DEC0010688MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 4. Februar 1955 BekanoQitgiemaoht am 11. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, sowohl Chlordioxyd und Chlorate
als auch Borsäure und Salze der Borsäuren als Konservierungs- und Desinfektionsmittel sowie als
Antiseptika in der Medizin zu benutzen. Diese
Mittel-waren aber entweder in bezug auf ihre Desinfektionswirküng
■ mangelhaft oder nicht haltbar, oder sie übten starke Reizwirkuhgen auf die Haut
aus.-- ' ■■ ...■■■.·. ■■-■■;- .'-.-■ ■ ■· ■ · .
Die Erfindung hat sich daher die'Aufgabe ge-'
stellt, ein Verfahren zur Stabilisierung von Chlordioxyd in wäßriger.Lösung gegen schnellen Zerfall
zu entwickeln, 'so daß die Lösung verhältnismäßig
lange Zeiten aufbewahrt und Chlordioxyd daraus
entnommen werden kann, wenn sie mit Stoffen in Berührung kommt, mit denen, sie reagiert, und eine
Lösung mit stark antiseptischen Eigenschaften'darstellt,
wobei diese Lösung jedoch relativ ungiftig für Körpergewebe ist und so geringe Reizeigenschaften
'besitzt, daß sie ohnevGefahr auch auf empfindliche
Gewebe, z. B. auf das Auge, gebracht werden kann.
Die erwähnte Stabilisierung von chlordioxydhaltigen, antiseptischen, wäßrigen Lösungen wird
erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß einer chlordioxydhaltigen wäßrigen Lösung Säuren des Bors
und/oder deren Salze zugese'tzt werden. Invitro
60S 657/390
C 10688 IVa/3Oi
zeigt sich, daß diese Kombination das Chlordioxyd in labilem Gleichgewicht hält und ein Zerfall in
der wäßrigen Lösung, wie er sonst eintreten würde, nicht beobachtet wird. Dies ändert sich aber, sobald
Organismen oder Körpergewebe mit der ■Lösung in Berührung kommen. In diesem Augenblick
tritt die stark oxydierende Wirkung des Chlordioxyds sofort ein und bewirkt ein schnelles
Abtöten etwa vorhandener Kleinorganismen, während eine Reizwirkung auf Körpergewebe praktisch
nicht eintritt.
Die folgenden Beispiele, bei denen alle angegebenen Stoffe nach Gewichtsanteilen angegeben sind,
stellen brauchbare Verfahren gemäß der Erfindung dar.
2O Teile Natriumtetraborat und 20 Teile Borsäure werden zunächst in 1000 Teilen Wasser gelöst
und sodann 1 Teil Chlorwasserstoffsäure (Salzsäure) zugefügt. Wenn eine homogene Lösung
eingetreten ist, werden 2 Teile Kaliumchlorat vollständig darin aufgelöst und darauf 1 Teil Schwefelsäure
hinzugefügt. Endlich werden 1 Teil Aminobenzoesäure und 0,1 Teil Farbstoff in die Lösung
gebracht.
Eine klare Substanz wird erhalten, welche mindestens 6 Monate aufbewahrt werden kann, ohne
daß eine merkbare Änderung in der Zusammensetzung oder im Aussehen eintritt.
Bei der Prüfung des Phenolkoeffizienten im üblichen Verfahren, unter Verwendung von
E-Typhosa und Staph. Aureus (Typhusbazillen, Staphylokokken) als Testorganismen, ergibt sich
ein Phenolkoeffizient, der annähernd dreimal so stark ist wie der einer dreiprozentigen Jodtinktur.
Eine Reizeigenschaft des Stoffes ist praktisch nicht vorhanden, selbst wenn die Prüfung, z. B. bei Versuchstieren,
am Auge oder unter der Zunge vorgenommen wird.
Bei der Verwendung als allgemeines Antiseptikum für offene1 Wunden oder in Verbindung mit
Operationen wurde eine hohe therapeutische Wirkung festgestellt, die nicht allein in der Keimtötung,
sondern zugleich in lokalem Blutstillen und Geruchsbeseitigung besteht. Das übliche Trauma,
das bei der Verwendung stark wirkender Antiseptika sonst auftritt und von den Patienten sehr
gefürchtet wird, fehlt bei der Verwendung von erfindungsgemäß hergestellten Lösungen praktisch
vollständig. . .
•Beispie III
8 Teile Natriumperborat werden in 100 Teilen
Wasser bei 200 C suspendiert. Dann wird Chlordioxyd langsam in die Suspension eingerührt, bis
eine klare, leicht gelblichgefärbte Lösung erhalten wird.
Es wurde festgestellt, daß diese Lösung stark oxydierend und antiseptisch wirkt. Das Chlordioxyd
wird offensichtlich in der Form eines labilen Komplexes mit der Borverbindung gehalten, da die
Lösung keinen schnellen .Zerfall des .Chlordioxyds;
im Wasser* zeigt. Andererseits wird' das Chlor-"
dioxyd in einem Zustand schneller Freigabe gehalten, was durch die Tatsache bestätigt wird, daß
die charakteristischen analytischen Prüfungen der Verbindung sofort die Anwesenheit großer Mengen
dieser Verbindung in der Lösung anzeigen.
B e i;S pie I III / . r· ,
Bei dem Verfahren gemäß Beispiel I werden die folgenden Bestandteile verwendet:
Natriumtetraborat 15,0 Teile
Borsäure 15,0 -
Kaliumchlorat 1,0 Teil
Schwefelsäure 0,1
Natriumperborat ; . 3,0 Teile
Chlorwasserstoffsäure (Salzsäure) 1,0 Teil Wasserzusatz bis zur Erzielung
von 1000,0 Teilen
Es wird ein Stoff erhalten, der im Aussehen und in den Eigenschaften des Antiseptikums dem nach
Beispiel I erhaltenen ähnelt, obwohl der Phenolkoeffizient etwas geringer ist als bei dem früheren
Beispiel.
Bei dem Verfahren gemäß Beispiel I werden die folgenden Bestandteile verwendet:
Natriumtetraborat .: ,30 Teile
Borsäure , 3.0 . -
Kaliumchlorat 10 -
Schwefelsäure 7
Natriumperborat 4 10 -
Chlorwasserstoffsäure (Salzsäure) . . 8 -
Paraaminobenzoesäure 4 -
Wasser zum Auffüllen auf 1000
Eine klare Lösung ähnlich derjenigen nach Beispiel I wird erhalten.
■ Beispiel. V· :■.■■■ ■; log
5 Teile Harnstoff werden mit 1000 Teilen der antiseptischen Verbindung nach Beispiel I gemischt.
Dieser Stoff ergibt beim Mundspülen einen reinen, erfrischenden Geschmack und vermindert die
Bakterienanzahl des Mundes bis auf einen sehr geringen Wert. Dieser Stoff ist ferner in sehr wirkungsvoller
Weise zum Gurgeln geeignet. Wie sich aus den Beispielen ergibt, kann das Chlordioxyd
in die Lösungen entweder in der Lösung selbst erzeugt
oder nach getrennter Erzeugung unter Unirührung der wäßrigen Lösung als solches zugefügt
werden. Die getrennte Herstellung des Chlordioxyds kann durch' verschiedene Verfahren erfolgen, z. B.
durch Reaktion von Schwefelsäure mit Kaliumchlorat oder Reaktion des Chlorats mit den meisten
Säuren. In den Beispielen I, III, IV, die oben erläutert wurden, wird andererseits Chlördiöxyd
durch Reaktion des Kaliumchlorats mit Schwefel-, säure in der Lösung selbst erzeugt.'
Verschiedene Säuren des Bors und/oder deren Salze haben die Eigenschaft/ Chlordioxyd in wäß-
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C 10688 IVa/3Oi
riger Losung durch Bildung eines labilen Komplexes zu stabilisieren, am besten eignen sich
jedoch Natriumtetraborat, Borsäure und vor allem Natriumperborat für diesen Zweck.
Die bei dem neuen Verfahren benutzten Bestandteile können in verschiedenen Verhältnissen zugesetzt werden, obgleich nicht alle Verhältnisse gleich gute Ergebnisse liefern. Zwar sind auch Verhältnisse außerhalb der im folgenden angegebenen ίο Grenzen unter gewissen Umständen verwendbar, doch wurden die vorzugsweisen Grenzen der Verhältnisse für die hauptsächlichen Materialien der Verbindungen wie folgt festgestellt:
Die bei dem neuen Verfahren benutzten Bestandteile können in verschiedenen Verhältnissen zugesetzt werden, obgleich nicht alle Verhältnisse gleich gute Ergebnisse liefern. Zwar sind auch Verhältnisse außerhalb der im folgenden angegebenen ίο Grenzen unter gewissen Umständen verwendbar, doch wurden die vorzugsweisen Grenzen der Verhältnisse für die hauptsächlichen Materialien der Verbindungen wie folgt festgestellt:
Natriumtetraborat 15 bis 30 Teile
Kaliumchlorat 1 - 10 -
Borsäure 15 - 30 -
Natriumperborat 3 - 10 -
Mineralsäure 1 - 15
Wasser soll etwa zu 1000 Teilen für die Gesamtzahl der Teile der übrigen Bestandteile, wie oben
angegeben, verwendet werden. Darüber hinaus können, falls wünschenswert, Färb- und Duftstoffe
in geringen Mengen, z. B. 0,1 bis 2 Teile, zugefügt werden.
Eine Steigerung der antiseptischen Wirkung der erfindungsgemäß hergestellten Lösungen und ihrer
Stabilität kann durch Hinzufügung von monozyklischen Aminoaryl-monokarboxylsäuren, wie
z. B. Paraaminobenzoesäure, 4-Amino-2-methylbenzoesäure, 4-Amino-3-propylbenzoesäure u. dgl.,
erzielt werden.
Die erfindungsgemäß hergestellten Lösungen sind für alle bekannten antiseptischen Zwecke einschließlich
antiseptische Zahnbehandlung benutzbar, doch ist es vorteilhaft, den angegebenen Verbindungen
Harnstoff im Betrag von etwa 1 bis 10 Teilen auf je-1000 Teile hinzuzufügen, wenn ein
Mundspülmittel gewünscht wird.
Die genaue Art der chemischen Reaktion, welche bei dem Verfahren nach der Erfindung stattfindet,
ist noch nicht ganz geklärt, und eine eingehende Erörterung erscheint entbehrlich. Indessen konnte
festgestellt werden, daß Chlordioxyd in beachtlicher Menge in den durch das erfindungsgemäße
\^erfahren gewonnenen Lösungen vorhanden und in wäßriger Lösung in stabiler Form in einem quasilabilen
Zustand gehalten wird, aus welchem es freigegeben wird, wenn es mit Körpergewebe, Bakterien
oder anderen Stoffen in Berührung kommt, welche sterilisiert oder desinfiziert werden sollen,
z. B. Gemüse, Früchte, Fisch, chirurgische Instrumente, Behälter od. dgl.
Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß die nach dem Verfahren hergestellten Lösungen
als antiseptische Mittel zwei besonders wünschenswerte Eigenschaften besitzen. Erstens haben
die Lösungen eine ungewöhnlich hohe antiseptische Wirkung, z. B. haben sie bei der Probe einen
Phenolkoeffizient, der für die meisten Bakterien und Keime wenigstens dreimal so groß ist wie derjenige
einer 3°/oigen Jodtinktur; zweitens sind die
Stoffe ungewöhnlich mild in ihrer Wirkung auf Körpergewebe, so daß sie, wie durch Versuche bestätigt
werden konnte, ohne Gefahr auf die Augen 65 und andere empfindliche Gewebe gebracht werden
können. Sie wurden auch erfolgreich verwendet für die Behandlung von Brandwunden, auch solchen,
die durch Sonnenbrand entstanden waren; wobei ihre Anwendung eine unerwartet große Heilwir- 70
kung ergab.
Es sei darauf hingewiesen, daß, falls erforderlich, für besondere Anwendungszwecke oder aus
anderen Gründen Abänderungen der angegebenen Verfahren vorgenommen werden können. So ist es
gegebenenfalls möglich, bekannte Heilmittel, wie z. B. Alkohol oder andere Stoffe, in die Antiseptika λ
einzubringen oder diese mit anderen geeigneten antiseptischen Stoffen zu mischen, falls dies in besonderen
Fällen wünschenswert oder erforderlich ist.
Claims (7)
1. Verfahren zur Stabilisierung von chlor- . dioxydhaltigen, antiseptischen, wäßrigen Lösungen,
dadurch gekennzeichnet, daß Säuren des Bors und/oder deren Salze zugesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Chlordioxyd und Natriumperborat in eine verdünnte wäßrige Lösung ge- g0
bracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Stabilisierung Borsäure
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß neben Borsäure Natriumtetraborat
verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß neben Borsäure Natriumperborat
verwendet wird.
6. Verfahren nach Anspruch ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Borsäure, Natriumperborat
und Natriumtetraborat gemeinsam verwendet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Auffüllung auf
1000 Gewichtsteile außer Wasser folgende Stoffe zugesetzt werden:
Natriumtetraborat 15 bis 30 Teile
Kaliumchlorat 1 - 10
Borsäure 15 - 30
Natriumperborat 3 - 10
Mineralsäure 1 - 15
5 In Betracht gezogene Druckschriften:
Reddish, Antiseptics, Philadelphia, 1954, S. 520 und 523;
Müller, Medizinische Mikrobiologie, 4. Auflage, München, 1950, S. 2091, Nr. 2099, und
S. 8257, Nr. 8307; Hygiene, 4. Auflage, Berlin, 1949, S. 352, Abs. 2;
■ Hai ler, Desinfektion, 2. Auflage, Leipzig, 1922,
S. 1067, Abs. 4, S. 1068 und 1069.
Family
ID=
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