DEP0021948DA - Verfahren und Gerät zum Ernten von Halmfrüchten - Google Patents
Verfahren und Gerät zum Ernten von HalmfrüchtenInfo
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Description
Die vollkommenste Form der Halmfruchterne ist das Mähdreschen. Es ist aber wegen der Anschaffungskosten und wegen des Kraftbedarfes, der bei Zapfwellenbetrieb einen Schlepper von etwa 35 PS erfordert, bisher nur von einer gewissen Gutsgröße ab verwendbar. Die große Zahl der Kleinbetriebe kann noch nicht mit dem Mähdrescher arbeiten. Andererseits ist das Mähdreschen mit etwa 2% Ernteverlusten gegenüber mindestens 7,5% mit Mähbinder und gut gepflegtem Drescher, mindestens 12% mit Mähmaschine mit Handablage und Lohndrusch, mindestens aber 15% beim Handmähen und Handbinden und Dreschen mit Kleindrehmaschine ein so schwerwiegender Vorteil, daß darauf für die Kleinbetriebe eigentlich nicht verzichtet werden darf.
Gegenstand der Erfindung ist es, dieses praktisch verlustfreie Arbeitsverfahren für bisher vom Mähdrescher nicht mehr erfaßbare Kleinbetriebe zu ermöglichen, zugleich damit ein Ausgangsgerät zu schaffen, das die Vollmotorisierung auch dieser Kleinbetriebe ermöglicht.
Die Ernteverfahren vor dem Mähdrescher haben bestanden aus den eigentlichen Erntearbeiten auf dem Felde, die die Garbe als handliche Fördereinheit lieferten, und dem im Zeitpunkt beliebig zu legenden Ausdreschen der Garben, wozu bei den Dreschmaschinen das marktfertige Reinigen kam.
Der große Nachteil dieser Ernteverfahren lag darin, daß die naturgegebene, für das Dreschen ganz ausgezeichnete, bandartige Matte geschnittenen Getreides erst in Garben zusammengerafft und in dieser besonders ungünstigen Form mit der Dreschmaschine verarbeitet wird. Dabei entstehen ganz erhebliche Kornverluste, die bis zu einem Viertel der Ernte ausmachen können.
Der Mähdrescher faßt alle Arbeiten zusammen vom Schneiden bis zum Absacken des marktfertigen Getreides und zum Ausstoßen gepreßter Strohballen oder gebundener Strohgarben. Diese Arbeitsweise ist technisch hochwertig, die Anschaffungskosten und der erforderliche Kraftbedarf beschränken sie aber auf gewisse Mindestgutsgrößen.
Nach der Erfindung wird im Ernteverfahren wieder ein Trennungsschnitt vorgenommen, und es wird zerlegt in einen auf dem Felde durchzuführenden Ernteabschnitt und in einen danach ohne zeitliche Bindung auszuführenden Teil. Dieses Trennen erfolgt
in der Weise, daß zusammen mit dem Mähen des Erntegutes nur die Arbeitsvorgänge ausgeführt werden, die zu einem mähdreschergleichen, verlustarmen Ernten unerläßlich sind. Das sind das Schneiden des Erntegutes, das Zuführen zur Dreschtrommel und Ausdreschen, das Ausschütteln oder Nachdreschen des gedroschenen oder vorgedroschenen Erntegutes und das Auswerfen des ausgedroschenen, ungebundenen oder in Garben gebundenen Strohes.
Es entfällt also die gesamte Reinigung des Ausdrusches, der ungetrennt, also Getreide zusammen mit dem Kaff zudem raumsparender zu befördern ist, also getrennt. Diese Reinigung wird später in eigener oder gemeinsamer Reinigungsanlage im Dorf durchgeführt, wozu die Getreidereinigungsanlage zweckmäßig mit den notwendigen zusätzlichen Reinigungsmitteln, also mit Entgranner und Kaffreinigung sowie mit leistungsfähigen Sieben auszustatten sind.
Damit das erfindungsgemäße Verfahren wenig Antriebsleistung in Anspruch nimmt, werden alle Arbeitsvorgänge nach Möglichkeit auf die hohe Motorendrehzahl abgestimmt. Statt des Ausschüttelns ist z.B. zweckmäßig ein Nachdreschen mit zweiter Dreschtrommel vorzusehen.
Auch der Schneidvorgang erfolgt besser mit sehr schnell laufendem Schneidfaden besonders schneidfähiger Bauart, als mit dem jetzt üblichen Schneidwerk. Damit der notwendige Schnittkeil entsteht, verwendet man ein schräges Schneidwerk mit nach hinten gestaffelten Schnittstellen.
Weiterhin ist es möglich zu vermeiden, daß Motorkraft über den Zughaken verwendet wird, was mit hohen Verlusten an hier unentbehrlicher Motorenleistung verbunden ist. Es ist deswegen zweckmäßig, ein motorisiertes Fahrgestell zu verwenden, das die notwendigen Geräte, im wesentlichen also das Schneidwerk und die Drescheinrichtung trägt, und zwar so, daß sie der für die Anwendung vorgesehenen Gutsgröße entsprechend von einem Mann allein übersehen und bedient werden können. Das nach schräg hinten liegende Schneidwerk ist hierfür besonders wesentlich, da damit die Drescheinrichtung nach vorn vor den Bedienungsmann zu liegen kommt. Die vielseitige Anwendbarkeit des Motors in der Kleinlandwirtschaft erfordert, daß alle Einrichtungen abnehmbar sind und durch andere Geräte ersetzt werden können, was um so eher möglich ist, als der Mähdrusch neben der Bodenbearbeitung für den Motor das anspruchsvollste Arbeitsverfahren ist, und dieser ohnehin stark genug gewählt werden muß. Um unnötige Verluste
in den Zahnrädern zu vermeiden und vermeidbare Zahnräder weglassen zu können, sind zweckmäßigerweise sowohl die schneller laufenden Wellen des Triebwerkes als auch die langsamen Stufen mit Zapfmöglichkeiten auszustatten.
Auch die ersatzweise vorzusehenden anderen landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte, insbesondere für Bodenbearbeitung, Aussaat und Ernte, sind so einzurichten, daß an Stelle der bisher vielfach von der Pferdebedinung her üblichen ziehenden Bearbeitung die drehende eintritt unter Antrieb von einer der drehzahlmäßig günstig liegenden Zapfwelle.
In der Abbildung ist ein Erfindungsbeispiel schematisch dargestellt. Darin ist a ein vierrädriges (gegebenenfalls dreirädriges) Fahrgestell, b der Motor mit Getriebe, c das schräg nach hinten gestellte Schneidwerk, d der sehr schnell laufende Schneidfaden (schräg nach hinten laufend), e das Fördertuch mit Antrieb für das Sammeln und Wegführen des geschnittenen Erntegutes, f die Dreschtrommel, g die Nachdreschtrommel, h der Strohauswurf gegebenenfalls mit Bindeeinrichtung, i Abzugweg für das ausgedroschene Gut zum Absacken oder Sammeln.
Die Arbeitsweise ist leicht ersichtlich. Das Erntegut, insbesondere das Getreide, wird am schrägen Schneidwerk geschnitten und infolge der Schräglage des Fördertuchs nach vorn vor den Geräteführer zur Dreschtrommel und zur Nachdreschtrommel gefördert. Das ausgedroschene Stroh wird nach links lose oder gebunden ausgeworfen, die ausgedroschenen, noch unreinen Körner werden zum Absacken oder Sammeln in handliche Nähe des Geräteführers gefördert.
Das ausgedroschene Stroh kann ohne Schaden bis zu einem arbeitswirtschaftlich geeigneten Zeitpunkt auf dem Felde liegen bleiben, das unsaubere Getreide wird eingefahren und im Dorf gereinigt, wobei nach vermieden wird, daß Unkrautsamen auf das Feld fliegen, wie es beim bisher gebräuchlichen Mähdrescher nicht ausgeschlossen ist.
Claims (9)
1.) Verfahren zum Ernten von Halmfrüchten, dadurch gekennzeichnet, daß das Erntegut im ersten Arbeitsgang geschnitten, gedroschen und ausgeschüttelt, gegebenenfalls nachgedroschen wird, und erst in einem zweiten, später folgenden Arbeitsgang gereinigt wird.
2.) Gerät zum Durchführen des ersten Verfahrensschrittes nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch die Vereinigung an sich bekannter Vorrichtungen für das Schneiden, Dreschen und Ausschütteln, gegebenenfalls Nachdreschen des Erntegutes, ferner für das Auswerfen und gegebenenfalls Binden des Strohes und für das Absacken des Ausdrusches.
3.) Mähdrescher nach Patentanspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß alle Vorrichtungen auf einem motorisch angetriebenen Fahrgestell (a) lösbar angeordnet sind.
4.) Mähdrescher nach Patentanspruch 3, gekennzeichnet durch ein an den Fahrzeugmotor (b) angeschlossenes Getriebe für den Fahrantrieb, das mehrere Zapfwellen verschieden hoher Drehzahl für den Antrieb der einzelnen Teile des Mähdreschers aufweist.
5.) Motorisch angetriebenes Fahrgestell für einen Mähdrescher nach Patentanspruch 3 oder 4, gekennzeichnet durch Einrichtungen, die nach dem Abnehmen der Mähdrescherteile das Ansetzen anderer, einen Zapfwellenantrieb erfordernder landwirtschaftlicher Arbeitsgeräte ermöglichen.
6.) Mähdrescher nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Schneidwerk (c) zur Fahrtrichtung schräg nach hinten verlaufend angeordnet ist.
7.) Schneidwerk für einen Mähdrescher nach Patentanspruch 6, gekennzeichnet durch einen in einem Fingerbalken schnell umlaufenden Schneidfaden oder Schneiddraht (d).
8.) Mähdrescher nach einem der Patentansprüche 2 bis 7, gekennzeichnet durch eine Mehrfachabsackvorrichtung, die vom Führerstand des Motorfahrgestelles aus bedienbar ist.
9.) Gerät zur Durchführung des zweiten Verfahrensschrittes nach Patentanspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung einer an sich bekannten Getreidereinigungsanlage, insbesondere einer Saatgutreinigungsanlage, die zusätzlich mit Entgranner und Kaffreinigung sowie mit leistungsfähigen Sieben ausgestattet ist.
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