DE899345C - Kolonnenboden und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Kolonnenboden und Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Description
Die zum Waschen, Destillieren <a. dgl. dienenden
Kolonnen 'der chemischen Industrie bestellen, bekanntlich aus lotrecht aufgestellten· Behältern
(Türmen), welche durch eiine größere Anzahl von
horizontalen,, mit zahlreichen Durchbrechungen aus" gerüsteten Böden in etagenweise übereinaniderliegende
Räume aufgeteilt sind. Sie wenden mit Flüssigkeiten -im Gegenstrom ziu aufsteigenden
Gasen oder Dämpfen betrieben.
In ihrer ursprünglichen Gestalt 'bestanden die Böden solcher Kolonnen aus horizontalen Blechplatten,
die mit zahlreichen, möglichst gleichmäßig über ihre Oberfläche verteilten Bohrungen ausgerüstet
waren. Durch diese Bohrungen drangen die Gase oder Dämpfe dann von unten her in die
Flüssigkeitssehicht ein, welche jeden, Kolonnenboden
im Betrieb bedeckt.
Bei neueren Kolonnenböden pflegt man die betreffenden
Bohrungen, mit Glocken zu überdachen, ium die von, unten in die Flüeisigfeitsschicht: eindringenden
Gasstrahlen nach der Seite hin abzulenken und möglichst gleichmäßig in der Flüssigkeit
zu verteilen (sogenannte Glockenböden). Es ist aber auch' schon vorgeschlagen worden, den
Boden aus Wellblechen, herzustellen, welche an 'den Wellenflanken Durchtrittsschlitze tragen, oder aber
von einem ebenen Badenblech auszugehen und in dieses eine Vielzahl von kleinen, etwa haJbzylindrischen
und an den Etaden abgescherten Wölbungen bzw. eine Vielzahl von, halbkreisförmig abgescherten
Zungen herauszudrücken. Auf diese Weise sollte die Strömungsrichtung der von unten eindringenden
Gase O'der Dämpfe nach der Seite hin abgelenkt wenden, um ihren Weg innerhalb der
Flüssigkeitsschicht zu verlängern. Überraschenderweise
konnten sich, diese einfachen Konstruktionen aber bisher gegenüber d'en sehr viel komplizierteren
und kostspieligeren Glockenboden nicht durchsetzen.
Eingehende fabrikationstecfaische Untersuchunigen
ergaben, 'daß der Gnund für diesen technischen Mißerfolg der erwähnten einfacheren Konstruktionen
auf Schwierigkeiten bei der Erzielung einer ίο gleichmäßigeren Flüssigkeitsbedeckung des Bodens
zurückzuführen ist. Um eine gleichmäßige Flüssigkeitsbedeckung'
zu erreichen, .muß 'der Bodien nämlich
völlig plan bleiben, und die Flüssigkeitssehicht muß frei von !durchgehenden·, insbesondere von zentrifugierenden
Strömungen gehalten· wenden. Bei 'den beschriebenen Konstruktionen hingegen entstanden
vielfach ungünstige Strömmgsverfiäl'ttnisse
in der Flüssigkeit aind durchweg so starke Spannungen
in den Bodeniblechen, daß diese sich niidht
mehr einwandfrei plan richten, bzw. plan halten ließen.
Die Erfindung beseitigt diesen Natihteiil und ergibt
überdies eine besonders gleichmäßpige Verteilung 'der Gase oder Dämpfe innerhalb der den Boden
,bedeckenden Flüssigkeitsschieht. Nach der Erfindung
wind aus dem plan ausgerichteten, Bodenblech eine Vielzahl von rechteckigen, nur an den
Längsseiten durch Schnittte abgetrennten' Streifen derart herausgedrückt, daß die Oberfläche jedes
Streifens parallel zuir Oberfläche de» Bodens steht und seine ibeiden Schnittkanten mit denjenigen 'des
Bodenbleches zwei parallele Schlitzdüsen bilden1.
Ein Drückvorgang dieser Art führt nicht zu einer Schwächung, sondern praktisch] sogar zu eimer
Versteifung des Bodenibledhes, wobei sich das Bodenblech nicht mehr verzieht, wenn· man die Bearbeitung
!mittels eines, Werkzieuges, vornimmt, das
die betreffenden Streifen in einem einzigen; Arbeitsgang
zunächst an den beiden Schnittkanten afoschert und dann aus dem Boden herausdrückt. Hierbei
beschränkt sich nämlich die Verformung praktisch auf den abgetrennten Streifen. Gleichzeitig
wird das- Material 'an den nicht abgetrennten,
als hoc'hgebogene Versteifungiswinkel wirkenden ♦5 Schmalseiten dieser Streifen durch den eintretenden
Ziiehprozeß gehärtet.
Das entstellende, besondens günstige Sitirömungsibilid
hat seine Ursache darin, daß die aufsteigenden
Gase ader Dämpfe an jedem Streifen aus zwei einander gegenüberliegenden Schlitzdüisen mit eimiander
entgegengesetzter Strömungsrichtumg austreten.
Es können daher von der kinetischen Energie dieser Gase oder Dämpfe keime durchgehend gerichteten Strömungen innerhalb der Flüssigkeitsschiciht
hervorgerufen wenden. Um auch die radiale, vom
Zulauf zum Abiauf 'des Bodens: verlaufende Strömung
zu stören und in 'zahlreiche kleine Wirbel aufzulösen, ordnet man die !herausgedrückten Blechstreifen
auf dem Boden am besten derart in konzentrischen Ringen .an, daß die einzelnen Streifen
von Ring au Ring auf gegeneinander versetzten Radien liegen. Ihre Längsachsen kömnieni hierbei
entweder in penipherer oder in radialer oder, von außen mach innen gesehen, abwechselnd in per ipherer
und in radialer Richtung liegen. Im leztenen Falle ergibt sich eine besonders wirksame Versteifung
des Bodenbleches, so daß man relativ dünne Bodenibleche verwenden kann.
Die Erfindung sei im folgenden an Hand der
Zeichnungen näher erläutert. Von diesen zeigt
Fig. ι das perspektivische Bild eines einzelnen ■aus dem Bodemlblech herausgedrückten Streifens,
Fig. 2 einen Schnitt in der Ebene II-II durch
eine Reihe vom; nebeneimamderliegenden Streifen
dieser Art umid die den Boden bedeckende Flüssigkeitsischicht,
Fig. 3 und 4 die Querschnitte mach H-II von
verschiedenen Spezialausführutigem. sowie
Fig. 5 bis 7 verschiedene Anondnungsweisen der herausgedrückten Streifen;.
Fig1, ι zeigt einen Meinen Ausschnitt aus· der
planen Blechplatte 1, welche als Kolonnenboden
dient. Aus dieser Blechplatte 1 ist der Streifen 2 'derart nach oben herausgedrückt, daß seine Oberfläche
parallel zur Fläche .der Bodenplatte 1 steht, wobei, seine Schnittkanten Kt und K2 mit den eugehönigen
Schnittkanten des Bodembleches 1 die beiden Schlitzdüsen 3 und 4 bilden; von diesen
liegt in Fig. 1 die Schlitediüse 4 verdeckt.
Wie man erkennt, ist der Blechstreifen' 2 an den Kanten K1 und K2 glatt albgeschert und nur in den,
kurzen Stücken a, einer Streckung- unterzogen. Diese
wirkt sich im Material 'als Ziehprozeß aus. Die erwähnten
Stücke α wenden hierdurch gehärtet und
wirken gleichzeitig für das Bodenblech 1 als. versteifende, durch eine Brücke 2 verbundene Abwinklumgen.
Das Bodenblech 1 bleibt daher plan und bedarf nach Fertigstellung nur noch geringer Ausrichtung.
Ordnet man auf einem Kolonnenboden eine Viel- too zahl solcher herausgedrückter Streifen 2 reihenweise
'an (vgl. Fig. 5 beispielsweise), so ergibt sich
in Richtung der in Fig. 1 gestrichelt angedeuteten Schnittebene H-II das in Fig. 2 dargestellte Schnittbild.
Die von unten her in die Flüssigkeitsschiicht 5
eintretenden Gase oder Dämpfe treten aus diesen Schlitzen in Richtung der eingezeichneten Pfeile
seitlich aus und passieren ibiienbei die Flüssigkeit
auf einem relativ langen Weg, wobei es zu· starker, aber nur lokal begrenzter Wirbdlbildung kommt.
Die erfindungisgemäß ausgestalteten Kolonnenboden
werden so starr, daß man sie bei größeren Kolonnen ohne weiteres begehbar machen kann.
Die Schlitze 3, 4 lassen sich dann· bequem mit der Bürste reinigen. Sie verschmutzen bzw. verharzen
jedoch weniger als die üblichen Glocken, da in ihren Schlitzen eine relativ hohe Strömungsgeschwindigkeit
herrscht. Dieser Effekt läßt sich noch verstärken, indem man gemäß Fig. 3 sowohl
'die Schnittkanten des herausgedrückten Streifens 2 als auch diejenigen des Bodenbleches 1 nach
oben abbiegt. Andererseits kann man für die Behandlung
von relativ zähen Flüssigkeiten, wie z. B. Ölen, den' StrömungswidenstanidimdenSchlitzdüsöti
herabsetzen, indem man gemäß Fig. 4 sowohl die Schnittkanten des herausgedrückten Streifens 2
als auch diejenigen ides Bodenbledies· ι etwas mach
unten biegt.
Einen Ausschnitt aus einem ernndungsgiemäß
ausgestalteten Kolonnenboden zeigt. Fig. 5 in Aufsieht.
Das zentrale Rohr 6 bildet den Überlauf, über den die Flüssigkeit in üblicher Weise auf den
darunterliegenden Kolonnenboden abströmt. Die gemäß Fig. 1 ausgebildeten, aus dem Bodenblech 1
herausgedrückten Streifen 2 sind -um dieses Rohr 6 herum mit radialen, Längsachsen in konzentrischen
Kreisen, angeordnet und dabei auf gegeneinander
versetzte Radien, verlegt. Die in, Richtung der Pfeile am Rand dieser Streifen in die Flüssigkeit einströmenden
Gase oder Dämpfe erzeugen diaher ein vielgestaltiges, lokales Wirbelfeld, welches zwischen
dem nicht gezeichneten, an der Peripherie des Bodens 1 vorgesehenen Zulauf und dem zentralen
Ablauf 6 die Entstehung durchgehender, radialer Strömung«fäden verhindert.
Fig. 6 zeigt die entsprechende Aufsicht auf einen Kolonnenboden 1, bei dem die herausgedrückten
Streifen 2 mit peripherer Längsachse in konzentrischen Ringen, angeordnet und ebenfalls radial
gegeneinander versetzt sind. Die Wirkungsweise »5 ist angenähert die 'gleiche. Schließlich zeigt Fig. 7
die Aufsicht auf einen Kolonnenboden 1, (bei dem die Streifen: 2 in konzentrischen Kreisen, abwechselnd
mit radialer 'und peripherer Längsachse angeordnet
sind. Diese Anordnung ergibt die beste Versteifung des Bodenhleches.
Bei kleineren Böden kann man alle Streifen 2 mit einem entsprechenden Werkzeug gleichzeitig in
einem einzigen Arbeitsgang aus dem Kolonnenboden ι herausdrücken. Bai größeren Böden werden
sie besser einzeln nacheinander herausgedrückt. Sehr große Böden teilt man zweckmäßig in Sektoren
auf, welche getrennt den betreffenden Drückvorgängen unterworfen und dann dadurch zu einem
Boden, zusammengesetzt werden, daß man sie an ihren radialen Kanten dicht miteinander verbindet.
Wie die Untersuchung gezeigt, hat, zeichnen sich die mit erfindiungsgeirnäßen Bödien ausgerüsteten
Kolonnen durch besondere Trennschärfe und überraschend niedrige Druekverluste je Boden aus. Sie
sind hierbei auch den kostspieligen Glockenböden erheblich überlegen.
Claims (9)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Kolonnenboden zum Betriebe mit Flüssigkeiten im Gegenstrom mit Gasen oder Dämpfen, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem ebenen Bodenbleeh (ι) eine Vielzahl von rechteckigen, nur an den .beiden Längsseiten durch Schnitte abgetrennten Streifen (2) .derart herausgedrückt ist, daß ihre Fläche im wesentlichen parallel zur Oberfläche .des Bodenlhleches (1) steht und ihre Schnittkanten (K1, K2) mit denjenigen des ' Badenibleohies (1) zwei parallele Schlitzdüsen (3, 4) bilden.
- 2. Kolonnenboden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittkanten der herausgedrückten Streifen (2) und gleichzeitig diejenigen 'dies. Bodenbledhes (1) nach oben abgebogen sind (Fig. 3).
- 3. Kolonnenboden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnittkanten der herausgedrückten Streifen (2) und gleichzeitig diejenigen des Bodeniblechesi (1) nach unten abgebogen sind (Fig. 4) t
- 4. Kolonnenboden, nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die herausgedrückten Streifen (2) in konzentrischen Ringen auf gegeneinander von. Ring zu Ring versetzten Radien, angeordnet sind (Fig. S bis 7).
- 5. Kolonnenboden nach Anspruch 1 und 4, dadurch 'gekennzeichnet, daß die Längsachsen .der herausgedrückten Streifen (2) in radialer Richtung liegen (Fig. 5).
- 6. Kolonnenboden nach Anspruch 1 und 4, da-•durch gekennzeichnet, daß die Längsachsen der herausgedrückten Streifen (2) in peripherer Richtung liegen (Fig. 6).
- 7. Kolonnenboden nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsachsen der herausgedrückten Streifen (2) von, Ring zu Ring abwechselnd in radialer und peripherer Richtung liegen (Fig. 7).
- 8. Verfahren· zur Herstellung von Kolonnenboden nach- Anspruch 1, dadurch gekennizeich- go net, daß die zur Bildung der Schlitzdüsen (3, 4) dienenden Streifen (2) auis dem Bodenblechi (1) mittels eines Werkzeuges herausgedrückt werden, das diese Streifen in einem Arbeitsgang zunächst an beiden Seiten abschert und dann herausdrückt.
- 9. Verfahren nach Anspruch8 zur Herstellung großer Kolonnenboden, dadurch 'gekennzeichnet, daß der Kolonnenboden in Sektoren zerlegt den Drückprozessen unterworfen, wird und die Sektoren dann an -ihren radialen Kanten dicht miteinander verbunden, werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 5637 11. S3
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