DEM0017817MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 19. März 1953 Bekanntgemacht am 29. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein Verfahren, welches unter Ausnutzung der von Holzapfel und
Gleitsmann (Naturw., 40, S. 53, 1953) beobachteten stoffabhängige^b maximalen Eigenresonanz molekularer
Bausteine verschiedener Stoffe, die sich auf bestimmte Molekülzustände einstellen lassen, niedrigmolekulare Polymerisate im erstarrten, gelierten,
festen und Glaszustand durch Behandlung mit spezifischen Impuls- oder Schallfrequenzen im Gebiet des
hörbaren Schalls und darunter, vorzugsweise 1 bis 1000 Hz, in höherpolymere und orientierte Zustände
überführt, wobei die Impulsgebung außer durch Schallerzeugung auch durch jede andere Methode,
z.B. elektrische oder mechanische. Anregungen, erfolgen kann. .
Es ist bekannt, daß durch Wärmezufuhr eine Polymerisationsbeschleunigung
bzw. Teilchenvergrößerung polymerisierender oder assoziierender Stoffe möglich ist. Es ist auch bekannt, daß durch Ultraschallbehandlung
Polymerisationen im flüssigen Zustand begünstigt gehemmt und gesteuert werden können.
Ebenso ist eine Beeinflussung der Reaktionsfähigkeit durch Ultraschall bekannt.
Gleichwertige Methoden zur Polymerisation mit dem Ziel einer beschleunigten Alterung, Orientierung der
Einzelteilchen (Moleküle oder Kristallite) gegenein-
509 562/24
M 17817 IVb/12g
ander und Härtung des behandelten Materials waren
bisher unter Ausnutzung der Eigenfrequenz der verschiedenen Teilchen nicht bekannt.
Es ist bisher keine Methode der Schallbehandlung zum Zwecke einer kontrollierbaren Orientierung und
Polymerisation im Gebiet des hörbaren Schalls und darunter und mit niedrigen Impulsfrequenzen im
nicht flüssigen Zustand bekannt.
Es wurde nun eine Methode entwickelt, nach der es möglich ist, Polymerisation, Alterung sowie langsame
unkontrollierbare Synaeresevorgänge, Entwässerung
und Härtung systematisch zu beeinflussen, wobei es gleichgültig ist, ob dieses Verfahren auf organische
oder anorganische Polymerisate angewandt wird.
Hei Anwendung sehr starker Intensitäten kann auch eine Zerstörung bestehender Molekular- und Ordnungszustände
erfolgen.
Hei spiel 1
50 ecm C H., Si (O('oll;,)3 Monomethyltriäthylsilan
werden durch !einleiten von erhitztem Sauerstoff (oder Liiftgeniisch) bis nahezu zum Aufhören der Fließfähigkeit
polymerisiert. Das in kürzester Zeit erstarrende Material, bei dem darauf zu achten ist, daß
tatsächlich bereits eine Erstarrung eingetreten ist, wird nach dem völligen Aufhören der normalen Fließfähigkeit
der s]iezifischen maximalen Eigen- (Schalloder
Im])IiIs-) Frequenz ausgesetzt, wobei das Fortschreiten
der Reaktion gleichzeitig durch die Änderung der Resonanzüberhöhung verfolgt werden kann.
Die Einstellung der Frequenz ist durch die auftretende,
starke Überhöhung bei der Beobachtung mit Hilfe <'ines Oszillographen z. B. leicht durchführbar
und regulierbar.
Die Resonanzintensität kann durch den Schallgeber reguliert werden. Kontrollierbare gute Ergebnisse
werden mit Intensitäten erhalten, die, der Ausgangsmenge angepaßt, das zu behandelnde Material eben
in Eigenresonanz versetzen.
Bei Stoffen wie den vorgenannten können je nach der Zusammensetzung und dem der Erstarrung voraufgegangenen
Polymerisationsverfahren mehrere Resonanzmaxima auftreten (insbesondere bei Mischpolymerisaten),
die auf verschiedene gleichzeitig anwesende Molekülaggregate zurückzuführen sind. Soll
daher eine bestimmte Komponente bevorzugt orientiert oder polymerisiert werden, so ist die entsprechende
spezifische maximale Resonanzfrequenz einzustellen.
Natriumsilikat-Lösung (Dichte 1,021 — 30 Be) wird
mit anorganischen Säuren, z. B. H3PO1, auf maximale
Geliergeschwindigkeit titriert (pH = 7,2) und nach dem Erstarren in der in der Zeichnung gezeigten Anordnung
mit Schallfrequenzen im Gebiet des hörbaren Schalls behandelt. Die Substanz befindet sich in 1
und wird mit einer veränderlichen sinusförmigen Frequenz aus einem Generator 3 über einen Erreger 2
angeregt. Durch Reflexion der in einer optischen Anordnung 4 erzeugten Lichtstrahls erhält man über
eine Photozelle 5 und einen Verstärker 6 eine 'frequenz- und amplituden-proportionale Wechselspannung, welche
auf einem Oszillographen 7 die Beobachtung der Resonanzstellen gestattet. Das Ansteigen der maximalen
Eigenresonanz gibt einen Maßstab für die fortschreitende Verfestigung und damit für die fortschreitende
Polymerisation und Kondensation in einem nicht flüssigen Aggregatzustand, der der Beeinflussung
und Messung im vorgenannten Sinne bisher nicht zugänglich war.
Claims (4)
1. Verfahren zur Polymerisation und Kondensation von organischen und anorganischen Stoffen
unter Einwirkung von Impuls- oder Schallfrequenzen im Gebiet des hörbaren Schalls und
darunter, dadurch gekennzeichnet, daß die maximale Eigenresonanz der Stoffe erregt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß organische oder anorganische Gele oder Kunststoffe im glasigen und erstarrten Zustand
zur Alterung und Dehydratisierung in ihrer maximalen Eigenresonanz erregt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die maximale Eigenresonanz der zu polymerisierenden und zu orientierenden Bestandteile
organischer oder anorganischer erstarrender Polymerisate, Gele oder Gläser erregt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Komponenten eines
festen Polymerisates durch mehrere Frequenzen oder Impulse entweder aus verschiedenen Richtungen
oder durch Überlagerungsschwingungcn axis ein und derselben Richtung gleichzeitig in ihrer
maximalen Eigenresonanz erregt werden.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 846 395, 843 089, 687903, 861094, 847503;
französische Patentschrift Nr. 948 401 ;
Bergmann, »Der Ultraschall«, Berlin, 1949, S.633;
Die Naturwissenschaften, 1953, 40. Jahrgang,
S. 53/54·
S. 53/54·
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Q 509 562/24 9. 55
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