DEC0006283MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. August 1952 Bekanntgemacht am 17. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von α-Amino-benzoylessigsäuren der allgemeinen
Formel (I)
(R1) (R2) C6H3-CO — CH(NH2)-COOH
worin R1 und R2. Wasserstoff, niedere Alkyl- oder
Alkoxyreste, Halogen, Nitro- oder Acetaminogruppen bedeuten. Diese neuen a-Amino-benzoylessigsäuren
dienen als Zwischenprodukte zur Arzneimittelsynthese.
Die Herstellung der neuen. Verbindungen erfolgt dadurch, daß Säurechloride der allgemeinen
Formel (II)
(R1)(R2)C6H3-COCl (II)
mit Malonestern der allgemeinen Formel (III)
R3OOC-C(R5) (R6)-COOR4
(ΠΙ)
worin R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung
haben, R3 und R4 Wasserstoff oder niedere Alkylreste,
R5 Natrium und R6 Natrium oder eine
Phthalimidgruppe bedeuten, umgesetzt werden und die Umsetzungsprodukte in die Verbindungen der
allgemeinen Formel (I) übergeführt werden.
Die Umsetzung der Verbindungen der Formel (II) mit den Verbindungen der Formel (III)
kann durch Zusammenschmelzen bei einer Temperatur von zweckmäßig 80 bis 2500 durchgeführt
609 526/467
C 6283 IYbI12 q
werden. Man kann aber auch die Verbindungen bei niedrigeren Temperaturen in geeigneten organischen
Lösungsmitteln, z. B. Äther, Dioxan, Benzol, Toluol oder Xylol, umsetzen.
Es ist bereits bekannt, Derivate der a-Aminobenzoylessigsäure
dadurch herzustellen, daß man Essigester mit Natriumäthylat und Benzoylchlorid zu Benzoylessigsäureäthylester umsetzt, diesen mit
salpetriger Säure in Oximinobenzoylessigester
ίο überführt und dann zum ct-Amino-benzoylessigester
reduziert (vgl. z.B. Beilstein, Handbuch der organischen Chemie, 4. Auflage, Hptw. Bd. X,
S. 674, 813; Bd. XIV, S. 653; Ergw. II, Bd. XIV, S. 414). Aus dem Original, das dem Zitat in
Beilstein, Hptw. Bd. XIV, S. 653 zugrunde liegt (W ο 1 f f, Hall, Berichte der deutschen chemischen
. Gesellschaft, 36, 3614), geht jedoch hervor, daß die
Reduktion nicht glatt verläuft, da das Oxim in Mineralsäuren nur wenig löslich ist und durch
diese verhältnismäßig leicht zersetzt wird. Über die erhaltenen Ausbeuten sind keinerlei Angaben
gemacht. Auch die Arbeitsweise entsprechend dem Beilstein-Zitat, Ergw. II, Bd. XIV, S. 414 (bzw.
nach Original: Gränacher, HeIv. Chim. Acta 8, 872), ist recht umständlich und wenig befriedigend,
da für kleine Mengen zu reduzierender Substanz große Flüssigkeitsvolumina verwendet werden, die
die Isolierung des Endproduktes sehr erschweren. Außerdem ist es erforderlich, zur Entfernung von
erhaltenem Zinn die Lösung mit Schwefelwasserstoff zu behandeln. Auch hier sind Angaben über
die Ausbeuten nicht gemacht. Hingegen wurden beim Nacharbeiten des Gränacherschen Verfahrens
höchstens Ausbeuten von .30% der Theorie erhalten.
Ein weiterer Nachteil der obengenannten Reduktionsverfahren ist, daß diese nur für den Fall
angewendet werden können, daß der Benzolkern keine reduktionsempfindlichen Gruppen/ z. B.
Nitrogruppen, enthält, da diese unter den angeführten Bedingungen ebenfalls angegriffen werden.
Gegenüber diesem Stand der Technik erhält man beim Verfahren gemäß der Erfindung durchschnittlich
etwa 70°/oige Ausbeuten an a-Amino-benzoylessigsauren.
Darüber hinaus ist gegenüber den obenerwähnten dreistufigen Verfahren die Arbeitsweise
wesentlich einfacher, geschlossener und daher viel kontinuierlicher.
Bei der Umsetzung der Säurechloride der Formel (II) mit den Malonestern der Formel (III)
entstehen zunächst Verbindungen der allgemeinen . Formel (IV)
(R1) (R2) C6 H3—C O—C (R6) — C O O R1
COOR,
Die Weiterverarbeitung dieser Verbindungen richtet sich nach der Natur von R6. Ist R6 wie R5
Natrium, setzt man also die Säurechloride der Formel (II) mit Dinatriummalonsäureestern um,
dann entsteht die Natriumverbindung des Benzoylmalonsäureesters.' Das in dieser Verbindung enthaltene
zweite Natriumatom wird nun Vorzugsweise mit Brom entfernt. Die erhaltene Bromverbindung
wird mit Ammoniak oder Alkaliphthalimid umgesetzt. Das Umsetzungsprodukt braucht, wenn
für die letzte Umsetzung Ammoniak verwendet wurde, lediglich z. B. durch Kochen mit Halogenwasserstoffsäure
unter Rückfluß oder durch Er- · hitzen im Autoklav bei Temperaturen von 30 bis 2500 decarboxyliert zu werden. Wird hingegen für
die letzte Umsetzung Alkaliphthalimid angewandt, so muß außerdem noch die Phthalsäure durch Verseifung
abgespalten werden.
Beispiel ι
a) 2,88 g Natrium werden in möglichst wenig absolutem Äthanol gelöst und zu einer Lösung von
iog Malonsäureester in 100 ecm absolutem Äther
gegeben. Nun setzt man 11,5 g p-Nitrobenzoylchlorid
in 75 ecm Äther gelöst hinzu. Unter lebhafter Reaktion bildet sich die Natriumverbindung
des p-Nitrobenzoylmalonsäureesters.
• b) Unter Rühren und Kühlen läßt man 9,9 g Brom in Äther gelöst langsam zutropfen, filtriert
von ausgeschiedenem Natriumbromid und destilliert im Vakuum das Lösungsmittel ab. Dabei
entsteht p-Nitrobenzoyl-brommalonsäureester.
c) Nun läßt man 1 Woche in alkoholischem Ammoniak stehen und entfernt den Alkohol im
Vakuum. Es hinterbleiben gelbliche Kristalle, die aus wasserhaltigem Isopropanol umkristallisiert
werden können. Man erhält so das bromwasserstöffsaure Salz des:a-Amino-p-nitrobenzoyl-malonsäureesters.
d) Die so gewonnene Verbindung wird mit 500 ecm konzentrierter Salzsäure 1V2 Stunden im
Autoklav bei 1350 erhitzt. Nach dem Erkalten dampft man die Salzsäure im Vakuum bis auf
einen kleinen Rest ab. Die auskristallisierenden, hellgelben, fast weißen Nadeln sind das Hydrochlorid
der a-Amino-p-nitrobenzoylessigsäure. Ausbeute 72% der Theorie.
a) Man verfährt wie im Beispiel 1 a, nur werden statt p-Nitrobenzoylchlorid 12,1 g p-Chlorbenzoylchlorid
verwendet.
b) Das Verfahren verläuft entsprechend dem Beispiel ib. ;
c) Nun wird der p-Chlorbenzoyl-brom-malonester
mit etwas mehr als der äquivalenten Menge Phthalimidkalium umgesetzt. Dies geschieht durch
einstündiges Erhitzen bei 1650 im Ölbad. Dabei
muß gut durchgerührt werden. Nach dem Erkalten erhält man eine ockerfarbene zähe Masse, die in
250 ecm absolutem Isopropanol aufgekocht und
vom zurückbleibenden Kaliumbromid abfiltriert wird, das man noch zweimal mit je 50 ecm Isopropanol
extrahiert. Die vereinigten Filtrate läßt man nun bei Zimmertemperatur zum Auskristallisieren
stehen. Nach dem Abfiltrieren engt man das
5267467
C 6283 IVb/12 q
Filtrat auf die Hälfte ein und läßt wieder stehen. Nachdem man wiederum abfiltriert, destilliert man
vom Isopropanol bis auf ioo ecm ab, löst den Rückstand
kalt in 350 ecm Methanol und spritzt mit Wasser bis zur beginnenden Trübung an. Nach
dem Stehen über Nacht wird von den ausgeschiedenen Kristallen abfiltriert. Alle Kristalle werden
vereinigt und nochmals aus Isopropanol-Methanol-Wasser-Gemisch umkristallisiert. Man erhält so
weiße Nädelchen vom Schmelzpunkt 1120.
d) 2 g dieser Nädelchen, die den a-Phthalimidop-chlorbenzoylmalonsäureester
darstellen, werden mit 100 ecm 4&°/oiger Bromwasserstoff säure unter
Rückfluß während einer Stunde im Ölbad auf 1300
erhitzt. Nach dem Erkalten filtriert man von der ausgeschiedenen Phthalsäure ab und dampft im
Vakuum bis auf 50 ecm Bromwasserstoffsäure ab, verdünnt mit 50 ecm Wasser und entfernt letzte
Reste der Phthalsäure durch mehrmaliges Ausschütteln mit Äther.
Jetzt dampft man so lange im Vakuum ein, bis die Kristallisation einsetzt, und erhält bellgelbe,
fast weiße Kristalle, die das Hydrobromid der a-Amino-p-chlorbenzoylessigsäure darstellen.
50 g Natriumphthalimidomalonester und 31g p-Nitrobenzoylchlorid werden 30 Minuten bei 1500
unter Rühren im Ölbad erhitzt. Nach dem Erkalten erhält man eine zähe gelbe Substanz, die mit
300 ecm Isopropanol aufgekocht und vom Natriumchlorid abfiltriert wird. Der Rückstand wird jeweils
noch zweimal mit 50 ecm Isopropanol aufgekocht und filtriert. Die vereinigten Filtrate engt
man etwas ein und läßt bei Zimmertemperatur auskristallisieren. Aus der Mutterlauge gewinnt man,
wie im Beispiel 2c beschrieben, weitere Kristalle. Die Kristalle werden aus einem Gemisch aus Isopropianol—'Methanol—Wasser
umkristallisiert. Die weißen Nädelchen haben einen Schmelzpunkt von 102°. Die Weiterverarbeitung dieses a-Phthalimidop-niitrobenzoylmalonsäureesters
erfolgt wie im Beispiel 2 d. Man erhält so die a-Amino-p-nitrobenzoylessigsäure.
Ausbeute 70% der Theorie.
25 g Natriumphthalimidomalonester und 15,5 g p-Nitrobenzoylchlorid werden in 300 ecm Toluol
unter Rühren und Rückfluß erhitzt. Man filtriert vom ausgeschiedenen Kochsalz ab und entfernt das
Toluol im Vakuum. Es wird wie im Beispiel 2 weitergearbeitet und die a-Amino-p-nitrobenzoylessigsäure
erhalten.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von a-Aminobenzoylessigsäuren der allgemeinen Formel (I)(R1) (R2) C6H3-CO-CH (NH2) —COOH(I)worin R1 und R2 Wasserstoff, niedere Alkyl- oder Alkoxyreste, Halogen, Nitro- oder Acetaminogruppen bedeuten,1 dadurch gekennzeichnet, daß man Säurechloride der allgemeinen Formel (II)(R1)(R2)C6H3-COCl (II)mit Malonestern der allgemeinen Formel (III)R3OOC--C(R5)(Re)-COOR4(III)worin R1 und R2 die oben angegebene Bedeutung haben, R3 und R4 Wasserstoff oder niedere Alkylreste, R5 Natrium und R6 Natrium oder eine Phthalimidgruppe bedeuten, umsetzt und die Umsetzungsprodukte, falls R6 Natrium bedeutet, von dem Natrium vorzugsweise durch Umsetzung mit Brom befreit, die erhaltene Bromverbindung mit Ammoniak oder Alkaliphthalimid umsetzt, die erhaltene A^erbindung decarboxyliert und gegebenenfalls die Phthalsäure daraus abspaltet oder, falls R6 eine Phthalimidgruppe bedeutet, die Verbindung decarboxyliert und die Phthalsäure abspaltet.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Verbindungen der allgemeinen Formel (II) mit Verbindungen der allgemeinen Formel (III) bei einer Temperatur zwischen 80 und 25o° zusammenschmilzt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Verbindungen der allgemeinen Formel (I) mit Verbindungen der allgemeinen Formel (II) in organischen Lösungsmitteln, wie Äther, Dioxan, Benzol, Toluol oder Xylol, umsetzt.Angezogene Druckschriften:
Beilstein, Handbuch der organischen Chemie, - 4. Auflage, Hptw. Bd. 10, S. 674, 813; Bd. 14,
- 5. 653; Ergw. II, Bd. 14, S. 414;
Claisen, Ann. d. Chemie, 291, 67, 71;
Wolff, Hall, Ber. d. dtsch. ehem. Gesellsch.,36,3614; ■ . _Gränacher, HeIv. Chim. Acta, 8, 872.
Family
ID=
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