DE8536735U1 - Vorrichtung zum Demobilisieren von Menschengruppen - Google Patents
Vorrichtung zum Demobilisieren von MenschengruppenInfo
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Description
• I litt I I 1
• I i &igr; f
Bei Demonstrationen kommt es immer wieder zur Gewaltanwendung einzelner Demonstranten oder von Demonstrantengruppen
gegen Ordnungskräfte oder gegen Gegendemonstranten. Derart
tige Gewaltanwendungen in einer Menschenmenge sind schwer zu kontrollieren, und einzelne Täter öder Tätergruppen sind
kaum an Ort und Stelle zu identifizieren oder festzunehmen.
Durch derartige Gewaltanwendungen können Menschen verletzt pder gar getötet werden#J wie die traurige Bilanz der Opfer
der Fußball Europacup-Begegnung zwischen einer italienischen und einer englischen Mannschaft Ende Mai 1985 in Brüssei
zeigte.
Die Ordnungskräfte wenden verschiedene Methoden an, um derartige
Gewaltanwendungen zu verhindern oder zu unterbinden. Beispielsweise werden Wasserwerfer eingesetzt, um Demonstrationen
aufsulösen und gewalttätige Demonstrantengruppen auseinanderzutreiben. Es sind auch beispielsweise Gummigeschosse
bekannt, mit denen gezielt oder flächendeckend in gewalttätige Demonstrantengruppen geschossen wird.
Mit diesen bekannten Methoden ist es jedoch nicht möglich, einzelne Täter oder Tätergruppen zur Identifizierung festzuhalten.
Darüber hinaus wird durch diese Methoden leicht Panik erzeugt, was zu weiteren Ausschreitungen und Gefährdungen
von Menschen führen kann. Außerdem bergen diese Methoden, beispielsweise das Abschießen von Gummigeschossen,
erhebliche Verletzungsgefahren auch für gewaltlose Demonstranten
oder Unbeteiligte.
Wenn gewalttätige Demonstranten durch Wasserwerfer oder Gummigeschosse lediglich auseinandergetrieben werden, besteht
die Gefahr, daß sie sich an anderer Stelle neu sammeln und neue Gewalttätigkeiten verursachen.
Auch bei anderen Großveranstaltungen, beispielsweise Sport-
I t · t
I I I
Illicit I
-4-
Veranstaltungen, kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, beispielsweise zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern
gegnerischer Mannschaften*
Aus der DE-OS 29 32 891 ist eine Tierfangvorrichtung bekannt
mit einer Vorrichtung zürn Auswerfen eines flachenförmigen, in losem Zustand verpackten Gegenstandes, wobei
der Gegenstand während seiner Auswurfbewegung entrollt f » &eeacgr; i»·^ T\A .*■» r-· &Lgr;, &idiagr; 7 ^v-V* %r· -i .»!·* ■*· *» »·**■» f.·^-» -! /^ 4- ^l T *« ·· -C ** i^ »» JT **j-v »■* ^l ^* ** rf^ f-% ~i J~«. J-J -fv »&pgr;
»&tgr; j. &lgr;. &ngr;* c crj. ^3 &ogr; ^= &ngr; i^r &khgr;. i_ ^ ^« &tgr;* uiiv^ &tgr;&tgr; ^ &agr;. >7 <· "&idiagr; ljcx ti &agr;. ^ ^ UJ* / " *-"* &ngr;* ^i &khgr; &ngr;-· &igr; &khgr; j ^ &ngr;* ^ &khgr;:
ein an dem Gegenstand gehaltertes Projektil aufnimmt, wobei ein erstes und ein zweites Laufpaar in einem divergierenden
Winkel zueinander angeordnet sind. Die Anfangsge·^ schwindigkeit der Projektile, die an dem Gegenstand durch
Haltestricke gehaltert sind, ist beim ersten Läüfpaar größer
als beim zweiten Laufpaar; dadurch entrollt sich der
Gegenstand während des Fluges.
Diese Vorrichtung mag zwar zum Tierfang geeignet sein; sie kann jedoch nicht für Menschen verwendet werden, da durch
die schweren Projektile eine erhebliche Verletzungsgefahr für die Menschen besteht.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Vor richtung bereitzustellen, mit der größere Menschengruppen
ohne Verletzungsgefahr längere Zeit "demobilisiert" bzw.
festgehalten werden können.
Die Erfindung geht von dem Grundgedanken aus, dafür zu sorgen,
daß die festzuhaltenden Menschen in einem ausgeworfenen
Netz oder einem sich selbst vernetzenden Gebilde festgehalten oder zumindest in ihrer Beweaung behindert
werden.
In einer ersten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße
Vorrichtung ein aufrpllbares und ausw;rfbares Bahnenmaterial,
beispielsweise ein Netz, mit elastischem Rahmen auf.
-5-
Die Elastizität des Rahmens ist derart eingestellt, daß sich das Netz zwar mit Vertretbarem Kraftaufwand aufrollen
laßc, daß es sich aber aufgrund der Vorspannung des elastischen
Rahmens ohne äußere Krafteinwirkunq· sehr, schnell von selbst ent-
rollt (sog4 Stahlelastizität). Zu diesem Zweck enthält das
Rahmenmaterial vorzugsweise Natur- oder Synthesekautschuk.
Spezielle Beispiele sind Gummi, Buna, Polychlorpxen-^Kautschuk,
gegebenenfalls chlorsulfoniertes Polyäthylen
(CSM), E'VÄ-Cöpöiymere, Butylkautschuk (JJR), Nitrilkautschuk
(NBR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Acrylkautschuk, Fluorelastomere, Poly afine, Siliconkautschuk
öder andere elastische Fasern oder Garne. Die Auswahl eines geeignet elastischen Rahmenmaterials, das ein Aufrollen des
Rahmens mit vertretbarem Kraftaufwand zuläßt Und gleichzeitig ein ausreichend schnelles Entrollen von selbst gewährleistet,
liegt im Bereich des Fachwissens eines Durchschnittsfachmanns .
Das Netz wird beispielsweise wie ein Teppich aufgerollt
- ---■ ■ ■■ -
und in ein Rohr einer Abschußvorrichtung eingebracht. Die Innenfläche des Rohres ist derart ausgebildet, daß sich das
aufgerollte Netz innerhalb des Rohres bewegen läßt. Die Abschußvorrichtung weist eine Auswurfvorrichtung auf, mit der
das aufgerollte Netz in einem schrägen Winkel nach oben abgeschossen werden kann.
"Die Auswurfvorrichtung kann mechanisch, beispielsweise mit
einer Feder, oder mit Druckluft betätigt werden. Ein Stempel der Auswurfvorrichtung schleudert das Netz im Bogen
nach oben heraus.
Nachdem das aufgerollte Netz das Rohr verlassen hat, entrollt es sich aufgrund der Vorspannung des elastischen Rahmens
selbsttätig. Durch den Luftwiderstand breitet sich das
Netz flächenförmig etwa eben aus und sinkt zu Boden. Die
Anfangsgeschwindigkeit des Netzes und der Abschußwinkel ist
35
!einstellbar, so daß die Schußstrecke des Netzes ebenfalls
einstellbar ist.
Das Netz sinkt über der festzuhaltenden Menschengruppe zu
&xgr; Böden, Durch Wahl des Materials und der Maschenweite des
Netzes kann die Sinkgeschwindigkeit, ähnlich wie bei einem
Fallschirm, derart eingestellt werden, daß einerseits keine Verietzungsgefahr durch das herabfallende Netz besteht, andererseits <äa-s Mratz aber so rasch herabfällt, daß die fest-1C3
zuhaltende Menschengruppe nicht ausweichen kann.
Das Netzmaterial besteht vorzugsweise aus einer festen Schnur oder einem Kunststoff-Band. Die Auswahl hängt hauptsächlich
von der gewünschten Sinkgeschwindigkeit des Netzes ab. Es sind daneben auch andere Materialien verwendbar, die
üblicherweise zur Herstellung von Netzen verwendet werden.
Die Länge des Netzes kann etwa 15 bis 25 m, gegebenenfalls
auch bis 50 m, betragen. Die Breite des Netzes ist durch die Rohrlänge der Abseilvorrichtung begrenzt. Vorzugsweise
beträgt sie etwa 3 bis 15m. Die Maschenweite cfes Netzes sollte
vorzugsweise etwa 30 bis 50 cm betragen, damit sichergestellt ist, daß sich die Menschen im Netz derart verfangen,
daß sie in ihrer Bewegung gehemmt sind, daß andererseits aber nicht die Gefahr einer Strangulation besteht.
Das Netz sollte vorzugsweise im Rahmen durchhängen, also geringfügig langer und breiter als der Rahmen dimensioniert
sein, damit man durch Hochheben des Rahmens nicht ^ gleichzeitig die gesamte Netzfläche hochheben kann.
Durch das Netz werden die Menschen demobilisiert und festgehalten,
so daß beispielsweise eine Identifizierung besonders gewalttätiger Einzeltäter möglich ist.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist die erfindungsgemäße
Vorrichtung als spiralförmig gerollter Draht ausgebildet, der wie eine Luf tschlangs? abgeschossen werden kann und sich
-7-
nach dem Entrollen mit sich selbst und/oder mit anderen abgeschossenen
Drähten vernetzt.
Das Vernetzen kann entweder dadurch sichergestellt sein,
daß die Oberfläche des weichen Drahtes aufgerauht ist, so
daß sich einzelne Drahtteile wie ein Klettverschluß miteinander verbinden und vernetzen. Die Oberfläche des Drahtes kann auch Widerhaken nach verschiedenen Richtungen aufweisen, die sich mit Widerhaken anderer Drahtteile vernet-1^ zen. Diese Widerhaken sollten vorzugsweise zur Vermeidung
daß die Oberfläche des weichen Drahtes aufgerauht ist, so
daß sich einzelne Drahtteile wie ein Klettverschluß miteinander verbinden und vernetzen. Die Oberfläche des Drahtes kann auch Widerhaken nach verschiedenen Richtungen aufweisen, die sich mit Widerhaken anderer Drahtteile vernet-1^ zen. Diese Widerhaken sollten vorzugsweise zur Vermeidung
von Verletzungen nicht allzu scharfkantig ausgestaltet wer- | den.
CJm Verletzungen der in den Drahtschlingen gefangenen Men- \
^ sehen zu vermeiden, kann der Draht Sollbruchstellen auf- }
weisen. Der Draht sollte dann so dicht liegen, daß die *
festzuhaltenden Menschen nach dem Bruch einer Sollbruch- ;
stelle sich beim Weglaufen sofort in weiteren Drahtschlin- <
gen verfangen und festgehalten werden.
j
j
Unter "Draht" ist erfindungsgemäß jedes langgestreckte Ma-
Ü terial, beispielsweise ein Metall- oder Plastikdraht, eine I
feste Schnur oder ein Metall- oder Kunststoff-Band, zu j
verstehen. i
!
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Netzes,
Fig. 2 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen, entrollten Drahtes.
Fig. 2 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen, entrollten Drahtes.
In Fig. 1 ist das entrollte No. .· ö dargestellt mit dem
elastischen Rahmen 2Ö, aet sich ohne äußere Krä£teittWir« ;, kung entrollt und dem Netz eine ebene Konfiguration Ver- *
elastischen Rahmen 2Ö, aet sich ohne äußere Krä£teittWir« ;, kung entrollt und dem Netz eine ebene Konfiguration Ver- *
leiht, in der das Netz nach unten sinkt oder fällt. Die (
• · ■ t &igr; . * &igr; · ■ t
-&dgr;&igr; einzelnen Maschen 30 des Netzes weisen vorzugsweise eine
Ma£chenweite von etwa 30 bis 50 cm auf.
Der in Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Draht 50 weist
E Widerhaken 60 auf, die sich mit Widerhaken anderer Teile des Drahtes 50 verhaken, wodurch der Draht 50 im entrollten
Zustand ebenfalls die Form eines unregelmäßigen Netzes aufweist, in dem sich die festzuhaltenden Menschen verfangen
und demobilisiert werden. IC
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Claims (1)
- &igr; Ii «a t· «·<■■■ &igr; &igr;··· ··lilt I · · · *■ Ias a·* ■· ··· · ■■ I) *■·· ·■■&igr; &igr;· ■■ · t ti ■u.Z.: T 877 HGM 6. August 1987Dr. Karl-Ferdinand Schädler
8012 Ottobrunn
Bundesrepublik Deutschland"Vorrichtung zum Demobilisieren von Menschengruppen"Schutzansprüche1. Vorrichtung zum Demobilisieren von Menschengruppen, mit einem auswerfbaxen Bahnenmaterial und mit einer Abschußvorrichtung mit einem Rohr zur Aufnahme des aufgerollten Bahnen- materials, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnenmaterial als Netz (10) oder als Plane mit «,inem elastischen Rahmen (20) ausgebildet ist und in dem Rahmen (20) geringfügig durchhängt.2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen aus Natur- oder Synthesekautschuk aufgebaut ist.3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschenweite des Netzes etwa 30 bis 50 cm beträgt.4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche T bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge des Bahnenmaterials etwa T5 bis 25 m beträgt.3Ü 54 Vorrichtung nach einem der Ansprüche t bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschußvorrichtung einen Stempel zum Auswerfen des Bahnenmaterials aus dem Röhr aufweist.a ·ca ·· &igr;» ■■ Iit ··■· &igr; t ·· i)«· * · i> ■■6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Bahnenmaterial mindestens ein spiralförmig gerollter Draht (50) ist, dessen Oberfläche klettenartig aufgerauht ist oder Widerhaken (60) zum Vernetzen des entrollten Drahtes mit sich selbst oder mit anderen Drähten aufweist.7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (50) Sollbruchstellen aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19858536735 DE8536735U1 (de) | 1985-12-31 | 1985-12-31 | Vorrichtung zum Demobilisieren von Menschengruppen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE8536735U1 true DE8536735U1 (de) | 1987-09-10 |
Family
ID=6788696
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19858536735 Expired DE8536735U1 (de) | 1985-12-31 | 1985-12-31 | Vorrichtung zum Demobilisieren von Menschengruppen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE8536735U1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1995000814A1 (de) * | 1993-06-19 | 1995-01-05 | Bugiel Horst Georg | Abwehr-einrichtung |
| EP0710813A1 (de) * | 1994-11-07 | 1996-05-08 | Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft | Personen-Fernfessel |
| EP1710531A1 (de) | 2005-04-09 | 2006-10-11 | Diehl BGT Defence GmbH & Co.KG | Schutzeinrichtung für ein sensitives Objekt |
| GB2538826A (en) * | 2015-04-22 | 2016-11-30 | Openworks Eng Ltd | System for deploying a first object for capturing, immobilising or disabling a second object |
| US10578407B2 (en) | 2015-06-01 | 2020-03-03 | Openworks Engineering Ltd | System for deploying a first object for capturing, inhibiting, immobilising or disabling a second object |
-
1985
- 1985-12-31 DE DE19858536735 patent/DE8536735U1/de not_active Expired
Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1995000814A1 (de) * | 1993-06-19 | 1995-01-05 | Bugiel Horst Georg | Abwehr-einrichtung |
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| EP1710531A1 (de) | 2005-04-09 | 2006-10-11 | Diehl BGT Defence GmbH & Co.KG | Schutzeinrichtung für ein sensitives Objekt |
| DE102005016316A1 (de) * | 2005-04-09 | 2006-10-12 | Diehl Bgt Defence Gmbh & Co. Kg | Schutzeinrichtung für ein sensitives Objekt |
| GB2538826A (en) * | 2015-04-22 | 2016-11-30 | Openworks Eng Ltd | System for deploying a first object for capturing, immobilising or disabling a second object |
| US10871353B2 (en) | 2015-04-22 | 2020-12-22 | Openworks Engineering Ltd | System for deploying a first object for capturing, immobilising or disabling a second object |
| GB2538826B (en) * | 2015-04-22 | 2021-06-23 | Openworks Eng Ltd | System for deploying a first object for capturing, immobilising or disabling a second object |
| US10578407B2 (en) | 2015-06-01 | 2020-03-03 | Openworks Engineering Ltd | System for deploying a first object for capturing, inhibiting, immobilising or disabling a second object |
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