DE8802725U1 - Zweikammerspritze - Google Patents
ZweikammerspritzeInfo
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Description
-1-Baachceibunq
Be werden seit langet zeit Zweikammerspritzen verwendet,
wobei in einet Kammer pyrogenfreies Lösungsmittel und in der
zweiten Kammer, die der Spritzennadel zugekehrt ist, eine
durch Lyophylisieren in der Spritze selbst erhaltene Füllung vorliegt, die bei Betätigung der spritze durch das
pyrogenfreie Wasser gelöst und dann injiziert wird.
Nun gibt es eine ganze Reihe von Wirkstoffen auf der Basis
humaner Plasma-Proteine, die aktivitätsempfindlich sind. Dies bedeutet, daß sie nicht in höherer Konzentration über
vernUnftige Zeiträume von beispielsweise einigen Stunden in Lösung gehalten werden können, dh die Substanz dabei
biologische Aktivität verliert oder gar zersetzt werden kann und zum Teil ausfällt. Dies gilt insbesondere für Faktor
VIII. Derartige Präparate können derzeit nur in verhältnismäßig geringer Konzentration verwendet werden.
Für hinreichend therapeutisch wirksame Injektionslösungen ist die Konzentration in den für Injektionsspritzen noch
tragbaren Ampullengrößen zu gering. Sie werden daher als infusionslösung eingesetzt. Da diese Lösungen
notwendigerweise sehr verdünnt sein müssen, dauert die Infusion und somit die Zufuhr des Wirkstoffes sehr lange.
Erwünscht ist aber in den meisten Fällen eine schnelle Zufuhr der Wirkstoffe, um eine möglichst schnelle Wirkung zu
erzielen. Selbst für mäßig erhöhte Konzentrationen solcher Wirkstoffe ist aber die für eine infusion erforderliche
Zeitspanne häufig zu groß, um eine Zersetzung oder Verschlechterung der Substanz auszuschließen*
Fur den Einsatz zur direkten Lyophilisierung in der Zweikammerspritze waren die bisher erhältlichen
Lösungskonzentrationen zu gering, um bei einer einmaligen 35
» 1 · litt·· <t I
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-2-
Lyophylisierung eine hinreichende Menge der substanz in der
Kammer zu erhalten. Ein mehrmaliges Auffüllen und Lyophilisieren in der Kammer ist aber aus den gleichen
Gründen nicht möglich/ die für den Einsatz höher
^ konzentrierter Lösungen allgemein gelten, da wegen der
Aktivitätsempfindlichkeit solcher humaner Proteine beim erneuten Füllen der Kammer das protein geschädigt werden
könnte. . . -
Lösungskonzentrationen solcher Proteine zu erzielen, die hinsichtlich der zeitlichen Beständigkeit und der
Konzentration ausreichen, um bei einmaliger Befüllung der Spritzenkammer und sofortiger Lyophilisierung den Wirkstoff
ohne Schädigung in die Spritzenkammer zu bringen, so daß eine so präparierte Spritze längere Zeit gelagert werden
kann und erst beim Einsatz unmittelbar vor der injektion das
Protein durch das pyrogenfreie Lösungsmittel in der anderen Spritzenkammer gelöst und sofort injiziert wird. Somit
beträgt die zeit in Lösung vor der tatsächlichen Anwendung höchstens einige Minuten.
Auf diese Weise ist es nun möglich, aktivitätsempfindliche
humane Proteine in der gewünschten hohen Konzentration, also innerhalb einer kurzen Zeitspanne zu verabreichen.
Solche Präparate sind insbesondere Urokinase, Pro-ürokinase, TPA, Streptokinase, Faktor VIII und Faktor IX sowie
Antithrombin III.
30
So kann man bei den üblichen Kamraergrößen solcher Spritzen
von bis zu 6 ml der Kammer, welche die zu Lyophilisierende Lösung (also den Wirkstoff) aufweist und bis zu 4,5 ml für
das Lösungsmittel beim Einfüllen von 3 bis 3,5 cm des
Plasmakonzentrates etwa 2 bis 3 Millionen Einheiten
-3-
Urokinase, Pro-Unrokinase, TPA oder Streptokinase, ca. 1000
Einheiten Faktor VIII oder Faktor IX und ca. SOO bis 1000 Einheiten Antithrombin III bei einmaligem Lyophilisieren in
der Wirkstoffkammer der Spritze unterbringen,
5
Man kann bei einem Kammervolumen von 6 ml höchstens 3 bis 3,5 cm an zu lyophilisierender Lösung einfüllen, da beim
Lyophilisieren die Lösung spritzt und an der Wand hochkriecht. Dies unterstreicht die Wichtigkeit relativ hoch
konzentrierte Lösungen für das Befüllen zu verwenden, um therapeutisch brauchbare Mengen in der Spritzenkammer
unterzubringen.
Eine solche Spritze sei anhand der beigefügten Zeichnung näher beschrieben.
In der beigefügten Zeichnung, die eine bekannte Zweikammerspritze darstellt, ist mit dem Bezugszeichen 1 die
der Kanüle zunächstliegende Kammer gezeigt, welche in ihrem
inneren den lyophilisierten Wirkstoff la aufweist. Links am
Hals dieser Kammer sitzt die getrennt gezeichnete Verschlußkappe, auf welche die Kanüle aufgesetzt wird.
Zwischen den Bezugszeichen a - a ist eine mit kleinen Löchern versehene Platte, welche durch die Löcher und den
durch eine Ausbuchtung der spritzenwand gebildete Erhebung beim Eindrücken des Kolbens 3 in die Lösungsmittelkammer
das enthaltene Lösungsmittel in die Kammer 1 drückt, wo man durch kurzes Schütteln die Auflösung des lyophilisierten
Wirkstoffes bewirkt und dann sofort den inhalt der Spritze
verabreichen kann.
Da man nicht beliebig große Mengen an Injektionslösung injizieren kann und selbst bei i.V.-injektion die auf einmal
zu injizierende Menge nicht zu groß sein sollte, kann ein Volumen der Kammer 1 von 6 ml kaum überschritten werden. Aus
diesem Grunde ist es wesentlich, in einer Kammer bis zu
dieser Größe möglichst vieZ Wirkstoff durch einmaliges Lyophilisieren, also auf einmal einzubringen.
.4-
üets Befallen des spritze esfiolgt in an sieh beKanneee Weis*
indem, wie dies auch für das Befüllen von Fertigspritizen
üblich ist, untief stetilen Bedingungen die votgegebene Menge
der Lösung des einzubringenden aktivitäbsempfindlichen
humanen Proteins eingebracht Wird, worauf die spritze zur
nächsten Station gebracht wird, wo in situ lyophilisiert wird. Die Spritze mit dem gefriergetrockneten inhalt witd
dann zur nächsten Station gebracht, wo das pyrogenfreie
1U Lösungsmittel in die zweite Kammer eingefüllt wird, worauf
dann unter sterilen Bedingungen der endgültige Zusammenbau und die Verpackung erfolgen. Man kann dazu die für das
Befüllen von Fertigspritzen üblichen Automaten mit nur geringfügigen Umbauten, um die Spritzengröße und das
Einsetzen des Kolbens und die von der üblichen Stopfenform
abweichende Form der Verschlußkappe der Spritze zu berücksichtigen, verwenden.
Solche Spritzen eignen sich nicht nur für die Anwendung in
z.B. der ärztlichen Praxis und im Klinikbereich sondern insbesondere auch in der Unfallmedizin und zur
Heimselbstbehandlung durch den Patienten.
Claims (2)
- European Patent AttorneysDr.MMfcr-BoriudFanner· POB 26024Tt WOOOMunch»XAlpha Therapeutic GmbH Voltastr. 10 D-6070 LangenDeutsche PatentanwälDr. W. Müller-Bore tDr. Paul Denfel Dipl.-Chem.. Dipl.-Wirtsch.-Ins.Dr. Alfred SchönDipl.-Chcm.Werner Herte!Dipl.-Phys.Dietrich LewaldDipl.-rng.Dr. Ing. Dieter OttoDipl.-Ing.Brit. Chartered Patent Agent Peter B. Tnnniciiffe IrLA. (Oxon) Chan.D/Bt - A 2717Gzweikammers^ritze -Ansprüche1. Zweikammerspritze mit pyrogenfreiem sterilen Lösungsmittel in der der Spritzennadel abgekehrten Kammer, dadurch gekennzeichnet/ daß sie in der, der Spritzennädel zugekehrten zweiten Kammer eine durch einmaliges Befallen und Lyophilisieren in der Spritze selbst erhaltene Füllung aus aktivitätsempfindlichem humanen Protein in einer zur therapeutisch wirksamen Verabreichung erforderlichen Menge aufweist.D-HOOO München 2 Isafiorplati &bgr;POB 20 02 47.,' '.. &Ogr;'&bgr;&Ogr;&Ogr;&Ogr; München 20Sluubopat■"Tdbfoa089/2214 83-7Telecopier Infotee 0400 Bf. ti &igr; (If MMl &lgr;&lgr;&lgr;&igr;· inTelex-2-
- 2. Zweikanunerspritze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung aus urokinase, Pro-Urokinase, TPA, Streptokinase, Faktor VIII, Faktor IX oder Antithrombin III besteht.I I I I * · · I · * Il ♦ *»I Il
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ID=6821302
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| DE8802725U Expired DE8802725U1 (de) | 1988-03-01 | 1988-03-01 | Zweikammerspritze |
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1988
- 1988-03-01 DE DE8802725U patent/DE8802725U1/de not_active Expired
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