Beschreibung
Verfahren zur Herstellung einer mikroelektronischen Struktur
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Halbleitertechnologie und betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer mikroelektronischen Struktur, insbesondere ein Verfahren zur Herstellung von Halbleiterspeichern.
Bei der Herstellung von Halbleiterspeichern, die z.B. eine mikroelektronische Struktur darstellen, werden in zunehmendem Maße Materialien mit einer hohen Dielektrizitätskonstante bzw. mit ferroelektrischen Eigenschaften als Kondensatordielektrikum eingesetzt. Im allgemeinen weisen derartige Halb- leiterspeicher eine Vielzahl von Speicherzellen auf, die zumindest einen Auswahltransistor und einen Speicherkondensator umfassen. Der Speicherkondensator besteht dabei aus dem Kondensatordielektrikum, welches sich zwischen zwei Elektroden befindet. Ein geeignetes Kondensatordielektrikum mit ausrei- chend hoher Dielektrizitätskonstante ist beispielsweise Bari- um-Strontium-Titanat (BST) . Dieses Material erfordert jedoch bei seiner Abscheidung oder einer notwendigen Nachbehandlung eine oxidierende Atmosphäre, die zu einem Angreifen der Elektroden führen kann. Im ungünstigsten Fall werden die Elektro- den oxidiert und damit unbrauchbar. Daher wurden oxidations- resistente Materialien, z.B. Platin, als Elektrodenmaterialien vorgeschlagen. Platin neigt jedoch bei hohen Temperaturen bei unmittelbaren Kontakt mit Silizium zu einer Silizierung, durch die die elektrische Leitfähigkeit der Elektroden ver- schlechtert wird. Daher wird üblicherweise zwischen der Platinelektrode und einem mit Silizium gefüllten Kontaktloch eine Diffusionsbarriere angeordnet, durch die eine Platin- bzw. Siliziumdiffusion verhindert werden soll.
Darüber hinaus kann Sauerstoff relativ leicht durch Platin hindurch diffundieren und dabei unter der Platinschicht angeordnete Schichten, beispielsweise die Platin- bzw. Silizium-
diffusionsbarriere, oxidieren. Daher bedarf es einer weiteren Diffusionsbarriere, die insbesondere eine Sauerstoffdiffusion verhindert.
Häufig verwendete Barrierensysteme bestehen aus einer
Schichtkombination aus einer Titan- und einer Titannitridschicht bzw. aus einer Tantal- und Tantalnitridschicht. Auf dieses Barrierensystem wird nachfolgend die Platinschicht aufgetragen und gemeinsam mit dem Barrierensystem geätzt. Da- durch entsteht ein in der Regel planarer Schichtstapel mit freiliegenden Barriereschichten an den Rändern des Schichtenstapels. Insbesondere diese Randgebiete sind bei der nachfolgenden Abscheidung des Kondensatordielektrikums der sauerstoffhaltigen Atmosphäre ausgesetzt und können zumindest teilweise oxidieren. Darüber hinaus hat es sich gezeigt, daß bei der Abscheidung des Kondensatordielektrikums mittels eines CVD-Prozesses (Chemical Vapor Deposition) die Schichtdik- ke des abgeschiedenen Kondensatordielektrikums von der jeweiligen Unterlage (Platin bzw. Barriere) abhängen kann. Eine unterschiedlich hohe Schichtdicke des Kondensatordielektrikums führt jedoch bei Anlegen einer Spannung an die beiden Elektroden des Speicherkondensators zu unterschiedlich hohen Feldstärken, durch die es zu Frühausfällen des Kondensatordielektrikums kommen kann. Weiterhin kann es durch die lokale Aufoxidation der Barrierenschicht in den Randbereichen des Schichtenstapels zu einer Volumenvergrößerung und damit zu hohen mechanischen Spannungen oder zu einer Verschlechterung des elektrischen Kontakts zum darunter befindlichen Substrat kommen.
Zum Schutz der Barrierenschicht insbesondere in den Randbereichen des Schichtstapels werden gemäß EP 0 739 030 A2 entweder seitliche Passivierungsrandstege aus einem isolierenden Material verwendet, oder die Barrierenschicht wird vollstän- dig mit einer leitfähigen sauerstoffresistenten Schicht belegt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Barrieren-
schicht zu vergraben. Der dazu notwendige Polierschritt ist jedoch relativ aufwendig.
Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfah- ren zu benennen, bei dem die Randbereiche der Barrierenschicht vor einer Oxidation weitestgehend geschützt sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch Verfahren zum Herstellen einer mikroelektronischen Struktur, mit folgenden Schritten: eine auf einem Substrat angeordnete Schichtstruktur, die das Substrat teilweise bedeckt und zumindest eine bis zu einer Seitenwand der Schichtstruktur reichende erste leitfähige Schicht aufweist, wird bereitgestellt; - auf die Schichtstruktur und das Substrat wird eine zweite leitfähige Schicht aufgebracht; und die zweite leitfähige Schicht wird nachfolgend unter Verwendung eines Atzverfahrens mit physikalischem Abtrag zumindest teilweise vom Substrat abgetragen, so daß sich ab- getragenes Material zumindest teilweise an der Seitenwand der Schichtstruktur ablagert.
Erfindungsgemäß wird auf die das Substrat teilweise bedeckende Schichtstruktur und auf das Substrat selbst eine zweite leitfähige Schicht aufgebracht. Dabei ist es nicht notwendig, daß die zweite leitfähige Schicht die Schichtstruktur und das Substrat konform belegen. Hingegen sollte die zweite leitfähige Schicht zumindest das freiliegende Substrat ausreichend mit einer gewissen Schichtdicke belegen. Die zu schützende Seitenwand der Schichtstruktur und insbesondere die bis zur Seitenwand reichende erste leitfähige Schicht werden nachfolgend durch einen geeignet gewählten Abtragungs- und Ablagerungsprozeß mit Material aus der zweiten leitfähigen Schicht belegt. Dies erfolgt insbesondere durch Verwendung eines Ätz- Verfahrens mit physikalischem Abtrag, wodurch das Material von der zweiten leitfähigen Schicht abgetragen wird, das sich nachfolgend wieder auf der Oberfläche der Schichtstruktur und
des Substrats ablagern kann . Derartige Umlagerungsprozesse werden beispielsweise durch Argonsputtern erreicht .
Bei dieser Umlagerung von Material schlägt sich auch abgelöstes Material an der Seitenwand der Schichtstruktur nieder und bedeckt diese . Die Höhe des Niederschlags hängt unter anderem von der Neigung der Seitenwand, der Energiedosis der auftref fenden Argonionen sowie der Winkelvertei lung der her- ausgeschlagenen Atome ab .
Durch das Abtragen der zweiten le it fähigen Schicht wird diese weitestgehend von der Oberseite der Schichtstruktur und dem frei liegenden Substrat entfernt . Aufgrund der geometrischen Verhältnisse erfolgt der Abtrag von Material von den Seitenwänden der Schichtstruktur deutlich langsamer als von der Oberseite der Schichtstruktur und dem freiliegenden Substrat . Andererseits kann sich abgetragenes Material auf der gesamten Oberf läche der Schichtstruktur und des Substrats wieder abla- gern, wobei dies j edoch mit einer cos inus förmigen Winkelvertei lung bezüglich der auf tref fenden Sputteratome erfolgt . Die gleichzeitig stattf indenden Abtragungs- und Ablagungsprozesse führen zusammen j edoch zu einem Nettoabtrag der zweiten leitfähigen Schicht von insbesondere der Oberseite der Schicht- Struktur und dem freiliegenden Substrat und zu einem Nettoauftrag von abgetragenem Material insbesondere auf die Seitenwände der Schichtstruktur . Es kann daher auch von einer Umlagerung von Material von im wesentlichen hori zontalen Flächen auf im wesentlichen vertikale Flächen gesprochen werden, wobei die im wesentl ichen verti kalen Flächen etwa paral lel bzw . in einem spitzen Winkel zu den auftre f fenden Sputterato- men l iegen . Die Sputteratome werden dabei von den im Ätzverfahren verwendeten Ätzsubstanzen, z . B . Argon, gebildet .
Bevor zugt sollte die zweite leit fähige Schicht eine ausreichende Dicke aufweisen, damit eine ausreichende Materialmenge zur Redeponierung an den Seitenwänden bzw . der Seitenwand der
Schichtstruktur vorliegt . Es wird angestrebt, zumindest die erste leitfähige Schicht vollständig mit wieder abgelagertem Material aus der zweiten leitfähigen Schicht zu bedecken .
Bevorzugt wird mittels des Ätzverfahrens zumindest die zweite leitfähige Schicht vollständig vom Substrat entfernt . Dabei ist es unerheblich, ob die zweite leitfähige Schicht ebenfalls vollständig von der Oberseite des Schichtstapels entfernt wird, oder teilweise auf dieser verbleibt .
Die erste leitfähige Schicht stellt im allgemeinen eine Barriere und/oder Haftschicht dar . Auf dieser Barrieren- und/oder Haftschicht kann sich eine dritte leitfähige Schicht bef inden, die insbesondere bei Halbleiterspeichern als Elek- trodenmaterial Verwendung findet . Dies kann entweder eine leitfähige Metallschicht oder eine leitfähige Metalloxidschicht sein . Die Metallschicht kann insbesondere aus Platin, Ruthenium, Iridium, Osmium, Rhodium, Rhenium oder Palladium und die Metalloxidschicht insbesondere aus Rutheniumoxid, Iridiumoxid, Rheniumoxid, Osmiumoxid, Strontium-Rutheniumoxid oder Rhodiumoxid bestehen . Bevorzugt besteht die Schichtstruktur aus der unten sitzenden ersten leitfähigen Schicht und aus der auf der Oberseite der ersten leitfähigen Schicht angeordneten dritten leitfähigen Schicht .
Auf diese Schichtstruktur wird die zweite leitfähige Schicht, die bevorzugt aus Platin besteht, aufgebracht und mit dem Atzverfahren mit physikalischem Abtrag auf der Oberfläche des Substrats bzw. der Schichtstruktur verteilt, so daß sich ins- besondere an der Seitenwand der Schichtstruktur eine zusammenhängende Platinschicht herausbildet. Diese soll insbesondere die Randbereiche der ersten leitfähigen Schicht bedecken und diese insbesondere vor einem Sauerstoffangriff bei nachfolgenden Prozeßschritten schützen.
Sofern die zweite und dritte leitfähige Schicht aus demselben Material bestehen, weist die Schichtstruktur nach dem Rückät-
zen der zweiten leitfähigen Schicht eine vollständig aus einem Material bestehende Oberfläche auf. Dies wirkt sich vorteilhaft auf Schichteigenschaften von nachfolgend auf die Schichtstruktur aufzubringende Schichten aus. Bevorzugt be- stehen die zweite und dritte leitfähige Schicht aus einem Edelmetall, insbesondere aus Platin.
Durch das Ätzverfahren soll weiterhin die zweite leitfähige Schicht möglichst vollständig von dem Substrat entfernt wer- den, damit benachbarte Schichtstrukturen elektrisch nicht durch die zweite leitfähige Schicht verbunden werden.
Nach Herstellung der Seitenwandschutzschicht wird eine dielektrische metalloxidhaltige Schicht möglichst konform abge- schieden. Für die dielektrische metalloxidhaltige Schicht, die insbesondere bei einem Halbleiterspeicher das Hoch - ε - Dielektrikum bzw. das ferroelektrische Kondensatordielektrikum darstellt, werden insbesondere Metalloxide der allgemeinen ABOχ oder DOx verwendet, wobei A insbesondere für wenig- stens ein Metall aus der Gruppe Strontium (Sr) , Wismut (Bi) , Niob (Nb) , Blei (Pb) , Zirkon (Zr) , Lanthan (La), Lithium (Li), Kalium (K) , Kalzium (Ca) und Barium (Ba) , B insbesondere für wenigstens eine Metall aus der Gruppe Titan (Ti), Niob (Nb) , Ruthenium (Ru) , Magnesium (Mg) , Mangan (Mn) , Zirkon (Zr) oder Tantal (Ta) , D für Titan (Ti) oder Tantal (Ta) und 0 für Sauerstoff steht. X kann zwischen 2 und 12 liegen. Diese Metalloxide weisen je nach Zusammensetzung dielektrische oder ferroelektrische Eigenschaften auf, wobei die angestrebten Hochdielektrikaeigenschaften (ε>20) bzw. die hohe rema- nente Polarisation bei Ferroelektrika gegebenenfalls erst nach einem Hochtemperaturschritt zur Kristallisation der Metalloxide erreicht werden. Unter Umständen liegen diese Materialien in polykristalliner Form vor, wobei häufig perowskit- ähnliche Kristallstrukturen, Mischkristalle, schichtförmige Kristallstrukturen oder Supergitter beobachtet werden können. Grundsätzlich eignen sich alle perowskitähnlichen Metalloxide der allgemeinen Form AB0X zum Bilden der dielektrischen me-
talloxidhaltigen Schicht. Dielektrische Materialien mit hohem ε (ε > 50) bzw. Materialien mit ferroelektrischen Eigenschaften sind beispielsweise Barium-Strontium-Titanat (BST, Baι-xSrxTi03) , niobiumdotiertes Strontium-Wismut-Tantalat (SBTN, SrxBiy(TazNbι_z) 03 Strontium-Titanat (STO, SrTi03) , Strontium-Wismut-Tantalat (SBT, SrxBiyTa209) , Wismut-Titanat (BTO, Bi4Ti30ι2), Blei-Zirkonat-Titanat (PZT, Pb (ZrxTiι-κ) 03) , Strontium-Niobat (SNO, Sr2Nb20τ) , Kalium-Titanat-Niobat (KTN) sowie Blei-Lanthan-Titanat (PLTO, (Pb, La) Ti03) . Als Hoch - ε - Dielektrikum kommt darüber hinaus auch Tantaloxid (Ta205) zur Anwendung. Im folgenden soll unter dielektrisch sowohl eine dielektrische, paraelektrische oder ferroelektrische Schicht verstanden werden, so daß die dielektrische metalloxidhaltige Schicht dielektrische, paraelektrische oder fer- roelektrische Eigenschaften aufweisen kann.
Neben dem Schutz der Seitenbereiche der ersten leitfähigen Schicht weist die durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte mikroelektronische Struktur darüber hinaus auch eine gleichmäßige Unterlage für die Abscheidung der dielektrischen metalloxidhaltigen Schicht auf. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, daß sowohl die dritte leitfähige Schicht als auch die zweite leitfähige Schicht aus Platin bestehen, und dadurch sowohl die Oberseite der Schichtstruktur als auch de- ren Seitenwände mit einer Platinschicht belegt sind. Die aus dem gleichen Material bestehende Oberfläche der Schichtstruktur ermöglicht eine relativ gleichmäßige Kantenbedeckung der Schichtstruktur mit der dielektrischen metalloxidhaltigen Schicht, wodurch insbesondere lokal hohe elektrische Feld- stärken vermieden werden können. Darüber hinaus schützt die an der Seitenwand der Schichtstruktur gebildete Schutzschicht aus Platin die erste leitfähige Schicht weitestgehend vor einer Oxidation.
Im weiteren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben und in Figuren skizzenhaft dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 bis 5 verschiedene Verfahrensschritte bei der Her¬ stellung einer mikroelektronischen Struktur.
In Figur 1 ist ein Substrat 5 dargestellt, auf dessen Ober- fläche 10 eine Titanschicht 15, eine Titannitridschicht 20 und eine Platinschicht 25 in Form eines Schichtenstapels sitzen. Optional kann die Titanschicht 15 auch aus Tantal und die Titannitridschicht 20 aus Tantalnitrid bestehen. Nachfolgend werden die drei Schichten 15, 20 und 25 gemeinsam ge- ätzt, wobei voneinander getrennte Schichtstrukturen 30 auf der Oberfläche 10 des Grundsubstrats verbleiben. Diese Schichtstrukturen 30 umfassen jeweils die im unteren Bereich angeordnete Titanschicht 15 und Titannitridschicht 20 und die im oberen Bereich befindliche Platinschicht 25. Bei diesem Ausführungsbeispiel stellt die Platinschicht 25 die dritte leitfähige Schicht dar, hingegen bilden die Titanschicht 15 und die Titannitridschicht 20 gemeinsam die erste leitfähige Schicht. Optional kann sich zwischen der Platinschicht 25 und der Titannitridschicht 20 noch eine weitere Schicht, insbe- sondere eine Sauerstoffdiffusionsbarriere, befinden, die ebenfalls zur ersten leitfähigen Schicht gerechnet werden kann.
Die Schichtstrukturen 30 weisen jeweils zumindest eine Sei- tenwand 35 auf, die im vorliegenden Fall nahezu senkrecht zur Oberfläche 10 des Substrats 5 ausgerichtet sind. Die Seitenwand 35 kann jedoch auch geneigt sein. Die Neigung hängt insbesondere von dem verwendeten Ätzprozeß zum Strukturieren der Platinschicht 25, der Titanschicht 15 und der Titannitrid- schicht 20 ab. Andeutungsweise ist dies durch abgerundete Ek- ken 40 der Platinschicht 25 dargestellt. Sofern die Schichtstruktur 30 zylinderförmig ausgebildet ist, weist diese eine einzige, die Schichtstruktur vollständig umlaufende Seitenwand 35 auf. Unterhalb jeder Schichtstruktur 30 befindet sich weiterhin ein mit Polysilizium gefüllte Kontaktloch 42, welches das Substrat 5 durchsetzt und beispielsweise bis zu einem hier nicht näher dargestellten Auswahltransistor führt.
Nachfolgend wird eine weitere Platinschicht 45, die hier die zweite leitfähige Schicht darstellt, auf das Substrat 5 und auf die Schichtstruktur 30 aufgebracht. Dabei ist es nicht notwendig, daß die Seitenwand 35 der Schichtstruktur 30 mit der weiteren Platinschicht 45 bedeckt wird. Dadurch können zum Auftragen der Platinschicht 45 auch nichtkonforme Verfahren, z.B. Sputtern oder Aufdampfen, verwendet werden. Anschließend wird die weitere Platinschicht 45 durch einen Sputterätzprozeß zurückgeätzt. Bei diesem Ätzverfahren werden in der Regel Gasgemische aus Argon und weiteren Zusätzen, z.B. Chlor und Sauerstoff, eingesetzt. Die Zusätze bewirken insbesondere ein gleichmäßiges Zurückätzen der Platinschicht 45, wodurch sich relativ glatte Oberflächen erzeugen lassen. Der eigentliche Abtrag der weiteren Platinschicht 45 erfolgt während des Sputterätzprozesses durch Beschüß der weiteren Platinschicht 45 mittels gerichteter Argonionen, d.h. die Argonionen werden mittels eines elektrischen Feldes beschleunigt und treffen mit relativ hoher Geschwindigkeit auf die weitere Platinschicht 45 auf. Der Winkel, unter denen die Argonionen auf die weitere Platinschicht 45 auftreffen, kann frei gewählt werden, sollte jedoch so eingestellt sein, daß die zwischen zwei Schichtstrukturen 30 befindliche weitere Platinschicht 45 von der Oberfläche 10 des Substrats 5 mög- liehst vollständig entfernt werden kann. Dies ist einerseits für die vollständige elektrische Isolation benachbarter Schichtstrukturen 30 und andererseits für eine möglichst vollständige Bedeckung der Seitenwand 35 jeder Schichtstruktur 30 nötig. Die auftreffenden Argonionen sind mit Pfeilen 50 dargestellt.
Im Gegensatz zu den gerichteten Argonionen 50 weisen die aus der weiteren Platinschicht 45 herausgeschlagenen Platinatome eine Winkelverteilung auf, die im wesentlichen einer Cosinus- Verteilung entspricht. Dadurch gelangen abgetragene
Platinatome an die Seitenwand bzw. Seitenwände 35 der Schichtstrukturen 30 und können sich dort ablagern. Die herausgelösten Platinatome sind mit Pfeilen 55 gekennzeichnet.
Durch das Zurückätzen der weiteren Platinschicht 45 bilden sich metallische Schutzschichten 60 in Form von seitlichen Randstegen an der Seitenwand 35 der Schichtstruktur 30 heraus. Diese bestehen nahezu vollständig aus abgetragenem Material aus der weiteren Platinschicht 45, die ihrerseits von der Oberfläche 10 des Substrats 5 nahezu vollständig entfernte wurde. Wichtig dabei ist, daß die Schichtstrukturen 30 nunmehr nicht mehr durch die Platinschicht 45 elektrisch miteinander verbunden sind. Durch die aus Platin bestehende metallische Schutzschicht 60, die die Seitenwand 35 vollständig bedeckt und bis zur Platinschicht 25 reicht, ist die Schichtstruktur 30 vollständig von einer Platinschicht überzogen. Dadurch wird eine aus einem einzigen Material bestehende Oberfläche für die nachfolgende Abscheidung der dielektrischen metalloxidhaltigen Schicht bereitgestellt. Außerdem schützt die metallische Schutzschicht 60 die Titanschicht 15 und die Titanschicht 20 in ihren Randbereichen 65, d.h. im Bereich der Seitenwand 35 der Schichtstruktur 30. Ein weitere Vorteil der mit diesem Verfahren hergestellten mikroelektronischen Struktur besteht darin, daß die aufgebrachte metalli- sehe Schutzschicht 60 eventuell vorhandene scharfe Kanten der Schichtstruktur überdeckt und leicht ausgleicht. Dadurch werden schwer zu bedeckende Topologien entschärft, wodurch stetige bzw. kontinuierlich verlaufende Höhenübergänge geschaffen werden, auf denen die nachfolgend aufzubringende dielek- trische metalloxidhaltige Schicht gleichmäßig und streßfrei aufwachsen kann. Außerdem weist die metallische Schutzschicht 60 eine leichte Neigung auf, die ebenfalls zu einer verbesserten Abscheidung der dielektrischen metalloxidhaltigen Schicht beiträgt. Die beschriebene Struktur ist in Figur 4 dargestellt.
Abschließend wird gemäß Figur 5 auf die Schichtstruktur 30 und das Substrat 5 eine dielektrische metalloxidhaltige Schicht 70, z.B. eine BST-Schicht, ganzflächig und konform aufgetragen. Dies folgt bevorzugt mittels eines CVD-Prozesses wobei die Schichtdicke zumindest im Bereich der metallischen Schutzschicht 60 und der Platinschicht 25 aufgrund des gleichen Materials nahezu konstant ist. Auf die dielektrische metalloxidhaltige Schicht 70 wird abschließend ganzflächig und weitestgehend konform eine obere Elektrodenschicht 75 aus Platin aufgetragen. Ggf. muß die dielektrische metalloxidhaltige Schicht 70 noch durch einen Hochtemperaturschritt in Anwesenheit von Sauerstoff einem Kristallisationsprozeß unterworfen werden, durch den die angestrebten dielektrischen Eigenschaften, d.h. entweder eine hohe relative Dielektrizi- tätskonstante oder remanente Polarisation, verbessert werden sollen.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere bei der Herstellung von Halbleiterspeichern eingesetzt, bei denen sich auf einem isolierenden Substrat 5 eine Vielzahl von Speicherkondensatoren befindet, die bevorzugt in Form eines Stapels aufgebaut sind. Dabei stellen die erste, zweite und dritte leitfähige Schicht die untere Elektrode einschließlich notwendiger Barrieren dar, die von einem Kondensatordielektrikum (dielektrische metalloxidhaltige Schicht) und einer weiteren oberen Elektrodenschicht bedeckt sind.