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Umsteuervorrichtung für nacheinander erfolgende Umstellung der Gas-,
Luft- und Abgasventile von Regenerativöfen Die Erfindung betrifft eine Umsteuerv
orrichtung für Regenerativöfen, insbesondere regenerativ beheizte Kokskammeröfen,
bei der durch eine einheitliche Maschine mit einem einzigen Motorantrieb die Gas-,
Luft- und Abgasventile der beiden Ofenseiten in bestimmter zeitlicher Aufeinanderfolge
umgestellt werden, derart, daß z. B. zuerst die Gasventile der bis dahin beflammten
Ofenseite geschlossen, in einem dann anschließenden Zeitabschnitt die Luft- und
Abgasventile beider Ofenseiten umgestellt und nach einer gewissen weiteren Pause
die Gasventile der anderen Ofenseite geöffnet werden. Hierbei sind diese sämtlichen
zeitlichen Schaltungen zwangsläufig miteinander gekuppelt, damit Betriebsstörungen,
z. B. Verluste an uriverbrannt entweichendem Heizgas oder gar Explosionen während
des Umstellens, ausgeschlossen bleiben.
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Die Umsteuervorrichtung ist in Abb. r der Zeichnungen in einer Draufsicht
dargestellt, welche die hauptsächlichsten maschinellen Teile und ihre Verbindung
wiedergibt, während die Abb. a eine . zugehörige Ansicht der Maschine und der durch
die Umstellorgane betätigten Vorrichtungen, d. h. der Gas-, Luft- und Abgasventile
und ihre Schaltung in vorwiegend schematischer Darstellungsweise wiedergibt. Die
Abb. 3 ist eine der Abb. a entsprechende Darstellung für eine abgeänderte Ausführungsform.
Die sämtlichen in Abb. z paarig dargestellten, durch die Umsteuervorrichtung bedienten
Gas-, Luft- und Abgasventile usw. sind untereinander für die beiden Ofenseiten so
dargestellt,
daß alle nach rechts hin liegenden Vorrichtungen für
die nachstehend als die rechte erklärte Ofenseite, alle nach links liegenden Vorrichtungen
für die linke Ofenseite gelten.
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Es wird für die Beschreibung des Zeichnungsbeispiels angenommen, daß
die Umsteuervorrichtung für eine Batterie von Kammeröfen zur Koks-und Gaserzeugung
mit Einzelregeneratoren für jede zwischen zwei Kammern liegende Heizrand bestimmt
ist. Bei dieser Ofenbauart ist in der Regel auf jeder der beiden Ofenseiten für
jede einzelne Heizwand je ein Gas-, Luft- und Abgasventil vorgesehen, wenn die Luft
alleinvorgewärmt wird; dieser Betriebsfall wird hier zunächst berücksichtigt. Gemäß
der Abb. i steht die Maschine vor dem durch die Mauerkante i schematisch dargestellten
Ofenkopf, und es sind rechts und links, in Richtung rechtwinkelig zu diesem Ofenkopf,
die rechte bzw. linke Längsseite der Ofenbatterie anzunehmen, vor denen sich die
umzustellenden verschiedenartigen Ventile befinden.
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In der Umsteuervorrichtung ist 2 die in Lagern 3 des nicht mitgezeichneten
Maschinengestells gelagerte Hauptantriebswelle, die ihren Antrieb unter Vermittlung
eines auf ihr festsitzenden Schneckenrades 4 und einer Schnecke 5 von einem Elektromotor
6 her empfängt. Auf der Motor- und Schneckenwelle 7 sitzen die für das Einschalten
und Stillsetzen erforderlichen Kupplungs- und Bremsvorrichtungen B. Die Antriebswelle
.2 überträgt ihre Drehung mittels eines Zahnritzels 9 und eines verhältnismäßig
großen Stirnzahnrades io auf eine zweite, in den Lagern i i abgestützte Welle 12.
Ein weiteres, auf der letzteren befestigtes Stirnzahnrad 13 überträgt die Drehung
durch ein hierin eingreifendes Zahnrad 14 auf eine weitere, in dem Lagerpaar 15
des Maschinengestells gelagerte Welle 16. Ferner wird durch das Antriebsritzel 9
der Welle 2 das Stirnzahnrad 17 der in dem Lagerpaar 18 abgestützten Welle i9 angetrieben,
auf der die Seiltrommel 2o festsitzt. Die Aufgabe und Wirkungsweise der letzteren
ist in dem weiter unten folgenden Teil der Beschreibung erklärt.
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Ein wesentliches Merkmal der dargestellten Umsteuervorrichtung besteht
darin, daß zwischen den beiden Wellen 12 und 16 entsprechend der gewählten verschiedenenGröße
derZahnräder 13,i4 ein bestimmtes Übersetzungsverhältnis besteht, das im vorliegenden
Beispiel gleich 1,6 : i,o ist, ohne daß jedoch die Erfindung auf dieses genaue Zahlenmaß
beschränkt wäre. Wenn also die Welle 12 einen vollen Umlauf von 36o' vollführt,
so vollführt die damit gekuppelte Welle 16 einen Umlauf von nur 5/s = 225'°' des
Kreisumfanges. Auf der Welle 12 befinden sich, fest mit ihr verbunden, ein Schlepparm
21 und (in Abb. i) zu beiden Seiten desselben zwei lose auf der Welle 12 sitzende
Seilrollensegmente 22 und 2@3. Jedes der letzteren ist am Umfang mit zwei Seilrillen
24 und 25 besetzt. in den Rillen a4 laufen die Zugseile 26 und 27 (Abb.2), deren
eines Ende jedesmal mit dem betreffenden Seilrollensegment 22 bzw. 23 fest verbunden
ist. Die beiden Seile selbst sind in üblicher Weise über Lenkrollen nach der rechten
und linken Ofenseite geführt und dienen zum Umstellen der rechtsseitigen und linksseitigen
Gashähne oder -ventile 28 und 29. Das jeweilige andere freie Ende der Seile wird
in üblicher Weise durch ein Belastungsgewicht 30 in dauernder Spannung gehalten.
Ebenso werden auch die sämtlichen übrigen Bedienungsseile für die anderen umzustellenden
Organe in üblicher Weise durch Belastungsgewichte gespannt gehalten. In der in Abb.2
gezeichneten Stellung befindet sich der Schlepparm 21 in der einen Anfangs- oder
Endlage, wo er senkrecht nach unten gerichtet ist, und hält das Segment 22, indem
er sich gegen dessen Anschlag 31 anlegt in seiner tiefstehenden Anfangslage. Das
andere Segment 23 befindet sich in seiner höchststehenden Endlage, wo es sich gegen
einen mit dem Maschinengestell fest verbundenen Anschlag 33 anlegt. Beim Herumschwenken
des Schlepparms 2i in der durch den beigezeichneten Pfeil angegebenen Drehrichtung
wird das Segment 22 durch die Spannung des Seils 26 in gleicher Richtung verdreht,
bis es sich gegen den zweiten festen Anschlag 32 anlegt; diese Endstellung des Segments
22 ist in Abb. 2 punktiert dargestellt.
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An dem einen freien Ende der Welle 12 ist noch die auf dem Umfang
mit Kontaktstreifen besetzte Kontaktwalze 34 befestigt, auf der mehrere Kontaktfinger
35 schleifen, die mit einem elektrischen Schaltwerk 36 in Verbindung stehen; dieses
Schaltwerk dient zum Regeln des Gangs des antreibenden Elektromotors 6.
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Auf der Welle 16 sind an ihren beiden freienEnden die Kurbeln 37 und
38 befestigt. An die Kurbelzapfen sind die Enden der beiden Zugseile 39 und 4o angeschlossen.
Diese sind über Lenkrollen nach der rechten und linken Ofenseite geführt und dienen
hier zum Umstellen der Luft- und Abhitzeventile, die an den Umstelltöpfen 41 und
42 in der nachstehend beschriebenen Weise vorgesehen sind. Die Luftventile sind
als obensitzende .Klappdeckel 43 und 44 vorgesehen, die in an sich bekannter Weise
mittels Stellhebeln 45, 46 und Verbindungsketten 47, 48 durch die erwähnten Zugseile
39 und 40 umgestellt werden. Die Abhitzeventile im unteren Teil der Töpfe 41, 42
sind ebenfalls als Klappen 49, 5o ausgebildet, die mittels der Stellhebel 51, 52
und Verbindungsketten 53, 54 durch dieselben Zugseile 39 und 4o betätigt werden.
In üblicher Weise steht jeweils der obere, zwischen den Luft- und Abhitzeklappen
befindliche Raum der Töpfe 41, 42 durch den Stutzen 55 mit dem Einlaß- bzw. Auslaßkanal
eines Regenerators und jeweils der unter den Abhitzeklappen 4,9, 5o liegende Raum
jedes Topfes durch den Rohrstutzen $6 mit dem nach dem Schornstein führenden Abgaskanal
jeder Ofenseite in Verbindung.
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Die beiden Kurbeln 37 und 38 der Welle 16 sind entgegengesetzt gerichtet.
Die Kurbel 37 vollführt bei der Drehung der Welle 16 insgesamt den Kreisbogenweg
A-B-C-D, und die in ihrer Phase entgegengesetzte Kurbel 38 vollführt währenddessen
den
Kreisbogenweg C-D-A-B. Die Sehnen A-D und C-B, die die Endpunkte
dieser beiden Kreisbogen verbinden, liegen, wie sich aus Abb. 2 ergibt, parallel
zur Mittelstellung bzw. Hauptrichtung der beiden an den Kurbeln befestigten Zugseile
39, 40. Infolge des obenerw ähnten Übersetzungsverhältnisses zwischen der Welle
12 mit dem Schlepparm 21, die bei jedem Spiel eine volle Umdrehung vollführt, und
der Kurbelwelle 16 ist der Kreisbogenweg jeder der beiden Kurbeln von A-D bzw. von
C-D = 5/s des Kreisumfanges = 225°. Hiervon entfällt nach dem Zeichnungsbeispiel
auf den ersten und letzten Teilweg A-B und C-D bzw. umgekehrt ein Stück = 1/s des
Kreisumfanges = 45°, und auf den mittleren, größeren Teilweg B-C bzw. D-A entfallen
3/s des Kreisumfanges = 135°. Infolge der beschriebenen Stellung der beiden Kurbeln
37 und 38 zueinander und zu den Zugseilen 39 und 40 wird jeweils über das erste
und letzte Teilwe@gstück A-B und C-D bzw. umgekehrt wegen der verhältnismäßig geringen
Stichhöhe des bezüglichen Kreisbogens immer nur eine ganz unwesentlich geringe Längsverschiebung
der bezüglichen Seile 39 und 4o herbeigeführt, die namentlich infolge der unvermeidlichen
Totgänge in den gesamten Seilen und Gestängen überhaupt keinen merkbaren Einfluß
auf die daran hängenden Ventile hat, d. h. die letzteren praktisch in Ruhe läßt.
Demgegenüber erstreckt sich die eigentliche Längsverschiebung der Seile 39, 40 zum
Zweck ihrer Betätigung und der Umstellung der daran hängenden Ventile wesentlich
nur auf den mittleren Kreisbogenteilweg C-D bzw. B-A jeder der beiden Kurbeln.
Es wird nun gemäß der Erfindung bei der Kupplung der beiden Wellen 12 und 16 durch
das Zahnräderpaar 13 und 14 dafür "gesorgt, daß in dem Zeitabschnitt der ersten
und letzten Teilwege der Kurbeln 37 und 38 von je 1/s Kreisumfang = 45° die Bewegung
der Seilrollensegmente 22 und 23 fällt, die demgemäß 45 X 1,6 = 72° = 1/s Kreisumfang
der Welle 12 beträgt, und daß umgekehrt während des mittleren Teilwegstücks B-C
bzw. D- A der Kurbeln die Seilrollensegmente 22 und 23 stillstehen.
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Die auf der dritten angetriebenen Welle i9 festsitzende Stiltrommel
2o trägt zwei an ihr befestigte entgegengesetzt herumgeschlungene Zugseile 57 und
58. Diese beiden Seile sind ebenfalls nach .der rechten .bzw. nach der linken Ofenseite
getuhrt und dienen zur Betätigung der Wechselschieber 59 und 6o. Diese Schieber
befinden sich in den durch sie abzuschließenden bzw. zu öffnenden Abgaskanälen 61,
62, die die Verbindung zwischen den Abgasventilen 49, 5o bzw. den zugehörigen Rohrstutzen
56 nach dem Schornstein hin schaffen, und zwar zwischen dem äußersten, d. h. dem
Schornstein an nächsten liegenden Abgasventil der ganzen Ofenbatterie und dem Schornstein.
Diese übliche Anordnung der Wechselschieber hat den Zweck, von den Räumen der Abgaskanäle
zwischen den Ventilen und dem Schornstein dessen Unterdruck fernzuhalten, was z.
B. mittels Einströmens von atmosphärischer Luft in die Abgaskanäle durch unvermeidliche
Undichtigkeiten des Schieberverschlusses selbst oder auch durch absichtlich vorgesehene,
in der Schließstellung,des Schiebers wirksame Zuströmöffnungen geschafft wird. Dies
ist insbesondere für den Betrieb mit vorgewärmtem Schwachgas wertvoll, da dieses
von den Einströmkanälen seiner Regeneratoren her über die Stutzen 55 mit den Töpfen
41, 4,2 in offener Verbindung steht und dann, wie Abb. 2 zeigt, bei geschlossener
Abhitzeklappe 49 bzw. 5o nur durch diese letztere von den unteren, nach den Abgaskanälen
hingehenden Räumen 56 der Töpfe getrennt ist, so daß bei nicht völligem Dichthalten
der besagten Abhitzeklappen ein Übertreten von Heizgas nach den Abgasräumen in unerwünschtem
Maße stattfinden müßte, wenn die letzteren unter dem Unterdruck des Schornsteins
stehen würden; die Aufrechterhaltung von annähernd atmosphärischem Druck in diesen
Räumen behebt wesentlich diese Betriebsschwierigkeit.
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Bei den erwähnten Wechselschiebern 59 und 6o wird nun gemäß der Erfindung,
wie bei dem Schieber 59 dargestellt ist, in der Schließstellung durch eine entsprechende
Vergrößerung der Schieberhöhe dafür gesorgt, daß zusätzlich zur Kanalhöhe
x eine Überdeckung y am unteren Schieberende von bestimmter Größe
besteht. Der Zweck und die Wirkungsweise dieser Einrichtung sind bei der Beschreibung
der Betriebsweise erläutert.
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Der Betrieb der vorbeschriebenen Umsteuervorrichtung geht in dem Fall,
daß für die Beheizung Starkgas ohne Vorwärmung desselben benutzt, also allein die
Verbrennungsluft regenerativ vorgewärmt wird, wie folgt vor sich: Zu dem Zeitpunkt,
wo eine Umstellung vorzunehmen ist, befinden sich die Gas-, Luft- und Abgasventile
und die sie betätigenden Umstellorgane beispielsweise in der durch Abb. 2 wiedergegebenen
Stellung. Es sind also auf der rechten Ofenseite Gashähne 28 und die Luftklappen
43 offen, die Abhitzeklappen 49 geschlossen, während auf der linken Ofenseite alles
umgekehrt steht. Es wird nun der Antriebselektromotor 6, gegebenenfalls selbsttätig
durch das elektrische Schaltwerk 36, eingeschaltet. Die durch den Motor zunächst
angetriebene Welle 12, die etwa auf eine Umlaufsgeschwindigkeit von einer Umdrehung
in 3o Sekunden eingestellt ist, bewegt den Schlepparm 2i von der gezeichneten Stellung
aus in einer Drehrichtung nach links herum, d. h. im Sinn entgegengesetzt dem Uhrzeiger;
hierdurch wird in entsprechendem Maße das durch den Schlepparm am Anschlag 31 gehaltene
Seilrollensegment 22 in gleichem Drehsinn herum, d. h. nach oben hin gedreht. Das
entgegengesetzte Seilrollensegment 23 steht während dieser Zeit still, indem es
sich gegen den festen Anschlag 33 anlegt. Sobald der Schlepparm 21 einen Drehweg
= 1/s des Kreisumfanges = 721 durchschritten hat, legt sich das Segment 22 (vgl.
dessen punktierte Stellung in Abb.2) gegen den festen Anschlag 32 an und bleibt
von da an in Ruhe. Durch diesen Drehweg des Segments 22
sind mittels
des Zugseils 26 und seines die Spannung erhaltenden Belastungsgewichts 3o die Gashähne
28 auf der rechten Ofenseite geschlossen worden.
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Während des gleichen Zeitraums sind die auf der zweiten angetriebenen
Welle 16 sitzenden Kurbeln 37 und 38 über den Kreisbogenteilweg A-B bzw. C-D = 1/s
Kreisumfang = 45° gelaufen, wobei die daran angeschlossenen Zugseile 39, 40 und
.die durch sie betätigten Luft- und Abgasventile praktisch in Ruhe geblieben sind.
Während des nun folgenden Weiterdrehens der Welle i2 läuft deren Schlepparm 2i über
3/s des Kreisumfanges = 2s6° leer; zugleich jedoch beginnen die Kurbeln 37, 38 auf
der Welle 16 die Bogenwege B-C und D-A zu durchlaufen, währenddessen nun
auf beiden Ofenseiten gleichzeitig das Umstellen der Luft- und Abgasventile erfolgt.
Es werden also während dieses Zeitabschnitts die Luftklappen 43 der rechten Ofenseite
und die Abgasklappen 5o der linken Ofenseite geschlossen und die Luftklappen 44
der linken und Abgasklappen 49 der rechten Ofenseite geöffnet. Hierdurch wird also
der Luft- und Abgasstrom durch den ganzen Ofen umgestellt, d. h. es strömt jetzt
vorgewärmte Luft auf der linken Ofenseite frisch zu, ohne daß schon zugleich hier
auch Heizgas frisch zugeführt wird. Es wird daher durch die frisch zutretende Luft
das vom Schluß der vorherigen Betriebsphase noch innerhalb des Ofens vorhandene
restliche Heizgas verbrannt. Um diesen Erfolg noch weitergehend zu sichern, wird
nun von dem Augenblick an, wo die Umstellung der Luft-und Abgasventile vollendet
ist, eine zusätzliche kurze Betriebspause in den Umstellvorgang eingeschaltet. Dies
geschieht durch elektrische Schaltung mittels der Kontaktwalze 34, die bis dahin
stetig mit herumgelaufen ist, und der darauf schleifenden Kontaktfinger 35 sowie
des elektrischen Schaltwerks 36. Dieses setzt nun den Motor 6 für eine bestimmte,
nach Bedarf einzustellende Zeit, beispielsweise 3o Sekunden, still. Während: dieses
Zeitraums vollzieht sich -die vollständige Nachverbrennung ,der während des Umstellens
in dem Ofen verbliebenen Reste von Heizgas. Nach Beendigung dieser Pause setzt das
Schaltwerk 36 den Motor 6 wieder in Betrieb. Der Schlepparm :2i der Welle 12 besitzt
in diesem Augenblick die in Abb. 2 punktiert wiedergegebene Stellung, wo er sich
gegen den Anschlag 31 des zweiten Seilrollensegments 23 anzulegen beginnt. Der nunmehr
einsetzende Lauf des Antriebsmotors 6 ergibt den Weiterlauf des Schlepparms 2r über
das letzte Fünftel des Kreisumfanges = 72°' bis zu seiner oben angegebenen, senkrecht
nach unten gerichteten Anfangsstellung. Gleichzeitig wandert die Kurbel 37 von C
bis D und die Kurbel 38 von A bis B, währenddessen also die von ihnen betätigten
Luft- und Abgasventile in Ruhe bleiben. Der Schlepparm 2i dagegen dreht das Segment
23 um das erwähnte Winkelmaß herum, womit das Zugseil 27 für die Gashähne 29 der
linken Ofenseite angezogen wird. Hierdurch erfolgt das Öffnen dieser linksseitigen
Gashähne 29 und der Zutritt frischen Heizgases auf dieser Ofenseite. Mit der Beendigung
dieser Gashahnumstellung ist -der Umsteuervorgang für das beschriebene Spiel in
seiner Gesamtheit vollzogen.
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Bei der nächstfolgenden Umsteuerung verläuft der gesamte Vorgang in
umgekehrter Reihenfolge, jedoch zeitlich nicht völlig symmetrisch zu dem vorbeschriebenen
Spiel insofern, als die durch das elektrische Schaltwerk 36 einzufügende Pause auch
in diesem Fall wieder in dem Zeitpunkt eingefügt wird, wo von dem gesamten vorgesehenen
Lauf der Wellen 12 und 16 die ersten 4/s vollendet sind und das letzte Fünftel angeschlossen
werden soll. Im übrigen steht es frei, das elektrische Schaltwerk 36 so einzurichten,
daß eine entsprechende Pause von beliebiger Zeitlänge gegebenenfalls schon sogleich
nach dem Durchschreiten des ersten Fünftels eingefügt wird.
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Der Betrieb der Umsteuervorrichtung zeigt für den Fall der Beheizung
mit Schwachgas, das ebenfalls in Regeneratoren vorgewärmt wird, bei Voraussetzung
des gleichen Ofens folgende Besonderheiten gegenüber dem vorbeschriebenen Fall:
Die umzustellenden Gashähne 28, 29 sind wieder gleichartig vorhanden, jedoch münden
die bezügliehen Gasleitungen, in denen sie sitzen, in die Regeneratoreinlaß- bzw.
-auslaßkanäle hinein, mit denen die Stutzen 55 der Umstelltöpfe 41 und 42 in Verbindung
stehen. Diese Anordnung gilt auf jeder Ofenseite nur für jeden zweiten Umstelltopf
41 bzw. 42. Bei diesen Töpfen bleiben die Deckel 43, 44 dauernd geschlossen und
sind von den Umstellseilen 39, 4o bzw. deren Gestängen völlig abgeschaltet. Die
andere Hälfte der Umstelltöpfe 44 42 auf jeder Ofenseite dient für die Umstellung
der Luftzufuhr und der Abgasabfuhr in ganz gleicher Weise, wie oben beschrieben
und in Abb. 2 dargestellt. Die Abgasklappen 49, 5o der mit Schwachgas zusammengeschalteten
Töpfe 4i, 42 sind ebenfalls von den Umstellseilen 39, 4o ganz abgeschaltet und bedürfen
einer besonderen Betätigung zum Umstellen. Hierzu dient ein zusätzliches Paar von
Zugseilen 63, 64, die in Abb. 2 punktiert dargestellt und über die zweiten Seilrillen
25 der Segmente 22 und 23 geschlungen sind. Von diesen geht das Seil 64, wie gezeichnet,
nach der linken Ofenseite zu den Abgasklappen 5o, das Seil 63 nach der rechten Ofenseite
zu den Abgasklappen 49. Wie man hieraus ohne weiteres ersieht, besteht für .diesen
Betriebsfall eine zusätzliche Besonderheit im wesentlichen nur darin, daß gleichzeitig
beispielsweise mit dem Schließen der rechtsseitigen Gashähne 28 die entsprechenden
linksseitigen Abgasklappen 5o geschlossen und gleichzeitig mit dem Offnen der linksseitigen
Gashähne 29 die rechtsseitigen entsprechenden Abgasklappen 49 geöffnet werden. Im
übrigen verläuft der Umsteuervorgang genau so, wie oben für den Fall der Starkgasbeheizung
beschrieben worden ist.
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Bei dem Fall der Schwachgasbeheizung bekommen nun aber, wie schon
aus den früheren Beschreibungsangaben hervorgeht, die Wechsel-
Schieber
59 und 6o eine besondere Bedeutung. Ihre Betriebsweise und Wirkung sind die folgenden:
Die Seiltrommel 2o auf der Welle ig, die durch die beiden Seile 57 und 58 die besagten
Wechselschieber 59 und 6o betätigt, läuft zufolge ihrer Zahnradkupplung mit der
Antriebswelle 2 synchron zu dieser und demgemäß auch zu den Wellen 12 und 16 mit;
der Umstellvorgang des Schieberpaars 59, 6o vollzieht sich also in dem gleichen
Zeitabschnitt, wie die Umsteuerung im ganzen verläuft. Wenn der gesamte Höhenweg
jedes Schiebers, wie aus Abb. 2 hervorgeht, gleich seiner Gesamthöhe x -f-
y ist, wovon x gleich der Höhe des abzuschließenden Abgaskanals 61 bzw. 62
ist, so entspricht hierbei dias Überdeckungsmaß y 1/s, das Höhenmaß x 4/s ,der Gesamthöhe.
Wenn nun der Umstellvorgang eingeleitet wird und als erstes die Umstellung des Segments
22 für die rechtsseitigen Gashähne 28 über den Teilweg des Schlepparms 21 von 1/s
seines Gesamtweges bewirkt wird, so durchschreitet während desselben Zeitabschnitts
der rechtsseitige Abgaswechselschieber 59 den Höhenweg y, hält also währenddem den
entsprechenden Abgaskanal weiterhin geschlossen. Erst von dem Augenblick an, wo
die rechtsseitigen Gashähne 28 völlig geschlossen sind und nunmehr der Schlepparm
21 sein mittleres Teilwegstück des Leerlaufs durchschreitet, wird der Wechselschieber
59 weiter über den Weg x gehoben und hiermit der Abgaskanal 61 allmählich geöffnet.
Hiermit wird erreicht, daß in keinem Zeitpunkt der Unterdruck des Schornsteins eine
nachteilige Einwirkung auf in den Töpfen anstehendes Heizgas ausüben kann, weil
während des Offenseins der rechtsseitigen Gashähne 28 noch die Abschließung des
Abgaskanals 61 durch die Überdeckung y besteht und sein Offnen erst beginnt, wenn
die Gashähne 28 geschlossen sind. Während des Hebens des rechtsseitigen Wechselschiebers
59 erfolgt das Niedergehen des linksseitigen Schiebers 6o und Schließen des entsprechenden
Abgaskanals 62.
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Die abgeänderte Ausführungsform der Umsteuervorrichtung nach Abb.
3 betrifft einen Ersatz der um die Welle 12 drehbaren Seilrollensegmente 22 und
23 zur Betätigung der Zugseile 26 und 27 für die Gashähne. Es sind daher entsprechende
Teile in Abb. 3 mit denselben Bezugsziffern wie in Abb. 2, teilweise mit Zufügung
des unterscheidenden Indexbuchstabens a bezeichnet. Bei dieser Ausführungsform wird
durch das auf der Welle 12 festsitzende Zahnrad 13 oder gegebenenfalls, mit gleichem
Erfolg, durch das mit ihm im Eingriff stehende Zahnrad 14 der Kurbelwelle 16 die
Zahnstange 65 hin und her geschoben, die den Schlepparm 21a trägt. Auf zwei dieser
Zahnstange parallelen Laufschienen 66 und 67, die mit dem Maschinengestell fest
verbunden sind, können die Gleitschuhe 22a und 23a, an deren Haltearmen 68 bzw.
69 die Enden der Zugseile 26 und 27 befestigt sind, hin und her geschoben werden.
Die in Abb. 3 gezeichnete Stellung des Schlepparms 21a entspricht hinsichtlich der
Betriebsphase der in Abb. 2 gezeichneten Anfangsstellung des Schlepparms 21. Bei
Beginn eines Umsteuerspiels derselben Art, wie oben für Abb. 2 beschrieben, wird
bei Abb. 3 durch das Zahnrad 13 die Zahnstange 65 und damit der Schlepparm 2@a nach
links verschoben und läßt dadurch den Gleitschuh 22a, .der sich mit seinem Anschlag
31a an den Schlepparm anlegt, unter der Zugwirkung des gespannten Seils 26 nach
links herüberwandern, bis dieser in die punktierte Stellung gelangt, wo er sich
gegen den mit der Laufschiene 66 fest verbundenen Anschlag 32a anlegt. Von diesem
Augenblick an läuft der Schlepparm 21a zusammen mit der stetig weiterschreitenden
Zahnstange 65 nach links, also leer, bis er an den Anschlag 31a des linksseitigen
Gleitschuhes 23a anstößt, der bis dahin auf seiner Laufschiene 67 gegen den damit
fest verbundenen Anschlag 33a unter der Zugwirkung des zweiten Seils 27 in Ruhe
angelehnt gestanden hat. Von nun an wird dieser Gleitschuh 23a weiter nach links
geschoben, bis die punktiert gezeichnete 'Stellung des Schlepparms Zia und des Gleitschuhes
23a erreicht ist, womit die Bewegung der Zahnstange 65 und der Umstellvorgang beendigt
sind. Bei der nächstfolgenden Umsteuerung erfolgt die Drehung des Zahnrads 13 und
die Bewegung der Zahnstange 65 in umgekehrter Richtung, so daß dann auch die Verstellungen
der Gleitschuhe 23a und der Baransitzenden Seile 27 und 26 entgegengesetzt wie erst
verlaufen. Im übrigen geht der Betrieb ganz gleichartig, wie oben für Abb.2 im einzelnen
beschrieben worden ist. Die Längenverhältnisse der Laufwege der beiden Gleitschuhe
22a und 23a und des zwischenliegenden Leerlaufweges des Schlepparms 2111 sind wieder
so gewählt, daß auf die ersten beiden je 1/s, auf den letzteren 3/s des Gesamtweges
bzw. ,der Gesamtzeit entfallen. Die Betätigung der angeschlossenen Zugseile 26,
27 und der daran angeschlossenen umzustellenden Gashähne sind somit bei der Ausführungsform
nach Abb. 3 im Ergebnis gleich der nach Abb. 2. Es wäre natürlich auch bei Abb.
3 möglich, außer den Zugseilen 26, 27 mit den Gleitschuhen 22a und 23a ein zusätzliches
Paar von Zugseilen vorzusehen, das den Seilen 63 und 64 der Abb. 2 entsprechen würde
und dieselben Aufgaben zu vollziehen hätte. Die übrigen Bestandteile der Umsteuervorrichtun-g
nach Abb.2, insbesondere also diejenigen, welche die Betätigung der übrigen umzustellenden
Organe zu bewirken haben, sind bei der Ausführung nach Abb.3 als in gleicher Art
vorhanden anzunehmen.
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Die Aufteilung des gesamten Winkelweges der Kurbeln 37 und 38 in drei
Teilwinkel von 45, 135 und 45°' muß zwar nicht genau, aber doch angenähert wegen
der den Seilen 39 und 4o zugewiesenen Bewegungen eingehalten werden. Dagegen muß
der diesem Gesamtwinkelweg jeder Kurbel entsprechende gesamte Winkelweg des Schlepparms
21 bzw. der ihn tragenden Welle 12 durchaus nicht, wie im Beispiel, gleich einem
vollen Umlauf = 36o°' sein; er kann bei geeigneter konstruktiver Gestaltung auch
kleiner oder
größer als 3.60" ausgebildet werden, besonders wenn
für jedes der zwei Seilrollensegmente 22, 23 unabhängig ein eigener, auf der Welle
iz festsitzender Schlepparm -vorgesehen wird.