DEP0017411DA - Stäubemiltel zur Schädlingsbekämpfung. - Google Patents

Stäubemiltel zur Schädlingsbekämpfung.

Info

Publication number
DEP0017411DA
DEP0017411DA DEP0017411DA DE P0017411D A DEP0017411D A DE P0017411DA DE P0017411D A DEP0017411D A DE P0017411DA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
dusting agent
silica
agent according
water
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Kurt Dr. Scheel
Original Assignee
Kali-Chemie AG., Sehnde
Publication date

Links

Description

Zur Bekämpfung von Schädlingen, wie Insekten aller Art, werden in großem Umfange Giftstoffe verwendet, die in Form eines feinen Staubes über die befallenen Flächen verteilt werden. In manchen Fällen läßt sich der Giftstoff selbst durch geeignete Herstellungsweise oder durch Vermahlen in eine für diese Art der Schädlingsbekämpfung genügend feine Verteilung bringen. In vielen Fällen aber benutzt man einen an sich unwirksamen staubförmigen Trägerstoff, dem zur Erzielung der toxikologischen Wirkung Giftstoffe beigemischt werden. Als Trägerstoffe werden die verschiedensten wasserunlöslichen Stoffe, wie z.B. Talkum, Kaolin, gemahlene Kreise, Kalkstein, Bimstein, Gips, Kieselgur oder dergl. verwendet. Die bekannten Trägerstoffe sind jedoch, auch bei genügender Feinmahlung, in ihrer Wirkung unbefriedigend, weil sie in einer feuchten Atmosphäre Wasser anziehen und sich zu Klumpen zusammenballen, wodurch die hauptsächliche Voraussetzung für ihre Verwendung, nämlich die leichte und gleichmäßige Verstäubbarkeit verlorengeht. Die leichte Benetzbarkeit dieser Mittel ist insofern auch nachteilig, weil sie durch Regen von den bestäubten Flächen besonders leicht abgewaschen werden. Ganz ungeeignet aber sind sie zum Behandeln von Wasseroberflächen, wie es z.B. bei der Mücken- und Moskito-Bekämpfung geschieht, weil sie in kurzer Zeit untersinken und unwirksam werden.
Es wurde nun gefunden, daß sich die durch Zersetzen von Silicium-Tetrafluorid mit Wasser gefällte und dann getrocknete Kieselsäure herrvorragend als Stäubemittel für die Schädlingsbekämpfung eignet. Diese Kieselsäure ist ohne besondere Feinmahlung von außerordentlicher Fein-heit, was z.B. in ihrem geringen Schütt-Gewicht von nur 160 - 200 gr je Liter zum Ausdruck kommt. Sie läßt sich wegen ihres eigentümlichen Fließvermögens besonders leicht zerstäuben. Hinzu kommt noch, daß sie überraschenderweise wasserabweisende Eigenschaften besitzt und somit nicht die Nachteile der eingangs beschriebenen bekannten
Trägerstoffe aufweist.
Die Kieselsäure gemäß der Erfindung kann in manchen Fällen ohne jede Zusätze, z.B. zur Bekämpfung von Erdflöhen, benutzt werden. Zweckmäßig verwendet man sie aber im Gemisch mit bekannten stark wirksamen insecticiden Stoffen, wie z. B. Dichlordiphenyl-trichlormethyl-methan oder Hexachlorcyclohexan oder dergl. Von diesen Verbindungen genügen beispielsweise Zusätze von 0,5 - 10%.
Um das restlose Auswachsen der nach der Fällung an der Kieselsäure haftenden Kieselfluorwasserstoffsäure zu ersparen, kann man erfindungsgemäß die anhaftende Säure vor dem Trocknen mit geeigneten basischen Stoffen neutralisieren. Zu diesem Zweck geht man beispielsweise so vor, daß man die nach Abfiltrieren der Hauptmenge Kieselfluorwasserstoffsäure erhaltenen Filterkuchen in einem Rührgefäß mit Wasser zu einem dünnflüssigen Brei anrührt und bis zur neutralen Reaktion mit Kalkmilch versetzt.
Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung benutzt man zur Neutralisation der anhaftenden Kieselfluorwasserstoffsäure solche basischen Stoffe, die, wie z.B. Bariumhydroxyd, die Kieselfluorwasserstoffsäure in Salze mit insecticiden Eigenschaften überführen.
Ausführungsbeispiel:
Die beim Aufschluss von Rohphosphat mit Schwefelsäure zu Superphosphat entweichenden Siliciumtetrafluorid enthaltenden Gase werden in bekannter Weise in Waschapparaten absorbiert. Je nach Konstruktion dieser Waschapparate wird hierbei eine Kieselflusssäure mit einem Gehalt von 10 - 30% Kieselfluorwasserstoffsäure erhalten, in der eine entsprechende Menge Kieselsäure suspendiert ist. Die Zersetzung des Siliciumtetrafluorids mit Wasser geht nach folgender Gleichung vor sich:
3 SiF(sub)4 + 2 H(sub)2O = 2 H(sub)2SiF(sub)6 + SiO(sub)2
Die suspendierte Kieselsäure wird beispielsweise auf einem Drehfilter abfiltriert, mit Wasser säurefrei gewaschen und auf Horden getrocknet. Die hierbei erhaltenen mehr oder minder großen Kieselsäurebrocken lassen sich schon mit der Hand zu einem Staub von pigmentartiger Feinheit zerdrücken.
Die Kieselsäure kann, wie bereits ausgeführt, zur Erzielung eines gegen fast alle Schadinsekten höchst aktiven Mittels mit bekannten insecticiden Stoffen vermischt werden. Um eine besonders innige Vermischung zu erzielen, wird die Kieselsäure beispielsweise mit einem Zusatz von 5% Dichlordiphenyl-trichlormethyl-methan in einer mit Pockholzkugeln beschickten Kugelmühle vermahlen.

Claims (6)

1.) Stäubemittel zur Schädlingsbekämpfung, gekennzeichnet durch die Verwendung von Kieselsäure, die durch Zersetzung von Siliciumtetrafluorid mit Wasser erhalten worden ist.
2.) Stäubemittel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von Kieselsäure, die durch Zersetzung von Siliciumtetrafluorid mit Wasser, Beseitigung der freien Säure und Trocknen erhalten worden ist.
3.) Stäubemittel nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Zersetzung von Siliciumtetrafluorid mit Wasser gefällte Kieselsäure nicht völlig von der anhaftenden Kieselfluorwasserstoffsäure befreit und daß letztere vor dem Trocknen mit basischen Stoffen, wie z.B. Kalk, neutralisiert ist.
4.) Stäubemittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Neutralisation der der Kieselsäure noch anhaftenden Kieselfluorwasserstoffsäure solche basischen Stoffe verwendet werden, die, wie z.B. Bariumhydroxyd oder Bariumcarbonat, die Kieselfluorwasserstoffsäure in Salze mit insektiziden Eigenschaften überführen.
5.) Stäubemittel nach Ansprüchen 1 - 4, gekennzeichnet durch die Verwendung des beim Aufschluss von Rohphosphat mit Schwefelsäure zu Superphosphat anfallenden Kieselfluorwasserstoffsäure befreiten und getrockneten Kieselsäureschlammes.
6.) Stäubemittel nach Ansprüchen 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gefällte Kieselsäure mit bekannten insektiziden Stoffen, wie z.B. Dichlor-diphenyl, trichlormethylmethan oder Hexachlor-cyclohexan vermischt ist.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE957755C (de) Verfahren zur Herstellung eines als Mattierungsmittel für Lacke od. dgl. geeigneten Kieselsäuregels
DE1667671B2 (de) Verfahren zur herstellung von kieselgelgranulaten fuer adsorptionsund katalysatorzwecke
DE3855037T2 (de) Körnige Kalziumhypochloritmischung und Verfahren zur Herstellung
DE2651437A1 (de) Kristallines zeolithpulver des typs a vi
CH632471A5 (de) Natriumpercarbonat-partikel und verfahren zu deren herstellung.
DEP0017411DA (de) Stäubemiltel zur Schädlingsbekämpfung.
DE2928585C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines granularen Pestizidpräparats
DE2712139A1 (de) Natriumpercarbonat-partikel
TSUNOO et al. Über das aus walpankreas isolierte Ophidin
DE3134293A1 (de) "teppichpflegemittel"
DE2432688C2 (de) Desaktiviertes Calciumsulfatdihydrat als inerter Träger für Schädlingsbekämpfungsmittel
DE1156060B (de) Verfahren zur Herstellung von feindispersen Calciumsilicatfuellstoffen
DE838677C (de) Gasfilter
DE869807C (de) Trocken-stimulationsmittel für Plfanzensamen.
DE510411C (de) Saatguttrockenbeize
DE2604457A1 (de) Granuliertes bleioxid
DE1179761B (de) Schädlingsbekämpfungsmittel in Granulatform
DE730234C (de) Bodenverbesserung
DE876020C (de) Fluessige Saatgutbeizmittel
DE1002767B (de) Nematodenbekaempfung
DE820990C (de) Schaedlingsbekaempfung
DE552253C (de) Verfahren zum Beizen von Saatgut
DE892760C (de) Verfahren zur Herstellung von granulierten, humushaltigen Duengemitteln aus Klaerschlamm
DE515957C (de) Saatguttrockenbeize
DE1037050B (de) Waschpulver