DEP0000491DA - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Faltschachteln - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Faltschachteln

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DEP0000491DA
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English (en)
Inventor
Josef Burhoff
Original Assignee
Burhoff, Josef, Lindlar, Bez. Köln
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Description

Die Herstellung der Faltschachteln erfolgt bisher in der Weise, daß in einer ersten Vorrichtung die von einer Rolle in Form einer Bahn abgezogene Pappe mittels Offset oder Buchdruck in der gewünschten Weise bedruckt dann in Stücke geschnitten wird, die der Größe der herzustellenden Faltschachtel entsprechen, wobei bei diesen Schneidvorgang auch gleichzeitig die für das Umbiegen des Pappenstückes zur Schachtel erforderlichen Längs- und Querfalzriefen gebildet und die für die Bildung des Bodens der Schachtel erforderlichen Ausschnitte an der Vorder- und Hinterkante des Pappenstückes ausgestanzt werden. Die so vorbereiteten und in eine Ablage gefallenen Zuschnitte werden dann nach einer zweiten Vorrichtung gebracht, auf der die eine Längskante der Zuschnitte mit Klebstoff versehen wird und die Zuschnitte dann zur Faltschachtel gefalzt und die miteinander zur Deckung kommenden Seitenflächen verklebt werden. Die Faltschachteln werden dann auf derselben Vorrichtung zwecks Verdichtung und zur Sicherung der genannten Verklebung noch gepresst und fallen dann in eine zweite Ablage, worauf sie gezählt und verpackt werden.
Die Leistung einer derartigen Vorrichtung beträgt etwa 20 000 Stück in achtstündiger Arbeitszeit, wobei jedoch nur einfache Faltschachteln hergestellt werden können, wie sie beispielsweise zum Verpacken von Waschpulver, Malzkaffee u.dgl. benutzt werden.
Es sind ferner Vorrichtungen zur Herstellung von Papierbeuteln bekannt, bei denen das von einer Rolle abgezogene Papier in Form einer Bahn zunächst durch ein Druckwerk läuft, in welchem die Papierbahn in der gewünschten Weise ein- oder mehrfarbig bedruckt wird. Die bedruckte Papierbahn wird dann weiter über eine Leimvorrichtung gezogen, durch die die Papierbahn an einer ihrer Seitenkanten mit Klebstoff bestrichen wird, und gelangt dann unter die Falzbleche, durch die die Seiten der Papierbahn nach unten umgelegt und miteinander verklebt werden, so daß eine schlauchförmige Papierbahn erzielt wird, die dann beim weiteren Durchgang durch die Vorrichtung in Längen zerschnitten wird, die der Größe der herzustellenden Beutel entsprechen. Beim weiteren Durchgang durch eine derartige Vorrichtung werden dann auch noch die Böden der Beutel geklebt, die Beutel gepreßt und schließlich selbsttätig abgezählt in Stapeln abgelegt.
Bei Verwendung einer derartigen Vorrichtung werden somit die Beutel, ausgehend von der Papierbahn bis zum fertigen abgezählten Stapel, in einem einzigen fortlaufenden Arbeitsgang hergestellt, so daß eine hohe Leistung erzielt wird.
Es wurde nun gefunden, daß eine derartige Vorrichtung zur Herstellung von Papierbeuteln auch zur Herstellung von Faltschachteln benutzt werden kann, wenn in eine Beutelmaschine der genannten Art, und zwar zweckmäßig entweder vor, in oder hinter das Druckwerk eine Hilfsvorrichtung eingebaute wird, durch die die Pappbahn auf ihrem Wege durch die Vorrichtung mit den für das Falzen der Pappe zur Schachtel erforderlichen Längs- und Querfalzriefen und mit den für die Bildung des Bodens erforderlichen Ausstanzungen versehen wird.
Die genannte Hilfsvorrichtung ist in der Zeichnung in einer beispielsweisen Ausführungsform veranschaulicht, und zwar zeigt:
Abb. 1 die Anordnung der Hilfsvorrichtung am Druckwerk eienr Beutelmaschine,
Abb. 2 und 3 in Querschnitt und Ansicht das zum Falzen und Ausstanzen der Pappbahn benötigte Walzenpaar und
Abb. 4 eine Draufsicht eines erfindungsgemäß gefalzten und gestanzten Abschnittes der Pappbahn, wie er zur Herstellung einer Faltschachtel benötigt wird.
In Abb. 1 ist mit 1 die Stapelrolle bezeichnet, von der bie der Herstellung von Papierbeuteln aus Papier und bei der erfindungsgemäßen Herstellung von Faltschachteln die Pappe in Form einer Bahn 2 abgezogen wird. Diese Bahn läuft dann über eine Anzahl Leitrollen 3 und gelangt dann in das Druckwerk 4, in dem je nach der Anzahl der vorgesehenen Druckwalzen 4a, 4b, 4c die Pappbahn ein- oder mehrfarbig bedruckt werden kann.
Erfindungsgemäß ist jedoch in das Druckwerk einer derartigen Beutelmaschine zusätzlich oder an Stelle eines Druckwalzenpaares ein in beliebiger Weise angetriebenes Walzenpaar 5, 6 eingebaut, durch das die Pappbahn für das später durchzuführende Falzen der Bahn zu einem Schlauchgebilde mit Quer- und Längsfalzriefen und für die spätere Herstellung des Bodens der Faltschachtel mit Ausschnitten versehen wird.
Zu diesem Zwecke ist die Walze 6, wie Abb. 2 und 3 zeigen, über ihre ganze Länge mit zwei Längsdruckleisten 7 versehen, die mit zwei Längsnuten 8 der Gegendruckwalze 5 zusammenarbeiten und durch die beim Durchgang der Pappbahn durch das genannte Walzenpaar in der Pfeilrichtung der Abb. 4 die für das spätere Falzen der Bahn zu Faltschachteln erforderlichen Querfalzriefen 1c (Abb. 4) gebildet werden.
Auf dem Umfang der Walze 6 sind ferner, anschließend an die genannten Längsdruckleisten 7 einerseits vier Runddruckleisten 11 und andererseits vier kreisbogenförmige Messer 12 angebracht, die mit auf dem Umfang der Gegendruckwalze 5 angeordneten Rundnuten 13 bzw. 14 zusammenarbeiten und durch die beim Durchgang der Pappbahn 2 durch das Walzenpaar 6, 5 die Längsfalzriefen 15 und die Ausschnitte 16 (Abb. 4) gebildet werden.
Die Längen der Walzen 6, 5 und ihr Durchmesser sowie der Abstand und die Länge der auf ihnen angebrachten Falzmittel ist dabei in jedem Falle natürlich so bemessen, wie es der Größe der jeweils herzustellenden Faltschachteln entspricht. Die Länge der Messer 12 ist dagegen so bemessen, daß durch diese Messer in der Pappbahn Ausschnitte 16 ausgestanzt werden, die doppelt so lang sind, als sie für die Bildung des Bodens einer Faltschachtel erforderlich sind, so daß, wenn später bei dem weiteren Durchlauf der Pappbahn durch die Vorrichtung die Pappbahn in Richtung der Pfeile B-B und C-C in zur Bildung der Faltschachteln entsprechende Größen zerschnitten wird, durch jeden Umlauf der Walze 6 die Ausschnitte 16 für jeweils zwei benachbarte Faltschachtelabschnitte ausgestanzt werden.
Die so mit dem Quer- und Längsfalzriefen 10 bzw. 15 und den Bodenausschnitten 16 versehene Pappbahn 2 läuft dann nach dem Durchgang durch das Druckwerk nach der Leimvorrichtung, in der die eien Seitenfläche a mit Klebstoff bestrichen wird, und sie gelangt dann unter die Falzbleche, durch die die Pappbahn längs der Falzriefen b und c nach oben oder unten und innen umgefalzt wird derart, daß sich die Fläche d auf die mit Klebstoff versehene Fläche a auflegt und ein flaches, schlauchartiges Gebilde aus der Bahn erhalten wird. Die so erhaltene schlauchförmige Bahn wird dann beim weiteren Durchgang durch die Vorrichtung, wie bereits erwähnt, längs der Linien B-B bzw. C-C zerschnitten, so daß flache, schlauchförmige Faltschachtelabschnitte erhalten werden, die dann gepreßt und selbsttätig gezählt in Stapeln abgelegt werden. Zur Verwendung der Faltschachteln werden dann die genannten flachen, schlauchförmigen Abschnitte in an sich bekannter Weise an den Längsfalzriefen 15 aufgeklappt, und es werden dann die ausgestanzten Bodenplatten längs der Querfalzriefen 10 nach innen eingeschlagen.
Die neue Vorrichtung ermöglicht auch die Herstellung von Faltschachteln, die zu besseren Abdichtung innen mit einer besonderen Papierfütterung oder außen mit einem besonderen Papiereinschlag versehen sind, wie sie für die Verpackung von wertvollen Stoffen, wie Bohnenkaffee, pharmazeutische Produkten u.dgl. benutzt werden.
Handelt es sich um die Herstellung von Faltschachteln mit Innenfütterung, so wird außer der Rolle 1 für das Abziehen der Pappbahn 2 noch eine Papierrolle 17 vorgesehen, von der in Form einer Bahn 18 das Papier für die Herstellung der Innenbeutel abgezogen wird. Diese Papierbahn kann zunächst durch das Druckwerk 4a geführt werden, so daß sie in gewünschter Weise bedruckt wird, oder an dessen Stelle über eine Leitrolle, und sie vereinigt sich dann mit der Pappbahn 2 vor dem Durchgang der Druckwalzen 4b, nachdem die Pappbahn das Walzenpaar 5, 6 durchlaufen hat und durch dieses in der beschriebenen Weise mit den erforderlichen Falzriefen 10, 15 und den Ausschnitten 16 versehen worden ist. Die vereinigten Bahnen 2 und 18 durchlaufen dann gemeinsam die Druckwerke 4b und 4c, durch die in der beschriebenen Weise die Pappbahn bedruckt wird, und durch das beschriebene Umfalzen und Verkleben der Pappbahn beim weiteren Durchgang durch die Vorrichtung wird auch die in der genannten Weise mit Klebstoff versehene Papierbahn mit umgefalzt, verklebt und schließlich geschnitten, so daß der innere Papierbeutel gebildet wird.
Handelt es sich um die Herstellung von Faltschachteln mit einem Außenbeutel aus Papier, so wird außer der Rolle 1 die Papierrolle 19 vorgesehen, von der die Papierbahn 20 abgezogen wird. Die Papierbahn 20 läuft dann gemeinsam mit der Pappbahn 2 über die Leitrollen 3 und wird dann über die Leitrolle 21 geführt, während die Pappbahn 2 das Walzenpaar 5, 6 durchläuft und durch dieses in der beschriebenen Weise mit den Quer- und Längsfalzriefen 10 und 15 und den Ausschnitten 16 versehen wird. Vor dem Durchgang durch das Druckwerk 4b werden dann die beiden Bahnen wieder vereinigt, und sie durchlaufen dann gemeinsam die übrigen Bearbeitungsstellen der Vorrichtung. Durch die genannte Führung der beiden Bahnen liegt die Papierbahn 20 auf der Pappbahn 2, so daß beim Durchgange durch die Druckwerke 4b und 4c die Papierbahn in der gewünschten Weise bedruckt wird, und bei deren späteren Umfalzen der in der beschriebenen Weise mit Klebstoff versehenen Bahnen legt sich die Papierbahn um die Pappbahn, so daß die gewünschte Ummantelung der schlauchförmigen Pappbahn durch die Papierbahn erreicht wird. Das Zerschneiden der so erhaltenen schlauchförmigen Bahn zu Faltschachteln und deren Pressen, Zählen und Stapeln erfolgt dann weiter in der beschriebenen bekannten Weise. Die Führung der Papierbahn 18 bzw. 20 derart, daß sie das Walzenpaar 5, 6 nicht mit durchlaufen, erklärt sich daraus, daß die weichen Papierbahnen im Gegensatz zu harten Pappen für ihr Falzen keine Falzriefen 10, 15 benötigen und für die Bildung eines dichten Bodens keine Ausschnitte 16 haben dürfen.
Durch den Einbau der beschriebenen Hilfsvorrichtung in eine Papierbeutelmaschine an sich bekannter Art wird somit der Vorteil erreicht, daß einerseits die Faltschachteln in einem einzigen fortlaufenden Arbeitsgang ohne Wechsel der Vorrichtung hergestellt werden können, wodurch die Leistung sehr wesentlich erhöht wird, und daß andererseits mit Papierbeutelmaschinen auch Faltschachteln hergestellt werden können, und zwar solche einfacher Ausführungsform als auch solche mit Innenfütterung oder Außenummantelung aus Papier.
Während so nach dem bisher bekannten und einleitend beschriebenen Verfahren in achtstündiger Arbeitszeit nur etwa 20 000 Faltschachteln bei einem Gestehungspreis von etwa RM 3,-- bis RM 4,-- je 1.000 Stück hergestellt werden könnten, und zwar auch nur Faltschachteln ohne Innenfütterung und ohne Ummantelung, können unter Verwendung einer Beutelmaschine mit eingebauter Stanz- und Falzvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung in der gleichen Zeit 70 000 bis 100 000 Faltschachteln bei einem Gestehungspreis von etwa RM 0,17 bis 0,20 je 1 000 Stück hergestellt werden, und zwar mit und ohne Papierinnenfütterung oder Ummantelung.

Claims (5)

1. Verfahren zur Herstellung von Faltschachteln aus Pappe, dadurch gekennzeichnet, daß die Pappe in Form einer Bahn vor oder nach dem Bedrucken fortlaufend mit für das Falten der Pappe zur Schachtel erforderlichen Quer- und Längsfalzriefen und für die Bildung des Bodens der Schachtel mit Ausschnitten einer Länge versehen wird, die jeweils der Länge der Ausschnitte von zwei benachbarten Faltschachtelabschnitten entsprechen und daß die Bahn auf einer Seitenkante mit Klebstoff bestrichen und durch Umfalzen ihrer Seitenflächen zu einem schlauchartigen Gebilde verformt wird, worauf die miteinander zur Deckung gebrachten Seitenflächen verklebt werden, die schlauchförmige Bahn in der Mitte der genannten Ausschnitte in der Querrichtung zerschnitten wird und die erhaltenen Faltschachtelabschnitte gepreßt, gezählt und gestapelt werden.
2. Vorrichtung zur Herstellung von Faltschachteln nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Papierbeutelmaschine an sich bekannter Art, und zwar zweckmäßig vor, in oder hinter dem Druckwerk eine Hilfsvorrichtung eingebaut ist, durch welche in der die Vorrichtung als Bahn durchlaufenden Pappe die für das Falten der Pappe zur Schachtel erforderlichen Längs- und Querfalzriefen und die für die Bildung des Schachtelbodens erforderlichen Ausschnitte gebildet werden.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch zwei miteinander arbeitende Walzen (6, 5), von denen die eine Walze (6) für die Bildung der Querfalzriefen (10) in der Pappbahn (2) mit Längsdruckleisten (7) und für die Bildung der Längsfalzriefen (15) mit Runddruckleisten (11) sowie für die Bildung der Bodenausschnitte (16) mit Messern (12) und die andere Walze (5) mit entsprechenden Längsnuten (8) sowie Rundnuten (13) und Messernuten (14) versehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Messers (12) der Stanzwalze (6) so bemessen ist, daß durch jeden Umlauf der letzteren die Bodenausschnitte (16) für jeweils zwei benachbarte Faltschachtelabschnitte gebildet werden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2-4 zwecks Herstellung von Faltschachteln mit Papierinnenfütterung oder Ummantelung, gekennzeichnet durch die Anordnung einer Papierrolle (17 bzw. 19), von der eine Papierbahn (18 bzw. 20) abgezogen wird, die nach dem Durchlaufen der Pappbahn (2) durch die Falz- und Stanzwalzen (5, 6) gemeinsam mit dieser durch die weiteren Bearbeitungsstellen der Vorrichtung zur Herstellung von Faltschachteln hindurchgeschickt wird.

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