DE941406C - Verfahren und Anordnung zur Betaetigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen Neigung der Raeder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Betaetigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen Neigung der Raeder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines KraftfahrzeugesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Betätigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen
Neigung der Räder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges, z. B. nach
kurveneinwärts.
Bekannt sind Kraftfahrzeuge, bei denen mittels besonderer Verstellvorrichtüngen vorzugsweise bei
Kurvenfahrt sowohl die Räder als auch der Wagenkasten des Fahrzeuges z. B. in Abhängigkeit von
dem Lenkradausschlag nach kurveneinwärts geneigt werden können. Da allein in Abhängigkeit vom
Lenkradausschlag gesteuerte derartige Verstellvorrichtungen den praktischen Erfordernissen bei
Kurvenfahrten deshalb nicht genügen können, weil für die auftretenden Fliehkräfte und damit für das
Maß der erforderlichen Neigung der Räder und des Wagenkastens nach kurveneinwärts die Fahrzeuggeschwindigkeit
von gleicher Bedeutung wie der Lenkradausschlag ist, sind weiterhin auch verschiedene,
meist komplizierte, automatische, von der Fahrzeuggeschwindigkeit oder von der jeweils
auftretenden Fliehkraft abhängige Regelvorrichtungen bekanntgeworden, die die Verstellvorrichtung
allein oder gemeinsam mit der genannten Lenkradbeeinflussung steuern sollen. »5
Gegenüber den bekannten Verfahren und Anordnungen wird mit der vorliegenden Erfindung
ein einfaches und leicht den verschiedenen Betriebs-
bedingungen anpaßbares Verfahren und eine zugehörige
Anordnung zur Betätigung derartiger Verstellvorrichtungen vorgeschlagen, wobei die
Erfindung im wesentlichen darin besteht, daß die Betätigung der Verstellvorrichtung durch seitliches
Neigen des Oberkörpers des. Lenkers in Richtung der gewünschten Neigung der Räder und gegebenenfalls
auch des Wagenkastens über die entsprechend mitbewegte Lehne oder über die entsprechend
mitbewegte Sitzauflage des Fahrzeuges erfolgt. Zu einer derartigen Betätigung benötigt
der Lenker weder die Hände noch die Füße, die . bekanntlich gerade bei Kurvenfahrten dringend
für die Steuerung und Antriebsregelung benötigt werden. Dadurch, daß die genannte Oberkörperneigung
bei Kurvenfahrten im Sinne der gewünschten Neigung der Räder und des Wagenkastens
erfolgt, kann sie rein gefühlsmäßig vorgenommen werden und wird einen geübten Lenker
ao praktisch nicht mehr von anderen Bedienungsgriffen u. dgl. ablenken.
Eine Anordnung zur Durchführung des vorgenannten
Verfahrens weist in Verbindung mit einem Kraftfahrzeug mit Doppelquerlenkerachsen,
as dessen untere, gegebenenfalls auch obere Querlenker
mit die Lastfederung übernehmenden Drehstäben verbunden sind und bei welchem mittels, an
dem wagenkastenseitigen Ende der Drehstäbe über Einstellhebel angreifender, einen Verstellzylinder
einschließender Verstellvorrichtungen z. B. bei Kurvenfahrt sowohl die Räder als auch der Wagenkasten
im gleichen Sinne geneigt werden können, . vorteilhaft einen quer zur Fahrzeuglängsachse und
mittel- oder unmittelbar die Abstützung der Einstellhebel bewirkenden Verstellzylinder auf, der
vorzugsweise mittelbar in Abhängigkeit von der Einstellung des quer neigbaren Fahrersitzes quer
verschiebbar ist.
In Verbindung mit einem Kraftfahrzeug mit über Drehstäbe abgefederten Doppelquerlenkerachsen
. können mit den genannten Verstellvorrichtungen vorteilhaft Einrichtungen verbunden seih,
die zusätzlich eine an allen Drehstäben gleichmäßig wirksam, werdende gleichartige Vorspannungs-■
änderung der Drehstäbe zum Ausgleich von insbesondere gleichmäßig wirksam werdenden Belastungsänderungen
zulassen. Wenn auch Einrichtungen zur Berücksichtigung von Belastungsänderungen eines Kraftfahrzeuges bereits bekannt
sind, so sind diese bekannten Einrichtungen doch nur dazu vorgesehen, eine ungleichmäßige Be-.lastung
des Fahrzeuges durch eine entsprechende einseitige Veränderung der Wagenkastenabstützung
gegenüber den Radachsen auszugleichen. Dabei besitzen derartige bekannte Einrichtungen z. B.
über jeder Seite einer Fahrzeugachse einen vom . Wagenkasten aus nach unten gegen die Achse
gerichteten Zylinder, in <weldhem ein durch Drucköl beaufschlagter und über seine Kolbenstange
mit der Achse verbundener Kolben verschiebbar
ist.
Demgegenüber weist eine die Erfindung besonders vorteilhaft ausgestaltende Kombination,
die z. B. zur Verstellung mindestens des hinteren Radpaares dient, und außerdem in Verbindung mit
quer zur Fahrzeuglängsachse angeordneten und zur Vorspannungsänderung der Drehstäbe an
ihren wagenkastenseitigen Widerlagern dienenden Zylinderräumen mit vorzugsweise durch Drucköl
beaufschlagten Kolben versehen ist, zwei in einem 7»
gemeinsamen Druckzylinder gegenüberliegend angeordnete Zylinderräume auf, die zur Vorspannuhgsänderung
der' Drehstäbe gleichmäßig mehr oder weniger mit Drucköl od. dgl. gefüllt
werden können, wobei der Druckzylinder mit dem 75, Verstejlzylinder fest verbunden ist und entsprechend
der Querbewegung des Verstellzylinders mitbewegt wird, wodurch die an den Kolben des
Druckzylinders abgestützten Einstellhebel im gleichen Maße mitbewegt und die Fahrzeugräder
und der Wagenkasten entsprechend geneigt werden. Dabei ist im Verstellzyliinder zweckmäßig ein
beidseitig durch, ein Druckmittel beaufschlagter Kolben angeordnet, der über eine aus dem Zylinder
ragende Kolbenstange in Querrichtung unnachgiebig an Teilen des Fahrzeugkörpers angelenkt
ist, wobei an dem um eine im wesentlichen horizontale, etwa über der Sitzfläche befindliche Längsachse
schwenkbaren Fahrersitz vorzugsweise an einer unter der Sitzfläche befindlichen Stelle eine
Schieberstange angelenkt ist, die in einen unter dem Verstellzylinder angeordneten Servozylinder
ragt und mittels eines an ihrem dortigen Ende befindlichen Steuerschiebers den Zutritt des Druckmittels
in den Verstellzylinder derart steuert, daß der Verstellzylinder stets den Schieberbewegungen
folgt.
Einzelheiten und weitere Ausgestaltungen des ,Erfindungsgedankens sind der Beschreibung zu
entnehmen, in der der Gegenstand der Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen von Verstellanordnungen
mit quer neigbarem Fahrersitz an Hand von fünf den Erfindungsgegenstand schematisch
darstellenden Zeichnungen erläutert ist. Bewegungsund Strömungsrichtungen sind in den Zeichnungen
durch Pfeile gekennzeichnet. Es zeigt
Fig. ι eine Verstellanordnung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel in einer -Ansicht auf die
Vorderseite des Fahrersitzes,
Fig. 2 die Anordnung gemäß "Fig. 1 in einem
Querschnitt nach der Linie H-II der Fig. 1,
Fig* 3 eine Verstellanordnung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel, ebenfalls in einer Ansicht auf
die Vorderseite des Fahrersitzes,
Fig. 4 die Anordnung gemäß Fig. 3 in einem 115, Querschnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3,
Fig. 5 ein Radpaar mit zwei Lenkerparallelogrammen eines Kraftfahrzeuges mit Doppelquerlenkerachsen
in Verbindung mit der Verstellanordnung gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
(der Fahrersitz und die sonstigen quer neigbaren Teile des Kraftfahrzeuges befinden sich in geneigter
Stellung).
Bei der Verstellanordnung gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist eine je Fahrzeugseite aus
zwei Querlenkern 1,2 bzw. 1', 2' bestehende vordere
Doppelquerlenkerachse je Fahrzeugseite durch einen Drehstab 3 bzw. 4 abgefedert. Die Drehstäbe
weisen an ihren wagenkastenseitigen Enden 5 je einen Einstellhebel 6 bzw. 7 auf, die nach oben
ragen und zwischen ihren oberen Enden an je einer Stirnseite 8 bzw. 9 eines Verstellzylinders 10 angelenkt
sind. An jeder der genannten Stirnseiten 8 und 9 ist noch ein weiterer Einstellhebel angelenkt,
wobei diese Einstellhebel mit nach der entgegengesetzten Fahrzeugseite ragenden Drehstäben verbunden
sind, die ihrerseits in nicht dargestellter Weise zur Hinterradabfederung dienen. Von diesen
weiteren Einrichtungen ist lediglich in' Fig. 2 ein 'hinterer Drehstab 11 mit dem dazugehörigen Einstellhebel
12 noch sichtbar. In dem Verstellzylinder το befindet sich ein Kolben 13, dessen Kolbenstange
14 auf der einen Zylinderseite aus dem Zylinder herausragt und dort über eine anschließende1
Gelenkstange 15 an einem festen Teil 16 des Fahrzeugkörpers
eines zugehörigen Kraftfahrzeuges angelenkt ist. Von beiden Stirnseiten 8 und 9 fähren Kanäle 17 und 18 an der Unterseite des
Zylinders 10 nach der Mitte des Zylinders, wo sie in geringem Abstand voneinander in zwei
Öffnungen 19, 20 nach unten aus dem Zylinder herausführen. An dieser Stelle ist an dem Zylinder
10 noch ein gegenüber dem Verstellzylinder kleiner Servozylinder 21 angeordnet, der sich parallel zum
Verstellzylinder erstreckt und beidseitig offen ist, während der äußere Abschluß dieses Servozylinders
durch ein denselben umgebendes Gehäuse 22 erzielt ist. Im, Zylinder 21 befindet sich gegenüber
den Öffnungen 19, 20 in der Mitte zwischen denselben
eine weitere öffnung 23, die über eine flexible Druckleitung 24 mit der Druckseite 25
einer doppelt wirkenden Zahnradpumpe 26 in Verbindung steht. Die Zahnradpumpe 26 weist drei
Pumpenräder 27, 28, 29 auf, von denen das mittlere, beispielsweise angetriebene Zahnrad 28 einerseits
mit dem einen die Druckförderung vornehmenden Zahnrad 27 und andererseits mit dem anderen
Zahnrad 29 zusammenarbeitet. Außerdem führt von der Unterseite des Gehäuses 22 eine flexible
Saugleitnmg 30 zur Saugseite 31 derselben Zahnradpumpe
26, die durch das Zahnrad 29 auf derselben Pumpenseite wie die Druckseite 25 und
unabhängig von dieser gebildet wird. Auf der anderen Seite der Zahnradpumpe 26 folgt von der
der Druckseite 25 zugehörigen Saugseite 32 eine
Saugleitung 33 und von der der Saugseite 31 zugehörigen
Druckseite 34 eine Druckleitung 35. Sowohl die Saugleitung 33 als auch die Druckleitung
35 führen in einen gemeinsamen Vorratsbehälter 36 für Drucköl, welches zur Betätigung
des Verstellzylinders dient.
In dem Servozylinder 21 ist ein Steuerschieber
37 verschiebbar geführt, der mittels einer aus dem Servozylinder herausragenden Schieberstange 38
und einer anschließenden Gelenkstange 39 an einem
unten am Fahrersitz 40 des Kraftfahrzeuges starr befestigten Hebelarm 41 angelenkt ist. Der Steuerschieber
37 weist beidseitig einer mittleren Eindrehung 42 je einen mit zwei Steuerkanten versehenen
Schieberteil 43 und 44 auf, von denen bei Mittelstellung des Steuerschiebers jeder eine zu
einer Zylinderseite führende öffnung 19 bzw. 20 abdeckt. Die Anordnung der Steuerkanten der
Schieber teile 43 und 44 gegenüber den öffnungen
19, 20 ist dabei so, daß bei einer Bewegung des Schiebers aus seiner Mittellage der in Bewegungsrichtung
des Schiebers vorn liegende Kanal mit dem zwischen den Schieberteilen gebildeten Ringraum
und der andere Kanal mit dem außerhalb des Steuerschiebers befindlichen Raum des Servozylinders
in Verbindung gebracht wird.
Der Fahrersitz 40 ist um eine von vorn nach hinten leicht ansteigende mittlere Schwenkachse 45
z. B. um einen Winkelbetrag 46 nach rechts oder links quer neigbar angeordnet und folgt demnach
den Querneigungen eines auf ihm sitzenden Lenkers. 64 ist schließlich ein in Fig. 2 teilweise
sichtbares Lenkrad des zugehörigen Fahrzeuges.
Die Wirkungsweise der vorbeschriebenen Verstellanordnung ist wie folgt:
Befindet sich ein die vorbeschriebene Anordnung aufweisendes Kraftfahrzeug beispielsweise in einer
Kurve und neigt sich der Lenker gemeinsam mit dem Lenkersitz 40 nach kurveneinwärts, d. h. in
Pfeilrichtung um den Winkelbetrag 46 (Fig. 1), so wird damit der Steuerschieber 37 so weit nach links
bewegt, daß das Drucköl aus der Druckleitung 24 "über den an der Eindrehung 42 gebildeten Ringraum
und den Kanal 17 auf die linke Seite des Kolbens 13 treten kann, während gleichzeitig rechts
von dem Kolben 13 befindliches Öl durch den Kanal 18 in den Innenraum des Gehäuses 22 und damit in
die Saugleitung 30 der doppelt wirkenden Zahnradpumpe 26 eintreten kann. Damit bewegt sich der
Verstellzylinder gegenüber dem feststehenden Kolben 13 so lange nac'h links, bis der Steuerschieber
37 in bezug auf die öffnungen 19, 20 wieder in Mittelstellung steht. Diese Verschiebung
des Verstellzylin'ders 10 hat zur Folge, daß die Einstellhebel 6 und 7 der vorderen Drehstäbe 3
und 4 und gegebenenfalls auch weitere EinsteH-hebel
von Drehstäben so gedreht werden, daß die in Fig. ι sichtbaren vorderen Querlenker 1, 2 nach
unten und die gegenüberliegenden Querlenker i', 2'
nach oben geschwenkt werden, wodurch schließlich, wie aus Fig. 5 hervorgeht, sowohl der Wagenkasten
47 als auch die Fahrzeugräder 48 in derselben Richtung wie der Fahrersitz 40 geneigt
werden. Richtet sich der Lenker des Fahrzeuges z. B. nach Beendigung einer Kurvenfahrt wieder
in die vertikal zum Wagenkasten befindliche Riehtung auf, so wird der Steuerschieber 37 in dem
Servozylinder 21 wieder nach rechts bewegt, worauf
der Verstellzylinder analog der vorstehenden Beschreibung ebenfalls der Steuerschieberbewegung
so lange nachfolgt, bis er wieder in bezug auf den iao Steuerschieber seine Mittelkge angenommen hat,
d.h. bis auch der Wagenkasten47 und die Fahrzeugräder 48 wieder ihre Normalstellung eingenommen
haben.
Während bei der dem ersten Ausführungsbei- 1*5
spiel entsprechenden Anordnung Bdastungsände-
rangen des Fahrzeuges nicht durch eine Vorspannungsänderung der Drehstäbe ausgeglichen
werden können, zeigt das zweite Ausführungs'beispiel
der vorliegenden Erfindung gemäß den Fig. 3 bis 5 eine Verstellanordnung, bei welcher zusätzlich
zu einer entsprechend dem ersten Ausführungsbeispiel möglichen Rad- und Wagenkastenneigung
• auch die Vorspannung der Drehstäbe auftretenden Belastungsänderungen z. B. derart angepaßt werden
kann, daß das Fahrzeug zur Fahrbahn stets die günstigste tage einnimmt-.-
Die Anordnung besteht zu einem großen Teil aus den gleichen Teilen, wie sie bereits im ersten
Ausführungsbeispiel gezeigt und beschrieben sind, so daß hier darauf verzichtet wird, diese im übrigen
aus den Fig. 3 und 5 ersichtlichen Teile nochmals aufzuführen und in ihrer Funktion zu beschreiben.
Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel stützen sich die Einstellhebel 49, 50 der im übrigen
ao dem ersten Ausführungsbeispiel entsprechenden Drehstäbe 3 und 4 nicht im Verstellzylinder 10,
sondern an Kolben 51, 52 eines hinter dem Verstellzylinder
befindlichen Druckzylinders 53 ab, der seinerseits fest mit dem Verstellzylinder 10 verbunden
ist. Hierbei sind die Einstellhebel 49, 50 nicht an. die Kolben angelenkt, sondern stützen
sich gleitend auf deren Bodenflächen ab. Der Verstellzylinder 10 ist genau wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel
gegenüber einem in Querrichtung nicht verschiebbaren Kolben 13 quer verschiebbar,
wobei jedoch der Kolben 13 in diesem Falle beidseitig
mit je einer Kolbenstange 54 bzw. ^55 ver-•
bunden ist, von denen die eine links und die andere rechts vom Zylinder 10 an festen Teilen 56 bzw. 57
des Fahrzeugkörpers so eingespannt ist, daß dadurch,
der Kolben 13 in ein und derselben. Lage festgehalten
ist. Damit der hinter dem Verstellzylinder 10 befindliche Druckzylinder 53 nicht um
die Achse des Verstellzylinders nach unten schwenken kann, weist er an seiner dem Verstellzylinder
gegenüberliegenden .Längsseite z. B. zwei Rollen 58 auf, mittels deren er in einer parallel z,u den Kolbensfangen
54, 55 verlaufenden Schiene 59 verschiebbar gelagert ist (Fig. 4).
Der Druckzylinder 53 weist für jeden Kolben 51
bzw. 52 einen solchen- Zy linder raum 60 bzw. 61
auf, von denen jeder über eine eigene flexible Druckleitung 62 bzw. 63 an eine vorzugsweise
Drucköl enthaltende Druckanlage angeschlossen ist Die im einzelnen nicht dargestellte Druckanlage
führt jedem der beiden Zylinderräume 60 bzw. 61 unter genau" gleichem Druck, der z. B. durch
irgendwelche übliche Regeleinrichtungen der Fahrzeügbelastung proportional gehalten wird, Drucköl
zu, so daß die Kolben 51, 52 bei steigender Fahrzeugbelastung
aus dem Druckzylinder 53 nach und nach weiter herausbewegt werden und damit z. B.
die Drehstäbe 3 und 4 über die entsprechend geschwenkten' Einstellhebel· 49, 50 um soviel· mehr
vorgespannt werden, daß dadurch die Querlenkerachsen r, 2 und 1', 2' und damit weiterhin das
ganze Fahrzeug zur Fahrbahn trotz der Mehrbelastung seine ursprüngliche Lage beibehält. Dadurch,
daß der Druckzylinder 53 gemeinsam mit dem Verstellzylinder dem ersten Ausführungsbeispiel
entsprechend in- Abhängigkeit von der Querneigung des Fahrzeugsitzes 40 verschoben werden
kann, können somit bei der dem zweiten Ausführungsbeispiel entsprechenden Anordnung beide
Einstellhebelsteuerungen beliebig überlagert ausgeführt werden.
Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Anwendungsbeispiele beschränkt, sondern umfaßt in
erster Linie das Verfahren, die Betätigung einer Verstellvorrichtung im Sinne einer Neigung der
Räder willkürlich durch den Lenker erfolgen zu lassen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Betätigung einer Verstellvorrichtung
zur seitlichen Neigung der Räder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges, z. B. nach kurveneinwärts, dadurch
gekennzeichnet, daß die Betätigung der Verstellvorrichtung durch seitliches Neigen des
Oberkörpers des Lenkers in Richtung der gewünschten Neigung der Räder und gegebenenfalls
des Wagenkastens über die entsprechend mitbewegte Lehne oder über die entsprechend
mitbewegte Sitzauflage des Fahrersitzes erfolgt.
2. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 in Verbindung mit
einem Kraftfahrzeug, von welchem Doppelquerlenkerachsen an den unteren und gegebenenfalls
auch oberen Querlenkern mit je einem Drehstab verbunden sind, die gemeinsam die
Lastfederung übernehmen, und bei welchem die Radr und Wagenkastenneigung mittels an
den wagenkastenseitigen Enden der Drehstäbe über Einstellhebel angreifender, einen Verstellzylinder
einschließender Verstellvorrichtungen erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß der quer
zur Fahrzeuglängsachse angeordnete und mittel- oder unmittelbar die Abstützung der Einstellhebel
bewirkende Verstellzylinder Vorzugsweise mittelbar in Abhängigkeit von. der Einstellung des quer neigbaren Fahrersitzes
quer verschiebbar ist.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellzylinder (10) no
beidseitig zur unmittelbaren Abstützung der Einstellhebel (6, 7) dient.
•
•
4. Anordnung nach Anspruch 2 in Verbindung mit einem Kraftfahrzeug mit über Drehstäbe,
abgefederten Doppelquerlenkerachsen, dadurch gekennzeichnet, daß mit den Verstellvorrichtungen
Einrichtungen verbunden sind, die zusätzlich eine an allen Drehstä'ben (3, 4) gleichmäßig wirksam werdende gleichartige
Vorspannungsänderung der Drehstäbe (3, 4) zum Ausgleich von insbesondere gleichmäßig
wirksam werdenden Belastungsänderungen zulassen.
5. Anoirdming nach den Ansprüchen 2 und 4
zur Verstellung mindestens des hinteren Radpaares und außerdem in Verbindung mit quer
zur Fahrzeuglängsachse angeordneten und zur Vorspannungsänderung der Drehstäbe an ihren
wagenkastenseitigen Widerlagern dienenden Zylinderräumen mit vorzugsweise durch Drucköl
beaufschlagten Kolben, dadurch gekennzeichnet, daß beide Zylinderräume (6o, 6i)
gegenüberliegend in einem gemeinsamen Druckzylinder (53) angeordnet sind und zur
Vorspannungsänderung der Drehstäbe (3, 4) gleichmäßig mehr oder weniger mit dem Drucköl
od. dgl. gefüllt werden können, und daß der Druckzylinder (53) mit dem Verstellzylinder
(10) fest verbunden ist und entsprechend der Querbewegung des Verstellzylinders (10) mitbewegt
wird, wodurch die an den Kolben (51,
52) des Druckzylinders (53) abgestützten Einstellhebel (49, 50) in gleichem Maße m'itbewegt
und die Fahrzeugräder (48) und der Wagenkasten (47) entsprechend geneigt werden.
6. Anordnung nach den Ansprüchen 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Verstellzylinder
(10) ein beidseitig' durch ein Druckmittel beaufschlagter Kolben (13) angeordnet
ist, der über eine aus dem Zylinder (10) ragende Kolbenstange (14, 15) in Querrichtung unnachgiebig
an Teilen (16, 56, 57) des Fahrzeugkörpers angelenkt ist, und daß an dem um eine
im wesentlichen horizontale, etwa über der Sitzfläche befindliche Längsachse (45) schwenkbaren
Fahrersitz (40) vorzugsweise an einer unter der Sitzfläche befindlichen Stelle eine
Schieberstange (39) angelenkt ist, die in einen unter den Verstellzylindern (10) angeordneten
Servozylinder (21) ragt und mittels eines an ihrem dortigen Ende befindlichen Steuerschiebers
(37) den Zutritt des Druckmittels in den Verstellzylinder (10) derart steuert, daß der
Verstellzylinder (10) stets den Schieberbewegungen folgt.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der in dem Servozylinder hin
und her bewegbare Steuerschieber (37) beidseitig einer mittleren Eindrehung (42) je einen
mit zwei Steuerkanten versehenen Schieberteil (43, 44) aufweist, der einen zu einer Zylinderseite
führenden Kanal (17 bzw. 18) derart abdeckt,
daß bei einer Bewegung des Schiebers (37) aus seiner Mittellaige der in Bewegungs- ■
richtung des Schiebers (37) liegende Kanal (17 bzw. 18) mit dem zwischen den Schieberteilen
(43, 44) gebildeten Ringraum und der andere Kanal (18 bzw. 17) mit dem außerhalb des
Steuerschiebers (37) befindlichen Raum (22) des Servozy linders (21) in Verbindung gebracht
wird, und daß der Ringraum von seiner Mitte aus mit dem ölzulauf (24) und der außerhalb
des Steuerschiebers (37) befindliche Raum (22) des Servozy linders (21) mit dem Ölrücklauf
(30) einer Druckölpumpe (26) in Verbindung steht.
8. Anordnung nach den Ansprüchen 2 bis 7 in Verbindung mit einer doppelt wirkenden
Pumpe zur Förderung des Druckmittels für die Verstellung, dadurch gekennzeichnet, daß
die das Drucköl für den Verstellzylinder (10) liefernde Pumpe aus einer Zahnradpumpe (26)
mit drei Pumpenrädern (27, 28, 29) besteht, von denen das mittlere, vorzugsweise zugleich
angetriebene Zahnrad (28) einerseits mit dem einen die Druckförderung vornehmenden Zahnrad
(27) und andererseits mit dem anderen die Saugförderung vornehmenden Zahnrad (29) zusammenarbeitet.
9. Anordnung nach den Ansprüchen 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Schwenkung
des Fahrersitzes (40) dienende Längsachse (45) des Sitzes von vorn nach hinten leicht nach aufwärts geneigt ist.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 631 150, 662851, 874, 745 15s, 805 230, 807 755.
Deutsche Patentschriften Nr. 631 150, 662851, 874, 745 15s, 805 230, 807 755.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 689 4.56
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED14690A DE941406C (de) | 1953-03-27 | 1953-03-28 | Verfahren und Anordnung zur Betaetigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen Neigung der Raeder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE751646X | 1953-03-27 | ||
| DED14690A DE941406C (de) | 1953-03-27 | 1953-03-28 | Verfahren und Anordnung zur Betaetigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen Neigung der Raeder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE941406C true DE941406C (de) | 1956-04-12 |
Family
ID=25947594
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED14690A Expired DE941406C (de) | 1953-03-27 | 1953-03-28 | Verfahren und Anordnung zur Betaetigung einer Verstellvorrichtung zur seitlichen Neigung der Raeder und vorzugsweise auch des Wagenkastens eines Kraftfahrzeuges |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE941406C (de) |
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