DEP0012592MA - - Google Patents
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Description
STDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 28. August 1954 Bekanntgemacht am 29. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELD UNG
KLASSE 5a GRUPPE 31 20 P 12592 VIb/5a
Horst Barthel, Hamburg
ist als Erfinder genannt worden
Peute-Chemie G. m. b. H. Chemische Fabrik, Hamburg
Bohrspülung
Es ist bekannt, daß bei Tiefbohrungen, welche sin sehr poröses Trägergestein durchstoßen, Spülungsverluste
auftreten. Die Tone verkleben außerdem die Poren des Trägergesteins und es wird dadurch
die Exploration beeinträchtigt, besonders bei geringem Lagerstättendruck, da die Tone durch
Säuren (wie Salzsäure) nicht zu lösen sind.
Um diese Übelstände zu vermeiden, werden beim Auftreten der Spülungsverluste Schnitzel von
Cellulosefolien, Lederreste u. dgl. der Spülung beigesetzt und mit Spülungspumpen in die Bohrung
gedrückt. Diese Schnitzel mit Oberflächen von 0,5 bis 3,5 cm2 setzen sich dann vor die Poren und
dichten diese ab. Diese bekannten Zusätze haben aber den Nachteil, daß sie sich nicht lösen, wenn
die Bohrung mit Hilfe von verdünnter Salzsäure erschlossen werden soll. Es muß dann mit einem
Sonderwerkzeug hinterfräst und ausgeschnitten werden. Das bedeutet, daß das Gestänge ein- und
ausgefahren werden muß, was zusätzliche Bohrzeit, also einen erheblichen Arbeits- und Zeitaufwand
erfordert.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß, wenn man zum Abdichten der Spülung Kollagenabbauprodukte
in geeigneter Form, Größe und Stärke an Stelle der genannten Stoffe zusetzt, eine
gute Abdichtung erzielt wird. Da diese kollagenen Abbauprodukte normalerweise wasserlöslich sind,
müssen diese durch geeignete Verfahren vorher gehärtet werden.
Demnach besteht das neue Verfahren darin, daß bei der Bohrspülung, insbesondere für das Durch-
509 562/3
P 12592 VIbISa
bohmi von Trägergestein, ein gerin^T Gehalt an
Kollagenabbauprodukten, wie Gelatine oder Leim, welche, vorzugsweise durch llärtung, z. B. mit
Chemikalien, in heißem Wasser unlöslich gemacht, aber in verdünnter Salzsäure löslich geblieben sind
und die Form von Blättchen, Spänen od. dgl. besitzen, zugesetzt wird. Dabei beträgt der Gehalt
an den Kollagenabbauprodukten ο,ι bis 5%, vorzugsweise 0,1 bis i°/o.
Das Verfahren nach der Erfindung ist ferner dadurch gekennzeichnet, daß der Härtungsgrad und
der Säuregehalt der nachträglichen Säurespülung so aufeinander abgestimmt sind, daß die Lösung
des Kollagenabbauproduktes innerhalb bestimmter Zeit sichergestellt ist.
Hei der Rohrspülung kanu mit Formaldehyd gehärtete Gelatine verwendet werden.
Die Bohrspülung ist durch einen p^-Wert von η bis 12 gekennzeichnet.
Werden beispielsweise die Kollagenabbauprodukte eine gewisse Zeit mit dem aus einer 35°/oigen
Formaldehydlösung erhältlichen Gas behandelt, so erhallen sie Wasserfestigkeit bis zu ioo°. Jedoch
werden sie in i.sVoiger Salzsäurelösung nach 2 bis 3 Stunden aufgelöst. Diese Kollagenabbauprodukte
besitzen die Fähigkeit, sich an die Gesteine anlegen zu können.
So wurde z. B. bei einer Tiefbohrung, bei der schwacher Lagerstättendruck angenommen wurde,
eine Tonspülung mit einem hochpolymeren Schutzkolloid mil einem spezifischen Gewicht von
1 ,oK kg/cm-' und einer Viskosität, gemessen im
Marschlrichter, von 32 gebohrt. Als beim Durchstoßen
des Trägergesteins Spülungsverluste eintraten, wurden der Spülung 0,1% der kollagenet
Abbauprodukte zugegeben. Danach konnte die Bohrung mit 45 atü ohne Verlust abgepreßt werden.
Nach der Behandlung mit einer i5°/oiger Salzsäurelösung trat nach 2 bis 3 Stunden die Exploration
ein.
Claims (5)
1. Bohrspülung, insbesondere für das Durchbohren von Trägergestein, gekennzeichnet durch
einen geringen Gehalt an Kollagenabbaupro dukten, wie Gelatine oder Leim, welche, vorzugsweise
durch Härtung, z. B. mit Chemikalien, in heißem Wasser unlöslich gemacht, aber in verdünnter Salzsäure löslich geblieben sind
und die Form von Blättchen, Spänen od. dgl besitzen.
2. Bohrspülung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 0,1 bis 5%,
vorzugsweise 0,1 bis 1 °/o, an den Kollagenabbauprodukten.
3. Bohrspülung nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Härtungsgrad
und der Säuregehalt der nachträglichen Säurespülung so aufeinander abgestimmt sind, daß die Lösung des Kollagenabbauprodukts
innerhalb bestimmter Zeit sichergestellt ist.
4. Bohrspülung nach den vorhergehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch die Verwendung
von mit Formaldehyd gehärteter Gelatine.
5. Bohrspülung nach den vorhergehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch einen p^-Wert
von 6 bis 12.
© 509 563/3 9. 55
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