DE904875C - Verfahren zur Herstellung von Oxychlorid-Zement - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Oxychlorid-Zement

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DE904875C DER3099A DER0003099A DE904875C DE 904875 C DE904875 C DE 904875C DE R3099 A DER3099 A DE R3099A DE R0003099 A DER0003099 A DE R0003099A DE 904875 C DE904875 C DE 904875C
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Oxychlorid-Zement Die Erfindung bezieht sich auf einen. Zement und insbesondere auf kupferhaltige Oxychlorid-Zemente und hat zum Ziel,- solche Zemente, insbesondere in bezug auf die Form, in welcher das Kupfer in dem Oxychlorid-Zement einverleibt ist, zu verbessern, wodurch dem Zement eine erhöhte Wasserfestigkeit und (Stabilität ebenso wie andere überlegenere Eigenschaften mitgeteilt werden, wie später beschrieben wird.
  • Es ist bereits bekannt, daß die Wasserfestigkeit, Stabilität, mechanische Festigkeit und allgemeine technische Brauchbarkeit von Oxychlorid-Zementen, insbesondere von Magnesiumoxychloridzementen, durch Zusatz von feinverteiltem metallischem Kupfer oder feinverteiltem Cuproaxyd in geringen Mengen von beispielsweise 3 bis ioo/o merklich verbessert und erhöht werden können. Dieser Zuschlag von feinverteiltem metallischem Kupfer oder Cuprooxyd stellte einen erheblichen Fortschritt dar, da man bis dahin allgemein angenommen hatte, daß Magnesiazemente infolge der starken Wasserlöslichkeit ihrer zementbildenden Bestandteile für viele Verwendungszwecke in Gewerbe und Industrie weniger geeignet seien.
  • Wenn der kleine Anteil an feinverteiltem metallischem Kupfer oder Cuprooxyd zu dem Magnesiazement zugefügt und dieser erhärten gelassen wird, nimmt der Zement allmählich eine charakteristische blaugrüne Farbe während des Erhärtens an, und die erhöhte Stärke und Wasserfestigkeit des Zements entwickelt sich, wie sich ,diese blaugrüne eigenartige Farbe entwickelt. Wenn auch der genaue Verlauf der Reaktionen, welche tatsächlich zwischen dem feinverteilten Kupfer oder Cuprooxyd und den Bestandteilen des Magnesiazements während des Härtens vor sich gehen, nicht richtig bekannt ist, hat nichtsdestoweniger die Erfahrung bewiesen, daß die Zemente verbessert werden, wenn metallisches Kupfer und Cuprooxyd in der Form eines außerordentlich feinverteilten Pulvers mit Teilchengrößen von wenigen Mikron einverleibt werden.
  • Die Reaktionsfähigkeit des metallischen Kupfers und Cuprooxyd in diesem außerordentlich feinverteilten Zustand erleichtert ihre Reaktion mit den Bestandteilen des Zements unter Bildung unlöslicher Kupferverbindungen. Das Reaktionsprodukt nimmt mehr Raum ein als die ursprünglichen Kupfer- oder Cuprooxydteilchen und schwillt .augenscheinlich bei der Bildung auf, so daß es in wirksamer Weise Kapillar- und Zwischenräume im Zement mit unlöslichen Kupferverbindungen ausfüllt. Es ist daher augenscheinlich, .däß das Ausmaß der Zersetzung oder das Ausmaß der Reaktion des Kupfers oder Cuprooxyds mit dem Zement eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Wasserfestigkeit und Stärke des Oxychlori,d-Ze@rnents spielt. Den handelsüblichen Formen des feinverteilten metallischen Kupfers, welche bisher verfügbar waren, fehlte aber Stabilität an der Luft, und sie strebten danach, sich zu dem schwarzen oder Cuprizustand zu oxydieren. Dies ist besonders der Fall, wenn feuchte atmosphärische Bedingungen vorliegen.
  • Gemäß der Erfindung wurde festgestellt, daß sich die vorteilhaften Eigenschaften von kupferhaltigen Oxychlorid-Zementen dadurch erzielen lassen, daß man als kupferhaltigen Bestandteil des Zements ein feinverteiltes metallisches Kupfer verwendet, dessen Teilchen mit einem Schutzfilm von Cuprooxyd überzogen sind. Zur Herstellung eines derartigen kupferhaltigen Zuschlagmittels, welches gemäß der Erfindung vorgeschlagen wird, wird Zementkupfer oder Kupferpräzipitat einer besonderen, nachfolgend beschriebenen Behandlung unterworfen, durch welche die Teilchen des Rohmaterials auf -die Größenordnung von wenigen Mikron zerkleinert werden, wobei auf ihnen ein dünner Schutzfilm von Cuprooxyd gebildet wird. Dieses Cuproprodukt ist durch einen hohen Grad von Stabilität an der Luft gekennzeichnet, und zu gleicher Zeit ist das Kupfer in einer Form darin anwesend, welche nicht nur Tals beständig an der Luft; sondern auch als sehr reaktionsfähig gefunden wurde, wenn sie Bedingungen, wie sie in einem Magnesia- oder einem anderen Oxychlorid-Zement während seines Härtens vorliegen, ausgesetzt wird.
  • Zementkupfer oder Kupferpräzipitat, wie es in den Minen oder Raffinerien gewonnen wird, besteht aus einem braunroten Schlamm, worin das Kupfer in der Form einer besonderen, von Natur aus dentritischen Kristallform des Kupferteilchens zugegen isst und leicht vermahlen werden kann, wenn es i durch eine der verschiedenartigen Hammermühlen, Kugelmühlen oder Strahlzerkleinerer geschickt wird. Das handelsübliche Zementkupfer und Kupferpräzipitat enthält in dem Zustand, in welchem es von den Raffinerien erhältlich ist, Verunreinigungen einschließlich Verbindungen des Eisens, Aluminiums und der Kieselsäure, welche für -die Zwecke der Erfindung bloß als inerte Verldünnungsmittel betrachtet werdien können. Neben solchen Verunreinigungen enthält handelsübliches Zementkupfer Cuprooxyd in wechselnden Mengen von einem geringen Betrag< i an bis zu 400/a und mitunter mehr, in Abhängigkeii von dem zum Ausfällen des Materials in den Minen angewendeten Verfahren. Zum Beispiel besaß ein aus den westlichen Minen erhaltenes Zementkupfer einen Durchschnittsgehalt von etwa 18 % an Cuprooxyd, während ein aus östlichen Quellen erhaltenes Zementkupfer durchschnittlich q.o bis 42 % Cuproi oxyd enthielt. 'Wenn ein solcher Kupferschlamm nach der früheren Praxis an der Luftgetrocknet wurde, schwärzte sich das Produkt und führte zu einem Kupferprodukt mit einem hohen Gehalt an Cuprioxyd. Ein solches Produkt konnte für die Gewinnung eines verbesserten Oxychlorid-Zements nicht benutzt werden. Frisch gefälltes Kupfer wurde auch in einer reduzierenden Atmosphäre getrocknet, um ein glänzendes oxydfreies Kupferpulver zu liefern. Ein solches Pulver ist aber verhältnismäßig unbeständig an der Luft und bestrebt, sich rasch zu schwärzen. Auch hat es sich als unbefriedigend in der Technik erwiesen, wenn -der Versuch gemacht wurde; es zur Herstellung solcher Zemente zu verwenden.
  • Um das erfindungsgemäße an der Luft beständige l Kupferpigment herzustellen, wird das Zementkupfer oder das Kupferpräzipitat in Schlammform, vorzugsweise in nichtraffiniertem Zustand und auf jeden Fall ohne eine chemische Vorbehandlung, welche die Entfernung eines Gehalts an Cuprooxyd bewirken könnte, von,der Raffinerie in feuchtem Zustand und in einer solchen Weise versandt, um weitere Oxydation des Kupfers so gering wie möglich zu halten, so daß das Zementkupfer oder lCupferpräzipitat bei seiner Ankunft im wesentlichen frei von. Cuprioxyd ist. Dies kann in der Praxis dadurch erreicht werden, daß das feuchte Material in einem dichten Behälter oder in einem solchen Haufen versandt wird, in welchem der Feuchtigkeitsgehalt so hoch ist, daß alle Zwischenräume zwischen den Teilchen mit Wasser gefüllt sind und die Luft demzufolge ausgeschlossen ist. Die Erfahrung hat gelehrt, daß ein Mindestgehalt von Wasser von etwa 22 bis :27'10 zu diesem Ergebnis führt. Das feuchte und unvollständig oxydierte Zementkupfer oder Kupferpräzipitat, wie es in dieser Weise erhalten wird, kann in folgender Weise behandelt werden: Der nasse Schlamm wird einer Behandlung unterworfen, um das Wasser so schnell wie möglich daraus zu entfernen. Bisher wurde handelsübliches Zementkupfer oder Kupferpräzipitat als unbeständig betrachtet. Feuchtes Kupfer oxydierte sich mit großer Geschwindigkeit, wenn es der Luft ausgesetzt wurde, insbesondere bei Erwärmung und dann oft mit einer Geschwindigkeit, welche freiwilliger Verbrennung nahe kam.
  • Erfindungsgemäß wird die Entfernung der Feuchtigkeit vorzugsweise so rasch wie möglich bewirkt, um die Zeitspanne abzukürzen, während der die trocknenden Kupferteilchen stark oxydierenden Bedingungen ausgesetzt sind. Dies kann in einer beliebigen, von verschiedenen Arten von Tröcknungsvorrichtüngen durchgeführt werden, in welchen Feuchtigkeit rasch verdampft und von verhältnismäßig dünnen Pulverschichten :bei Temperaturen nicht beträchtlich höher als dem Siedepunkt des Wassers weggefegt wird. Es wurden z. B. direkt oder indirekt beheizte Drehtrockner, erhitzte Oberflächen, über welche verhältnismäßig dünne Pulverschichten bewegt werden, Fördervorrichtungen, welche das Pulver in verhältnismäßig dünnen Schichten bewegen, während es durch Strahlung oder durch heiße Gase erhitzt wird, als befriedigend befunden.
  • Zufriedenstel:lende Ergebnisse wurden auch erhalten, wenn das Material während der Zerkleinerungsbehandlung, vorausgesetzt der Feuchtigkeitsgehalt ist nicht ungewöhnlich hoch, einer Schwebetrocknung unterworfen wird, wobei heiße Verbrennungsprodukte im Kreislauf durch eine Mühle von der Art der Raymond-Imp-Mühle geschickt wurden und zusätzliche Luft in die Mühle eingeführt und während! der Behandlung im Kreislauf bewegt wurde.
  • In der Praxis wurde als wünschenswert gefunden, des Trocknen in zwei unmittelbar aufeinanderfolgernden Stufen auszuführen.. Das feuchte Pulver wird zuerst durch ein verläufiges Trocknen auf einen Wassergehalt von etwa ioo/o.durch einen der vorerwähnten Trockner gebracht und dann unverzüglich auf eine Schlagmühle oder Walzenbrecher gegeben, worin 'der Restgehalt an Feuchtigkeit fast völlig, vorzugsweise auf o,2 bis o,q.o/o, während des Vermahlens durch im Kreislauf geführte heiße Gase entfernt wird. Stauben im ersten Trockner wird dadurch vermlieden, @daß das Produkt mit einem Feuchtigkeitsgehalt entleert wird, welcher oberhalb des Punktes liegt, .bei welchem Stauben auftritt. Dies teilweise getrocknete Pulver muß unverzüglich auf eine Schlagmühle gebracht und auf den Endzustand getrocknet werden, um die Feuchtigkeit so voillständlig wie möglich zu entfernen, da sogar i oder 21/o Wasser die Oxydation des Kupfers zu dem Cuprizustand verursacht, wodurch ein geschwärztes und technisch unbefriedigendes Produkt erhalten wird.
  • Der nächste Schritt in Odem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung des Pigments besteht darin, daß das Zementkupfer mit seinem aus zerbrechlichen Kupferdendriten bestehenden Kupfersehalt und einem wechselnden., aber wesentlichen Cuprooxydgeh:alt und gar keinem oder nur einem sehr geringen Cuprioxyd:gehalt der Pulverisieriung unterworfen wird. Die. Pulverisierung kann dadurch bewirkt werden, daß das Material durch eine Schlagmühle, z. B. einer Hammermühle, oder einen Strahlzerkleinerer geschickt wird, durch welche Vorrichtungen Luft, vorzugsweise im Kreislauf, mit heißen Verbrennungsgasen geführt wird. Die pulverisierende Wirkung auf das Zementkupfer zerkleinert es nicht nur bis zur äußersten Feinheit, bei welcher die Teilchengröße auf einige wenige Mikron verringert wird, sondern ruft auch Idas unerwartete Ergebnis hervor, daß es dem Material die Fähigkeit verleiht, der weiteren Oxydation zu widerstehen, wenn es atmosphärischen Bedingungen ausgesetzt wird. Um die der hohen Reaktionsfähigkeit des erfindungsgemäßen feinverteilten kupfernen Materials und seiner bemerkenswerten Luftbeständigkeit zugrunde liegenden Ursachen zu ermitteln, wurde eine ausgedehnte Untersuchung einschließlich der chemischen Analyse des erfindungsgemäßen Kupferpulvers durchgeführt. Die Ergebnisse derartiger Analysen zeigten, daß der Coprooxydgehalt nicht wesentlich während des Durchgangs des Materials durch die Mühle erhöht wurde und ferner, daß zusätzliches Durchschicken durch die Mühle keine weitere Oxydation des Kupfers zu Cuprooxyd bewirkte. X-Strahlen-Untersuchungen und ebenso die Untersuchung der polierten Oberflächen der Teilchen mit reflektiertem Licht bei einer Vergrößerung um das iooofache des Durchmessers zeigten, daß das Kupferpulver aus Kupferteilchen besteht, welche dünne Oberflächen aus Cuprooxydbesitzen, welche als Schutzfilme zu dienen scheinen. Unter den mit Film überzogenen Kupferteilchen wurden gelegentlich kleine Körner von oxydiertem Kupfer (Cu20) entdeckt, welche offenbar keinen Schutz den Kupferteilchen gewährten. Untersuchungen von kupfernen Produkten, welche aus Zementkupfer von verschiedenen Quellen hergestellt waren und stark schwankende Beträge von Cuprooxyd, z. B. Schwankungen von 18 bis 4a0/0 Cuprooxyd, enthielten, zeigten, d'aß der Oberflächenfilm von im wesentlichen der gleichen Dicke unabhängig vom ursprünglichen Cuprooxydgehalt war. Die ursprünglich körnige Form des Cuprooxyds @im unbehandelten Zementkupfer bewies ihre nicht schützende Eigenschaft und ist der Grund, warum unbehandeltes Zementkupfer sich leicht zu Cuprioxyd oxydiert.
  • Die Untersuchung hat gelehrt, daß das neue luftbeständige und stark reaktionsfähige Kupferpulver aus Zementkupfer oder Kupferpräzipita.t mit einem stark schwankenden Cuprooxydgehalt hergestellt werden kann. Als untere Grenze (des erforderlichen Cuprooxydgehalts wird ein solcher als ausreichend befunden, welcher durch metallographische Verfahren unterschieden werden und durch X-Strahlen-Beugung erkannt werden kann. Wenn mindestens ein solcher Betrag an Cuprooxyd anwesend ist, wurde gefunden, daß das neue Verfahren zur Herstellung eines Kupferpulvers führt, worin die feinen Kupferteilchen mit einem dünnen Schutzfilm aus Cuprooxyd überzogen sind.
  • Zur Erklärung der Gewinnung des erfindungsgemäßen luftbeständigen und stark reaktionsfähigen Kupferpulvers ist zu beachten, daß, wie oben dargelegt,das unraffinierte, d!as Ausgangsmaterial darstellende und zur Mühle gegebene Zementkupfer metallische Kupferteilchen von verschiedenen Größen in Form von zerbrechlichen Kupferdendriten enthält und daß das Cuprooxyd, welches in seiner Menge, wie oben dargelegt, erheblich schwanken kann, in der Form fester Massen oder Körner von verschiedener Größe im ganzen Zementkupfer verteilt vorhanden ist. Vermutlich existiert etwas Cuprooxyd auf den Oberflächen der Kupferteilchen, aber wahrscheinlich in der Form lose anhaftender Schuppen oder Auswüchse und nicht in der Form eines zusammenhängenden, die -Kupferteilchen überziehenden Films. Wenn dieses Zementkupfer der Schlageinwirkung der :Mühle unterworfen wird, werden diese zerbrechlichen Teilchen auseinanrdergeebrochen, und die Behandlung wird fortgesetzt, bis der durchschnittliche Teilchendurchmesser des vermahlenen oder zerbrochenen Produkts nur einige wenige Mikron beträgt. In der Technik wird eine Feinheit von 2 M ikron leicht erhalten. Die neuen metallischen Oberflächen, wie sie durch das Vermahlen und Unterteilen der Teilchen in der Mühle erhalten werden, werden in einem Zeitpunkt erzeugt, wenn das Teilchen als Ergebnis der Schlagwirkung heiß ist. Diese Oberflächen werden von einer Atmosphäre umspült, welche mindestens etwas oxydierender Natur ist. Als Ergebnis wird =, genommen, daß ein Cuprooxydfidm auf :der Oberfläche des einzelnen Teilchens gebildet wird, und diese Tatsache wird ,durch metallographische Untersuchungen bestätigt. Ferner rechtfertigt die Erfahrung die Annahme, daß der unter diesen Bedingungen erzeugte Cüprooxydfilm zusammenhängend ist, und dazu dient, die metallischen Kupferteilchen gegen weitere Oxydation zu schützen. Es ist beispielsweise bekannt, daß Hochtemperaturoxydfilme auf Eisen stärker gegen weitere Oxydation als Niedertemperaturfilme schützen und ferner, daß durch Behandlung -in einer Kugelmühle aufgebrachte Filme gegen weitere Oxydation völlig beständig sind. Vermutlich werden durch dieses Aufbringen verschiedene Dinge erreicht: Es erhitzt,die Oberfläche infolge des Schlags augenblicklich, und es wirkt auch in verschiedener Hinsicht auf den erzeugten Film ein, wahrscheinlich breitet es ihn rund aus, verdichtet ihn und schließt die Unterbrechungen. Die Einwirkung, welche die Kupferteilchen erhalten, kann als diesem Aufbringen sehr ähnlich angesehen werden, denn die Hammermühle oder der Strahlzerkleinerer (Mikromizer) erzielen sehr viel von ihrer Wirkung dadurch, daß sie die Teilchen nach Art eines Hammers gegeneinäneder oder gegen die Kugeln öder andere Oberflächen einer Mühle schlagen lassen, was zur Ausbildung eines Films führt; der beständig ist und als Schutz gegen weitere Oxydation dient. Dieser Schutzfilm ist sehr dünn, wie die metallographischen Befunde erweisen, aber es gibt bereits viele Beispiele von ungewöhnlich dünnen Schutzfilmen auf metallischen Oberflächen, z. B. Aluminium. Hier ist daher eine Erklärung für die Tatsache, ddaß, während das Kupferpulver -bemerkenswert luftbeständig beleibt, es in gewissen Lösungen stark reaktionsfähig ist. In diesen Lösungen wird der dünne Schutzfilm entfernt und eine enorme metallische Oberfläche freigelegt. Die Lösungsgeschwindigkeit dieser freigelegten Teilchen kann durch die Tatsache beschleunigt werden, daß metallisches Kupfer und Cuprooxyd in unmittelbarer Nähe liegen und so zu galvanischer Zersetzung durch Schaffung einer großen Anzahl von kleinen Elementen dienen.
  • Gemäß der Erfindung kann das wie vorstehend hergestellte verbesserte Kupferpulver mit Vorteil an Stelle von metallischem Kupfer oder Cuprooxyd bei der Herstellung eines verbesserten Zements verwendet werden. Zufriedenstellende Resultate wurden sicher erhalten bei Verwendung wechselnder Mengen des Kupferpulvers, vorzugsweise von 3 bis 1o Gewichtsprozent. Es kann in den Zement in Form eines feinverteilten Pulvers einverleibt werden. Wenn ein solcher Zement verwendet wird, läßt sich beobachten, -daß während des Härtens sich die blaugrüne eigenartige Farbe viel rascher entwickelt als Folge der viel rascheren Lösung des Kupfers, der Bildung löslicher Kupfersalze und ihrer Reaktion mit dem Zement. Die vergrößerte Reaktionsgeschwindigkeit ist proportional der Lösungsgeschwindigkeit des Kupfers in :den Salzlösungen des Zements. Die Erfahrung hat gezeigt, daß das wie oben beschrieben hergestellte verbesserte Kupferpulver eine viel höhere Lösungsgeschwindigkeit als reines metallisches Kupfer oder Cuprooxydbesitzt. Als Folge hiervon schreitet seine Reaktion mit den anderen Bestandteilen des Zements viel rascher fort, und das erhaltene Produkt besitzt größere Beständigkeit, Stärke und. Wasserfestigkeit als die bisher bekannten Zementprodukte. Zweifelsohne ruft die Anwesenheit des Cuprooxydfilms und des Cuprooxydgehalts in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Kupferteilchen eine ausgedehnte galvanische Zersetzung hervor wegen der ungeheuren Zahl von kleinen Cuprooxydkupferelementen, welche sich bilden.
  • Magnes,iaoxychlori,d-Zemente werden gewöhnlich dem Verbraucher in Form einer Mischung oder Zusammenstellung-,der trockenen Bestandteile geliefert, und diese trockene Mischung wird im Zeitpunkt der Verwendung mit einer Lösung von Magnesiaoxyd versetzt. Gelegentlich wird auch Magnesi-achlörid in trockener Form in 'die trockene Mischung eingeschlossen, so daß es nur notwendig ist, Wasser zuzusetzen, wenn die Mischung benutzt wird. Mit ,dem in den Ansprüchen gebrauchten Ausdruck »trockenes Gemisch von Magnesia und Zusatz« sollen die trockenen Bestandteile des MagnesiaoxychloridrZements in einem Zustand, der zum Versetzen entweder mit einer Magnesiachloridlösung oder mit Wasser fertig ist, bezeichnet werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Oxychlorid-Zement unter Zusatz von geringen Mengen von feinverteiltem kupferhaltigem :Material zu den üblichen Ausgangsstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man das kupferhaltige Material in Form von metallischem Kupfer zusetzt, dessen Teilchen mit einem Schutzfilm von Cuprooxyd überzogen sind, wobei die Masse noch Cuprooxyd gesondert enthalten kann.
  2. 2. Ausgangsmasse für das Verfahren gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem trockenen Gemisch von Magnesia und dem zur Erhärtung des Zements erforderlichen Stoff, wie Magnesiumchlorid, sowie außerdem aus Kupferpulver, dessen Teilchen mit einem Schutzfilm von Cuprooxyd überzogen sind, besteht. Angezogene Druckschriften: Zeitschrift »Scientific American« vom April 1937, S. 266 und 267.
DER3099A 1945-06-29 1950-07-16 Verfahren zur Herstellung von Oxychlorid-Zement Expired DE904875C (de)

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