DEP0000381BA - Verfahren zur Herstellung von Lackdrähten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von LackdrähtenInfo
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Description
Lacküberzogene Kupferdrähte finden insbesondere als elektrische Leiter, z.B. zur Herstellung von Spulen elektrischer Maschinen und Apparate, vielseitige Verwendung. Die Isolierung solcher Drähte wird durch einen Überzug aus Lack erreicht, der bei erhöhten Temperaturen in besonderen Öfen getrocknet bzw. eingebrannt wird. Bei diesem Einbrennen des Lackes, wofür bei den bisher üblichen Lacken Temperaturen in der Größenordnung von 450 bis 500° infrage kommen, wird gleichzeitig ein Weichglühen des Kupferdrahtes bewirkt, was für die Weiterverarbeitung des lackierten Drahtes, z.B. beim Wickeln der Spulen, erforderlich ist. In neuerer Zeit wurden nun Lacke für die Zwecke der Drahtisolierung entwickelt, die keine derartig hohen Einbrenntemperaturen erfordern bzw. vertragen, so daß ein zuverlässiges Weichglühen des Drahtes während des Einbrennens des Lackes nicht erreicht wird. Es muß daher durch zusätzliche Maßnahmen das erforderliche Weichglühen bewirkt werden.
Gemäß der Erfindung erfolgt das Weichglühen in einfacher und zweckmäßiger Weise vor dem Aufbringen des Lackes durch elektrische Heizung. Diese elektrische Heizung kann durch Induktionsheizung oder durch Widerstandsheizung erfolgen. Dementsprechend kann der Draht vor dem Einlaufen in die Lackauftragsvorrichtung durch eine Induktionsspule hindurch geführt werden, in der eine Erwärmung durch Wirbelstrombildung erfolgt.
Eine andere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung besteht darin, daß der Draht über zwei Elektroden, insbesondere in Form von Rollen, geleitet wird, durch die dem Draht elektrischer Strom zugeführt wird, der eine Erhitzung durch Stromwärme bewirkt. Für die Zwecke der Erfindung werden dabei zweckmäßig kleine Spannungen verwendet, durch die eine Gefährdung des Bedienungspersonals vermieden wird. Außerdem kann durch geeignete Abdeckungen eine Berührung der spannungsführenden Teile verhindert werden.
Das Weichglühen des Kupferdrahtes gemäß der Erfindung erfolgt vorzugsweise unter Luftabschluß. Zu diesem Zweck kann der Draht durch ein Rohr geführt werden, in dem die Zuführungselektroden angeordnet sind. Wenn dieses Rohr senkrecht stehend angeordnet wird, kann die Abdichtung der beiden Enden durch einen Wasserabschluß erfolgen, wodurch eine mechanische Beschädigung des Drahtes vermieden wird. In diese Ofenkammer kann ein indifferentes Gas, beispielsweise Stickstoff oder Wasserdampf, eingeleitet werden. Zur Erzeugung des Wasserdampfes kann unter Umständen schon die Dampfentwicklung, die beim Austritt des erhitzten Drahtes durch den Wasserabschluß entsteht, genügen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer für die Durchführung der Erfindung geeigneten Einrichtung dargestellt. Diese Einrichtung besteht aus einem senkrecht stehenden Rohr 1, durch das der Draht 2 geführt wird. Die in dem Rohr angeordneten Führungsrollen 3 und 4 dienen dabei als Zuführungselektroden für den Strom, durch den erfindungsgemäß eine Erhitzung des Drahtes bewirkt wird. Die Rolle 4 ist dabei isoliert gelagert, während die Rolle 3 geerdet ist. Die beiden Enden des Rohres 1 sind durch Wasserfüllungen 5 und 6 abgedichtet. Durch einen Anschlußstutzen 7 kann das Rohr mit einem indifferenten Gas gefüllt werden.
Nach dem Verlassen des Rohres 1 wird der weichgeglühte Draht 2, z.B. über eine Umlenkrolle 8, dem Lackofen zugeführt. Auf diesem Wege wird in beliebiger Weise der Lackauftrag vorgenommen. Die Lackauftragsvorrichtung ist ebenso wie der Ofen in der Zeichnung als für das Wesen der Erfindung unmaßgeblich nicht mit dargestellt.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann noch dadurch verbessert werden, daß das Weichglühen des Drahtes durch elektrische Erhitzung im Ofen, in dem das Einbrennen des Lackes bewirkt
wird, erfolgt. Es ist auch jetzt bereits üblich, den Draht zunächst einmal blank durch die Ofenkammer hindurchlaufen zu lassen und erst vor dem zweiten Durchgang den ersten Lackauftrag aufzubringen. Gemäß der Erfindung kann nun bei dem ersten blanken Drahtdurchgang eine zusätzliche Erwärmung durch elektrische Heizung vorgenommen werden. Dabei braucht aber nur die Differenz zwischen der Temperatur des Ofenraumes und der erforderlichen Glühtemperatur des Drahtes durch die elektrische Heizung aufgebracht werden, so daß in diesem Fall gegenüber einer Erhitzung in einer besonderen vor dem Einbrennofen angeordneten Vorwärmekammer Energie eingespart werden kann. Wenn beispielsweise das Einbrennen des Lackes bei 350° erfolgt, der Ofenschacht also im Innern eine Temperatur von 350° aufweist, kann durch Zufuhr elektrischer Energie der blanke Draht bei seinem ersten Durchgang durch den Ofen zusätzlich auf 450° erhitzt werden, wodurch ein zuverlässiges Weichglühen gewährleistet ist. Die Temperatur des Drahtes wird dabei z.B. durch Widerstandsmessung überwacht.
Die Anwendung der Erfindung ist nicht auf die Herstellung von Lackdrähten unter Verwendung von Lacken mit niedrigen Einbrenntemperaturen beschränkt, sondern kann auch - insbesondere bei Drähten mit größerem Durchmesser, beispielsweise von etwa 0,8 mm aufwärts, - bei Verwendung von Lacken üblicher Einbrenntemperatur von Vorteil sein, da erfindungsgemäß auch hier unter Umständen, z.B. bei hoher Durchgangsgeschwindigkeit ein einwandfreies Weichglühen nicht erfolgt, was darauf zurückzuführen ist, daß die Erwärmung des Drahtes von außen erfolgen muß und das Verhältnis zwischen Drahtoberfläche zum Volumen bei größeren Durchmessern ungünstig wird.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung von Lackdrähten, insbesondere für elektrotechnische Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß der blanke Kupferdraht vor dem Aufbringen des Lackes durch elektrische Heizung weichgeglüht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Weichglühen des Drahtes mittels Induktionsheizung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Weichglühen des Drahtes durch Widerstandserhitzung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Weichglühen unter Luftabschluß erfolgt.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch zwei Zuführungselektroden, insbesondere in Form von Führungsrollen, über die der Draht vor dem Einlaufen in die Lackauftragsvorrichtung geführt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine geschlossene Kammer, in der das Weichglühen erfolgt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ein- und Ausführungsöffnung der Kammer Wasserabschluß besitzen.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Weichglühen des Drahtes im Ofenschacht erfolgt.
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