DE894943C - Verfahren zum Entrosten und Entzundern von Eisen und Stahl - Google Patents

Verfahren zum Entrosten und Entzundern von Eisen und Stahl

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DE894943C
DE894943C DESCH8022D DESC008022D DE894943C DE 894943 C DE894943 C DE 894943C DE SCH8022 D DESCH8022 D DE SCH8022D DE SC008022 D DESC008022 D DE SC008022D DE 894943 C DE894943 C DE 894943C
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DE
Germany
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iron
steel
descaling
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Expired
Application number
DESCH8022D
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English (en)
Inventor
Joachim Dr Korpium
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
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Publication date
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Application granted granted Critical
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C23COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; CHEMICAL SURFACE TREATMENT; DIFFUSION TREATMENT OF METALLIC MATERIAL; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL
    • C23GCLEANING OR DE-GREASING OF METALLIC MATERIAL BY CHEMICAL METHODS OTHER THAN ELECTROLYSIS
    • C23G1/00Cleaning or pickling metallic material with solutions or molten salts
    • C23G1/14Cleaning or pickling metallic material with solutions or molten salts with alkaline solutions
    • C23G1/19Iron or steel

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cleaning And De-Greasing Of Metallic Materials By Chemical Methods (AREA)

Description

  • Verfahren zum Entrosten und Entzundern von Eisen und Stahl Zur Entfernung von Rost und Zunder auf Eisen und Stahl. behandelt man diese entweder in ge- eigneten Säurebeizen, wie z. B. vertdünnter Salzsä.ure, Schwefelsäure, Phosphorsäurc u. dgl., oder aber man entfernt die genannten Schichten durch Sandstrahlen bzw. anderemechanische Arbeitsverfahren.
  • Die Entrostung oder Entzunderung durch Behandlun,g mit verdünnten Säuren ist zwar seit alters her in Gebrauch, hat aber den Nachteil, daß der dabei stets entstehende Wasserstoff vom Eisen aufgenommen wird. Hielidurch wird, das Eisen versprödet. Diese Erscheinung ist jedem Fachmann als Beizsprödigkeit bekannt. Das Beizen in Säuren kann 'bei Walzprodukten und besonders bei gehärtetem Stahl- sogar zu sogenannten Beizrissen führen, die Werkzenge u. dgl. volllkommen unhrauchbar machen. Bei mechanischen Entrostungsund, Entzunderungsverfahren wird vwar die Beizsprödigkeit vermieden, idafür erfordern die mech-anischen Verfahren einen höheren Kostenaufwand und bringen auch mancherlei andere Nachteile, wie z. B. Stauhbelästigung beim Sandblasen, mit sich.
  • Die Nachteile der Säurebeizung und die Nachteile der mechanischen Entrostung und Entzunderung lassen si,ch gemäß vorliegender Erfindung vermeiden, wenn man zu-r chemischen, Ablösung von Rost und Zunder nicht Säuren, sondern Alkalilaugen in einer Konzentration von mindestens 2iol/o verwendet, wobei den verwendeten# Laugen solche Körper zugesetzt werden, die imstande sind, die Aus,fällung von Eisenhydroxyd durch. Al#k&lil.au.gien aus Ferri- oder Fertosalzlösungen zu verhindern. Deraxtige Stoffe sind beispielsweise Hydroxylgruppen enthaltende organische Körper, wie, Glycerin, Glykol, weins;aures Natrium, glyc-onsau-res Natrium oder Zuckerarten, wie Mannit, Erythrit, Inosit, Fruktose, Sacc:haxose; aber auch Körper, die frei von Hy.d-roxylgr-uppen sindl, können- hierfür geeignet sein, wie z. B. Cyanide (vgl. Abeg-gs Handbuch der anorg. Chemie, IV. Bd., 3.. AbtIg., 2. Teil, B, S - 141).
  • Die Entfernung von Rost -und Zunder auf Eisen und Stahl geht hierbei um so schneller vor sich, je höher die Laugenkonzentration und. je häfier die Behandlüngstemperatur liegt. Zweckmäßig wählt man #die Temperatur ide-r Lauge über So'. Mitunter ist es auch von Vorteil, die bis zum Siedepunkt der Lauge erhitzten Bäder zu verwenden. Gegebenenfalls kann sogar unter erhdhtem Druck gearbeitet werden, um die Laugen auch. ibei über ihrem. Siedepunkt liegenden Temperaturen verwenden zu können- DaLaugenkonzentration undBehandlungstemperatur- in der gleichen Richtung wirksam sind, kann man oft -bei verringerter Laugei#konzentration durch Erhöhung der Behandlungsternperatur (gegebenenfalls im Autoklav) die gleichen Ergebnisse erzielen wie bei stärkerer Konzentration und niedrigerer Temperatur. Die Art und Menge der d,ie Lösung des Eisens begünstigenden Zusätze sind ebenfalls von Bedeutung. Allerdings -kann dur-ch eine Steigerung ihrer Künzeiftration keineswegs eine zu geringe Laugenkonzentration oder eine zu geringe Behandlungstemperatur ausgeglichen werden. Die imeinzelnen Fall geeignetsten Zusatzstoffe und ihre Konzentration mÜssen jeweils imeinzelnen geprüft werden, da keineswegs immer eine mäglich:st hohe Konzentration dieser Stoffe, diie entzundernde Wirkung der alkalischen Beizen zu einem Optimum bringt. Bei dieser Beizung von Eisen nach diesem Verfahren erhält, man recht saubere Oberflächen, da auch Suffide, Phosphide u. dgi. aufgelöst werden und nicht als Sch-lamm zurückbleiben können-. Im Gegensatz zu Säuren wird das entrostete oder entzunderte Grundmateriul praktisch nicht angegriffen. Ebenso tri.tt keinerlei Beizsprödigkeit auf, so daß die physikalischen Eigenschaften der gebeizten Teile keine Veränderung erUhTen. Nachrosterscheinunggen treten ebenfalls nicht auf.
  • Es ist zwar hereitsvorgeschlagen worden, Alkalilatigen zur Vorlbehandlung von verrosteten Eisenteilen zu verwenden. Uln eine saubere Oberfläche zu erhallten, wa-r jedoch eine anschließende Säurebehandlung erforderlich. Ebenso war es auch, bekannt, Oxydschichten von Metallen durch, heiße Nat-ronlauge zu entfernen, -der neben Ätzkalk Zink--stau!b in Mengen bis zu 2o% zugesetzt war. Das schwammig reduzierte Meta11 mußte dann mit Drahtbürste oder einer anderen Rei-niglungsvarrich# tung entfernt werden. Ferner war auch schon vorgeschlagen, dunne Anlaufoxydschichten bzw. verhältnismäßig locker sibzende Oxydi- und Sch-ute.-sch-ichten von Maschinen durch verdünnte alkalische Lösungen, die auch N.atriumcyanid enthalten, bzw. die einen Zusatz von Kaliumpermanganat lind danehen noch Glycerin enthallten können, zu entfernen. Derartige Lösungen sind jedoch zum Ablösen von Zunder u. dgl. Deckschichten nicht geeignet.
  • Im folgenden sind, einige Beispiele !zur Durchführung des Verfahrens angegeben. Bei,s,p,iel i Man verwendet eine Lösung von 6oo g Wasiser, 4oo g Ätznatron, 5o g Glycerin. Die Lösung siedet bei etwa 1215' undt ist imstande, verzunderte und verrostete Bleche vollkommen rein zu beizen. Die Blechee sind weder spröde noch. wirddie bereits: fricigelegte Metalloberfläche- angefressen, auchwenndie Teile erheblich länger gebeizt werden, alls eis zur Entfernung von Rost und. Zunder notwendig ist. Beiepiel :2 Zur Entzunde-rung en-thär-teter Werkzeuge aus legiertem Werkzeugstahl kann man folgende Lösung verwenden: 5oog Wasser, 6ao g Ätlznatron, i 5o#-Natriumtartrat. Bei Temperaturen. von 1,25 -bl-S i4o' könnenWerkzeugecjhneBenachteiYigung ihrer physikahschen Eigensr--haften. klargebeizt werden. Bei#spiel 3 Man kann fÜr &n gleichen. Zweck auch folgende Lösung verwenden: 450 g Wa#s,s,-r, 75-0 9 Ätznatron, 2oo g Mannit. An Stelle von Mannit kann auch Traubenzucker oder Hdl-zzuclzerl#auge verwendet werd.en. B e i-s p ie 1 4 Wird auf eine geringere Laugenkonzentration Wert gelegt, kannman, auch mit folgenider# Lösung gute Resultate er--reichen: 5oo g Wasser, 2oo g Ätzna,tron, 3o g, glyconsanres Natrium. Die zu behandelnden Teile wer-den in,dieser Lösung im. Autoklav au-f i6-o bis 17o' erhitzt und dadurch von Zundier und Rrist vollkonanen befreit.
  • Die beschriehenen Bäder können nichb nur. zur Entfernung von Zunder und' Rost verwendet wer-,den, oondern vermögen auch andere anorganische Deckschichten von Eisen und- -Stahl, z. B. Phosphatund, Sulfidschichten, ohne Schwierigkeiten zu entfernen.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE- i.
  2. Verlahren zum, Ablösen von Zunder, Rost oder anderen anorganischen Deckschichten von Eisen und Stahl, dadurch gekennzeichnet, daß al's I.,os-unigsmittel AlkalHaugen in einer Konzentration von mindestens 2ol/o verwendet werden, wobei' den verwendeten Laugen Stoffe zu- gesetzt werden, die die Fällun#g von Eisenhydr,oxyd aus- Eisensalzlösunggen durch Alkahlaugen, verhindern. :z. Verfahren. nach Anspruch i, dadurch gekennz. eichnet, daß die Lauge über, 8o', vorzugsweise bis zum Siedepunkt, gegebenenfalls unter erhöhtem Druck, erhitzt wlir#d. 3. Verfahren nach Anspruch i und 2, diadurch gekennzeichnet, daß also Zusatzstoffe organische Hydroxylgruppen enthmItende Verbindungen, wie z. B.
  3. Glykdl, Mannit, Erythrit, Glycerin, Inosit, Fruktose, Saccharose, Weinsäure, zitronensaure bzw. glyconsau.re Salze und amalbge Substanzen, verwendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Zusatzstoffe Cyanide verwendet werden,.
DESCH8022D 1941-07-18 1941-07-19 Verfahren zum Entrosten und Entzundern von Eisen und Stahl Expired DE894943C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1264351B (de) * 1961-02-14 1968-03-21 Pfizer & Co C Verfahren zur Entfernung von kupferhaltigem Eisenoxydkesselstein
DE1278807B (de) * 1959-03-21 1968-09-26 Robert Tedden Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Entzundern und Aufbringen von Rostschutzschichten auf metallische Walzprofile und aehnliche Produkte

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1278807B (de) * 1959-03-21 1968-09-26 Robert Tedden Verfahren und Vorrichtung zum gleichzeitigen Entzundern und Aufbringen von Rostschutzschichten auf metallische Walzprofile und aehnliche Produkte
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