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Verfahren zur Herstellung von kinematographischen Filmen mit großem
Auflösungsvermögen Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von kinematographischen
Filmen.
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Wenn die zu filmenden Erscheinungen lichtschwach sind, ist die Verwendung
eines hochempfindlichen Filmmaterials erforderlich, da sonst die Schwärzung bei
der notwendigerweise sehr kurzen Belichtungszeit für jedes Bildchen zu klein werden
würde. Ein solches Filmmaterial hat aber ein geringes Auflösungsvermögen, so daß
die in der Gesamtlinienzahl über die Höhe oder Breite des Bildes ausgedrückte Bildqualität
iu schlecht wird.
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Diese kleine Bildlinienzahl stellt für verschiedene Anwendungen, insbesondere
die Röntgenkinematographie, einen wesentlichen Nachteil dar, da Bildchen von- 16
X 22 mm auf dem üblichen Normalfilm dann zu wenig detailreich sind. Dieser Nachteil
gilt für Schmalfilm naturgemäß in noch stäkerem Maße.
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Es wurde versucht, durch Verwendung eines größeren Filmformats zu
einem größeren Detailreichtum zu gelangen. Auf diese Weise wird tatsächlich erreicht,
daß bei Verwendung des gleichen Filmmaterials mit gleichem Auflösungsvermögen die
Bildlinienzahl in geradem Verhältnis zu den linearen Abmessungen des Bildes zunimmt.
Die praktische Verwirklichung dieses Gedankens scheiterte aber an dem Umstand, daß
für Filme von größerem Bildformat auch eine besondere, verwickeltere Projektionsapparatur
hergestellt werden muß, da die Projektionsgeräte bekannter Art für Normal- oder
Schmalfilm nicht brauchbar sind.
Ein weiterer wesentlicher Nachteil
der Anwendung breiter Filme besteht darin, daß die zum Transport erforderliche Perforation
zum Reißen des Films führt, da die zur Zeit üblichen Filmrohstoffe gegen die beim
Transport breiterer Filme ausgeübten größeren Kräfte .nicht beständig sind.
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Das Verfahren nach der Erfindung behebt diese Nachteile dadurch, daß
die Aufnahmen auf einem großformatigen, umperforierten Film gemacht werden, von
dem darauf eine um einen Faktor k verkleinerte Kopie auf einem perforierten Projektionsfilm
hergestellt wird, der ein wenigstens etwa k-fach größeres Auflösungsvermögen als
der Aufnahmefilm besitzt.
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Infolge des großen Formats des Aufnahmefilms werden trotz des beschränkten
Auflösungsvermögens Aufnahmen mit einer größeren Bildlinienzahl erhalten. Beim Kopieren
kann beliebig lange belichtet werden, so daß hier unempfindliche Filme mit großem
Auflösungsvermögen Verwendung finden können und die Bildlinienzahl nicht verkleinert
wird. Die auf diese Weise hergestellte Kopie auf Normal- oder Schmalfilm, deren
Bilder den gleichen Detailreichtum wie die Bilder des Aufnahmefilms haben, kann
mittels einer normalen Projektionsvorrichtung vorgeführt werden. .
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Um die Aufnahmeapparatur möglichst einfach zu halten und-gleichzeitig
die vorerwähnten Schwierigkeiten bei der Durchlöcherung breiter Filme zu vermeiden,
wird nach der Erfindung ein unperforierter Aufnahmefilm verwendet. Der Transport
dieses Films kann -dabei in an sich bekannter Weise erfolgen, z. B. durch klemmende
Führung zwischen zwei Gummirollen.
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Die Verwendung eines solchen Films bringt mit sich, daß die Aufnahmen
nicht immer in genau gleichen Abständen liegen, wenn in der Aufnahmeapparatur keine
besonderen Vorkehrungen getroffen sind. Diesen Nachteil kann man nach der Erfindung
dadurch ausschalten, daß beim Kopieren etwaige Unterschiede in den Abständen zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Bildern ausgeglichen werden.
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Eine günstige Ausführungsform einer Kopiervorrichtung zum Durchführen
des Verfahrens nach der Erfindung besitzt ein Objektiv; mittels dessen die Bilder
des Aufnahmefilms auf dem Projektionsfilm abgebildet werden, wobei Mittel vorgesehen
sind, durch die der Projektionsfilm immer um genau gleiche Abstände und der Aufnahmefilm
um ungefähr gleiche Abstände transportiert werden kann, und ferner ein Mikroskop
vorgesehen ist, das in seiner wirksamen Lage immer genau die gleiche Stellung gegenüber
dem Objektiv einnimmt, und das mit einem Okular mit Markierung versehen ist, und
ferner Mittel vorhanden sind, durch die die Lage des Aufnahmefilms nachgeregelt
werden kann; bis eine Markierung des Bildes auf dem Aufnahmefilm genau mit der Markierung
im Okular des Mikroskops zusammenfällt.
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So wird auf einfache Weise tatsächlich das gewünschte Ergebnis erzielt,
nämlich daß die Bildchen des Projektionsfilms genau gleiche Abstände voneinander
aufweisen.
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. Häufig wird erwünscht sein, daß der Projektionsfilm eine positive
Kopie des. Aufnahmefilms ist. Dies ist dadurch-zu verwirklichen, daß für den Projektionsfikn
ein Umkehrfilm gewählt wird. Auch ist es möglich, vom Aufnahmefilm zunächst eine
negative Kopie und darauf von der negativen Kopie eine Kontaktkopie herzustellen.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der die
Anordnung der wesentlichen Einzelteile eine Ausführungsform der Kopiervorrichtung
skizzenmäßig dargestellt ist. Statt der dargestellten sind viele andere Auisführungsformen
möglich, denen der oben beschriebene Erfindungsgedanke zugrunde liegt.
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In der einzigen Figur der Zeichnung ist mit i der Aufnahmefilm bezeichnet,
der nicht perforiert ist und eine Breite von 70 mm hat. Auf diesem Film sind
die Aufnahmen a1, a2,- cis und a4 ersichtlich. Diese Aufnahmen werden mittels des
Objektivs 2 auf dem Projektionsfilm 3 abgebildet. Dies ist ein Normalfilm mit einer
Breite von 35 mm und Normalfilmperforation. Die Verkleinerung der Abbildung ist
etwa vierfach. Der Projektionsfilm 3 hat eine relativ unempfindliche Emulsion mit
einem fünffach größeren Auflösungsvermögen als .der Aufnahmefilm i. Hierdurch wird
erreicht, daß bei der Abbildung der Bilder des Films i auf dem Film 3, der Detailreichtum
der ursprünglichen. Bilder des Films i nicht verlorengeht.
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Die Bilder a1, a2, usw. werden nacheinander auf dem Projektionsfilm
3 abgebildet. Jeweils beim -Übertragen eines- Bildes auf den Projektionsfilm 3 wird
durch an sich bekannte und in der Figur daher nicht näher dargestellte Mittel, der
Film 3 um ein Bildchen weitergeschoben. Dies erfolgt mit großer Genauigkeit, da
auf der Welle der Transportrolle q., die mit in die Perforation des Films 3 eingreifenden
Zähnen 5 versehen ist, eine große Scheibe 6 angeordnet ist, über die der Hebel 7
mit der Klinke 8 läuft. Die Klinke -8 entspricht den Einschnitten 9 im Rand der
Scheibe 6. Beim Transportieren des Films 3 greift die Klinke 8 in den nächstfolgenden
Einschnitt 9 ein, sobald der -Film genau um eine Bildlängeplus Zwischenraum verschoben
worden ist.
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Gleichzeitig mit dem Transport des Films 3 wird der nicht perforierte
Aufnahmefilm i ungefähr um den richtigen Abstand verschoben. Dies wird durch Anbringung
einer Kupplung zwischen der Aufnahmespule io des Projektionsfilms 3 und der Auf-
, nahmespule ii des Aufnahmefilms i erreicht. Diese Kupplung, welche auf vielerlei
bekannte Weisen ausgebildet werden kann, ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
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Um zu. erreichen, daß die Aufnahmen des Aufnähmefilms i eine genau
richtige Lage gegenüber dem Objektiv :2 einnehmen, so daß deren Bild auf dem Projektionsfilm
3 tatsächlich an der richtigen Stelle erscheint, wurde bereits bei der Herstellung
des Aufnahmefilms dafür Sorge getragen, daß jedes Bild a1, d2, usw. mit einer Markierung
versehen wird, z. B. auf die Weise, welche bei der Herstel-
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von Luftaufnahmen üblich ist. Die Markierung 12 wird mittels eines Mikroskops r3
beobachtet, das in seinem Okular eine Markierung 1q. hat, die aus zwei parallelen,
in geringem Abstand voneinander liegenden Linien besteht. Falls die Markierung 12
auf dem Bild des Aufnahmefilms nicht genau mit der Markierung 1q. im Okular zusammenfällt,
kann der Film ein wenig verschoben werden, bis dies der Fall ist.- Dann liegt das
Bild des Aufnahmefilms an der richtigen Stelle gegenüber dem Objektiv 2 und dem
Film 3. Die erforderliche Genauigkeit von 1/ioo mm in der gegenseitigen Lage der
Bilder am Film 3 ist auf die beschriebene Weise sehr einfach zu verwirklichen.
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Schließlich ist in der Figur noch die Abwickelspule 16 des Aufnahmefilms
dargestellt. Die Lampe 17 und die Kondensorlinse 18 liefern die zum Kopieren erforderliche
Beleuchtung des Bildes am Film r.
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Das Objektive ist mit einem VerSChluß versehen, der nur geöffnet wird,
nachdem die richtige Einstellung mit dem Mikroskop 13 durchgeführt worden ist.
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Selbstverständlich müssen die erforderlichen, in der Figur nicht dargestellten
Vorkehrungen getroffen sein, damit der Film nicht unerwünschtem Licht ausgesetzt
wird.