DEP0053002DA - Lichtabsorbierendes Brillenglas - Google Patents
Lichtabsorbierendes BrillenglasInfo
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Description
Es ist bekannt, Brillengläser zur Absorption physiologisch störender Strahlung aus in der Masse gefärbtem Glas herzustellen. Da die Brillengläser aber mit Rücksicht auf ihre korrigierende Wirkung nicht über ihre ganze Fläche die gleiche Dicke besitzen, ist die Absorption also in den einzelnen Zonen des Brillenglases verschieden. Man hat daher absorbierende Brillengläser auch dadurch hergestellt, daß man nicht-absorbierendes Plattenglas, das mit einer relativ dünnen Schicht aus absorbierendem Glas überzogen ist (Überfangglas), als Ausgangsmaterial benutzt. Die Brillenglasrohlinge werden dabei durch Senken hergestellt. Diese Herstellung ist nicht immer billig und man ist daher dazu übergegangen, die fertig bearbeiteten Brillengläser zur Erzielung einer Absorptionswirkung nachträglich durch Aufdampfen mit Metallbelegungen oder Interferenzschichten zu versehen. Wegen der geringen Dicke, die diese Schichten besitzen müssen, sind sie sehr kratzer- und abriebempfindlich. Außerdem reflektieren diese Schichten sehr stark.
Die Erfindung betrifft ein Brillenglas mit einer lichtabsorbierenden Schicht, die ebenfalls nachträglich auf das fertige Brillenglas aufgebracht wird. Erfindungsgemäß besteht die Schicht aus nichtmetallischen, absorbierenden Stoffen, die durch Verdampfen auf das Brillenglas aufgebracht sind. Zweckmäßig wird dabei die an sich bekannte Hochvakuumverdampfung angewendet.
Als Absorptionsstoffe kommen in erster Linie Metallsulfide oder Metalloxyde in Betracht, also z.B. Blei-, Eisen-, Kobalt-, Kupfer-, Molybdän-, Nickel-, Silbersufild oder die entsprechenden Oxyde, soweit sie absorbierend wirken. Anstelle der Sulfide und Oxyde können in anderen Fällen auch die Selenide und Telluride in Frage kommen. In Abb. 1 ist ein Brillenglas nach der Erfindung beispielsweise dargestellt. Die auf das Glas 1 aufgedampfte Absorptionsschicht 2 hat eine Dicke von etwa 0,1 - 1 (My). Zu besonderen Fällen können je nach der gewünschten Wirkung auch andere Schichtdicken in Frage kommen. Die Schicht kann sowohl auf der dem Auge zugekehrten, wie auch auf der dem Auge abgewandten Seite des Brillenglases aufgebracht sein.
Gegenüber den bekannten absorbierenden Brillengläsern mit aufgedampften Metallschichten haben die Brillengläser nach der Erfindung den Vorteil, daß die Schichten einmal wesentlich unempfindlicher gegen mechanische Einwirkungen sind und außerdem eine bedeutend geringere Reflexion besitzen. Gerade die hohe Reflexion stört den Brillenträger häufig.
Gegenüber Interferenzschichten haben die Absorptionsschichten nach der Erfindung den Vorzug, daß der Grad der Absorption beliebig gewählt werden kann. Das ist bei Interferenzschichten nicht ohne weiteres möglich, da sich dann die Farbe ändert. Im übrigen lassen sich die Schichten nach der Erfindung wesentlich dicker und damit mechanisch unempfindlicher ausbilden als die Interferenzschichten.
Nach einem weiteren Erfindungsgedanken kann die Re-
flexion bei den erfindungsgemäß verwendeten, nichtmetallischen Schichten, falls erforderlich, noch herabgesetzt werden, indem die absorbierende Schicht zumindest auf einer Seite mit einer reflexvermindernden Schicht abgedeckt wird. In der Abb. 2 ist ein Brillenglas dieser Art als Ausführungsbeispiel dargestellt, und zwar ist angenommen, daß die absorbierende Schicht 2 auf der dem Auge abgekehrten Seite des Brillenglases 1 aufgebracht ist. Damit das Auge durch seitlich von hinten kommende Strahlung, die an der Absorptionsschicht reflektiert wird, nicht geblendet wird, ist zwischen der Absorptionsschicht 2 und dem Brillenglas 1 eine reflexvermindernde Schicht 3 angeordnet. Zusätzlich kann eine solche Schicht auch vor der Absorptionsschicht noch vorgesehen werden. Die Dicke der reflexvermindernden Schicht richtet sich nach der verwendeten Absorptionssubstanz und kann in an sich bekannter Weise berechnet werden.
Um die mechanische Festigkeit der absorbierenden Schicht weiter zu erhöhen, wird diese Schicht gemäß einem weiteren Erfindungsgedanken aus mehreren Einzelschichten aufgebaut, zwischen denen andere, entweder nichtabsorbierende oder in einem andern Spektralbereich absorbierende, möglichst feste Schichten vorgesehen werden. Beispielsweise kann das Brillenglas, wie in Abb. 3 stark vergrößert dargestellt (das Brillenglas 1 ist abgebrochen gezeichnet), abwechselnd mit Schichten 2 aus Eisensulfid und Schichten 4 aus Quarz belegt sein. Die Quarzschicht ist praktisch völlig lichtdurchlässig, sie dient nur zur Festigung der gesamten Schicht. Wenn bei einem solchen System, das z.B., wie Abb. 3 zeigt, aus 5 Schichtpaaren aufgebaut ist, die äußere Schicht durch einen Kratzer
beschädigt wird, so wirkt sich das auf die Absorption der Brille wegen der Vielheit der Schichten praktisch nicht aus. Die gleiche mechanische Festigkeit kann erreicht werden, wenn die 2 Substanzen nicht abwechselnd aufgebracht werden, sondern gleichzeitig (z.B. durch Verdampfen aus 2 getrennten Verdampfern), so daß eine gleichmäßige Durchmischung der beiden Substanzen erfolgt.
Claims (6)
1. Brillenglas mit lichtabsorbierender Schicht, dadurch gekennzeichnet, daß diese Schicht aus nichtmetallischen, durch Verdampfen aufgebrachten Stoffen besteht.
2. Brillenglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht durch Verdampfen im Hochvakuum aufgebracht ist.
3. Brillenglas nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierende Schicht aus Metallsulfiden oder Metalloxyden besteht.
4. Brillenglas nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierende Schicht aus mehreren Einzelschichten aufgebaut ist, zwischen denen nichtabsorbierende oder in einem andern Spektralbereich als die vorhergehenden Schichten absorbierende Einzelschichten angeordnet sind.
5. Brillenglas nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die absorbierende Schicht aus einem Gemisch des absorbierenden Stoffes mit einem in einem andern Spektralbereich oder überhaupt nicht absorbierenden Stoff bestehen.
6. Brillenglas nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht durch gleichzeitiges verdampfen der beiden Komponenten aus zwei getrennten Verdampfern aufgebracht ist.
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