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Kernrohre für Mehrlagenhohlkörper Bei der Herstellung von Mehrlagenhohlkörpern,
insbesondere von solchen, die durch wendelförmiges Aufwickeln von gegebenenfalls
profilierten Metallbändern. auf ein Kernrohr erhalten sind, wurden als Kernrohre
bisher Rohre verwendet, welche teils nahtlos waren, wobei sie nach den'verschiedenen
bekannten Verfahren herbestellt wurden, teils aus Schüssen zusammengeschweißt waren,
woben die Schüsse entrweder nahtlos waren oder Längsschweißen aufwiesen. Der große
Nachteil dieser Rohre ist, daß sie im unbearbeiteten Zustand erhebliche Abweichungen
von der mathematischen Zylinderform aufweisen; dies gilt sowohl hinsichtlich der
Abweichungen von der Geraden und der genauen Kreisform .aIs auch hinsichtlich der
Gleichmäßigkeit der Wanddicke und Querschnitte. Es ist naturgemäß möglich, durch
spanabhebende Bearbeitung auch bei den erwähnten Rohren auf eine je nach Anforderung
mehr oder weniger genaue zylindrische Form und bei Bearbeitung innen und außen auf
gleichmäßige Wandstärke zu kommen. Mit wachsendem Grad dieser Anforderung steigen
jedoch die Schwierigkeiten; insbesondere wird es dann notwendig, von, unwirtschaftlich
großen Warnddicken auszugehen!. Es wird aber als besonderer Vorteil .des Wickelverfahrens
angestrebt, möglichst dünnwandige Kernrohre verwenden zu können. Bei Abweichung
von oder Rundheit und bei ungleicher Wandstärke liegt jedoch bei dünnwandigen Kernrohren
die Gefahr der Vergrößerung der Unrundheit heim Wsckeln vor, was aus verschiedenen
Gründen., insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Beanspruchung des. Werkstoffes
bei hohem Innendruck, unerwünscht ist.
Es %vurde nun. -gefunden,
claß die Verwendung von Kernrohren, welche aus wendelförmig ge-,vurvdenen, an den
Rändern verschweißten Bändern bestehen, besondere Vorteile bietet. Derartige Kernrohre
lassen stich mit außerordentlicher Genauigkeit bezüglich Gleichheit der Wanddicke
und mit guter Rundheit - herstellen; insbesondere ist auch eine Geradheit zu erzielen,
welche sich z. B. als nach dem Auge vö.llng gerade kennzeichnen. läßt .oder etwa
beim Anlegen einer gespannten Schnur oder eines gespannten Drahtes leicht feststellen
läßt. Ein weiterer Vorteil dieser Rohre liegt in folgendem: Die Höchstbeanspruchung
üblicher, unter Innendruck stehender Rohre tritt bekanntlich in Umfangsrichtung.auf.
Aus diesem Grunde sind Längs= nähte entweder unerwünscht oder aber es werden an
die Güte der Längsnähte hohe Anforderungen gestellt. Bei wendelförmig gewickelten
und geschweißten Nähten liegen die Beanspruchungsverhältnisse der Nähte günstiger.
Bei Hohlkörpern aus gewickelten Bändern kommt noch hinzu, .daß durch .die Eigenart
des Wickelverbandes die axiale Ausdehnung des Wickelkörpers unter Belastung höher
isst als diejenige eines Vollwandkörp.er.s. Diese größere Ausdehnung muß aber das
Kernrohr mitmachen; hierbei wird es in Längsrichtung höher beansprucht als der Vollwandkörper.
Bei Kernrohren mit nur einer oder wenigen Rundschweißnähten muß hierauf besondere
Rücksicht genommen werden. Die vielen wendelförmigen Nähte zeigen nun den Vorteil,
daß sie sich ebenso verhalten wie Wicklungen des Wickelkörpers, zumal sie wie diese
schräg verlaufen.
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Bei der praktischen Ausführung ist es möglich, die Breite .der Bänder
in sehr weiten Grenzen zu verändern. Beispielsweise können die Bänder gleich der
Breite des Wickelbandes, das für den eigentlichen Wickelkörper verwendet wind, genommen
werden, wobei auch zweckmäßig außen profilierte Bänder gewählt werdent können, damit
unmittelbar ein Bewickeln, ohne weitere Bearbeitung möglich ist. Die Bänder des.
Kernrohres können, auch in einer größeren, sogar mehrfachen. Breite des Wickelbandes
gehalten werden. So können z.B. dieBänder aus Blechtafeln abgeschnitten werden,
wobei die erforderliche Länge durch Zusammenschweißen der einzelnen Streifen -erzielt
werden kann. Diese Schweißnaht liegt auch schräg, wenn Idas Blechtand winkelrecht
beschnitten ist. Dieses, Vorgehen hat ,den Vorteil, daß, die Kernrohre aus jeweils
vorhan,'denen Blechen hergestellt werden können, während z. B. die Anfertigung der
Kernrohre aus Schüssen mit Längs- und Rundnähten große Blechformate verlangt, die
dem jeweiligen Einzelfall angepaßt werden müssen.
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Es kann je nach Lage- -des Falles günstig sein, ,die wendelförmige
Neigung, d. h. die Steigung des Bandes, anders zu wählen als die Steigung der Wickelbänder
des Wickelkörpers. Dieser Unterschied kann. z: B. so groß sein, daß die Wickel des
Kernrohres linksgängig, .die des Wickelkörpers rechtsgängig sind. Vorteilhafterwoise
können die Bänder des Kernrohres .seitlich so abgearbeitet oder vorprofiliert wenden,
daß die wurzelseitig kerbfreie Verschweißung erleichtert ist und, wenn erwünscht,
eine wesentliche Überhöhung der Schweißraupe nicht auftritt. Es empfiehlt -sich,
ein hochwertiges, z«zeckmäßig automatisches Schweißverfahren. anzuwenden" wobei,
soweit es der Durchmesser gestattet, auch Schweißung von innen möglich ist.
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Bei der Herstellung der Kernrohre verwendet man im allgemeinen einen
zweckmäßig geformten Dorn, auf den, das Band wendelförmig aufgewickelt wird. Die
Verschweißung der Bandränder unter sich erfolgt in üblicher Weise bei gewöhnlicher
Temperatur oder in der Wärme, nach dem Aufwickeln oder während desselben. Der Dorn
kann alsdann während des Aufwickelns, Verschweißens oder erst anschließend, z. B.
durch Erzeugung t=on Temperatundifferenzen, zwischenDorn und dem gewickelten Kernrohr
entfernt werden. Dies kann noch dadurch erleichtert werden, daß man den. Dorn aus
mehreren Teilen zusammensetzt.