DEM0016657MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 13. Dezember 1952 Bekaniitgemacht am 23. August 1Θ56
DEUTSCHES PATENTAMT
In Fernmeldeanlagen werden zur Kompensation der Leitungsdämpfung im allgemeinen Vierpolverstärker
benutzt, die entweder in Zweidrahtleitungen paarweise zusammen mit Gabelschaltungen
verwendet werden, wobei jeder Übertragungsrichtung ein Verstärker zugeordnet ist und
die Rückkopplung des einen Verstärkers auf den anderen mit Hilfe der Gabelschaltungen unterbunden
wird, oder es wird für jede Übertragungsrichtung eine mit Verstärkern ausgerüstete Zweidrahtleitung
zur Verfügung gestellt, Beide Zweidrahtleitungen sind dann an. den Endpunkten des
Übertragungsweges über Gabelschaltungen zusammengefaßt, die auch hier die gegenseitige Beeinflussung
der beiden Zweidrahtverbindungen verhindern. Abgesehen davon, daß die sogenannten
Vierdrahtleitungen den doppelten Leitungsauf wand erfordern, ist es ein Nachteil beider Übertragungsanordnungen, daß die Gabelschaltungen künstlicher
Leitungsnachbildungen bedürfen, die naturgemäß nie so genau hergestellt werden können, wie es
wünschenswert wäre.
609 580/328
M 16657 VIII a/21 a2
Um die Nachteile dieser Übertragungsanordnungen,
zu vermeiden, wurden Einrichtungen entwickelt, die zur Entdämpfung der Leitungen dienen
und Gabelschaltungen entbehrlich machen. Sie sind besonders in den V. St. von Amerika als »Negative-Impedance
Repeater« oder »Negative-Impedance Converter« bekannt. Ein derartiger Repeater oder
Converter ist nichts anderes als ein in Serie mit der Leitung oder auch parallel zu ihr geschalteter
ίο Zweipol, der eine negative Impedanz darstellt und
damit eine Entdämpfung bewirkt. Er enthält im wesentlichen einen Verstärker mit Rückkopplung
über ein phasendrehendes Netzwerk. Das Prinzip der Einschaltung dieser negativen Impedanzen ist
in den Abb. 1 a und 1 b dargestellt. Eine Ader der Zwei drahtverbindung oder auch beide — unter Verwendung
eines entsprechenden Übertragers mit zwei Eingangswicklungen — sind in den Eingang
des Verstärkers eingeschleift. Eingehende Darlegungen: dieser Schaltungen finden sich z. B. in
den Aufsätzen von J. L. Merrill jr. in den amerikanischen Zeitschriften »Electrical Engineering«,
Januar 1951, S. 49 ff., und »Bell System Technical
Journal«, Januar 1951, S. 88 ff. Die Schaltungen
von J. L. Merrill jr. sind außerdem in der deutschen Patentschrift 857 649 beschrieben.
Die Einschaltung von negativen Widerständen einfacher Art zur Leitungsentdämpfung im Zuge
von Fernmeldeleitungen ist auch in der deutschen Patentschrift 669 643 beschrieben. Die deutsche
Patentschrift 704 390 beschreibt eine Anordnung zur Benutzung einer Elektronenröhre als negativen
Widerstand. Die Schaltung ist hauptsächlich als Schwingungserzeuger gedacht. Soll sie als Verstärker
dienen, was bei der Anwendung zur Dämpfungsverminderung notwendig wäre, so muß sie als
Vierpol geschaltet werden. Eine »Verstärkerschaltung ohne Leitungsnachbildung« nach dem österreichischen
Patent 108772 ist ebenfalls eine Vier-
polschaltung. Sie mächt von einer als negativer
Widerstand geschalteten Elektronenröhre Gebrauch. Um das Verstehen der Erfindung zu erleichtern,
seien unter Berücksichtigung des Standes der Technik zunächst die Begriffe »negativer Widerstand«
und »negative Steilheit« näher erläutert. Unter einem »negativen Widerstand« wird ein elektrischer
Zweipol verstanden, in dem eine Zunahme der angelegten Spannung eine Abnahme des durch ihn
fließenden Stromes verursacht. Als Zweipole mit derartigen Eigenschaften werden häufig Entladungsstrecken zwischen zwei Elektroden einer Hochvakuumröhre
verwendet, wobei die negative Charakteristik durch besondere Wahl der Betriebsbedingungen
der beiden 'Elektroden und einer oder mehrerer Hilfselektröden erreicht wird. Der Begriff
»negative Steilheit« ist gekennzeichnet z.B.
durch die Abnahme* des eine Entladungsstrecke
durchfließenden Stromes bei Zunahme des Potentials einer durch negative; Vorspannung gegenüber der
Kathode der Entladungsstrecke stromlosen Steüer- ·■' elektrode! ■,.'""
Dem Erfindungsgegenständ liegt die Aufgabe zugrunde,
die Dämpfung von Fernmeldeleitungen, mit einfacheren Mitteln, als es bei den. bekannten, Anordnungen
der Fall ist, zu vermindern. Dies wird mit Hilfe einer Röhrenschaltung erreicht, die als
negativer Leitwert parallel an die zu entdämpfende Leitung derart geschaltet wird, daß der Ausgangskreis
dieser Röhrenschaltung mit ihrem Eingangskreis verbunden ist. Bei dieser Schaltung wird
erfindungsgemäß eine Elektronenröhre mit einer Stromcharakteristik negativer Steilheit verwendet,
deren erste Elektrode gegenüber der Kathode positiv und deren damit gekoppelte zweite Elektrodenegativ
vorgespannt ist, so, daß eine Mitkopplung und damit eine Verstärkung der Spannung in der
Fernmeldeleitung auftritt. Bei einer solchen. Röhre, ζ. B. einer Raumladegitterröhre, ist bekanntlich
keine Phasenwende notwendig, um eine Rückkopplung von der Elektrode, deren Strom einer negativen
Steilheit folgt, zum Steuergitter herzustellen. Es können also z. B. Steuergitter und Raumladegitter
direkt gekoppelt werden. Der Widerstand im Kreis der stromführenden Elektrode, erlaubt durch geeignete
Dimensionierung eine Spanniungsrückkopplung 85' ohne die Gefahr einer Selbsterregung. An Hand der
Abb. 2 soll eine kurze Rechnung die Wirkungsweise eines derartigen Verstärkers erläutern. Es sei vorausgesetzt,
daß durch die eingezeichneten, Spannungsquellen das Raumladegitter und die Anode
gegenüber der Kathode ein positives Potential erhalten, während das Steuergitter eine gegenüber
der Kathode negative Vorspannung erhält.
Da in der Zuleitung zur Anode kein weiteres Schaltelement angeordnet ist und die Spannungsquelle
einen möglichst kleinen Innenwiderstand besitzen soll, wird das Potential der Anode nahezu
unabhängig vom Anodenstrom und praktisch konstant sein. Der Raumladegitterstrom erzeugt in dem
von ihm durchflossenen Widerstand R einen, Span,-nungsabfall,
so daß das Potential des Raumladegitters gegenüber der Kathode der EMK der
angeschalteten Betriebsspannungsquelle, abzüglich diesem Spannungsabfall, entspricht. Das Potential
des Steuergitters ist gegenüber dem des Raumladegitters noch um die EMK der zweiten, Spannungsquelle vermindert, deren Betrag SO' groß sein möge,
daß das resultierende Potential des Steuergitters gegenüber der Kathode negativ ist. Ein Elektronenstrom
zum Steuergitter wird dadurch verhindert. In der nachfolgenden rechnerischen, Darstellung
bedeutet dl^Q die Änderung des Raumladegitterstromes,
dE die Änderung der Eingangs - EMK, ferner RiRG den inneren Widerstand der Strecke
Raumladegitter—Kathode, 5"^0 die Steilheit des
Raumladegitterstromes, bezogen auf die .Steuergitterspannung.
Der Augenblicks wert einer in Reihe mit dem Raumladegitterwiderstand R an die Röhre
gelegten EMK bewirke eine Spannungsänderung dE am Raumladegitter, womit — bei Fehlen des Raumladegitterwiderstandes
— eine Vergrößerung des
Raumladegitterstromes um
dE
RiRG
verbunden wäre.
Wegen der Anwesenheit des Raumladegitterwiderstandes und wegen des vom anwachsenden Raumladegitterstrom
verursachten Spannungsabfalles
'609 580/328
M 16657VIIIa I'21 a*
verbleibt eine resultierende Vergrößerung des Raumladegitterstromes
dE R-dlse
digs = -β 5 ·
Kise Kise
Der Raumladegitterstrom wird aber außerdem von den Potentialänderungen des Steuergitters, die
wegen der galvanischen Kopplung der beiden. Elektroden denjenigen des Raumladegitters entsprechen,
ίο beeinflußt. Infolge der also ebenfalls am Steuergitter
wirksamen gesamten Spannungsänderung dE — R- dl ng vermindert sich der Raumladegitterstrom
wegen der negativen Steilheitsbeziehung um
RG Q)
Die gesamte Änderung des Raumladegitterstromes,
die von den Potentialänderungen beider Elektroden herrührt, wird also
dIR0 =
dE—
Ra -
^R- dl
se)
Durch Separieren der Unbekannten erhält man
\ J TT /_ O ΤΊ \
dlse —
jRe)
Rise
-(i — SRe ·
und die von der Änderung des Raumladegitterstromes herrührende Änderung des Spannungsabfalls
R-dl se =
dE · R · (1 — Srq · Rise)
+ R · (ϊ —
Rise)
dE · Rise
Rise + ·Κ·(ΐ — Sag · Rise)
Ri
iRO
R-
· Rise)
Diese Spannungsänderung ist also, wegen
SRG ' RiRG ^ *>
größer als die ursprünglich angelegte Spannungsänderung. Das bedeutet, daß an den, Eingangsklemmen des Verstärkers eine verstärkte Spannung
auftritt. Wie Überlegung und Rechnung ergeben, kann das Ausmaß der Spannungsabfalländerung
und damit der Verstärkung durch Variation der Größe des Widerstandes R beeinflußt werden. Die
Einschaltung einer derartigen Anordnung zwischen den beiden Einzelleitern einer Doppelleitung, entsprechend
Abb. 3, ermöglicht daher eine stabile Entdämpfung unabhängig davon, an welchem Leitungsende
ein Sender angeschaltet ist. Der eingeschaltete Verstärker wirkt sozusagen als negative Ableitung.
Dies bedeutet, daß mit einer Ableitung also eine EMK verbunden ist, die den ursprünglich zum
Empfängerende der Leitung fließenden Strom unterstützt,
während sie dem vom Senderende her fließenden Strom entgegenwirkt. Die dem jeweiligen
Empfänger zugeführte Leistung wird damit erhöht, was einer Verminderung der Dämpfung gleichkommt.
Da die Phasenlage des Raumladegitterstromes
vom Phasenwinkel der in seinem Stromkreis liegenden komplexen Schaltelemente und von
der Phasenlage der an den verschiedenen Röhrenelektroden
liegenden Spannungen abhängt, ergeben sich durch Einschaltung phasendrehender Schaltelemente
in die beiden Stromkreise der Röhre Möglichkeiten zur Beeinflussung der Phasenlage des
Raumladegitterstromes. Es lassen sich also- durch die Einschaltung von geeigneten Netzwerken, in die
Stromkreise der positiv vorgespannten, Elektroden Ausmaß, Phasenlage und Frequenzgang der Dämpfungsverminderung
beeinflussen. Die dazu dienenden Schaltungsmöglichkeiten sind in den Abb. 4a, 4b und 4c dargestellt. Darin sind die komplexen,
phasendrehenden Widerstände mit 9Ϊ und der komplexe
Belastungswiderstand, der gleichzeitig auch
Claims (3)
1. Schaltungsanordnung zur Entdämpfung einer Fernmeldeleitung, bei der eine Röhrenschaltung
als negativer Leitwert parallel an die zu entdämpfende Leitung derart geschaltet wird,
daß der Ausgangskreis der Röhrenschaltung mit deren Eingangskreis verbunden, ist, dadurch, gekennzeichnet,
daß die Röhrenschaltung eine Elektronenröhre mit einer Stromcharakteristik
negativer Steilheit aufweist, deren erste Elektrode gegenüber der Kathode positiv und deren
damit gekoppelte zweite Elektrode negativ vorgespannt ist, derart, daß eine Mitkopplung und'
damit eine Verstärkung der Spannung in der Fernmeldeleitung auftritt.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Beeinflussung von Ausmaß, Phasenlage und Frequenzgang
der Dämpfungsverminderung in den Stromkreis mit negativer Steilheit der Stromcharakteristik
und/oder in den oder die Stromkreise weiterer,
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M 16657 VIIIal21 a2
positiv vorgespannter Elektroden mit positiver Steilheit der Stromcharakteristik zusätzliche
O'hmsche Widerstände, Reaktanzen und deren Kombinationen eingeschaltet sind und daß
solche zusätzliche Schaltelemente im Kreis der Elektrode mit negativer Steilheit der Stromcharakteristik
auch zwischen diese Elektrode und das Steuergitter eingeschaltet sind, während
die übrigen Schaltelemente dieses Kreises zwischen Steuergitter und Kathode liegen.
3. Schaltungsanordnung in Fernmeldeanlagen ohne Beeinflussung der Erdsymmetrie der beiden
Einzelleiter, dadurch gekennzeichnet, daß, zwei Röhrenschaltungen nach Anspruch i, und 2 in
an sich bekannter Weise zu einer Gegentaktschaltung vereinigt sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 669 643, 704 390,
707215,857649;
österreichische Patentschrift Nr. 108772;
französische Patentschrift Nr. 611 996;
»Bell System Technical Journal«, 1931, S. 485
bis 513.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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