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Vorrichtung an Türen mit metallischer Selbstdichtung für liegende
Koksöfen Bei Türen mit metallischer Selbstdichtung für liegende Koksöfen, wobei
bekanntlich diese Dichtung in der Regel aus einer am Türkörper nachgiebig oder beweglich
befestigten Dichtungsschneide und einer am Ofen- oder Türrahmen vorgesehenen ebenen
Dichtungsfläche, die beide g-egeneinandergepreßt werden, besteht, bereitet im Betriebe
der durch den abkühlenden Einfluß der Außenluft kondensierte Teer der flüchtigen
Destillationsprodukte, besonders wenn er sich an den einzelnen Teilen der metallischen
Dichtung festsetzt, mancherlei Schwierigkeiten und Störungen. Diese zeigen sich
besonders beim Abheben und Wiedereinsetzen der Tür darin, daß zwischen diesen beiden
Vornahmen unbequeme Reinigungen der Dichtungsvorrichtungen zur Sicherung ihres einwandfreien
Funktionierens vorgenommen werden müssen.
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Die Erfindung behebt diese Schwierigkeiten und beruht auf dem Gedanken,
dem am Türkörper kondensierten und abwärts gesickerten Teer die Möglichkeit eines
Abflusses ins Innere der Ofenkammer hinein zu gewähren. Zu diesem Zweck wird gemäß
der Erfindung i. die in Höhe der Ofensohle liegende Schleißplatte des Ofen- oder
Türrahmens mit einer nach dem Ofeninnern hin geneigten Auflage oder Oberfläche versehen;
a. werden an der Unterseite der Tür Vorsprünge
derart angebracht,
daß sich die Tür unter Belassung entsprechender, Durchfluß gewährender Hohlräume
auf die Schleißplatte aufsetzt (hierdurch wird dem kondensierten Teer, der sich
zufolge der vollständigen Abdichtung der Tür am untersten Teil der Dichtung zwischen
dem Türkörper und dem. Türrahmen flüssig ansammelt, die Möglichkeit des freien Ab:fließens
geboten, das infolge der Neigung der Schleißplattenoberseite in Richtung nach ,dem
Ofeninnern hin erfolgt, und dadurch wird das Bilden von verhärtenden Ansätzen oder
backenden Verkrustungen, die das Abnehmen der Tür behindern und umständlich beseitigt
werden müßten, vermieden), und 3. der taschenförmige Hohlraum an -der Unterseite
der Türdichtung zwischen der Dichtungsfläche des Türrahmens und der die Dichtungsschneide
tragenden Membran oder biegsamen Platte durch eine solche körperhafte Ausfüllung
beseitigt, welche die notwendige Beweglichkeit der Membran und Dichtung nicht verringert.
Zu diesem Zweck wird an dem ganzen unteren waagerechten Stück der metallischen Dichtungsschneide
eine senkrecht stehende Blechplatte nahe der Vorder-bzw. Dichtungsfläche des Türrahmens
so befestigt, daß sie annähernd bis zur Oberseite der Schleißplatte hochseicht,
und der dadurch gebildete ta"sdhenförmige Hohlraum zwischen- Blechplatte und Dichtungsmembran
wird mit einem hitzebeständigen nachgiebigen Füllstoff, z. B. Asbestwolle, vollgestopft.
Dieser Füllstoff wirkt zugleich wärmeisolierend gegen den Abkühlungseinfluß der
Außenluft und verringert dadurch überhaupt Kondensationen und Ansammlungen von Teer.
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Die Anbringung einer mit Blechmantel geschützten Wärmeisolierschicht
an der Innenseite der Federplatte der Ofentür ist zwar an sich zum Beispiel aus
der Patentschrift 6oi 39i und 701 545 bekannt. Dort hat diese aber nicht
die Funktion der weitestgehenden Teerverdrängung aus dem Hohlraum zwischen :der
Federplatte und dem unteren Türrahmen zwecks raschen Teerrücklaufs in das Innere
des Koksofens über eine schräge Schleißplatte gemäß der Erfindung.
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Die Zeichnung gibt den Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen
Ausführung wieder.
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Abb. i ist ein senkrechter Schnitt durch den untersten Teil der Tür
und des Türrahmens einer liegenden Koksofenkammer; Abb.2 ist ein rechtwinklig zu
diesem Schnitt stehender senkrechter Schnitt nach der Linie a-a der Abb. i für ein
Teilstück derselben; Abb. 3 ist ein waagerechter Schnitt ebenfalls für ein Teilstück
nach der Linie b-b der Abb. i.
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In Abb. i ist i der eigentliche eiserne Türkörper, 3 der daran befestigte,
nach der Kammerinnenseite hin ragende eiserne Steinhalter zum Tragen der feuerfesten
Türausmauerung, 2 der untere waagerechte Teil .des Ofen- oder Türrahmens, 4 die
gemauerte Ofensohle. Auf dem Türrahmenstück 2 ist die übliche, annähernd in der
Höhe der Ofensohle nahezu bündig mit ihr liegende metallische Schleißplatte 5 befestigt.
Gemäß der Erfindung wird diese Schleißplatte mit einer metallischen Auflageplatte
6 versehen, deren Oberfläche in Richtung von außen nach dem Ofeninnern zu abfallend
schwach geneigt ist und mit der Ofensohle 4 genau bündig liegt. Die Befestigung
der Teile 5 und 6 an dem Türrahmenstück 2 geschieht durch die Sohrauben7. An Stelle
der Schleißplatte5 und Auflageplatte 6 kann eine einheitliche, entsprechend dicke
Schleißplatte mit gleichartig geneigter Oberseite verwendet werden. An der Unterseite
des Steinträgers 3 der Tür wird über die ganze waagerechte Erstreckung in Richtung
der Kammerbreite durch Sehrauben g das Flacheisen 8 befestigt, an welches mehrere
abwärts ragende, aus Flacheisen bestehende kräftige Vorsprünge io angeschweißt sind
(Abb. 2). Mit diesen Vorsprüngen io setzt sich die Tür auf die Auflageplatte 6 der
Schleißplatte 5 bzw. auf die einheitlich gedachte Schleißplatte auf, wobei zwischen
den Platten 6 und 8 und neben .den einzelnen Vorsprüngen io entsprechende Hohlräume
belassen werden.
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An dem ringsum nach außen bzw: nach abwärts ragenden Flansch ii des
Türkörpers i ist die federnde Membranplatte 12 mittels .des Flacheisens 13 und der
Schrauben- 14 befestigt. Mit dieser Membranplatte ist die metallische Dichtungsschneide
15 durch den Winkelflansch 16 verbunden. Die Dichtungsschneide 15 setzt sich .auf
die ebene Dichtungsfläche 17 des Türrahmens 2 auf und wird im Betrieb durch
die Stellschrauben 18, die in dem Haltekörper ig sitzen, ringsum verstellbar angepreßt.
Aus Abb. i ist zu erkennen, daß durch diese Anordnung zwischen der Vorderfläche
17 des Türrahmens 2 und der Membranplatte i2 ein taschenförmiger Hohlraum
gebildet wird,-in welchem sich herabsickernde Teerflüssigkeit ansammeln muß. Um
nun derartige Teeransammlungen und ihre nachteiligen Auswirkungen zu vermeiden,
wird nach einer Weiterbildung der Eindung an das untere waagerechte Stück der Dich
:tungsachneide 15 über seine ganze waagerechte Längserstreckung die senkrecht stehende
Blechplatte 2o so befestigt, daß sie nahe der Vorderfläche 17 des Türrahmens
zu stehen kommt. Diese Blechplatte reicht nach oben hin annähernd bis zur Oberseite
der Auflageplatte 6 bzw. der ohne solche Auflageplatte einheitlich ausgebildeten'
Sohleißplatte. Die Befestigung der Blechplatte 2o geschieht an ihren unteren Rändern
21 und Seitenrändern 22 -durch Verschweißen mit der Dichtungsschneide 15. Außerdem
können Haltestege 23 aus Blech- oder Flacheisenstücken, die einerseits an dem Befestigungswinkel
16, andererseits an der Platte 2o festgeschweißt werden, zur Versteifung der letzteren
dienen (Abb. 3). Die Ränder 2i und 22 der Blechplatte 2o werden zweckmäßig, wie
aus Abb. i und 3 erkennbar, etwas zurückgebogen, damit die Schneidenkante der Dichtungsschneide
15 nachdem Abheben der Tür durch Abbürsten oder Abkratzen mit einem passenden Werkzeug
leicht gereinigt werden kann. Der zwischen .der Blechplatte 2o und der Membran 12
gebildete taschenförmige Hohlraum wird mit einem hitzebeständigen nachgiebigen Füllstoff
24 (in Abb. i durch eine leichte Punktierung
angedeutet), etwa
mit Asbestwolle, vollgestopft. Durch diese erfindungsgemäße Anordnung wird der zwischen
der Türrahmenvorderfläche 17
und der Membran 12, verbleibende, nach unten
durch die Dichtungsteile 15 und 16 abgeschlossene Hohlraum praktisch vollständig
beseitigt und unschädlich gemacht, ohne daß die federnde Beweglichkeit der Membran
12 beeinträchtigt wird.
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Im Betriebe wird der an der Innenseite des Türkörpers i herabsickernde
kondensierte Teer durch die Ausfüllung 24 und -die Blechplatte 2o daran gehindert,
in diesem Teil der Tür eine Ansammlung zu bilden und dabei der Luftabkühlung und
Verdickung an der Membranplatte ausgesetzt zu werden, und er gelangt im allgemeinen
auch nicht in den sehr schmalen Spalt zwischen der Blechplatte 2o und d er Türrahmenfläche
17 hinein, weil er schon an der oberen Eingangsstelle dieses Spalts durch Adhäsion
zurückgehalten und angestaut wird. Der herabgesickerte und hier dünnflüssig gebliebene
Teer muß daher durch die neben den Vorsprüngen io der Türunterseite zwischen den
Platten 6 und 8 belassenen Hohlräume wegen der Neigung der Oberseite der Auflageplatte
6 bzw. der einheitlich gedachten Schleißplatte nach dem Innern der Ofenkammer hinein
abfließen, wo er durch die Koksglut verdampft und dadurch unschädlich gemacht wird.
Nach dem Abnehmen der Tür liegen die Oberseite der Auflageplatte 6 bzw. der Schleißplatte
und die Unterseite der Tür bzw. die Vorsprünge io und die sie tragende Platte 8
völlig frei, so daß ein leichtes Reinigen auch dieser Teile und damit ein Freihalten
der durch sie nach dem Wiedereinsetzen der Tür gebildeten Hohlräume für den Abfluß
von Teer gesichert sind. Die durch die Zeichnung wiedergegebene gesonderte Anbringung
der Auflageplatte 6 an der Schleißplatte und der die Vorsprünge io tragenden Flacheisenplatte
8 am Türkörper kommen vorwiegend nur für die nachträgliche Anbringung des Erfindungsgegenstandes
bei vorhandenen Ofen oder Türen in Betracht. Bei einer Neuanfertigung werden die
besagten Teile zweckmäßig als einheitliche Bestandteile des Türrahmens bzw. der
Tür vorgesehen.