DE9305147U1 - Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten - Google Patents

Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten

Info

Publication number
DE9305147U1
DE9305147U1 DE9305147U DE9305147U DE9305147U1 DE 9305147 U1 DE9305147 U1 DE 9305147U1 DE 9305147 U DE9305147 U DE 9305147U DE 9305147 U DE9305147 U DE 9305147U DE 9305147 U1 DE9305147 U1 DE 9305147U1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
patient
signal
signal generator
control device
time
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE9305147U
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Priority to DE9305147U priority Critical patent/DE9305147U1/de
Publication of DE9305147U1 publication Critical patent/DE9305147U1/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G09EDUCATION; CRYPTOGRAPHY; DISPLAY; ADVERTISING; SEALS
    • G09BEDUCATIONAL OR DEMONSTRATION APPLIANCES; APPLIANCES FOR TEACHING, OR COMMUNICATING WITH, THE BLIND, DEAF OR MUTE; MODELS; PLANETARIA; GLOBES; MAPS; DIAGRAMS
    • G09B5/00Electrically-operated educational appliances
    • G09B5/06Electrically-operated educational appliances with both visual and audible presentation of the material to be studied
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B5/00Measuring for diagnostic purposes; Identification of persons
    • A61B5/16Devices for psychotechnics; Testing reaction times ; Devices for evaluating the psychological state
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61HPHYSICAL THERAPY APPARATUS, e.g. DEVICES FOR LOCATING OR STIMULATING REFLEX POINTS IN THE BODY; ARTIFICIAL RESPIRATION; MASSAGE; BATHING DEVICES FOR SPECIAL THERAPEUTIC OR HYGIENIC PURPOSES OR SPECIFIC PARTS OF THE BODY
    • A61H5/00Exercisers for the eyes

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Educational Technology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Developmental Disabilities (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • Pathology (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Heart & Thoracic Surgery (AREA)
  • Medical Informatics (AREA)
  • Psychology (AREA)
  • Surgery (AREA)
  • Psychiatry (AREA)
  • Hospice & Palliative Care (AREA)
  • Social Psychology (AREA)
  • Child & Adolescent Psychology (AREA)
  • Ophthalmology & Optometry (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Pain & Pain Management (AREA)
  • Physical Education & Sports Medicine (AREA)
  • Rehabilitation Therapy (AREA)
  • Business, Economics & Management (AREA)
  • Educational Administration (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Theoretical Computer Science (AREA)
  • Percussion Or Vibration Massage (AREA)
  • Massaging Devices (AREA)

Description

SPEISER &&Rgr;&Lgr; ·· ·· ·* * . I in-men • * ·
• · ·
EISENFÜHR, H]CIlH1Il 2. April 1993
3 '.jinn.UmT]In*
Dlpl-Ini; (&igr;&iacgr;'&igr;&igr;&igr;&igr;&idiagr;&igr;&igr; I I INt1I)IlIh! '
1 )lpl -In^. 3 )ii'li-| K S] H1ISl1I
1)1.-Him Ui-rnci \ Ii. Ii U is
I>i|il,-IDK. Uli um lining*
Dipl &Igr;&pgr;&eegr;. &Igr;&igr;&Iacgr;&igr;&eeacgr;&igr;&iacgr; Kln»nhtinh ■
Dipl.-luv; Ilium. ^ I In in
IiI-I llK.IDW.lll
I Im Ii 11. s,ti mi
&Lgr; ICi! &igr;! Inn
I'.lll'lllilMWilll
Dipl -i hem. Dr. vti'f S< !mit l
* &Igr;'.&Igr;&Igr;&Pgr;'&rgr;.'.&Igr;&Igr;&Igr;
t MH-I H \l!lHIU-\
'IJS(M' /{'It I H &Iacgr;&Idigr;
hi /eil ln'ii I 1857
Schmielau S
Neuanmeldung
Prof. Dr.Dr.Dr. Schmielau Schönböckener Straße 3 0B, 24 00 Lübeck 1
Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstorungen leidenden Patienten
Die Erfindung betrifft ein Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstorungen leidenden, insbesondere hirngeschädigten Patienten.
In der Neuropsychologie besteht ein immer höherer Bedarf nicht nur an einer umfassenden Diagnostik, sondern auch an einer geeigneten Therapie von Wahrnehmungsstörungen. Dies betrifft ganz besonders Patienten, die vor allem nach einem Schlaganfall an Sehstörungen leiden. Dabei ist es wichtig, daß viele Testergebnisse möglichst korrekt interpretiert und therapeutische Maßnahmen auf einem angemessenen Niveau angeboten werden.
JK/as
M.lilinislr.issi- J4 I)- Lu-U)H liicnirn I ■ &Ggr;&igr;·|&igr;-1&idiagr;)&idiagr;&igr;·(*144&udigr;»1·&udigr;(*»&iacgr;. >·<·).·&Igr;-.!\«&igr; i-W 11 St>,!,i'{."> ■ 11-Ii-N _!4-H)Ji) Ii |),H d I)1Hi1N-I' 4"4_' 1 U4 ',_' &igr;
Als besonders kritisch für den klinischen Alltag wird der sehr hohe Zeitaufwand der bisher durchgeführten Diagnose und Therapie angesehen. Der Einsatz von bisher bekannten automatisch arbeitenden, rechnergestützten Vorrichtungen zur perimetrischen Gesichtsfeldvermessung wurden wegen häufig erhöhter Ermüdbarkeit der Patienten und möglicher Begleitstörungen als unangemessen insbesondere für den Einsatz bei Gehirnverletzten betrachtet.
Es sind auch kompensatorische Verfahren vorgeschlagen worden, die beispielsweise das Training von sakkadischen Augenbewegungen in das anopische Gesichtsfeld umfassen. Nach anfänglichen Berichten über Erfolge und einer anschließend fehlgeschlagenen Replikation ist diese Methode in den letzten Jahren nicht mehr weiterverfolgt worden.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden, insbesondere hirngeschädigten Patienten zu schaffen, welches eine wirkungsvolle Therapie der Wahrnehmungsstörungen auf einfache Weise ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe mit einem Gerät der eingangs genannten Art, welches erfindungsgemäß gekennzeichnet ist durch
eine Vielzahl von auf einer Fläche angeordneten Signalgebern zur Erzeugung von Wahrnehmungsreizen, ein an einer bestimmten, insbesondere zentralen Stelle der Fläche fest angeordnetes, während der Behandlung vorn Patienten mit seinen Augen zu fixierendes Markierelement,
eine Startsignaleinrichtung zur Erzeugung eines Startsignals,
eine Steuereinrichtung, die zu Beginn eines Betriebszyklus die Startsignaleinrichtung aktiviert, nach Ablauf eines innerhalb bestimmter vorgegebener Grenzen randomisierten ersten Zeitintervalls einen einzelnen Signalgeber oder eine Gruppe von Signalgebern auswählt und für eine bestimmte Zeitdauer aktiviert und nach Ablauf eines zweiten Zeitintervalls nach dem Zeitpunkt der Aktivierung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe einen nächsten Betriebszyklus einleitet, wobei die Aktivierungszeitdauer kürzer als das zweite Zeitintervall ist,
eine Reaktionserfassungseinrichtung zur Erfassung der Reaktion des Patienten auf die Aktivierung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe durch die Steuereinrichtung und eine Zeiterfassungseinrichtung, die die Reaktionszeit des Patienten zwischen dem Zeitpunkt der Aktivierung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe und dem Zeitpunkt der von der Reaktionserfassungseinrichtung aufgenommenen Reaktion des Patienten mißt,
wobei die Steuereinrichtung in einem nächsten Betriebszyklus oder einem der nächsten Betriebszyklen die Ansteuerung desselben Signalgebers oder derselben Signalgebergruppe wiederholt und/oder einen unmittelbar benachbarten Signalgeber oder eine unmittelbar benachbarte Signalgebergruppe ansteuert, wenn die von der Zeiterfassungseinrichtung gemessene Reaktionszeit kürzer als ein vorgegebenes Minimum oder langer als ein vorgegebenes Maximum ist, welches kürzer als das zweite Zeitintervall ist, oder wenn die von der Reaktionserfassungseinrichtung erfaßte Reaktion entsprechend einem zuvor eingegebenen Auswahlkriterium falsch ist.
-A-
Das erfindungsgemäße Gerät ermöglicht ein wirkungsvolles und gezieltes Training mit dem Ziel einer funktionellen Restitution von Wahrnehmungsleistungen. Vor allem Patienten mit visuellen Teilfunktionsstörungen oder Schädigungen von auditorischen Funktionen, die als Folge eines Hirninfarkts (Schlaganfall), einer Hirnblutung oder eines Schädelhirntraumas auftreten kann, profitieren von dem erfindungsgemäßen Gerät.
Voraussetzung für die Arbeit mit dem erfindungsgemäßen Trainingsgerät ist die exakte Bestimmung der defekten Bereiche des Wahrnehmungsfeldes. Hierzu wird für die visuelle Modalität üblicherweise ein herkömmliches Perimeter mit im allgemeinen nur im zentralen Gesichtsfeld höherer Präzision verwendet. Für die anschließende Arbeit mit dem vorliegenden erfindungsgemäßen Gerät, mit dem die ermittelten defekten Bereiche des Wahrnehmungsfeldes "wegtrainiert" werden sollen, ist es nicht nur unkritisch, sondern sogar erwünscht, daß der zu behandelnde Patient auf die Lage der ermittelten defekten und zu trainierenden Bereiche innerhalb seines Wahrnehmungsfeldes und/oder die Art der Signalgeberkonfiguration, auf die eine bestimmte Reaktion gewünscht ist, hingewiesen wird. Dadurch wird nämlich der Patient in die Lage versetzt, sich besser auf die defekten Bereiche und Teilfunktionen konzentrieren zu können, was für ein effektives Training eine unabdingbare Voraussetzung ist.
Um das Training im gesamten Wahrnehmungsfeld durchführen zu können, ist eine Vielzahl von Signalgebern auf einer Fläche angeordnet, deren Ausdehnung mindestens so bemessen ist, daß das gesamte Wahrnehmungsfeld des zu behandelnden Patienten abgedeckt wird, wenn der Patient mit seinen Augen eine bestimmte Stelle auf der Fläche fi-
xiert. Diese Stelle enthält ein Markierelement und sollte vorzugsweise etwa in der Mitte der Fläche liegen.
Das erfindungsgemäße Trainingsgerät arbeitet in sukzessiv aufeinanderfolgenden Betriebszyklen, gesteuert von einer Steuereinrichtung, wobei in jedem Betriebszyklus ein bestimmter ausgewählter Signalgeber oder eine bestimmte ausgewählte Signalgebergruppe aktiviert wird. Zu Beginn jedes Betriebszyklus wird von der Steuereinrichtung eine Startsignaleinrichtung aktiviert, die daraufhin ein Startsignal abgibt. Dieses Startsignal, das vorzugsweise einer anderen als der zu trainierenden Sinnesmodalität zugeordnet ist, soll dem Patienten den Hinweis darauf geben, daß ein neuer Betriebszyklus beginnt. Das Startsignal dient somit sozusagen als Warnsignal, mit dem die Aufmerksamkeit des Patienten gesteigert werden soll.
Bevor dann von der Steuereinrichtung ein bestimmter einzelner Signalgeber oder eine bestimmte Gruppe von Signalgebern ausgewählt und aktiviert wird, läßt die Steuereinrichtung zunächst nach Aktivierung der Startsignaleinrichtung ein erstes Zeitintervall verstreichen, das innerhalb bestimmter vorgegebener Grenzen randomisiert ist, d.h. von Betriebszyklus zu Betriebszyklus nach dem Zufallsprinzip unterschiedlich lang innerhalb der gegebenen Grenzen gewählt wird, damit sich der Patient nicht auf feste Einschalt-Zeitpunkte des Signalgebers oder der Signalgebergruppe einstellen kann.
Nach Aktivierung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe wird festgestellt, ob und wie der Patient auf den dadurch erzeugten Wahrnehmungsreiz reagiert; hierzu ist eine Reaktionserfassungsein-
richtung vorgesehen, die das Auftreten, die Durchführung und die Art der Reaktion erfaßt.
Ferner enthält das erfindungsgemäße Gerät eine Zeiterfassungseinrichtung, die die Reaktionszeit des Patienten zwischen dem Zeitpunkt der Aktivierung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe und dem Zeitpunkt der von der Reaktionserfassungseinrichtung aufgenommenen Reaktion des Patienten mißt. Diese Maßnahme ist für das erfindungsgemäße Gerät besonders wichtig, um zu entscheiden, ob der der Stelle des ausgewählten
Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe
entsprechende Bereich im Wahrnehmungsfeld des Patienten
normal funktionsfähig oder in welchem Maße geschädigt
ist oder die Wahrnehmungsleistung durch das Training mit dem erfindungsgemäßen Gerät verbessert wurde, so daß ein weiteres Training an dieser Stelle nicht mehr notwendig
ist, oder ob wegen nicht erfolgter, zu später oder falscher Reaktion des Patienten das Training in jenem Bereich des Gesichtsfeldes wiederholt und somit noch intensiviert werden muß.
Hierzu ist die Steuereinrichtung erfindungsgemäß so
programmiert, daß sie in dem nächsten Betriebszyklus
oder einem der nächsten Betriebszyklen die Ansteuerung
desselben Signalgebers oder derselben Signalgebergruppe dann wiederholt, wenn die von der Zeiterfassungseinrichtung gemessene Reaktionszeit entweder kürzer als ein
vorgegebenes Minimum oder länger als ein vorgegebenes
Maximum ist, welches kürzer als das zweite Zeitintervall ist, und/oder wenn die Reaktionserfassungseinrichtung
die Art der Reaktion als falsch klassifiziert. Liegt die Reaktionszeit unterhalb des Minimums, so ist davon auszugehen, daß die Reaktion des Patienten auf einem Zufall
basiert und somit als fehlerhaft unberücksichtigt zu bleiben hat. Ist dagegen innerhalb der maximal vorgegebenen Zeit keine Reaktion festgestellt worden, so wird dieser Zustand als "ohne Reaktion" gewertet, so daß dann von einem stark geschädigten Bereich im Wahrnehmungsfeld auszugehen ist, welches für die Rehabilitation noch eines stärkeren Trainings bedarf. Im letzteren Fall werden dann derselbe Signalgeber, dieselbe Signalgebergruppe, ein unmittelbar benachbarter Signalgeber oder eine unmittelbar benachbarte Signalgebergruppe in einem oder mehreren der nächsten Betriebszyklen wiederholt angesteuert, so daß der defekte Bereich intensiv trainiert wird. Ist nach erfolgreichem Abschluß des Trainings der defekte Bereich des Wahrnehmungsfeldes ausreichend oder völlig rehabilitiert, so wird das Training an einer anderen, noch defekten Stelle des Wahrnehmungsfeldes durch dort wiederholte Ansteuerung des entsprechend zugeordneten Signalgebers oder der entsprechend zugeordneten Signalgebergruppe fortgesetzt. Durch eine solche iterative Vorgehensweise erhält das erfindungsgemäße Gerät adaptive Eigenschaften, indem es das Training im Bereich der defekten Stellen des Wahrnehmungsfeldes automatisch intensiviert, wodurch ein besonders effektives Training mit dem Ziel einer möglichst schnellen funktionellen Restitution von Wahrnehmungsfelddefekten realisierbar.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Steuereinrichtung während mehrerer Betriebszyklen nacheinander bestimmte dem Grenzbereich zwischen einem gesunden und einem defekten Bereich des Wahrnehmungs- bzw. Wahrnehmungsfeldes des zu behandelnden Patienten zugeordnete Signalgeber oder Signalgeberbaugruppen in einer bestimmten Reihenfolge auswählt und ansteuert, wonach die Si-
gnalgeber oder Signalgebergruppen sukzessive in Richtung vom gesunden Bereich in den defekten Bereich angesteuert werden sollten. Wenn die Reaktion des Patienten als falsch klassifiziert wird und/oder die Reaktionszeit nicht innerhalb der zuvor erwähnten Bereiche liegt, können ggf. die Signalgeber oder Signalgebergruppen sukzessive auch wieder in Richtung vom defekten Bereich in den gesunden Bereich angesteuert werden. Mit solchen iterativen Vorgehensweisen ist eine Reduzierung des defekten Bereiches besonders wirkungsvoll erzielbar. Durch das iterative Training wird dabei die Grenze zwischen dem gesunden und dem defekten Bereich allmählich in Richtung des defekten Bereiches verschoben.
Eine besonders einfache Konstruktion der Reaktionserfassungseinrichtung läßt sich dadurch realisieren, daß ein Tastschalter vorgesehen ist, der vom Patienten im Fall einer Wahrnehmung des ausgewählten Signalgebers oder der ausgewählten Signalgebergruppe zu betätigen ist.
Zweckmäßigerweise weist das Markierelement einen Sensor auf, der an die Steuereinrichtung angeschlossen ist und erkennt, ob der Patient das Markierelement mit seinen Augen fixiert oder nicht, wobei im letzteren Fall die Steuereinrichtung den Betrieb des Gerätes so lange unterbricht, bis der Patient seine Augen wieder auf das Markierelement gerichtet hat. Auf diese Weise werden Fehler beim Training durch nicht durchgeführte Fixierung des Markierelementes im wesentlichen unterbunden.
Um den Komfort bei der Behandlung mit dem erfindungsgemäßen Gerät zu erhöhen, was sich letztendlich auch positiv auf die Konzentrationsfähigkeit des Patienten
auswirkt, ist eine Stütze zur Halterung des Kopfes des Patienten vorgesehen.
Damit das Training an allen Stellen des Wahrnehmungsfeldes bis in die Peripherie in gleicher Intensität durchgeführt werden kann, sollten die Signalgeber in einer im wesentlichen homogenen Dichte über die Fläche verteilt und vorzugsweise auch in gleichem Abstand voneinander angeordnet sein.
Eine besonders günstige Geometrie ergibt sich, wenn die Fläche mit den darauf angeordneten Signalgebern kugelabschnittsförmig und insbesondere halbkugelförmig ausgebildet ist, wobei der Kopf des zu behandelnden Patienten mit seinen Augen im wesentlichen im Kugelmittelpunkt angeordnet wird.
Der Abstand zwischen den Signalgebern und den Wahrnehmungsorganen des mit seinem Kopf an der Stütze fixierten Patienten sollte vorzugsweise größer als die Armlänge des Patienten betragen. Hierbei kann ggf. auch von einer durchschnittlichen Armlänge ausgegangen werden.
Bei einer gegenwärtig besonders bevorzugten Ausführung bestehen die Signalgeber aus vorzugsweise punktförmigen Lichtquellen zur Erzeugung optischer Signale, die ggf. auch noch unterschiedliche Farben haben und/oder in einer bestimmten Konfiguration, z.B. längs einer variabel orientierten Linie, angeordnet sind.
Alternativ ist es aber auch denkbar, die Signalgeber als Schallwandler zur Erzeugung akustischer Signale auszubilden, um das auditorische Wahrnehmungsvermögen bestimmen und trainieren zu können.
Mit der Steuereinrichtung kann ein Speicher gekoppelt sein, in den ein Algorithmus zur automatischen Ansteuerung von einzelnen Signalgebern oder Signalgebergruppen abspeicherbar ist. Zusätzlich könnte mit der Steuereinrichtung auch eine Eingabeeinrichtung gekoppelt sein, wodurch die Signalgeber wahlweise auch manuell vom Bediener auswählbar sind und somit selektiv angesprochen werden können.
Weitere bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf einen Teil des
erfindungsgemäßen Gerätes;
Figur 2 ein schematisches Blockschaltbild
des Gerätes;
Figur 3 ein Zeitdiagramm, das die Arbeitsweise des Gerätes darstellt; und
Figur 4 einen Ausschnitt aus dem Lichtquellenfeld mit schematischer Darstellung der Betriebsweise einer bevorzugten Ausführung des Gerätes.
Wie die Figuren 1 und 2 erkennen lassen, weist das dort dargestellte Trainingsgerät zur Erzielung einer funktioneilen Restitution von Wahrnehmungsfelddefekten eine Halbkugel 2 auf, an deren Innenfläche 4 eine Vielzahl von Lichtquellen 6 angeordnet sind. In Figur 1, die eine Innenansicht auf die Innenfläche 4 zeigt, sind aus Gründen der Übersichtlichkeit die Lichtquellen 6 nur in
einem Teil der Fläche 4 dargestellt; tatsächlich sind sie jedoch in einer im wesentlichen homogenen Dichte über die Fläche 4 verteilt und vorzugsweise auf Hyperbellinien liegend angeordnet. Mit einer möglichst hohen Dichte an Lichtquellen 6 bis an den Rand der Fläche 4 und somit in die Wahrnehmungsfeldperipherie läßt sich ein besonders wirkungsvolles Training mit dem Ziel der funktionellen Restitution von Wahrnehmungsfelddefekten durchführen.
Bevorzugt sind die Lichtquellen 6 als Leuchtdioden ausgebildet. Es ist gleichwohl aber auch möglich, andere Arten von Lichtquellen zu verwenden oder beispielsweise anstelle der Lichtquellen Löcher in der Fläche 4 auszubilden und dort die Enden von Lichtleitern zu befestigen.
Ebenfalls sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß die Erfindung nicht auf die dargestelle Halbkugel beschränkt ist, sondern die die Lichtquellen tragende Fläche auch eine andere Gestalt haben und beispielsweise plan sein kann.
Ferner ist es mit dem vorliegenden Gerät denkbar, anstelle von visuellen Wahrnehmungsfelddefekten auditorische Wahrnehmungsstörungen zu behandeln. Für diesen Fall müssen anstelle der Lichtquellen 6 akustische Schallwandler verwendet werden. Für diesen Anwendungsfall könnte es beispielsweise zweckmäßig sein, das Training in einem im wesentlichen geschlossenen, schallgedämpften Gehäuse vorzunehmen, an dessen Innenfläche die akustischen Signalgeber angeordnet sind; ein solches Gehäuse könnte beispielsweise auch aus einer Halb- oder Vollkugel bestehen.
In der Mitte der Fläche 4 ist ein Markierelement 8 angebracht, das der Patient während der Behandlung mit seinen Augen zu fixieren hat. In dem Markierelement 8 ist ein Sensor enthalten, der erkennt, ob der Patient das Markierelement 8 mit seinen Augen tatsächlich fixiert oder nicht, und entsprechende Signale abgibt.
Die Halbkugel 2 steht normalerweise auf einem Gestell, und zwar derart, daß die vom umlaufenden Rand 9 gebildete Ebene sich im wesentlichen vertikal erstreckt. Das Gestell ist in den Figuren nicht dargestellt.
An der Halbkugel 2 und/oder dem (nicht dargestellten) Gestell ist eine Kopfstütze 10 befestigt, die eine schalenförmige Kinnstütze 12 und ein bügeiförmiges Stirnanlageelement 14 aufweist. Die Kopfstütze 10 ist mit der Kinnstütze 12 und dem Stirnanlageelement 14 so angeordnet, daß der Patient sich mit seinen Augen etwa im Mittelpunkt einer Vollkugel, von der die Halbkugel 2 ein Teil ist, befindet und in das Innere der Halbkugel 2 auf die Fläche 4 mit den Lichtquellen 6 schaut und dabei das Markierelement 8 fixieren kann, wenn der Patient mit seinem Kinn auf der Kinnstütze 12 aufliegt und mit seiner Stirn das Stirnanlageelement 14 berührt. Demnach ist die Kopfstütze 10 etwa in der vom umlaufenden Rand 9 der Halbkugel 2 aufgespannten Ebene oder in unmittelbarer Nähe zu dieser angeordnet. Der Abstand der Lichtquellen 6 von den Augen des mit seinem Kopf an der Kopfstütze 10 fixierten Patienten ist im allgemeinen nicht kleiner als die Armlänge des Patienten.
An der Halbkugel 2 ist außerdem noch ein akustischer Signalgeber 16 angebracht, wie Figur 1 erkennen läßt.
- 13 -
In Figur 2 ist ein Blockschaltbild mit den wesentlichen Komponenten des Trainingsgerätes dargestellt.
Das Gerät weist eine Steuereinrichtung 20 auf, an die die Lichtquellen 6 angeschlossen sind. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist auch in Figur 2 nur ein Teil der Lichtquellen 6 mit ihren zur Steuereinrichtung 2 0 führenden Leitungen dargestellt. Außerdem sind an die Steuereinrichtung 2 0 auch noch der Sensor im Markierelement 8 und der akustische Signalgeber 16 angeschlossen.
Ferner ist ein Taster 22 vorgesehen, der in erreichbarer Nähe des Patienten angeordnet ist. Er kann aber auch lose an einem Kabel vorgesehen sein. Während der Behandlung betätigt der Patient den Taster 22 stets dann, wenn er das Licht von einer Lichtquelle 6 oder einer Lichtquellenkonfiguration wahrgenommen hat. Der Taster 22 ist an eine Zeiterfassungseinrichtung 24 angeschlossen, die wiederum über eine Leitung mit der Steuereinrichtung 2 kommuniziert. Alternativ können auch ein Taster mit Wahlmöglichkeit oder mehrere Taster vorgesehen sein, wodurch eine differenzierte Erfassung der Reaktion des Patienten hinsichtlich des Erkennens von verschiedenen orientierten Lichtquellenkonfigurationen möglich ist.
Mit der Steuereinrichtung 2 0 ist auch ein Speicher 2 6 gekoppelt, in den beispielsweise ein Algorithmus für den Betrieb der Steuereinrichtung 2 0 abgespeichert werden kann.
Üblicherweise sind die Steuereinrichtung 20, die Zeiterfassungseinrichtung 24 und der Speicher 2 6 in einem Mikrocomputer 30 enthalten, der in Figur 2 als Block mit einer unterbrochenen Linie schematisch angedeutet ist.
Zur Eingabe von Daten und zur manuellen Beeinflussung
des Betriebes der Steuereinrichtung 2 0 ist an diese im
dargestellten Ausführungsbeispiel eine Tastatur 40 angeschlossen. Zur Ausgabe von Daten und Betriebsergebnissen sind ebenfalls ein Monitor 42 und ein Drucker 44 an die
Steuereinrichtung 2 0 angeschlossen.
Nachfolgend wird insbesondere anhand der Figuren 3 und 4 die Funktionweise des beschriebenen Gerätes erläutert.
Bevor die Behandlung des Patienten mit dem Trainingsgerät beginnt, müssen die defekten Bereiche des Wahrnehmungsfeldes zunächst genau ermittelt werden, was gewöhnlicherweise mit herkömmlichen Perimetern geschieht.
Kennt man dann die Lage und Ausprägung der Wahrnehmungsfeiddefekte, beginnt das Training mit dem Gerät. Hierzu
muß der Patient seinen Kopf an der Kopfstütze 10 in der
zuvor beschriebenen Weise fixieren, wobei sich der Patient zweckmäßigerweise in einer möglichst entspannten
Haltung auf einen Stuhl setzt. Außerdem wird der Patient über die Lage, Art und Ausprägung seiner Wahrnehmungsfelddefekte, das zu trainierende Teilgebiet und/oder die visuelle Teilfunktion in Kenntnis gesetzt, damit er sich während der Behandlung auf jene Bereiche und visuelle
Teilfunktionen besonders gut konzentrieren kann, wodurch das Training gefördert werden kann.
Das Training wird in aufeinanderfolgenden Betriebszyklen durchgeführt, die von der Steuereinrichtung 2 0 gesteuert werden. Zu Beginn jedes Betriebszyklus steuert die Steuereinrichtung 20 den akustischen Signalgeber 16 kurz an, damit dieser ein akustisches Warnsignal abgibt, wodurch
dem Patienten der Beginn dieses Betriebszyklus angezeigt wird. Gemäß dem in Figur 3 gezeigten Zeitdiagramm be-
ginnt der Betriebszyklus bei T1. Anschließend verstreicht ein innerhalb bestimmter vorgegebener Grenzen randomisiertes erstes Zeitintervall t,. D.h. das Zeitintervall t[ ist von Betriebszyklus zu Betriebszyklus nach einem Zufallsprinzip veränderbar. Erst nach Ablauf des randomisierten ersten Zeitintervalls tj werden die Lichtquellen 6 angesteuert. Der Grund für das randomisierte erste Zeitintervall tj liegt darin, daß der Patient sich nach Ertönen des akustischen Signalgebers 16 nicht an einen festen Zeitablauf gewöhnen kann, sondern gleichsam von der dann angesteuerten Lichtquelle "überrascht" wird. Nur so sind vernünftige Ergebnisse zu erzielen.
Nach Ablauf des ersten Zeitintervalls t, wählt die Steuereinrichtung 20 entweder eine einzelne Lichtquelle oder eine Gruppe von Lichtquellen aus und aktiviert sie zu einem Zeitpunkt T2. Welche Lichtquelle 6 oder Lichtquellengruppe ausgewählt wird, bestimmt ein im Speicher 2 6 abgespeicherter Algorithmus. Es ist aber auch möglich, den Algorithmus zu unterbrechen oder deaktivieren und stattdessen über die Tastatur 40 manuell eine bestimmte Lichtquelle 6 oder Lichtquellengruppe selektiv anzusteuern.
Nach Aufleuchten der ausgewählten Lichtquelle oder Lichtquellengruppe ist der Patient aufgefordert, durch Betätigung oder Nicht-Betätigung des Tasters 22 zu signalisieren, ob er den Lichtreiz wahrgenommen hat oder nicht bzw. - bei Wahlmöglichkeit - welche Konfiguration er erkannt hat. Hat er den Lichtreiz wahrgenommen, drückt er den Taster 22. Dies geschieht zum Zeitpunkt T_; nach Ablauf einer gewissen Verzögerungszeit t: nach dem Einschalten der ausgewählten Lichtquelle oder Lichtquellengruppe zum Zeitpunkt T2. Allerdings muß die Reaktion
- 16 -
des Patienten durch Druck auf den Taster 2 2 innerhalb einer Zeitverzögerung t2 erfolgen, die länger als ein vorgegebenes Minimum t2min und kleiner als ein vorgegebenes Maximum t2max ist. Drückt der Patient den Taster 2 2 bereits bei t2 < t2min, so muß es sich hier um einen Zufall handeln, da der Wert von t2mb auf die mindest mögliche Reaktionszeit eines Menschen ausgelegt ist. In einem solchen Fall wird das Ergebnis von der Steuereinrichtung 2 0 als negativ bewertet. Drückt dagegen der Patient den Taster 2 2 nach Ablauf einer Verzögerungszeit t: > t2max oder reagiert der Patient überhaupt nicht, so wird das Ergebnis von der Steuereinrichtung 2 0 ebenfalls als negativ bewertet.
In den beiden vorgenannten "Negativ"-Fällen trifft die Steuereinrichtung 20 die Entscheidung, in einem nächsten Betriebszyklus die Ansteuerung derselben Lichtquelle oder Lichtquellengruppe wie im vorliegenden Betriebszyklus zu wiederholen oder eine andere unmittelbar benachbarte Lichtquelle oder Lichtquellengruppe anzusteuern. Dieser Vorgang wird während nachfolgender Betriebszyklen so lange durchgeführt, bis der Patient einen Lichtreiz der entsprechenden Lichtquelle oder Lichtquellengruppe erkennt. Zwar hat sich während des Versuchsbetriebs des erfindungsgemäßen Gerätes herausgestellt, daß die Anzahl solcher Vorgänge während einer Sitzung nicht beliebig hoch sein kann, da die Konzentrationsfähigkeit der Patienten begrenzt ist; jedoch konnten mit einem solchen iterativen Verfahren über mehrere Sitzungen die Wahrnehmungsfelddefekte reduziert werden.
Hat der Patient bei Wahlmöglichkeit den falschen Taster gedrückt, trifft die Steuereinrichtung 20 die Entscheidung, ob in einem nächsten Betriebszyklus dieselbe oder
eine andere Lichtquellenkonfiguration in demselben Gesichtsfeldbereich angesteuert wird. Bei Betätigung des richtigen Tasters wird in einem nächsten Betriebszyklus dieselbe oder eine andere Lichtquellengruppe mit derselben oder einer anderen Lichtquellenkonfiguration angesteuert.
Das Gerät ist hinsichtlich der Auswahl der Lichtquellen 6 durch die Steuereinrichtung 2 0 frei programmierbar. Es können also verschiedene Algorithmen zur Anwendung kommen, wonach die Steuereinrichtung 20 die Lichtquellen in verschiedenen Reihenfolgen und Mustern nacheinander ansteuert. Das gleiche gilt auch für die Art und Weise der Wiederholung; es ist denkbar, beispielsweise stets dieselbe Lichtquelle oder Lichtquellengruppe iterativ anzusteuern oder iterativ immer eine bestimmte Reihenfolge von Lichtquellen oder Lichtquellengruppen zu durchlaufen, bis der Wahrnehmungsfelddefekt "wegtrainiert" ist.
Ein bevorzugter Algorithmus ist in Figur 4 dargestellt. Hier wählt die Steuereinrichtung 2 0 während mehrerer Betriebszyklen Lichtquellen 6A bis 6K aus, die in einem Bereich zwischen einem gesunden Bereich GB und einem defekten Bereich DB des Wahrnehmungsfeldes des zu behandelnden Patienten liegen. Dabei steuert die Steuereinrichtung 20 die dargestellten ausgewählten Lichtquellen 6A bis 6L in einer "mäanderförmigen" Folge nacheinander an, und zwar derart, daß die Lichtquellen sukzessive in Richtung vom gesunden Bereich GB in den defekten Bereich DB angesteuert werden und somit die Lichtreize vom gesunden Bereich GB in den defekten Bereich "laufen". Zuerst werden also die Lichtquellen 6A bis 6D im gesunden Bereich GB nacheinander angesteuert und anschließend
die Lichtquellen 6E bis 6L im defekten Bereich DB. Diese über 12 Betriebszyklen dauernde Sequenz wird so lange wiederholt, bis sich die Grenze G zwischen dem gesunden Bereich GB und dem defekten Bereich DB in Richtung auf den defekten Bereich DB verschiebt und der defekte Bereich DB somit reduziert wird. An diesem Beispiel, auf das die Erfindung nicht notwendigerweise beschränkt ist, läßt sich also deutlich das Prinzip des erfindungsgemäßen Trainingsgerätes erkennen, wonach durch wiederholtes "Vortasten" in den defekten Bereich DB dieser letztendlich "wegtrainiert" und somit reduziert wird.
Ein effektives Training wird jedoch nur dann erzielt, wenn der Patient während der Sitzung stets das Markierelement 8 (vgl. Figuren 1 und 2) fixiert. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, so übermittelt der im Markierelement 8 enthaltene Sensor ein entsprechendes Signal an die Steuereinrichtung 20, die daraufhin den Betrieb so lange unterbricht, bis der Patient seine Augen wieder auf das Markierelement 8 gerichtet hat. Ggf. ertönt dabei auch ein Warnsignal über den akustischen Signalgeber 16.
Wie Figur 3 außerdem erkennen läßt, schließt sich an den Zeitpunkt T3 noch eine zweite Verzögerungszeit t3 an, bevor zum Zeitpunkt T4 der nächstfolgende Betriebszyklus eingeleitet wird. Die zweite Verzögerungszeit t-, kann ggf. auch variabel und randomisierbar eingestellt werden.
Die Trainingsergebnisse können auf dem Monitor 42 angezeigt und über den Drucker 44 ausgedruckt werden. Ferner ist es möglich, die Trainingsergebnisse statistisch auszuwerten.
Abschließend sei noch darauf hingewiesen, daß es für einige Anwendungen vorteilhaft sein könnte, verschiedenfarbige Lichtreize zu erzeugen und auch die Helligkeit des Lichtes zu steuern.

Claims (23)

Ansprüche
1. Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden, insbesondere hirngeschädigten Patienten,
gekennzeichnet durch
eine Vielzahl von auf einer Fläche (4) angeordneten Signalgebern (6) zur Erzeugung von Wahrnehmungsreizen, ein an einer bestimmten, insbesondere zentralen Stelle der Fläche (4) fest angeordnetes, während der Behandlung vom Patienten mit seinen Augen zu fixierendes Markierelement (8) ,
eine Startsignaleinrichtung (16) zur Erzeugung eines Startsignals,
eine Steuereinrichtung (20), die zu Beginn (T1) eines Betriebszyklus die Startsignaleinrichtung (16) aktiviert, nach Ablauf eines innerhalb bestimmter vorgegebener Grenzen randomisierten ersten ZeitIntervalls (t,) einen einzelnen Signalgeber (6) oder eine Gruppe von Signalgebern (6) auswählt und aktiviert und nach Ablauf eines zweiten Zeitintervalls (t2 + t3) nach dem Zeitpunkt (T2) der Aktivierung des ausgewählten Signalgebers (6) oder der ausgewählten Signalgebergruppe (6) einen nächsten Betriebszyklus einleitet, wobei die Aktivierungszeitdauer kürzer als das zweite Zeitintervall ist, eine Reaktionserfassungseinrichtung (22) zur Erfassung der Reaktion des Patienten auf die Aktivierung des ausgewählten Signalgebers (6) oder der ausgewählten Signalgebergruppe durch die Steuereinrichtung (20) und eine Zeiterfassungseinrichtung (24), die die Reaktionszeit (t2) des Patienten zwischen dem Zeitpunkt (T2) der Aktivierung des ausgewählten Signalgebers (6) oder der ausgewählten Signalgruppe und dem Zeitpunkt (T3) der von
P -j
der Reaktionserfassungseinrichtung (22) aufgenommenen Reaktion des Patienten mißt,
wobei die Steuereinrichtung (20) in dem nächsten Betriebszyklus oder einem der nächsten Betriebszyklen die Ansteuerung desselben Signalgebers (6) oder derselben Signalgebergruppe wiederholt und/oder einen unmittelbar benachbarten Signalgeber (6) oder eine unmittelbar benachbarte Signalgebergruppe ansteuert, wenn die von der Zeiterfassungseinrichtung (24) gemessene Reaktionszeit (t2) kürzer als ein vorgegebenes Minimum (t2min) oder langer als ein vorgegebenes Maximum (t2max) ist, welches kürzer als das zweite Zeitintervall ist, oder wenn die von der Reaktionserfassungseinrichtung (22) erfaßte Reaktion des Patienten entsprechend einem zuvor eingegebenen Auswahlkriterium falsch ist.
2. Gerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (2 0) während mehrerer Betriebszyklen nacheinander bestimmte dem Grenzbereich zwischen einem gesunden und einem defekten Bereich (GB, DB) des Wahrnehmungsfeldes des zu behandelnden Patienten zugeordnete Signalgeber (6A bis 6L) oder Signalgebergruppen auswählt und ansteuert.
3. Gerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (20) die Signalgeber (6A bis 6L) oder Signalgebergruppen in einer bestimmten Reihenfolge auswählt und ansteuert, wonach die Signalgeber (6A bis 6L) oder Signalgebergruppen sukzessive in Richtung vom gesunden Bereich (GB) in den defekten Bereich (DB) angesteuert werden.
4. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionserfassungsein-
richtung einen oder mehrere vom Patienten im Fall einer Wahrnehmung des ausgewählten Signalgebers (6) oder der ausgewählten Signalgebergruppe zu betätigende Tastschalter (22) aufweist.
5. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Zeitintervall (t,) variierbar und ggf. randomisierbar ist.
6. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Markierelement (8) einen Sensor aufweist, der an die Steuereinrichtung (2 0) angeschlossen ist und erkennt, ob der Patient das Markierelement (8) mit seinen Augen fixiert oder nicht, wobei im letzteren Fall die Steuereinrichtung (20) den Betrieb des Gerätes so lange unterbricht, bis der Patient seine Augen wieder auf das Markierelement (8) gerichtet hat.
7. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine Stütze (10) zur Halterung des Kopfes.
8. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber (6) in einer im wesentlichen homogenen Dichte über die Fläche (4) verteilt angeordnet sind.
9. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber (6) etwa in gleichem Abstand voneinander angeordnet sind.
10. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (4) kugelabschnittsförmig ausgebildet ist.
_ 23 &mdash;
11. Gerät nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche (4) im wesentlichen halbkugelförmig ausgebildet ist.
12. Gerät nach Anspruch 7 sowie Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Stütze (10) derart angeordnet ist, daß sich der darauf abgestützte Kopf des zu behandelnden Patienten mit seinen Augen im wesentlichen im Kugelmittelpunkt befindet.
13. Gerät nach den Ansprüchen 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber (6) auf Hyperbellinien liegen.
14. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber (6) aus vorzugsweise punktförmigen Lichtquellen zur Erzeugung optischer Signale bestehen.
15. Gerät nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lichtquellen verschiedene Farben haben.
16. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalgeber aus Schallwandlern zur Erzeugung akustischer Signale bestehen.
17. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 16, gekennzeichnet durch einen mit der Steuereinrichtung (20) gekoppelten Speicher (25), in den ein Algorithmus zur automatischen Ansteuerung von einzelnen Signalgebern (6) oder Signalgebergruppen abspeicherbar ist.
18. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 17, gekennzeichnet durch eine mit der Steuereinrichtung (20) gekoppelte Eingabeeinrichtung (40), wodurch die Signalgeber (6) wahlweise auch manuell vom Bediener auswählbar sind.
19. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuereinrichtung (20) eine statistische Auswertung der von der Zeiterfassungseinrichtung (24) gelieferten Meßergebnisse vornimmt.
20. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 19, gekennzeichnet durch eine mit der Steuereinrichtung (20) gekoppelte Einrichtung (42, 44) zur Ausgabe von Daten.
21. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Steuereinrichtung (20) die Intensität der von den angesteuerten Signalgebern (6) erzeugten Wahrnehmungsreize einstellbar ist.
22. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Startsignaleinrichtung (16) ein akustisches Signal abgibt.
23. Gerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Signalgeber (6) von den Wahrnehmungsorganen des Patienten während des Trainings mit dem Gerät nicht geringer als die Armlänge des Patienten ist.
DE9305147U 1993-04-03 1993-04-03 Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten Expired - Lifetime DE9305147U1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE9305147U DE9305147U1 (de) 1993-04-03 1993-04-03 Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE9305147U DE9305147U1 (de) 1993-04-03 1993-04-03 Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE9305147U1 true DE9305147U1 (de) 1994-08-04

Family

ID=6891646

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE9305147U Expired - Lifetime DE9305147U1 (de) 1993-04-03 1993-04-03 Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE9305147U1 (de)

Cited By (11)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2000012042A1 (en) 1998-08-27 2000-03-09 Novavision Ag Process and device for the training of human vision
WO2003065964A1 (en) 2002-02-08 2003-08-14 Novavision, Inc. Improved process and device for the training of human vision
WO2007109724A1 (en) 2006-03-21 2007-09-27 Novavision, Inc. Process and device for apportioning therapeutic vision stimuli
US7594728B2 (en) 2005-12-16 2009-09-29 Novavision, Inc. Adjustable device for vision testing and therapy
US7642990B2 (en) 2004-06-15 2010-01-05 Novavision, Inc. Method and device for guiding a user's head during vision training
US7682021B2 (en) 2002-02-08 2010-03-23 Novavision, Inc. System and methods for the treatment of retinal diseases
US7748846B2 (en) 2006-07-25 2010-07-06 Novavision, Inc. Dynamic fixation stimuli for visual field testing and therapy
US7753524B2 (en) 2002-02-08 2010-07-13 Novavision, Inc. Process and device for treating blind regions of the visual field
US8646910B1 (en) 2009-11-27 2014-02-11 Joyce Schenkein Vision training method and apparatus
US8702233B2 (en) 2005-06-30 2014-04-22 Novavision, Inc. Vision exercising apparatus
DE102016011430A1 (de) 2016-09-22 2018-03-22 Hans-Jörg Hirt Vorrichtung zur Stimulation der gleichzeitigen Ansprache visueller, auditiver und propriozeptiver Wahrnehmung

Cited By (14)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2000012042A1 (en) 1998-08-27 2000-03-09 Novavision Ag Process and device for the training of human vision
US6464356B1 (en) 1998-08-27 2002-10-15 Novavision Ag Process and device for the training of human vision
WO2003065964A1 (en) 2002-02-08 2003-08-14 Novavision, Inc. Improved process and device for the training of human vision
US7753524B2 (en) 2002-02-08 2010-07-13 Novavision, Inc. Process and device for treating blind regions of the visual field
US7367671B2 (en) 2002-02-08 2008-05-06 Novavision, Inc. Process and device for the training of human vision
US7682021B2 (en) 2002-02-08 2010-03-23 Novavision, Inc. System and methods for the treatment of retinal diseases
US7642990B2 (en) 2004-06-15 2010-01-05 Novavision, Inc. Method and device for guiding a user's head during vision training
US8702233B2 (en) 2005-06-30 2014-04-22 Novavision, Inc. Vision exercising apparatus
US7594728B2 (en) 2005-12-16 2009-09-29 Novavision, Inc. Adjustable device for vision testing and therapy
WO2007109724A1 (en) 2006-03-21 2007-09-27 Novavision, Inc. Process and device for apportioning therapeutic vision stimuli
US7748846B2 (en) 2006-07-25 2010-07-06 Novavision, Inc. Dynamic fixation stimuli for visual field testing and therapy
US7753526B2 (en) 2006-07-25 2010-07-13 Novavision, Inc. Frequency doubling fixation stimuli for visual field testing and therapy
US8646910B1 (en) 2009-11-27 2014-02-11 Joyce Schenkein Vision training method and apparatus
DE102016011430A1 (de) 2016-09-22 2018-03-22 Hans-Jörg Hirt Vorrichtung zur Stimulation der gleichzeitigen Ansprache visueller, auditiver und propriozeptiver Wahrnehmung

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0689822B1 (de) Trainingsgerät zur Behandlung von an Wahrnehmungsstörungen leidenden Patienten
EP1269913B1 (de) Vorrichtung für transcraniale magnetische Stimulation und kortikale Kartographie
DE10233960B4 (de) Vorrichtung zur bedarfsgesteuerten Modulation physiologischer und pathologischer neuronaler rhythmischer Aktivität im Gehirn mittels sensorischer Stimulation
DE69530798T2 (de) Positionierungsvorrichtung
DE69921027T2 (de) Vorrichtung zur Bestimmung einer Frequenz von elektromagnetischen Schwingungen zur Behandlung eines Patienten
Zihl et al. Contributions to the study of “Blindsight”—II. The role of specific practice for saccadic localization in patients with postgeniculate visual field defects
EP1085926B1 (de) Vorrichtung zur magnetischen stimulation eines körperteils
AU2002238539A1 (en) Improved process and device for the training of human vision
DE69936214T2 (de) Chirurgisches Augenfixationsgerät
DE2135654A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Prüfung des Gesichtsfeldes von Lebewesen, insbesondere von Menschen
DE69730522T2 (de) Chirurgisches instrument
WO2002041769A1 (de) Optische stimulation des menschlichen auges
DE3434319C2 (de)
DE2949543C2 (de) Vorrichtung zum Erfassen und Steuern der Pulszahl durch Bio-Rückkopplung
DE69001476T2 (de) Vorrichtung zum behandeln und diagnostizieren eines patienten mittels akustischen wellen.
EP1270043B1 (de) Verfahren und Vorrichtung für transcraniale magnetische Stimulation und kortikale Kartographie
EP0307604B1 (de) Vorrichtung und Verfahren zur Auffindung von Skotomen im Auge eines Probanden
DE102005031126A1 (de) Stoßwellenanlage und Verfahren zum Betreiben einer solchen
EP2156815A1 (de) Anordnung zum Trainieren von Bewegungsabläufen
DE19961323A1 (de) Optischer Generator für die Diagnostik des visuellen Systems
DE2950408A1 (de) Vorrichtung zur messung der reaktionszeit
DE102019112417A1 (de) Verfahren zum Hervorrufen und Aufrechterhalten einer Fixation eines menschlichen Auges und Gerät zum Erzeugen eines Fixationsziels für ein menschliches Auge
DE19634660C2 (de) Verwendung einer Vorrichung zur Bestimmung der Innervation der Beckenbodenmuskulatur, der analen Schließmuskulatur oder der Pubococcygeusmuskulatur
AT504307B1 (de) Diagnosevorrichtung zur echtzeit-diagnose über grosse distanzen
EP1696844A1 (de) Verfahren zur darstellung einer fixiermarke für ophthalmologische behandlungsgeräte