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Deckblatt für chirurgische oder ähnliche Verwendungszwecke
Die Erfindung
bezicht sich auf ein steril verpacktes, klebstoffüberzogenes Deckblatt, insbesondere
zur Verwendung bei chirurgischen Operationen, zum Behandeln von Wunden und für verwandte
Zwecke.
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I)ie Erfindung schafft ciii steril verpacktes, klebstoffüberzogenes
Deckblatt für chirurgische und ihnliche Zwecke, das aus einer Grundlage aus dünnem,
nicht giftigem, wasserfestem Material besteht, mit dess(ll einer Fläche eiii düuiier,
nicht giftiger, wasserfester Klebstoffüberzug verbunden ist, wobei das Deckblatt
eingeschlossen und sterilisiert in einer Innenhülle liegt, die selbst wieder in
eine Außenhülle eingeschlossen inst.
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In der Chirurgie ist es wesentlich, daß die @ hautfläche des Patienten
neben der Inzision möglichst steril ist; dasselbe kommt für die Behandlung von Wunden
in Frage. Es wurde gefunden, daß diese Bedingung leicht erreicht werden kann, indem
eiii steril verpacktes Deckblatt verwendet wird, das aus einer dünnen, weichen,
faltbaren, wasserfesten Grundlage besteht, die an die Haut über, um und in der Nähe
der Wunde oder der Fläche, an der die Operation durchzuführen ist, geklebt werden
kann.
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I>ementsprechend ist das vorliegende Deckblatt an wenigstens einem
Teil einer Seite mit einem druckempfindlichen Klebmittel versehen, das sowohl an
dem Film als auch an der Haut des Patienten zu kleben vermag. Der Klebfilm und irgendein
anderes Element, aus dem das Deckblatt besteht, zusammen mit der die Teile enthaltenden
Verpackung werden als ein Ganzes sterilisiert und steril gehalten bis das Deckblatt
verwendet werden soll.
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Nachdem die betreffende Körperfläche des Patienten entsprechend vorbereitet
worden ist, wird die so hergestellte sterile Packung geöffnet und das L)eckblatt
aufgelegt. Für chirurgische Zwecke kann und wird für gewöhnlich das Blatt eine vorgeformte
Öffnung darin haben, kann jedoch auch gewünschtenfalls unversehrt gelassen werden,
so daß ein chirurgischer Einschnitt direkt durch das Blatt hiiidurch ausgeführt
werden kann, wobei die Operation in jedem Falle in der üblichen Weise geführt wird.
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Zur Wundbehandlung wird das Blatt für gewöhnlich unversehrt gelassen,
kann aber gewünschtenfalls mit einer vorgeformten Öffnung oder einem Einschnitt,
wie er notwendig ist, versehen sein. Sell>st relativ lange Einschnitte oder Wunden
können wirksam ohne Nadeln und Nähte und ohne Klammern geschlossen werden, indem
ein oder mehrere mit Klebstoff überzogene Streifen auf das Deckblatt quer über die
Inzision oder die Wunde weggelegt werden, um die Wunde während der Heilung geschlossen
zu halten. Das Deckblatt klebt fest an der Haut an und wird, da es wasserfest ist,
durch Körperflüssigkeit nicht weitgehend beeinflußt.
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Durch Verwendung des steril verpackten Deckblattes in dieser und
äbulicher Weise werden Infektionsmögl ichkeiten vermindert, Narbenbildung verkleinert
und wünschenswerte Heilungsbedingungen erhalten.
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Ein Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines steril verpackten
Deckblattes, das besonders für chirurgische und ähnliche Zwecke geeignet ist. Andere
Ziele sind die Schaffung einer sterilen chirurgischen Abdeckung, die sich zu der
notwendigen Behandlung eignet, ohne daß die Abdeckung verunreinigt wird; die Schaffung
eines sterilen, klebstoffüberzogenen Films mit einer zugehörigen Trägerschicht oder
Unterlagebahn für den Klebstoff, wobei der Film eine lange Lagerfähigkeit ohne Zersetzung
hat, leicht auf die gewünschte Form geschnitten werden und leicht von der Trägerschicht
oder der Unterlagebahn vor seiner Verwendung getrennt werden kann; und die Schaffung
einer gefalteten, klebstoffüberzogenen Haut, welche zusammen mit der sie enthaltenden
Verpackung als ein Ganzes Sterilisationstemperaturen unterworfen werden kann, ohne
unzulässig zu erweichen, durchzusickern, zu kleben oder unerwünschte Anderungen
in den physikalischen Eigenschaften jedes Bestandteiles der Packung durchzumachen.
Andere Ziele der Erfindung ergeben sich aus der folgenden, ausführlichen Beschreibung
und bestimmten bevorzugten --tusführungsformen der Erfindung.
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Zum Verständnis der Erfindung wird auf die Zeichnungen verwiesen.
In den Zeichnungen ist Fig. 1 eine schaubildliche Ansicht, die das Deckblatt der
Erfindung zeigt, nachdem es gefaltet, in einer innenhülle versiegelt, sterilisiert
und in eine Außenhülle eingeschlossen ist, Fig. 2 eine schaubildliche Ansicht der
versiegelten Innenhülle, die das Deckblatt enthält, nach dem Entfernen der Außenhülle,
Fig. 3 eine schaubildliche Ansicht eines teilweise aufgefalteten Deckblattes nach
seiner Herausiiahnie aus der Innenhülle; das Deckblatt hat die Form eines Quadrates
und ist mit einer runden vorgeformten Öffnung versehen, die durch ein kreisringföl-miges
Unterlageblatt von der Art eines Futters umgeben ist, Fig. 4 eine schaubildliche
Darstellung einer anderen Ausführungsform des Deckblattes, das mit einer vorgeformten
ovalen Öffuuiig versehen ist, die, wie in Fig. 3, in unmittelbarer Nähe eine Klebstoffschicht
aufweist, die durch ein Unterlageblatt in der Art eines Futters abgedeckt ist, Fig.
5 ein Schnitt im vergrößerten Äfaßstali nach Linie 5-5 der Fig. 4, Fig. 6 ein ähnlicher
Schnitt, aus welchem die nach oben aus ihrer Normalstellung auf dem l)eckblatt gezogene
Grifffläche zu ersehen ist, Fig. 7 ein ähnlicher Schnitt, welcher die Grifffläche
und einen wesentlichen Teil des Unterlageblattes zeigt, die von dem Decklilatt unter
teilweiser Freilegung des Klebstoffes weggezogen sind, Fig. 8 eine schaubildliche
Teilansicht ähnlich der Fig. 5, welche das Deckblatt erkennen läßt, nachdem das
Unterlageblatt vollständig von dem Deckblatt abgezogen worden ist, Fig. g eine schaubildliche
Darstellung nach einer weiteren Ausführungsform des I)eckl>lattes, welches durch
eine verhältnismäßig steife Tragschicht iiach Art eines Futters getragen wird, von
welchem ein Teil des Deckblattes als zurückgezogen dargestellt ist, Fig. 10 eine
vergrößerte schaubildliche Teildarstellung, gesehen in Richtung der Pfeile I0-I0
der Fig. 9, und Fig. 11 ist eine vergrößerte schaubildliche Teilansicht ähnlich
der Ansicht nach Fig. 10, jedoch umgekehrt, um die Einzelheiten der Unterseite der
Trägerschicht erkennen zu lassen.
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Wie aus den Fig. I bis 3 erkenntlich, wird, zusätzlich zu dem eigentlichen
Deckblatt. bei dem steril verpackten Deckblatt der Erfindung vorzugsweise eine Innenhülle
verwendet, in welche das Deckblatt eingeschoben, versiegelt und sterilisiert wird,
und außerdem wird eine Auljenhiille verwendet, die in ihren Abmessungen etwas größer
ist. als die Abmessungen der Innenhülle sind, uncl in welche die Innenhülle mit
dem darin eingeschlosseiien Deckblatt eingeschoben wird. l)ie Außenhülle wird ve
siegelt, um die Innenhülle und das eingeschlosseiie Deckblatt gegen Verunreinigungen
zu schützen.
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Wenn, wie es der Fall sein kann, aller nicht notwendigerweise der
Fall zu sein braucht, das l).ckblatt eine Tragschicht oder ein IDTnterlagel)latt
enthält, das im wesentlichen gleich groß mit einer zugehörigen Lage von druckein1iüiiidl
ichem Klebstoff
ist, kann die Form oder Art des Deckblattes im Relief
erkennbar durch das Material hindurch, aus dem die Innenhülle besteht, sichtbar
sein; in ähnlicher Weise kann trotz Vorhandenseins von an der Oberfläche der Außenhülle
befindlichen Aufdrucken, wie Handelsmarken oder z. B. vorschriften für die Verwendung,
die Form der Innenhüle durch die Außenhülle hindurch sichtbar sein und ist für gewöhnlich
sichtbar. Diese Bedingungen sind in Fig. 1 und 2 dargestellt.
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In Fig. I ist mit A die Außenhülle bezeichnet, die eine Endklappe
B hat, die einen Teil der Hülle bildet und die über die Grundlage der Außenhülle
1 gefaltet sowie in dieser Stellung durch einen durch sichtigen Streifen C versiegelt
ist, der an seiner Innenfläche einen Auftrag von wasserfestem oder wasserdichtem,
durch Wärmeeinwirkung klebenden Klebstoffes einer bei Verpackungen bekannten Art
hat. I)urch das Material der Außenhülle A, welches aus Cellophan, Transparentpapier,
Waschspapier oder ähnlichem durchsichtigen oder durchscheinendem Material sein kann,
ist die Innenhülle D erkenntlich. Diese Innenhülle D ist, wie aus Fig. 2 hervorgeht,
der Außenhülle 4 darin ähnlich, daß sie eine Endklappe aufweist, welche über den
Trägerteil der Hülle gefaltet und in dieser Stellung durch einen durchsichtigen
Streifen versiegelt wird, der ebenfalls einen in Wärme abbindenden Klebstoff trägt.
In der Innenhülle D liegt das Deckblatt E. das gefaltet dargestellt ist. Fig. 3
zeigt das Deckblatt E teilweise geöffnet, nachdem es aus seiner Innenhülle 1) herausgezogen
worden ist, wobei eine einzige Falte noch zu öffnen bleibt, die in gestrichelten
Linien als dem Hauptteil des Deckblattes unterliegend dargestellt ist.
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In der in Fig. 3 dargestellten Ausführung enthält das in Form rechteckige
Deckblatt E eine runde Mittelöffnung, die unmittelbar von einem kreisringförmigem
Unterlageblatt umgeben wird, das einem Ring aus druckempfindlichem Klebstoff überliegt.
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Diese Einzelheiten sind jedoch nicht notwendigerweise Kennzeichen
der Erfindung, da die Erfindung sich allgemein auf steril verpackte Deckblcitter
hezieht.
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Hat das Deckblatt eine Größe, die ein Falten notwendig macht, so
wird das Deckblatt gefaltet, in die Innenhülle D eingeschoben, die dann durch Schließen
der Endklappe versiegelt wird, und der Streifen von durchsichtigem Klebstreifen,
der den wärmefestigenden Klebstoff trägt, wird auf die Klappe aufgebracht. Die Innenhülle
mit dem darin liegenden Deckblatt wird dann in einem Autoklav z. B. während 30 Minuten
bei 120° C sterilisiert.
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Dan wird die Innenhülle aus dem Autoklav entnommen, in die Außenhülle
A eingeschoben und die letztere durch Aufbringen eines Streifens C auf Klappe B
versiegelt. Die ganze Packung kann in der in Fig. I dargestellen Form verschickt,
aufbewahrt und verkauft werden und wird nur dann geöffnet, wenn die beabsichtigte
Verwendung des Deckblattes dies notwendig macht. Es steht auf diese Weise ein steriles
Deckblatt wenn erforderlich zur Verfügung, um bei unerwarteten Ereignissen verwendet
zu werden, bei denen sterile Verbandstoffe häufig fehlen.
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Das Deckblatt selbst besteht vorzugsweise aus einer wasserfesten
Grundlage von dünnem, weichem, faltbarem, membranartigem, etwas streckbarem, mehr
oder weniger durchsichtigem, nicht porösem, nicht giftigem Film. Für chirurgische
und ähnliche Zwecke kann die Stärke von etwa 0,025 bis etwa 0,15 mm hetragen. Ein
Teil einer Seite oder die ganze eine Seite des Films wird mit einem sehr dünnen,
nicht giftigen, wasserfesten oder wasserdichten druckempfindlichen Klebstoff überzogen,
der zähe an der Oberfläche des Films haftet. Dieser Klebstoff sollte in der Lage
sein, üblichen Sterilisationstemperaturen zu widerstehen, ohne zu erweichen, auszusickern
oder anderen wesentlichen Änderungen in seinen physikalischen Eigenschaften unterworfen
zu werden. Außerdem sollte er vorzugsweise durchsichtig, normal klebrig und wasserunlöslich
sein, so daß kein Anfeuchten oder eine andere Behandlung notwendig ist, um den Klebstoff
zum Kleben zu bringen. Gleich groß mit der Grundlage oder wenigstens mit dem Teil
der Grundlage, der mit Klebstoff überzogen ist, ist ein Unterlageblatt oder eine
Trägerschicht, die zum Teil als Futter dient, insbesondere sobald das Deckblatt
gefaltet wird.
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In der Ausführungsform des Deckblattes, die im einzelnen in den Fig.
4 bis 8 dargestellt ist, hat das Deckblatt F die Form einer breiten, länglichen
Grundlage I, die eine in Querrichtung sich erstreckende ovale Öffnung 2 aufweist.
Diese Öffnung 2 wird durch eine kleine, verhältnismäßig steife Unterlage 3, die
ebenfalls oval ist, von solchen Abmessungen umgeben, daß sie um etwa 4 cm die Kanten
der Öffnungen 2 herum nach Art eines elliptischen Ringes überlappt. Zwischen der
Grundlage t und dem Unterlageblatt 3 liegt ein druckempfindlicher Klebstoff 4, dessen
Zusammensetzung nach bekannten Vorschriften der Klebstoffindustrie so gewählt ist,
daß er, wenn zwischen Grundlage I und Unterlageblatt 3 verwendet, an beiden anhaftet,
bei einer : beabsichtigten Trennung der beiden Teile jedoch eine bevorzugte Affinität
zur Grundlage I hat. Der Klebstoff kann auf die Grundlage I aufgebracht werden,
ehe das Unterlageblatt auf den Klebstoff aufgehracht wird, oder er wird vorzugsweise
zuerst auf das Unterlageblatt 3 aufgebracht und zusammen mit dem Unterlageblatt
3 auf die Grundlage I in solcher Weise aufgelegt, daß der Klebstoff eine Zwischenlage
bildet. Die Öffnung 2 in der Grundlage I und die damit in Ausrichtung liegende Öffnung
in dem Unterlageblatt 3 können gewünschtenfalls hergestellt werden, ehe die beiden
Teile übereinaiidergelegt werden; aus Bequeinlichkeitsgründen können die Öffnungen
jedoch nach anderweitilger Fertigstellung des Deckblattes gleichzeitig ausgestanzt
werden.
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Das Unterlageblatt 3, das für gewöhnlich aus einem Material besteht,
das verhältnismäßig steif und manchmal, wenn auch nicht notwendigerweise, dicker
als die Grundlage I ist, ist vorgesehen, um die Klebstoffschicht 4 zu schützen,
und zwar
dadurch, daß das Unterlageblatt als Tragschicht oder zeitweiliger
i räger dient. Durch das Unterlageblatt ist es möglich, den aus der Grundlage I
bestehenden Film vor seinem tatsächlichen Gebrauch zu handhaben, ohne daß Beschädigungen
oder Zerstörungen besonders in der Nähe von Öffnung 2 auftreten. Wie dargestellt,
besteht das Unterlageblatt 3 aus einem etwas biegsamen, vorzugsweise wasserdichten
oder wasserdicht gemachten Material, welches zum i nterschied von der Grundlage
I üblicherweise sich streckbar ist.
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Für gewöhnlich wird das Unterlageblatt 3 gekreppt oder bossiert,
um eine Anzahl nebeneinanderliegender, erhabener und vertiefter Flächen auf seiner
inneren Oberfläche zu bilden. Diese Behandlung ist jedoch nicht immer notwendig.
Die erhabenen Teile auf der Innenfläche erscheinen als vertiefte Teile auf der Außenfläche
und zum Teil als vertiefte Teile auf der gegenüberliegenden oder unüberzogenen Seite
der Grundlage I. Das Muster dieser Flächen wird üblicherweise als Abdruck in der
Klebstoffschicht 4 wiedergefunden und bleibt in dieser Klebstoffschicht 4, nachdem
die Grundlage I und das Unterlageblatt 3, wie nachstehend beschrieheu, getrennt
worden sind. Die rauhe Oberflächenbildung des Unterlageblattes 3 erleichtert das
Trennen des Unterlageblattes von der Grundlage I. In gleicher Weise erleichtert
das in der Klebstoffschicht 4 hergestellte Muster später die Trennung der Grundlage
I von der Hautfläche, auf welche die Grundlage I aufgebracht worden ist.
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Das Unterlageblatt 3 kann gewünschtenfalls mit einem Lack oder einem
anderen geeigneten Mittel überzogen oder behandelt werden, so daß es durch die Klebstoffschicht
4 beim Abziehen von der Grundlage I nicht zerfasert oder in Schichten geteilt wird.
Das Unterlageblatt 3 klebt ferner weniger an der Klebstoffschicht 4, als die Oberfläche
der Grundlage I an der Fläche 4 klebt, so daß sein Abziehen von der Grundlage I
durch Zurückbiegen unter einem Winkel auf diese Weise erleichtert wird.
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Die Oberflächenausbildung des Unterlageblattes 3, in welchem erhabene
und vertiefte Flächen nebeneinanderliegen, wirkt weiter dahin, ein leichtes Abziehen
des Unterlageblattes 3 von der Klebstoffschicht 4 zu ermöglichen, selbst wenn der
Klebstoff im wesentlichen die gleichen Eigenschaften je Einheit von flacher Oberfläche
mit Bezug auf das Unterlageblatt 3 hat, wie sie die Grundlage aufweist.
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Wie in den Fig. 4 bis 8 dargestellt, hat das Unterlageblatt 3 eine
Grifffläche 5, die beim anfänglichen Trennen des Unterlageblattes 3 und der Grundlage
I verwendet wird. Diese Grifffläche 3 kann dadurch erhalten werden, daß der gewünschte
Klebstoff auf die Innenoberfläche des Unterlageblattes 3 aufgebracht, dann ein Teil
des Klebstoffes mittels eines Streifens aus glattflächigem Papier 6, der, wenn aufgebracht,
dazu dient, den Klebstoff in einem genügenden Maß zu bedecken, um die Kante von
Unterlageblatt 3 frei erfassen zu können, ahgedeckt wird, und schließlich das Unterlageblatt
3 in der gewünschten Stellung auf die Grundlage I mit der dazwischenliegenden Klebstoffschicht
4 aufgelegt wird. Später kann das Unterlagehlatt 3 an der Grifffläche 5 erfaßt und
von der Grundlage I abgezogen oder abgestreift werden, wobei so viel Klebstoff 4
zurückbleibt wie durch das Papier 6 nicht abgedeckt worden war. Diese letzterwähnte
Reihenfolge von Stufen ist in den Fig. 6 bis 8 dargestellt.
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Die Grundlage I mit der nach unten gerichteten Klebstoffschicht 4
wird dann auf die Hautfläche des Patienten um die Wunde oder den Einschnitt herum
der auf die Hautfläche, in welcher der Einschnitt gemacht werden soll, aufgelegt.
Wenn wie in der in den Fig. 4 bis 8 dargestellten Ausführungsform der Erfindung
die Grundlage I in ihrer Mitte mit einer symmetrisch liegenden Öffnung 2 versehen
ist, so wird die letztere längs oder um die Wunde oder den Einschnitt herumgelegt.
Offensichtlich brauchen jedoch das Unterlageblatt 3 und die Klebstoffschicht 4 nicht
notwendigerweise um eine Mittelöffnung in der Grundlage I herumzuliegen, sondern
können auch um eine Öffnung nahe einem der Enden liegen oder können sich in Längsrichtung
längs einer Seitenkante erstrecken, wobei vorzugsweise eine Grifffläche ähnlich
der Grifffläche 5 aus der Kante der Grundlage I vorsteht oder diese Kante unterliegt.
In diesen Fällen wird das Deckblatt auf den Körper des Patienten so aufgebracht,
daß die Klebstoffschicht 4 auf der Wunde oder dem Einschnitt liegt und die Grundlage
I sich in der gewünschten Richtung weg erstreckt.
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Bei der in den Fig. 9, 10 und II dargestellten Ausführungsform der
Erfindung hat das Deckblatt D die Form eines Films, auf welchem eine druckempfindliche
Klebstoffschicht 12 über den größten Teil einer Fläche des Films, jedoch nicht über
die ganze Fläche, z. B. durch Übertragen oder Aufbringen von einer Tragschicht I3
aus, aufgebracht wird. Zuerst kann beispielsweise die Klebstoffschicht in Berührung
mit der Tragschicht I3 auf dem größten Teil der obenliegenden Oberfläche der Tragschicht
I3 sein, mit Ausnahme eines geradlinig sich erstreckenden Streifens an einer der
Seitenkanten. Wenn ein ähnlich geformter Film II auf die Tragschicht I3 aufgelegt
wird, steht er auf seiner ganzen unteren Fläche in Berührung mit dem Klebstoff,
mit Ausnahme eines gleichen, in linearer Richtung sich erstreckenden Streifens,
wodurch eine nicht überzogene Kantenfläche 14 stehengelassen wird, an welcher der
Film 1 1 erfaßt und gehandhabt werden kann, z. B. wenn er von der Tragschicht I3
abgezogen wird. Wie in den Fig. 9, 10 und II dargestellt, hat die Tragschicht I3
die Form eines rautenförmig bossierten Blattes eines etwas steifen, tragfähigen,
papierähnlichen Materials, von welchem der Film 1 I und die Klebstoffschicht 12
gleichzeitig abgezogen werden können, ohne daß ein wesentlicher Teil der Klebstoffschicht
12 an der Tragschicht I3 verbleibt. Sobald der Film lt und die Klebstoffschicht
I2 von der Tragschicht I3 abgestreift sind, wird der Film mit der Klebstoffschicht
12 nach unten liegend auf die Hautfläche des Patienten in der Nähe des beabsichtigten
Einschnittes aufgelegt, der in diesem Fall unmittelbar durch die Grundlage hindurch
ausgeführt wird.
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Die Verwendung der einen oder der anderen Form des steril verpackten
Klebbiattes macht den Gebrauch von \Äundtüdiern üblicher Art für gewöhnlich nicht
mehr notwendig. Bei Verwendung eines breiten Deckblattes der in den Fig. 4 bis 8
dargestellten Art kann gewünsehtenfalls das überschüssige l\Iaterial nach der Operation
oder der Behandlung weggescliiiitten oder gewünschtenfalls auf sich selbst zurückgefaltet
werden, um eine Bündelschicht zu bilden, welche über dem Einschnitt oder der Wunde
mittels Klebstreifen festgelegt werden kann.
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Durch Auflegen eines kleinen Deckblattes, wie z. B. eines Deckblattes
der in den Fig. g bis II dargestellten Ausführungen, das unmittelbar über die Eiiischiiitttläclte
nach Beendigung der Operation und dem Verschließen des Einschnittes gelegt wird,
kann Verbandzeug weitgehend gespart werden. Da die die Grundlagen der 1 )eckl ilitter
bildenden Filme vorzugsweise mehr r oder welliger durchsichtig sind, d. h. durchsichtig
wenigstens dann, sobald sie in unmittelbarer Berührung mit dem Körper liegen, kann
ein Chirurg leicht bestimmen, wo ein Einschnitt zu machen ist und kann eine Wunde
oder einen Einschnitt wåhrend der Ausheilung beobachten sowie notwendige Einschnitte
oder Punkturen für Drainagen usw. machen. Die benachbarte Hautfläche ist gegen Berührung
mit Absonderungsprodukten geschützt, so daß auf diese Weise Reizungen und mögliche
Infektionen verhütet werden.
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Wie vorerwähnt, besteht der Film, aus welchem die Grundlage des Deckblattes
hergestellt ist, vorzugsweise aus einem membranartigen Film, der düiiii, weich,
faltbar und auf Grund seiner membranartigen Natur einen angenehmen oder handlichen
Griff hat. Erwünscht ist, daß er gute Falteigenschaften hat, besonders wenn die
Klebstoffschicht nur einen kleiiien Bruchteil seiner Oberfläche bedeckt. Vorzugsweise
werden für die Zwecke der Erfindung Filme verwendet, die in holwnt Grad durchsichtig
oder, falls nicht glasklar, dann wenigstens genügend durchsichtig sind, um in unmittelbarer
Berührung mit dem Körper das Gefüge und die Farbe der llant erkennen zu lassen.
Gewünschtenfalls können jedoch auch in manchen Filzen durchscheinende oder sogar
undurchsichtige Deckhlätter verwendet werden.
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Der Film ist vorzugsweise etwas streckbar, so daß er sich dem Umriß
der Körperfläche, an welcher er befestigt wird, alipassen kann, braucht jedoch nicht
streckhar- zu seiii. Membranartige Filme der beschriebenen Art sind für gewöhnlich
nicht porös und vermogen durch Ausschwitzungen nicht getränkt zu werden, aher in
einigen Fällen können halbporöse Filme, die Feuchtigkeitsdampf, jedoch nicht Wasser
oder ähnliche Fliissigkeiten durchlassen. mit besonderem Vorteil verwendet werden.
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Eine Filmstärke oder Filmmaß von etwa o,o25 his o,l5 mm, vorzugsweise
jedoch 0,I mm, ist die geeignetste. Filme dieser Eigenschaften sind im Handel in
vielen .Abal-tell erhältlich.
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Solche Filme können von der Art synthetischer plastischer Stoffe
sein, brauchen es jedoch notwendigerweise nicht zu sein. Jedenfalls werden darunter
Stoffe wie synthetische Polymere, synthetische Elastomere und plastizierte Derivate
von Cellulose verstanden. Beispiele von synthetischen Polymeren sind Polyvinylchloridfilme,
Vinylidenchloridpolymerfilme, Filme aus Copolymeren von Vinylchlorid und Vinylacetat
und Polyäthylenfilme, sofern das letztere so geändert wird, daß ein Erweichen bei
übermäßig niedrigen Temperaturen nicht erfolgt. Synthetische Elastomere sind synthetischer
Kautschuk und kautschukähnliche Stoffe, Kautschukhydrochloride u. dgl. Es können
jedoch auch natürlicher Kautschuk und natürliche, kautschukähnliche Stoffe in vielen
Fällen verwendet werden. Ferner Cellulosederivate, zusammen mit regenerierter Cellulose,
Celluloseester, Celluloseäther und andere Derivate von Cellulose, z. B. Celluloseacetat,
Cellulosenitrat usw.
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Die bevorzugten Formen von Deckblättern verwenden einen kalandrierten
Film mit einer Dicke von 0,1 min, hergestellt aus einem Copolymer von Vinylchlorid
und Vinylacetat, plastiziert mit etwa 320/0 Diotylphthalat. Die Menge von Vinylacetat
mit Bezug auf Vinylchlorid liegt wohl in dem Verhältnis von etwa 4 : 94.
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An Stelle von membranartigen Filmen der beschriebenen zarten können
auch oberflächenbehandelte Tcxtilstoffe in und als Grundlage des Deckhlattes verwendet
werden.
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Das Unterlageblatt oder die Tragschicht kann behandelter oder unbehandelter
Stoff, natürlicher oder synthetischer Kautschuk, ein synthetischer Kunststoff oder
ein wasserfestes, celluloseartiges Material irgendeiner geeigneten Art sein. Unter
den zur Verfügung stehenden Arten von wasserfesten, celluloseartigen Stoffen sind
Pergament, Wachspapier und wasserfestes Cellophan. Eine typische Ware einer Art,
die für die vorliegenden Zwecke geeignet ist, ist Kasetuch. Nötigenfals wird die
Unterlageschicht oder Tragschicht chemisch oder anderweitig so behandelt, daß die
Möglichkeit eines Zerreißens oder eines Abhlätterns in Schichten verhindert ist.
Abgesehen von der physikalischen und/oder chemischen Natur der Tragschicht oder
des Unterlageblattes, ist seine Aufgabe in der Hauptsache die, die klebstoffüberzogene
Fläche des Films, der die Grundlage des Deckhlattes bildet, zu schützen. Demgemäß
ist seine genaue Natur üblicherweise nicht wichtig, solange es die erstrebte Aufgabe
erfüllt, vorausgesetzt. claß es nicht bricht, durchsickert oder bei Sterilisationsteml)eraturen
klebrig wird.
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Das druckempfindliche Klebmittel kann in seiner bevorzugten Form
ein klebriges, kautschukartiges Copolymer von 2-Äthylbutylacrylat und Äthylacrylat
im Gewichtsverhältnis von 75 : 25 sein, das mit Triäthylenglycoldiäthylhexoat (25
Teile auf 100 Teile Polymer) plastiziert sein kann. Ein anderes Beispiel ist ein
Klebstoff, der aus einem erweichten Methacrylat besteht, z. B. Isobutylmethacrylat,
plastiziert durch den Zusatz von Triäthylenglycoldibutylhexoat. Das Klebmittel kann
gewünschtenfalls ein geeignetes keimtötendes Mittel enthalten. Andere als die obenerwähnten
verschiedenen Arten von druckempfindlichen Klebmitteln,
die für
die Zwecke der Erfindung geeignet sind, sind in der Klebstoffindustrie bekannt und
können an Stelle der oben beschriebenen bevorzugten Arten verwendet werden.
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Ein auf diese Weise hergestelltes Deckblatt kann in irgendeiner beliebigen
Art verpackt werden. Beispielsweise kann das Deckblatt, anstatt in flachem und gefaltetem
Zustand in eine oder mehrere Hüllen in der Art von Umschlägen eingeschoben zu werden,
wie es der Fall bei dem in den Fig. I und 2 dargestellten und gezeigten Hüllen ist,
gerollt und als Rolle in einen rohrförmigen Behälter eingeschoben werden, in welchem
Fall das Deckblatt und der das Deckblatt enthaltende Behälter als ein Ganzes sterilisiert
und nach dem Sterilisieren in einen abstreifbaren Film (Haut) eingewickelt und bedeckt
oder in einen rohrförmigen Behälter größerer Abmessungen eingeführt wird. Wenn ein
tbakterientötendes Mittel zusammen mit dem Deckblatt, und zwar mit oder ohne Sterilisation
in einem Autoklav, verpackt wird, kann die Außenhülle, der Umschlag oder der Behälter
in manchen Fällen vollständig weggelassen werden.