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Hohlrohr-Verzweigungsschalter Die Erfindung betrifft einen Hohlrohr-Verzweigungsschalter,
durch den eine Hohlrohrleitung (im folgenden Hauptleitung genannt) wahlweise mit
einer von mehreren seitlich abzweigenden Hohlrohrleitungen verbunden werden kann.
Zum besseren Verständnis der Erfindung ist in Abb. i ein beispielsweise rundes,
in Eö Wellen, also mit axialem elektrischem Feldvektor erregtes Hohlrohr i gezeichnet,
von dem am Ende eine etwa rechteckige Leitung z im rechten Winkel abgezweigt ist,
so daß in ihr der elektrische Feldvektor in Form einer HI-Welle quer verläuft. Zur
Anpassung der beiden Leitungsstücke kann man in bekannter Weise eine Blindleitung
3 vorsehen.
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Unter Berücksichtigung dieser Feldverhältnisse kann man nach einem
älteren Vorschlag einen Verzweigungsschalter in der in Abb. a dargestellten Form
ausführen. Hierbei sind an die Hauptleitung i kranzförmig vier Zweigleitungen q.
bis 7 angeschlossen, und im Innern der Hauptleitung ist ein zweites Rohrstück drehbar,
welches auf seinem Mantel eine Blendenöffnung g aufweist, die durch Drehung dieses
Rohrstückes die Wellenfortleitung in jeweils eine der verzweigten Leitungen freigibt.
Es werden somit die EO- Wellen der Hauptleitung in Form von H.-Wellen in beliebiger
Richtung abgezweigt. Ein gewisser Mangel dieses älteren Vorschlages besteht darin,
daß die Umschaltzeiten bei vorgegebener Winkelgeschwindigkeit des Hohlrohrstückes
8 nicht beliebig kurz gemacht werden können, weil die Öffnungen der Abzweigleitungen
ein verhältnismäßig großes Bogenstück umfassen.
Beim Hohlrohr-Verzweigungsschalter
gemäß der Erfindung wird in dieser Hinsicht dadurch eine wesentliche Verbesserung
erzielt, daß an die Hauptleitung in- Richtung der abgezweigten Leitungen Hohlrohrstücke
angesetzt sind, die die Hohlrohrwellen in die abgezweigten Hohlrohrleitungen weiterleiten
und mit solcher elektrischer Länge ausgeführt sind, daß sie ihren Abschlußwiderstand
etwa betragsgleich Zu dem an ,der Hauptleitung liegenden Eingang transformieren
und daß' die Enden dieser Leitungsstücke durch einen mit Blendenöffnüngen versehenen,
um die Achse der Hauptleitung drehbaren Zylinder abwechselnd geöffnet und
`verschlossen werden. Da sich der Umschaltvorgang beim Verzweigungsschaltergemäß
.der Erfindung in größerem radialen Abstand von der Hauptleitung vollzieht; verkürzt
sich die erforderliche Umschaltzeit gegenüber der Anordnung nach Abb.2 im Verhältnis
der Radialabstände. Durch die angegebene Bemessung der Hohlröhrleitungsstücke; die
an die Hauptleitung angesetzt sind; wird eine Störung der Anpassung durch die jeweils
blind anhängenden Leitungsstücke vermieden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung mit zwei Verzweigungsleitungen
ist in Abb.3 dargestellt. Von der runden Hohlrohrleitung 1, die mit Hilfe des axialen
Dipols 1ö in HO- Wellen erregt Wird,. sind zwei rechteckige Leitungsstücke i 1 und
12 um iSo° gegeneinander versetzt seitlich abgezweigt. An diese beiden Leitungsstücke
schließen sich mit kleiner Unterbrechung. die eigentlichen Zweigleitungen 13 und
14 an. Da in den Leitungsstücken i i und 12 Hl-Wellen auftreten, bei denen keine
Längsströme fließen, wird die Wellenfortleitung durch die mechanischen Unterbrechungsstellen
nicht verhindert.
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Koaxial mit der Hauptleitung ist nun gemäß der Erfindung ein drehbarer
Zylinder 15 vorgesehen, der einen Blendenausschnitt 16 hat und zwischen die Unterbrechungen
der beiden abgezweigten Leitungen :greft. Inder gezeichneten Winkellage dieses Zylinders
ist die Energieübertragung über das Leitungsstück i i durch .den Blendenausachnitt
16 zu dem Leitungsstück 13 freigegeben, während die Energieübertragung über das
Leitungsstück 12 durch den Zylinder 1s gesperrt ist. Diese Länge des Leitungsstückes
12, ist so bemessen, daß der Kurzschluß des elektrischen Feldes, der an der Unterbrechungsstelle
durch Aden Zylinder 15 bewirkt wird, auch an dem der Hauptleitung zugekehrten Eingang
auftritt, so daßdieser Eingang wie metallisch abgedeckt wirkt.
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Zwischen .den Leitungsstücken i i und 13, bzw. 12 und 14 ist nur eine
elektrische, nicht aber eine mechanische Unterbrechung erforderlich: In Abb. ¢ ist
gezeigt, daß die beiden Hohlrohre i2 und 14 beispielsweise mit Hilfe einer achsparallelen
Verbindungsplatte 17 zusammengehalten werden können, wodurch die Festigkeit erhöht
wird. In die schlitzförmige Unterbrechung taucht dabei .der Zylinder 15. Die Blendenöffnung
16 muß nicht einen ganzen Halbkreis umfassen,, sondern kann je nach der gewünschten
Dauer der Anschaltung des Hohlrohres auch durch einen kleineren Sektor (Abb. 5)
gebildet sein. Gegebenenfalls können mehrere solche Blendenöffnungen am Zylinder
verteilt sein. Der Zylinder 15 wird zweckmäßig einseitig abgeschlossen, und an-
der Abschlußplatte wird, wie Abb. 6, zeigt, die Drehachse 18 befestigt.
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In Abb.7 ist noch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
bei dem die Hauptleitung i wahlweise mit einer von drei Zweigleitungen verbunden
werden soll. Der zylindrische Steuerkörper 15 hat hierbei eine Öffnung, die sich
über 12,o° erstreckt, so daß bei der Rotation des Steuerkörpers: jeweils eine der
Zweigleitungen 1g bis 2,1 freigegeben wird. Unter Umständen kann auch der zylindrische
Steuerkörper feststehend' angeordnet werden, während- die Zweigleitungen samt der
Hauptleitung rotieren. Das ist beispielsweise .der Fall, wenn man einen bestimmten
Raumsektor in gleichbleibender Richtung mit Hilfe einer Richtcharakteristik abtasten
will und dazu winkelmäßig gegeneinander versetzte Strahler abwechselnd mit dem verbindet,
und zwar derart, däß jeweils der den Abtastselctor durchlaufende Strahler angeschaltet
ist.
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Die Hauptleitung muß in jedem Fall in einer solchen Wellenform erregt
werden, daß das Feld bezüglich der Eintrittsöffnungen der einzelnen Hohlrohrstücke
symmetrisch liegt. Das ist immer der Fall bei rotationssymmetrischer Feldverteilung,
also beispielsweise bei E.-Wellen, bei HO-Wellen sowie bei gewissen, angenähert
rotationssymmetrischen höheren Wellenformen. Beider Anordnung nach Abb.2, bei der
nur zwei diametral versetzte Abzweigleitungen, vorhanden sind, kann man die Hauptleitung
auch in HI-Wellen erregen. Sonst kann man die Hl-Wellen nur in drehpolarisierter
Form benutzen.