DEF0017878MA - - Google Patents

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DEF0017878MA
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reaction
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ketene
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diisopropylcarbodiimide
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 6. Juli 1955 Bekanntgemacht am 4. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es wurde gefunden, daß sich Carbodiimide mit Ketenen oder Diketenen zu bisher unbekannten definierten Verbindungen vereinigen.
Die Umsetzung wird vorzugsweise so durchgeführt, daß die beiden Komponenten in äquivalenten Mengen zugegeben werden, bzw. daß gasförmige Ketene in Carbodiimide eingeleitet werden. In vielen Fällen verläuft die Reaktion schon bei Raumtemperatur ohne zusätzliches Erwärmen. ίο Häufig ist es erforderlich, die Reaktion durch Kühlen zu verlangsamen. In den Fällen, in. denen eine langsame Reaktion eintritt, kann es vorteilhaft sein, das Reaktionsgemisch zu erwärmen oder einen geeigneten Katalysator, wie z. B. Kupfer oder Kupferverbindungen, insbesondere Kupfer(I)-chlorid hinzuzufügen. Die Umsetzung kann in Abwesenheit oder in Gegenwart eines indifferenten Lösungs- oder Verdünnungsmittels durchgeführt werden.
Für die Herstellung der Additionsverbindungen kommen z. B. folgende Carbodiimide in Frage: Diisopropylcarbodiimid, Methyl - tert.- butylcarbodiimid, tert.-Butyl-cyclohexylcarbodiimid, tert.-Oktylcyclohexylcarbodiimid, Dicyclohexylcarbodiimid, tert.-Butyl-phenylcarbodiimid und Diphenylcarbodiimid. Als Ketene seien Keten,. Methylketen, Di-
609 «56/48:1
F 17878 IVb/12 ο
methylketen, Phenylketen und Diphenylketen und derenDimerisationsprodukte, dieDiketene, erwähnt.
Die Additionsverbindungen aus Carbodiimiden und Ketenen bzw. Diketenen zeichnen sich dadurch aus, daß sie in verdünnten wäßrigen Säuren, wie z. B. 2n.-Salzsäure, löslich sind.
Die Verfahrenserzeugnisse können als Zwischenprodukte für weitere Synthesen verwendet werden.
Beispiel ι
ίο r ,
2i g (0,25 Mol) frisch destilliertes Diketen und 31,5 g (0,25 Mol) Diisopropylcarbodiimid werden zusammengegeben und mehrere Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt; alsdann wird destilliert. Nach der Analyse handelt es sich um eine Additionsverbindung aus ι Mol Diisopropylcarbodiimid und ι Mol Diketen. Ausbeute 45,4 g = 86,5% der Theorie. F. 320.
Die Additionsverbindung destilliert unzersetzt bei 80 bis 82°/o,5 mm Hg.
Beispie 1 2
21 g (0,25 Mol) frisch destilliertes Diketen und 51,5 g (0,25 Mol) Dicyclohexylcarbodiimid werden,in 80 ecm wasserfreiem Benzol 6 Stunden im ölbad unter Rückfluß erhitzt. Nach Abdestillieren der Hauptmenge des Lösungsmittels kristallisiert die Additionsverbindung aus. Ausbeute 54,3 g = 75 % der Theorie.
Die Additionsverbindung kann aus Essigester oder Aceton umkriställisiert werden. F. 82 bis 830.
'Beispiel 3
Bei Verwendung von 10,5 g Diketen und 22,5 g Cyclohexyl-tert.-bütylcarbodiimid in 100 ecm Benzol werden beim Arbeiten nach Beispiel 2 30,4 g ( = 92% der Theorie) der Additionsverbindung er-. halten. Sdp. 0 5 mm 108 bis 1090, F. 58 bis 6o°.
B eis ρ ie I 4
Bei Verwendung von 16,4 g Diketen.und 22,8 g Methyl-tert.-butylcarbodiimid in 60 ecm Benzol werden' beim Arbeiten nach Beispiel 2 29,2 g (= 75 o/o der Theorie) der Additionsverbindung erhalten. Sdp. 1>5 mm 86 bis 87,5°, F. 74 bis 750.
Beispie 1 5
Bei Verwendung von 10,5 g Diketen und 29,5 g Cyclohexyl-tert.-oktylcarbodiimid in 40 ecm Benzol werden beim Arbeiten nach Beispiel 2 37 g (=92,5% der Theorie) der Additionsverbindung erhalten. Sdp. lmm 153 bis 1550. Die'Additionsverbindung kann man aus ■ Petroläther Umkristallisieren. F. 59 bis 6o°.
Beispiel 6
Man erzeugt Keten durch thermische Zersetzung von Diketen in einem Quarzrohr bei 6oo°. Das Keten wird durch mit Abscheider ausgerüstete Kühler in eine eisgekühlte Falle, in der sich 31,55 g (0,25 Mol) Diisopropylcarbodiimid und 0,01 g Kupfersulfat befinden, eingeleitet. Das Keten reagiert sofort unter, ,starker Wärmetönung. Durch
gute Eiskühlung und entsprechende Einstellung des Kerens tromes kann man erreichen, daß die Temperatur nicht über 300 steigt. Man erhält ein flüssiges Produkt, das weder nach Keten. noch nach Carbodiimid riecht. Diese Additionsverbindung läßt sich nicht unzersetzt destillieren. Die flüssige Additions verbindung ist mit den meisten orgarüschen Flüssigkeiten mischbar. Die Lösung der Additionsverbindung in Alkoholen reagiert bei Raumtemperatur neutral, erhitzt man dagegen die Lösung, so wird Isoharnstoffäther gebildet, der durch seine alkalische Reaktion nachweisbar ist.
Beispiel 7
In einem mit Rückflußkühler versehenen Kolben gibt man 63,1 g (0,5 Mol) Diisopropylcarbodiimid und 0,01 g Kupfer (1)-chlorid und leitet Keten ein. Schon nach etwa 5 Minuten ist die Reaktionstemperatur auf 400 gestiegen. Nun wird der Kolben mit Wasser gekühlt und während.der gesamten Reaktionsdauer die Temperatur auf etwa 400 gehalten. Es werden insgesamt 42 g (1 Mol) Keten auf genotnmen.
Das Reaktionsprodukt zersetzt sich beim Versuch einer Vakuumdestillation. Die Additionsverbindung reagiert neutral und löst sich in den meisten organischen Lösungsmitteln. Mit Aikoholen reagiert die Additionsverbindung nicht.
Beispie 1 8
Dimethylketen wird aus in g a-Bromisobuttersäurebromid und 40 g Zinkspänen nach Organic Synthesis, 33, S. 29 bis 31, hergestellt. Man erhält 15 bis 18 g (0,21 bis 0,26 Mol) Dimethylketen als etwa io°/oige Lösung in Essigsäureäthylester in einer mit Trockeneis-Aceton. gekühlten Falle. Man verwendet zweckmäßig eine Falle, die neben dem Einleitungsrohr noch mit Rückflußkühler und Tropftrichter ausgerüstet ist. Zu der gelben, auf — 8o° C gekühlten Lösung von Dimethylketen tropft man 40 g (0,32 Mol) Diisopropylcarbodiimid, in dem 0,01. g CuCl gelöst sind. Es tritt keine siehtbare Reaktion ein. Die Kühlung wird entfernt. Nach 4tägigem Stehen bei Raumtemperatur ist das Reaktionsgemisch fast farblos und wird in einen Destillationskolben umgefüllt. Das Lösungsmittel wird bei Normaldruck und das überschüssige Diisopropylcarbodiimid bei 4O°/i2 mm abdestilliert. Es verbleiben etwa 30 g einer leicht braungefärbten stickstoffhaltigen viskosen Flüssigkeit, die neutral reagiert. Erhitzt man diese unter vermindertem Druck im Ölbad auf i6o° C, so geht bei, 700Jy mm eine Substanz über, die im Kühler sofort zu einer festen weißen Masse vom Schmelzpunkt 73 bis 74°'C erstarrt. Bei 210 bis 2200 C Ölbad temperatur folgt eine leicht gelbgefärbte Flüssigkeit vom Siedepunkt 1280 C/5 mm. Im Kolben verbleiben 2 bis 3 g eines dunkelgefärbten zähflüssigen Rückstands. Beide Destillate reagieren gegen, Lackmuspapier neutral und sind in den üblichen organischen Lösungsmitteln, wie Alkohol, Äther, Aceton, Chloroform, Benzol und Petroläther, löslich und in Wasser unlöslich. . :
6M656/+&1
F 17878 IVb/12ο
Für die feste Substanz wurde 14,05% N und für das flüssige Destillat 9,31 °/o N gefunden. Der Stickstoffgehalt einer Verbindung von Dimethylketen und Diisopropylcarbodiimid im Molverhältnis 1 :1 berechnet sich zu 14,27%.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Verfahren zur Herstellung von Additionsprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß Ketene oder Diketene mit Carbodiimiden umgesetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung bei Raumtemperatur oder mäßig erhöhter Temperatur stattfindet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Katalysatoren für die Umsetzung Kupferverbindungen, insbesondere Kupfer(I) -chlorid, verwendet werden. ■

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