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Verfahren zur Herstellung von Bauwerkswänden Zweck der vorliegenden
Erfindung ist, mit Rücksicht auf die allgemeine Not Kleinwohnungen im Schnellbauverfahren
herzustellen. Sie unterscheidet sich von dem Aufbau von Behelfsheimen grundsätzlich
dadurch, daß gesunde und haltbare Häuser aus zweckmäßigen Baustoffen gebildet werden,
wobei die Wohngrößen typisiert und die Baustoffe normalisiert wurden.
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Zum Aufbau der Umfassungswände und Hauptzwischenwände dienen genormte
Ziegelsteine, die hauptsächlich aus natürlichem oder aus künstlichem Bims bestehen.
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Der Grundstoff Bims wird entweder mit plastischer Ton oder plastischem
Lehm oder mit hydraulichen Mitteln gebunden, gut getrocknet und der Stein, soweit
erforderlich, gebrannt.
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Beim Aufbau der Umfassungswände und Hauptzwischenwände greifen die
genormten Ziegelsteine verbandsmäßig so ineinander und übereinander, daß sie nach
innen senkrechte Kanäle bilden, die einen doppelten Zweck erfüllen.
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Erstens dienen sie der Isolation nach außen wie nach innen, zweitens
fördern sie die Stabilisierung. Werden sie nämlich in den Hauswandecken und an den
Begrenzungsflächen für Fenster und Türen wie auch im Bereich der Binderfelder des
Daches mit Beton ausgestampft, so bilden sie in all dieser' Teilen tragende und
haltende Elemente des Bauwerks. Dies gilt auch für den Schornstein.
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Hierfür bietet die Bauart den besonderen Vorteil, da,ß im Aufbauverband
beispielsweise drei gesonderte Züge für die Beheizungsanlagen der Wohnräume mit
einem vierten, gesonderten Zug für die Ventilation sämtlicher Räume des Wohnhauses
Platz finden.
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Besonders bemerkenswert ist hierbei die Nachbarschaft des Ventilationszuges
mit den Zügen der Beheizungsanlagen wegen der ihm zuteil werdenden
Erwärmung.
Denn diese Erwärmung sichert dem Ventilationszug den stets genügenden Auftrieb.
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Beim Aufbau der Wände ergeben die genormten; Ziegelsteine in horizontaler
Ausbreitung Teile von Metern, beispielsweise mit den Maßen 250 + 25o + 25o + 25o
+ 25o gleich 125o mm, womit eine für alle übrigen Baustoffe und Konstruktionsmittel
maßgebende praktische Meterteilung zustande kommt.
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Zur schnellen Fertigstellung der Wohnungen wird erfindungsgemäß ein
Fertigungsgerüst angewendet, welches je nach Bedarf die Umfassungswände sowie die
Hauptzwischenwände umschließt.
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Auch das Fertigungsgerüst ist genormt und typisiert. Es kann für die
vorgesehene Wohngröße in etwa zwei bis drei Arbeitstagen aufgerichtet werden.
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Beim Aufstellen der Wohnhauswände dienen beispielsweise Maßhalter
aus Holz, Eisen oder Duraluminium für die senkrechte und waagerechte Begrenzung
des Bauwerks auch hinsichtlich der Fugen. Wahlweise kann zunächst das innere oder
das äußere Fertigungsgerüst aufgestellt werden.
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Wird zunächst das äußere Fertigungsgerüst aufgestellt, so können die
genormten Ziegelsteine mit Hilfe der Maßhalter entweder ausgemörtelt oder auch trocken
aufgebaut werden.
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Wird nach der letzteren Arbeitsweise mit anschließender Aufstellung
auch des inneren Fertigungsgerüstes hantiert, so tritt folgendes ein: Zunächst werden
die durch die Aufrichtung der genormten Ziegelsteine entstandenem senkrechten Kanäle,
soweit sie die Binderfelder und die Aussparungen für Fenster und Türen begrenzen,
mit Beton ausgefüllt. Alsdann wird in die übrigen senkrechten Kanäle eine Emulsion
aus Zement und Feinsand oben eingedrückt und nach einigen. Minuten Stehzeit unten
abgesaugt.
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Die Emulsion erhält, damit sie eine geraume Zeit in der Schwebe bleibt,
einen geringen Zusatz von Soda und Wasserglas.
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Dieser Teil des Verfahrens ähnelt dem Gießverfahren in der keramischen
Industrie insoweit, als die porös gehaltenen, genormten Ziegelsteine vermöge ihrer
Kapillarität die Emulsion anziehen und damit teilweise entwässern.
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Die Emulsion dringt infolge des osmotischen Druckes in sämtliche Porenräume
bzw. Fugenräume des Bauwerks ein und füllt sie aus. Auch die Innen- und Außenwände
des Bauwerks werden im Rahmen der Köpfe der Maßhalter einerseits und der Begrenzungsflächen
anderseits mit einer Emulsionshaut von etwa 4 mm Stärke versehen, und da dieselbe
aus wetterfesten und wasserabweisenden Mitteln besteht, schützt sie zugleich die
aus porigen Bimssteinen aufgebauten Wände.
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Hierbei ist zu beachten, daß die allseitig geschlossenen Hohlräume
weitgehend der Warmhaltung und Trockenhaltung des Wohnhauses dienen.
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Denn am Fuße der senkrechten Wandkanäle befindet sich ein Horizontalkanal
mit Abzapfstellen zum zeitweisen Absaugen der Emulsion. Mittels dieses Verfahrensteiles
kann die Emulsion analog dem keramischen Gießverfahren in Umlauf gesetzt und damit
in der Schwebe gehalten werden. Die Folge ist, daß auch die senkrechten Kanäle von.
einer Zementhaut umschlossen und also abgedichtet werden, die je nach der Dauer
der Arbeitsweise schwächer oder stärker gehalten werden kann.
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Wenn die genormten Ziegelsteine nach der zuerst genannten. Arbeitsweise
mit Hilfe der Maßhalter und des Fertigungsgerüstes von Anfang an in Zementmörtel
verlegt werden, dann kann die Behautung der Außen- und Innenwände sowie der senkrechten
Kanäle nachträglich durch das bekannte Spritzverfahren erfolgen.
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Erfindungsgemäß werden die senkrechten Wandkanäle weiterhin benutzt,
um die Warmluft einer zentralen Warmluftheizung auf die Wohnräume regelbar zu verteilen.
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Kurz zusammengefaßt führt die Erfindung zu folgenden Resultaten: Schnellbau,
jedoch kein Behelfsbau, Stabilisierung des ganzen Bauwerks, Kälteschutz (im Winter
warm, im Sommer kühl, Schutz gegen Feuchtigkeit, Ventilation sämtlicher Räume der
Wohnung, namentlich für die kalte und heiße Jahreszeit.