DEP0030340DA - Herd für feste Brennstoffe - Google Patents
Herd für feste BrennstoffeInfo
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Description
Bei Kohlen u.dgl. Herden ist es bereits bekannt, etwa unter der Mitte des Backkastens eine winkelförmige Zunge zur Rauchgasführung einzubauen, vor der sich jedoch die Rauchgase stauen. Ausserdem werden die Rauchgase insbesondere unter der Wirkung eines stärkeren Schornsteinzuges unmittelbar um die Vorderkante des Staubleches herumgeführt. Hieraus ergibt sich eine ungleichmässige Erwärmung bzw. örtliche Überhitzung des Backkastens. Zur Vermeidung dieses Nachteils hat man bereits unter dem Backkasten einen Doppelzug mit paralleler Rauchgasführung vorgesehen, dessen Anordnung jedoch zwangsläufig zu einem so niedrigen Backkasten führt, dass dieser nur noch beschränkt gebrauchsfähig ist.
Besonders bei kleineren Herden wird die aus obigen Gründen bedingte ungleichmässige Backkastenerwärmung als nachteilig empfunden.
Demgegenüber bezieht sich die Erfindung auf Verbesserungen in der Rauchgasführung. Hierzu sind erfindungsgemäss Mittel vorgesehen, die in Form eines die Rauchgase in der Tiefenrichtung verteilenden, zweiten Zuges bzw. durch Schaffung einer von den Rauchgasen umströmten neutralen Zone unter dem Backkasten, dessen gleichmässige Beheizung und eine verbesserte Ausnutzung der Rauchgase gewährleisten. Ferner umfasst die Erfindung zur Erreichung dieses Zwecks Mittel zur Rauchgas- bzw. Zugregelung. Hierzu dienen die Rauchgasquerschnitte beeinflussende Schieber, die Formgebung von Einbaustücken zur Schaffung einer neutralen Zone unter dem Backkasten, sowie Einsatzsteine bestimmten Profils für die Rauchgaswege. Auch können diese technischen Mittel kombiniert zur Anwendung kommen.
Die Zeichnungen veranschaulichen den Erfindungsgegenstand an verschiedenen Ausführungsbeispielen.
Abb. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt durch einen Kohlenherd mit einer neutralen Zone in der Rauchgasführung und
Abb. 2 eine geänderte Ausführungsform im Querschnitt.
Abb. 3 ist ein Schnitt nach Linie A-B in Abb. 2 und
Abb. 4 ein Querschnitt gemäss Abb. 1.
Abb. 5 gibt einen senkrechten Schnitt durch eine Ausführungsform mit Leitstegen in der Rauchgasführung wieder, wobei
Abb. 6 und 7 schematisch die Rauchgasführung in einem solchen Herd zeigen.
Abb. 8 bis 10 veranschaulichen in entsprechender Wiedergabe weitere Ausführungsformen der Rauchgaskanäle.
In allen Abbildungen streichen die Rauchgase aus dem Feuerungsraum in waagerechter Richtung über den Backkasten an dessen äusserer Seitenwand ein fallender Zugkanal ausgebildet ist, der die Rauchgase unter den Backkasten auf verschiedenen Wegen leitet, die zwangsläufig durch die Mittel gebildet werden, auf die die Erfindung gerichtet ist. Hierbei sind die schematisch angedeuteten Rauchgasströme in den sichtbaren Teilen durch ausgezogene und in den unsichtbaren Teilen durch gestrichelte Pfeillinien angedeutet.
Bei allen Ausführungsformen bezeichnet 10 den Herdkörper, 11 den Rost, 12 den Backkasten, 13 den senkrechten Rauchkanal mit fallendem Zug an der Herdaussenseite zur Leitung der Heizgase unter den Backkasten 12 und zu dessen Ableitung in den Abzug 14.
Zur gleichmässigen Wärmeverteilung ist unter dem Backkastenboden eine neutrale Zone 15 vorgesehen, die gemäß Abb. 1 bis 4 einen etwa dreieckigen Querschnitt aufweist. Diese Zone bleibt unter dem Backkasten frei von den heissen Rauchgasen, sie wird lediglich durch Strahlungswärme beheizt. Die Rauchgase treffen, wie besonders aus Abb. 4 ersichtlich, gegen eine schräge Fläche, in deren Verlauf ein Schieber 16 angeordnet sein kann, der in Richtung des Doppelpfeilers X verschoben werden kann. Die Rauchgase müssen hiernach die vordere Kante des Schiebers umstreichen, strömen dann in Richtung der
parallel zur Feuerungswand und verlassen unter der rückwärtigen Seite des Backkastens den Herd durch den Abzugskanal 14.
Die neutrale Zone 15 kann auch, wie Abb. 2 zeigt, von rechteckigem Querschnitt sein. Die Rauchgase können bei diesen Ausführungsformen auch im fallenden Zug 13 durch einen konischen Einbaustein 17 so abgeleitet werden, dass sie an der vorderen Längsseite der neutralen Zone 15 unter dem Backkasten entlangstreichen. Die neutrale Zone kann aus eingebauten senkrechten Stegen bestehen, jedoch kann hierfür auch ein feuerfester Stein entsprechender Abmessungen Verwendung finden. Letzterer bietet den Vorteil, dass neben der gleichmässigen Wärmeverteilung beim Einbau das sonst unvermeidliche Spiel an der Oberseite des Steines durch Schamottemasse ausgeglichen werden kann. Damit ist ein dichter Abschluss zwischen dem Stein und der Unterseite des Backkastens gewährleistet. Ein Schamotteeinbau von rechteckigem Querschnitt eignet sich besonders für grössere Backkästen.
Die gemäss Abb. 1 bis 4 zur Rauchgasführung eingebauten Leitmittel können erfindungsgemäss auch zur Ausbreitung der Rauchgase in der Tiefenrichtung bzw. zur Teilung des Rauchgasstromes ausgenutzt werden. Hierbei wird der Backkasten im Gegenzug zweimal beheizt, wie dieses beispielsweise in Abb. 6 angegeben ist.
Bei der Bauart nach Abb. 7 sind in der Nähe der Feuerungswand zwei Rauchgaskanäle 18 und 18' angeordnet, deren Querschnitt durch Zugdrosseln geändert werden kann. Es ist auch möglich, den gesamten Rauchgasstrom durch einen der beiden Kanäle 18 oder 18' zu führen, werden beide Kanäle benutzt, so ergibt sich je nach dem Öffnungsquerschnitt eine gleichmässige oder verstärkte Beheizung.
Die gleiche neuartige Rauchgasführung wird gemäss der Ausführungsform nach Abb. 9 durch den Einbaukörper 19 erreicht, der als Strömungskörper ausgebildet ist, den Rauchgasstrom teil und der gegebenenfalls auch in der Tiefenrichtung des Herdes verstellbar ausgebildet sein kann.
Die Abb. 8 und 10 zeigen die Anordnung eines senkrechten
Leitbleches 20, das auf der Kante des Leitbleches 21 angeordnet ist, welch letzteres den unteren Kanal für die Rauchgasabführung abteilt. Das Leitblech bzw. die Umlenkstege 19 und 20 werden je nach der Zugstärke eingeteilt. Sie gestatten die Ableitung der Rauchgase in weiten Grenzen zu regeln.
Alle in den Abb. 1 bis 10 dargestellten Ausführungsformen erbringen den Vorteil der gleichmässigen Erwärmung des Backkastens 12 durch Vermeidung von örtlichen Überhitzungen bzw. durch Verteilung der Rauchgase, so dass praktisch die gesamte Fläche der Backkastenwände und insbesondere des Backkastenbodens als Wärmeaustauschfläche dient, bzw. von den Rauchgasen ohne örtliche Überhitzung bestrichen wird.
Der Gegenstand der Erfindung weicht insofern von den hergebrachten Rauchgasführungen grundsätzlich ab, als durch die Schaffung von neutralen Zonen 15 bzw. Kanälen 18, 18' und besonderen Einbaukörpern 19, 20 an denjenigen Stellen des Backkastenbodens, an denen bisher die stärkste Erhitzung auftrat, die in unerwünschter Weise sogar meist zu Überhitzungen führte, von den Rauchgasen völlig oder fast völlig frei bleibt. Diese werden vielmehr in der Nähe der bisher heissesten Zone so vorbeigeführt, dass sich eine gleichmässige Erhitzung des Backkastenbodens ergibt und zwar unter neuartiger Ausnutzung der Strahlungswärme.
Ferner ergibt sich als besonderer Vorteil die bessere Beheizung des vorderen Teiles des Backkastens durch die Leitung der heissen Verbrennungsgase parallel zur Herdvorderseite. Hierbei dienen der Schieber 16 bzw. der Formstein 17, der Einsatzkörper 19 bzw. je nach ihren Abmessungen als Leit- oder Regelvorrichtung ebenso wie die erwähnten Zugdrosseln beispielsweise für die Kanäle 18 und 18'. Besonders der Schieber 16 nach Abb. 4 ermöglicht bei stärkerem Zug die Führung der Rauchgase bis in die Nähe der Feuerungswand an der Herdvorderseite, welche Ecke erfahrungsgemäss besonders schwer beheizt werden kann.
Claims (9)
1.) Herd für feste Brennstoffe, dadurch gekennzeichnet, dass zur gleichmässigen Beheizung des Backkastens (12) unter dem Backkastenboden ein die Rauchgase in der Tiefenrichtung verteilender in gleicher Ebene liegender zweiter Zug (Abb. 5 bis 10) bzw. eine von den heissen Rauchgasen umspülte, neutrale Zone (15) ausgebildet ist.
2.) Herd nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rauchgase durch zwei an der Feuerungsseite liegende, den Rauchgasstrom unter dem Backkasten teilende Kanäle (18, 18') abgeleitet werden.
3.) Herd nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Querschnitte der Kanäle (18, 18') durch Regelschieber einstellbar sind.
4.) Herd nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Boden des Backkastens (12) zur Teilung des Rauchgasstromes ein Einbaustück (19) angeordnet ist (Abb. 9).
5.) Herd nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Einbaustück (19) bzw. die neutrale Zone (15) an der der Vorderseite des Herdes zugekehrten Kante Leitmittel (16) aufweist, die die Führung der Rauchgase parallel zur vorderen Herdwand über die volle Breite des Backkastens (12) ermöglichen.
6.) Herd nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Umlenkung der Rauchgase unter dem Backkasten (12) ein senkrechtes Leitblech (20) angeordnet ist, das zur Zugregelung verstellbar ausgebildet sein kann.
7.) Herd nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die neutrale Zone (15) zur Umleitung der gesamten Rauchgasmenge hinter der Herdvorderseite mit einem in Richtung des Pfeiles X verstellbaren Regelschieber (16) für den Ofenzug versehen ist.
8.) Herd nach Anspruch 1, 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die neutrale Zone (15) durch den Einbau eines feuerfesten Steines von rechteckigem Querschnitt geschaffen ist.
9.) Herd nach Anspruch 1, 5, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß in den Rauchabzugskanal (13) ein im Bereich der neutralen Zone (15) in der Strömungsrichtung abgeschrägter Führungsstein (17) für die Rauchgase eingebaut ist.
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