-
Hochfrequenzkamera Die Erfindung betrifft eine Hochfrequenzkamera,
die sich insbesondere zum Studium von Vorgängen eignet, die mit starker Leuchterzeugung
verbunden sind, also z. B. zum Studium elektrischer Lichtbögen, die an Schaltern
auftreten. Bei derartigen Vorgängen kann wegen der großen Intensität des ausgestrahlten
Lichtes eine sehr große Anzahl von Aufnahmen in sehr kurzer Zeit hintereinander
gemacht werden.
-
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der neuen Kamera beispielsweise
dargestellt.
-
Fig. i zeigt in verkleinertem Maßstab eine perspektivische Ansicht
einiger Teile der neuen Kamera; Fig.2 ist eine Rückansicht der vollständigen Kamera;
Fig. 3 zeigt einen vertikalen Schnitt durch die Kamera; Fig. q. und 5 geben einige
Einzelheiten, vorwiegend im Schnitt, wieder.
-
Die Kamera besteht im wesentlichen aus einem lichtdichten Gehäuse,
das an einem Rahmen befestigt ist, der aus (der Grundplatte i und aus der vertikalen
Platte 2 besteht. An letztere ist das Gehäuse 3 angeschraubt, das in der Figur die
Form einer Trommel hat und dessen eines Ende durch die Tür q. verschließbar ist.
Diese Tür hängt an dem Scharnier 5 und läßt sich mit Hilfe der Klinken 6 in der
Schließstellung halten. Im Innern des lichtdichten Gehäuses befindet sich der trommelförmige
Drehkörper 9, der auf einer Welle 8 gelagert ist; letztere ist in der vertikalen
Platte
2 gelagert und kann von irgendeinem Motor, beispielsweise einem Elektromotor, angetrieben
werden. Der Drehkörper ist an der einen Stirnseife offen. An seiner Innenfläche
ist der Drehkörper mit einer Anzahl von flanschähnlichen Rippen io versehen, gegen
die der lichtempfindliche Film i i infolge der Fliehkraft gedrückt wird. Der Drehkörper
läuft mit sehr hoher Geschwindigkeit um, er macht etwa 7200 Umdrehungen je
Minute. Zur Erleichterung des Einlegens des Films in die Trommel und zur Erleichterung
der Einnahme der richtigen Lage für die Belichtung ist der Film verhältnismäßig
breit; er ist etwa 115 mm breit und i m lang. Der Drehkörper ist außerdem mit der
zylindrischen Führungsfläche i2 versehen, die an dem einen Ende den Flansch 13 trägt,
mit dessen Hilfe die Führungsfläche an dem Drehkörper befestigt ist.
-
Die Oberfläche des Drehkörpers ist mit einer sehr großen Anzahl von
Belichtungsöffnungen 15
versehen, von denen jede etwa o,25 mm Durchmesser
hat. Diese Öffnungen erfüllen die Aufgabe einer Optik bei einer Lochkamera. Es sind
also im allgemeinen keine Linsen vorgesehen. Die öffnungen sind beispielsweise in
zehn nebeneinanderliegenden Reihen zwischen den Rippen i.o angeordnet. Jede Reihe
hat ioo Öffnungen, so daß bei einer Drehzahl von .72oo Umdrehungen je Minute i2o
ooo Belichtungen je Sekunde zu erzielen sind.
-
Wie die Figur zeigt, sind die Querreihen der Öffnungen zu der Achse
des Drehkörpers leicht geneigt; der Grund hierfür soll später angeführt werden.
-
Aus Fig. q: ist zu ersehen, daß jede Öffnung in einer kleinen dünnen
Platte 16 angebracht ist, die ihrerseits in dem äußeren Umfang der Trommel eingesetzt
ist. Auf diese - Weise kann jeweils zwischen zwei Rippen io ein Bild projiziert
werden. Da das aufzunehmende Objekt immer einen bestimmten endlichen Abstand von
der Kamera hat, sind diese Platten 16 und die dazugehörigen Bohrungen 17 am Ende
des Drehkörpers leicht geneigt, so d.aß ihre Achsen auf das Objekt zu konvergieren.
Die Rippen io, die sich an den Eiden des Drehkörpers befinden, sind auf der einen
Seite etwas mehr abgeschrägt als auf der anderen, so daß sie tatsächlich zu den
entsprechenden Endflächen des Drehkörpers konvergieren. Die Tiefe der Rippen ist
so gewählt, daß Abbildungen der gewünschten Größe entstehen.
-
An dem einen Ende des Gehäuses 3 befindet sich eine Öffnung, die durch
die Platte 18 (s. Fig. i und 5) verschließbar ist. Diese Platte ist an dem Gebäuse
durch .die Teile ig befestigt. Die Platte besitzt in der Mitte eine Öffnung 2o;
die ihrerseits wieder durch die beiden Platten 21 und 22 verdeckt-wird. Die letztere
ist gegenüber der ersteren mit Hilfe eines Nockens einstellbar, der mittels eines
Knebels 23 bewegt werden kann, so daß sich ein einstellbarer Lichtschlitz ergibt,
der sich in axialer Richtung zu dem Drehkörper erstreckt und durch den das Licht
zu den Öffnungen in dem Drehkörper geleitet wird. Die Platte 18 besitzt außerdem
noch die Stellschraube 2q., mit deren Hilfe der Abstand zwischen dem Drehkörper
und den Schlitzplatten 21 und 22 eingestellt werden kann. Wie oben bereits erwähnt,
sind die Querreihen der Öffnungen in dem Drehkörper zu der Achse des Drehkörpers
geneigt. Diese Neigung ist gerade so groß gewählt, daß bei der Drehbewegung des
trommelförmigen Drehkörpers die Öffnungen jeder .Querreihe nacheinander den Schlitz
zwischen den Platten 21 und 22 passieren, so daß der Film nach und nach belichtet
wird; nachdem die letzte Öffnung in einer Querreihe vorbeigelaufen ist, läuft sofort
die erste Öffnung der nächsten Reihe vorbei, worauf das Spiel von neuem beginnt.
-
Während einer einzigen Umdrehung des Drehkörpers laufen also ,alle
Öffnungen der gesamten Reihe von Öffnungen nacheinander an dem Schlitz vorbei, so
daß aufeinanderfolgende Aufnahmen von dem Objekt entstehen. Wind die Kamera zur
Aufnahme von Erscheinungen benutzt, die eine sehr große Lichtfülle erzeugen, wie
z. B. zur Aufnahme von elektrischen Lichtbögen, so wird sehr viel Licht durch jede
kleine Öffnung in dem Drehkörper hindurchgeschickt, so daß sich eine genügende Belichtung
ergibt, um die Erscheinungen aufzunehmen, selbst wenn der Drehkörper mit sehr hoher
Geschwindigkeit umläuft.
-
Selbstverständlich ist die Zeit, die erforderlich ist, um .alle Belichtungen
auf dem Film vorzunehmen, auf diejenige Dauer beschränkt, die notwendig ist für
eine vollständige Umdrehung des Drehkörpers; bei der obenerwähnten Geschwindigkeit
würde dies 1/12o Sekunde. sein. Es können natürlich auch kleinere Geschwindigkeiten
benutzt werden, wenn Erscheinungen aufgenommen werden sollen, die sich im längeren
Zeitraum abspielen. Für den Fall, daß der Hintergrund oder die Umgebung des eigentlidheu
Aufnahmeobjektes ungenügend belichtbar sind; während das eigentliche Aufnahmeobjekt
trotz der außerordentlich kurzen Belichtungszeit wegen seiner sehr großen Lichtfülle
richtig belichtet ist, kann man die erforderliche Belichtung für den Hintergrund
dadurch herbeiführen, daß man die Drehbewegungen des Drehkörpers bei offenem Schlitz
fortsetzt, um die erforderliche Belichtungszeit herauszubekommen, nachdem die Erscheinung
selbst schon vorüber ist. Gegebenenfalls kann diese zusätzliche Belichtung des Hintergrundes
auch vorgenommen werden, bevor-daseigentlicheAufnahmeobjekt aufgenommen wird.