DEC0008199MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 5. September 1953 Bekanntgemacht am 14. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
In der Wirbelschichttechnik, werden, feste granulierte
Körper, die auf einem Rost beliebiger Art ruhen,, durch einen fortwährenden Gasstrom,
der von unten nach oben durch die festen granulierten
Körper .hindurchgeleitet wird, in turbulente Bewegung, versetzt.
Wenn das Fluidisierungs-Gas, das durch, die
Roste hindurchströmt, ruckartige Impulse empfängt, welche die jeweilige Leistung schwanken lassen, so·
wirken, diese Impulse auf. die Bewegung aller aufzuwirbelnden
festen Körper, zurück. Wenn das Gas erfindungsgemäß in dauernde pulsierende Bewegung
versetzt wird, und die erwähnten Schwankungen der jeweiligen Leistung periodisch erfolgen, so ergibt
sich daraus, daß auch die festen Körper selbst in periodische, vibrierende Bewegung versetzt werden.
Auf diese Weise wird, das Wirbelschichtbett
der. festen Körper bedeutend regelmäßiger. Daserfindungsgemäße
Verfahren- führt darüber hinaus. zu einer erheblichen Herabsetzung der Viskosität*
was wiederum ein· leichtes: Verlaufen der granulierten
Körper in alle Richtungen ohne Blockierung
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ermöglicht, obwohl der durchschnittliche Verbrauch des · in pulsierende Bewegung versetzten Gases auf
mehr als die Hälfte reduziert werden kann.
Die-Form der pulsierenden Bewegungen, ihre
Kadenz und ihre Amplitude können je nach dem gewünschten* Erfolg innerhalb weiter Grenzen vari-.
ieren. In besonders vorteilhafter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden mit einer
genügend großen Amplitude auf den Fluidisiierungs-Gasstrom
pulsierende Bewegungen, welche die periodisch wechselnde Leistung bestimmen, ausgeübt,
mit einer Frequenz zwischen 2 und 16 ooo Perioden in der Sekunde. Die aerodynamische
Suspension der festen Körper, die auf diese Weise fluidisiert werden, ist darüber hinaus auf Grund
des erfmdungsgemäßen Verfahrens erheblich verbessert,
weil die ,jeweilige Geschwindigkeit während jeder Periode variiert, d.h. die Geschwindigkeit
des Fluidisierungs-Gasstromes wird so geregelt, daß auf eine starke Beschleunigung während einer
kurzen Dauer der Steigerung der jeweiligen Geschwindigkeit 'ein schwaches Abschwellen während
einer längeren Dauer der Herabsetzung der jeweiligen Geschwindigkeit folgt. Besonders vorteilhafte
Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die Dauernder Phase, innerhalb deren sich die Geschwindigkeit
des in pulsierende. Bewegung versetzten Gases während einer Periode vergrößert, die
Hälfte oder weniger als die Hälfte der Dauer der Phase ausmacht, innerhalb deren sich die Geschwindigkeit
des in pulsierende Bewegung versetzten Gases während einer Periode vermindert. Das erfindungsgemäße
Verfahren ermöglicht es ferner, die festen Körper vollkommen in aerodynamischer
Suspension zu halten, d. h. sie in Fluidisation zu versetzen mittels »eines Gasstromes, der abwechselnd
ansteigt und abschwillt und dessen durchschnittlicher Verbrauch sehr gering ist, sogar vollkommen
gleich Null, vorausgesetzt, daß die Variation der
jeweiligen Geschwindigkeit während jeder Periode eine genügend plötzliche Beschleunigung sowie ein
genügend langsames Abschwellen mit sich bringt und weiter vorausgesetzt, daß die Amplitude der
Schwingungen genügend groß ist.
Es versteht sich von selbst, daß die Verwendung in zwei Richtungen schwingender Ströme nur möglich
ist bei Fluidisierungs-Rosten, denen Dichte ein Durchlassen auch feinster Körperchen verhindert.
Anderenfalls würde die Gefahr bestehen, daß diese durch dem Rost hindurchfallen. Bei nicht
genügend dichten Rosten empfiehlt es sich, solche erfindungsgemäß in pulsierende Bewegung versetzte
Ströme zu verwenden, deren periodisch veränderliche Geschwindigkeit stets in derselben vertikalen
Richtung von unten nach oben orientiert ist. Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
werden die pulsierenden Bewegungen in der Leitung oder in dem Senkkasten, der das Fluidisierungs-Gas
unter den RoiSt zuführt, durch irgendwelche
bekannten Mittel geeigneter Art hervorgerufen, insbesondere durch vibrierende Platten
oder Vorrichtungen, die" Infra-Schall oder1 Schall
^erzeugen, wie z. B. Infra-Schall-Sirenen oder Schall-Sirenen.
Es können auch zwischen gewöhnlichen Ventilatoren und den Rosten oder Fluidisierungs:
Apparaten rotierende Verschlüsse oder durchbrochene, versenkbare Schirme eingebaut werden.
Bei den zuletzt erwähnten Anordnungen ist jede Hälfte des rotierenden . Verschlußstücks bzw. des
periodisch versenkbaren Schirms mit zueinander versetzten Durchbrechungen in Form eines sichelartigen
Dreiecks versehen, dessen Grundlinie radial, dessen eine Saite 'entlang der Peripherie des Verschlußsitücks
bzw. des. Schirms und dessen andere Seite in einer die Durchbrechung allmählich verkleinernden
Kurve bis zur Spitze des. Dreiecks verlaufen, die wenig oberhalb der auf dem Radius
des Verschlußstücks bzw. des Schirms verlängerten Grundlinie des Dreiecks liegt. Die Gaszuführungsleitung
ist von den VerscMußstücken bzw. Schirmen entsprechend dar Zahl der Kästen zum Durchbiasien
der Gase zwischen den Rändern des Rostes in radiale Sektoren unterteilt. Während, der Periode,
die durch die Rotation oder das Versenken hervorgerufen wird, ergibt sich somit eine plötzlich an-·
schwellende und dann allmählich abschwellende Leistung. Pulsierende Gasströme können auch dadurch
hervorgerufen werden, daß Auspuffgase von Explosionsmotoren oder Verbrennungsgase verwendet
werden. Im letzteren Falle wird der Brenner so· eingestellt, daß er unter Hervorrufung kleiner
Explosionen arbeitet. Diese werden namentlich dann ■ erzielt, wenn die Flamme abwechselnd aus dem
Brenner heraus- und wieder in ihn hineinschlägt (puffende Flamme).
Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise
zur Verbesserung der üblichen Wirbelschichtverfahiren angewendet, insbesondere wenn es sich
darum handelt, die Menge des zum Aufwirbeln notwendigen Gases auf ein Minimum zu reduzieren,
ohne daß diese Reduzierung die Gefahr von Blokkierungen nach sich zieht. Dies ist beiispiielsw'edse
der Fall, wenn Gase und Festkörper in irgendwelche bestimmten Verhältnisse zueinander gebracht
werden müssen, um chemische Reaktionen hervor-. zurufen oder wenn eine pneumatische Klasis'Mizierung
der fhiidisierten Körper erzielt werden soll. Schließlich
kann das erfindungsgemäße Verfahren Anwendung finden, um vertikale oder horizontale
Strömungen der fLuidisierten Gase hervorzurufen. Hierbei entstehen keine nennenswerten Vermischungen
der Fluidisierungs-Schichten. Hierdurch ist es möglich, einen thermischen Austausch zwischen
festen Granulaten, in Gegenströmung, zu erzielen oder auch zwischen Gasen und Festkörpern,
die im Gegenstrom zirkulieren, oder um Absorptions- und katalytische Reaktionen durchzuführen.
Schließlich ist das erfindungsgemäße Verfahren auch für die pneumatische Klassifizierung von granulierten
Körpern verwendbar.' ■
Die schwingenden und turbulenten Bewegungen der fruidisierten Körper werden bei dem erfindungs- ,
gemäßen Verfahren allein durch die Einwirkung des. in pulsierende Bewegung versetzten Gases hervorgerufen
und nicht durch eine schwingende Bewegung des Rostes oder der Wirbelschichtvorrich-
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tuing. Hierdurch v wird eine konstruktive Vereinfachung
der Vorrichtungen erzielt, indem, die Einrichtungen
zur Erzeugung der Vibrationen an beliebiger Stelle außerhalb und unabhängig von der
Reaktionskammer angeordnet werden können. Darüber hinaus ergibt sich ein geringerer Verschleiß
am den Wänden der Wirhelschjchtkaminer bzw.
der Roste sowie ein geringerer Verbrauch an festen granulierten Körpern.
ίο Außerhalb der Wirbelschichttechnik ist es bereits
bekannt, durch ein festes Bett von Katalysatoren wechselweise von oben nach unten und umgekehrt
in Abistand von wenigstens 3 Sekunden Gase zu schicken, um eine chemische Reaktion
sowie eine Regenerierung der Katalysatoren zu erreichen. Bekannt ist auch ein Verfahren zur Intensivierung
der gegenseitigen Einflußnahme zwischen strömenden und nichtströmenden Stoffen, bei
welchem der nichtströmende Stoff durch einen strömungführenden Kanal bewegt und in diesen
einer Folge von Druckschwankungen unterworfen wird. Wird das nichtströmende ■ Medium durch
diese Druckschwankungen hindurchgeführt, ergibt sich in Wechselwirkung mit dem strömenden
Medium eine gegenseitige Einflußnahme nicht nur in einer Richtung, welche parallel zur Strömungsrichtung verläuft, sondern auch senkrecht zu dieser.
Schließlich gehört auch ein Verfahren zur Durchführung chemischer Reaktionen von Gasen oder
Aerosolen zum Stand der Technik, bei welchem in dem Reaktionsraum kurzzeitige, 'einmalige oder
periodische Druckschwankungen zwecks Erzeugung von Stoßwellen vorgenommen werden. Die Stoßwellen
äußern sich in einer Druckwirkung beider Körper aufeinander, und dieser Druck löst zwischen
Molekeln chemische Wirkungen aus.
Bei Verfahren zur Behandlung fester granulierter Körper im Wirbelschichtbett sind jedoch schwingende
und turbulente Bewegungen der fluidisierten Körper stets über eine schwingende Bewegung des
Rostes oder der Wirbelschichtkammer hervorgerufen worden.
Wenn die Vibration, wie es bei der bekannten Arbeitsweise mit vibrierenden Rosten der Fall ist,
an den Wänden der Wirbelschichtkammer bzw. am Wirbelschichtrost erzeugt wird, so ergibt sich hieraus,
der Nachteil eines erheblichen Verschleißes sowohl der Wirbelschichtkammer als auch der
Roste. Darüber hinaus tritt ein erheblicher Verbrauch an festen granulierten Körpern auf, weil
diese gewaltsam gegen die Wände der Wirbelsehichtkammer
oder gegen den Rost gestoßen werden. Wird dagegen die Vibration erfindungsgemäß
unmittelbar in den Fluidisierungs- Gasen erzeugt, so werden die festen granulierten Körper wie auf
einem elastischen Polster getragen, ohne daß sie festgeklemmt oder aneinandergestoßen und somit
auf die Dauer aneinander abgerieben und zerrieben werden.
Darüber hinaus ist es konstruktiv bedeutend einfacher, die Vibrationen den Gasen mitzuteilen, als
einer Vorrichtung, welche die Wirbelschicht enthält, oder dem Rost selbst. Das erfindungsgemäße
Verfahren gestattet es nämlich, die Vibrationen im Gas durch eine selbsttätige und unabhängige Vorrichtung
zu erzeugen, welche in beliebiger Entfernung von der Wirbelschicht angeordnet sein
kann. Schließlich sind bei der bekannten Arbeitsweise bedeutend kompliziertere Vorrichtungen erforderlich,
wenn genügend starke Vibrationen erzeugt werden sollen, weil nicht lediglich Gase, sondern
eine ganze die Wirbelschicht enthaltende Kammer oder ein Rost in Vibration versetzt werden
müssen. Hierbei sind dann zusätzlich Vorkehrungen erforderlich, damit durch die Erzeugung der Vibrationen
nicht die Wände der Wiirbelschichtkammer oder der Rost beschädigt werden und insbesondere,
damit die Einführungs- und Abführungsleitungen für die Gase, die aus konstruktiven Gründen unbeweglich
angeordnet sein müssen, durch die Vibrationien nicht abgerissen werden.
Claims (5)
- PATENTANSPRÜCHE:ι. Verfahren zur Behandlung fester, auf Rosten lagernder granulierter Körper in einer Wirbelschichtkammer unter Vibration, dadurch gekennzeichnet, daß die Vibration der Körper dadurch hervorgerufen wird, daß den zur Aufwirbelung der Schicht zugeführten Gasen außerhalb der Wirbelschichtkammer ständig pulsierende Bewegungen beliebiger Frequenz erteilt werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz der ständigen periodisch pulsierenden Bewegungen zwischen 2 und 16 000 Perioden in der Sekunde liegt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gas während jeder Periode eine Geschwindigkeit aufgezwungen wird, die während einer kurzen Dauer schnell ansteigt und dann während einer längeren Dauer derselben Periode allmählich abschwillt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Phase der schnell ansteigenden Geschwindigkeit des pulsierenden Gases die Hälfte oder weniger als die Hälfte der Phase der sich allmählich reduzierenden Geschwindigkeit beträgt. ■
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die pulsierenden Bewegungen durch rotierende Verschlüsse oder durchbrochene versenkbare Schirme, durch welche die Gase hindurchgeleitet werden, erzeugt werden.Angez ogene D rucks chrif ten:USA.-Patentschriften Nr. 2584296, 2498405,
2542587, 2603 591;britische Patentschrift Nr. 669 311;deutsche Patentschrift Nr. 726 631;französische Patentschrift Nr. 906049;deutsche Auslegeschriften ρ 32331 IVb/I2g,
Sch 1552 IVb/ 12g.ι 609 530/444 6. 56
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