reduzierbare Substanzen OX sind beispielsweise
69 »12 13 70
R' R" R R
R2-+ ~z'-Q (I),
7:21
R 71
R14 R15 R 2X-
4X-
2X-
2X-
2X-
R
woπn
R2 bis R5, R8, R9, R16 bis R19 unabhängig voneinander C,- bis C18-Alkyl. C,- bis C,2- Alkenyl. C4- bis C7-Cycloalkyl, C-,- bis C,5-Aralkyl oder C6- bis C,0-Aryl bedeuten oder
R4; R1 bzw. R8; R9 gemeinsam eine -(CHN- oder -(CH:), -Brücke bilden können.
R". R' und R" bis R23 unabhängig voneinander Wasserstoff, C,- bis C4-Alkyl. C,- bis C4-Alkoxy. Halogen. Cyan. Nitro oder C,- bis CrAlkoxycarbon> 1 bedeuten oder
R-"; R2J und/oder R24; R25 eine -CH=CH-CH=CH-Brücke bilden können,
R10; R", R10; R13, R12; R13 und R14; R15 unabhängig voneinander Wasserstoff oder paarweise eine -(CH2)2-, -(CH2)3- oder -CH=CH-Brücke bedeuten,
R20 und R21 unabhängig voneinander O, N-CN, C(CN)2 oder N-C6- bis C,0-Aryl bedeuten,
R26 und R27 Wasserstoff, C,- bis C4-Alkyl, C,- bis C4-AIkoxy. Halogen. Cyan, Nitro,
C,- bis C4-Alkoxycarbonyl oder C6- bis C10-Aryl bedeuten,
R69 bis R74, R80 und R81 unabhängig voneinander Wasserstoff oder C,- bis C6-Alkyl bedeuten und
R69 bis R74 unabhängig voneinander zusätzlich Aryl bedeuten oder
R69. RU R70. Rl35 R73. R80 und/oder R74. R8! gemeinsam eine -CH=CH-CH=CH-
Brücke bilden,
E' und E2 unabhängig voneinander O, S, NR1 oder C(CHJ2 bedeuten oder
E' und E2 gemeinsam eine -N-(CH:)2-N-Brücke bilden,
R' C,- bis Cl8-Alkyl, C:- bis C12-Alkenyl, Cr bis C,-Cycloalkyl. - bis C,5-
Aralkyl. C,,- bis Cl0-Aryl bedeutet.
Z1 eine direkte Bindung. -CH=CH-. -C(CHJ=CH-, -C(CN)=CH-. -CC1=CC1-. -C(OH)=CH-. -CC1=CH-. -C≡C-. -CH=N-N=CH-, -C(CH,)=N-N=C(CHJ-. -CC1=N-N=CC1- oder -CJ 14- bedeutet.
Z2 -(CH2)r- oder -CH2-C6H4-CH2- bedeutet,
r eine ganze Zahl von 1 bis 10 bedeutet,
R94 und R95 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Cyano bedeuten,
R101 bis R105 unabhängig voneinander C6- bis C,0-Aryl oder einen ggf. benzanellierten aromatischen oder quasiaromatischen fünf- oder sechsgliedrigen hetero- cyclischen Ring bedeuten,
R ιo7 R ι<» Rιi3 und R I H unaDhängig voneinander einen Rest der Formeln (CV) bis (CVII)
bedeuten.
ιos u uncj R ι i6 unaDnängig voneinander - bis C,,,-Aryl oder einen Rest der Formel (CV) bedeuten.
R110 bis R"2, R"7 und R"8 unabhängig voneinander Wasserstoff, C,- bis C4-Alkyl, Halogen oder Cyano bedeuten,
E101 und E102 unabhängig voneinander O, S oder N-R119 bedeuten,
R"9 und R122 unabhängig voneinander C,- bis Cl8-Alkyl, C2- bis C8-Alkenyl, C4- bis C7-Cycloalkyl, C7- bis Cl 5-Aralkyl oder C6- bis Cl0-Aryl bedeuten,
R'06, R'20, R121, R123 und R124 unabhängig voneinander Wasserstoff, C,- bis C4-Alkyl,
C,- bis C4-Alkoxy, Halogen, Cyano, Nitro oder C,- bis C4-Alkoxycarbonyl bedeuten oder
R120, R'21 bzw. R123, Ri24 gemeinsam eine -CH=CH-CH=CH-Brücke bilden,
A1, A2 und A3 unabhängig voneinander O oder C(CN)2 bedeuten,
R96 Wasserstoff, Phenyl oder tert.-Butyl bedeutet und
X" ein unter den Bedingungen redox-inertes Anion bedeutet.
Geeignete oxidierbare Substanzen RED sind beispielsweise
(XXIII),
(XXVII),
(XXVIII),
(XXXII).
(XXXIII).
worin
R28 bis R31, R34, R35, R38, R39, R46, R53 und R54 unabhängig voneinander C,- bis C18- Alkyl, C2- bis C12-Alkenyl, C4- bis C7-Cycloalkyl, C7- bis C15-Aralkyl oder C6- bis C10-Aryl bedeuten,
R32, R33, R36, R37, R40, R41, R42 bis R45, R47, R48, R49 bis R52, R55 bis R58 und R97 bis R100 unabhängig voneinander Wasserstoff, C,- bis C4- Alkyl, C,- bis C4-Alkoxy, Halogen, Cyan, Nitro, Cr bis C4-Alkoxycarbonyl, C6- bis C,0-Aryl oder C6- bis C|0-Aryloxy bedeuten
und
R57 und R58 zusätzlich einen aromatischen oder quasiaromatischen fünf- oder sechs- gliedrigen heterocyclischen Ring, der gegebenenfalls benzanneliert ist, bedeuten und R48 zusätzlich NR75R76 bedeutet oder
R49; R50, R51; R52 und oder R48; R97 oder R48; R", R97; R98 oder R98; R100 unabhängig voneinander eine -(CH2)3-, -(CH2)4-, -(CH2)5- oder -CH=CH-CH-CH-Brücke bilden,
Z3 eine direkte Bindung, eine -CH=CH- oder -N=N-Brücke bedeutet,
=Z = eine direkte Doppelbindung, eine =CH-CH= oder =N-N=-Brücke bedeutet,
E3 bis E5, E'° und E" unabhängig voneinander O. S. NR59 oder C(CHJ2 bedeuten und
E5 zusätzlich C=0 oder SO, bedeutet.
E% und E4 unabhängig voneinander zusätzlich -CH=CH- bedeuten können.
E" bis E'' unabhängiu voneinander S. Se oder NR'9 bedeuten.
R59, R75 und R76 unabhängig voneinander C,- bis C,2-Alkyl, C2- bis C8-Alkenyl, C4- bis C7-Cycloalkyl, C7- bis C15-Aralkyl, C6- bis C,0-Aryl bedeuten,
und
R75 zusätzlich Wasserstoff bedeutet oder R75 und R76 in der Bedeutung von NR75R76 gemeinsam mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind, einen f nf- oder sechsgliedrigen Ring bedeuten, der gegebenenfalls weitere Heteroatome enthält,
R61 bis R68 unabhängig voneinander Wasserstoff, C,- bis C6- Alkyl, C,- bis C4- Alkoxy, Cyan, C,- bis C4-Alkoxycarbonyl oder - bis C,0-Aryl bedeuten und
R61; R62 und R67; R68 unabhängig voneinander zusätzlich eine -(CH2)3-, -(CH2)4- oder -CH=CH-CH=CH-Brücke bilden oder
R 62. R63J R 64. R 65 und R 66. R 67 eine _θ-CH2CH2-O- oder -O-CH2CH2CH2-O-Brücke bilden,
v eine ganze Zahl zwischen 0 und 100 bedeutet.
R82, R83, R88 und R89 unabhängig voneinander C,- bis C18-Alkyl, C2- bis Cl 2-Alkenyl, C4- bis C7-Cycloalkyl, C7- bis Cl 5-Aralkyl oder Cή- bis Cl0-Aryl bedeuten,
R84 bis R87 und R90 bis R93 unabhängig voneinander Wasserstoff oder C,- bis C6-Alkyl bedeuten oder
R 84. Rs _ RS5. R87_ R o. R 9 2 und/0der R91 ; R93 gemeinsam eine -CH=CH-CH=CH- Brücke bilden.
Ebenfalls «eeicnet als RED sind Anionen wie z.B. 1 . 1 , . Br . SCN
Über eine Brücke B verknüpfte, gegebenenfalls oligo- oder polymere Redoxsysteme sind beispielsweise solche der Formel
Y-[-(-B-Z-)a-(-B-Y-)b-]c-B-Z (L),
worin
Y und Z unabhängig voneinander für einen Rest OX2 oder RED, stehen,
wobei
OX2 für den Rest eines reversibel elektrochemisch reduzierbaren Redoxsystems steht, und
RED, für den Rest eines reversibel elektrochemisch oxidierbaren Redoxsystems steht,
B für ein Brückenglied steht,
c für eine ganze Zahl von 0 bis 1000 steht, und
a und b unabhängig voneinander für eine ganze Zahl von 0 bis 100 stehen.
Vorzugsweise ist (a+b)-c < 10.000.
Hierbei ist unter reversibel elektrochemisch reduzierbar oder oxidierbar gemeint, daß die Elektronenübertragung ohne oder auch mit Änderung des σ-Gerüsts erfolgen kann ganz im Sinne der oben genannten Definition der erfindungsgemäßen OX, und RED,.
Insbesondere sind mit den elektrochromen Verbindungen der Formel (L) solche oligomeren Verbindungen der Formeln
OX2-B-RED, (La),
OX2-B-RED,-B-OX2 (Lb),
RED,-B-OX2-B-RED, (Lc),
OX2-(B-RED,-B-OX2)d-B-RED, (Ld),
OX2-(B-OX2)c-B-OX2 (Le) oder
RED^B-RED^-B-RED (Lf)
gemeint,
woπn
OX2, RED, und B die oben angegebene Bedeutung haben,
d für eine ganze Zahl von 1 bis 5 steht und
e für eine ganze Zahl von 0 bis 5 steht,
wobei OX2. RED, und/oder B. insbesondere wenn d und/oder e > 1 sind, in jeder wiederkehrenden Einheit verschiedene Bedeutung haben können.
Insbesondere sind mit den elektrochromen Verbindungen der Formel (IJ solche polymeren Verbindungen der Formeln
OX2-(B-RED,-B-OX2)d-B-RED, (Ld),
OX2-(B-OX2)e-B-OX2 (Le),
REDr(B-RED,)e-B-RED, (Lf),
gemeint,
worin
OX2, RED, und B die oben angegebene Bedeutung haben,
d für eine ganze Zahl von 5 bis 100.000, vorzugsweise 10 bis 10.000 steht und
e für eine ganze Zahl von 5 bis 100.000, vorzugsweise 10 bis 10.000 steht,
wobei OX2, RED, und/oder B, insbesondere wenn d und/oder e > 1 sind, in jeder wiederkehrenden Einheit verschiedene Bedeutung haben können.
Oligo- oder polymere elektrochrome Verbindungen, die nicht der Formel (L) entsprechen, sind insbesondere Seitenkettenpolymere der Formeln
...-(D)r...JE-B'-Y)g-...-(F-B2-Z)h-... (CL) und
...JD)r...-[EJB1-Y),JB2-Z),]s;-...JF-B -Z)„-... (CLX).
worin
D. lϊ und F Bausteine einer Oligomer- oder Polymerkette darstellen, wobei die Einheiten D, E und F sowohl statistisch verteilt als auch in Blöcken aneeordnet sein können.
B1 und B2 für ein Brückenglied stehen,
Y und Z unabhängig voneinander für einen Rest OX2 oder RED, stehen,
wobei
OX2 für den Rest eines reversibel elektrochemisch reduzierbaren Redoxsystems steht, und
RED, für den Rest eines reversibel elektrochemisch oxidierbaren Redoxsystems steht,
f, g und h unabhängig voneinander für eine ganze Zahl von 1 bis 100.000, insbe- sondere 1 bis 10.000 stehen,
wobei
f+g+h > 2,
f und h unabhängig voneinander auch für 0 stehen können und
i und j unabhängig voneinander für eine ganze Zahl von 1 bis 100, insbesondere 1 bis 10, ganz besonders 1 oder 2 stehen.
Insbesondere sind mit Oligomeren oder Polymeren der Formel (CL) solche der Formeln
...JD)r...-(E-B'-OX2V...-(F-B2-RED,)l,-... (CLa).
...JD)r...-(E-Bi-OX:),- (CLb).
.-(D)r...-(F-B2-RED,)h-... (CLc),
.-(D)r...-[E-B'-OX2-B2-RED,]g-... (CLXa) oder
.-(D)f -...-[F-B2-RED,-B'-OX2]h-... (CLXb)
gemeint,
worin
f für eine ganze Zahl von 0 bis 10.000 steht,
g und h unabhängig voneinander für eine ganze Zahl von 1 bis 10.000, vorzugsweise 1 bis 1000, besonders bevorzugt 1 bis 100 stehen und
die anderen Reste die oben angegebene Bedeutung besitzen,
wobei OX2 und/oder RED,, insbesondere wenn g und/oder h > 1 sind, in jeder wiederkehrenden Einheit verschiedene Bedeutung besitzen können.
Bevorzugt ist f > 10-(g+h), besonders bevorzugt ist f > 100-(g+h).
Mit OX2 und RED, in den Formeln (L) und (La) bis (Lf) sowie (CL) und (CLa) bis (CLc) sowie (CLX) und (CLXa) bis (CLXb) sind insbesondere Reste der oben beschriebenen Redoxsysteme der Formeln (I) bis (X). (CI) bis CIV) und (XX) bis (XXXIII) gemeint, wobei die Bindung zum Brückenglied B, B' oder B2 über einen der Reste R2 bis R19, R22 bis R27. R28 bis R58. Rbl. R"2. R"\ R"8. R*\ R88. R122 oder im Falle, daß einer der Reste E1 oder E2 für NR1 oder einer der Reste E' bis E" für NR oder einer der Reste E"" bis Elo: für NR"9 steht, über R1. R ' bzw. R1 1" erfolgt und die
»enannten Reste dann für eine direkte Biπdun-i stehen, und
B, B1 oder B2 unabhängig voneinander für eine Brücke der Formeln -(CH2)n- oder -Y's-[(CH2)m-Y2]0-(CH2)p-Y3 q- stehen, die durch C,- bis C4-Alkyl, C,- bis C4- Alkoxy, Halogen oder Phenyl substituiert sein kann,
Y1 bis Y3 unabhängig voneinander für O, S, NR60, COO, CONH, NHCONH, Cyclopentandiyl, Cyclohexandiyl, Phenylen oder Naphthylen stehen,
R60 C,- bis C6-Alkyl, C2- bis C6-Alkenyl, C4- bis C7-Cycloalkyl, C7- bis Cl5-Ar- alkyl oder C6- bis C,0-Aryl bedeutet,
n eine ganze Zahl von 1 bis 12 bedeutet,
m und p unabhängig voneinander eine ganze Zahl von 0 bis 8 bedeuten,
o eine ganze Zahl von 0 bis 6 bedeutet und
q und s unabhängig voneinander 0 oder 1 bedeuten,
wobei für o > 1 Y2 und m in jeder wiederkehrenden Einheit verschieden sein können.
Ebenfalls mit OX2 oder RED, in den genannten Formeln (L) und (La) bis (Lf) sowie (CL) und (CLa) bis (CLc) sowie (CLX) und (CLXa) bis (CLXb) sind Metallkomplexe gemeint, sofern sie über eine kovalente Bindung mit den Brückengliedern B. B' oder B2 verbunden sein können. Als Beispiel sei Ferrocen genannt.
In ganz besonderem Maße sind mit OX2 und RED, in den Formeln (L) und (La) bis (Lf) sowie (CL) und (CLa) bis (CLc) und (CLX) und (CLXa) bis (CLXb) Reste der oben beschriebenen Redoxsysteme der Formeln (I), (V). (XX). (XXII). (XXIII). (XXV). (XXVI) und (XXXIII) sowie für RED, Ferrocen gemeint.
Mit D, E und F in den Formeln (CL) und (CLa) bis (CLc) sowie (CLX) und (CLXa) bis (CLXb) sind solche Einheiten gemeint, die zum Aufbau von Oligo- oder Poly- acrylaten, -methacrylaten, -styrolen, -siloxanen, -carbonaten, -amiden, -estern, -harn- stoffen, -urethanen oder -sachariden fuhren. Insbesondere sind Oligo- und Poly- acrylate, -methacrylate und -styrole sowie deren Mischoligo- oder -polymere gemeint.
D entspricht vorzugsweise der Formel
-CHYi0-CHY"- (CLXXI) und
E und F entsprechen vorzugsweise unabhängig voneinander der Formel
-CHY'2-CHY13- (CLXXII),
worin
Y10 und Y12 unabhängig voneinander für Wasserstoff oder C,- bis C4-Alkyl stehen,
Y" für Wasserstoff, Halogen, C,- bis C4-Alkyl, Aryl oder -COO-C,- bis C8-Alkyl steht und
Y13 für eine direkte Bindung oder eine der Brücken der Formeln -O-, -CO-O-. -CO-NH- oder -CήH4- zu B1 bzw. B2 steht.
Beispiele sind gemäß Formel (La)
2X
gemäß Formel (Lb)
(Lbl),
(Lb2),
(Lb3),
gemäß Formel (Lc)
gemäß Formel (Ld)
gemäß Formel (Le)
2X 2X-
gemäß Formel (Lf)
woπn
m für eine ganze Zahl von 1 bis 5 steht,
für 0 oder 1 steht und
die anderen Reste die oben angegebene Bedeutung besitzen.
Beispiele sind gemäß Formel (CLa)
gemäß Formel (CLb)
gemäß Formel (CLc)
gemäß Formel (CLXa)
(CLXal).
Beispiele für Metallsalze oder Metallkomplexe, die als OX2 oder RED, eingesetzt werden können, sind Fe3+ 2+, Ni3+/2+, Co3+/ +, Cu2+ +, [Fe(CN)6]W4\ Fe4[Fe(CN)6]3 04\
[Co(CN)6]3" 4-, [Fe(Cyclopentadienyl)2]0 +, Lu(Pc)2+ bis 2" (Pc = Phthalocyanin), Fe[Fe(CN)6]0/|-.
Als Gegenionen für Metallionen und kationische Komplexe kommen alle redox- inerten Anionen X", wie sie später noch genauer beschrieben werden, in Frage, als Gegenionen der anionischen Komplexe alle redox-inerten Kationen M,+ in Frage, beispielsweise Alkalimetalle oder quaternierte Ammoniumsalze wie Na+, K+, N(CH3)4 +, N(C4H9)4\ C6H5CH2N(CH3)3 + und andere.
Ebenfalls bevorzugt ist ein elektrochromer Filter, der Mischungen der oben allge- mein und bevorzugt genannten elektrochromen Substanzen enthält. Beispiele für solche Mischungen sind (I) + (CI) + (XXVI), (I) + (IV) + (XXII), (La) + (I) + (XXVI), (La) + (CI), (LX) + (LXI), (LXV) + (XXVI), (CLII) + (XXVI), ohne daß dadurch irgendeine Einschränkung ausgedrückt werden soll.
Die Mischungsverhältnisse sind in weiten Grenzen variabel. Sie erlauben die
Optimierung eines gewünschten Farbtons, insbesondere Grautons, und/oder die Optimierung der gewünschten Dynamik der Vorrichtung.
In den oben genannten Substituentenbedeutungen sind Alkylreste, auch abgewandelte, beispielsweise Alkoxy- oder Aralkylreste, vorzugsweise solche mit 1 bis 12 C-Atomen, insbesondere mit 1 bis 8 C- Atomen, sofern nichts anderes angegeben ist. Sie können geradkettig oder verzweigt sein und gegebenenfalls weitere Sub- stituenten tragen wie C,- bis C4- Alkoxy, Fluor, Chlor, Hydroxy, Cyano, C,- bis C4-
Alkoxycarbonyl oder COOH.
Unter Cycloalkylresten werden vorzugsweise solche mit 3 bis 7 C-Atomen, insbesondere mit 5 oder 6 C-Atomen verstanden.
Alkenylreste sind vorzugsweise solche mit 2 bis 8 C-Atomen. insbesondere 2 bis 4 C-Atomen.
Arylreste, auch solche in Aralkylresten, sind Phenyl oder Naphthylreste, insbe- sondere Phenylreste. Sie können durch 1 bis 3 der folgenden Reste substituiert sein:
C,- bis C6-Alkyl, C,- bis -Alkoxy, Fluor, Chlor, Brom, Cyano, Hydroxy, C,- bis -Alkoxycarbonyl oder Nitro. Zwei benachbarte Reste können auch einen Ring bilden.
Unter gegebenenfalls benzanellierten aromatischen oder quasiaromatischen fünf- oder sechsgliedrigen heterocyclischen Ringen werden insbesondere Imidazol, Benz- imidazol, Oxazol, Benzoxazol, Thiazol, Benzthiazol, Indol, Pyrazol, Triazol, Thio- phen, Isothiazol, Benzisothiazol. 1.3,4- oder 1,2,4-Thiadiazol. Pyridin. Chinolin, Pyrimidin und Pyrazin verstanden. Sie können durch 1 bis 3 der folgenden Reste substituiert sein: C,- bis -Alkyl. C,- bis C6-Alkoxy, Fluor, Chlor. Brom, Cyano,
Nitro, Hydroxy. Mono- oder Di-C,- bis -alkylamino, C,- bis C,,-Alkoxycarbonyl. C,- bis -Alkylsulfonyl. C,- bis Cft- Alkanoylamino. Phenyl oder Naphthyl. Zwei benachbarte Reste können auch einen Rin-> bilden.
Die elektrochromen Substanzen sind entweder bekannt (Topics in Current
Chemistrv. Vol. 92. S. 1 -44. ( 1980). Λnizew. Chem. 90. 927 ( 1978). Λdv. Mater. 3.
225, (1991), DE-OS 3.917.323, J. Am. Chem. Soc. JJ7, 8528 (1995), J. C. S. Perkin II 1990, 1777, DE-OS 4.435.211, EP-A 476.456, EP-A 476.457, DE-OS 4.007.058, J. Org. Chem. 57, 1849 (1992) und J. Am. Chem. Soc. 99, 6120, 6122 (1977) oder lassen sich analog herstellen. Die Verbindungen der Formel (L) sind ebenfalls bekannt (WO 97/30134) oder lassen sich aus an sich bekannten Bausteinen beispielsweise nach folgendem Schema synthetisieren:
Die Verbindungen der Formel (CL) sowie (CLX) lassen sich aus an sich bekannten
Bausteinen, beispielsweise den folgenden, durch Polymerisation herstellen:
Die Polymerisation erfolgt vorzugsweise in einem Lösungsmittel. z.B. Dimethyl- formamid, unter Zusatz eines Radikalstarters, z.B. Azodiisobutyronitril, bei Raumtemperatur bis zum Siedepunkt des Mediums, vorzugsweise bei 40 - 80 °C.
Synthetisch bedingte Ionen wie Bromid werden im Anschluß gegen redox-inerte Ionen ausgetauscht.
Besonders bevorzugt sind die elektrochromen Verbindungen der Formeln (I), (II), (III), (IV), (V), (XX), (XXII), (XXIII), (XXVI), (XXVII) und Ferrocen, sowie die mindestens eine dieser Formeln als OX2 bzw. RED, enthaltenden überbrückten Verbindungen der Formel (L) oder Seitenkettenpolymeren der Formel (CL) oder (CLX).
Bei dieser Auswahl und ebenfalls bei den anschließend aufgeführten besonderen und herausragenden Auswahlen an elektrochromen Verbindungen muß stets sichergestellt sein, daß das elektrochrome Medium mindestens ein OX: und mindestens ein RED, enthält. Wenn beispielsweise OX = Formel (1) ist. dann muß das elektrochrome Medium auch ein RED, enthalten, x or/i sweise aus der Auswahl der bevorzugten
RED, der Formeln (XX), (XXII), (XXIII), (XXVI) und (XXVII), aber auch aus der oben allgemein aufgeführten Auswahl der RED, der Formeln (XX) bis (XXXIII) sowie der oben erwähnten, als RED, geeigneten Metallsalze, -komplexe oder Anionen X". Dies gilt analog auch für die bevorzugten und besonders bevorzugten RED,.
Ganz besonders bevorzugt sind die elektrochromen Verbindungen der Formeln (I), (II), (IV), (V), (XXII) (XXIII), (XXVI) und (XXVII),
worin
R2, R3, R8 und R9 unabhängig voneinander Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Benzyl, Phenethyl, Phenylpropyl, Phenyl, 2-Methylphenyl oder 2,6-Dimethylphenyl bedeuten oder
R8 und R9 gemeinsam eine -(CH2)2- oder -(CH2)3-Brücke bilden,
R10 bis R15 Wasserstoff bedeuten,
R69 bis R73, R80 und R81 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Methyl bedeuten oder
R12; R69, R13; R70, R73; R80 und oder R74; R81 eine -CH=CH-CH=CH-Brücke bilden,
Z1 eine direkte Bindung oder -CH=CH- bedeutet.
Z2 -(CH2)r- bedeutet.
r eine ganze Zahl von 2 bis 6 bedeutet.
X" ein unter den Bedineunuen redox-inertes Anion bedeutet.
R34, R35, R38 und R39 unabhängig voneinander Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Benzyl, Phenethyl, Phenylpropyl oder Phenyl bedeuten,
R36 und R37 Wasserstoff bedeuten,
Z3 eine direkte Bindung oder eine -CH=CH-Brücke bedeutet,
Z4 eine direkte Doppelbindung bedeutet,
R40 und R41 gleich sind und Wasserstoff oder Methyl bedeuten,
E3 und E4 gleich sind und S, N-R59 oder C(CH3), bedeuten,
E5 NR59 bedeutet
E6 bis E9 gleich sind und S bedeuten,
R47, R48, R97 und R98 unabhängig voneinander Wasserstoff. Methyl, Methoxy, Cyan, Phenyl oder Phenoxy bedeuten,
R49 bis R52 unabhängig voneinander Wasserstoff. Methyl. Cyano oder Methoxy- carbonyl bedeuten oder
R49; R50 und oder R51: R52 eine -(CH,),- oder -CH=CH-CI I=CH-Brücke bilden.
R46 und R39 unabhängig voneinander Methyl. Ethyl. Propyl. Butyl oder Phenyl bedeuten und
R9" und R100 Wasserstoff bedeuten.
sowie die mindestens eine dieser Formeln als OX2 bzw. RED, enthaltenden überbrückten Verbindungen der Formel (L), insbesondere der Formel (La), wobei
B -(CH2)n- bedeutet und
n eine ganze Zahl von 3 bis 6 bedeutet,
sowie die mindestens eine dieser Formeln als OX2 bzw. RED, enthaltenden Seiten- kettenpolymeren der Formel (CL) und (CLX), insbesondere der Formel (CLXa),
wobei
D für die Formel (CLXXI) steht,
E und F für die Formel (CLXXII) stehen,
Y10 und Y12 unabhängig voneinander für Wasserstoff oder Methyl stehen,
Y" für -COOCH3 oder -COOCH2CH2OCH2CH3 steht.
Y'3 für eine Brücke der Formeln -CO-O- oder -C6H4- zu B' bzw. B2 steht,
B1 und B2 unabhängig voneinander für eine Brücke der Formeln -(CH2)„- stehen und
n eine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet.
Im Sinne der Erfindung ganz herausragend geeignet sind die elektrochromen Verbindungen der Formeln (1) und (II).
worin
R2 und R3 gleich sind und Methyl, Ethyl, Butyl, Heptyl oder Phenylpropyl bedeuten,
R12 bis R15 und R69 bis R72 Wasserstoff bedeuten,
Z1 eine direkte Bindung bedeutet,
Z2 -(CH2)3- oder -(CH2)4- bedeutet und
X" ein redoxinertes Anion oder I" bedeutet.
Im Sinne der Erfindung ganz herausragend geeignet sind die elektrochromen Verbindungen der Formel (XXVI),
worin
E5 für NR59 steht,
R46 und R59 unabhängig voneinander für Methyl. Ethyl, Propyl. Butyl. Phenylpropyl oder Phenyl stehen,
R47, R48, R97 und R98 unabhängig voneinander für Wasserstoff Phenyl oder Phenoxy stehen und
R" und R100 für Wasserstoff stehen.
Im Sinne der Erfindung ebenfalls ganz herausragend geeignet sind die elektrochromen Verbindungen der Formel (La),
worin
OX2 für einen Rest der Formel (I) steht,
RED, für einen Rest der Formel (XXVI) steht und
B für -(CH2)n- steht,
wobei
n eine ganze Zahl von 3 bis 6 bedeutet,
R2 und R 6 eine direkte Bindung zu B bedeuten,
R3, R12 bis R15, R69 bis R72, Z1 und X" die oben angegebene herausragende Bedeutung besitzen,
R47, R48, R97 bis R'00 Wasserstoff bedeuten oder maximal 2 der Reste R47, R48, R97 und R98 Phenoxy bedeuten,
E5 NR59 bedeutet und
R59 Methyl, Ethyl, Butyl, Heptyl. Phenylpropyl oder Phenyl bedeutet.
Im Sinne der Erfindung ebenfalls ganz herausragend geeignet sind die elektrochromen Verbindungen der Formel (CLXa),
worin
OX2 für einen Rest der Formel (I) steht.
RED, für einen Rest der Formel (XXVI) steht.
D für die Formel (CLXXI) steht,
E für die Formel (CLXXII) steht,
Y10 und Y12 unabhängig voneinander für Wasserstoff oder Methyl stehen,
Y" für -COOCH2CH2OCH2CH3 steht,
Y13 für eine Brücke der Formeln -CO-O- oder -C6H4- zu B1 bzw. B2 steht,
B1 und B2 unabhängig voneinander für eine Brücke der Formeln -(CH2)n- stehen
wobei
n eine ganze Zahl von 1 bis 6 bedeutet,
R2 eine direkte Bindung zu B' bedeutet,
RJ und R46 eine direkte Bindung zu B2 bedeuten,
R'2 bis R'5, R69 bis R72, Z' und X" die oben angegebene herausragende Bedeutung besitzen,
R47, R48, R97 bis R100 Wasserstoff bedeuten oder maximal 2 der Reste R47, R48, R97 und R98 Phenoxy bedeuten.
E5 NR59 bedeutet und
Ri< Methyl. Ethyl. Butyl. Heptyl. Phenylpropyl oder Phenyl bedeutet.
Das erfindungsgemäße elektrochrome Filter enthält in seinem elektrochromen Medium vorzugsweise mindestens ein Lösungsmittel, in dem die elektrochromen Substanzen, gegebenenfalls ein Leitsalz und gegebenenfalls weitere Zusätze gelöst sind. Das Lösungsmittel kann auch gelförmig verdickt sein, beispielsweise durch Polyelektrolyte, poröse Feststoffe oder Nanopartikel mit großer aktiver Oberfläche.
Bei Verwendung polymerer elektrochromer Verbindungen insbesondere der Formeln (L) und (Ld) bis (Lf) sowie (CL) und (CLa) bis (CLc) sowie (CLX) und (CLXa) bis (CLXb) kann auf das Lösungsmittel verzichtet werden. Es können auch solche Polymeren gemischt werden, z.B. Formel (LXV) und (LXVII). Gegebenenfalls werden in dem Polymer weitere OX2 oder RED, gelöst, z.B. Formel (XXVI) in Polymer der Formel (LXV).
Geeignete Lösungsmittel sind alle unter den gewählten Spannungen redox-inerten Lösungsmittel, die keine Elektrophile oder Nukleophile abspalten können oder selber als ausreichend starke Elektrophile oder Nukleophile reagieren und so mit den farbigen Radikalionen reagieren könnten. Beispiele sind Propylencarbonat, γ-Butyro- lacton, Acetonitril, Propionitril, Benzonitril, Glutaronitril, Methylglutarnitril, 3,3'- Oxydipropionitril, Hydroxypropionitril. Dimethylformamid. N-Methylpyrrolidon. Sulfolan, 3-Methylsulfolan oder Mischungen davon. Bevorzugt sind Propylencarbonat, Benzonitril und Mischungen untereinander oder mit Glutaronitril oder 3-Methylsulfolan. Insbesondere bevorzugt ist Propylencarbonat. Ebenfalls insbesondere bevorzugt ist Benzonitril.
Die elektrochrome Lösung kann mindestens ein inertes Leitsalz enthalten. Insbesondere wenn wenigstens eine der Substanzen des Redoxpaares RED,/OX ionischer Natur ist. kann auf den Zusatz eines Leitsalzes verzichtet werden.
Als inertes Leitsalz sind Lithium-. Natrium- und Tetraalkylammoniumsalze geeignet. insbesondere letztere. Die Alkylgruppen können zwischen 1 und 18 C-Alome aufweisen und deich oder verschieden sein. Bevorzugt ist Tetrabutvlammonium. Als
Anionen zu diesen Salzen, aber auch als Anionen X" in den Formeln (I) bis (VI), (CI), (CII) und (CV) bis (CVII) und in den Metallsalzen kommen alle redox-inerten, farblosen Anionen in Frage.
Beispiele sind Tetrafluoroborat, Tetraphenylborat, Cyano-triphenylborat, Tetra- methoxyborat, Tetrapropoxyborat, Tetraphenoxyborat, Perchlorat, Chlorid, Nitrat, Sulfat, Phosphat, Methansulfonat, Ethansulfonat, Tetradecansulfonat, Pentadecan- sulfonat, Trifluormethansulfonat, Perfluorbutansulfonat, Perfluoroetansulfonat, Benzolsulfonat, Chlorbenzolsulfonat, Toluolsulfonat, Butylbenzolsulfonat, tert. Butylbenzolsulfonat, Dodecylbenzolsulfonat, Trifluormethylbenzolsulfonat, Hexa- fluorophosphat, Hexafluoroarsenat, Hexafluorosilicat, 7,8- oder 7,9-Dicarbanido- undecaborat(- 1 ) oder (-2), die gegebenenfalls an den B- und/oder C-Atomen durch eine oder zwei Methyl-, Ethyl-, Butyl- oder Phenyl-Gruppen substituiert sind, Dodecahydro-dicarbadodecaborat(-2) oder B-Methyl-C-phenyl-dodecahydro-dicar- badodecaborat(-l).
Ebenfalls geeignet, auch als Anionen X" in den Formeln (I) bis (VI), (CI), (CII) und (CV) bis (CVII) und in den Metallsalzen, sind die oben erwähnten Anionen, die auch die Rolle eines RED, übernehmen können, beispielsweise I\ I3 ".
Zum Betrieb der erfindungsgemäßen EC-Kontrastplatte wird ein konstanter, gepulster oder in seiner Amplitude sich verändernder, beispielsweise sich sinusförmig verändernder, Gleichstrom benutzt. Die Spannung hängt ab von der gewünschten Farbtiefe, insbesondere aber von den Reduktions- bzw. Oxidationspotentialen der verwendeten OX2 und RED,. Solche Potentiale können beispielsweise aus (S. Hünig,
H. Berneth. Topics in Current Chemistry, Volume 92. S. 1 -44. 1980) oder (K. Deuchert, S. Hünig, Angew. Chem. 90. 927. 1978) oder der dort zitierten Literatur entnommen werden. Die Differenz ihrer Potentiale ist ein Richtwert für die erforderliche Spannung, jedoch kann die elektrochrome Vorrichtung bereits bei niedrigerer oder auch mit höherer Spannung betrieben werden. In vielen Fällen, z.B. bei Verwendung von OX: = Formel ( I ) oder ( V) und RED, = Formel ( XX). (XXII).
(XXVI) oder (XXVII) oder deren Verknüpfung über eine Brücke gemäß Formel (L), insbesondere Formel (La) bis (Lf), liegt diese zum Betrieb nötige Potentialdifferenz < 1 V.
Wird die Spannung abgeschaltet, geht die erfindungsgemäße elektrochrome Vorrichtung wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Diese Löschung kann erheblich beschleunigt werden, wenn die kontaktierten Segmente bzw. Platten kurzgeschlossen werden. Auch durch mehrmaliges Umpolen der Spannung, gegebenenfalls auch bei gleichzeitiger Erniedrigung der Spannung, kann die Anzeige sehr rasch gelöscht werden.
Durch Variation der Schichtdicke der elektrochromen Vorrichtung, der Viskosität der elektrochromen Lösung und oder der Diffusions- oder Driftfähigkeit der elektrochromen Substanzen lassen sich die Einschalt- und Ausschaltzeiten der Anzeigevor- richtung in weiten Grenzen beeinflussen. So zeigen beispielsweise dünne Schichten kürzere Schaltzeiten als dicke. Es lassen sich also schnell und langsam schaltbare Vorrichtungen bauen und so den jeweiligen Einsatzzwecken optimal anpassen.
Bei langsamen Vorrichtungen kann zur Aufrechterhaltung der Färbung im einge- schalteten Zustand ein Stromspar- oder Refresh-Mode benutzt werden. Nach Aufbau der Färbung beispielsweise durch konstante oder sich mit hoher Frequenz verändernder oder gepulster Gleichspannung ausreichender Höhe wird auf gepulste oder sich verändernde Gleichspannung niedriger Frequenz umgeschaltet, wobei während der Phasen, in denen die Spannung Null beträgt, die Kontaktierung der leitfähigen Be- Schichtung der Platten oder Folien nicht kurzgeschlossen wird. Diese niedrige
Frequenz kann beispielsweise im Bereich von 1 Hz oder niedriger liegen, wobei die Dauer der Einschalt- und Ausschaltphasen nicht gleichlang zu sein brauchen, sondern beispielsweise die Ausschaltphasen deutlich länger sein können. Da sich während der Strompausen im nicht kurzgeschlossenen Zustand die Farbtiefe nur langsam abbaut. genügen relativ kurz Stromimpulse, um diese Verluste in der anschließenden
Refresh-Phase wieder auszureichen. Man erhält so ein llackerfreies Bild mit nahezu
konstanter Farbtiefe, für dessen Aufrechterhaltung aber nur ein Bruchteil des Stromes benötigt wird, der bei permanentem Stromfluß anfallen würde.
Die EC-Kontrastplatte kann mit beliebigen Anzeigevorrichtungen gekoppelt werden, die Licht emittieren. Dies gilt für Plasmaanzeigen, Flüssigkristallanzeigen, elektro- lumineszierende Anzeigen, Vakuum-Floureszenzanzeigen, lichtemittierende Dioden und weitere Arten von Displays. Sie kann auch zur Dämpfung des Lichts aus Lichtquellen, wie zum Beispiel Automobilscheinwerfer, Bremslichter, Rücklichter oder Deckenlampen verwendet werden.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin eine EC-Kontrastplatte mit integrierter Touch-Screen. Die EC-Kontrastplatte ist entweder als diskrete Einheit vor dem Bildschirm aufgebaut oder die äußere Oberfläche des Bildschirms wird zumindestens zum Teil als Substrat verwendet. Die Grundfläche der EC-Kontrastplatte ist größer als die Fläche des Bildschirms. Der über die Bildschirmfläche hinausragende Teil der
EC-Kontrastplatte dient als Touch-Screen und enthält einerseits eine oder mehrere Berührungssensoren und andererseits eine Anzeigeeinheit auf EC-Basis. Die dem Bildschirm zugewandte bzw. mit dem Bildschirm verbundene Scheibe der EC- Kontrastplatte wird im Folgenden als Trägerplatte bezeichnet, die andere als Deckplatte. An mindestens einer der Stirnflächen der transparenten Deckplatte der
EC-Kontrastplatte ist eine Strahlungsquelle angeordnet ist. deren Licht in die Deckplatte eintritt und diese ausleuchtet. An der Trägerplatte ist mindestens ein Photoempfanger montiert ist, in dessen photoempfindlichem Raumwinkelbereich ein Teil oder die gesamte Deckplattenfläche liegt, soweit sie über die Grundfläche des Bildschirms hinausragt.
Das Licht breitet sich von der Strahlungsquelle über die angestrahlte Stirnfläche der Deckplatte durch Totalreflexion an den Grenzflächen der Deckplatte aus. Bei Berührung der Deckplattenoberfläche mit einem Finger entstehen Kontaktflächen zwischen der Platte und der überwiegend aus Phosphorlipiden bestehenden obersten
Hautschicht. Die Lipidschicht hat einen Brechungsindex im Bereich 1.5 bis 1.6.
Dieser Werte liegt in der Nähe des Brechungsindexes einer transparenten Platte oder sogar darüber, so daß der größte Teil des ohne Berührung totalreflektierten Lichtes an der berührten Stelle der Plattenoberfläche nicht mehr total reflektiert wird, sondern in die Haut eindringt und in ihr stark gestreut wird. In der Berührungszone bildet sich ein heller Fleck, der vom Photoempfänger an der gegenüberliegenden
Trägeφlatte der Anzeigevorrichtung detektiert wird. Die Ausdehnung und die Helligkeit dieses Flecks variiert in Abhängigkeit vom Berührungsdruck. Durch eine geeignet konzipierte Auswerteelektronik läßt sich die Empfindlichkeit des Be- rührungssensors auf ein gewünschtes Maß einstellen.
Die Anzeigeteil der Touch-Screen im über den Bildschirm hinausragenden Teil der EC-Kontrastplatte kann als reflektive Anzeige ohne eigene Lichtquelle ausgestaltet sein. Die Trägeφlatte weist dann, soweit sie über die Grundfläche des Bildschirms hinausragt, vorzugsweise auf ihrer Innenseite eine Beschichtung auf, die das sichtbare Licht überwiegend reflektiert, während sie für das Licht, das von der Strahlungsquelle an der Deckplatte emittiert wird, überwiegend transparent ist. Alternativ kann die reflektierende Beschichtung bevorzugt im Zentrum des photoempfindlichen Raumwinkelbereichs des Photodetektors eine für das Licht der Strahlungsquelle, die die Deckplatte beleuchtet, transparente Stelle enthalten. Mindestens eine der elektrisch leitfähigen Beschichtungen ist im Bereich des über die Bildschirmfläche hinausragenden Teils strukturiert, so daß Informationen angezeigt werden können, indem die Transmission der EC-Kontrastplatte in diesem Bereich unabhängig von dem vor der Bildschirmfläche liegenden Teil der EC-Kontrastplatte verändert werden kann.
Die Anzeigeteil der Touch-Screen kann auch als transmissive Anzeige mit einer zusätzlichen Lichtquelle zur Hinterleuchtung des über die Bildschirmfläche hinausragenden Teils der EC-Kontrastplatte ausgestaltet sein.
Die Deckplatte ist bevorzugt mindestens 0.05 mm. besonders bevorzugt mindestens
0.5 mm dick. Sie kann aus jedem Material mit einer niedrigen Lichtschwächunsz im
Spektralbereich der Strahlungsquelle bestehen. Bei der Beurteilung der Lichtschwächung muß die Länge, die der größten Ausdehnung der Platte entspricht, berücksichtigt werden. Bevorzugt ist ein Material, bei dem das Licht der Strahlungsquelle an einem Punkt der Deckplatte mit maximalem Abstand zur Quelle nicht mehr als 50 % geschwächt ist. Bevorzugte Materialien sind Silikatgläser, Quarzgläser oder transparente Polymere wie Polycarbonate, Polymethacrylate oder Polyester.
Um eine gute Totalreflexion des eingestrahlten Lichts in die Deckplatte zu gewährleisten, wird bevorzugt für die Deckplatte ein Material mit besonders hohem Brechungsindex verwendet, bevorzugt Glas mit einem Brechungsindex über 1,5 besonders bevorzugt über 1 ,6.
Als Strahlungsquellen für die Beleuchtung der Deckplatte sind z.B. Wolframlampen, Licht emittierende Halbleiterdioden oder Halbleiter-Laserdioden geeignet. Der Be- reich der spektralen Empfindlichkeit des Photoempfängers muß das Emissionsspektrum der Strahlungsquelle umfassen. Bevorzugt stimmen das Maximum der Empfindlichkeit des Photoempfängers und das Maximum im Emissionsspektrum der Strahlungsquelle überein. Als Photoempfanger sind Halbleiter-Photoempfänger bevorzugt. Besonders bevorzugt sind Silizium-Photodioden, Silizium-Phototransistoren und Silizium- oder Silizium/Metalloxid-charge-coupled-devices.
Um den Einfluß des Umgebungslichtes auf den Berührungssensor auszuschalten und um die Farbeinstellung der EC-Kontrastplatte nicht zu stören, wird zur Beleuchtung der Deckplatte bevorzugt eine Strahlungsquelle verwendet, deren Emissionsspektrum außerhalb des sichtbaren Spektrums liegt, z.B. im infraroten Spektralbereich bei einer
Wellenlänge, die größer ist als 680 nm, bevorzugt größer als 780 nm und besonders bevorzugt größer als 850 nm. Bevorzugt emittiert die Strahlungsquelle in einem Spektralbereich, in dem die Absorption der Anzeigevorrichtung niedrig ist und sich auch beim Umschalten der angezeigten Information nicht stark ändert.
Bevorzugt ist jedem Photoempfänger eine Einheit zur Verarbeitung des elektrischen Signals nachgeschaltet .
Eine zusätzliche Maßnahme zur Vermeidung von Fehlern, die z.B. durch das Umge- bungslicht ausgelöst werden, ist der Einsatz der Lock-in-Technik (P.Cielo, Optical
Techniques for Industrial Inspection, Academic Press San Diego 1988, p. 128-130). Die Strahlungsquelle wird in ihrer Strahlungsleistung periodisch mit der Zeit verändert mit der Frequenz fQ. Von den elektrischen Signalen des Photoempfängers wird in einer nachgeschalteten elektronischen Einheit nur derjenige Teil des Signals weitergeleitet, der sich ebenfalls periodisch mit der Zeit und annähernd mit derselben
Frequenz ändert wie die Strahlungsleistung der Strahlungsquelle. Durch die Wahl der Breite des akzeptierten Frequenzbandes ΔfP, des Signals aus dem Photoempfänger um die Frequenz fQ kann die Trennung von erwünschten Signalen und Störsignalen optimiert werden. Bevorzugt ist eine relative Breite des akzeptierten Frequenzbandes Δfp/fQ von weniger als 0J, besonders bevorzugt ist eine relative Breite Δfp/fQ von weniger als 0.01.
Der Raumwinkelbereich, in den die Strahlungsquelle abstrahlt, sollte bevorzugt an die beleuchtete Stirnfläche der Platte angepaßt sein, um eine möglichst vollständige Einkopplung des Lichtes der Strahlungsquelle in die Platte zu erreichen.
Um besonders gute Reflexionen des eingestrahlten Lichts an den Stirnflächen der Platte zu erhalten, können eine oder mehrere der Stirnflächen mit einem optisch reflektierenden Material beschichtet sein. Diejenige Stirnfläche, die durch die Strah- lungsquelle beleuchtet wird, ist von der Beschichtung ausgenommen. Durch die reflektierende Beschichtung der Stirnflächen wird das eingestrahlte Licht besonders häufig innerhalb der Platte reflektiert, das heißt, es wird effizient genutzt, und die Platte wird gleichmäßiger ausgeleuchtet. Bevorzugte Beschichtungen sind optisch reflektierende Metalle und Metallegierungen wie Gold. Silber. Kupfer. Nickel. Zinn oder Aluminium. Bevorzugte Beschichtungsverfahren sind physikalische Vakuumbe- schichtungsverfahren wie Aufdampfen. Sputtern. Chemical Vapor Deposition (CVD)
(David A. Glocker, Ismat Shah (Ed.) Handbook of Thin Film Process Technologie, Institute of Physics Publishing, Bristol and Philadephia 1995). Auch das Aufkleben von kommerziell erhältlichen metallbeschichteten Folien ist möglich.
Die Deckplatte, soweit sie über den Bildschirm hinausragt, kann in mehrere Berührungsfelder eingeteilt sein. Berührungsfelder sind Bereiche der Anzeigevorrichtung, denen eindeutig ein Photodetektor zugeordnet ist, in dessen photoempfindlichem Raumwinkelbereich nur dieser bestimmte Bereich der Anzeigevorrichtung liegt. Bei Berührung unterschiedlicher Berührungsfelder nehmen unterschiedliche Photodetektoren das durch die Berührung erzeugte Streulicht auf. Aus den Signalen der einzelnen Photodetektoren läßt sich rekonstruieren, welche Berührungsfelder berührt wurden. Der Abstand zweier benachbarter Berührungsfelder sollte nicht kleiner sein als der typische Durchmesser einer menschlichen Fingerkuppe von ca. 1 cm, um Fehlmeldungen zu vermeiden. Die Berührungsfelder können für den Berührenden erkennbar auf der Platte markiert sein oder durch die Anzeige dargestellt sein.
Der Berührungssensor kann auch ganz oder zeitlich begrenzt abgeschaltet werden. Dies ist vorteilhaft, um eine Fehlfunktion des Berührungssensors bei Berührungen zu vermeiden, die nicht dem vorgesehenen Zweck des Schaltens dienen, wie z.B. beim Reinigen. Die Abschaltung kann dadurch erfolgen, daß bei einer bestimmten zeitlichen Abfolge von Berührungen des Sensors die zugehörigen elektrischen Signale des oder der Photodetektoren in der nachgeschalteten Einheit zur Verarbeitung der elektronischen Signale eine Abschaltung auslösen. Die Abschaltung kann bedeuten, daß keine weiteren Signale weiterverarbeitet werden. Die Abschaltung kann zeitlich be- grenzt sein oder kann durch eine weitere definierte Signalfolge wieder aufgehoben werden.
Zum Beispiel kann bei einer Ausführungsform der beanspruchten Vorrichtung, die nur ein Berührungsfeld enthält, die besondere zeitliche Abfolge des einen Signals da- rin bestehen, daß das Berührungsfeld innerhalb einer bestimmten Zeit, zum Beispiel von 5 Sekunden, nenau dreimal hintereinander berührt wird. Bei einer Austührunszs-
form der beanspruchten Vorrichtung, die mindestens zwei Berührungsfelder enthält, kann die besondere zeitliche Abfolge von Signalen zum Beispiel darin bestehen, daß zwei bestimmte Berührungsfelder gleichzeitig und innerhalb einer bestimmten Zeit, zum Beispiel von 5 Sekunden, genau zweimal hintereinander berührt werden. Diese Signalfolge wird nun von der nachgeschalteten elektronischen Signalverarbeitungsvorrichtung so weiterverarbeitet, daß zum Beispiel für 1 Minute kein der Berührung eines Berührungsfeldes entsprechendes Signal weitergegeben wird.
Die erfindungsgemäße EC-Kontrastplatte ist leicht herzustellen, da die Befüllung der EC-Zelle mit dem EC-Medium leicht durchführbar und weitaus weniger aufwendig als z.B. ein Sputter-Prozeß ist. Die Kontrastplatte besitzt eine hervorragende Lichtstabilität und erlaubt eine hohe Anzahl von Schaltzyklen.
Die EC-Kontrastplatte mit integrierter Touch-Screen hat den Vorteil, daß sie eine einzige Frontscheibe ohne Spalten und Fugen bildet. Diese ist leicht zu reinigen und bietet eine robuste Oberfläche für den Einsatz in Bereichen, die einen hohen Verschmutzungsgrad oder aggressive Umweltbedingungen aufweisen oder in denen hohe hygienische Anforderungen gestellt werden (Lebensmittelindustrie).
Figuren und Beispiele
Es zeigen
Fig. 1A Schnitt durch eine CRT-Röhre mit einer EC-Kontrastplatte, die in
Verbindung mit mit dem Bildschirm steht.
Fig. 1B Ausschnitt mit Schichtfolge auf dem Bildschirm.
Fig. 2A Schnitt durch eine CRT-Röhre mit EC-Kontrastplatte als diskreter
Einheit vor dem Bildschirm.
Fig. 2B Ausschnitt mit Schichtfolge vor dem Bildschirm.
Fig. 3A EC-Kontrastplatte mit integrierter Touch-Screen in Draufsicht.
Fig. 3B EC-Kontrastplatte mit integrierter Touch-Screen in Seitenansicht.
In Fig. 1A ist ein Schnitt durch eine CRT-Röhre 1 zu sehen. Die Röhre hat eine Glashülle 2. die den Bildschirm 3 mit einschließt. Die Elektronenkanone 4 generiert die Elektronen, die fokussiert werden und auf die mit Phosphors beschichtete inneren Oberfläche 5 des Bildschirms 3 treffen. Auf der äußeren Oberfläche des Bildschirms ist eine elektrochrome Kontrastplatte 6 angebracht.
Fig. 1 B zeigt einen detaillierteren Ausschnitt des Bildschirms aus Fig. 1 A. Die Phosphorschicht 5 besteht aus einem regelmäßigem Muster von Phosphorspots mit drei unterschiedlichen Farben 5R. 5G. 5B im Normalfall für Rot. Grün und Blau. Auf der Außenseite des Bildschirms 3 ist eine elektrochrome Kontrastplatte 6 angebracht. Die Kontrastplatte ist durch eine gemeinsame Scheibe mit dem Bildschirm 3 verbunden. Auf dem Bildschirm 3 ist eine transparente, elektrisch leitfähige Schicht 7 aufgebracht. Die zweite Elektrode wird durch die zweite transparente, elektrisch leit-
fähige Schicht 8 gebildet, die sich auf der transparenten Scheibe 9 befindet. Zwischen den beiden Elektroden befindet sich das elektrochrome Medium 10. Das elektrochrome Medium 10 ändert seine Transmissionseigenschaften, wenn zwischen den beiden Elektroden 7 und 8 eine elektrische Spannung angelegt wird.
In Fig. 2 A ist die elektrochrome Vorrichtung 26 mit dem Zwischenraum 21 vor dem Bildschirm 3 plaziert.
Fig. 2B zeigt einen detaillierteren Ausschnitt des Bildschirms aus Fig. 2A. Die elektrochrome Kontrastplatte 26 besteht aus den transparenten Scheiben 23 und 29 mit den transparenten, elektrisch leitfähigen Elektroden 27 und 28, sowie dem elektrochromen Medium 20. Der Raum 21 zwischen dem Schirm 3 und der elektrochromen Kontrastplatte 26 kann mit einem Medium gefüllt sein, das den
Brechungsindex anpasst und damit mögliche Reflexionen reduziert.
Die Fig. 3A und 3B zeigen eine EC-Kontrastplatte 36 mit integrierter Touch-Screen in Draufsicht bzw. in Seitenansicht. Die EC-Kontrastplatte ist aufgeteilt in einen
Bereich mit Kontrastfunktion 310 und einen Bereich mit Funktion als Touch-Screen
31 1. Die EC-Kontrastplatte 36 befindet sich als diskrete Einheit vor dem Bildschirm 3. Die Grundfläche der EC-Kontrastplatte 36 ist größer als die Fläche des Bildschirms 3. Der über die Bildschirmfläche hinausragende Teil der EC-Kontrastplatte dient als Touch-Screen 311. Die EC-Kontrastplatte 36 besteht aus einer Trägeφlatte 32 und einer Deckplatte 31. Auf der Trägeφlatte 32 befindet sich eine elektrisch leitfahige, transparente Schicht 33a, die in diskrete Bereiche 310 und 31 1 ent- sprechend der Kontrastfunktion und der Funktion als Touch-Screen eingeteilt ist. Auf der Deckplatte 31 befindet sich die elektrisch leitfahige, transparente Schicht 33b. Die Trägeφlatte 32 und die Deckplatte 31 sind durch einen umlaufenden Dichtungsring 34 zu einer Zelle verbunden, in der sich das elektrochrome Medium 35 befindet. Die Deckplatte 31 wird an ihrer Stirnfläche durch die Strahlungsquelle 313 beleuchtet. An der Trägerplatte 32 ist ein Photoempfänger 37 montiert mit Verstärker
38 und Auseamiskontakt 39.