DEC0008677MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 28. Dezember 1953 Bekanmtgiemacht am 6. September 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
C 8677 IVb/39c
Es ist bekannt, Mischpolymerisate aus Acrylnitril
und anderen stickstoffhaltigen ungesättigten Verbindungen, wie z. B. Vinylpyridiinen, Acrylamiden,
Vinylttmidazolen, Vinylpyrrolidoneini, Vinylcaprolactam,
a-Acylaminoacylamiden, N-Allylhamstofren,
stickstoffhaltigen Vinyl äthern und Allylamiin,
ferner Allyläthern von gesättigten Aminoalkoholen, herzustellen. Dabei soll die zweite stickstoffhaltige
ungesättigte Komponente der Mischpolymerisate die Anfärbbarkeit, die Löslichkeit sowie
das Wasseraufnahmevermögen, verbessern. Die bekannten Mischpolymerisate befriedigen in dieser
Hinsicht jedoch noch nicht.
Es wurde nun, gefunden, daß Mischpolymerisate aus Acrylnitril und anderen stickstoffhaltigen, ungesättigten
Verbindungen, in, bezug auf die Anfärbbarkeit, die Löslichkeit und das Wasseraufnahmevermögen
besonders vorteilhafte Eigenschaften besitzen, wenn man als andere stickstoffhaltige
ungesättigte Verbindungen/J-PiperazinO'-äthylvinyläther
der Formel
R —N:
; N — CHo — CHo — O — CH = CH,
CxI9
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C 8677 IVb/39c
verwendet, in, dar R einen organischen. Rest, vorzugsweise
einen niedrigmolekularen Oxalkylrast, bedeutet.
Die in dem /?-Pipe:ra.zino-äth,ylvin,ylä,thern enthaltenen,
zwei tertiären Stickstoffatome! steigern die Affinität dar Mischpolymerisate insbesondere zu
saunen Farbstoffen, schon bei geringen einpolymerisierten,
Mengen erheblich. Außerdem hat, die tertiäre und cyclische Bindungsform des Stickstoffs
ίο im Vergleich. mit anderen, bekannten als zweite
Komponente in Mischpolymerisaten des Acrylnitrils
verwendeten stickstoffhaltigen ungesättigten Verbindungen den Vorteil, daß sie wesentlich
weniger dazu neigt, Verfärbungen hervorzurufen.
Die: Häufung von lyophilen Gruppen in den substituierten; /J-Pipeirazino'-äthylvinyläthern, die bei
CH2
der gemeinsamen ■ Polymerisation mit Acrylnitril unverändert in, das, Mischpolymerisat eingebaut
werden, führt zu einer Verbesserung der Löslichkeit der Mischpolymerisate des Aorylnitrils, die
von entscheidender Bedeutung für die: weitere Verarbeitung ist.
Die /J-Piperazinoi-äthylvinyläther bewirken, beim
Einbau in; Mischpolymerisate des Polyakrylnitrils
außerdem eine erhöhte Wasseraufnahmefähigkeit. Diese Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit ist
besonders erwünscht, um bei dar gemeinsamen Verarbeitung von, aus den Mischpolymerisaten herge-
stellten. Fasern, mit natürlichen Fasern die Eigenschaften, der verschiedenen Fasern, einander anzugleichen.
, ,
Als /J-Piperazimo-äthylvinylätiher der Formel
;N — CH9 — CH9 — O — CH = CH9
in der R einen; organischen Rest, vorzugsweise einen niedrigmolakularen Oxalkylrest, bedeutet,
eignet sich insbesondere der N'-Oxäthyl-^-piperazino-äthylvinyläther.
Die Verbesserung der Eigenschaften des PoIyacrylnitrils
wird bereits bei Zusätzen von. 1 oder weniger Prozent, bezogen, auf die Gesamtmenge
der im Mischpolymerisat vorhandenen. Monomeren, deutlich, Die günstigste Menge an ^-Pdperazinoäthylvinyläther
liegt zwischen, 2 und, 12%. Man kann jedoch auch bis zu so·0/» und mehr an /J-Piperazmo-äthylvinyläther
verwenden: Die Polymerisation kann, in Lösung, in Emulsion,, in Suspension
oder im Block nach bekannten. Verfahren mit Hilfe von, geeigneten, z. B. radikalbildenden oder peroxy
d,ischien Katalysatoren, wie Azodi-isobuttersäuredmitril
oder Kaliumpersulfat, erfolgen. Es ist möglich, die Monomeren, nämlich monomeres
Acrylnitril und monomere /J-Piperazino'-äthylvinyläthar,
in einem geeigneten. Mischungsverhältnis gemeinsam zu polymerisieren!; Es ist aber ebensogut
möglich, erst eine der beiden Komponenten, vorzupolymerisieren,
und. dann, die andere Komponente auf ζ upoly rneri si eren.
Die, Polymerisationsbedingungen, wie Temperatur, Katalysatormenge, Monomerenmenge und
Monomerenverhaltnis, richten sich nach den erwünschten.
Eigenschaften der Mischpolymerisate und werden zweckmäßig durch einen, Vorversuch
bestimmt.
Die nachfolgenden Beispiele, in denen die angegebenen
Teile Gewichtsteile sind, erläutern den Gegenstand der vorliegenden, Anmeldung, ohne ihn
zu beschränken.
Zu einer Mischung aus 250 Teilen, Wasser und
250 Teilen Methanol werden in einem, mit Rührer und, Rückfluß kühler versehenen Reaktionsgefäß
95 Teile Acrylnitril, S Teile N'-Oxäthyl-/?-piperazino-äthylvinyläther
und 1 Teil Azodiisobuttersäuredinitril unter Rühren zugefügt, nachdem die
vorhandene Luft durch Stickstoff verdrängt: ist. Man polymerisiert 15 Stunden unter stetem Rühren
bei 6o°. Die Polymerisation setzt ohne Verzögerung ein. Der Ansatz wird nach; kurzer Zeit breiig.
Nach der Aufarbeitung und Trocknung: erhält man 78 Teile eines, schwach gelbstichiggefärbten pulvrigein
Polymerisates vom IC-Wert 88. Die Analyse
ergibt einen Vinylätheranteil von 4,9 °/o. Von dem Polymerisat lösen sich in 9 Stunden 35 Teile in
100 Teilen Dimethylformamid. Es kann in, 6 Stunden
1,05 °/o und in, 30 Stunden, 1,77% Wasser aufnehmen.
Ein reines Polyacrylnitril νοτη if-Wert 96 löst
sich dagegen, in. 9 Stunden unter gleichen Bedingungen nur mit, 11 Teilen; es nimmt in 6 Stunden
nur 0,23% und im 30 Stunden, nur 0,48% Wasser auf.
Wie im Beispiel 1 beschrieben, werden 85 Teile
Acrylnitril und 15 Teile N'-Oxäthyl-ß-piperazinoäthylvinyläther
12 Stunden bei 6o° mischpolymerisiert, Man erhält nach der Aufarbeitung 52 Teile
eines gelblichen; pulvrigen, Polymerisates vom if-Wert SS, welches nach dar Analyse 24% Vinyläther
einpolymerisiiert enthält. Dia Löslichkeit: des
Polymerisates beträgt 41 Teile in 100 Teilen Dimethylformamid im Verlauf von 5 Stunden; Das
Wasseraufnahmevermögen ergibt sich zu 2,24%· in 6 Stunden und 5,060Zo in 30· Stunden.
Ein vergleichbares1 reines Polyacrylnitril vom
iC-Wert 58 besitzt eine Löslichkeit von 14 Teilen
in 100 Teilen Dimethylformamid in 5 Stunden und ein Wasseraufnahmevermögen von 0,27% in
6 Stunden und o,6o°/o· in 30 Stunden.
Zu ainer Lösung von 1 Teil Kalliumpeirsulf at und
ι Teil Kaliumcarbonat in 500 Teilen Wasser, die
sich in einem Reaktionskess el befindet, werden
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C 8677 IVb/39c
5 Teile eines Alkylsulfonates (2o°/oig) zugefügt.. Diiia Luft wird unter Rühren durch Stickstoff verdrängt,
während man. auf .65° aufheizt. Sodann werden 90 Teile Acrylnitril und 10 Teile N'-Oxäthyl-^-piperazino-vinyläther
getrennt unter Vorgabe eines geringen Teiles dies erstehen im. Verlauf
von 2 Stunden tropfenweise zugegeben. Man. polymerisiert
weitere 10 Stunden und erhält nach. d:er
Aufarbeitung 52 Teile eines schwachgelbstichiigen Polymerisates vom /f-WertgS, welches nach der
Analyse einen Vinylätheranteil von 11,3% enthält. Die Löslichkeiit des Polymerisates beträgt 31 Telile
in' 100 Teilen Dimethylformamid in 10 Stunden.,
das Wasseraufnahmevermögen ist 1,48 °/o in 6 Stunden und 2,51 °/o in 30 Stunden.
R —N;
' CH2
CH2 — CH2
Reines Polyacrylniitnil vom'if-Wert 96 löst sich,
nur zu, 12 Teilen in. 100 Teilen Dimethylformamid
im Verlauf von 10 Stunden,, das Wasserauf nähme- .
vermögen, ist 0,23 °/o in 6 Stunden und 0,48 %■ in
Stunden,
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung1 von Mischpolymerisaten aus Acrylnitril und anderen stickstoffhaltigen, ungesättigten Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß als andere stickstoffhaltige ungesättigte Verbindungen ^Pipeirazino'-äthylvinyläther der Formel!N-CH9-CH9-O — CH = CH0verwendet werden, in der R einen organischen Rest, vorzugsweise einen niedirigmolbkularen Oxalkylrest, bedeutet.In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschriften Nr. 2 601 251, 2 643 990.© -.609 617//S08 8.56
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