DEP0053512DA - Verfahren zur Herstellung von Vliesen, insbesondere Pappen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Vliesen, insbesondere PappenInfo
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Description
Dr. Adolf Sieglitz
per Adresse:
Anlage II
^ 10, Mei 1950 Dr, Bg/Ro
zur Patentanmeldung Fw.
198
Verfahren zur Herstellung von Vliesen, insbesondere Pcppen»
Es ist bekannt, zur Verfestigung von Vliesen pus Zellstoff-Fasern, Holzschliff und ähnlichem zellstoffheltigem
Fasermsteriel einen Leim eus tierischem oder pflanzlichem Ausgangsmateriel zu verwenden„ Auch sind schon
Kunststoffe der verschiedensten Art für diesen Zweck angewandt worden- Die Anwendung kenn vor, während oder nach
der eigentlichen Vliesbildung erfolgen, wobei der Kunststoff also mit den Fcsera zusemmen verarbeitet oder dem
fertigen Vliese nachträglich einverleibt wird. Auch ist es' bekannt, die fertigen Vliese durch Anwendung von Wärme
und geringem Druck (Trockenzylinder) oder Wärme und höherem Druck - eher nur kurzzeitig wirkend - (Heisskelander) noch
zu verfestigen«
Insbesondere ist bei der Herstellung von Pappen und Pepier schon bekannt, dess dem Faserbrei im Holländer
ein IIaturleim oder ein Kunstharz in fester Form oder in Form einer Lösung oder Dispersion zugesetzt und dieser
Stoff gegebenenfalls durch Zugabe eines Elektrolyten, Z cB0
Alaun, euf die Fasern gefällt wird» Die Veredlung solcher Peppen durch kurzes Erwärmen unter gleichzeitiger Anwendung
von Druck (euf dem Heisskalender), besonders zur Glättung
Fwc 198
der Oberfläche„ ist ebenfalls schon bekannt., Die Pappen laufen zu diesem Zweck etwa 2-5 Mel zwischen den heissen
Kalenderwalzen hindurch.
Es wurde nun gefundens dass die Veredlung solcher unter Zusatz von Kunststoff-Dispersionen im Holländer
hergestellter Vliese, insbesondere Pappeiij viel weiter getrieben werden kann, wenn man die fertigen Vliese nach dem
üblichen Glätten noch zusätzlich in der Wärme kalandriert und bezWc oder presst» Bei dünneren Vliesen genügt eine
kleinere Zahl von Durchgängen durch den Kalander, bei dickeren wird eine grössere Zahl benötigt, um den optimalen
Effekt zu erzielen. Eine zu grosse Zehl von Durchgängen ist unwirtschaftlich und kann eine Schädigung der Fasern
herbeiführen«
In der Regel sind mindestens etwa 10 Durchgänge erforderliche Besonders günstige Ergebnisse werden bei etwa
20 - 30 Durchgängen erzielt, während es im allgemeinen nicht erforderlich oder sogar nicht zweckmässig ist, die Zahl von
35 Durchgängen zu überschreäten„ An die Stelle des Kalandrierens kann auch ein gründliches Verpressen bei höherer Temperatur
treten„ Die Zahl der ISLanderdurchgänge oder die Zeit des Verpressens kann dadurch herabgedrückt werden, dass man
die Vliese vorher einige Zeit erwärmt.
Der erzielte Effekt besteht darin, dass durch gleichzeitige Einwirkung von Wärme und Druck die Fasern
zusammengepresst und die auf ihnen befindlichen Kunststoffteilchen geschmolzen werden, wobei sie die Hohlräume zwischen
den einzelnen Faserteilchen ausfüllen und die Fasern mit einander Verschweissenu Diese Verschweissung hält auch nach
dem ArbeitsgEJig die Fasern zusammen« Es wird so ein wesentlich dichteres, steiferes und festeres Material erhalten,
das dem Eindringen von Wasser grösseren Widerstand enfeegen-' setzt, als normale Pappe, auch wenn nicht ein von sich aus
hydrophober Kunststoff verwendet worden ist« Bei dem erhaltenen Produkt kann man geradezu von einem neuartigen Werk-
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stoff sprechen» Beispielsweise wird durch Zugabe von 5 i° Polyvinylacetat in Dispersionsform im Holländer zu einem
Rohstoff für gewöhnliche Graupappe und 20~maliges Mandrieren der daraus hergestellten Pappen ein Werkstoff erhalten,
der in verschiedener Hinsicht eine aus besonders ausgesuchtem Rohmaterial - jedoch ohne die erfindungsgemasse
Behandlung - hergestellte Pappe noch übertrifft=
Wird in analoger Weise aus besonders ausgesuchtem Zellstoff-Material Hartpappe hergestellt, so sind deren
Eigenschaften im Vergleich zu denen gebräuchlicher Hartpappen weit besser. Die so hergestellten Pappen können als
Hertplatten für Kofferfabrikation, als Ordnerpappe, zur Herstellung von Radiο-Rückwanden und von Gelenken und Kappen
für Schuhe und für noch andere Zwecke \Terwendet werden. Die P&ppen weisen ausgezeichnete Standfestigkeit und Biegesteifigkeit
auf und zeigen eine glätte, glänzende Oberfläche neben wesentlich erhöhter Reissfestigkeit, besonders auch
nach Wasserlagerungo In der beigefügten Tabelle sind die nach obigem Verfahren erhaltenen Trocken- und Nassfestigkeiten
im Vergleich gesetzt zu denen, die bei derselben Pappe nach gewöhnlichem Kalandrieren erhalten worden sind.
j Trocken- J Wassfestigkeit kg/cm
Pappenart j Behandlung I festigkeit!-— .„ ■
I kg/cm c I 10 see!10 minf 2 h124h
Gew.Graupappe I normal I , I i
1,6 mm I kalandriert I 276 \ 231 J 30,9 ' 17,6 1%3
5io Polyvinyl- | ■■ j —-f— — ■■ —■ f - ■ ■; -~~~—
acetat im ) sus&zlich >] 1 ] I
Holländer ]30 mal ka- , 398 ' 326 i 56,5 , 23,4
zugesetzt llandriert » \ '· χ
Hartpappe !normal * | 4
1,6 ma Ikalandriert ■< 222 f 218 152 ''18,2 15/
5<?o Polyvinyl- |_ _4__ | j .—~r——
acetat im !zusätzlich ; I ' , \
Holländer |30 mal ka- " 332 I 316 \ 252 33,8 25,8
augesetzt ILandriert 1 f !
Gew0Graupappe |iorm.kafendr. ■> J >
5fo Polyvinyl- f130° 5 Min. 374 ■ 382 ' 306 '- 65,7!42,8
acetat im f 80 kg ' ι . ;
Holländer I : ?
zugesetzt f j *
Fw0 198
Aus der Tabelle ist zu ersehen, dass durch 30-meliges susätzliches Ki-Icndriereri eine wesentliche Pestigkeiteer
höhung sowohl der G-raupappe ;.:ls tuch der Iifirtpappe ersielt worden istc Darüber hinaus aber ist euch eine wesentliche
Verbesserung ihrer sonstigen Eigenschaften zv bemerken ι Beide Ptppensorten sei gen nach 30-maligem Kal-anderdurehgeng
ein viel besseres Aussehen, besonders eine glätte, glänzende, wisch- und abriebfeste Oberfläche; sie besitzen
eine viel grössere Härte, Dichtigkeit und Ausreissfestigkeit eis vor dem Kalcndrieren, weisen euch eine stark vermehrte
Stand- und Biegefestigkeit auf und geben beim Anschlagen einen gutent harten klang»
Der gefundene Effekt wer nicht ohne weiteres vorauszusehen, da Peppen, wie die meisten Paservlieseli
schlechte Wärmeleiter Sindjl die eine von aussen einwirkende Erwärmung nur lengsem und schwierig im Innern zur Wirksamkeit
kommen lassenο /
In den Beispielen ist die Veredlung von mit Polyvinylecetstdispersionen behandelten Pappen beschrieben
worden« Das Verfehren lässt sich jedoch bei jeder Art von Verleimung anwenden, beispielsweise euch bei Verwendung von
Dispersionen von Polyacrylester!! oder Melaminharzen«
Eeispielli
Eine etwa 150 kg Trockensubstanz entsprechende Menge eines vorbereiteten Pasermaterials für Gre.upappe wird
mit der erforderlichen Menge Wasser in den Holländer gegeben und dieser In Betrieb gesetzt. Dann wird die nötige Menge
Polyvinylacetat-Dispersion von etwa 50 Festgehelt nach und nech zugefügt, beispielsweise etwa 15 kg. Gegen Ende des
Holländerns wird mit A-Iuminiumsulfat (ca. 20 1 10 ^ige wässerige Lösung) der Kunststoff auf die Faser gefällt, nachdem
mit Ammoniek der pH-Wert euf ca. 7,0 eingestellt worden Ist0 Die so behandelte Messe wird in die Bütte laufen gelassen,
und dann euf der Pappenmaschine zu Pappen verarbeitet;
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letztere werden getrocknet, zwei bis dreimal wie üblich kalandriert und dann entweder sofort oder zu einem späteren
Zeitpunkt noch 20 - 30mal durch den auf ca, 100° geheizten Kalander geschickt= Nach dem Abkühlen sind die so erhaltenen
Peppen sofort verwendungsbereit„
Eine etwa 150 kg Trockenfaser entsprechende Menge eines vorbereiteten Ptsermaterials für Hartpappe wird
mit der nötigen Wassermenge in den Holländer gefüllt und dieser in Betrieb genommen. Dazu wird während der Mthlung
die gewünschte Menge, z„B„ 7,5 kg einer 50 ^igen Polyvinylacetat-Dispersion
zugegeben. Mit ca„ 10 1 einer 10 ^igen Aluminiumsulfatlösung wird die Ausfällung auf die Faser
herbeigeführt und anschliessend die Masse, wie oben angegeben, zu Pappen verarbeitet» Diese werden nach dem Trocknen
kurz kalandriert und dann sofort oder bei Gelegenheit noch 20 - 30mel durch den Kalander laufen gelassen. Die
so erhaltenen, besonders schönen Hartpappen können dann sofort weiterverarbeitet werden,
Claims (2)
1) Verfahren zur Herstellung von Vliesen, insbesondere Pappen, aus Dispersionen von Zellstoffasern
unter Zusatz von Kunststoffdispersionen und Ausfällen der Kunststoffe im Holländer, dadurch gekennzeichnet,
dass die fertigen Vliese nach dem üblichen Glätten noch zusätzlich in der Wärme kalandriert und bezw« oder gepresst
werden,
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliese vor dem Kalandrieren oder Pressen
erwärmt werden.
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