DEP0047848DA - Vollständig oder überwiegend aus Bastfasern bestehendes Garn und Verfahren sowie Einrichtung zur Herstellung desselben - Google Patents

Vollständig oder überwiegend aus Bastfasern bestehendes Garn und Verfahren sowie Einrichtung zur Herstellung desselben

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DEP0047848DA
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English (en)
Inventor
Hubert Jüngling
Original Assignee
Jüngling, Hubert, Ludwigsburg
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Description

Die Erfindung betrifft ein vollständig oder überwiegend aus Bastfasern bestehendes Garn und ein Verfahren und eine Einrichtung zur Herstellung desselben.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, ein Flaumgarn aus Wolle oder Baumwolle dadurch herzustellen, dass eine durch ein Streckwerk aufgelöste Faserlunte gemeinsam mit einem Hartfaden durch das in Richtung der durchlaufenden Faserlunte gesehene letzte Streckwalzenpaar in der Weise hindurchgeführt wird, dass der Hartfaden in Richtung seiner ursprünglichen Drehung eine zusätzliche Drehung erhält, so dass der aufgelöste Faserluntenflaum mit eingedreht wird und dadurch ein mit Flaum umschlossener Faden entsteht, der in weiterer Folge mit gleichartig hergestellten Fäden in der der ursprünglichen Drehung entgegengesetzten Richtung auf einer beliebigen Zwirnmaschine zusammengedreht wird. Die Vereinigung von Faserlunte und Hartfaden geschieht beispielsweise dadurch, dass die Faserlunte von einer auf dem Aufsteckgatter eines Flyers sitzenden Spule dessen Streckwerk zugeführt, der Hartfaden von einer am gleichen Flyer sitzenden Spule abgezogen, mit der das Streckwerk verlassenden aufgelösten und verzogenen Faserlunte vereinigt und dem Flügel des Flyers zugeführt wird, wodurch Hartfaden und Lunte zum fertigen Flaumvorgarn zusammengedreht werden.
Es wurde nun gefunden, dass in ähnlicher Weise ein vollständig oder überwiegend aus Bastfasern bestehendes, gegebenenfalls weiches Garn aus den an sich harten Bastfasern erhalten werden kann. dieses Garn gemäss der Erfindung besteht aus einem Hartfaden, der von einer mit ihm lose zusammengedrehten, aufgelösten Bastfaserlunte derart umhüllt ist, dass die Umhüllung schiebfest auf dem Hartfaden sitzt.
Zur Herstellung eines solchen Garnes wird eine durch ein Streckwerk aufgelöste und verzogene Bastfaserlunte, z. B. aus Flachs, Werg, Flockenbast o. dgl., mit einem
Hartfaden aus einem anderen Faserstoff, z. B. aus Baumwolle, Zellwolle, Kunstseide o. dgl., oder aus dem gleichen Faserstoff zusammengedreht. Vorzugsweise werden die Bastfaserlunte und der Hartfaden zu einem weichen Garn mit loser und weit geringerer Drehung, als die bekannten Bastfasergarne aufweisen, zusammengedreht. Ein solches Garn kann mehrfach verzwirnt oder einfach verarbeitet werden.
Die Herstellung eines weichen Garnes mit geringer Drehung aus Bastfasern war bisher nicht möglich. Durch das Verfahren gemäss der Erfindung wird die Weichheit der Bastfasern in ihrer natürlichen Art erhalten, und es wird ein fülliges weiches Garn erzeugt, das im Gegensatz zu den bisherigen Spinnverfahren den Nass-Spinn-Prozess erspart, wodurch der Glanz und die natürliche Farbe der Bastfasern erhalten bleibt.
Es entsteht, wenn nicht nur Bastfasern verarbeitet werden, ein Halbleinengarn, das je nach dem Verhältnis der Anteile von Bastfasern und Hartfaden die jeweils gewünschte Zusammensetzung und das entsprechende Aussehen hat. Der Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass ein verbilligtes Halbleinen erzeugt werden kann, das dem Aussehen und dem Charakter nach dem Leinen entspricht und die Herstellung von halbleinenen Waren ermöglicht, die den Charakter der leinenen Waren aufweisen, jedoch durch die jeweils vorteilhafte Mischung der verschiedenen Faserstoffe billiger sind als Leinenware.
Zur Durchführung des Verfahrens können eine Vorspinnmaschine oder eine Spinnmaschine der Bastfaserindustrie benutzt werden. Im ersten Falle wird die Bastfaserlunte einem Streckwerk zugeführt, zwischen dessen beiden Walzenpaaren ein Nadelstabfeld angeordnet ist. Ein Hartfaden wird von einem Cops oder einer Kreuzspule des Aufsteckgatters unter Spannung abgezogen und durch den Fadenführer dem Lieferzylinder so zugeführt, dass ein seitliches Ausweichen des Fadens verhindert wird. Nach dem Verlassen des Lieferzylinders wird der Hartfaden mit der aufgelösten Bastfaserlunte vereinigt und mehr oder weniger lose derart zusammengedreht, dass der Hartfaden von der ihn umhüllenden Lunte schiebfest umschlossen wird.
Die Bastfaserlunte wird im Falle der Verwendung einer Vorspinnmaschine aus einer Kanne entnommen, im Falle der Verwendung einer Spinnmaschine von Vorgarnspulen abgezogen. Aber auch hier können an Stelle der Vorgarnspulen kleine
Kannen treten. Wird eine der in der Bastfaserindustrie üblichen Spinnmaschinen verwendet, so ist es erforderlich, die beiden Walzenpaare des Streckwerkes auseinanderzuziehen und zwischen diesen beiden Walzenpaaren eine Führungsrinne für die Bastfaserlunte vorzusehen, deren dem letzten Streckwalzenpaar benachbartes Ende zu einem Trichter ausgebildet ist, vor dem ein Fadenführer so angeordnet ist, dass er den Hartfaden in der Achse des Trichters führt. Auf diese Weise wird die Umhüllung des Hartfadens durch die Lunte erzielt.
Das Verfahren gemäss der Erfindung und die zu dessen Durchführung dienenden Maschinen werden nachstehend beispielsweise an Hand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
Abb. 1 eine zur Durchführung des Verfahrens eingerichtete Vorspinnmaschine der Bastfaserindustrie,
Abb. 2 eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Maschine nach Art der Nassspinnmaschinen der Bastfaserindustrie,
Abb. 3 eine Draufsicht auf die die Lunte führende Führungsrinne,
Abb. 4 eine seitliche Ansicht der Führungsrinne,
Abb. 5 eine Darstellung des Garnes.
Bei der Maschine gemäss Abb. 1 wird die Bastfaserlunte 10 einer Kanne 1 entnommen und dem Einzugswalzenpaar 2 der Spinnmaschine zugeführt. Sie wird dann in einem Nadelstabfeld 3 aufgelöst und verzogen und läuft von da über den Lieferzylinder 4 zu einem Vorgarnflügel 5, der über einer Vorgarnspule 6 läuft.
Im dargestellten Beispiel wird der Hartfaden 7 von einer Kreuzspule 8 eines Aufsteckgatters abgezogen, durch eine Fadenführung 9 geleitet und gemeinsam mit der Faserlunte 10 dem Lieferzylinder 4 so zugeführt, dass ein seitliches Verschieben des Hartfadens 7 nicht möglich ist. Vom Zylinder 4 laufen die Bastfaserlunte 10 und der Hartfaden 7 gemeinsam zu dem Vorgarnflügel 5, der die beiden in der beschriebenen Weise vereinigt und auf die Spule 6 aufwickelt.
Um die Umfangsgeschwindigkeit, mit der das fertige Garn auf die Spule 6 aufgewickelt wird, auch bei zunehmendem Durchmesser des Wickels auf der Spule konstant zu halten, wird in an sich bekannter Weise zwischen dem Vorgarnflügel 5 und der Spule 6 eine sich stetig ändernde Relativ-Bewegung erzeugt, und zwar durch einen besonderen Antrieb 11 für die Vorgarnflügel 5 und einen besonderen Antrieb 12 für die Spulen 6 in der Weise, dass beide von dem Hauptantrieb 13 über ein Differential 14 angetrieben werden.
Die so eingerichtete Vorspinnmaschine der Bastfaserindustrie eignet sich gut für grobe Garnnummern. Für feine Garnnummern ist es jedoch zweckmässig, eine andere Maschine zur Durchführung des Verfahrens der Erfindung zu benutzen, nämlich eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Maschine nach Art der Nassspinnmaschinen der Bastfaserindustrie, wie sie in Abb. 2 dargestellt ist.
Bei dieser Maschine wird die Bastfaserlunte 10 von Spulen 15 abgezogen und den Walzenpaaren 16, 17 des Streckwerkes 18 zugeführt. Zwischen den Walzenpaaren 16, 17 ist eine Führungsrinne 19 (Abb. 3 und 4), z. B. aus Blech, vorgesehen, die mit aufgebogenen Rändern 20 versehen ist und nach dem Walzenpaar 17 hin spitz zuläuft. Das dem Walzenpaar 17 benachbarte Ende dieser Führungsrinne 19 ist zu einem Trichter 21 ausgebildet, vor dem ein Fadenführer 22 angeordnet ist. Der Hartfaden 7 wird von Kreuzspulen 23 abgezogen und durch den Fadenführer 22 geleitet. Auf diese Weise wird er in der Achse des
Trichters geführt und kann so von der durch die Führungsrinne 20 und den Trichter 21 zu einer Hülle geformten Bastfaserlunte 10 umhüllt werden. Durch die Drehung der Spindel 24 werden die Bastfaserlunte und der Hartfaden so zusammengedreht, dass der Hartfaden von der ihm umhüllenden Lunte schiebefest umschlossen wird.
Aus Abb. 5 ist zu ersehen, wie die Bastfaserlunte 10 den Hartfaden 7 umhüllt. Da die an sich bandartige Lunte 10 gedreht wird, umhüllt sie den Hartfaden 7 mit ungleichmässiger Stärke der Hülle.

Claims (5)

1.) Vollständig oder überwiegend aus Bastfasern bestehendes Garn, gekennzeichnet durch einen Hartfaden, der von einer mit ihm lose zusammengedrehten, aufgelösten Bastfaserlunte derart umhüllt ist, dass die Umhüllung schiebfest auf dem Hartfaden sitzt.
2.) Verfahren zur Herstellung von Garn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine durch ein Streckwerk aufgelöste und verzogene Bastfaserlunte (10), z. B. aus Flachs, Werg, Flockenbast o. dgl., mit einem Hartfaden (7) zu einem Garn zusammengedreht wird.
3.) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bastfaserlunte (10) und der Hartfaden (7) zu einem weichen Garn mit loser und weit geringerer Drehung, als die bekannten Bastfasergarne aufweisen, zusammengedreht wird.
4.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bastfaserlunte (10) im Streckwerk (2, 3, 4 bzw. 18) einer Bastfaserspinnmaschine verzogen und zusammen mit dem Hartfaden (7) dem Vorderzylinder (4 bzw. 17) des
Streckwerks zugeführt, der Hartfaden (7) von der Faserlunte (10) umhüllt wird und die beiden durch die Drehung der Spindel (5) zusammengedreht werden.
5.) Bastfaserspinnmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass unter Wegfall der Flüssigkeitsbehälter einer Bastfaserspinnmaschine die beiden Walzenpaare (16, 17) des Streckwerks (18) auseinandergerückt sind und zwischen ihnen eine Führungsrinne (19) für die Bastfaserlunte (10) vorgesehen ist, derem dem letzten Streckwalzenpaar (17) benachbartes Ende zu einem Trichter (21) ausgebildet ist, vor dem ein Fadenführer (22) so angeordnet ist, dass er den Hartfaden (7) in der Achse des Trichters (21) führt.

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