DEP0041048DA - Wuchsförderung, Schädlings- und Unkrautbekämpfung - Google Patents

Wuchsförderung, Schädlings- und Unkrautbekämpfung

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DEP0041048DA
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Germany
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weed control
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ethylene oxide
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Eugen Dr. Reindl
Ernst Dr. Woldan
Original Assignee
Dr. Theodor Klönne u. Dr. Harry Meyer, Gendorf
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Description

Es ist bekannt, daß Dichlorphenoxyessigsäure und ihre Derivate als Unkrautvertilgungsmittel wirksam sind und in einzelnen Ländern in größerem Maßstab in der Landwirtschaft Verwendung finden. Eine große Anzahl ähnlicher Körper erwies sich dagegen bei der Prüfung als wesentlich weniger oder überhaupt nicht wirksam.
Es wurde nun gefunden, daß die durch Umsetzung von Mono- und Dihalogenphenolen mit einem oder mehreren Molen Äthylenoxyd erhaltenen Äthanoläther eine ausgezeichnet und besonders vielseitige Wirkung nicht nur zur Unkrautbekämpfung, sondern auch als Fungicide und Baktericide, sowie ferner als Wuchswirkstoffe für Pflanzen haben.
Besonders geeignet sind die Mono- und Dichlorphenole und die Mono- und Dibromphenole, bei denen an die Hydroxylgruppe in ätherartiger Bindung jeweils von 1 bis zu 10 Mol. Äthylenoxyd angelagert sind. Ihnen gleichwertig sind die analogen Verbindungen, bei denen der Sauerstoff teilweise durch Schwefel ersetzt ist.
Die Herstellung dieser Körper ist verhältnismäßig einfach. Man lagert in üblicher Weise an halogenierte Phenole in Gegenwart eines alkalischen Katalysators bei gewöhnlichem Druck Äthylenoxyd an. In der technisch wesentlich einfacheren Herstellung und ferner in der vollkommenen Geruchlosigkeit der auf Äthylenoxyd-Basis hergestellten Produkte liegt ein beachtlicher Vorteil gegenüber der eingangs erwähnten Dichlorphenoxyessigsäure und ihren Derivaten.
In sehr niedrigen Konzentrationen, etwa 1 : 1000 und darunter, eignen sich die Halogenphenoläthanoläther und die ihnen gleichwertigen geschwefelten Produkte vorzüglich zur Verhütung des Schimmelwuchses in der Textil- und Lederindustrie, sowie als äußeres Fungicid in Brauereien, Molkereien, Lebensmittel-Großbetrieben u.dgl. Als Baktericide dienen sie zur Desinfektion von Räumen in Krankenhäusern, Schulen, Vergnügungsstätten usw. Als Unkrautvertilgungsmittel eignen sie sich zur Anwendung bei verunkrauteten Getreidefeldern, Zierrasen, Parkanlagen, Golf- und Tennisplätzen, zur Beseitigung von Disteln, Huflattich und anderen perennierenden Unkräutern, die anderweitig schwierig zu vernichten sind. Besonders vorteilhaft ist die Anwendung zur Unkrautverhütung im Frühjahr.
Mit der wachstumshemmenden Wirkung, die die genannten Verbindungen auf dikotyle Pflanzen ausüben, geht überraschenderweise eine wachstumsfördernde, hormonale Wirkung auf Monokotyledone, also auf alle Getreide- und Grasarten, Hand in Hand. Die Anwendung dieser Mittel in der Landwirtschaft steigert daher den Ertrag in doppeltem Sinn, nämlich einesteils durch die unmittelbare Unkrautvernichtung und anderenteils durch eine wesentliche Wachstumsförderung des Bestandes an Nutzpflanzen.
Die unmittelbar wachstumsfördernde Wirkung führt außerdem dazu, daß das kritische Stadium, in welchem namentlich Weizen und Hafer besonders anfällig für den Befall durch die Fritfliege sind, so rasch durchschritten wird, daß die Schädigungen des Bestandes durch die Fritfliege stark zurückgedrängt werden.
Beispiele:
1.) Dichlorphenoxyäthanol Kp(sub)4 - 142°
wird in einer Verdünnung von 1 : 1000 oder 1 : 2000 in Agar-Agar-Nährboden mit Schimmelpilzen und Bakterienkulturen infiziert. Noch nach mehreren Wochen ist unter sonst optimalen Bedingungen die Entwicklung der Kulturen vollständig unterbunden, während eine unbehandelte Vergleichskultur üppiges Pilz- und Bakterienwachsum aufweist.
2.) Es ist bekannt, daß ein großer Teil der handelsüblichen Schlichte- und Appreturmittel auf Basis von Leim und abgebauter Stärke oder Cellulose leicht zur Schimmelbildung neigt. Setzt man diesen Textilhilfsmitteln 0,1% des Anlagerungsproduktes von 3 Mol. Äthylenoxyd an Dibromphenol zu, so wird jegliche Schimmelbildung bei der Verarbeitung oder feuchter Lagerung der damit behandelten Textilien verhindert.
3.) Versprüht man im zeitigen Frühjahr Dichlorphenoxyäthanol in einer Verdünnung von 1 : 1000 auf ein stark verunkrautetes Getreidefeld, und zwar je ha 1000 - 2 000 Liter, so treten innerhalb weniger Tage bei sämtlichen dikotylen Unkräutern starke Mißbildungen und Verkeimungen als Folge von Wachstumsstörungen ein, die unter allen Umständen zum Absterben dieser Pflanzen führen. Gleichzeitig erfährt das Getreide eine Wachstumsförderung, die durch intensives Längenwachstum, stärkere Bestockung und kräftigere Färbung zum Ausdruck kommt.
Der günstigste Anwendungstermin ist der Zeitpunkt, an dem die vorherrschenden Unkräuter das zweite bzw. dritte Blattpaar gebildet haben. Die Unkrautbekämpfung kann auch zu jedem anderen Zeitpunkt durchgeführt werden, jedoch ist dann mit einer längeren Resistenzzeit zu rechnen.
4.) Stark mit Maiblumen, Wegerich und Disteln besetzter Rasen kann mit Dichlorphenoxythioäthanol innerhalb kurzer Zeit restlos von diesen, mit anderen Mitteln schwer zu bekämpfenden Unkräutern gesäubert werden. Man spritzt zu diesem Zweck am besten während der Vegetationszeit 100 Liter pro 1000 m(exp)3 von diesem Produkt in einer Konzentration von 0,1%.

Claims (1)

  1. Die Verwendung von mit einem oder mehreren Molen Äthylenoxyd verätherten Mono- und Dihalogenphenolen als Fungicide und Baktericide, Unkrautbekämpfungsmittel und Wuchswirkstoffe für Pflanzen.

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