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Groß anlage und Vorrichtung zur Herstellung von Teilbädern einzeln
oder kombiniert
Die Erfindung betrifft eine Badevorrichtung, mit der Teilbäder der
Extremitäten einzeln und kombåniert nach den Angaben von Dr. med. Georg Hauf fe
(s. »Physiologisd Grundlagen der Hydrotherapie«, Berlin I924) ausgeführt werden
können.
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Diese Methode beruht auf dem Prinzip von der Anwendung von Teilbädern
mit langsam ansteigen den Temperaturen, z. B. von 37 bis 460 in einer von dem Arzt
für den jeweiligen Fall zu bestimmenden Zeit und dient zur Behandlung von Herz-
und Gefäßerkrankungen.
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Die einfachste Form der Durchführung dieser Therapie besteht zunächst
darin, zu diesen Teilbädern, ausgehend von einer bestimmten Temperatur, warmes Wasser
hinzuzugießen, bis in einer bestimmten Zeit die gewünschte Endtemperatur erreicht
ist, die dann bis zum Abschluß des Bades konstant gehalten wird.
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Es spricht von selbst, daß diese primitive Methode wegen ihrer Umständlichkeit
und Ungenauigkei t für einen Krankenhaus- und Klinikbetrieb nicht geeignet und infolge
der Notwendigkeit dauernder Überwachung durch das Bedienungspersonal auch unwirtschaftlich
ist.
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Bei weiteren bekannten Bädern, die aus zwei Arm- und einer Fußwanne
bestehen und die eine einzelne wie auch die kombinierte Anwendung der Wannen zulassen,
erfolgten die Temperaturerhöhung und ihre Konstanterhaltung auf dem Wege des Zulaufs
warmen Wassers aus einer Mischbatterie mit eingebautem Thermometer bei gleichzeitigem
Ablauf des überschüssigen Wassers aus den Wannen durch ein Überlaufsystem. Diese
Konstruktion hat den Nachteil, daß auch hier eine präzise Temperaturregelung ohne
dauernde Überwachung durch das Bedienungspersonal nicht möglich ist, da die auf
eine bestimmte Temperatur eingestellte Mischbatterie ständig den Schwankungen des
Warm- und Kaltwassernetzes ausgesetzt ist und einer steten Nachregulierung bedarf.
Zu dieser Überwachung
durch das Bedienungspersonal kommt noch der
nicht unerhebliche Wasserverbrauch, bedingt durch das Überlaufsystem, der diese
Badevorrichtung weitgehend verteuert. Eine weitere Konstruktion eines Teilbades
zur Anwendung der genannten Therapie besteht aus einer elektrisch beheizten Wanne
mit am Boden dieser Wanne montierten Heizwiderständen sowie einem Thermostaten mit
Schaltvorrichtung zur Regelung der Temperatur. Der Vorteil bei dieser Ausführung
scheint in einer genauen Temperaturregelung zu liegen. Doch dieses ist, besonders
bei der allgemein gebräuchlichen Höhe der verwendeten Wannen, nicht der Fall. Bei
der erwähnten Konstruktion liegen die Heizkörper unter einer perforierten Auflage,
auf der die Extremitäten ruhen, d. h. unmittelbar unter dem zu badenden Körperteil.
Das bedeutet bei der durch diese Heizung bedingten geringen Molekularbewegung, daß
die den Heizkörpern zugewandte Hautoberfläche einer höheren Temperatur ausgesetzt
ist als die in der Nähe des Wasserspiegels befindliche Hautoberfläche, wodurch eine
ungleichmäßige periphäre Erwärmung der zu badenden Körperteile und damit eine schlechte
Absorption der Wärme erfolgt. Diesem Übelstand wäre bis zu einem gewissen Grade
abzuhelfen, in dem man die Wannen größer dimensioniert, was wiederum einen größeren
elektrischen Energieaufwand zur Folge hat. Bei Kombinationsbädern dieser Art kommt
ferner noch der Nachteil, daß jede Wanne ihre eigene Heizung und Temperaturregelapparatur
haben muß.
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Außer den genannten Badevorrichtungen gibt es einige ältere, die
heute nicht mehr allgemein gebraucht werden. Diese teils umfangreichen Badeapparate
dienen hauptsächlich zur Verabreichung russisch römischer Voll- und auch Einzelbäder
in Kombination mit Kaltwasserduschen. Diese Bäder unterscheiden sich grundsätzlich
von denen, die die Hauffesche Methode zur Anwendung bringen. Diese Methode fordert
die völlige Umschließung der zu behandelnden Extremitäten mit der Badeflüssigkeit,
die langsam und kontinuierlich ansteigend bis zum Sollwert erwärmt und geregelt
wird, damit die klinisch festgestellte periphäre Gefäß erweiterung zur Entlastung
des Herzens eintritt und eine Verengung der Gefäße als Folge von Überhitzung ausgesohlossen
bleibt.
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Mit einem dieser Mehrzweckbadeapparate sind, wenn einmal von der
mangelnden Kontrolle des Patienten im geschlossenen Badeapparat abgesehen wird,
Arm- und Fußbäder durchzuführen. Aber das aus einem Feuerungskessel in ein Sammelbehältef
fließende Badewasser muß dort mittels einer eingebauten Kühlschlange von Hand mit
allen den sich hieraus ergebenden Ungenauigkeiten geregelt werden. Hinzu kommt,
daß die durch diese Regelung bedingte permanente Abkühlung des mit großem Aufwand
erhitzten Badewassers zum umfangreichen Kalorienverlust führt, so daß diese Apparatur
bei der Anwendung von Arm- und Fußbädern nach der Hauffeschen Methode im hohen Grade
unwirtschaftlich arbeitet.
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Ein anderer Badeapparat älterer Konstruktion, für die Behandlung
einzelner Körperteile geeignet, läßt unter anderem nur die duschartige Berieselung
derselben mit kaltem Wasser zu. Ein Umschließen der zu behandelnden Extremitäten
mit der Badeflüssigkeit, Warmwasseranschluß vorausgesetzt, läßt sich bei der liegenden
Ausführung der Apparatur nicht erzielen. Die erforderliche Abdichtung der Körperteile,
die durch die begrenzte Behandlung gegeben ist, müßte durch eine den Blutkreislauf
hemmende, schädliche Kompression erfolgen.
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Eine weitere Apparatur, eine Vorrichtung zur elektrischen Preßlufterhitzung
mit getrennter Zuführung der kalten und heißen Preßluft zu einem Mischapparat, gibt
die Möglichkeit, dieses Prinzip für die Bereitung von temperiertem Wasser zu verwenden.
In seiner Anwendung auf Wasser wäre dieser Apparat mit einem der üblichen Warmwasserdurchlauferhitzer
zu vergleichen, mit dem Unterschied, daß der Mischvorgang zwischen kaltem und warmem
Wasser in einer inj ektorartigen Mischbatterie vorgenommen wird. Der Apparat arbeitet
ferner mit nichtregulierbaren Heizwiderständen. Wendet man diesen Apparat mit nichtregulierbarem
oder mit regulierbarem Heizwiderstand an, z. B. wie jeden anderen elektri schien
Durchlauferhitzer zur Bereitung der genannten Arm- und Fußbäder, so muß man ständig,
wie auch bei jeder Mischbatterie, das Wannenwasser, dessen Wärme nur zum Teil vom
Körper absorbiert wird, im Interesse der Forderung der Konstanterhaltung der Temperatur
stets ablaufen lassen und erneuern.
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Die Forderung, die sich aus dem bisher Gesagten ergibt, ist eine
Apparatur, die mit einem Minimum aufgewendeter Energie und einem Maximum an Genauigkeit
arbeitet.
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Die Erfindung benutzt diese Erkenntnisse und schafft eine Apparatur,
die den Forderungen der eingangs erwähnten Therapie entspricht, nämlich ein Teilbad
oder eine Teilbäderkombination mit gleichmäßig langsam ansteigender Temperatur und
Konstanthaltung derselben nach Erreichung der Sollgrenze zu schaffen.
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Die Apparatur ist in der Weise ausgeführt, daß die mit warmem Wasser
gefüllten Wannen mit einem Zweikreisdurchlauferhitzer und einer Kreiselpumpe durch
Rohrleitungen miteinander verbunden sind. Die Funktion dieses Systems stellt sich
dar in einem Kreislauf: Kreiselpumpe-'Zweikreisdurchlauferhitzer-Wannen-Kreiselpumpe.
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Die Apparatur ist so konstruiert, daß I. je Behandlung nur eine einmalige
Füllung der Wannen notwendig ist, was einen minimalen Wasserverbrauch bedeutet;
2. die Erwärmung des Badewassers außerhalb der Wannen in genügender Entfernung von
diesen stattfindet und infolge der dauernden Bewegung durch die Kreiselpumpe das
Wasser innig gemischt in die Wannen gelangt bei gleichzeitigem Absaugen des überschüssigen
Wassers aus den Wannen, wodurch die Voraussetzung zur Erreichung einer kontinuierlich
ansteigenden und konstanten Temperatur bei Erreichung der Sollgrenze gegeben ist;
3.
die kombinierten Temperaturregler- und Absperrventile, je nach ihrer Einstellung
durch Querschnittsverengung oder -erweiterung, die Temperaturdifferenzen in den
Wannen ausgleichen, die dadurch bedingt sind, daß die Querschnitte der Leitungen
besonders an den Bögen differieren und daß gleichzeitig die unterschiedlichen Längen
der Leitungen verschiedene Rohrwiderstände darstellen.
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Außerdem fungieren die Ventile als Absperrventile zum Abschalten der
einen oder anderen Wanne und sind ferner so konstruiert, daß bei Sperrstellung aller
drei Ventile der Kreislauf der eventuell eingeschalteten Kreiselpumpe nicht gebremst
wird und die Pumpe Schaden erleidet; 4. der Durchlauferhitzer als ZweiLreisdurchlauferhitzer
ausgebildet ist, dessen Schnellerhitzungskreis mehrstufig schaltbar ist, wodurch
verschiedene Amlaufzeiten bis zur gewünschten Temperatursollgrenze möglich sind,
während der zweite Kreis nur der Konstanterhaltung der Solltemperatur dient. Beide
Kreise werden durch einen Thermostaten und das damit verbundene Schaltrelais geregelt.
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Die Apparatur gemäß der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt.
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In Abb. I ist I die Kreiselpumpe, an deren Druckseite der Durchlauferhitzer
2 angeschlossen ist. Am Ende des Erhitzers umspült das Wasser den Thermostaten 3
und wird über die Druckrohrleitungen und die Drucligabeln 4 in die Wannen 5 befördert
und bei gleichzeitigem Absaugen durch die Sauggabeln 6 und Saugleitungen zur Pumpe
zurückgeführt. Das Absperrventil 7 verhindert ein Zurückfließen des Wassers aus
den oberen Wannen in die untere bei stillstehender Pumpe.
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Das Ventil 8 ist das Entleerungsventil der oberen Wannen in die untere,
und das tiberlaufrohr g dient nach dem Herausnehmen zur Entleerung der unteren Wanne.
Die Ventile 10 sind die Temperaturau,sgleichregler- und Absperrventile mit Sicherheitsvorrichtung
für die Pumpe.
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In Abb. 2 ist die Funktionsweise dieser Ventile aus einer Querschnittdarstellung
ersichtlich. Auf dem Ventilkffl<en sind zwei hintereinanderliegende keilförmige
Nuten eingefräßt, die Reguliersegmente.
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Wird das Küken z. B. im Uhrzeigersinn gedreht, so verschieben sich
die Segmente unter den Ventilgehäuseanschlußbohrungen und verändern an dieser Stelle
die Querschnitte von Zu- und Absaugleitung der betreffenden Wanne. Hierdurch ist
es möglich, den Zu- und Abfluß aller drei Wannen aufeinander abzustimmen und damit
Temperaturdifferenzen auszugleichen, die durch den Thermostaten nicht erfaßt werden.
Wird das Küken über den Regelbereich der Segmente hinaus weitergedreht, bis sich
die axial zum Küken verlaufende Nut 2 unter den Pumpenanschlüssen des Ventilgehäuses
befindet, so ist einerseits die zum Ventil gehörende Wanne vom Kreislauf abgeschaltet,
ohne daß andererseits der Pumpenkreislauf bei Sperrstellung aller Ventile und gleichzeitig
laufender Pumpe gebremst wird, da sich der Wasserstrom bei dieser Stellung der Ventile
von der Druckseite über die Nut 2 zur Saugseite der Pumpe bewegen kann und hiermit
eine Beschädigung der Pumpe ausgeschlossen ist.
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Der Zweikreisdurchlauferhitzer (Abb. I, 2) ist als Kammererhitzer
mit zwangläufiger Wasserführung konstruiert. In den einzelnen Kammern befinden sich
die Heizwiderstände, die in zwei Kreisen I2 und I3 angeordnet sind, und in der letzten
Kammer der Thermostat 3.
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Die elektrische Schaltung der Heizkörper, ohne Berücksichtigung der
Thermostat- und Relaisschaltung, ist in Abb. 3 dargestellt. Zu Beginn des Bades
werden beide Kreise eingeschaltet. Der Schnellerhitzungskreis 12 ist mehrstufig,
in der Abbildung vierstufig, durch die Schalter 14 schaltbar, je nachdem, in welcher
gewünschten Zeit die Solltemperatur erreicht werden soll. Nach Erreichung der Solltemperatur
werden zunächst beide Kreise automatisch abgeschaltet. Diese Stromunterbrechung
führt gleichzeitig zur Entriegelung des elektromagnetischen Schalters I5, dessen
Magnetspule durch diesen Vorgang keinen Erregerstrom mehr erhält. Sinkt die Temperatur
der Badeflüssigkeit unter ihren Sollwert, so wird über die Thermostat-und Relaisschaltung
die Stromzuführung zu den Heizwiderständen wiederhergestellt. Für den weiteren Verlauf
des Bades wird aber nunmehr nur noch der Kreis I3 benötigt, der lediglich die Temperaturveränderungen
ausgleicht. Kreis 12 bleibt ausgeschaltet, da eine Verriegelung des magnetischen
Schalters 15 und damit eine Einschaltung dieses Kreises nur durch die mechanische
Betätigung eines Druckknopfes oder Kipphebels usw. dieses Schalters möglich ist.
Diese Schaltanordnung beschränkt die Schalthäufigkeit der Apparatur auf ein Alinimum,
wodurch die Betriebssicherheit der Apparatur durch Schonung ihrer empfindlichen
Teile maximal zunimmt.
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Es steht nichts im Wege, die Apparatur umgekehrt für Bäder mit sinkenden
Temperaturen anzuwenden. Auch in diesem Fall wird der Thermostat auf die gewünschte
Solltemperatur, die jetzt unter der Ausgangstemperatur liegt, eingestellt. Die Heizwiderstände
bleiben damit stromlos, bis die Solltemperatur erreicht ist, und werden dann wie
üblich durch den Thermostaten und die Relais geschaltet. Um die Zeit zwischen Ausgangs-
und Solltemperatur zu regeln bzw. abzukürzen, ist es notwendig, den natürlichen
Abkühlungsprozeß, der jetzt nur durch die rotierende Pumpe beschleunigt wird, durch
eine Kühlvorrichtung zu unterstützen.
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Es ist zwechmäßig, den Durchlauferhitzer mit einem Kühlmantel zu versehen,
in dem nun die Kammern des Erhitzers von einer Kühlflüssigkeit umspült werden. Durch
die Regulierung von Zu- und Abfluß der Kühlflüssigkeit, es können auch Gase benutzt
werden, wird die Zeit vom Ist- bis zum Sollwert der Temperatur direkt geregelt.